Man muß wissen, daß Stoff und Form immer miteinander verbunden
zugleich existieren, daß die Vernunft des Geistes aber die Kraft hat,
bald nur den Stoff für sich, bald nur die Form, bald beide verbunden
zu betrachten.
		-- Pierre Abélard (Logica ingredientibus)
%
Eine Million Steuerzahler verhalten sich vernünftiger als eine
öffentliche Hand.
		-- Hermann Josef Abs
%
Gewinn ist so notwendig wie die Luft zum Atmen, aber es wäre schlimm,
wenn wir nur wirtschafteten, um Gewinne zu machen, wie es schlimm
wäre, wenn wir nur lebten, um zu atmen.
		-- Hermann Josef Abs
%
In dieser Welt gibt es nur zwei Sorten Menschen - intelligente
Menschen ohne Religion und religiöse Menschen ohne Intelligenz.
		-- Abu'l-Ala-Al-Ma'arri (arabischer Dichter, 973-1057)
%
Man braucht nicht geistreich zu sein, um zu beweisen, daß man begabt
ist. Aber man braucht viel Geist, um zu verbergen, daß man keine
Begabung hat.
		-- Marcel Achard
%
Das beste an der Zukunft ist vielleicht der Umstand, daß immer nur ein
Tag auf einmal kommt.
		-- Dean Acheson
%
In wichtigen Fragen hat man meist zwischen Pest und Cholera zu wählen.
		-- Dean Acheson
%
Das schöne Gefühl, Geld zu haben, ist nicht so intensiv, wie das
Scheißgefühl, kein Geld zu haben.
		-- Herbert Achternbusch
%
Wenn die Liebe den Mädchen Geist verleiht, so macht sie die Jungen
beschränkt.
		-- Herbert Achternbusch
%
Die Hölle kann auch produktiv sein, der Himmel ist nur langweilig.
		-- Herbert Achternbusch
%
Die Frage "Haben Sie ein Hirn?" kann einwandfrei nur der Metzger
beantworten.
		-- Herbert Achternbusch
%
Der Name Gott sollte nicht länger über die Lippen des Menschen kommen.
Dieses seit langem durch den Gebrauch entwürdigte Wort bedeutet nichts
mehr... Das Wort Gott zu verwenden, ist mehr als Bequemlichkeit, es
ist eine Absage an das Denken, ein Beschleunigungsverfahren, eine Art
scheußlicher Kurzschrift...
		-- Arthur Adamov
%
Die Menschen werden geboren, die Menschen sterben, und die Zeit
dazwischen verbringen sie mit dem Tragen der Digitaluhren.
		-- Douglas Adams
%
Der beliebteste Fehler unter den Leuten, die etwas absolut
idiotensicheres konstruieren wollen ist der, daß sie den
Erfindungsreichtum von absoluten Idioten unterschätzen.
		-- Douglas Adams
%
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet,
wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der
Stelle und wird durch etwas noch Bizareres und Unbegreiflicheres ersetzt.

Es gibt eine andere Theorie, nach der das bereits passiert ist
		-- Douglas Adams, Das Restaurant am Ende des Universums
%
Am Anfang wurde das Universum erschaffen.  Das machte viele Leute sehr
wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.
		-- Douglas Adams, Das Restaurant am Ende des Universums
%
Er nahm die drei am wenigsten abstoßenden Dinge aus seinem Kühlschrank,
legte sie auf einen Teller und nachdem sie auch nach fünf Minuten keine
Anstalten gemacht hatten, sich zu bewegen, beschloß er, dies sei sein
Frühstück.
		-- Douglas Adams aus Hitchhiker's Guide
%
Ich habe ein paar Regeln aufgestellt, die unsere Reaktionen auf technische
Neuerungen beschreiben:
 1. Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und
    üblich und gehört zum selbstverständlichen Funktionieren der Welt dazu.
 2. Alles, was zwischen deinem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wird, ist
    neu, aufregend und revolutionär und kann dir vielleicht zu einer
    beruflichen Laufbahn verhelfen.
 3. Alles, was nach deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, richtet sich gegen
    die natürliche Ordnung der Dinge.
		-- Douglas Adams aus Hitchhiker's Guide
%
Auch ist es schon mal bei einer Reise durch die Zeit vorgekommen, daß man
zufällig sein eigener Vater oder seine eigene Mutter wird. Sein eigener
Vater oder seine eigene Mutter zu werden, ist kein Problem, mit dem eine
tolerante und gut aufeinander eingespielte Familie nicht fertig würde.
		-- Douglas Adams aus Hitchhiker's Guide
%
"... daß es sehr leicht ist, sich durch die Genugtuung darüber, daß
man sie überhaupt zum Funktionieren bringt, über ihre grundsätzliche
Nutzlosigkeit hinwegtäuschen läßt..."
		-- Douglas Adams (Macht's gut und danke für den Fisch)
(gilt zum Beispiel für Computer oder Programme)
%
Mit einer Quitscheente ist man nie allein.
		-- frei nach Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis"
%
Die beste aller möglichen Welten ist eine Welt ohne Religion.
		-- John Adams (zweiter Präsident der U.S.A., 1735-1826)
%
Für den Ingenieur ist die Welt eine Spielzeugkiste voller halbfertiger
und schlecht ausgestatteter Spielsachen.
		-- Scott Adams
%
Dilbert: Warum hat es den Anschein, als seien die meisten Entscheidungen
         an meinem Arbeitsplatz durch betrunkene Lemuren getroffen.
Müllmann: Entscheidungen werden durch Menschen getroffen, die Zeit haben und
          nicht durch Menschen, die Talent haben.
Dilbert: Warum sind talentierte Menschen so beschäftigt.
Müllmann: Sie lösen die Probleme, die durch Leute mit Zeit verursacht wurden.
		-- Scott Adams
%
Lesen ist für den Geist das, was Gymnastik für den Körper ist.
		-- Joseph Addison
%
Bewunderung ist eine sehr kurzlebige Leidenschaft, die sofort
verfällt, sobald man mit ihrem Gegenstand näher bekannt wird.
		-- Joseph Addison
%
Die größte Gefahr im Leben ist, dass man zu vorsichtig wird.
		-- Alfred Adler
%
Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst
nicht ausgesprochen hätte.
		-- Euphemia von Adlersfeld
%
Astrologie ist Aberglaube aus zweiter Hand.
		-- Theodor W. Adorno (Theodor Ludwig Wiesengrund)
%
Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach.
		-- Theodor W. Adorno (Theodor Ludwig Wiesengrund)
%
Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der
Bildung, sondern ihr Todfeind.
		-- Theodor W. Adorno (Theodor Ludwig Wiesengrund)
%
Geliebt wirst Du einzig, wo Du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke
zu provozieren.
		-- Theodor W. Adorno (Theodor Ludwig Wiesengrund)
%
Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der
anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.
		-- Theodor W. Adorno (Theodor Ludwig Wiesengrund)
%
Was nützt einem Gesundheit wenn man sonst ein Idiot ist.
		-- Theodor W. Adorno (Theodor Ludwig Wiesengrund)
%
Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.
		-- Theodor W. Adorno (Theodor Ludwig Wiesengrund)
%
Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der
Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der
Demokraten.
		-- Theodor W. Adorno
%
Es gibt keinen Alltag. Es gibt nur Alltagsmenschen.
		-- Anita
%
Wo der Abgrund feindlich Gift am Herzen sitzt,
Da schafft es zwiefach harte Qual dem Krankenden.
		-- Äschylus (Agamemnon)
%
20-Uhr-Nachrichten

Irgendwo herrscht Krieg.
Die Nachrichtensprecherin erzählt von 100 Toten, an einem Tag.
Fotos der Kriesenregionen werden gezeigt.
Blutüberströhmte Leichen, schreiende Frauen und halbverhungerte
weinende Kinder.
Dann folgt der Wetterbericht.
Es wird warm, warm genug, um morgen schwimmen zu gehen.
Dann wird umgeschaltet.
Mist - der Krimi läuft schon 5 Minuten.
Die reiche Witwe, deren Mann erschossen wurde, ist wirklich zu
bemittleiden.
		-- A good friend
%
Wer morgens vor neun auf der Straße anzutreffen ist, der ist nichts
und wird nichts.
		-- Conrad Ahlers
%
Arbeitsbedürfnis ist ein unerläßliches Kriterium menschlicher Würde.
		-- Tschingis Aitmatow
%
Man muß sich dort umhören, wo gedemütigt wird, wo der Hass entsteht, wo die
Frustration wächst, wo die Hoffnung verloren geht.  Denn hier liegen die
Ursachen für Gewaltakte vonseiten der Bevölkerung.
		-- Ami Ajalon (1996-2000 Chef des israelischen
		   Inlandsgeheimdienstes Schin Bet)
%
Die meisten Sätze, die mit "Du sollst nicht" beginnen, betreffen Normen
der zwischenmenschlichen Ethik und stehen damit auf sehr unsicherem
Grund.  Sie sind Kultur-abhängig, unwahrscheinlich universell zu sein,
und bewirken sehr unwahrscheinlich eine Änderung jemandes Verhaltens.
		-- Russ Allbery
%
Wenn jeder Politiker, der einmal bewußt die Unwahrheit gesagt hat,
sein Amt niederlegen müßte, würde es ziemlich leer werden in den
Parlamenten und Kabinetten.
		-- Ernst Albrecht
%
Es ist besser, für etwas zu kämpfen, als gegen etwas.
		-- Amos Bronson Alcott
%
Designer-Objekte sind zu einer wichtigen Kommunikationsform geworden.
Menschen benutzen Design dazu, um etwas auszudrücken - über ihre Art
zu leben und zu denken. Das hat sicher mehr mit Lifestyle zu tun als
mit Status-Symbolen.
		-- Alberto Alessi
%
Glaub an das Glück, denn sonst flieht es davon.
		-- Alexandra
%
Den Gebenden schmückt, was den Empfangenden beglückt.
		-- Al-Hariri
%
Die Leute können ein Großmaul nicht ausstehen, aber zuhören werden
sie immer.
		-- Muhammad Ali (eig. Cassius Clay)
%
Überall wo Zwist herrschen kann, da muß es auch Entscheidung geben.
		-- Dante Alighieri
%
Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie kräftig an und handelt.
		-- Dante Alighieri
%
Auch Bitteres kann aus süßem Samen entspringen.
		-- Dante Alighieri
%
Kein Schmerz erträgt sich schwerer, als sich errinnern an die Zeit des
Glücks.
		-- Dante Alighieri
%
Eine Berühmtheit ist ein Mensch, der sein ganzes Leben hindurch schwer
gearbeitet hat, um bekannt zu werden, und der dann eine dunkle Brille
trägt, damit ihn niemand erkennt.
		-- Fred Allen
%
Für Menschen, die den Terror und die Folter überlebt haben, ist der
Versöhnungsgedanke unerträglich. Ich würde niemals wagen zu sagen:
Liebe deine Feinde. Aber wir müssen an unsere Kinder und Enkel denken,
statt uns gegenseitig mit Vernichtung und Haß zu verfolgen.
		-- Isabel Allende
%
Alle reden vom Zeit totschlagen, dabei schlägt die Zeit uns tot.
		-- Alphonse Allias
%
Manchmal ist es gut, zurückzutreten, aber nicht zu weit.
		-- Steward Alsop
%
Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder. Wir führen einen dritten
Weltkrieg gegen die Natur, also gegen uns selbst. Dieser Weltkrieg
fordert mehr Opfer als der erste und zweite zusammen.
		-- Franz Alt (Fernsehmoderator u. Journalist)
%
Sei, der du bist, nicht mehr, nicht weniger, aber der sei!
		-- Peter Altenberg
%
Die geschickteste Art, einen Konkurrenten zu besiegen, ist, ihn in dem
zu bewundern, worin er besser ist.
		-- Peter Altenberg
%
Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern und schläft in den
übrigen Menschen.
		-- Peter Altenberg
%
Einen Menschen erziehen heißt, ihm zu sich selbst verhelfen.
		-- Peter Altenberg
%
Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein. Aber noch viel trauriger ist
es, keine zu sein.
		-- Peter Altenberg
%
Hüte dich vor dem Imposanten! Aus der Länge des Stiels kann man nicht
auf die Schönheit der Blüte schließen.
		-- Peter Altenberg
%
Informationen sind notwendig.  Wo sie fehlen, entsteht ein Vakuum, da
machen sich viel eher Gerüchte, Klatsch und Mißverständnisse breit.
		-- Hans Christian Altmann
%
Der Mensch kann die Krönung der Schöpfung bleiben, wenn er begreift,
daß er sie nicht ist.
		-- Carl Amery
%
Wer ein schlechtes Gedächtnis hat, erlebt viele neue Premieren.
		-- Axel von Ambesser (eig. Axel Eugen von Ísterreich)
%
Es hot kaan Zweck dos'd dositzt und mi aanheulst.
		-- Wolfgang Ambros
%
Ein glückseliges Leben ist der Genuß der Gegenwart; das ewige Leben
ist die Hoffnung der Zukunft.
		-- Ambrosius Ambrosius
%
Risiko ist die Bugwelle des Erfolges.
		-- Carl Amery
%
Ein Glaube ist nicht wahr, nur weil er nützlich ist.
		-- Henri Frédéric Amiel
%
Frauen möchten ohne warum und wofür geliebt werden.  Nicht weil sie
hübsch, liebenswert, wohlerzogen, anmutig oder intelligent sind,
sondern einfach nur weil sie sie selbst sind.
		-- Henri Frédéric Amiel
%
Deserteure sind Leute, die sich selbst in die Wüste schicken.
		-- Alfred Andersch
%
Je stummer ein Kommando, umso selbstverständlicher unser Gehorsam.
		-- Günther Anders (eig. Günther Stern)
%
Überfluß ist die Mutter der Phantasielosigkeit.
		-- Günther Anders (eig. Günther Stern)
%
Es gibt keine Originale mehr, sondern nur noch Kopien.
		-- Günther Anders (eig. Günther Stern)
%
Auch das Alltagsleben kann eine Tragödie sein.
		-- Hans Christian Andersen
%
Kümmert Euch um Euren eigenen Kram.
		-- Giulio Andreotti
als Antwort auf die Frage, was auf seinem Grabstein stehen solle.
%
Wir sollten nicht immer nur an die dunklen Tage unseres Lebens denken.
Die heiteren und glücklichen Tage verdoppeln sich, wenn man sich ihrer
erinnert.
		-- Anne-Marie (ehemalige Königin von Griechenland)
%
Manchmal vermag uns ein durch den Asphalt brechender Löwenzahn die
tägliche Frage nach dem Sinn des Lebens eindrücklicher und
überzeugender zu beantworten, als eine ganze Bibliothek
philosophischer Schriften.
		-- Anonyma
%
Die Wahrheit bedarf nicht viele Worte, die Lüge kann nie genug haben.
		-- Anonym
%
Das sichere Zeichen des beginnenden Alters ist, daß man geschwind
noch einige Jugendtorheiten begeht.
		-- Anonym
%
Wer etwas tun kann, braucht auch vor einer kleinen Sünde nicht
zurückschrecken.
		-- Anonym
%
Mach dir selber Freude, soviel du nur kannst. Oder meinst du
vielleicht, die Welt würde sich veranlaßt fühlen, dir Freude zu
machen.
		-- Anonym
%
Geistreich sein heißt, sich leicht verständlich zu machen, ohne
deutlich zu werden.
		-- Jean Anouilh
%
Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht
unglücklich sind.
		-- Jean Anouilh
%
Reich sein ist wirklich nur schön, wenn man arm ist.
		-- Jean Anouilh
%
Frauen trösten uns über jeden Kummer hinweg, den wir ohne sie nicht
hätten.
		-- Jean Anouilh
%
Kinden müssen die Dummheiten der Erwachsenen ertragen, bis sie groß
genug sind, sie zu wiederholen.
		-- Jean Anouilh
%
Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus
ihnen macht.
		-- Jean Anouilh
%
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen
Impuls der Freiheit.
		-- Susan Brownell Anthony
%
Auf die Gegner muß man wohl achthaben, denn niemand bemerkt unsere
Fehler eher als sie.
		-- Antisthenes
%
Das Familienleben ist eine Störung des Privatlebens.
		-- Michelangelo Antonioni
%
Bescheidenheit ist der Anfang aller Vernunft.
		-- Ludwig Anzengruber
%
Man sollte wirklich nur die zusammen leben lassen, die ohne einander
sterben würden.
		-- Ludwig Anzengruber
%
Es ist Religion, an keinen Gott zu glauben - ihn glauben heißt, ihn
lästern.
		-- Ludwig Anzengruber
%
Wenn jemand Landwirtschaft lernen will, kann ich nur annehmen, daß er
in die Politik will. Denn zwei Jahre Mist umschaufeln ist eine gute
Übung dafür.
		-- Hans Apel (ehem. Bundesverteidigungsminister)
%
Im Traum und in der Liebe gibt's keine Unmöglichkeiten.
		-- Jßnos Arany
%
Gib mir einen Punkt, wo ich sicher stehen kann, einen Hebel, der lang
genug ist, und ich beweg dir die Erde mit einer Hand.
		-- Archimedes
%
Wer nach dem Unerreichbaren strebt, verhindert die Verwirklichung des
Erreichbaren.
		-- Robert Ardrey
%
Gewalt beginn da, wo das Reden aufhört.
		-- Hanna Arendt
%
Auch das Denken schadet bisweilen der Gesundheit.
		-- Aristophanes
%
Regieren ist keine Sache für Leute von Charakter und Erziehung.
		-- Aristophanes (griech. Komödiendichter, 445 - 385 v. Chr.)
%
Tu nie etwas halb, sonst verlierst Du mehr, als Du je wieder einholen
kannst.
		-- Louis Armstrong
%
Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken,
als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.
		-- Louis Armstrong
%
Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein
Riesenschritt für die Menschheit.
		-- Neil Armstrong
%
Wir sind die Sklaven von dem, was uns nicht glücklich macht.
		-- Hans Arndt (Im Visier, Aufgespürt)
%
Wer nicht zu sich selbst steht, verliert sich am Beispiel anderer.
Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.
		-- Hans Arndt (dt. Schriftst. u. Aphoristiker, *1911)
%
Manche Frauen gleichen jenen Wesen, die jeder kosten will, keiner aber
täglich auf dem Tisch haben möchte.
		-- Sophie de Arnauld
%
Geht mir das Geld aus - geht mir der Mut auf.
		-- Achim von Arnim
%
Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln.
		-- Bettina (eig. Anna Elisabeth) von Arnim
%
Ahnungen sind Regungen, die Flügel des Geistes höher zu heben.
		-- Bettina (eig. Anna Elisabeth) von Arnim, Tagebuch
%
Sehnsucht und Ahnung liegen ineinander, eins treibt das andre hervor.
		-- Bettina (eig. Anna Elisabeth) von Arnim, Tagebuch
%
Die öffentliche Meinung, auf die die Zeitungen sich berufen, ist die
Meinung derer, die sie aus den Zeitungen beziehen.
		-- Helmut Arntzen
%
Die Originalität von Schlagersängern entspricht der verschiedenartigen
Mechanik von Kuckucksuhren.
		-- Helmut Arntzen
%
Zufrieden seyen, ist große Kunst. Zufrieden scheinen, großer Dunst.
Zufrieden werden, großes Glück, zufrieden bleiben, Meisterstück.
		-- Eduard Arrer
%
Jedes Ding, so man übereilet, gebiert Fehler, die zu großem Schaden
gereichen. Zögern aber bringt Heil, wenn es auch im Augenblick nicht
so aussieht.
		-- Artabanos
%
Die meisten Leute planen ihre Ferien besser als ihr Leben.
		-- Mary Kay Ash
%
Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.
		-- Isaac Asimov
%
Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du
das Unmögliche.
		-- Franz von Assisi
%
Brüder, solange wir Zeit haben, laßt uns Gutes tun!
		-- Franz von Assisi
%
Je höher die Stellung eines Vorgesetzten, desto mehr Fehler darf er
machen. Und wenn er nur noch Fehler macht, dann ist das sein Stil.
		-- Fred Astaire
%
Niemals ist man weniger allein, als wenn man mit sich allein ist.
		-- Fred Astaire
%
Große Geister zeichnen sich dadurch aus, daß sie das Unwahrscheinliche
für möglich halten.
		-- at
%
Wer stets nur sich selbst finden will, kann leicht einen anderen verlieren.
		-- at
%
Die Unglücklichen schöpfen Trost aus den schlimmeren Leiden anderer.
		-- Äsop (griech. Fabeldichter, 6. Jh. v. Chr.)
%
Wir glauben nur, was wir sehen -
leider sehen wir nur, was wir glauben wollen.
		-- Peter Atteslander
%
Demokratie bedeutet Regieren durch Diskussion.
		-- Clement Earl Attlee
%
Eine Idee muß Wirklichkeit werden können, sonst ist sie eine eitle
Seifenblase.
		-- Berthold Auerbach
%
Heimisch in der Welt wird man nur duch Arbeit. Wer nicht arbeitet, ist
heimatlos.
		-- Berthold Auerbach
%
Nur der Mensch ist frei, der sich seine eigenen Gedanken im Kopf
ausbildet, niemand etwas nachspricht, was er nicht versteht oder
selber einsieht; der die Gesetze kennt, die Gott in seine Brust
geschrieben hat, und ohne Menschenfurcht ihnen gerecht zu we
		-- Berthold Auerbach
%
Der brave Mensch grämt sich weit mehr über ein Unrecht, das er getan
hat, als über ein solches, das ihm angetan wurde.
		-- Berthold Auerbach
%
Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, der wäre auch nicht mit
dem zufrieden, was er haben möchte.
		-- Berthold Auerbach
%
Der Gütige ist frei, auch wenn er ein Sklave ist. Der Böse ist ein
Sklave, auch wenn er ein König ist.
		-- Aurelius Augustinus
%
Denn wenn jemand sähe, wie sein Feind, durch ein gefährliches Fieber
wahnsinnig geworden, dem Abgrunde zuliefe, würde er da nicht Böses mit
Bösem vergelten, wenn er ihn so laufen ließe, statt ihn zurückzuhalten
und binden zu lassen?
		-- Augustinus, Brief an Vincentius
%
In Dir muß brennen, was Du in anderen entzünden willst.
		-- Augustinus
%
Ihr, die ihr noch jung seid, hört einen Alten, auf den die Alten
hörten, als er noch jung war!
		-- Kaiser Augustus, bei Plutarch
%
Je geringer der geistliche Einfluß der Kirchen wird, desto
hartnäckiger suchen sie ihre politischen un sozialen Positionen
auszubauen. Je weniger Gläubige es gibt, desto herrschsüchtiger
verlangen Staat und Gesellschaft den Lippendienst der Bürger.
		-- Rudolf Augstein
%
Wenn die Bibel vielen heutigen Menschen suspekt geworden ist, so doch
nicht zuletzt, weil die Seelenhirten sie schonungslos gequetscht und
geschüttelt haben, um für jeden privaten Bedarf ein Pflästerchen und
ein Trostbonbon, um für jeden noch so politischen Bedarf die passende
Auslegung zu finden.
		-- Rudolf Augstein
%
Wer so vorgeht, wie die Amerikaner in Afghanistan, der sorgt nicht für
eine Eindämmung von Terror, sondern für seine Ausbreitung.
		-- Rudolf Augstein (SPIEGEL 45/01)
%
Nun lehrt eine fast zweitausendjährige Erfahrung, daß die christlichen
Herrscher Verträge gebrochen, Gedanken geknechtet, die menschliche
Gewissensfreiheit vergewaltigt, und das sie getötet und gefoltert und
versklavt haben.
		-- Rudolf Augstein
%
Kinder werden zur Taufe gebracht wie zur Schluckimpfung.
		-- Rudolf Augstein
%
Die Zahl derer, die durch zu viele Informationen nicht mehr informiert
sind, wächst.
		-- Rudolf Augstein
%
Der Mensch ist nicht zur Abrüstung geschaffen.
		-- Rudolf Augstein
%
Man muß die Ämter mit Leuten und nicht die Leute mit Ämtern versehen.
		-- August (Kurfürst von Sachsen, 1526-1586)
%
Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz
zu dem, was wir über die Natur wissen.
		-- St. Augustin (Apostel von England und erster Erzbischof von Canterbury, ?-604/605)
%
In Dir muß brennen, was Du in anderen entzünden willst.
		-- Augustinus (Kirchenlehrer & abendl. Philosoph, 354-430)
%
An öffentlichen Dirnen soll Überfluß sein, für alle und insbesondere
für die, welche sich keine privaten halten können. Riesenpaläste,
herrlich geschmückt, sollen gebaut, schwelgerische Gelage daselbst
veranstaltet werden, wo jeder, der will und kann, Tag und Nacht
spielen, trinken, speien und sich ausleben mag. Rauschende Tanzmusik
soll aller Orten ertönen. Die Theater sollen widerhallen von den
Ausbrüchen unzüchtiger Freude und von dem Lärm jeglicher Sorte
grausamster und schändlichster Vergnügen.
		-- Augustinus (Kirchenlehrer & abendl. Philosoph, 354-430)
%
Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.
		-- Augustinus
%
Die Seele nährt sich von dem, an dem sie sich erfreut.
		-- Aurelius Augustinus
%
Soviel in dir die Liebe wächst, soviel wächst die Schönheit in dir.
Denn die Liebe ist die Schönheit der Seele.
		-- Aurelius Augustinus
%
Der Verstand schafft die Wahrheit nicht, sondern er findet sie vor.
		-- Aurelius Augustinus
%
Denn Augen haben und Betrachten ist nicht dasselbe.
		-- Aurelius Augustinus
%
Besser ist es, mit Strenge zu lieben, als mit Milde zu hintergehen.
		-- Aurelius Augustinus
%
Besser auf dem rechten Weg hinken, als festen Schrittes abseits
wandeln.
		-- Aurelius Augustinus
%
Deine Absicht erst gibt deinem Werke seinen Namen.
		-- Ambrosius Aurelius (Von den Pflichten)
%
Wieviel Haß und Dummheit die Menschen doch - elegant verpackt -
Religion nennen können!
		-- Sri Aurobido
%
Atheismus ist ein notwendiger Protest gegen die Gottlosigkeit der
Kirchen und die Enge ihrer Dogmen. Gott benutzt ihn als Stein um diese
beschmutzten Kartenhäuser zu zerstören.
		-- Sri Aurobido
%
Warum gönnen wir uns den Genuß nicht sofort?
Wie oft wird die Freude durch Vorbereitungen verdorben,
durch törichte Vorbereitungen!
		-- Jane Austen
%
Es gibt sicherlich nicht so viele Männer mit großem Vermögen auf der
Welt wie hübsche Frauen, die sie verdienen.
		-- Jane Austen
%
Ich habe die Augensprache erlernt im Ghetto als mein Mund schweigen
mußte.
		-- Rose Ausländer
%
Gott will, daß der Mensch seinen Spaß hat.
		-- Theresia von Avila
%
Das Schlimmste im Leben sind die Versuchungen, denen man nicht erlegen
ist.
		-- Alan Ayckbourn
%
Liebe ist der angenehmste Zustand teilweiser Unzurechnungsfähigkeit.
		-- Marcel AymÚ
%
Nostalgie ist Sehnsucht nach der guten alten Zeit, in der man nichts
zu lachen hatte.
		-- Charles Aznavour
%
Frauen haben heute sicher mehr Rechte. Aber mehr Macht hatten sie
früher.
		-- Charles Aznavour
%
Urlaub ist eine Mehrkampfdisziplin mit den Nachbarn.
		-- Charles Aznavour
%
Die Zehn Gebote Gottes sind deshalb so eindeutig weil sie nicht erst auf
einer Konferenz beschlossen wurden.
		-- Konrad Adenauer
%
Das hat der liebe Gott nicht gut gemacht. Allen Dingen hat er Grenzen
gesetzt, nur nicht der Dummheit.
		-- Konrad Adenauer
%
Gott hat auch die Dummheit geschaffen, aber er hat sie gerecht verteilt.
		-- Konrad Adenauer
%
Wir leben alle unter demselben Himmel,
aber wir haben nicht alle denselben Horizont.
		-- Konrad Adenauer
%
Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst
genommen.
		-- Konrad Adenauer
%
Man braucht nicht immer denselben Standpunkt zu vertreten, denn
niemand kann einen daran hindern, klüger zu werden.
		-- Konrad Adenauer
%
Es kann mich niemand daran hindern, über Nacht klüger zu werden.
		-- Konrad Adenauer
%
Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muß man erst richtig
anfangen.
		-- Konrad Adenauer
%
Alle menschlichen Organe werden irgendwann einmal müde, nur die Zunge
nicht.
		-- Konrad Adenauer
%
Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass
sie es von anderen haben wollen.
		-- Konrad Adenauer
%
Es gibt zu wenig Zivilcourage, die meisten verbergen ihre wirkliche
Meinung.
		-- Konrad Adenauer
%
Jede Partei ist für das Volk da und nicht für sich selbst.
		-- Konrad Adenauer
%
Die Krankheit unserer Zeit ist der Perfektionismus.
		-- Konrad Adenauer
%
Wer Berlin zur neuen Hauptstadt macht, schafft geistig ein neues
Preussen.
		-- Konrad Adenauer
%
Es gibt zwei Wege für den Aufstieg: Entweder man paßt sich an oder
man legt sich quer.
		-- Konrad Adenauer
%
Die Erfahrungen sind wie die Samenkörner, aus denen die Klugheit
emporwächst.
		-- Konrad Adenauer
%
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen
wäre.
		-- Konrad Adenauer
%
Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren guten Tag hat.
		-- Konrad Adenauer
%
Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, taugen beide
nichts.
		-- Konrad Adenauer
%
Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht.
		-- Konrad Adenauer
%
Natürlich achte ich das Recht. Aber auch mit dem Recht darf man nicht
so pingelig sein.
		-- Konrad Adenauer
%
In der Politik geht es nicht darum, recht zu haben, sondern recht zu
behalten.
		-- Konrad Adenauer
%
Mit kleinen Jungen und Journalisten soll man vorsichtig sein. Die
schmeissen immer noch einen Stein hinterher.
		-- Konrad Adenauer
%
Nichts war mir mein Leben lang so unsympathisch wie ein preußischer
General.
		-- Konrad Adenauer (1956)
%
Wissen Sie, auf Tschiang Kai-schek kann man sich nicht mehr verlassen.
Der ist schon zu alt geworden.
		-- Konrad Adenauer
1964, als Tschian Kai-schek 76 und Adenauer 88 Jahre alt war
%
Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Mich erstaunen Leute, die das Universum begreifen wollen, wo es
schwierig genug ist, in Chinatown zurechtzukommen.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Am zuverlässigsten unterscheiden sich die einzelnen Fernsehprogramme
noch immer durch ihren Wetterbericht.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Erfolgreich zu sein heißt, anders als die anderen zu sein.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Meine eigene Meinung ist sehr weit von der meiner schärfsten Kritiker
entfernt.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen,
zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf
freundschaftlicher Basis.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Wen ich eine halbe Stunde Wagner höre, bekomme ich Lust, Polen
anzugreifen.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Ein Junggeselle ist ein Mann, der nur ein einziges Problem hat - und
das ist lösbar.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Ich möchte nicht Unsterblichkeit durch mein Werk Ich möchte
Unsterblichkeit durch nicht Sterben
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Ich habe nichts dagegen zu sterben. Ich will nur nicht dabei sein,
wenn's passiert.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: wie weit
ist sie von der Innenstadt entfernt, und wie lange hat sie offen.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden,
die man alleine nie gehabt hätte.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er
auch einen Drink.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Alle Menschen sind sterblich.
Sokrates war sterblich.
Daher sind alle Menschen Sokrates.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Als ich entführt wurde, begannen meine Eltern aktiv zu werden. Sie
vermieteten mein Zimmer.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Ich war der beste, den ich jemals hatte.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Alles in unserem Leben ist so grau und trist, daß ein wenig Zauber
doch nicht schaden kann, und wenn er auch nur aus dem Projektor
kommt. Die Menschen lachen immerhin und sind ein wenig erfrischt.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Ich denke viel an die Zukunft, weil das der Ort ist, wo ich den Rest
meines Lebens zubringen werde.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Wirklich innovativ ist man nur dann, wenn mal etwas danebengegangen
ist.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Sie glaubt an Gott, aber sie glaubt auch, daß das Radio wegen den
winzigen Leuten dadrin funktioniert.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Es gibt zwei Arten von Menschen auf der Welt, Gute und Böse.  Die
Guten schlafen besser, aber die Bösen scheinen sich der wachen Stunden
deutlich mehr zu erfreuen.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Wenn Gott mir nur ein klares Zeichen geben würde!
Etwa ein großes Bankdepot auf meinen Namen in der Schweiz.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Ödipus in zehn Sekunden: Ödipus wacht auf und sagt: Welches Schwein
hat mit meiner Mutter geschlafen? Ach, das war ja ich.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Der Unterschied zwischen Tod und Sex ist, daß man das mit dem Tod
allein abmachen kann und keiner sich über einen lustig macht.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Dabeisein ist achtzig Prozent des Erfolges.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Es gibt schlimmeres als den Tod, wer schon einmal einen Abend mit
einem Versicherungsvertreter zugebracht hat, wird wissen, was ich meine.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Mein Gehirn ist mein zweitliebstes Organ.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Natürlich gibt es eine jenseitige Welt.  Die Frage lautet nur:  Wie
weit ist sie von der City entfernt und wie lange hat sie offen?
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Ich weiss nicht wie die Frage lautet, aber die Antwort heisst mit
Sicherheit: Sex.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Geld ist besser als Armut - wenn auch nur aus finanziellen Gründen.
		-- Woody Allen (eigentlich: Woody Stewart)
%
Mag auch das Auge des Nachtvogels die Sonne nicht sehen, es schaut sie
dennoch das Auge des Adlers.
		-- Thomas von Aquin (Kommentar zur Metaphysik des Aristoteles)
%
Des Weisen Amt ist Ordnen.
		-- Thomas von Aquin
%
Alles, was gegen das Gewissen geschieht, ist Sünde
		-- Thomas von Aquin
%
Unmöglich kann ein naturhaftes Begehren vergeblich sein.
		-- Thomas von Aquin
%
Das Ziel ist in der Verwirklichung das Letzte, das Erste aber in der
Absicht der Vernunft.
		-- Thomas von Aquin (Summa theologica)
%
Die Rechtheit der Absicht allein macht nicht schon den ganzen guten
Willen.
		-- Thomas von Aquin (Summa theologica)
%
Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Trauer am meisten
Schaden für den Leib.
		-- Thomas von Aquin
%
Vornehmer als angreifen ist standhalten.
		-- Thomas von Aquin
%
Steuern sind ein erlaubter Fall von Raub.
		-- Thomas von Aquin
%
Das Staunen ist eine Sehnsucht nach Wissen.
		-- Thomas von Aquin
%
Die blasse Harmlosigkeit, die sich leider mit Erfolg als Sanftmut ausgibt,
sollte niemand für eine christliche Tugend halten.
		-- Thomas von Aquin
"... das ist das Beste über Christian Wulff was ich je gelesen habe - woher
kannte der Thomas von Aquin den Christian Wulff" meint Georg Schramm
%
Der Zorn ist eine der großen Gestaltungskräfte der Menschheit.
		-- Thomas von Aquin
%
Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den
Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen
Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Wenn auf Erden die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Eine wahrscheinliche Unmöglichkeit ist immer einer wenig überzeugenden
Möglichkeit vorzuziehen.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Es gibt kein großes Genie ohne einen Schuß Verrücktheit.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes,
wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend
ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Zur Wahrscheinlichkeit gehört auch, daß das Unwahrscheinliche
eintreten kann!
		- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur
der Sache entspricht.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Der Glaube, das, was man wünscht, zu erreichen, ist immer lustvoll.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Freude an der Arbeit läßt das Werk trefflich geraten.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Ein Schmeichler ist ein Freund, der dir unterlegen ist oder vorgibt,
es zu sein.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Was ist denn aber für ein Unterschied, ob die Weiber geradezu den
Staat regieren, oder ob die, welche ihn regieren, sich von den Weibern
beherrschen lassen?
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Denken und sein werden vom Widerspruch bestimmt.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Wenn nämlich die Ungerechtigkeit bewaffnet ist, so ist sie am
allergefährlichsten.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Was es alles gibt, was ich nicht brauche!
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Das Größte und Schönste dem Zufall zuzuschreiben, wäre gar zu
leichtfertig.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Immer sind es die Schwächeren, die nach Recht und Gleichheit suchen,
die Stärkeren aber kümmern sich nicht darum.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Seelengröße scheint zu besitzen, wer sich selbst Großes zutraut, und
zwar mit Recht.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Glück ist Selbstgenügsamkeit.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave.
		-- Aristoteles, 384-322 v. Chr.
%
Die größte Schärfe des Denkens aber erfordern die Wissenschaften, die
es am meisten mit den Prinzipien zu tun haben; denn schärferes Denken
braucht man zu den abstrakteren Wissenschaften als zu denen, die mehr
konkret sind, wie z. B. zur Arithmetik im Verhältnis zur Geometrie.
		-- Aristoteles (Älteste Metaphysik, 384-322 v. Chr.)
%
Affekte sind Erregungen, infolge deren die Menschen ihre Stimmung
ändern und verschiedenartig urteilen, Erregungen, die mit Lust- und
Unlustgefühlen verbunden sind, wie Zorn, Mitleid, Furcht und andere
der Art sowie ihre Gegensätze.
		-- Aristoteles (Psychologie, 384-322 v. Chr.)
%
Ferner ist das Allgemeinste wohl auch für die Menschen am
schwierigsten zu erkennen; denn es liegt am weitesten ab von der
sinnlichen Wahrnehmung.
		-- Aristoteles (Älteste Metaphysik, 384-322 v. Chr.)
%
Wieviele Dispute hätten zu einer Randbemerkung zusammengefaßt werden können,
wenn die Disputanten gewagt hätten, ihre Begriffe klar zu definieren.
		-- Aristoteles (Älteste Metaphysik, 384-322 v. Chr.)
%
Experte: Jemand, dem keiner zu widersprechen wagt.
%
Bisher hat der Glaube der Massen noch immer über die Vernunft der wenigen
gesiegt.
%
Tapferkeit wurde von Menschen die daheim bleiben erfunden, um Heere in
Bewegung zu versetzen.
%
Die Franzosen haben einst für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit
gekämpft.  Sie haben den Amerikanern aber nur eine Freiheitsstatue
geschenkt und keine für Gleichheit und Brüderlichkeit.
%
Team: Am morgen aufwachen und feststellen, daß jemand anderes mein
Problem von gestern gelöst hat.
%
Die beste Art sich zu rächen: Nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.
		-- Marc Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht
verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken
ab.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht
verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher
sahst; Denn das heißt, ein neues Leben beginnen.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Blicke in dein Inneres!
In deinem Inneren ist eine Quelle des Guten, die nie versiegt,
wenn du nur zu graben verstehst.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Traurig ist es, wenn in einem Leben die Seele eher ermüdet als der
Leib.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Wenn du dir selber eine Freude machen willst, dann denk an die Vorzüge
deiner Mitmenschen.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Wie lächerlich und weltfremd ist der, der sich über irgend etwas
wundert, das im Leben vorkommt.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Die beste Art, sich zu rächen: nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Vergiß nicht - man benötigt nur wenig, um ein glückliches Leben zu
führen.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
"Wie Du am Ende Deines Lebens wünschst gelebt zu haben, so kannst Du
jetzt schon leben".
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird,
zu leben.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Ich habe mich stets gewundert, warum jeder sich selbst am meisten
liebt, aber seines Nachbarn Meinung über sich höher schätzt als seine
eigene.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Wünsche nie etwas, das der Wände und Vorhänge bedürfe.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Der Geist des Alls ist gemeinschaftsfördernd. Wenigstens machte er die
niedrigen Wesen wegen der höheren und paßte die höheren einandern an.
		-- Mark Aurel (Selbstbetrachtungen)
%
Verachtet mich jemand? Das ist seine Sache! Ich will nur nicht ein
Mensch sein, der Verachtung verdient.
		-- Mark Aurel (römischer Kaiser, 121-180)
%
Sei nicht verzweifelt, wenn es ums Abschiedsnehmen geht. Ein Lebewohl
ist notwendig, ehe man sich wiedersehen kann. Und ein Wiedersehen, sei
es nach Augenblicken, sei es nach Lebenszeiten, ist denen gewiß, die
Freunde sind.
		-- Richard Bach
%
Demut und Gehorsam können auch gefährliche Tugenden sein.
		-- Pater S. J. Bach
%
Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.
		-- Ingeborg Bachmann
%
Wer die Geheimnisse des Bettes verrät, verdient die Liebe nicht.
		-- Ingeborg Bachmann
%
Die Spezialisten, die Experten mehren sich.
Die Denker bleiben aus.
		-- Ingeborg Bachmann
%
Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das ist eine Stärke.
Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.
		-- Ingeborg Bachmann
%
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
		-- Francis Bacon
%
Ja, teurer Freund, du hast sehr recht:
Die Welt ist ganz erbärmlich schlecht,
ein jeder Mensch ein Bösewicht.
Nur du und ich natürlich nicht.
		-- Paul Baehr
%
Alt ist jedermann von dem Tage an, da er sich nicht mehr bemüht, seine
Fehler abzulegen.
		-- Salomon Baer-Oberdorf
%
Der größte Genuß im Leben ist, das zu tun, von dem die Leute sagen,
daß du es nicht tun kannst.
		-- Walter Bagehot
%
Je mehr ein Mensch weiß, desto weniger ahnt er.
		-- Hermann Bahr
%
Mit Geld kann man sich viele Freunde kaufen, aber selten ist einer
seinen Preis wert.
		-- Josephine Baker
%
Weit ist der Weg vom Ohr zum Herzen, aber noch weiter ist der Weg zu
den helfenden Händen.
		-- Josephine Baker
%
Die Karriere ist ein Pferd, das bisweilen auch gute Reiter abwirft.
		-- James Arthur Baldwin
%
Jeder Mensch bereitet uns auf irgendeine Art Vergnügen: Der eine, wenn
er ein Zimmer betritt, der andere, wenn er es verläßt.
		-- Hermann J. Bang
%
Arbeit, die wir lieben ist das einzige, was uns mit dem Leben
versöhnen kann.
		-- Hermann J. Bang
%
Schauspieler sind doch nichts anderes als professionelle Schwindler.
		-- Antonio Banderas
%
Aber zum Teufel, wenn die Kuh viel Milch gibt, verdient die Wiese
keinen Orden!
		-- Sir Frederick Banting (kanadischer Arzt, 1891-1941)
[Banting, neben Charles Best der Entdecker des Insulins, über
Professor MacLeod, in dessen Laboratorium in Toronto 1921 das Insulin
entdeckt wurde]
%
Das höchste Erdengut erscheint nur klein. Das ganze Leben nichts als
ein Traum. Und Träume sind Schäume.
		-- Pedro Calder¢n de la Barca
%
Nichts ewiges kann das Glück uns geben,
denn flüchtiger Traum ist Menschenleben,
und selbst die Trüme sind ein Traum.
		-- Pedro Calder¢n de la Barca
%
Mit Klugheit ihm begegnen heißt das Mißgeschick verspotten.
		-- Pedro Calder¢n de la Barca
%
Der ideale Ehemann ist ein unbestätigtes Gerücht.
		-- Brigitte Bardot
%
Ich habe im Leben Erfolg gehabt.
Jetzt versuche ich, das Leben zum Erfolg zu machen.
		-- Brigitte Bardot
%
Wenn der Kuß gesundheitsschädlich wäre, wie Gesundheitsapostel immer
wieder behaupten, wäre ich schon längst tot.
		-- Brigitte Bardot
%
Ich bin stolz auf die Falten,
Sie sind das Leben in meinen Gesicht.
		-- Brigitte Bardot
%
Das unsympathische an Computern ist, daß sie nur
ja oder nein sagen können, aber nicht vielleicht.
		-- Brigitte Bardot
%
Die Natur hat Feierlichkeiten und Behagen.
Gorteskes und Humor oft in einem Objekt und einer Linie.
		-- Ernst Barlach
%
Es ist das Vorrecht der JUGEND, Fehler zu begehen, denn sie hat
genügend ZEIT, sie zu korrigieren.
		-- Ernst Barlach
%
Die nicht irren wollen, irren bereits im Vorsatz.
		-- Ludwig Barthel
%
Sollten die VW-Bosse wirklich den Zuschlag (für Rolls Royce) erhalten,
dann müßten sie zumindest ihren Werbeslogan variieren. 'Er läuft und
läuft und läuft' lautet beim 25-Liter Spritfresser dann: 'Er säuft und
säuft und säuft...'
		-- Thomas Bartel
%
Dummheit ist ansteckend, Verstand wächst sich kaum zur Epidemie aus.
		-- Kazimierz Bartoszewicz
%
Unter zwei oder mehreren Verbündeten verpflichtet die Abmachung vor
allem die Schwächeren.
		-- Kazimierz Bartoszewicz
%
Die Schönheit des Alltags entdecken, ist eine Kunst des Lebens.
		-- A. Bartsch
%
Folge niemals der Menge.
		-- Bernard Mannes Baruch
%
Altsein heißt für mich immer: Fünfzehn Jahre älter als ich.
		-- Bernard Mannes Baruch
%
Ein Geheimnis eines langen, erfüllten Lebens ist, jedermann alles zu
vergeben, bevor man zu Bette geht.
		-- Bernard Mannes Baruch
%
Lebenskunst besteht nicht darin, Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen,
sondern darin, an ihnen zu reifen.
		-- Bernard Mannes Baruch
%
Alte Leute sind junge Menschen, die zufällig vor dir älter
wurden.
		-- Günter Baruschke
%
Wenn einer im Wahlkampf zu schimpfen hat, dann sind es die Wähler,
nicht die Politiker.
		-- Rainer Barzel
%
Die beiden Testamente zusammengenommen gaben dem Rechthaber, dem
Frömmler, dem Parteigänger, dem Wortklauber, dem Bürokraten, dem
Zuchtmeister und dem Sadisten die Möglichkeit, ihren Willen mit dem
Schein einer Rechtfertigung zu versehen, und dies ist so bis auf den
heutigen Tag geblieben.
		-- Miner Searle Bates
%
Intelligenz ist, die Realität zu verändern, nicht sie niederzureißen
und aus den Stücken zu rekonstruieren.
		-- Jean Baudrillard
%
Keine Religion hat so viele Menschenopfer gefordert und auf eine so
schmähliche Weise hingeschlachtet als diejenige, die sich rühmt, sie
für immer abgeschafft zu haben.
		-- Bruno Bauer (dt. ev. Theologe u. Philosoph, 1809-1882)
%
Religionen haben Mord und Selbstmord verurteilt, haben aber, vom
Menschenopfer ganz abgesehen, grausamste Verfolgungen
Andersgläubiger erlaubt oder geboten.
		-- Fritz Max Bauer
%
Leider ist es eine typisch deutsche Eigenschaft, den Gehorsam
schlechthin für eine Tugend zu halten. Wir brauchen die Zivilcourage,
'nein' zu sagen.
		-- Fritz Max Bauer
%
Laß das lange Vorbereiten, fang' dein Leben an bei Zeiten.
		-- Eduard von Bauernfeld
%
Bei fleißiger Arbeit und guter Verdauung verbessert sich auch deine
Weltanschauung.
		-- Eduard von Bauernfeld
%
Niemand wird zum Phantasten dadurch, daß er Phantasie hat.
		-- David Baumgardt
%
Ein Zufall, der Gutes bringt, wird als Vorsehung angesehen, ein Zufall
jedoch, der böse ausgeht, ist Schicksal.
		-- Reinhard Baumgart
%
Der Fanatismus ist verderblicher als der Atheismus.
		-- Pierre Bayle (frz. Philosoph, 1647-1706)
%
Wenn etwas sicher ist, dann ist es nur die Unsicherheit.
		-- Beatrix (Königin der Niederlande, Thronrede)
%
Was nicht wert ist, gesagt zu werden, das singt man.
		-- Pierre Augustin Baron de Beaumarchais
%
Für manches unterentwickelte Land ist das Geschenk der völligen
Unabhängigkeit so sinnvoll wie ein Rasiermesser in der Hand eines
Kindes.
		-- Lord Beaverbrook
%
Die Religion der Liebe, die christliche, ist seit mehr als achtzehn
Jahrhunderten gegen alle Andersdenkenden eine Religion des Hasses, der
Verfolgung, der Unterdrückung gewesen. Keine Religion der Welt hat der
Menschheit mehr Blut und Tränen gekostet als die christliche, keine
hat mehr zu Verbrechen der scheußlichsten Art Veranlassung gegeben;
und wenn es sich um Krieg und Massenmord handelt, sind die Priester
aller christlichen Konfessionen noch heute bereit, ihren Segen zu
geben, und hebt die Priesterschaft der einen Nation gegen die
feindlich ihr gegenüberstehende Nation flehend die Hände um
Vernichtung des Gegners zu einem und demselben Gott, dem Gott der
Liebe, empor.
		-- August Bebel
%
Aber: Ein ungeschlachter Schlagbaum vor dem Tore der Erwartung.
		-- Ludiwg Bechstein (Arabesken)
%
Wenn sie sich waschen und rasieren, haben sie in drei Wochen einen Job.
		-- Kurt Beck
%
Das Alltagsleben wird zu einer unfreiwilligen Unglückslotterie.
		-- Ulrich Beck
%
Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, dann sollte man den Kopf
nicht hängen lassen.
		-- Jürgen Becker
%
Wenn man einen Zeugen Jehovas mit einem Atheisten kreuzt, dann
kommt jemand raus, der völlig sinnlos bei einem klingelt.
		-- Jürgen Becker
%
Moralisten sind Menschen, die sich dort kratzen, wo es andere juckt.
		-- Samuel Beckett
%
Kunst ist eine grausame Angelegenheit, deren Rausch bitter bezahlt
werden muß.
		-- Max Beckmann
%
Trotz allem gibt es ja doch keine tiefere Befriedigung, als wenn uns
einmal etwas Gutes gelungen ist, und dann lohnt es sich wohl etwas zu
schwitzen.
		-- Max Beckmann
%
Sich selbst darf man nicht für so göttlich halten, daß man seine
eigenen Werke nicht gelegentlich verbessern könnte.
		-- Ludwig van Beethoven
%
Blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüt!
		-- Ludwig van Beethoven
%
Das Tagtägliche erschöpft mich!
		-- Ludwig van Beethoven
%
Der Mensch ist wie der Käse: Er muß eine Rinde haben, sonst geht er
kaputt.
		-- Brendan Behan
%
Die Summe aller Pleiten nennt man Erfahrung.
		-- Oliver Behre
%
Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo
andere bereits gegangen sind.
		-- Alexander Graham Bell
%
Wenn du etwas Glück dein Eigen nennst, verheimliche es.
		-- Saul Bellow
%
Wenn man nichts falsch machen darf, ist es schwierig, etwas richtig zu
machen.
		-- Mario Bellini
%
Das Probelm der Zeitungsberichterstatter besteht darin, daß das
normale uninteressant ist.
		-- Saul Bellow
%
Kein Philosoph weiß, was das Gewöhnliche ist; er ist nie tief genug
hineingestürzt.
		-- Saul Bellow
%
Sex ohne Eros ist nichts anderes als Turnen ohne Geräte.
		-- Saul Bellow
%
Was hat Christus die Welt gelehrt? Schießt einander tot; hütet den
Reichen die Geldsäcke; unterdrückt die Armen, nehmt ihnen das Leben in
meinem Namen, wenn sie zu mächtig werden. Die Kirche soll Schätze
sammeln aus dem Leid ihrer Kinder, sie soll Kanonen und Granaten
segnen, Zwingburg um Zwingburg errichten, Ämter erjagen, Politik
treiben, im Verderben schwelgen und meine Passion wie eine Geißel
schwingen.
		-- Emil Belzner
%
Der Feind wird gefährlich, wenn er anfängt, Recht zu haben.
		-- Jacinto Benavente
%
Vom Ahnenstolz ist nur ein Schritt zum Rassenwahn.
		-- Peter Benary
%
Er steht nicht links von dieser oder jener Richtung, sondern ganz
einfach links vom Möglichen überhaupt.
		-- Walter Benjamin
%
Das größte Vergnügen aller Geizhälse besteht darin, sich ein Vergnügen
zu versagen.
		-- Gottfried Benn
%
... erst benehmen sie sich wie die Schweine, dann wollen sie erlöst
werden.
		-- Gottfried Benn
%
Im Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht
die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.
		-- Gottfried Benn
%
Die Krone der Schöpfung: Das Schwein, der Mensch.
		-- Gottfried Benn
%
Niederlagen sind das Stärkendste, was einem widerfahren kann.
		-- Tony Benn
%
Ein Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat.
		-- Dan Bennet
%
Ich habe Fehler begangen, doch ich beging nie den Fehler zu behaupten,
ich hätte keine begangen.
		-- James Gordon Bennett
%
Ich verteidige den Atheismus als die notwendige und
selbstverständliche Form menschlicher Intelligenz.
		-- Max Bense (Philosoph, Mathematiker, Physiker)
%
Das Schmollen ist eigentlich das Aufprotzen der weiblichen Artillerie;
wer bereits öfter beschossen wurde, fühlt sich schon versucht, bei der
bloßen Veranstaltung die weiße Fahne auszustrecken.
		-- Graf Christian Ernst von Bentzel-Sternau
%
Wirkliche Kritik setzt Sachkenntnis voraus. Verallgemeinerung hingegen
ist das Kochrezept aller Vorurteile.
		-- Wolfgang Benz
%
Wenn ich die Wahl zwischen der Wahrheit und der Suche nach der
Wahrheit hätte, würde ich mich für letzteres entscheiden.
		-- Bernard Berenson
%
Im christlichen Glauben hat die Vernunft nichts zu suchen und die
Naturwissenschaft nichts zu melden.
		-- Klaus Berger (Theologe)
%
Der Pessimist ist jemand, der vorzeitig die Wahrheit erzählt.
		-- Cyrano de Bergerac
%
Was ist Literatur? Eine Aufblähung des Alphabets.
		-- Werner Bergengruen
%
Es ist das Priveleg der Intellektuellen, sich zwischen alle Stühle zu
setzen.
		-- Max Bense
%
Laß dich nicht gehen, geh selbst!
		-- Magda Bentrup
%
Im späteren Leben wächst mit dem zunehmenden Überblick über die Dinge
die Einsicht in die Vielfalt ihrer Bedingtheit, die Berechtigung
fremder und wohl auch bekämpfter Standpunkte und Urteile enthüllt sich
uns: Die Welt erscheint nicht mehr ganz so eindeutig und einfach, wie
die jugendliche Begeisterung, aber auch die notwendig begrenzte
Darstellung einzelner festumrissener Erscheinungen sie sieht und sehen
muß.
		-- Richard Benz
%
Wer scharf denkt, wird Pessimist. Wer tief denkt, wird Optimist.
		-- Henri Bergson
%
Die Abgeordneten glauben ihre Pflicht schon dann erfüllt zu haben,
wenn sie sich gewählt ausdrücken.
		-- Bert Berkensträter
%
Irgendwie hat jedes Bekenntnis etwas Lächerliches.
		-- Georges Bernandos
%
In den Verallgemeinerungen steckt der Teufel.
		-- Georges Bernanos
%
Männer verlangen von den Frauen immer das Gleiche.
Frauen verlangen von den Männern etwas Besonderes.
		-- Sarah Bernhardt
%
Beten? Ich? Niemals! Ich bin Atheistin.
		-- Sarah Bernhardt (alias Henrietta Rosine Bernard)
%
Sei niemals abergläubisch! Das bringt Unglück.
		-- Tristan Bernard
%
Nur das Zummenwirken von Freiheit und Ordnung, von Vielfalt und
Einheit bringt eine wahre Demokratie oder ein großes Kunstwerk
hervor.
		-- Leonard "Lenny" Bernstein
%
Wir alle tragen Masken, und es kommt der Zeitpunkt, an dem wir sie
nicht mehr abnehmen können, ohne dabei Stücke unserer Haut mit
abzutrennen.
		-- Andre Berthiaume
%
Wenn man nicht glaubt, braucht man eine Bestätigung. Wenn man glaubt,
braucht man keine Bestätigung mehr.
		-- Michael Bertschik
%
Schnell verdientes Geld wird auch schnell ausgegeben.
		-- Karin Berwind
%
Viele Menschen verwechseln Sonder-Angebote mit etwas Besonderem.
		-- Karin Berwind
%
Man verkauft uns Lässigkeit und erzieht uns zur Nachlässigkeit.
		-- Karin Berwind
%
Erst machen die Menschen etwas und dann sind sie es.
		-- Karin Berwind
%
Viele Menschen sehen Freiheit als Freiwild an.
		-- Karin Berwind
%
Wer alles verstehen will, muß auch alles verzeihen können.
		-- Karin Berwind
%
Keine Philosophie, keine Religion hat jemals eine so frohe Botschaft
in die Welt gebracht wie die gute Nachricht des Atheismus.
		-- Annie Wood Besant
%
Ein Panzer, ein U-Boot oder die 'Concorde' sind viel ästhetischer als
alle heute zur Verfügung stehenden Kunstwerke von Picasso bis zu
meinem Mist.
		-- Joseph Beuys
%
An meinem Stuhl sägt niemand!
		-- Kurt Biedenkopf
%
In unserem Alter morgens aufgewacht und es tut nirgends weh, muß
man sich fragen: Bist du schon tot?
		-- August Karl Gustav Bier
%
Wen nichts umhaut, der hat nie gestanden.
		-- Wolfgang Biermann
%
Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.
		-- Wolfgang Biermann
%
Die deutliche Sprache der Gewehre verstehen immer nur die
Erschossenen.
		-- Wolfgang Biermann
%
Jeder Misthaufen ist das Zentrum der Welt, wenn der richtige Hahn
darauf kräht.
		-- Wolfgang Biermann
%
Schafft in der Wirklichkeit mehr Glück!
Dann braucht ihr nicht soviel Ersatz in meinen Worten.
		-- Wolfgang Biermann
%
Erfahrung vermehrt unsere Weisheit, verringert aber nicht unsere
Torheiten.
		-- Josh Billings (eigentlich: Henry Wheeler Shaw)
%
Viele Menschen halten ihre Phantasie für ihr Gedächtnis.
		-- Josh Billings (eigentlich: Henry Wheeler Shaw)
%
Tugend besteht nicht aus der Abwesenheit der Leidenschaften, sondern
in deren Kontrolle.
		-- Josh Billings (eigentlich: Henry Wheeler Shaw)
%
Schweigen ist eines der am schwierigsten zu widerlegenden Argumente.
		-- Josh Billings (eigentlich: Henry Wheeler Shaw)
%
In der Werbebranche wimmelt es von Leuten, die englischer sprechen,
als sie Deutsch können.
		-- Kurt Binder
%
Man sollte mit größerer Achtung von dem sprechen, was man mit so viel
Verachtung das Zeitliche nennt. Ja, man sollte nur mit äußerster
Zurückhaltung von etwas anderem sprechen.
		-- Rudolf G. Binding
%
Die Gräslein können den Acker nicht begreifen, aus dem sie sprießen.
		-- Hildegard von Bingen (Wisse die Wege)
%
Durch das Fernsehen wird kein Mensch, aber wahrscheinlich viel Geist
getötet.
		-- Alfred Biolek
%
Man erkennt den Charakter eines Menschen an den Späßen, über die er
lacht.
		-- Alfred Biolek
%
Die Wahrheit kann nie so erzählt werden, daß man sie zwar begreift,
aber nicht an sie glaubt.
		-- Blake William Bismarck
%
Man hat einen Menschen noch lange nicht bekehrt, wenn man ihn zum
Schweigen gebracht hat.
		-- John Morley of Blackburn
%
Autobiographen sind Enthüllungen das schlechte Gedächtnis ihrer
Verfasser.
		-- Alessandro Blasetti
%
Es ist eine Frage der Zeit, wann das Ideal den Namen wechseln und sich
Natur nennen wird.
		-- Tania Blixen
%
Den sogenannten Alltag sollte man nicht alltäglich gestalten.
		-- J. F. Bloberger
%
Der Aberglaube an die automatische Wirkung der Einsicht kommt
außerhalb der schematischen Propaganda nur noch bei alten
Mathematikern vor.
		-- Ernst Bloch
%
Woher stammt nur der Aberglaube, daß die Wahrheit sich selber Bahn
breche?
		-- Ernst Bloch
%
Die einzige Sprache, die jeder versteht, ist die Sprache des
menschlichen Gesichts.
		-- Ernst Bloch
%
Der Spießer: Gegen alles, was er nicht gewohnt ist, ist er zur Stelle,
jederzeit.
		-- Ernst Bloch (Tübinger Einleitung in die Philosophie)
%
Das Beste was das Christentum hervorgebracht hat sind seine Ketzer.
		-- Ernst Bloch
%
Das Gute an der Religion ist, daß sie Ketzer hervorbringt.
		-- Ernst Bloch
%
Wir sind nicht nur verantwortlich für das was wir tun, sondern auch für das,
was wir widerspruchslos hinnehmen.
		-- Ernst Bloch
%
Seitdem bei Schiller ist zu lesen, Verstand ist stets bei wenigen
nur gewesen, glaubt die Menge wahnbetört, daß sie zur Minderheit gehört.
		-- Oskar Blumenthal
%
Von unserem Zorn gehen Röntgenstrahlen aus, die unser ganzes Wesen
plötzlich durchsichtig machen.
		-- Oskar Blumenthal
%
Mit uns will Gott in die Welt hinein.
		-- Christoph Blumhardt
%
Alte Leute haben keinen Respekt andern gegenüber, sie kennen das
Leben.
		-- Johannes Bobrowski
%
Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, daß man nichts
genossen hat.
		-- Giovanni Boccaccio
%
Die Armut kann niemanden an seinem Adel schaden, wohl aber der
Reichtum.
		-- Giovanni Boccaccio, Das Dekameron
%
Wer tugendhaft lebt und handelt, der legt seinen Adel an den Tag.
		-- Giovanni Boccaccio, Das Dekameron
%
Wer Erfolg haben will, muß die zwischenmenschlichen Beziehungen
verbessern.
		-- Böckmann, Walter, Dr. Böckmann, Walter, Dr.
%
Nouvelle Cuisine heißt gewöhnlich: Zuwenig auf dem Teller und zuviel
auf der Rechnung.
		-- Paul Bocuse
%
Da in der Achtung dieser Welt
so mancher Wicht wird hochgestellt,
gilt mir nur der als rechter Mann,
der ehrlich selbst sich achten kann.
		-- Friedrich von Bodenstedt (Mirza Schaffy)
%
Zur Wahrheit führen rauhe, dunkle Bahnen,
Erst später erfüllt sich, was wir früh schon ahnen.
		-- Friedrich von Bodenstedt (Mirza Schaffy)
%
Die Welt durchwandernd fand ich allerwärts: Kein Herz kann lieben wie
ein Mutterherz.
		-- Friedrich von Bodenstedt
%
An den großen Männern tröstet sich die Menschheit über die
Erbärmlichkeit ihres Alltags.
		-- Eugen Böhler
%
Nur der Schwache wappnet sich mit Härte. Wahre Stärke kann sich
Toleranz, Verständnis und Güte leisten.
		-- Boesche-Zacharowski, Tilly Boesche-Zacharowski, Tilly
%
Ein kluger Mann widerspricht nie einer Frau. Er wartet, bis sie es
selbst tut.
		-- Humphrey Bogart
%
Eine Frau verzeiht alles, aber sie errinnert uns oft daran, daß sie
uns verziehen hat.
		-- Karlheinz Böhm
%
Eine Frau verzeiht alles, aber sie erinnert uns oft daran, daß sie
uns verziehen hat.
		-- Karlheinz Böhm
%
Auch in einer Träne kann sich die Sonne spiegeln.
		-- Maxi Böhm
%
Software ist der geglückte Versuch, die Fehler der Computerhardware
zu optimieren und durch Weiterentwicklung neue Fehler hinzuzufügen.
		-- Oliver Böhm
%
Wir hatten heute über 70.000 Abgänge. Das soll uns erstmal einer
nachmachen.
		-- Dieter Bohlen
%
Wir sind gleichzeitig Zuschauer und Schauspieler im großen Drama des
Seins.
		-- Niels Bohr
%
Wer wirklich Neues erdenken will, kann gar nicht genug, 'verrückt'
sein.
		-- Niels Bohr
%
Aufgabe der Naturwissenschaft ist es nicht nur, die Erfahrung stets zu
erweitern, sondern in diese Erfahrung eine Ordnung zu bringen.
		-- Niels Bohr
%
Voraussagen sind schwer, insbesondere die der Zukunft.
		-- Niels Bohr
%
Die Biologie ist viel zu wichtig, um sie den Biologen allein zu überlassen.
		-- Niels Bohr
(Er nahm das ernst und schickte seinen Schüler Max Delbrück in die Biologie.)
%
Und nimmer kann ein Mensch, wie sehr er sich vermißt,
Im Auge andrer Leute sein, was er nicht ist.
		-- Nicolas Boileau-Despréaux (Satiren)
%
Es ist immernoch leichter einen ausgebildeten Ausländer reinzuholen,
als aus einem eingebildeten Inländer was rauszuholen.
		-- Lother Bölk (Magdeburger Zwickmühle)
%
Ich kann die Welt nicht verändern, aber einen einzelnen Menschen, mich
selber.
		-- Karlheinz Böhm
%
Politiker in Talkshows sind die schwierigsten Kunden. Sie reden nur in
gestanzten Floskeln. Man muß sie reizen, damit sie aus der
Redner-Dienstjacke herausschlüpfen.
		-- Erich Böhme
%
Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht.
		-- Ludwig Böme
%
Meckern ist immer leichter, als von anderen angemeckert zu werden.
		-- Wolfgang Bötsch
%
Ein Joint gilt als Teufelswerk, aber das Oktoberfest mit seinen
Bierleichen ist ein gesellschaftliches Ereignis - das ist doch
verlogen.
		-- Matthias Böttcher
%
Das Kind gleicht dem Spiegel, der das wiedergibt, was vor ihm steht.
		-- Bokhari
%
Alpinisten und Ehemänner frigider Frauen wissen, was eine
Gletscherspalte ist.
		-- Ralph Boller
%
Manche Karrieremacher sind wie Efeu: Kriechend wachsen sie über sich
selbst hinaus.
		-- Ralph Boller
%
Wenn die Liebe uns Grenzen setzt, so sind es die Grenzen unseres
eigenen Wesens.
		-- Max Bollinger
%
Ich war siebenunddreißig, zu alt für eine Karriere bei der Zeitung, zu
jung für die Rente und zu müde für eine Affäre.
		-- Erma Bombeck
%
Die Menge wird sich immer denen zuwenden, die ihr von absoluten
Wahrheiten erzählen, und wird die anderen verachten.
		-- Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)
%
Der entsetzliche Unsinn des Mythus von einem Gotte, der sich für den
Ungehorsam eines seiner Geschöpfe durch furchtbare Martern an seinem
Sohne rächt, ist viele Jahrhunderte nicht bemerkt worden. Die größten
Geister wie Galilei, Newton, Leibniz haben auch nicht einen Augenblick
darüber nachgedacht, daß die Wahrheit solcher Legenden bezweifelt
werden könnte.
		-- Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)
%
Die Menschen sind wenn sie handeln höchst alltäglich
und man mag ihnen höchstens wenn sie träumen einiges
Interesse abgewinnen.
		-- Bonaventura, Nachtwachen
%
Die Mauer ist ein Symbol für Macht und Entfremdung.
Wenn eine Gesellschaft verrückt wird, fängt sie an groß zu bauen.
		-- Edward Bond
%
Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, daß alles auch ohne
Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher.
		-- Dietrich Bonhoeffer
%
Es gibt erfülltes Leben, trotz vieler unerfüllter Wünsche.
		-- Dietrich Bonhoeffer
%
Das Grübeln ist der Feind des Denkens; gute Gedanken kommen wie Licht
oder Wärme - unversehens.
		-- Waldemar Bonsels
%
Erfahrung ist ein ausgezeichneter Lehrer, aber dessen Honorare sind
hoch!
		-- Carrie ten Boom
%
Diskussion ist die Kunst, wohlüberlegt aneinander vorbeizureden.
		-- Clare Boothe-Luce
%
Eine nützliche Arbeit gut verrichten, heißt immer mitbauen am Werke
der Menschheit.
		-- Karl Friedrich Boree
%
Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
		-- Jorge Luis Borges
%
Eine Freundschaft zwischen zwei Männern ist ein Luxus, zwischen zwei
Frauen ein Wunder.
		-- Jorge Luis Borges
%
Wir laufen aus Leibeskräften in die Zukunft und wir gehen so schnell,
daß uns die Gegenwart entwischt, und der Staub, den wir aufwirbeln,
verdeckt und die Vergangenheit.
		-- Vian Boris
%
Die Raumfahr ist ein Triumpf des Verstandes, aber ein tragischer
Versagen der Vernunft.
		-- Max Born
%
Ideen, wie absolute Gewißheit, absolute Genauigkeit, endgültige
Wahrheit und so fort, sind Erfindungen der Einbildung und haben in der
Wissenschaft nichts zu suchen.
		-- Max Born
%
Ich glaube nicht, daß Worte den Lauf der Dinge aufhalten werden. Aber
ich meine doch, daß sie gesprochen werden müssen, damit nicht spätere
Generationen - wenn es solche überhaupt gibt - unsere Periode für
wahnsinnig halten.
		-- Max Born
%
... Eines der tollsten Abenteuer, die wir auf dieser Welt haben
können: sich selbst zu begegnen.
		-- Wolfgang Borchert
%
Du, Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst
einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!"
		-- Wolfgang Borchert
%
Wann bist du eigentlich lieb, lieber Gott?
		-- Wolfgang Borchert ('Draußen vor der Tür')
%
Oh, wir haben dich gesucht, Gott, in jeder Ruine, in jedem
Granattrichter, in jeder Nacht. Wir haben dich gerufen. Gott! Wir
haben nach dir gebrüllt, geweint, geflucht! Wo warst du da, lieber
Gott?
		-- Wolfgang Borchert ('Draußen vor der Tür')
%
Ärzte haben Schweigepflicht, wenn es um ihre Honorare geht.
		-- Winfried Bornemann
%
Am Kamener Kreuz steht ein Bulle auf der Fahrbahn. Bitte fahren sie
vorsichtig.
		-- Winfried Bornemann
%
Das Schnitzel sieht bekloppt aus.
		-- Winfried Bornemann
%
Der Rollce Royce ist der Mercedes unter den Autos.
		-- Winfried Bornemann
%
Mit voller Hose ist gut stinken.
		-- Winfried Bornemann
%
Die dümmsten Hähne haben die dicksten Eier.
		-- Winfried Bornemann
%
Man soll den Arzt nicht vor der Rechnung loben.
		-- Winfried Bornemann
%
Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht.
		-- Winfried Bornemann
%
Er kam vom Regen unter Umgehung der Traufe direkt in die Scheiße.
		-- Winfried Bornemann
%
Mein Sohn arbeitet an der Uni als Ordinärus.
		-- Winfried Bornemann
%
Steigerungen:
Lüge - Meineid - Statistik
Frei - Freier - Ehemann
		-- Winfried Bornemann
%
Kritik an der Kirche trifft immer ins Schwarze.
		-- Manfred Bosch
%
Wer aufrecht seinen Weg sucht, stets seinem Gewissen verantwortlich,
dem dürfen wir unsere Achtung nicht versagen, er mag mit uns oder
gegen uns gehen.
		-- Robert Bosch
%
Humor und Geduld sind Kamele, mit denen wir durch jede Wüste kommen.
		-- Phil Bosmans
%
Wo der Einzelne nur an sich denkt, wird die Gesamtheit nimmer vorwärts
kommen.
		-- Jakob Boßhart
%
Im Leben muß man wählen, Geld zu verdienen oder es auszugeben. Es
bleibt nicht genug Zeit, beides zu tun.
		-- Edouard Bourdet
%
Der Flirt ist das Aquarell der Liebe.
		-- Paul Bourget
%
Die Notwendigkeit, einander zu helfen, erleichtert es allen, die Angst
zu vergessen.
		-- Margaret Bourke-White
%
Jeder ist seines Glückes Schmied - doch leider haben die wenigsten
auch nur die einfachsten Grundregeln des Schmiedens begriffen.
		-- Walter Boveri
%
Manche Manager gehen in ihren Betrieben nach dem Herodes-Prinzip vor:
Sie suchen nach dem besten geeigneten Nachfolger und sorgen dafür, daß
er gefeuert wird.
		-- George Bowles
%
Ein Mann ist alt, wenn er seine Komplimente nicht mehr in die Tat
umsetzen kann.
		-- Charles Boyer
%
Orden sind mir wurscht, aber haben will ich sie.
		-- Johannes Brahms
%
Es ist nicht schwer, zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die
überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen.
		-- Johannes Brahms
%
Und sollte ich vergessen haben, jemanden zu beschimpfen,
dann bitte ich um Verzeihung!
		-- Johannes Brahms
%
Schlage eine Brücke! Die am anderen Ufer warten darauf.
		-- Elfriede Brandler
%
Ein Star ist ein Mensch, der dir nicht zuhört, wenn du nicht über ihn
sprichst.
		-- Marlon Brando
%
Stellt Columbus als den Schuft dar, der er war - verantwortlich für
den Völkermord an den Indianern!
		-- Marlon Brando
%
Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann vom niemandem überholt werden.
		-- Marlon Brando
%
Die Bibel mag immer die richtige Quelle sein, um ein Zitat zu finden,
mit dem literarisch oder rhetorisch Staat zu machen ist. In ihrer
Gesamtheit jedoch wird sie auch von Gläubigen inzwischen als der
Versuch kritisiert, Erwachsenen mit Kinderbüchern beizukommen.
		-- Klaus Brandstetter
%
Es wird offenbar, daß es die Strukturen waren, die die Kirche mächtig
gemacht haben, nicht etwa ihre Botschaft. Letztere hat sie durch den
geradezu zynischen Unterschied zwischen Predigt und gelebter
Wirklichkeit selbst entweiht.
		-- Klaus Brandstetter
%
Werte müssen einen lebenspraktischen Bezug haben, wenn sie respektiert
werden sollen.
		-- Klaus Brandstetter
%
In meinem Reich gibt es keine Zensur, sprach der Löwe. Jeder darf das
sagen, was ich will.
		-- Gerhard Branstner
%
Die Welt will betrogen sein.
		-- Sebastian Brant
%
Wer viel studiert, wird eine Phantast.
		-- Sebastian Brant
%
Bei der Eroberung des Weltraums sind zwei Probleme zu lösen: die
Schwerkraft und der Papierkrieg. Mit der Schwerkraft wären wir fertig
geworden.
		-- Wernher Freiherr von Braun
%
Wir sollten den Kosmos nicht mit den Augen des
Rationalisierungsfachmanns betrachten. Verschwenderische Fülle gehört
seit jeher zum Wesen der Natur.
		-- Wernher Freiherr von Braun
%
Ich glauber der Weltraum ist heute weniger gefährlich als die Straßen
von Berlin.
		-- Wernher Freiherr von Braun
%
Es ist mein Job, nie zufrieden zu sein
		-- Wernher Freiherr von Braun
%
Dieselben Naturkräfte, die uns ermöglichen, zu den Sternen zu fliegen,
versetzen uns auch in die Lage, unseren Stern zu vernichten.
		-- Wernher Freiherr von Braun
%
In Zukunft wird sich die Utopie beeilen müsen, wenn sie die Realität
einholen will.
		-- Wernher Freiherr von Braun
%
Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein
Messer. Wenn man sie einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht
es jeder auf seine Weise.
		-- Wernher Freiherr von Braun (Physiker)
%
Bei der Eroberung des Weltraums sind zwei Probleme zu lösen: die
Schwerkraft und der Papierkrieg. Mit der Schwerkraft wären wir fertig
geworden.
		-- Wernher Freiherr von Braun (Physiker)
%
Zivilcourage nennt man das, was von einem Mann übriggeblieben ist,
wenn sein Chef das Zimmer betreten hat!
		-- Wernher Freiherr von Braun (Physiker)
%
Ich glaube, jedes Volk ist zu jeder Zeit von seinen Politikern
verhätschelt, verführt, verarscht, belogen und beschissen worden.
		-- Paul Breitner (Fußballspieler)
%
Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und
dabei selbst reich zu werden.
		-- Clemens von Brentano
%
Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und
dabei selbst reich zu werden.
		-- Clemens von Brentano
%
Unter Sünde verstehen die meisten Leute einen Verstoß gegen den
Diätplan.
		-- Eugen Brewermann
%
Ein Nachtisch ohne Käse gleicht einer schönen, der ein Auge fehlt.
		-- Jean-Anthelme Brillat-Savarin
%
Die Tiere fressen, der Mensch ißt, aber nur der Mensch von Geist
versteht zu speisen.
		-- Jean-Anthelme Brillat-Savarin
%
Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem.
		-- Ashleigh Brilliant
%
Alternde Frauen sollten bedenken, daß ein Apfel nichts von seinem
Wohlgeschmack verliert, wenn ein paar Fältchen die Schale kräuseln.
		-- Auguste Brizeux
%
Ich kann ja nicht schneller jehn, wie Tage sind.
		-- Brocken-Benno
%
Liebe ist die Anziehungskraft des Geistes, wie die Schwerkraft die
Anziehungskraft der Körper ist.
		-- Valerie Marie Breton
%
Wolf und Lamm haben Frieden geschlossen: Mann nennt das
'Staatskirchentum', der Gefressene dabei ist leider der Mensch.
		-- Max Brod
%
Wir sind alle Darsteller von Nebenrollen, ohne allzuviel vom Stück zu
wissen.
		-- Max Brod
%
Polemisches ist immer von zweitem Rang
		-- Max Brod
%
Lernen kann man stets nur von jenem, der seine Sache liebt, nicht von
dem, der sie ablehnt.
		-- Max Brod
%
Der Mensch ist, was er liest.
		-- Joseph Brodsky
%
Man kann die eigenen Grenzen nur feststellen, indem man sie
gelegentlich überschreitet. Das gilt für jene, die man sich selbst
setzt, ebenso wie für jene, die einem andere setzen.
		-- Josef Broukal
%
Niemand ist so uninteressant wie ein Mensch ohne Interesse.
		-- Thomas Browne
%
Lernen ist wie Rudern gegen den Strom: sobald man aufhört, treibt man
zurück.
		-- Benjamin Britten
%
Das Drama aller Zeiten hat eigentlich nur ein einziges Thema gehabt:
die Unfähigkeit der Menschen, miteinander zu leben.
		-- Gerhard Bronner
%
Fairness ist die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur
zu zerstören.
		-- Gerhard Bronner
%
Wirklich abergläubisch ist, wer auf sein 13. Monatsgehalt verzichtet.
		-- Markus Bronner
%
Ein guter Anfang besteht darin, die eigenen Ausflüchte zu entkräften.
		-- Charles Brower
%
Einstein vertrat die Ansicht, daß es für die Natur einfache
Erklärungen geben müsse, da Gott weder launisch noch willkürlich ist.
Diesen Glauben setzt man jedoch nicht in einen Programmierer.
		-- Fred Brooks
%
Ich schaue mir meine Filme nie an. Sie sind mir zu brutal.
		-- Charles Bronson
%
Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.
		-- Anton Bruckner
%
Was nützt es, daß du die Schlacht gewinnst, wenn Du am Vortag den
Geschichtsschreiber beleidigt hast?
		-- Wielaw Brudzinski
%
Schweigen ist das einzige Argument, das sich nicht widerlegen läßt.
		-- Christine Brückner
%
Eliminiere das Unmögliche. Was immer übrig bleibt, so unwahrscheinlich
es auch wirkt, muß die Wahrheit sein. Aber was ist, wenn einmal NICHTS
mehr übrig bleibt?
		-- John Brunner - Mehr Dinge zwischen Himmel und Erde
%
Es gibt uns seit ungefähr zwei Millionen Jahren, und die Dinosaurier
liefen neunzig Millionen Jahre herum, also haben wir mit ein wenig
Glück noch viel Zeit vor uns.
		-- John Brunner, "Ein irrer Orbit"
%
Die unzureichende Sinneswahrnehmung wiederlegt die Unendlichkeit
nicht.
		-- Giordano Bruno (eig. Filippo Bruno)
%
Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste.
		-- Giordano Bruno (1548-1600)
%
Nur ein ganz Törichter kann die Ansicht haben, im unendlichen Raum,
auf den zahllosen Riesenwelten, gebe es nichts anderes als das Licht,
das wir auf ihnen wahrnehmen. Es ist geradezu albern, anzunehmen, es
gebe keine anderen Lebewesen, keine anderen Denkvermögen und keine
anderen Sinne als die uns bekannten.
		-- Giordano Bruno (1548-1600)
%
In jedem Menschen, in jedem Individuum betrachtet sich eine Welt, ein
Universum.
		-- Giordano Bruno (1548-1600)
%
Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.
		-- Anton Bruckner
%
Immer, wenn ich Menschen sehe, die sich gegenseitig ihre Handys zeigen
weiß ich, daß Handys ein riesiger Fortschritt in der weiblichen
Emanzipation sind. Schließlich können sie jetzt gleichberechtigt zum
Schwanzvergleich antreten.
		-- Jürgen Bruns
%
Alt sein ist eine herrliche Sache, wenn man nicht verlernt hat, was
anfangen heißt.
		-- Martin Buber
%
Der Ursprung aller Konflikte zwischen mir und meinen Mitmenschen ist,
daß ich nicht sage, was ich meine, und daß ich nicht tue, was ich
sage.
		-- Martin Buber
%
Alles wahre Leben ist Bewegung.
		-- Martin Buber
%
Nicht 'blindes' sondern sehendes, einsetzendes Vertrauen; nicht
'ergebenes', vielmehr kühnes, ringendes mitwirkendes Vertrauen scheint
mir das höchste Gut zu sein, das im menschl. Dasein erlangt werden
kann.
		-- Martin Buber
%
Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht
ahnt.
		-- Martin Buber
%
Es heißt ja: Bei ARD und ZDF reihern Sie in den ersten Sitzen. Ne,
Moment - sitzen Sie in der ersten Reihe. Obwohl es ja manchmal zum
Kotzen ist, was einem da auf dem Bildschirm alles angeboten wird.
		-- Martin Buchholz
%
Ein einziger Aufwiegler taugt manchmal mehr als alle Abwiegler
zusammen.
		-- Georg Büchner
%
Man wirft den jungen Leuten den Gebrauch der Gewalt vor. Sind wir denn
aber nicht in einem ewigen Gewaltzustand? Weil wir im Kerker geboren und
großgezogen sind, merken wir nicht mehr, dass wir im Loch stecken mit
angeschmiedeten Händen und Füßen und mit einem Knebel im Munde.
		-- Georg Büchner
%
Der Mensch ist ein Abgrund: Es schwindelt einen, wenn man hinabsieht.
		-- Ludwig Büchner
%
Das ganze Gebäude des Absolutismus, so sorgfältig gezimmert, so voll
künstlicher Dunkelheit, anscheinend so unerschütterlich gegründet - es
ist von dem Frühlingshauch einer Märznacht über den Haufen gefallen.
		-- L. Bucher (Nationalzeitung, 1890)
%
Anonym sind wir schon - jetzt werden wir Alkoholiker.
		-- Ralf Bülow
%
Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.
		-- Charles Bukowski
%
Versprechen, die im Freudenrausch gemacht wurden
verlieren zu Hause ihre Gültigkeit.
		-- Al Bundy
%
Das einzige Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft. Nichts anderes
kann diesen Pestflecken aus dem menschlichen Geiste
hinwegwischen. Ohne sie bleibt der Aussätzige ungereinigt und der
Sklave unbefreit.
		-- Henry Thomas Buckle (Geschichte der Civilisation in England)
%
Die Aristokratie muß schon durch die Bedingungen ihrer Existenz als
Stand allen Neuerungen abgeneigt sein.
		-- Henry Thomas Buckle (Geschichte der Civilisation in England)
%
Der größte Feind des Fortschritts ist nicht der Irrtum, sondern die
Trägheit.
		-- Henry Thomas Buckle
%
Der Geist ist alles; was du denkst, das wirst du.
		-- Buddha
%
Glaubt nicht bedingungslos den alten Manuskripten, glaubt überhaupt
nicht an etwas, nur weil die Leute daran glauben - oder weil man es
Euch seit Eurer Kindheit hat glauben lassen.
		-- Buddha
%
Glaube nichts auf bloßes Hörensagen hin; glaube nicht an
Überlieferungen, weil sie alt sind.
		-- Buddha
%
Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht.
		-- Warren Buffett
%
Die Geschichte der Menschheit ist voll von Beweisen, daß es nicht
schwer ist, eine Wahrheit umzubringen. Eine gute Lüge ist unsterblich.
		-- Gottfried August Bürger
%
Ihr füttert die Pferde mit Wenn und mit Aber,
Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht,
Hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht.
		-- Gottfried August Bürger (Der Kaiser und der Abt)
%
Die "Umweltkanzlerin" Merkel hat seit sie 2007 mal vor einem Eisberg
fortografiert wurde bei jeder umweltrelevanten Entscheidnung in der EU
auf der falschen Seite gestanden.
		-- Reinhard Bütikofer
%
Die Bibel - und zwar nicht nur das Alte, sondern auch das Neue
Testament - ist in zentralen Teilen ein gewalttätig-inhumanes Buch,
als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik ungeeignet.
		-- Franz Buggle
%
Bach hatte zwanzig Kinder. Tagsüber hat er auf Pferde gewettet,
nachts hat er gefickt und am Vormittag gesoffen. Komponiert hat er
zwischendurch. ...sagte ich als sie von mir wissen wollte wann ich
eigentlich meine Gedichte schreibe.
		-- Charles Bukowski
%
Wenn die Leute keinen anderen Tyrannen haben, so wird es die
öffentliche Meinung.
		-- Edward George Bulwer-Lytton
%
Das Genie tut, was es muß. Die Begabung, was sie kann.
		-- Edward George Bulwer-Lytton
%
Ich bin ein Atheist von Gottes Gnaden.
		-- Luis Bunuel
%
Der Film ist eine wunderbare und gefährliche Waffe, wenn ein freier
Geist ihn handhabt.
		-- Luis Bunuel
%
Mancher lehnt eine gute Idee bloß deshalb ab, weil sie nicht von ihm
ist.
		-- Luis Bunuel
%
Wer nicht gerne denkt, sollte wenigstens von Zeit zu Zeit seine
Vorurteile neu gruppieren.
		-- Luther Burbank
%
Lache, und die Welt wird mit dir lachen. Schnarche, und du wirst
alleine schlafen.
		-- Anthony Burgess
%
Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken, werden auch
nicht an die Nachwelt denken.
		-- Edmund Burke (Betrachtungen über die Französische Revolution)
%
Die einzige Voraussetzung für den Triumph des Bösen ist, daß gute
Menschen nichts tun.
		-- Edmund Burke
%
Niemand beging einen größeren Fehler als jener, der nichts tat, weil
er nur wenig tun konnte.
		-- Edmund Burke
%
Sparsamkeit besteht im Auswählen, nicht im Konsum.
		-- Edmund Burke
%
Es gibt eine Grenze, wo Zurückhaltung aufhört, eine Tugend zu sein.
		-- Edmund Burke
%
Alles, was nötig ist, damit das Schlechte in der Welt gewinnt, sind
genügend gute Menschen, die nichts tun.
		-- Edmund Burke
%
Der Junkhändler verkauft nicht sein Produkt an den Konsumenten, er
verkauft den Konsumenten, an sein Produkt.
		-- William Seward Burroughs
%
Gibt man Menschen einen Hammer so schlagen sie nach allem, was entfernt
nach einem Nagel aussieht.
		-- Daniel Burrows <dburrows@debian.org>
%
Ohne Glaube kann niemand Präsident werden; erinnern Sie sich an
Lincoln, der in Zeiten der Heimsuchung auf die Knie fiel, während des
Bürgerkriegs und all dem Kram.  Sonst klappt das nicht. Uns geht es ja
noch hervorragend.  Deshalb sorgen Sie sich nicht um - wein nicht um
mich, Argentinien.
		-- George W. Bush
%
Wenn es uns nicht gelingt, laufen wir Gefahr zu versagen.
		-- George W. Bush
%
Ich habe in der Vergangenheit gute Entscheidungen getroffen,
und ich habe in der Zukunft gute Entscheidungen getroffen.
		-- George W. Bush
%
Die Zukunft ist morgen.
		-- George W. Bush
%
Die Menschheit ist bereit, das Sonnensystem zu betreten.
		-- George W. Bush
%
Eine der schwierigsten Aufgaben meines Jobs ist es, den Irak mit dem Krieg
gegen den Terrorismus zu verknüpfen.
		-- George W. Bush (Interview mit CBS am 6. September 2006)
%
... wir müssen die Befugnis haben (Menschen) zu verhören - nicht zu foltern,
sondern um Menschen zu verhören, um Informationen zu erfahren.
		-- George W. Bush (Interview mit CBS am 6. September 2006)
%
Ich bin mir sicher, Mensch und Fisch können friedlich koexistieren.
		-- George W. Bush (Wahlkampagne, 29. September 2000)
%
Es gibt da ein altes Sprichwort in Tennessee - auf jeden Fall gibt es das in
Texas, also vielleicht auch in Tennessee - das lautet: "Täusche mich einmal,
Schande … Schande über dich. Täusche mich - du kannst nicht noch einmal
getäuscht werden."
		-- George W. Bush (Nahsville, Tennessee, am 17. September 2002)
Die Redewendung lautet korrekt:
"Täusche mich einmal, Schande über dich. Täusche mich ein zweites Mal,
Schande über mich."
%
Unsere Feinde sind erfindungsreich und gut ausgerüstet - so wie wir. Sie
hören nicht auf, über neue Wege nachzudenken, wie sie unserem Land und
unserem Volk schaden können - und wir auch nicht.
		-- George W. Bush (Washington D.C. am 5. August 2004)
%
Unsere Feinde sind innovativ und erfinderisch, genau wie wir. Sie denken
ständig über neue Wege nach, wie sie unserem Land und unserem Volk
schaden können, genau wie wir.
		-- George W. Bush
%
Sie verunterschätzten mich!
		-- George W. Bush (Wahlkampagne, 6. November 2000)
%
Sie unterschätzten Amerika. (...) Ich denke, sie verunterschätzten auch den
Willen und die Entschlusskraft des Oberbefehlshabers.
		-- George W. Bush (Rede vor CIA-Beamten, 26. September 2001)
%
Ich denke, Krieg ist ein gefährlicher Ort.
		-- George W. Bush (Washington D.C. am 7. Mai 2003)
%
Du bringst einem Kind das Lesen bei, und er oder ihr wird einen Lesetest
bestehen können.
		-- George W. Bush (Tennessee, 21. Februar 2001)
%
Auf Wiedersehen vom größten Verschmutzer der Welt.
		-- George W. Bush (Hokkaido am 10. Juli 2008
während des G-8-Gipfels, dem letzten seiner Präsidentschaft. Seine Äußerung
fiel am Ende einer Unterredung über den Klimaschutz mit anderen Staats- und
Regierungschefs, er soll dabei grinsend in die Luft geboxt haben.
%
Man hat manchmal den Verdacht, daß die werbetreibende Industrie den
Leuten sagt: Macht schlechtes Programm - so gut wie unsere Werbespots
darf's einfach nicht sein.
		-- Jochen Busse (Kabarettist u. Schauspieler)
%
Gott war zufrieden mit seinem Werk -- und das ist das Problem.
		-- Samuel Butler
%
Alle Lebewesen außer dem Menschen wissen, daß der Hauptzweck des
Lebens darin besteht, es zu genießen.
		-- Samuel Butler
%
Der Vorteil, wenn man sich selber lobt, liegt darin, daß man so dick
und genau an der richtigen Stelle auftragen kann.
		-- Samuel Butler
%
Leben ist die Kunst, taugliche Schlußfolgerungen aus unzureichenden
Prämissen zu ziehen.
		-- Samuel Butler
%
Jeder Narr kann die Wahrheit sagen, aber nur ein verhältnismäßig
intelligenter kann gut lügen.
		-- Samuel Butler
%
Mit Glauben allein kann man sehr wenig tun, aber ohne ihn gar nichts.
		-- Samuel Butler
%
Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht
hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern
kann.
		-- Samuel Butler
%
Der beste Lügner ist der, der mit den wenigsten Lügen am längsten
auskommt.
		-- Samuel Butler
%
Fortschritt ist etwas, das auf dem allgemeinen und angeborenen
Verlangen jedes Wesens beruht, über seine Verhältnisse zu leben.
		-- Samuel Butler
%
Das Privatleben des einzelnen sollte genauso repektiert werden wie das
Recht auf eine eigene Zahnbürste.
		-- Elizabeth Byrd
%
Das Privatleben unserer Mitmenschen sollte uns heilig sein, ein
Bezirk, den man nicht verletzt.
		-- Elizabeth Byrd
%
Damen im gewissen Alter sind mit einiger Gewißheit alt.
		-- George Gordon Noel Byron
%
Viele, die vernünftig sind, müssen sich betrinken. Das Beste im
Leben ist nichts als Rausch.
		-- George Gordon Noel Byron
%
Die Feder ist das mächtigste Instrument des kleinen Mannes.
		-- George Gordon Noel Byron
%
Für eines Mannes Handeln ist das eigene Ich ein dürftiger
Ausgangspunkt.
		-- Francis Bacon
%
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
		-- Francis Bacon
%
Wir dürfen das Weltall nicht einengen, um es den Grenzen unseres
Vorstellungsvermögens anzupassen, wie der Mensch es bisher zu tun
pflegte. Wir müssen vielmehr unser Wissen ausdehnen, so daß es das
Bild des Weltalls zu fassen vermag.
		-- Francis Bacon
%
Tugend ist wie ein kostbarer Stein - am besten in einfacher Fassung.
		-- Francis Bacon
%
Wer nach Rache strebt, hält seine eigenen Wunden offen.
		-- Francis Bacon
%
Nichts macht den Menschen argwöhnischer, als wenig zu wissen.
		-- Francis Bacon
%
Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot.
		-- Francis Bacon
%
Wucher ist das sicherste Mittel zum Gewinn, obwohl eines der
schlechtesten, da er nichts anderes bedeutet, als sein Brot zu essen
im Schweiße des Angesichts eines anderen.
		-- Francis Bacon
%
Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.
		-- Francis Bacon
%
Das Argument gleicht dem Schuß einer Armbrust - es ist gleichermaßen
wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.
		-- Francis Bacon
%
Zorn macht langweilige Menschen geistreich.
		-- Francis Bacon
%
Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen
ausgeben, wenn er reich werden will, sogar nur ein Drittel.
		-- Francis Bacon
%
Der beste Teil der Schönheit ist der, den ein Bild nicht wiedergeben
kann.
		-- Francis Bacon
%
Die Achtung vor deinem eigenen Selbst ist nächst der Religion der
stärkste Damm gegen alle Laster.
		-- Francis Bacon
%
Ein kluger Mann wird sich mehr Gelegenheiten verschaffen als sich
ihm darbieten.
		-- Francis Bacon
%
Zu viel Zeit mit Studieren verbringen, ist Faulheit; es nur als
Schmuck zu verwenden - Affektiertheit; nur danach zu urteilen -
Gelehrtenwahn.
		-- Francis Bacon
%
Es ist leichter, Liebhaber als Ehemann zu sein, weil es schwerer ist,
alle Tage Geist zu haben, als von Zeit zu Zeit eine hübsche Bemerkung
zu machen.
		-- Honoré de Balzac
%
Männer widerstehen oft den besten Argumenten und erliegen einem
Augenaufschlag.
		-- Honoré de Balzac
%
Liebe zur Natur ist die einzige Liebe, die menschliche Hoffnungen
nicht enttäuscht.
		-- Honoré de Balzac
%
Die Liebe ist der einzige Weg, auf dem selbst die Dummen zu einer
gewissen Größe gelangen.
		-- Honoré de Balzac
%
Freundschaft ist ein Zustand, der besteht, wenn jeder Freund glaubt,
dem anderen gegenüber eine leichte Überlegenheit zu haben.
		-- Honoré de Balzac
%
Das Bett ist das Barometer der Ehe.
		-- Honoré de Balzac
%
Glaube alles, was Du über die Welt hörst; nichts ist so schlecht, daß
es nicht möglich wäre.
		-- Honoré de Balzac
%
Wer viel redet, glaubt am Ende, was er sagt.
		-- Honoré de Balzac
%
Es ist ebenso absurd zu behaupten, ein Mann könne nicht ständig
dieselbe Frau lieben, wie zu behaupten, ein Geiger brauche mehrere
Geigen, um ein Musikstück zu spielen.
		-- Honoré de Balzac
%
Aberglaube ist das Kennzeichen eines schwachen Geistes.
		-- Honoré de Balzac
%
Der Mensch beurteilt alles durch seine Abstraktionen, das Gute, das
Böse, die Tugend, das Verbrechen. Seine Rechtsformen sind seine Waage;
seine Gerechtigkeit ist blind, diejenige Gottes sieht; darin liegt
alles.
		-- Honoré de Balzac (Louis Lambert)
%
Mit der Abstraktion beginnt die Gesellschaft - aus der Abstraktion
erstehen die Gesetze, die Künste, die sozialen Interessen und
Ideen. Sie ist der Ruhm und die Geißel der Welt: der Ruhm, weil sie
die Gesellschaft geschaffen hat, die Geißel, weil sie den Menschen
davon abhält, zur Besonderheit zu gelangen, die einer der Wege zum
Unendlichen ist.
		-- Honoré de Balzac (Louis Lambert)
%
Die Menschen achten den, der sie verachtet.
		-- Honoré de Balzac
%
Es gibt zwei Arten von Geschichte: die offizielle, lügenhafte Geschichte,
und dann die geheime, wo die wahren Ursachen der Ereignisse liegen.
		-- Honoré de Balzac
%
Man muß Geist haben, um ihn aufgeben zu können.
		-- Peter Bamm
%
Tätig ist man immer mit einen gewissen Lärm. Wirken geht in der Stille
vor sich.
		-- Peter Bamm
%
Ein Wunsch kann durch nichts mehr verlieren, als dadurch, daß er in
Erfüllung geht.
		-- Peter Bamm
%
Albernheit ist eine Erholung von der Umwelt.
		-- Peter Bamm
%
Die Albernheit ist der Prüfstein der Freundschaft sowohl als der
Liebe.
		-- Peter Bamm (Die kleine Weltlaterne, 1935)
%
Einem Kameraden hilft man.
Einem Kollegen mißtraut man.
Mit einem Freunde ist man albern.
		-- Peter Bamm (Die kleine Weltlaterne, 1935)
%
Frauen sind erstaunt, was Männer alles vergessen.
Männer sind erstaunt, woran Frauen sich erinnern.
		-- Peter Bamm
%
Eine Reise ist wie eine Liebe, eine Fahrt ins Unbekannte.
		-- Peter Bamm
%
Was der liebe Gott vom Gelde hält, kann man an den Leuten sehen, denen
er es gibt.
		-- Peter Bamm
%
Sehenswürdigkeiten gehören zu den härtesten Pflichten, die die Kultur
dem europäischen Reisenden auferlegt.
		-- Peter Bamm
%
Das Spiel ist das einzige, was Männer wirklich ernst nehmen. Deshalb
sind Spielregeln älter als alle Gesetze der Welt.
		-- Peter Bamm
%
Früher rasierte man sich, wenn man Beethoven hören wollte, jetzt hört
man Beethoven, wenn man sich rasieren will.
		-- Peter Bamm
%
Optimisten haben gar keine Ahnung von den freudigen Überraschungen,
die Pessimisten erleben.
		-- Peter Bamm
%
Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.
		-- Peter Bamm
%
Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten
vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.
		-- Peter Bamm
%
Eine ernste Sache mit Humor betrachten heißt noch lange nicht, ihren
Ernst verkennen.
		-- Peter Ramm
%
Die Wahrheit ist unteilbar. Nur die Köpfe, in die sie nicht
hineingeht, können gespalten werden.
		-- Peter Bamm
%
Bei genauem Hinsehen zeigt sich, daß Arbeit weniger geisttötend ist
als Amusement.
		-- Charles Baudelaire
%
Vollkommene Aufrichtigkeit ist der Weg zur Originalität.
		-- Charles Baudelaire
%
Es gibt nur eine vernünftige und gesicherte Regierungsform: die
Aristokratie. Monarchie oder Republik, die sich auf Demokratie
gründen, sind beide gleichermaßen absurd und schwach.
		-- Charles Baudelaire (Tagebücher)
%
Masse, alleinsein: gleichwertige und austauschbare Begriffe für den
schaffenden und schöpferischen Dichter. Wer nicht versteht, sein
alleinsein zu bevölkern, der versteht auch nicht, in einer
geschäftigen Menge allein zu sein.
		-- Charles Baudelaire (Kleine Gedichte in Prosa)
%
Man sagt, ich sei dreißig Jahre alt. Wenn ich aber drei Minuten in
einer glebet habe - bin ich dann nicht neunzig Jahre alt?
		-- Charles Baudelaire (Tagebücher)
%
Der Aberglaube ist Born und Sammelbecken aller Wahrheiten.
		-- Charles Baudelaire, Tagebücher
%
Durch das Opfer bestätigt die Revolution den Aberglauben.
		-- Charles Baudelaire, Tagebücher
%
Unser Verlangen nach Lust verknüpft uns der Gegenwart. Die Sorge um
unser Heil macht uns von der Zukunft abhängig.
		-- Charles Baudelaire
%
Man sagt, ich sei 30 Jahre alt.
Wenn ich aber drei Minuten einer gelebt habe, bin ich dann nicht 90
Jahre alt?
		-- Charles Baudelaire
%
Da die Kirche die Liebe nicht unterdrücken konnte, hat sie sie
zumindest deinfizieren wollen, und darum die Ehe geschaffen.
		-- Charles Baudelaire
%
Der Wein wandelt den Maulwurf zum Adler.
		-- Charles Baudelaire
%
Das Leben ist ein Hospital, in dem jeder sein Bett wechseln möchte.
		-- Charles Baudelaire
%
Gott ist das einzige Wesen, das, um zu herrschen, nicht selbst zu
existieren braucht.
		-- Charles Baudelaire
%
Die Männer, die mit den Frauen am besten auskommen, sind dieselben,
die wissen, wie man ohne sie auskommt.
		-- Charles Baudelaire
%
Alle Wahrheit ist bereits entdeckt - sie wird nur immer wieder neu
ausgesprochen, denn jede Zeit hat ihre eigene Sprache.
		-- H. Bauer
%
Es ist unsinnig, Menschen wegen ihrer niedrigen Arbeit zu verachten.
Gäbe es sie nicht, müßten wir diese Arbeit selbst tun.
		-- H. Bauer
%
Es wird immer vom notwendigen Wachstum der Wirtschaft gesprochen. Das
ist so wenig möglich wie ein Baum, der immer wächst. Anpassung ist
erforderlich, stetige Anpassung an sich ändernde Umstände.
		-- H. Bauer
%
In der Regel brauchen wir uns nichts zu versagen, wenn wir nur nicht
dabei übertreiben.
		-- H. Bauer
%
'Warum tut Gott nichts gegen all das Böse in der Welt, wenn es ihn
wirklich gibt?', fragen manche. Ich meine, er schafft die
Bedingungen. Wir führen die Kriege und wir selbst müssen auch den
Frieden finden.
		-- H. Bauer
%
Es gibt kein unlogisches Denken: es gibt allenfalls unzureichende
Informationen für das Denken.
		-- H. Bauer
%
Durch Einfachheit, Wahrhaftigkeit und Verantwortungsbewußtsein helfen
wir der Welt und den Menschen am meisten; dadurch kommen wir Gott
näher.
		-- H. Bauer
%
Höflichkeit und Pünktlichkeit sind in gewissem Sinne zwar nur
Äußerlichkeiten, doch läßt sich an ihnen die Bereitschaft zu
Toleranz und Verantwortung ablesen.
		-- H. Bauer
%
Informatinen haben ist nicht dasselbe wie Erkenntnisse haben.
		-- H. Bauer
%
Es genügt nicht, elegant und interesant zu schreiben oder zu reden; es
muß auch etwas Wesentliches damit ausgesagt werden.
		-- H. Bauer
%
Wissen und Wissenschaft ohne die ordnende Kraft des Gewissens machen
zu Maßlosigkeit geneigt.
		-- H. Bauer
%
Viele denken anders als sie fühlen und fühlen anders als sie handeln
und handeln anders als sie denken. Können wir nicht in uns einiger
sein? Offener? Wahrhaftiger?
		-- H. Bauer
%
Wenn wir Begabungen haben, so sollten wir sie ohne jede Herablassung
auch für andere verwenden. Unsere Schwächen jedoch sollten wir demütig
und still ertragen, wenn wir sie schon nicht ausmerzen können.
		-- H. Bauer
%
Für ein Lebewesen zählt nur, was es aus eigenem Entschluß und in
einer gewissen Freiheit tun kann.
		-- H. Bauer
%
Alles hat in gewissem Sinne seine Richtigkeit und seine Logik, wenn
wir es zu begreifen lernen. Auch Gefühle!
		-- H. Bauer
%
Tyrannei und Diktatur sind bestimmt nicht die besten Staatssysteme.
Kann aber nicht auch zuviel Mitbestimmung ihre Schattenseiten haben
		-- H. Bauer
%
Es ist falsch, im Glauben an die Minderwertigkeit anderer seine eigene
Rasse, Religion oder Nationalität überheblich zur Schau zu stellen:
Unbegabte und Verantwortungslose gibt es überall!
		-- H. Bauer
%
Es ist oft besser, einen gesunden Blick für die Wirklichkeit und das
Leben zu haben, als nur ein hochbegabter Spezialist zu sein.
		-- H. Bauer
%
Leben heißt erleben!
		-- H. Bauer
%
Selbstbehauptung ist freilich notwendig - aber innerhalb der Grenzen
des Rechts und der Verantwortung.
		-- H. Bauer
%
Es ist nicht zu leugnen, daß Unredlichkeit, Betrug und
Rücksichtslosigkeit oft schnell zum Erfolg führen; auf lange Sicht
aber bewähren sich Wahrheit und Klarheit.
		-- H. Bauer
%
Mit Einfachheit, Wahrhaftigkeit und fürsorglicher Haltung können wir
die Welt verbessern.
		-- H. Bauer
%
Wer von Geburt an gesund und stark ist, kann leicht über die
verzweifelten Bemühungen Kranker und Leidender lächeln. Aber nur der
ist wirklich groß, der seine Behinderungen selbst und erfolgreich
meistern lernt.
		-- H. Bauer
%
Um die Größe einer Idee zu messen, ist es oft irreführend, dies nur
an deren Anhängern zu tun. Die höchste Wahrheit läßt sich entstellen,
wenn sie nicht begriffen wird.
		-- H. Bauer
%
Die Unterschiede in den Anlagen der Menschen sind ungeheuer groß.
Haben wir das einmal richtig erkannt, so verstehen wir, daß die
meisten Menschen auch nur so sein können, wie sie sind - und wir
werden nachsichtig.
		-- H. Bauer
%
Kleine Fehler und Unbeholfenheiten können einen Menschen liebenswert
machen. Unfehlbarkeit hat etwas Erschreckendes an sich.
		-- H. Bauer
%
Wenn uns jemand seinen Schmerz und sein Leid klagt, ist es noch
besser, die eigene Betroffenheit und Ratlosigkeit zu zeigen, als mit
glatten und noch so richtigen Redensarten 'trösten' zu wollen.
		-- H. Bauer
%
Intelligenz ist Einsicht und Weite des Bewußtseins, die sich auf alle
Gebiete des Lebens erstrecken kann und keineswegs nur auf Beruf und
Schule.
		-- H. Bauer
%
Extreme Standpunkte oder Handlungsweisen sind oft sehr wirksam, auf
die Dauer jedoch nur selten gut.
		-- H. Bauer
%
Aus Angst vor Liebesentzug sind wir in unserem Verhalten anderen
gegenüber oft feige und bestechlich. Aufrichtig und gerade haben wir
aber die besseren Freunde.
		-- H. Bauer
%
Der berechtigte Anspruch auf persönliche Freiheit findet seine Grenzen
am gleichen Anspruch der anderen.
		-- H. Bauer
%
Wer eine Meinung ablehnen will - dem kann sie auch keiner beweisen.
		-- H. Bauer
%
Es ist zwar oft unverantwortlich und gewissenlos aber ungemein
praktisch, sich in seinen Entscheidungen auf Meinungen oder gar
Anweisungen anderer berufen zu können.
		-- H. Bauer
%
Nicht Wissen, sondern Erkenntnis gibt Wirklichkeit; Erkenntnis ist
Gegenwart Gottes.
		-- H. Bauer
%
Viel mehr als auf die Begabung kommt es auf das Begeisterungsvermögen
an.
		-- H. Bauer
%
Wir reifen am meisten und machen die größten Fortschritte, wenn wir
einsehen müssen, wie sehr wir uns geirrt haben.
		-- H. Bauer
%
Wirklicher Fortschritt der Menschheit ist nicht durch äußere
Maßnahmen zu bewirken: allein die in uns stattfindende Wandlung des
Bewußtseins durch Erkenntnis und die darauf beruhende Haltung macht
neue Menschen.
		-- H. Bauer
%
Wahrhaftig sein bedeutet, im Zentrum des Lebens zu stehen.
		-- H. Bauer
%
Mann und Frau sind gleichwertig aber nicht gleichartig.
		-- H. Bauer
%
Rechte Erziehung vergewaltigt einen jungen Menschen nicht, läßt aber
auch nicht alles zu.
		-- H. Bauer
%
Alles hat seine zwei Seiten: Jeder Standpunkt, jede Meinung, jede
Politik, jede Maßnahme, jede Rasse - und jeder von uns.
		-- H. Bauer
%
Es ist zwar oft unverantwortlich und gewissenlos aber ungemein
praktisch, sich in seinen Entscheidungen auf Meinungen oder gar
Anweisungen anderer berufen zu können.
		-- H. Bauer
%
Wenn wir schon die meisten unserer Mitmenschen nicht nach unseren
Überzeugungen umformen können, so sollten wir doch wenigstens selbst
voll danach leben.
		-- H. Bauer
%
Wer glaubt, das Leben oder andere hintergehen zu können, betrügt sich
selbst. Für alles muß ein Preis bezahlt werden, ausnahmslos! Das
Leben ist immer Opfer und Erfüllung zugleich.
		-- H. Bauer
%
Es ist ein Armutszeugnis, über Dinge abwertend zu urteilen, ohne sich
vorher gründlich damit beschäftigt zu haben.
		-- H. Bauer
%
Wahrheit ist, was währt, was Dauer hat, also die Ordnungen der
gesamten Schöpfung. Das ist Gutes und Böses, Glück und Schmerz, Irren
und Erkennen. Wer das zu sehen weiß, wird zeitlos und friedvoll.
		-- H. Bauer
%
Wissen und Wissenschaft ohne die ordnende Kraft des Gewissens machen
zu Maßlosigkeit geneigt.
		-- H. Bauer
%
Es gibt drei fortschreitende Stufen der Erkenntnis: Aberglauben,
Wissenschaft und erleuchtete Inspiration.
		-- H. Bauer
%
Der Mensch ist nur Mensch durch die besondere Art seines Bewußtseins.
Hat er dieses verloren, hat er sein Menschsein verloren.
		-- H. Bauer
%
Wenn man wirklich ehrlich ist, so ist man überrascht, wie sehr man
sich mitunter doch täuschen kann.
		-- H. Bauer
%
Strenge ist nicht unbedingt Härte oder gar Unrecht und Nachgiebigkeit
noch lange nicht Herzensgüte oder immer gut!
		-- H. Bauer
%
Allein schon durch seine Überzeugung nimmt jeder am Weltgeschehen
teil.
		-- H. Bauer
%
Wenn es in der Bibel heißt: 'Macht euch die Erde untertan. ', dann
ist damit nur gemeint, daß wir wie liebevolle Eltern für alle Wesen
um uns herum Verantwortung und Sorge tragen, sie aber nicht zerstören
sollen.
		-- H. Bauer
%
Es heißt in der Bibel: 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' -
nicht weniger, aber auch kein bißchen mehr!
		-- H. Bauer
%
Es gibt drei fortschreitende Stufen der Erkenntnis: Aberglauben,
Wissenschaft und erleuchtete Inspiration.
		-- H. Bauer
%
Jedes Volk und jede Rasse haben ein Recht auf ihre Eigenart - aber im
Rahmen der Toleranz und der Menschlichkeit.
		-- H. Bauer
%
Für alles, was wir an der Welt verändern, sind wir nicht nur uns
selbst, sondern ebenso auch den Dingen verantwortlich.
		-- H. A. Bauer
%
Die Erde trägt uns, sie läßt uns atmen, gibt uns Wasser und durch
Pflanzen und Tiere unsere Nahrung. Wir können nur durch die Reinheit
unseres Herzens und die Klarheit unseres Bewußtseins dafür dankbar
sein.
		-- H. A. Bauer
%
Die Abhängigkeit der Frau war in den besitzenden Klassen immer am
ausgeprägtesten.
		-- Simone de Beauvoir (Das andere Geschlecht)
%
Die Männer verbieten die Abtreibung im Allgemeinen, akzeptieren sie
aber im Einzelnen als eine bequeme Lösung. Sie können es sich leisten,
sich mit leichtfertigem Zynismus zu widersprechen, aber die Frau spürt
diese Widersprüche in ihrem Fleisch.
		-- Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht
%
Es muß übrigens darauf hingewiesen werden, daß die Gesellschaft, die
os heftig bestrebt ist, die Rechte des Embryos zu verteidigen, sich um
die Kinder nicht kümmert, sowie sie auf der Welt sind.
		-- Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht
%
Charme ist das, was manche Leute haben, bis sie beginnen, sich darauf
zu verlassen.
		-- Simone de Beauvoir
%
Ich konnte mich nur an einen Mann binden, der dasselbe verabscheute
wie ich: die Rechte, die brave Gesinnung, die Religion.
		-- Simone de Beauvoir (über Jean-Paul Sartre, 'Der Lauf der Dinge')
%
Nichts ist zweideutiger als ein Blick.
		-- Simone de Beauvoir
%
Viele Frauen sagen lieber ein Fest ab, als daß sie schlecht gekleidet
hingehen.
		-- Simone de Beauvoir
%
Die hinterhältigste Lüge ist die Auslassung.
		-- Simone de Beauvoir
%
Ein Dummer findet immer einen noch Dümmeren, der ihn bewundert, aber
er kann sich nicht willentlich verheimlichen, daß dieser Dumme ein
Dummer ist.
		-- Simone de Beauvoir
%
Als ich die Lust zur Sinnnlichkeit entdeckte, habe ich an Gott zu
glauben aufgehört. Denn er stahl mir die Erde.
		-- Simone de Beauvoir
%
Im Adel und im Bürgertum wird die Frau aufgrund ihres Geschlechtes
geknechtet: Sie führt ein parasitäres Dasein, sie ist wenig gebildet,
und es bedarf außergewöhnlicher Umstände, damit sie irgendein
konkretes Projekt entwerfen und verwirklichen kann.
		-- Simone de Beauvoir (Das andere Geschlecht)
%
Menschen, die nicht groß sind, machen sich gerne breit.
		-- Friedl Beutelrock
%
Mit einer Enttäuschung wird man eher fertig als mit einer zerstörten
Illusion.
		-- Friedl Beutelrock
%
Die Laster der Großen nennt man Allüren.
		-- Friedl Beutelrock
%
Ein verloren geglaubter Tag kann der Wegbereiter eines erfolgreichen
Tages sein.
		-- Friedl Beutelrock
%
Wer glaubt, über der Situation zu stehen, steht in Wirklichkeit nur
daneben.
		-- Friedl Beutelrock
%
Das Merkmal eines kleinen Menschen ist, daß er hochmütig wird, wenn
er merkt, daß man ihn braucht.
		-- Friedl Beutelrock
%
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen, die man sich
selbst verheimlichen wollte.
		-- Friedl Beutelrock
%
Macht besitzen und nicht ausüben ist wahre Größe.
		-- Friedl Beutelrock
%
Wenn einer noch so klug ist, so ist er oft doch nicht klug genug, um
den Dummen zu begreifen.
		-- Friedl Beutelrock
%
Eine Kleinigkeit verrät oft mehr von dem Charakter eines Menschen als
eine große Tat.
		-- Friedl Beutelrock
%
Abdanken bedeutet, einen Vorteil um einen größeren Vorteil aufzugeben.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Abhängig: Auf die Großmut eines anderen angewiesen, da ohne
Druckmittel.
		-- Ambrose Bierce
%
Abneigung: Das Gefühl, das man für einen Teller empfindet, nachdem man
ihn gelehrt hat.
		-- Ambrose Bierce
%
Abstinenzler: Ein schwacher Mensch, welcher der Versuchung erliegt,
sich selbst eines Vergnügens zu berauben.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Absurdität: Eine Meinungsäußerung, die der eigenen Ansicht offenkundig
widerspricht.
		-- Ambrose Bierce
%
Admiral: Der Teil des Kriegsschiffes, der das Reden besorgt - das
Denken übernimmt die Galionsfigur.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Agitator: Ein Politiker, der die Obstbäume seines Nachbars
schüttelt, um die Würmer umzuquartieren.
		-- Ambrose Bierce
%
Allein: in schlechter Gesellschaft.
		-- Ambrose Bierce
%
Alter ist jene Lebensperiode, in der wir die Sünden, die wir noch
begehen, dadurch wettmachen, daß wir jene verabscheuen, die zu begehen
wir nicht mehr imstande sind.
		-- Ambrose Bierce
%
Amnestie: Großmut des Staates gegenüber solchen Rechtsbrechern, deren
Bestrafung ihm zu teuer wäre.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Arbeit: eines der Verfahren, durch das A dem B Eigentum erwirbt.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Armee: Schicht von Nichtproduzenten; verteidigt die Nation, indem sie
alles verschlingt, was einem Feind zum Überfall reizen könnte.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Betrug: die Triebkraft des Geschäfts, die Seele der Religion, der
Köder der Liebeswerbung und die Grundlage politischer Macht.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Beweis: Eine Aussage, die einen Grad glaubwürdiger ist als die
Unwahrscheinlichkeit.
		-- Ambrose Bierce
%
Bewunderung: Die höfliche Beachtung des anderen Menschen, der
Ähnlichkeit mit dir hat.
		-- Ambrose Bierce
%
Bibel : Das heilige Buch unserer Religion, im Unterschied zu den
falschen und profanen Schriften, auf denen alle anderen Glaubenslehren
beruhen.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Ehe: Gemeinschaft, bestehend aus einem Herren, einer Herrin und zwei
Sklaven, insgesamt zwei Personen.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Experte: Ein Spezialist der über etwas alles weiß und über alles
andere nichts.
		-- Ambrose Bierce
%
Feigling: Ein Mensch, bei dem der Selbsterhaltungstrieb normal
funktioniert.
		-- Ambrose Bierce
%
Friede: Die Epoche des Betrügens zwischen zwei Epochen des
Kriegführens.
		-- Ambrose Bierce
%
Egoist: Eine Person minderen Geschmacks, mehr an sich selbst
interessiert als an mir.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce
%
Gehirn: Ein Organ, mit dem wir denken, daß wir denken.
		-- Ambrose Bierce
%
Geige: Ein Instrument, das menschliche Ohr zu kitzeln, indem man
einen Pferdeschwanz an Katzendärmen reibt.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce
%
Geschichte: Die meistens falsche Darstellung meistens unwichtiger Ereignisse,
die von meistens schurkischen Herrschern und meistens dummen Soldaten
herbeigeführt wurden.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce
%
Glauben: Dinge für wahr halten, für die es keine Parallele und keinen
Beweis gibt und die jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Heiliger: ein toter Sünder, bearbeitet und neu herausgegeben.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Heucheln: Dem Charakter ein sauberes Hemd überziehen.
		-- Ambrose Bierce
%
Kadett: Junger Krieger, der in zehn Jahren vielleicht die Welt
erschüttert und Völker zugrunde richtet.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Köder: Ein Präparat, das einen Haken genießbarer macht.
Der beste Köder ist die Schönheit.
		-- Ambrose Bierce
%
Langweiler: Ein Mensch, der redet, wenn du wünscht, daß er zuhört.
		-- Ambrose Bierce
%
Maus: Ein Tier, dessen Pfad mit in Ohnmacht fallenden Frauen
übersät ist.
		-- Ambrose Bierce
%
Meßgewänder: Das Kostüm der Narren am Himmlischen Hof.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Montag: In christlichen Ländern der Tag nach dem Fußballspiel.
		-- Ambrose Bierce
%
Patriot: Jemand, dem die Interessen eines Teils über die Interessen
des Ganzen gehen. Der Gimpel der Politiker und das Werkzeug der
Eroberer.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Sanftmut: Ungewöhnliche Geduld beim Planen einer wirklich lohnenden
Rache.
		-- Ambrose Bierce
%
Schlagfertigkeit: Wird von Herren mit einer konstitutionellen Abneigung
gegen Gewalttätigkeit, aber mit starkem Beleidigungsdrang geübt.
		-- Ambrose Bierce
%
Selbstachtung: Eine falsche Einschätzung.
		-- Ambrose Bierce
%
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, sich
aufzuregen.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Ungläubiger:
  In New York: Jemand, der nicht an die christliche Religion glaubt.
  In Istanbul: Jemand, der an sie glaubt.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Werbung: Der Versuch, das Denkvermögen des Menschen so lange außer
Takt zu setzen, bis er genügend Geld ausgegeben hat.
		-- Ambrose Gwinnet Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
%
Wörterbuch: eine bösartige literarische Vorrichtung, die das Wachstum
einer Sprache hemmt und sie starr und unelastisch macht.
		-- Ambrose Bierce
%
Zukunft: Jene Zeit, in der unsere Geschäfte gut gehen, unsere Freunde
treu sind und unser Glück gesichert ist.
		-- Ambrose Bierce
%
Zyniker: Ein Schuft, dessen mangehalfe Wahrnehmung Dinge sieht, wie
sie sind, statt wie sie sein sollten.
		-- Ambrose Bierce
%
Alle sind Irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird
Philosoph genannt.
		-- Ambrose Bierce
%
Frauen würden noch reizender sein, wenn man in ihre Arme fallen könnte,
ohne in ihre Hände zu fallen.
		-- Ambrose Bierce
%
Man hat beobachtet, daß die Nase niemals glücklicher ist, als wenn
sie in anderer Leute Angelegenheiten steckt. Daraus haben einige
Physiologen geschlossen, daß ihr der Geruchsinn fehle.
		-- Ambrose Bierce
%
Die Popularität einer Sache nötigt, zu fragen: Ist sie auch wirklich
vernünftig?
		-- Otto von Bismarck
%
Die Popularität ist eine vorübergehende Sache, die sich heute auf das,
morgen auf jenes richtet.
		-- Otto von Bismarck
%
Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges
und nach der Jagd.
		-- Otto von Bismark
%
Wir wollen die Waffen auf dem Fechtboden niederlegen, aber weggeben
wollen wir sie nicht.
		-- Otto von Bismark
%
Heute beim Aufstehen kam mir der Gedanke, wie es doch recht merkwürdig
ist, daß gerade die Völker, denen die Sonne besonders heiß auf den
Schädel brennt, sie als Gott verehren. Alle Sonnen- u. Feueranbeter
wohnten im heißen Süden, wie die Assyrer, Phönizier, Perser. Den
Völkern des Nordens ist dieser Kult nicht in den Sinn gekommen, und
doch hat man in unserem Klima gewiß mehr Grund zur Dankbarkeit und
Freude, wenn die seltene Sonne am Himmel sich zeigt, als da, wo sie
sengende Glut und oft Gefahr und Verderben bringt. Aber die alten
Germanen verehrten nicht die Sonne, sondern den Blitz und den Donner.
Auch hierin zeigt sich die Hundenatur der Menschen. Sie leiben und
verehren den, vor dem sie sich fürchten.
		-- Otto von Bismark
%
Das muß ein Esel sein, der mit fünfzig Jahren noch dieselben
Anschauungen hat wie vor zwanzig Jahren.
		-- Otto von Bismarck
%
Die Presse ist für mich Druckerschwärze auf Papier.
		-- Otto von Bismarck
%
Der Lotse geht von Bord.
		-- Otto von Bismarck
%
Wenn man sagt, daß man einer Sache grundsätzlich zustimmt, so
bedeutet es, daß man nicht die geringste Absicht hat, sie in der
Praxis durchzuführen.
		-- Otto von Bismarck
%
Die Freiheit ist ein Luxus, den sich nicht jedermann gestatten kann.
		-- Otto von Bismarck
%
Ein großer Staat regiert sich nicht nach Parteiansichten.
		-- Otto von Bismarck
%
Wenn irgendwo zwischen zwei Mächten ein noch so harmlos aussehender
Pakt geschlossen wird, muß man sich sofort fragen, wer hier
umgebracht werden soll.
		-- Otto von Bismarck
%
Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht
werden, desto besser schlafen sie.
		-- Otto von Bismarck
%
Die Scheu vor Verantwortung ist die Krankheit unserer Zeit.
		-- Otto von Bismarck
%
Das Übel erkennen heißt schon, ihm teilweise abhelfen.
		-- Otto von Bismarck
%
Wenn wir zusammenhalten, werden wir den Teufel aus der Hölle schlagen.
		-- Otto von Bismarck
%
Konzessionen und Geschenke sind eine Speise, die den Appetit reizen.
		-- Otto von Bismarck
%
Um einen falschen Gedanken mit Erfolg zu widerlegen, muß man
bekanntlich ein ganzes Buch schreiben, und den, der den Ausspruch
getan hat, überzeugt man doch nicht.
		-- Otto von Bismarck
%
Wer den Daumen auf dem Beutel hat, hat die Macht.
		-- Otto von Bismarck
%
Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder
an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln.
		-- Otto von Bismarck
%
Es ist rhetorische Gewohnheit, sich die Rede des Gegners so
zurechtzulegen, wie man sie besser verwerten kann.
		-- Otto von Bismarck
%
Jede neue Steuer hat etwas erstaunlich ungemütliches für denjenigen,
der sie zahlen oder auch nur auslegen soll.
		-- Otto von Bismarck
%
Der Lotse verläßt das Schiff.
		-- Otto von Bismarck
%
Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel,
welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß.
		-- Otto von Bismarck
%
An Grundsätzen hält man nur fest, solange sie nicht auf die Probe
gestellt werden; geschieht das, so wirft man sie fort wie der Bauer
die Pantoffeln und läuft, wie einem die Beine nach der Natur gewachsen
sind.
		-- Otto von Bismarck
%
Ich halte den Absolutismus für eine unmögliche Sache.
		-- Otto von Bismarck (im Reichstag, 29. Nov. 1881)
%
Wenn man nichts Besseres an die Stelle zu setzen weiß für etwas, was
einem nicht vollständig gefällt, so tut man immer, meiner Überzeugung
nach, besser, der Schwerkraft der Ereignisse ihre Wirkung zu lassen
und die Sache einstweilen so zu nehmen, wie sie liegt.
		-- Otto von Bismarck
%
Mit den Gesetzen ist es wie mit den Würstchen. Es ist besser, wenn man
nicht sieht, wie sie gemacht werden.
		-- Otto von Bismarck
%
Der Krieg wird niemals zu Ende sein, solange noch eine Wunde blutet,
die er geschlagen hat.
		-- Heinrich Böll
%
Ein Soldat, der anfängt zu denken, ist schon fast keiner mehr.
		-- Heinrich Böll
%
Wie alt man geworden ist, sieht man an den Gesichtern derer, die man
jung gekannt hat.
		-- Heinrich Böll
%
Heiligkeit und Genie entziehen sich der Definition.
		-- Heinrich Böll
%
Es ist keine Kunst, ein ehrlicher Mann zu sein, wenn man täglich Suppe
zu löffeln hat.
		-- Heinrich Böll
%
Die einzige Drohung, die einem Deutschen Angst einjagt, ist die des
sinkenden Umsatzes.
		-- Heinrich Böll
%
Wir geben uns zu wenig Rechenschaft darüber, wieviel Enttäuschung wir
anderen bereiten.
		-- Heinrich Böll
%
Ordnung ist das halbe Leben - woraus mag die andere Hälfte bestehen?
		-- Heinrich Böll
%
Staat und Kirchen können nur zwei Möglichkeiten dulden: Ehe oder
Prostitution, und in den meisten Fällen ist ihnen die Liebe außerhalb
dieser beiden Gehege verdächtig.
		-- Heinrich Böll
%
Das Grundgesetz ist der Beichtspiegel der Nation.
		-- Heinrich Böll
%
Das Wirkliche liegt immer ein wenig weiter als das Aktuelle
		-- Heinrich Böll
%
Das Schlimmste, das ich kenne, ist Untertänigkeit oder der Wunsch,
sich unbedingt zu unterwerfen, dieses Mitmachen, Mitlaufen, Mitsingen,
Mitmarschieren und dabei auch noch in eine peinliche Euphorie
verfallen.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Schweigen ist ein Argument, das kaum zu widerlegen ist.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein. Wir wissen, daß
ein Gespräch, daß ein heimlich weitergereichtes Gedicht kostbarer
sein kann als Brot, nach dem in allen Revolutionen die Aufständischen
geschrien haben.
		-- Heinrich Böll
%
Das Abitur ist des Deutschen wahres Vaterland.
		-- Heinrich Böll
%
Trau nur nicht der Diskretion der Behörden, mein Junge.  Je mehr es
davon gibt, desto mehr Futter brauchen sie.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Es ist üblich geworden, immer dann, wenn die Haltung der offiziellen
katholischen Kirche in Deutschland während der Nazizeit angezweifelt
wird, die Namen der Männer und Frauen zu zitieren, die in
Konzentrationslagern und Gefängnissen gelitten haben und hingerichtet
worden sind. Aber jene Männer, Prälat Lichtenberg, Pater Delp und die
vielen anderen, sie handelten nicht auf kirchlichen Befehl, sondern
ihre Instanz war eine andere, deren Namen auszusprechen heute schon
verdächtig geworden ist: das Gewissen.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Das einzige, wovor Jugendliche geschützt werden müssen, sind die
Erwachsenen.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
In seinem Durchschnitts-'Organ' ist der deutsche Katholizismus mies
bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Im Grunde interessieren mich als Autor nur zwei Themen: die Liebe und
die Religion. Für beide Themen ist im innerdeutschen Katholizismus
kein Platz.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Ich frage mich vieles, vor allem das eine: Wie ist es möglich, daß 800
Millionen Christen diese Welt so wenig zu verändern vermögen, eine
Welt des Terrors, der Unterdrückung, der Angst.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Welch unterschiedliche Erwachsene aus katholischen Kindern werden
können, läßt sich an den Namen Sartre, Adenauer, Himmler, Brecht,
Joyce, Roncalli und Mary McCarthy ablesen.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Es ist kein Zufall, daß immer da, wo der Geist als eine Gefahr
angesehen wird, als erstes die Bücher verboten, die Zeitungen und
Zeitschriften, Rundfunkmeldungen einer strengen Zensur ausgeliefert
werden; zwischen den Zeilen, auf dieser winzigen Schlußlinie des
Druckers, kann man Dynamit genug anhäufen, um Welten in die Luft zu
sprengen.
		-- Heinrich Böll, "Billard um halbzehn"
%
Der einzige, der Adenauer nach 1945 gewachsen war und ihm weiter
entgegengewachsen wäre, war Kurt Schumacher; er starb.
		-- Heinrich Böll, Keine so schlechte Quelle
%
Das Aktuelle ist der Schlüssel zum Wirklichen.
		-- Heinrich Böll
%
Vieles kann der Mensch entbehren, nur den anderen Menschen nicht.
		-- Ludwig Börne
%
Die Fassung der Edelsteine erhöht ihren Preis, aber nicht ihren Wert.
		-- Ludwig Börne (Denkrede auf Jean Paul)
%
Als Gott die Welt erschuf, da schuf er den Mann und das Weib, nicht
Herrn und Knecht, nicht Juden und Christen, nicht Arme und Reiche.
		-- Ludwig Börne
%
Zank ist Rauch der Liebe.
		-- Ludwig Börne
%
Christentum, Religion überhaupt ist ihm nicht bloß ein Greuel, es ist
ihm ein Ekel.
		-- Ludwig Börne (über Heinrich Heine, Paris, 27.10.1831)
%
Ein Blutstrom fließt durch achtzehn Jahrhunderte, und an seinen Ufern
wohnt das Christentum.
		-- Ludwig Börne
%
In einem wankenden Schiff fällt um, wer still steht, nicht wer sich
bewegt.
		-- Ludwig Börne
%
Der Humor ist keine Gabe des Geistes, es ist eine Gabe des Herzens.
		-- Ludwig Börne
%
Trost gibt der Himmel, von den Menschen erwartet man Beistand.
		-- Ludwig Börne
%
Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der
hat das Höchste erreicht.
		-- Ludwig Börne
%
Je vornehmer einer ist, desto höflicher behandelt er den Niedrigen.
		-- Ludwig Börne
%
Ein Mann von Geist wird nicht allein nie etwas Dummes sagen, er wird
auch nie etwas Dummes hören.
		-- Ludwig Börne
%
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem
Geld.
		-- Ludwig Börne
%
Beim Beginnen eine Unternehmung und unweit des Zieles ist die Gefahr
des Mißlingens am größten. - Wenn Schiffe scheitern, so geschieht es
nahe am Ufer.
		-- Ludwig Börne
%
Große Leidenschaften sind wie Naturkräfte. Ob sie nutzen oder
schaden, hängt nur von der Richtung ab, die sie nehmen.
		-- Ludwig Börne
%
Ein Mann von Geist wird nicht allein nie etwas Dummes sagen, er wird
auch nie etwas Dummes hören.
		-- Ludwig Börne
%
Tugenden und Mädchen sind am schönsten, ehe sie wissen, daß sie schön
sind.
		-- Ludwig Börne
%
Alle Narrheit erschöpfen - so gelangt man zum Boden der Weisheit
		-- Ludwig Börne
%
Einen Wahn verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden.
		-- Ludwig Börne
%
Es kann das Volk sein eigener Tyrann sein, und es ist es oft gewesen.
		-- Ludwig Börne
%
Trost gibt der Himmel, von dem Menschen erwartet man Beistand.
		-- Ludwig Börne
%
Man kann eine Idee durch eine andere verdrängen, nur die der Freiheit
nicht.
		-- Ludwig Börne
%
Minister fallen wie Butterbrote: gewöhnlich auf die gute Seite.
		-- Ludwig Börne
%
Aufrichtigkeit ist die Quelle aller Genialität.
		-- Ludwig Börne
%
Die einzige Art zu betrügen, die zuweilen noch Erfolg hat, ist
offenherzig zu sein.
		-- Ludwig Börne
%
Das Schmollen der Weiber ist nichts als ein Guerillakrieg, den sie
gegen die konzentrierte Macht der Männer führen, ein Krieg, in dem sie
immer siegen.
		-- Ludwig Börne
%
Das Geheimnis der Macht besteht darin, zu wissen, daß andere noch
feiger sind als wir.
		-- Ludwig Börne
%
Seid Glühwein oder brunnenkühles Wasser, nur nicht abgestandenes Naß,
das jeden anekelt, seid keine Philister.
		-- Ludwig Börne (Kritiken)
%
Die meisten Menschen sind unzufrieden, weil die wenigsten wissen, daß
der Abstand zwischen Eins und Nichts größer ist als der zwischen Eins
und Tausend.
		-- Ludwig Börne (Der Narr im Weißen Schwan)
%
Nur in der Jugend ist man wahrer Weltbürger;
die besten unter den Alten sind nur Erdenbürger.
		-- Ludwig Börne
%
Um alt zu werden, darf man keine Grundsätze haben.
		-- Ludwig Börne
%
Man mochte über Adenauer denken, was man wollte. Man wußte jedenfalls
genau, woran man war.
		-- Willy Brandt
%
Es ist wichtiger, etwas im kleinen zu tun, als im großen darüber zu
reden.
		-- Willy Brandt
%
Im moralischen Sinn macht es keinen Unterschied, ob ein Mensch im
Krieg getötet oder durch Gleichgültigkeit anderer zum Hungertod
verurteilt wird.
		-- Willy Brandt
%
Man kann nie so kompliziert denken, wie es plötzlich kommt.
		-- Willy Brandt
%
Sozialismus ohne Demokratie ist widersinnig und funktioniert nicht
einmal.
		-- Willy Brandt
%
Das deutsche Volk verdient es, mit weniger Gerissenheit und mehr Liebe
regiert zu werden.
		-- Willy Brandt
%
Manchmal ist es im Leben so, daß man erst etwas wird, wenn man nichts
mehr werden will.
		-- Willy Brandt
%
Besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, daß jede Zeit eigene
Antworten will.
		-- Willy Brandt
%
Es sind die schlechtesten Deutschen nicht, die unruhig werden, wenn
sie des Nachts an Deutschland denken.
		-- Willy Brandt
%
Journalisten sind nur Randfiguren der holzverarbeitenden Industrie.
		-- Willy Brandt
%
Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.
		-- Willy Brandt
%
Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.
		-- Willy Brandt
%
Der größte Teil der kulturellen Produktion der letzten Jahrzehnte wäre
durch einfaches Turnen und zweckmäßige Bewegung im Freien mit großer
Leichtigkeit zu verhindern gewesen.
		-- Bertold Brecht
%
Es gibt kein Geschäft, das so gemein wäre, daß nicht sofort ein
anderer es macht, wenn man darauf verzichtet.
		-- Bertold Brecht
%
Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten.
		-- Bertold Brecht
%
Keine Gnade mehr mit denen, die nicht erforscht haben und doch reden.
		-- Berthold Brecht
%
Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, und mach noch einen
zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht.
		-- Berthold Brecht (Dreigroschenoper)
%
Als der Geist noch in Höhlen hauste, war er unbeachtet, aber frei.
		-- Berthold Brecht
%
Liebe ist nur ein anderer Ausdruck für Schweinerei.
		-- Berthold Brecht (Herr Puntila und sein Knecht)
%
Was nützt ein Gott, wenn er sich nicht herumspricht.
		-- Berthold Brecht
%
Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.
		-- Berthold Brecht
%
Das Theater darf nicht danach beurteilt werden, ob es die Gewohnheiten
seines Publikums befriedigt, sondern danach, ob es sie zu ändern
vermag.
		-- Berthold Brecht (Bertolt Brecht, Politik auf dem Theater)
%
Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.
		-- Berthold Brecht
%
Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem
ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar
nach dem dritten.
		-- Berthold Brecht
%
Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die
Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.
		-- Bertold Brecht
%
Die Erfindungen für Menschen werden unterdrückt, die Erfindungen gegen
sie gefördert.
		-- Bertold Brecht
%
So viel ist gewonnen, wenn nur einer aufsteht und nein sagt.
		-- Bertold Brecht
%
Wäre es nicht einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte
sich ein anderes ?
		-- Bertold Brecht
%
Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.
		-- Bertold Brecht
%
Will vom Krieg leben, wird ihm wohl müssen, auch etwas geben.
		-- Bert Brecht
%
Wer A sagt, der muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A
falsch war.
		-- Bertold Brecht
%
Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie
weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!
		-- Berthold Brecht
%
Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der
Städte.
		-- Bertold Brecht
%
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
		-- Bertold Brecht
%
Vertrauen wird dadurch erschöpft, daß es in Anspruch genommen wird.
		-- Bertold Brecht
%
Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu
sein.
		-- Bertold Brecht
%
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
		-- Berthold Brecht (Dreigroschenoper)
%
Suche die Schule auf, Obdachloser! Verschaffe dir Wissen, Frierender!
Hungriger, greif nach dem Buche: es ist eine Waffe. Du mußt die
Führung übernehmen.
		-- Bertold Brecht
%
Keinen verderben lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück
erfüllen, auch sich, das ist gut.
		-- Bertold Brecht
%
Denn die einen stehn im Dunkeln und die andern stehn im Licht. Und man
sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.
		-- Bertold Brecht
%
Die Besitzenden der Erde können das Elend zwar anstiften, aber sehen
können sie das Elend nicht.
		-- Bertold Brecht
%
Der Mensch denkt: Gott lenkt!
Der Mensch denkt, Gott lenkt!
Der Mensch denkt - Gott lenkt!
		-- Bertold Brecht (zur Wichtigkeit der Zeichensetzung)
%
Ich laß mir den Krieg von euch nicht madig machen.
		-- Bertold Brecht
%
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
		-- Bertold Brecht
%
Aschenhaufen haben es gern, wenn man sie für erloschene Vulkane hält.
		-- Wieslaw Brudzinski
%
Die gefährlichste Waffe sind die Menschen kleinen Kalibers.
		-- Wieslaw Brudzinski
%
Steigerung des Luxus: eigenes Auto, eigene Villa, eigene Meinung.
		-- Wieslaw Brudzinski
%
Ein Freund ist ein Mensch, der dir völlig selbstlos schadet.
		-- Wieslaw Brudzinski
%
Manche meinen, sie seien liberal geworden, nur weil sie die Richtung
ihrer Intoleranz geändert haben.
		-- Wieslaw Brudzinski
%
Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Fähigkeit, sich der
Situation anzupassen. Wenn du ein Buch verkehrt in die Hand genommen
hast, lerne, es verkehrt zu lesen.
		-- Wieslaw Brudzinski
%
Mit der Zeit vollbringen unsere Vorfahren immer ruhmreichere Taten.
		-- Wieslaw Brudzinzki (Katzenjammer)
%
Das Gedächtnis ist ein sonderbares Sieb. Es behält alles Gute von uns
und alles Üble von den anderen.
		-- Wieslaw Brudzinzki
%
Ratten, die das Schiff verlassen haben, nehmen es ihm übel, wenn es
nicht versinkt.
		-- Wieslaw Brudzinzki (Katzenjammer)
%
Aus jeder Situation gibt es mehrere Ausgänge - nur auf verschiedenen
Etagen.
		-- Wieslaw Brudzinzki
%
Ein guter Propagandist kann sogar mithilfe der Wahrheit überzeugen.
		-- Wieslaw Brudzinzki
%
Ein Geistlicher, der Gewehre segnet: Ein Beispiel mehr dafür, wie der
Zweck die Mittel heiligt.
		-- Wieslaw Brudzinzki
%
Einige Dinge sind unerträglich, wenn sie mittelmäßig sind: Poesie,
Musik, Malerei und öffentliche Reden.
		-- Jean de La Bruyère
%
Es ist ein Unglück, nicht genug Geist zu haben, um eine Rede zu halten
und nicht genug Selbsterkenntnis, um zu schweigen.
		-- Jean de la Bruyère
%
Das Leben ist eine Tragödie für die, die fühlen, und eine Komödie für
die, die denken.
		-- Jean de la Bruyère
%
Spottsucht ist oft Armut an Geist.
		-- Jean de la Bruyère
%
Nichts erfrischt unser Blut so sehr, wie wenn es uns gelungen ist,
eine Dummheit zu vermeiden.
		-- Jean de la Bruyère
%
Bescheidenheit ist die letzte Raffinesse der Eitelkeit.
		-- Jean de la Bruyère
%
Man muß schon jeglichen Geistes bar sein, wenn Liebe, Bosheit und Not
ihn nicht wecken.
		-- Jean de la Bruyère
%
Man kann es auf zweierlei Art zu etwas bringen: Durch eigenen Können
oder durch die Dummheit der anderen.
		-- Jean de la Bruyère
%
Man muß lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben
könnte, ohne gelacht zu haben.
		-- Jean de la Bruyère
%
Ein hochmütiges und aufgeblasenes Wesen trägt in der Gesellschaft
gerade das Gegenteil der erwarteten Achtung ein.
		-- Jean de La Bruyère (Die Charaktere)
%
Es scheint, daß jemand achten heißt, sich ihm gleichstellen.
		-- Jean de La Bruyère (Die Charaktere)
%
Nach der Pracht oder Ärmlichkeit des Wagens achtet man die Leute
oder behandelt man sie geringschätzig.
		-- Jean de La Bruyère (Die Charaktere)
%
Wenn man geschätzt sein will, muß man mit schätzenswerten Menschen
leben.
		-- Jean de La Bruyère
%
Will man geachtet werden, muß man unter Menschen leben, die man
achten kann.
		-- Jean de La Bruyère (Die Charaktere)
%
Wenn Adel Tugend ist, so geht er durch all das verloren, was der
Tugend widerspricht; ist es nicht Tugend, taugt er wenig.
		-- Jean de La Bruyère (Die Charaktere)
%
Alle unsere Leiden kommend daher, daß wir nicht allein sein können.
		-- Jean de La Bruyère (Die Charaktere)
%
Man hofft, alt zu werden, und fürchtet sich doch davor: Das heißt, man
liebt das Leben und flieht den Tod.
		-- Jean de La Bruyère (Die Charaktere)
%
Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft
preisgeben.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Die Jugend soll ihre eigenen Wege gehen.
Aber ein paar Wegweiser schaden nicht.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Wenn Menschen Glück kaufen könnten, würden sie es bestimmt eine Nummer
zu groß wählen.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Das Streben nach Vollkommenheit macht manchen Menschen vollkommen
unerträglich.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu
sehen.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Lärm ist ein geeignetes Mittel, die Stimme des Gewissens zu übertönen.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Mit Güte kann man fast jeden Menschen überraschen.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu
ziehen: Stecken Sie sich einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine
Wilde; stecken Sie sich zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind
zivilisiert.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu
sehen.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu
ziehen. Stecken Sie einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine Wilde,
stecken Sie zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind zivilisiert.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das große
vergebens warten.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Bringen Hufeisen wirklich Glück? Ich bezweifle es - ich habe schon
viele unglückliche Pferde gesehen.
		-- Pearl Sydenstricker Buck (Pseudonym: Sedges, John)
%
Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche
Antworten.
		-- Wilhelm Busch
%
Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.
		-- Wilhelm Busch
%
Ich bin Pessimist für die Gegenwart, aber Optimist für die Zukunft.
		-- Wilhelm Busch
%
Klatschen heißt anderer Leute Sünden beichten.
		-- Wilhelm Busch
%
Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
		-- Wilhelm Busch
%
Hartnäckig weiter fließt die Zeit, die Zukunft wird Vergangenheit.
Aus einem großen Reservoir ins andre rieselt Jahr um Jahr.
		-- Wilhelm Busch
%
Man nimmt in der Welt jeden, wofür er sich gibt, aber er muß sich
auch für etwas geben. Man erträgt die Unbequemen lieber, als man die
Unbedeutenden duldet.
		-- Wilhelm Busch
%
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind,
und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
		-- Wilhelm Busch
%
Der Philosoph hat wie der Hausbesitzer immer Reparaturen.
		-- Wilhelm Busch
%
Platonische Liebe kommt mir so vor wie ein ewiges Zielen und niemals
losdrücken.
		-- Wilhelm Busch
%
Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Sachen, welche wir nicht kriegen.
		-- Wilhelm Busch
%
Die gute Unterhaltung besteht nicht darin, daß man selbst etwas
Gescheites sagt, sondern daß man etwas Dummes anhören kann.
		-- Wilhelm Busch
%
Wem zu glauben ist, redlicher Freund, das kann ich dir sagen: Glaube
dem Leben; es lehrt besser als Redner und Buch.
		-- Wilhelm Busch
%
Gott zieht uns an der Hand, der einen,
der Teufel zieht an beiden Beinen.
		-- Wilhelm Busch
%
Schnell wachsende Keime welken geschwinde; zu lange Bäume brechen im
Winde.
		-- Wilhelm Busch
%
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft
durch Vernachlässigung kleiner Dinge.
		-- Wilhelm Busch
%
Glaube beruht auf Ursachen, nicht auf Gründen.
		-- Wilhelm Busch
%
Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.
		-- Wilhelm Busch
%
Mut und Wille ergeben manchmal Mutwillen.
		-- Wilhelm Busch
%
Wo man am meisten drauf erpicht,
grad das bekommt man meistens nicht.
		-- Wilhelm Busch
%
Das Gute - dieser Satz steht fest -
ist stets das Böse, was man läßt.
		-- Wilhelm Busch (Helene)
%
Fortwährend hinter angenehmen Erwartungen schleichen die unangenehmen
Möglichkeiten.
		-- Wilhelm Busch
%
Bemüh' Dich nur und sei hübsch froh,
der Ärger kommt schon sowieso.
		-- Wilhelm Busch
%
Früher, da ich unerfahren und bescheidener war als heute, hatten meine
höchste Achtung andre Leute. Später traf ich auf der Weide außer mir
noch mehrere Kälber, und nun schätz ich sozusagen erst mich selber.
		-- Wilhelm Busch
%
Der guten Menschen Hauptbestreben ist, andern auch was abzugeben.
		-- Wilhelm Busch
%
Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's! Reise, reise!
		-- Wilhelm Busch
%
Mancher ertrinkt lieber, als daß er um Hilfe ruft.
		-- Wilhelm Busch
%
Obgleich die Welt ja, sozusagen,
wohl manchmal etwas mangelhaft,
wird sie doch in den nächsten Tagen
vermutlich noch nicht abgeschafft.
		-- Wilhelm Busch
%
Wenn man es nur versucht, so geht's, das heißt, mitunter, doch nicht
stets.
		-- Wilhelm Busch
%
Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
		-- Wilhelm Busch
%
Ungeduld hat häufig Schuld.
		-- Wilhelm Busch
%
Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.
		-- Wilhelm Busch
%
Musik wird störend oft empfunden,
weil stets sie mit Geräusch verbunden.
		-- Wilhelm Busch
%
Es ist ein Brauch von alters her,
wer Sorgen hat hat auch Likör.
		-- Wilhelm Busch
%
Schön ist's, wenn wir Freunde kommen sehn.
Schön ist es ferner, wenn sie bleiben.
Und sich mit uns die Zeit vertreiben.
Doch wenn sie schließlich wieder
gehn, ist's auch recht schön.
		-- Wilhelm Busch
%
Aber hier, wie überhaupt,
kommt es anders, als man glaubt.
		-- Wilhelm Busch (Plisch und Plum)
%
Die Wahrheit ist zu schlau, um gefangen zu werden.
		-- Wilhelm Busch
%
Gar sehr verzwickt ist diese Welt - mich wundert's daß sie wem gefällt.
		-- Wilhelm Busch
%
Bist du wütend, zähl bis vier,
hilft das nicht, dann explodier.
		-- Wilhelm Busch
%
Dummheit, die man bei anderen sieht, wirkt meist erhebend aufs Gemüt.
		-- Wilhelm Busch
%
Und schon erfolgt der Griff, der rasche,
in die besagte Westentasche.
Die Lippe sprüht, das Auge leuchtet,
des Lauschers Bart wird angefeuchtet.
		-- Wilhelm Busch
%
Ein Onkel, der gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß
Klavier spielt.
		-- Wilhelm Busch
%
Toleranz ist gut.
Aber nicht gegenüber Intoleranten.
		-- Wilhelm Busch
%
Sind doch die Damen geborene Philosophen; sie denken was sie wollen
und wissen alles am besten.
		-- Wilhelm Busch
%
Also lautet der Beschluß:
daß der Mensch was lernen muß.
%
Wer dir sagt, er hätte noch nie gelogen, dem traue nicht, mein Sohn!
		-- Wilhelm Busch
%
Gedanken sind nicht stets parat. Man schreibt auch, wenn man keine
hat.
		-- Wilhelm Busch
%
Denn früh belehrt ihn die Erfahrung: Sobald er schrie, bekam er
Nahrung.
		-- Wilhelm Busch
%
Die Selbstkritik hat viel für sich. Gesetzt der Fall, ich tadle mich,
so kommt es dann zuletzt heraus, daß ich ein ganz famoses Haus.
		-- Wilhelm Busch
%
Wie wolltest du dich überwinden
kurzweg die Menschen zu ergründen
du kanntst sie nur von außenwärts
du siehst die Weste, nicht das Herz.
		-- Wilhelm Busch
%
Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.
		-- Wilhelm Busch
%
Der Segen der Natur wird vernichtet durch den Segen Roms.
		-- Wilhelm Busch
%
Ja, selig ist der gute Christ,
wenn er nur gut bei Kasse ist.
		-- Wilhelm Busch
%
Sein Prinzip ist überhaupt: Was beliebt, ist erlaubt. Denn der Mensch
als Kreatur hat von Rücksicht keine Spur.
		-- Wilhelm Busch
%
Des Schweines Ende ist der Wurst Anfang.
		-- Wilhelm Busch
%
Froh schlägt das Herz im Reisekittel,
vorausgesetzt, man hat die Mittel.
		-- Wilhelm Busch
%
Und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.
		-- Wilhelm Busch (Fuchs und Igel)
%
Wo du bist und wo ich sei,
Ferneweg und nahebei;
Überall und auch indessen
Werd' ich deiner nicht vergessen;
Dein gedenk' ich, still erfreut,
Selbsten in der Einsamkeit;
Ja, im dicksten Publikum
Schwebt mein Geist um dich herum.
		-- Wilhelm Busch
%
Gewinn anderer wird fast wie Verlust empfunden.
		-- Wilhelm Busch
%
So geht es mit Tabak und Rum:
Erst bist du froh, dann fällst du um.
		-- Wilhelm Busch (Die Haarbeutel)
%
Alte Bäume behämmert der Specht am meisten.
		-- Wilhelm Busch
%
Der Optimist glaubt, daß wir in der besten aller möglichen Welten
leben, und der Pessimist befürchtet, das das stimmt.
		-- James Branch Cabell
%
Die Menschen glauben im allgemeinen gern, was sie wünschen.
		-- Gaius Julius Caesar
%
Ich liebe den Verrat, aber ich hasse Verräter.
		-- Gaius Julius Caesar
%
Den Ahnungslosen schenkt der Herr einen leichten Schlaf.
		-- Gaius Julius Caesar
%
Wenn es etwas gibt, was die Welt haßt, so ist es eine Frau, die sich
um ihre eigenen Angelegenheiten kümmert.
		-- Calamity Jane (alias Martha Jane Canarry)
%
Wenn ein Frauenkörper spricht, haben Männer nicht genug Augen, um
zuzuhören.
		-- Alexander Calder
%
Begangene Fehler können nicht besser entschuldigt werden als mit dem
Geständnis, daß man sie als solche erkennt.
		-- Pedro Calderon de la Barca
%
Das Leben ist ein Traum.
		-- Calderon
%
Eine gute Regierung ist wie eine geregelte Verdauung; solange sie
funktioniert, merkt man von ihr kaum etwas.
		-- Erskine Caldwell
%
Erfahrungen sammelt man wie Pilze: einzeln und mit dem Gefühl, daß die
Sache nicht ganz geheuer ist.
		-- Erskine Caldwell
%
Derartige Angelegenheiten werden vom Minister entschieden. Ist der
Minister nicht zu erreichen, entscheidet sein Stellvertreter. Ist
dieser auch nicht da, entscheidet der gesunde Menschenverstand.
		-- James Callaghan
%
Wenn einer allein träumt, dann bleibt es ein Traum. Wenn aber alle
gemeinsam träumen, dann wird es Wirklichkeit.
		-- Helder Camara
%
Der Abend des Lebens gibt mir geheimnisvolle Weisheit,
Und künftige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
		-- Thomas Campell (Lochiels Warnung)
%
Wir machen Musik und verstehen nicht allzuviel davon - das verbindet
uns mit der Oberklasse der Politiker in diesem Land.
		-- Campino (Sänger der 'Toten Hosen')
%
Die ganze Kunst des Redens besteht darin,
zu wissen, was man nicht sagen darf.
		-- George Canning
%
Mit einem freundlichen Wort und einer Pistole kann man mehr erreichen,
als nur mit einem freundlichen Wort.
		-- Al Capone
%
Ehe man den Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen hat.
		-- Truman Capote
%
Der Jammer mit der Menschheit ist, daß die Klugen feige, die Tapferen
dumm und die Fähigen ungeduldig sind. Das Ideal wäre der tapfere Kluge
mit der nötigen Geduld.
		-- Truman Capote
%
Erfolg ist so ziemlich das letzte, was einem vergeben wird.
		-- Truman Capote
%
Slang ist der durchgescheuerte Hosenboden der Sprache.
		-- Truman Capote
%
Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch tätig zu sein. Nur merken
es die meisten nie.
		-- Truman Capote
%
Heute ist die Utopie vom Vormittag die Wirklichkeit vom Nachmittag.
		-- Truman Capote
%
Glück bedeutet Gelassenheit. Wer glücklich sein will, muß Zeit für die
Ewigkeit haben.
		-- Truman Capote
%
Kleider machen Leute - aber sie machen nicht den Menschen.
		-- Othmar Cappelmann
%
Liebe ist ein Käfig mit Gitterstäben aus Glück.
		-- Claudia Cardinale
%
Wer nicht zurecht kommt, soll mich anrufen.
		-- Wolfgang Clement
%
Wer mir 20 Wörtern sagt, was man mit 10 Wörten sagen kann, der ist
auch zu anderen Schlechtigkeiten fähig.
		-- Giosue Carducci
%
Ein Mensch kann sich nicht frei nennen, wenn seine Freiheit auf der
Unterdrückung anderer beruht.
		-- Juan Carlos I.
%
Der Krieg zwischen zwei gebildeten Völkern ist ein Hochverrat an der
Zivilisation.
		-- Sylva Carmen (pseud. Elisabeth, Königin von
		Rumänien, 'Vom Amboß')
%
Ein Geheimnis ist wie ein Gewand:
Je mehr man es zu verbergen sucht, desto mehr zeigt man es.
		-- Sylva Carmen (pseud. Elisabeth, Königin von Rumänien)
%
Die Dummheit drängt sich vor, um gesehen zu werden; die Klugheit steht
zurück, um zu sehen.
		-- Sylva Carmen (pseud. Elisabeth, Königin von Rumänien)
%
Begeisterungsfähigkeit ist eine der Hauptursachen für den Erfolg im
Leben.
		-- Dale Carnegie
%
Arbeite und lerne, und du kannst gar nichrt verhindern, daß du etwas
wirst.
		-- Dale Carnegie
%
Zeitlos ist die Macht des Herzens, die sich als Wohlwollen kundgibt.
		-- Hans Carossa
%
Langlebigkeit ist nur erstrebenswert, wenn sie das Jungsein
verlängert, nicht aber das Altsein hinauszieht.
		-- Alexis Carrel
%
Wenn ich mich an jemandem rächen will, dann nehme ich ihm die Radkappe
ab und tue ein Steinchen hinein.
		-- Rudi Carrell
%
Nachrichtensprecher fangen stets mit "Guten Abend" an und brauchen
dann 15 Minuten, um zu erklären, daß es kein guter Abend ist.
		-- Rudi Carrell
%
Wenn eine Frau so tut, als interessiere sie sich für die Ansichten
eines Mannes, will sie bloß seine Absichten herausbekommen.
		-- Rudi Carrell
%
Witze kann man nur dann aus dem Ärmel schütteln, wenn man sie vorher
hineingesteckt hat.
		-- Rudi Carrell
%
Schauen Sie sich doch an, wer in den großen Produktionsfirmen rumläuft:
Töchter von reichen Eltern. Die kosten wenig, aber dürfen Vorschläge machen -
und das sieht man dann in der Sendung.
		-- Rudi Carrell in HÖRZU.
%
Die Theorie ist eine Vermutung mit Hochschulbildung.
		-- James "Jimmy" Earl Carter
%
In der Musik, im Ozean, in der Blüte, in einem Blatt, in einer
freundschaftlichen Geste - in all diesen Dingen sehe ich das, was die
Menschen "Gott" nennen.
		-- Pablo Casals
%
Einen Dummkopf zu betrügen, ist eine Handlung, die eines Menschen von
Geist würdig ist.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Amor ist der größte Spitzbube unter den Göttern; der Widerspruch
scheint sein Element zu sein.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Ich sah, daß man oft, um zur Wahrheit zu gelangen, mit einer
Täuschung beginnen muß. Dem Licht muß notwendigerweise Finsternis
vorangegangen sein.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Wer schläft, sündigt nicht - wer vorher sündigt, schläft besser.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Auch die schönste Frau ist an den Füßen zu Ende.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Die besten Dinge verdanken wir dem Zufall.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Medizin in der Hand eines Einfältigen ist Gift, wie Gift in der Hand
eines Weisen zur Medizin.
		-- Giacomo Girolamo Casanova
%
Fernsehen - das ist nur 20 Prozent Inhalt und 80 Prozent Bild.
		-- Claus Hinrich Casdorff
%
Überlasse das Hassen jenen, die zu schwach sind, um lieben zu können.
		-- Michel del Castillo
%
Klatschsucht und Gerüchte werden sich ausbreiten und die Fundamente
der Staaten erschüttern!  Psychische und physische Schäden bei den
'dem Telehphonieren verfallenenen Personen' werden das öffentliche
Gesundheitswesen vor ungeahnte Probleme stellen.
		-- Prof. E. Cautious, 1. Internationaler
		   Fernsprechkongreß, 1.4.1877, London
%
Diese Spezies träumt seit mindestens 2000 Jahren von einer
Gesellschaftsordnung in der alle Menschen zufrieden leben
können. Bisher hat sie aber nur Gesetzeswerke produziert, die immer
wieder Ungerechtigkeit hervorriefen. Die Gesetze, sprich die
gesellschaftlichen Normen, werden von UNS gemacht.
		-- Günter Cave
%
Abgesehen davon, daß nicht jeder Mensch von einer Welt träumt, in der
_alle_ zufrieden sind (noch weniger von einer _Gesellschaftsordnung_)
können Gesetze keine Gerechtigkeit oder deren Gegenteil
_produzieren_. Gesellschaftsordnungen und Herrschaft der Gesellschaft
werden und wurden immer nur von wenigen (machthungrigen) Menschen
bestimmt. Das sind diejenigen, die daran Interesse haben. Die meisten
Menschen wollen einfach nur leben und kümmern sich so gut wie nicht um
Gesellschaftsordnungen. Das zu ändern, könnte meiner Meinung nach nur
gelingen, indem das Interesse der passiven Menschen geweckt wird (was
das Problem ist).
		-- Günter Cave
%
Die Zukunft der Sprache ist die Formel.
		-- C. W. Ceram (eig. Kurt W Marek)
%
Wenn alle in einer Wirtschaftskrise bewegungslos warten, wie soll sie
dann überwunden werden?
		-- Nino Cerruti
%
Bitte nie um Dinge, die du dir selbst erwerben kannst.
		-- Miguel de Cervantes Saavedra
%
Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung
gründet.
		-- Miguel de Cervantes
%
An einem kleinen Muster können wir oft das ganze Stück beurteilen.
		-- Miguel de Cervantes
%
Was der Geist erfassen und glauben kann, das kann er auch durchführen.
		-- Miguel de Cervantes de Saavedra
%
Die Erkenntnis seiner eigenen Kraft macht bescheiden.
		-- Paul Cezanne
%
Liebe ist kein Solo. Liebe ist ein Duett. Schwindet sie beim einen,
verstummt das Lied.
		-- Adalbert von Chamisso
%
Die Gegenwart ist falsch, das Leben lügt.
		-- Adelbert von Chamisso
%
Ein Mann kann anziehen, was er will - er bleibt doch nur ein
Accessoire der Frau.
		-- Coco Chanel
%
Früher haben die Frauen auf ihrem eigenen Boden gekämpft. Da war jede
Niederlage ein Sieg. Heute kämpfen sie auf dem Boden der Männer. Da
ist jeder Sieg eine Niederlage.
		-- Coco Chanel
%
Verwechsle nicht die Freude am Gefallen mit dem Glück der Liebe.
		-- Coco Chanel
%
Zwei Dinge wird ein Mann niemals verstehen: das Geheimnis der
Schöpfung und den Hut einer Frau.
		-- Coco Chanel
%
Die meisten Frauen wählen Ihr Nachthemd mit mehr Verstand als ihren
Mann.
		-- Coco Chanel
%
Die Frauen müssen wieder lernen, die Männer auf das neugierig zu
machen, was sie schon kennen.
		-- Coco Chanel
%
Wer sich in der eigenen Gesellschaft nicht wohl fühlt, hat gewöhnlich
ganz recht.
		-- Coco Chanel
%
Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit die Männer uns lieben, die
Dummheit, damit wir die Männer lieben.
		-- Coco Chanel
%
Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens. Das fängt beim
Reden an und endet beim Dekolleté.
		-- Coco Chanel
%
Die Jugend wäre eine noch viel schönere Zeit, wenn sie erst später im
Leben käme.
		-- Charlie Chaplin
%
Am Ende ist alles ein Witz.
		-- Charlie Chaplin
%
An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.
		-- Charlie Chaplin
%
Jeder Tag an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.
		-- Charlie Chaplin
%
Filmemacher sollten bedenken, daß man ihnen am Tag des Jüngsten
Gerichts all ihre Filme wieder vorspielen wird.
		-- Charlie Chaplin
%
Von einem gewissen Alter ab tut auch die Freude weh.
		-- Charlie Chaplin
%
Ein Nachtklub ist ein Lokal, in dem die Tische reservierter sind als
die Gäste.
		-- Charles Chaplin
%
Ideale sind das Schönste und Größte und wertvollste im Leben - außer
wenn wir versuchen, danach zu leben.
		-- Charlie Chaplin
%
Ruhm hat nichts mit Popularität zu tun. Popularität hält manchmal nur
von einem Klatsch zum nächsten.
		-- Charlie Chaplin
%
Erfahrene Juristen bezeugen, daß es vor Gericht von Vorteil sein
kann, wenn man im Recht ist.
		-- Graham Chapman
%
Es ist weniger schwierig, Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben.
		-- Marie-Joseph Pierre Teilhard de Chardin
%
Einst aß Orlov zu viel Erbsenbrei und starb. Und als Krylov davon erfuhr,
starb auch er. Und Spiridonov starb von ganz allein. Und Spiridonovs Frau
fiel von der Kommode und starb. Und Spiridonovs Kinder ertranken im Teich.
Und Spiridonovs Großmutter ergab sich dem Suff und trieb sich auf der
Straße herum. Und Michajlov hörte auf, sich zum kämmen, und kriegte die Krätze.
Und Kruglov malte eine Dame mit Knute in der Hand und wurde verrückt.
Und Perechrestov [1] bekam telegraphisch 400 Rubel und gab damit dermaßen an,
daß man ihn entlassen mußte.
Lauter gute Menschen, und können keinen kühlen Kopf bewahren.

[1] Anm.: Auf dem dritten e sind zwei Punkte. Daß interessiert vermutlich
          keine Sau, wird aber der Genauigkeit halber mitgeteilt.
[2] Anm. zur Anm.: Der Buchstabe mit den zwei Punkten auf dem e ist eine
          Erfindung der Kommunisten. Vorher sah das Ding ganz entfernt
          einer Kirche ähnlich und mußte daher entfernt werden.
[3] Anm. zur Anm. zur Anm.: Genützt hat es ihnen nix.
		-- Daniil Charms
%
Es war einmal ein Rotschopf, der hatte weder Augen noch Ohren. Er hatte
auch keine Haare, so daß man ihn an sich grundlos einen Rotschopf
nannte.  Sprechen konnte er nicht, denn er hatte keinen Mund.  Eine
Nase hatte er auch nicht.
Er hatte sogar weder Arme noch Beine. Er hatte keinen Bauch, er hatte
keinen Rücken, er hatte kein Rückgrat, er hatte auch keine
Eingeweide. Nichts hatte er! So daß unklar ist, um wen es hier
eigentlich geht.  Reden wir lieber nicht weiter darüber.
		-- Daniil Charms (Das blaue Heft Nr. 10)
%
Es ist weniger schwierig, Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben.
		-- Marie-Joseph Pierre Teilhard de Chardin
%
Bekannt wollte ich eigentlich nie werden, mir genügt, der Größte zu
sein.
		-- Ray Charles
%
Sich hinzusetzen und nachzudenken ist eine echte Knochenarbeit.
		-- Prinz Charles
%
Wäre ich Narr genug, noch an das Glück zu glauben, so würde ich es in
de Gewohnheit suchen.
		-- François-René Vicomte de Chateaubriand
%
Die großen Menschen, die auf der Erde eine sehr kleine Familie
bilden, finden leider nur sich selbst zum Nachnamen.
		-- François-René Vicomte de Chateaubriand
%
Ein schwacher Verstand ist wie ein Mikroskop, das Kleinigkeiten
vergrößert und große Dinge nicht erfaßt.
		-- Lord Chesterfield
%
Staatsmänner und schöne Frauen haben kein Gefühl für ihren
allmählichen Verfall.
		-- Lord Chesterfield
%
Sprich über das Moderne ohne Verachtung und über das Alte ohne
Vergötterung.
		-- Lord Chesterfield
%
Ein fester Vorsatz ist das wichtigste Instrument für Erfolg.
		-- Philip Earl of Chesterfield
%
Die Liebe ist ein Feuer, das im Laufe der Jahre mehr Rauch entwickelt
als Hitze.
		-- Maurice Chevalier
%
Höflichkeit ist der Sicherheitsabstand, den vernünftige Menschen
einhalten.
		-- Maurice Chevalier
%
Die vollkommene Frau hat einige kleine Disharmonien.
		-- Maurice Chevalier
%
Junggesellen sind für Frauen so etwas wie Feldherren, die noch keine
Schlacht verloren haben.
		-- Maurice Chevalier
%
Je älter man wird, desto ähnlicher wird man sich selbst.
		-- Maurice Chevalier
%
Ein Mann mit weißen Haaren ist wie ein Haus, auf dessen Dach
Schnee liegt. Das beweist aber noch lange nicht, daß im Herd kein
Feuer brennt.
		-- Maurice Chevalier
%
Der Vorzug großer Gesellschaften liegt darin, daß man die Einsamkeit
schätzen lernt.
		-- C. Chincolle
%
Es ist die Aufgabe der Opposition, die Regierung abzuschminken,
während die Vorstellung noch läuft.
		-- Jacques Chirac
%
Kunst im überlieferten Sinne gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch
kurzlebige modische Einfälle, denen man das Etikett Kunst aufklebt.
		-- Giorgio de Chirico
%
Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige
Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle
wehren zu können.
		-- Noam Chomsky
%
Für eine privilegierte Minderheit hält die westliche Demokratie die
Muße, die Einrichtungen und die Ausbildung bereit, die es ihr erlauben,
die Wahrheit zu suchen, die sich hinter dem Schleier von Verzerrung und
Verdrehung, Ideologie und Klasseninteresse verbirgt ... Die
Intellektuellen haben die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und Lügen
aufzudecken.
		-- Noam Chomsky
%
Für eine privilegierte Minderheit hält die westliche Demokratie die Muße,
die Einrichtungen und die Ausbildung bereit, die es ihr erlauben, die
Wahrheit zu suchen, die sich unter dem Schleier von Verzerrung und
Verdrehung, Ideologie und Klasseninteresse verbirgt. Die Intellektuellen
haben die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und Lügen aufzudecken.
		-- Noam Chomsky
%
Konsens ist kein Maßstab für Wahrheit und Gerechtigkeit.
		-- Noam Chomsky
%
Mit einem richtigen Verständnis des Begriffes 'Konsens' kann man auch zu dem
Schluss kommen, dass die Durchsetzung der Unternehmerinteressen trotz der
Ablehnung durch die Öffentlichkeit (...) in einer Art "Konsens ohne Zustimmung"
geschieht, (...) "die Meinung der Massen zu formen", damit diese in unserer
freien Gesellschaft ihre Pflicht erfüllen wie Soldaten in einer ordentlich
disziplinierten Armee.
		-- Noam Chomsky
%
Wenn ich nicht vom Mainstream ausgeschlossen wäre, müsste ich annehmen, einen
Fehler gemacht zu haben.
		-- Noam Chomsky
%
Man möchte zuweilen ein Kannibale sein, nicht um den oder jenen
aufzufressen sondern um ihn auszukotzen.
		-- Emile M. Cioran
%
Weniges auf dieser Welt verbindet so stark wie eine gemeinsame
Abneigung gegen einen Dritten.
		-- Rene Clair
%
Gottlob gibt es immer Menschen, die besser sind, als man es verdient.
		-- René Clair
%
Reue ist der Versuch, in sich zu gehen, nachdem man gerade so schön
aus sich herausgegangen ist.
		-- Hans Clarin
%
Ein Snob ist jemand, für den Hummer nur die Vorspeise zu einer
Pellkartoffel ist.
		-- Hans Clarin
%
Ein Politiker denkt an die nächste Wahl; ein Staatsmann an die nächste
Generation.
		-- James Freeman Clarke
%
Ordnung ist die Lust der Vernunft, aber Unordnung ist die Wonne der
Phantasie.
		-- Paul Claudel
%
Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht doch wichtiger, sie
nicht zugrunde zu richten.
		-- Paul Claudel
%
Vernünftige und verantwortungsbewusste Frauen wollen gar nicht wählen.
		-- Grover Cleveland, US-Präsident, 1905
%
Unser Ziel sollte es sein, daß Schwangerschaftsabbrüche sicher und
legal, aber eher selten auftreten.
		-- Bill Clinton
%
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, daß SIE nicht hinter dir her sind!
		-- Kurt Cobain
%
Kultur ist, wenn ich mir aus einem Kopf eine Blumenvase machen kann.
Zivilisation ist, wenn ich dafür ins Gefängnis komme.
		-- Cohen der Barbar
%
Steuern zu erheben heißt, die Gans so zu rupfen, daß man möglichst
viele Federn mit möglichst wenig Gezische bekommt.
		-- Jean-Baptiste Colbert
%
Die Summe der Intelligenz auf der Erde ist eine Konstante.
Die Bevölkerung wächst.
		-- Mr. Cole's Axiom
%
Gesunder Menschenverstand in ungewöhnlichem Maße ist das, was die Welt
Weisheit nennt.
		-- Samuel Taylor Coleridge
%
Die glücklichste Ehe, die ich mir persönlich vorstellen kann, wäre die
Verbindung zwischen einem tauben Mann und einer blinden Frau.
		-- Samuel Taylor Coleridge
%
Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt.
		-- Samuel Taylor Coleridge
%
Nur die Weisen sind im Besitz von Ideen. Die meisten Menschen sind von
Ideen besessen.
		-- Samuel Coleridge
%
Keuschheit ist ebensowenig eine Tugend wie Unterernährung.
		-- Alex Comfort
%
Die bedeutendste negative Leistung des Christentums war die
'Problematisierung' der Sexualität... Wir brauchen eine
Geisteshaltung, die in der Sexualität kein 'Problem', sondern ein
'Vergnügen' sieht. Den meisten Leuten fehlt dazu die Sicherheit - und
oft auch die Liebe.
		-- Alex Comfort
%
Die Entstehung des Lebens auf der Erde mit dem Zufall erklären heißt,
von der Explosion einer Druckerei das Zustandekommen eines Lexikons zu
erwarten.
		-- Edwin Conklin
%
Die meisten Menschen denken hauptsächlich über das nach, was die
anderen Menschen über sie denken.
		-- Sean Connery
%
Frauen müssen ab und zu eins auf den Hintern bekommen. Manchen
gefällt's.
		-- Sean Connery
%
Vermutungen sind die Ausflucht jener Leute, die nichts wissen.
		-- O'Connor
%
Eine Frau zu sein ist eine schrecklich schwierige Aufgabe, weil sie es
vor allem mit Männern zu tun hat.
		-- Joseph Conrad
%
Nichts wird so leicht für Übertreibung gehalten wie die Schilderung
der reinen Wahrheit.
		-- Joseph Conrad
%
Jede Nation ist im Ausland hauptsächlich durch ihre Untugenden
bekannt.
		-- Joseph Conrad
%
Die Polizei ist dafür da, daß diejenigen, die nichts haben, denjenigen,
die viel haben, nichts wegnehmen.
		-- Joseph Conrad
%
Zuhören können ist der halbe Erfolg.
		-- Calvin Coolidge
%
Jeder hat seinen Lieblingsgegner. Ohne ihn wäre unser Glück nicht
vollkommen.
		-- Le Corbusier
%
Ich habe drei Haustiere, die dieselbe Funktion erfüllen wie ein
Ehemann: einen Hund, der jeden Morgen knurrt, einen Papagei, der den
ganzen Nachmittag lang flucht, und eine Katze, die nachts spät nach
Hause kommt.
		-- Marie Corelli
%
Um einander zu achten, muß man sich zunächst kennen.
		-- Pierre de Coubertin
%
Das Wesentliche ist nicht, 'gesiegt', sondern sich wacker geschlagen
zu haben.
		-- Pierre de Coubertin
%
Der Glaube an die Erbsünde hat die wahre Erbsünde geschaffen. Das
Christentum predigte so lange die Bösheit der menschlichen Natur, bis
diese wirklich böse wurde.
		-- Richard Graf von Coudenhove-Kalergi
%
Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.
		-- Jacques Yves Cousteau
%
Das Übel kommt nicht von der Technik, sondern von denen, die sie
mißbrauchen - mutwillig oder auch nur fahrlässig.
		-- Jacques Yves Cousteau
%
Witz ist wie Kaviar: Er sollte nur in kleinen Bissen genossen werden
und nicht dick aufgetragen wie Marmelade.
		-- Noël Coward
%
Wilddiebe und Kritiker kennen keine Schonzeit.
		-- Noël Coward
%
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
		-- Noël Coward
%
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
		-- Noël Coward
%
Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.
		-- Noël Coward
%
Als ich den Leuten in Nordirland erzählte, daß ich Atheist sei, stand
eine Frau im Publikum auf und fragte: "Nun gut, aber ist es der
katholische oder der protestantische Gott, an den Sie nicht glauben?"
		-- Quentin Crisp
%
Jeder Mensch ist einzigartig.
		-- Benedetto Croce
%
Wenn du dich auch nicht fürchtest, allein zu fallen, wieso maßest du
dir an, allein aufzustehen? Schau: Zwei zusammen können mehr als einer
allein.
		-- Juan de la Cruz
%
Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich
interessiert, was getan werden muß.
		-- Marie Curie
%
Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muß nur alles verstehen.
		-- Marie Curie
%
Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.
		-- Marie Curie
%
Wenn ein Amerikaner zufrieden ist, fragt er sich unwillkürlich, was er
falsch gemacht hat.
		-- Tony Curtis (eig. Bernard Schwarz)
%
Man kann einen Menschen einen Lügner, Betrüger, Schurken nennen, er
wird es hinnehmen - wenn man ihn aber einen schlechten Autofahrer
nennt, wird er rabiat.
		-- Tony Curtis (eig. Bernard Schwarz)
%
Im Himmel sind Heilige gut aufgehoben. Auf Erden können sie einem das
Leben zur Hölle machen.
		-- Richard J. Cushing
%
Der Erfolg zählt. Die Mißerfolge werden gezählt.
		-- Nikolaus Cybinski
%
Trinkt einer, heißt es, er säuft. Säuft er, heißt es, er trinkt.
		-- Nikolaus Cybinski
%
Altersweisheit: Wir reden fachmännisch über unseren Blutdruck und die
Cholesterinwerte.
		-- Nikolaus Cybinski
%
Charme ist die Art, wie ein Mensch "ja" sagt, ohne daß ihm eine
bestimmte Frage gestellt worden war.
		-- Albert Camus
%
Das menschliche Herz hat eine fatale Neigung, nur etwas
Niederschmetterndes Schicksal zu nennen.
		-- Albert Camus
%
Die einzige Art, gegen die Pest zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit.
		-- Albert Camus
%
Es ehrt unsere Zeit, daß sie genügend Mut aufbringt, Angst vor dem
Krieg zu haben.
		-- Albert Camus
%
Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, geleichgültig, welcher
Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit.
		-- Albert Camus
%
Mit dem Glück ist es heute wie mit dem Verbrechen: Man darf es vor
allem nicht zugeben.
		-- Albert Camus
%
Um eine Kultur zu schaffen, genügt es nicht, mit dem Lineal auf die
Finger zu klopfen.
		-- Albert Camus
%
Einen Menschen lieben heißt einzuwilligen, mit ihm alt zu werden.
		-- Albert Camus
%
Stets werde ich mir selbst ein Fremder sein.
		-- Albert Camus (Der Mythos von Sisyphos)
%
Das Leben ist naturgemäß niemals leicht.
		-- Albert Camus (Der Mythos von Sisyphos)
%
Man sollte auch gute, ja, ausgezeichnete Bücher verbieten, bloß damit
sie mehr gelesen und beachtet werden.
		-- Albert Camus
%
Man macht sich immer übertriebene Vorstellungen von dem, was man nicht
kennt.
		-- Albert Camus
%
Die größte Ersparnis, die sich im Bereich des Denkens erzielen läßt,
besteht darin, die Nicht-Verstehbarkeit der Welt hinzunehmen - und
sich um den Menschen zu kümmern.
		-- Albert Camus
%
Die Werke von Kopernikus und Galilei standen bis 1822 auf dem Index.
Drei Jahrhunderte Starrsinn, das ist hübsch.
		-- Albert Camus
%
Christus mag für jemanden gestorben sein, aber jedenfalls nicht für
mich.
		-- Albert Camus
%
Und ich werde mich bis in den Tod hinein weigern, die Schöpfung zu
lieben, in der Kinder gemartert werden.
		-- Albert Camus
%
Wenn ein spanischer Bischof politische Hinrichtungen segnet, ist er
kein Bischof mehr und kein Christ, ja nicht einmal ein Mensch; dann
ist er ein Hund, genau so gut wie jeder, der von der hohen Warte einer
Ideologie aus die Hinrichtung befiehlt, ohne die Arbeit selbst zu
verrichten.
		-- Albert Camus
%
Die größte Versuchung für den Menschen unseres Schlages besteht darin,
auf die Gewalt zu verzichten, zu bereuen, den inneren Frieden zu
finden. Die Versuchungen Gottes waren allezeit gefährlicher für die
Menschheit als die Satans.
		-- Albert Camus
%
Ich werfe dem Christentum vor, daß es eine Lehre der Ungerechtigkeit
ist.
		-- Albert Camus
%
Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein
können. Der Humor über das was sie sind.
		-- Albert Camus
%
Grausamkeit empört, Dummheit entmutigt.
		-- Albert Camus
%
Die Strafe, die züchtigt, ohne zu verhüten, heißt Rache.
		-- Albert Camus
%
Ich habe noch nie von einem Menschen gehört, der die Macht attackiert
hat, ohne sie für sich zu wollen.
		-- Elias Canetti
%
Wenn jeder Mensch ahnte, von wie vielen er durchschaut wird!
		-- Elias Canetti (Die Provinz des Menschen. 1942-1972)
%
Überall, zwei Schritte von deinen täglichen Wegen, gibt es eine
andere Luft, die dich zweifelnd erwartet.
		-- Elias Canetti (Die Provinz des Menschen. 1942-1972)
%
Der Beweis ist das Erb-Unglück des Denkens.
		-- Elias Canetti
%
Was immer ihre Tätigkeit ist, die Tätigen halten sich besser.
		-- Elias Canetti
%
Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und
es führt zu nichts.
		-- Elias Canetti
%
Feig, wirklich feig ist nur, wer sich vor seinen Erinnnerungen
fürchtet.
		-- Elias Canetti
%
Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des
Gelesenen hängt es ab, was du bist.
		-- Elias Canetti
%
Es gibt keine größere Illusion als die Meinung, Sprache sei ein
Mittel der Kommunikation zwischen Menschen.
		-- Elias Canetti
%
Es werde alles rascher, damit mehr Zeit ist. Es ist immer weniger Zeit.
		-- Elias Canetti
%
Wie gerne würde ich mir als Fremder einmal zuhören, ohne mich zu
erkennen, und später erst erfahren, daß ich es war.
		-- Elias Canetti
%
Man mag drei- oder viertausend Menschen gekannt haben, man spricht
aber immer nur von sechs oder sieben.
		-- Elias Canetti
%
Mache einen anständigen Menschen aus dir selbst - und du kannst sicher
sein, daß ein Schuft weniger auf der Welt ist.
		-- Thomas Carlyle
%
Es ist ein Grundirrtum, Heftigkeit und Starrheit Stärke zu heißen.
		-- Thomas Carlyle
%
Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewußt zu sein.
		-- Thomas Carlyle
%
In seinem Lachen liegt der Schlüssel, mit dem wir den ganzen Menschen
entschlüsseln.
		-- Thomas Carlyle
%
Konformismus: die kollektive Weisheit individuellen Unwissens.
		-- Thomas Carlyle
%
Schweigen ist tief wie die Ewigkeit, Rede so flach wie die Zeit.
		-- Thomas Carlyle
%
Die Zeit ist schlecht? Wohlan! Du bist da, sie besser zu machen.
		-- Thomas Carlyle
%
Sieh zu, daß du ein ehrlicher Mensch wirst, denn damit sorgst du
dafür, daß es einen Schurken weniger auf der Welt gibt.
		-- Thomas Carlyle
%
Alle Größe ist unbewußt, oder sie ist wenig oder nichts.
		-- Thomas Carlyle
%
Das Ideal liegt in dir; das Hindernis auch.
		-- Thomas Carlyle
%
Unsere Hauptaufgabe ist nicht, zu erkennen, was unklar in weiter
Entfernung liegt, sondern zu tun, was klar vor uns liegt.
		-- Thomas Carlyle
%
Jeder sollte all das werden können, wozu er bei der Geburt die
Fähigkeit mitbekommen hat.
		-- Thomas Carlyle
%
Erfahrung ist der beste Lehrmeister. Nur das Schulgeld ist teuer.
		-- Thomas Carlyle
%
Die meisten Adeligen erinnern an ihre Vorfahren wie ein italienischer
Cicerone an Cicero.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
So schlecht ein Mann auch über die Frauen denken mag, es gibt doch
keine Frau, die über diesen Gegenstand nicht noch schlechter dächte
als er.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich,
es anderswo zu finden.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Das Vergnügen kann auf der Illusion beruhen, doch das Glück beruht
allein auf der Wahrheit.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Ein geistreicher Mann ist nur etwas wert, wenn er Charakter hat.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Vielleicht muß man die Liebe gefühlt haben, um die Freundschaft
richtig zu erkennen.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert
er bloß.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Takt ist der auf das Benehmen angewandte gute Geschmack.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Die Gesellschaft setzt sich aus nur zwei großen Klassen zusammen: die
einen haben mehr Mahlzeiten als Appetit, die anderen weit mehr Appetit
als Mahlzeiten.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Das vernünftigste und maßvollste Wort in der Streitfrage Ehe oder
Zölibat lautet: So oder so, dur wirst es bereuen.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Man beherrscht die Menschen mit dem Kopf. Man kann nicht mit dem
Herzen Schach spielen.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Die Öffentlichkeit! Wie vieler Narren bedarf es, um eine
Öffentlichkeit zu ergeben?
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Das beschauliche Leben ist oft elend. Man muß mehr handeln, weniger
denken und sich nicht fortwährend studieren.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Es gint Zeiten, wo die öffentliche Meinung die schlechteste aller
Meinungen ist.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Verleumdung ist wie die Wespe, die uns lästig umschwärmt. Man darf
nicht nach ihr schlagen, wenn man sie nicht sicher tötet, sonst greift
sie noch wütender an als zuvor.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Eine Frau ist wie ein Schatten: Folge ihr und sie flieht vor Dir.
Fliehe vor ihr und sie folgt Dir.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort
%
Achtung ist mehr als Beachtung, Ansehen mehr als Ruf, Ehre mehr als
Ruhm.
		-- Nicolas Sébastien de Chamfort (Maximen und Gedanken)
%
Das Zuhause ist keineswegs der einzige zivilisierte Ort in einer
abenteuerlichen Welt, sondern der einzige unzivilisierte in einer Welt
der Zwänge und Pflichten.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Je mehr du auf der Höhe der diesjährigen Mode stehst, desto mehr bist
du bereits hinter der nächstjährigen Mode zurück.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Jeder Reiche, der dem Armen den Mund stopfen will, redet von
Sachlichkeit.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Gutsein ist ein weit gewaltigeres Abenteuer als eine Weltumsegelung.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Das Abenteuer (...) ist etwas, das seinem Wesen nach zu uns kommt,
etwas, was uns wählt und nicht erst gewählt wird.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Ein Abenteuer passiert dem, der es am wenigsten erwartet, d. h.
dem Romantischen, dem Schüchternen. Insofern blüht das Abenteuer dem
Unabenteuerlichen.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Es ist mir völlig gleichgültig, wohin das Wasser fließt, solange es
nicht in meinen Wein läuft.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Trinke, wenn du glücklich bist,
niemals wenn du unglücklich bist.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Golf ist nur eine teure Variante des Murmelspiels.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Sei klüger als andere, wenn du kannst, aber sage es nicht.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Traditionen gleichen Straßenlaternen, die den Weg ausleuchten sollen.
Nur Betrunkene klammern sich an sie.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Schweigen ist die unerträglichste Erwiderung.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Die Rätsel Gottes sind befriedigender als die Lösungen der Menschen.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Ein Mann, der einem Hut hinterherläuft, ist nicht halb so lächerlich
wie ein Mann, der einer Frau hinterherläuft.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Und ich behaupte, daß ein Mensch, der nicht unter der einen oder
anderen Form gewohnt ist, aufrührerischen Gedanken nachzugehen, vom
rein menschlichen Standpunkt aus betrachtet, eine defekte
Geistesverfassung besitzt.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Es ist nur verständlich, daß die Wölfe die Abrüstung der Schafe
verlangen, denn deren Wolle setzt dem Biß einen gewissen Widerstand
entgegen.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht
diskutieren können.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben, vorausgesetzt, daß
ihm die Idee nicht ganz klar ist.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
In England ist das Interesse an der Ungleichheit der Pferde weitaus
größer als an der Gleichheit der Menschen.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Klugheit tötet Weisheit; das ist eine der wenigen zugleich traurigen
und wahren Tatsachen.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Klassiker sind Dichter, die man loben kann, ohne sie gelesen zu haben.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Der Puritaner ist einer, der gerechte Entrüstung in die falschen Dinge
fließen läßt.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Wenn einer im Delirium tremens immer Ratten sieht, ist er deshalb noch
lange kein Naturforscher.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Man kann niemals eine Revolution machen, um damit eine Demokratie zu
gründen. Man muß eine Demokratie haben, um eine Revolution
herbeiführen zu können.
		-- Gilbert Keith Chesterton
%
Abrüstung mit Frieden zu vermengen, ist ein schwerer Fehler.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Politiker denken an die nächste Wahl, Staatsmänner an die nächste
Generation.
Wir brauchen mehr Staatsmänner.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Eine der fröhlichsten Erfahrungen im Leben ist es, als Zielscheibe zu
dienen, ohne getroffen zu werden.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten
anderer Leute zu beugen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Wenn zwei Menschen immer wieder die gleichen Ansichten haben, ist einer
von ihnen überflüssig.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge
zumuten, die er verdauen kann.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Konsequent ist nur der, der sich selber mit den Umständen wandelt.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Die meisten Menschen sind bereit zu lernen, aber nur die wenigsten,
sich belehren zu lassen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Persönlich bin ich immer bereit zu lernen, obwohl ich nicht immer
belehrt werden möchte.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem
Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige
Verteilung des Elends.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ein wahrer Diplomat ist ein Mann der zweimal nachdenkt, bevor er
nichts sagt.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ohne die Küche meiner Frau wäre ich nicht so alt geworden.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens
für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, daß immer wieder Dummes,
Häßliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem
nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie
abzuschaffen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Eine Gemeinde kann ihr Geld nicht besser anlegen, als indem sie Geld
in Babies steckt.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Alle großen Dinge sind einfach und viele können mit einem einzigen
Wort ausgedrückt werden: Freiheit, Gerechtigkeit, Ehre, Pflicht,
Gnade, Hoffnung.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muß dir gelingen,
das zu tun, was erforderlich ist.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Mit bösen Worten, die man ungesagt herunterschluckt, hat sich noch
niemand den Magen verdorben.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Die alten Wörter sind die besten und die kurzen die allerbesten.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin
zu wohnen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst.
Er gibt auch anderen eine Chance.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Lache nie über die Dummheit der anderen!
Sie kann deine Chance sein.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Es gibt drei Sorten von Menschen: solche, die sich zu Tode sorgen;
solche, die sich zu Tode arbeiten; und solche, die sich zu Tode
langweilen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Aufschub ist die tödlichste Form der Ablehnung.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine
Prognose nicht gestimmt hat.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich sicher sein
kann, daß es der Milchmann ist, dann weiß ich, daß ich in einer
Demokratie lebe.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Die Menschheit ist zu weit vorwärts gegangen, um sich zurückzuwenden,
und bewegt sich zu rasch, um anzuhalten.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Uns Menschen ist es zwar gelungen, das Raubtier in uns auszuschalten -
nicht jedoch den Esel.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Eine gute Rede ist eine Ansprache, die das Thema erschöpft, aber keineswegs
die Zuhörer.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Drachen steigen am höchsten gegen den Wind - nicht mit ihm.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Eine gute Rede ist eine Ansprache, die das Thema erschöpft, aber
keineswegs die Zuhörer.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Politik ist die Fähigkeit vorherzusagen, was morgen, nächste Woche
und nächstes Jahr sein wird.  Weiterhin die Fähigkeit hinterher zu
erklären, warum es doch nicht passiert ist.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen
kann, möglichst früh zu begehen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, daß immer wieder Dummes,
Häßliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem
nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie
abzuschaffen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ich bin bereit, meinem Schöpfer gegenüberzutreten. Ob mein Schöpfer
ebenso bereit ist, diese Begegnung über sich ergehen zu lassen, ist
eine andere Sache.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Ein Fanatiker ist ein Mensch, der seine Ansichten nicht ändern kann,
und der das Thema nicht wechseln will.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Nur Kinder, Narren und sehr alte Leute können es sich leisten, immer
die Wahrheit zu sagen.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Wir sind noch nicht am Anfang, wir sind auch noch nicht am Ende, aber
wir sind am Anfang vom Ende.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Die Reiche der Zukunft sind Reiche des Geistes.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Wer mit 20 kein Kommunist war, hat kein Herz.  Aber wer mit 40 noch
Kommunist ist, der hat keinen Verstand.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Die Geschichte wird freundlich mit mir umgehen, denn ich habe vor, sie
zu schreiben.
		-- Winston Spencer Churchill
%
Das Gesicht ist das Abbild des Hirns, die Augen sein Berichterstatter.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Den sicheren Freund erkennt man in unsicherer Sache.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Suche nicht andere, sondern dich selbst zu übertreffen.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Aber da ich kurz zuvor gesagt habe, unsere Vorfahren sollten uns zum
Muster dienen, so gelte als erste Ausnahme, daß man nicht ihre Fehler
nachahmen muß.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Der Staatshaushalt muß ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden
müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muß gemäßigt und
kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen
reduziert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen will.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Gut gehauene Steine schließen sich ohne Mörtel aneinander.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Die Menschen verstehen nicht, welch große Einnahmequelle in der
Sparsamkeit liegt.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Sparsamkeit ist eine gute Einnahme.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Nihil agre delectat - Nichtstun ist angenehm.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Der ist kein freier Mensch, der sich nicht auch einmal dem Nichtstun
hingeben kann.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Jeder Mensch kann irren. Im Irrtum verharren wird jedoch nur der Tor.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und
erleichtert das Unglück.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Jeder Mensch kann irren. Im Irrtum verharren wird jedoch nur der Tor.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Angenehm sind die erledigten Arbeiten.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Aus bloßen Vorteilsdenken erwächst keine Freundschaft. Nicht äußerer
Zwang um irgendwelcher Vorteile willen, sondern freier Wille ist die
Grundlage der Freundschaft.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Angenehm sind die erledigten Arbeiten.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Die Strafe soll nicht größer sein, als die Schuld.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteilter Schmerz ist halber
Schmerz.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Menschen kommen durch nichts den Göttern näher, als wenn sie Menschen
glücklich machen.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Reden lernt man durch reden.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Habgier im Alter ist eine Narrheit. Vergrößert man denn seinen
Reiseproviant wenn man sich dem Ziel nähert?
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Die Autorität des Lehrers schadet oft denen, die lernen wollen.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Den ungerechtesten Frieden finde ich immer noch besser als den
gerechtesten Krieg.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Das höchste Recht ist zugleich das höchste Unrecht.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Das öffentliche Wohl soll das oberste Gesetz sein.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Der Staatsdienst muß zum Nutzen derer geführt werden, die ihm
anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Indem sie schweigen, rufen sie laut
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Angenehm sind die erledigten Arbeiten.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Das öffentliche Wohl soll das oberste Gesetz sein.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Denn niemand ist so alt, daß er nicht glaubte, noch ein Jahr leben zu
können.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Faulheit ist die Furcht vor bevorstehender Arbeit.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Das Greisenalter, das alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn
sie es erreicht haben.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und
erleichtert das Unglück.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Was nicht in den Akten steht, ist nicht auf dieser Welt.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Denn niemand ist so alt, daß er nicht glaubte, noch ein Jahr leben zu
können.
		-- Marcus Tullius Cicero (Über das Greisenalter)
%
Genau wie ich einen jungen Menschen gutheiße, in dem eine Spur von
Alter ist, billige ich einen alten Menschen, der das Aroma der Jugend
hat. Wer sich bemüht, Jugend und Alter zu vermischen, wird wohl
körperlich altern, aber nie geistig.
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Gibt es etwas Schöneres als Greisentum umringt vom Wissensdurst der
Jugend?
		-- Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)
%
Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen
Worten; denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.
		-- Matthias Claudius
%
Eigentlich sollte Schönheit unschuldig und Unschuld schön sein, aber
in der Welt sind es verschiedene Dinge.
		-- Matthias Claudius
%
Die Freiheit besteht darin, daß man alles tun kann, was einem anderen
nicht schadet.
		-- Matthias Claudius
%
Aus nichts wird nichts, das merke wohl, wenn aus dir was werden soll.
		-- Matthias Claudius
%
Sei gewiß, daß nichts dein Eigentum sei, was du nicht inwendig hast.
		-- Matthias Claudius
%
Mit sich selbst in Frieden leben, ist wohl das höchste Glück auf
Erden.
		-- Matthias Claudius
%
Werde niemand etwas schuldig; doch sei zuvorkommend, als ob alle deine
Gläubiger wären
		-- Matthias Claudius
%
Der Mensch ist für eine freie Existenz gemacht, und sein innerstes
Wesen sehnt sich nach dem Vollkommenen, Ewigen und Unendlichen als
seinem Ursprung und Ziel.
		-- Matthias Claudius
%
Was einer ist, was einer war, beim Scheiden wird es offenbar.
		-- Matthias Claudius
%
Es gibt einige Freundschaften, die im Himmel beschlossen und auf Erden
vollzogen werden.
		-- Matthias Claudius
%
Sage nicht immer, was Du weißt, aber wisse immer, was Du sagst.
		-- Matthias Claudius
%
Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist.
		-- Matthias Claudius
%
Den leeren Schlauch bläst der Wind auf, den leeren Kopf der Dünkel.
		-- Matthias Claudius
%
Was mit wenigem abgetan werden kann, muß nicht mit vielem getan
werden.
		--Matthias Claudius (Ernst und Kurzweil)
%
Amerika - die Entwicklung von der Barbarei zur Dekadenz ohne Umweg
über die Kultur.
		-- Georges Clemenceau
%
Wenn ein Intelligenter für die falsche Sache eintritt, ist das noch
schlimmer, als wenn ein Dummkopf für die richtige eintritt.
		-- Georges Clemenceau
%
Der bequemste Standort ist prinzipiell auf den Zehen des politischen
Gegners.
		-- Georges Clemenceau
%
Das Regieren in einer Demokratie wäre wesentlich einfacher, wenn man
nicht immer wieder Wahlen gewinnen müßte.
		-- Georges Clemenceau
%
Wenn ein Politiker stirbt, kommen viele zur Beerdigung nur deshalb, um
sicher zu sein, daß man ihn wirklich begräbt.
		-- Georges Clemenceau
%
Es gibt keine schöpferische Tätigkeit ohne Ungehorsam.
		-- Jean Cocteau
%
Die meisten leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten.
		-- Jean Cocteau
%
Was unsere Epoche kennzeichnet, ist die Angst, für dumm zu gelten,
wenn man etwas lobt, und für gescheit zu gelten, wenn man etwas
tadelt.
		-- Jean Cocteau
%
Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen
Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.
		-- Jean Cocteau
%
Christi Niederlage war nicht die Kreuzigung, sondern der Vatikan.
		-- Jean Cocteau
%
Ein halbleeres Glas Wein ist zugleich ein halbvolles, aber eine halbe
Lüge mitnichten eine halbe Wahrheit.
		-- Jean Cocteau
%
Man muß wissen, wie weit man zu weit gehen kann.
		-- Jean Cocteau
%
Takt besteht darin, daß man weiß, wieweit man zu weit gehen darf.
		-- Jean Cocteau
%
Was bei der Jugend wie Grausamkeit aussieht, ist meistens Ehrlichkeit.
		-- Jean Cocteau
%
Amerika ist Amerika.
Deutschland aber will Deutschland und außerdem noch Amerika sein.
		-- Jean Cocteau
%
Die große Stärke der Narren ist es, daß sie keine Angst haben,
Dummheiten zu sagen.
		-- Jean Cocteau
%
Leichtfertigkeit ist Flucht, die sich als Tanz ausgibt.
		-- Jean Cocteau
%
Gute Erziehung besteht darin, das man verbirgt, wieviel man von sich
selber hält und wie wenig von den anderen.
		-- Jean Cocteau
%
Behutsam schließt man den Toten die Augen; ebenso behutsam muß man
den Lebenden die Augen öffnen.
		-- Jean Cocteau
%
Takt besteht darin, daß man weiß, wieweit man zu weit gehen darf.
		-- Jean Cocteau
%
Ähnlichkeit ist eine objektive Kraft, die allen subjektiven
Umwandlungen widersteht. Nicht ähnlichkeit mit Analogie verwechseln.
		-- Jean Cocteau (Hahn und Harlekin)
%
Der Alkohol bewirkt Anfälle von Irresein.
		-- Jean Cocteau
%
Wenn alles wirklich so wäre, wie wir es wollten, würden die Leute sich
beschweren, daß nichts mehr so ist, wie es einmal war.
		-- Pierre Dac
%
Es gibt keinen Grund, Alkohol zu trinken, wohl aber stets einen
Anlaß.
		-- Thomas Christian Dahme
%
Wer jemals Handelsverträge abgeschlossen hat, weiß, daß es zwischen
Ländern Handel gibt oder einen Handelsvertrag, selten beides.
		-- Ralf Dahrendorf
%
Die Gläubigen sind selten Denker und die Denker selten gläubig.
		-- Hans Daiber
%
Das Geschäftemachen und der Reichtum kann den Menschen nicht volle
Zufriedenheit geben. Und jene, die in einem gewissen Lebensabschnitt
ihre ganze Energie ins Geldmachen stecken, werden eines Tages merken,
daß dies nicht die Antwort auf ihr Leben ist.
		-- Dalai-Lama
%
Macht, die sich nur auf die Gewehrläufe stützt, ist nicht von Dauer.
		-- Dalai-Lama
%
Ich glaube, daß der Sinn des Lebens darin besteht, glücklich zu sein.
		-- Dalai-Lama
%
Heute sind wir alle voneinander abhängig, niemand kann sich mehr in
seine Festung zurückziehen, ein Inseldasein pflegen.
		-- Dalai-Lama
%
Appetit ist die Luxusausgabe des Hungers.
		-- Anita Daniel
%
Man wird alt, wenn die Leute anfangen zu sagen, daß man jung aussieht.
		-- Karl Dall
%
Kennen Sie den Unterschied zwischen Jutta Scharping und dem Jesuskind?
- Das Jesuskind mußte nur eine Nacht neben einem Esel schlafen.
		-- Karl Dall
%
Phantasten sagt man oft von Menschen, deren Uhr vorgeht. Sie sehen
alles ein bißchen früher.
		-- Anita Daniel
%
Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt, der andere packt sie
kräftig an und handelt.
		-- Dante
%
Geh deinen Weg und laß die Leute reden!
		-- Dante
%
Nimmt man das Vaterland an den Schuhsohlen mit?
		-- Georges Jacques Danton
%
Du mußt meinen Kopf hochheben und ihn der Menge zeigen,
So einen wird man sobald nicht wiedersehen.
		-- Georges Jacques Danton
%
Werde nie der Freund irgendjemandes, den du nicht achten kannst.
		-- Charles Darwin
%
Ohne Spekulation gibt es keine neue Beobachtung.
		-- Charles Darwin
%
Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.
		-- Charles Darwin
%
Ich habe gesehen, wie ein kleiner Junge, sechs oder sieben Jahre alt,
dreimal mit der Reitpeitsche über seinen nackten bloßen Kopf
geschlagen wurde, ehe ich dazwischentreten konnte, weil er mir ein
Glas Wasser gereicht hatte, das nicht ganz sauber war. Und solche
Handlungen werden von Leuten ausgeführt und verteidigt, die vorgeben,
ihren Nächsten wie sich selbst zu lieben, welche an Gott glauben und
welche beten, daß sein Wille auf Erden geschehe!
		-- Charles Darwin (im katholischen Brasilien)
%
Heutzutage wird als häufigstes Argument für die Existenz eines
intelligenten Gottes die tiefe innere Überzeugung und das innere
Erlebnis der meisten Menschen angeführt. Aber es kann nicht bezweifelt
werden, daß Hindus, Mohammedaner und andere in derselben Weise und mit
der gleichen Hartnäckigkeit für die Existenz eines Gottes oder von
vielen Göttern oder, wie bei den Buddhisten, für gar keinen Gott
eintreten können.
		-- Charles Darwin
%
Ich war aber in dieser Zeit allmählich dahin gekommen, einzusehen, daß
dem alten Testament - mit seiner offensichtlich falschen
Weltgeschichte, mit seinem babylonischen Turm, mit dem Regenbogen als
Zeichen usw. und seiner Art, Gott Gefühle eines rachedurstigen
Tyrannen zuzuschreiben - nicht mehr Glauben zu schenken sei als den
heiligen Schriften der Hindus oder dem Glauben irgendeines Wilden.
		-- Charles Darwin
%
Ich kann auch wirklich nicht einsehen, wie jemand wünschen kann, daß
das Christentum wahr wäre, denn wäre es das, so würde die klare
Sprache des Textes erweisen, daß Menschen die nicht Glauben, auf ewig
bestraft würden, und das würde meinen Vater, meinen Bruder und beinahe
alle meine besten Freunde einschließen. - Dies ist eine
verdammungswürdige Doktrin.
		-- Charles Darwin
%
Die Menschen werden alt, aber selten reif.
		-- Alphonse Daudet
%
Siege, die mit unfairen Mitteln errungen wurden, sind schlimmer als
Niederlagen.
		-- Willy Daume
%
Es gibt niemanden, auf den man sich hundertprozentig verlassen kann,
aber es gibt viele, auf die man sich hundertprozentig nicht verlassen
kann.
		-- Bernd Dauster
%
Einen Menschen erkennt man daran, wie er sich benimmt, wenn er sich
nicht benehmen muß.
		-- Dirk Dautzenberg
%
Das ist eine Philosophie des Luxus: Kostet etwas genug, läßt es sich
gut verkaufen.
		-- Zino Davidoff
%
Ein Gehirn aber, das glaubt, was Autoritäten sagen, kann nicht mehr
unterscheiden zwischen dem guten Rat, nachts nicht in den Wald zu gehen,
weil da ein Tiger lauern könnte - und dem törichten Befehl, eine Ziege
zu opfern, um den Regen herbeizurufen.
		-- Richard Dawkins
%
Die Männer sind doch Kavaliere. Mancher Mann begleitet seine Frau beim
Rasenmähen sogar mit einem Sonnenschirm.
		-- Doris Day
%
Die Frauen machen sich nur deshalb so hübsch, weil das Auge des Mannes
besser entwickelt ist, als sein Verstand.
		-- Doris Day
%
Mit 25 Jahren kann jeder Talent haben.
Mit 50 Jahres Talent zu haben, darauf kommt es an.
		-- Edgar Degas
%
Mensch, du sollst dich selbst erziehen, und das wird dir mancher
deuten: Mensch, du mußt dir selbst entfliehen, hüte dich vor diesen
Leuten.
		-- Richard Dehmel
%
Religion ist Feigheit vor dem Schicksal. Nichts weiter.
		-- Rudolf von Delius
%
Lassen wir es dabei. Nicht traurig sein. Betet für mich, und ich helfe
Euch auch, Ihr werdet schon sehen. Jetzt muß ich mich ganz
loslassen. Dank für alle Liebe und Güte und Treue. Was auch kommen
mag, es sei gegeben für Euch und für dieses Volk als Samen und Segen
und Opfer.
		-- Alfred Delp (1907 - 1945 hingerichtet)
%
Auch Quellen und Brunnen versiegen, wenn man zu oft und zu viel aus
ihnen schöpft.
		-- Demosthenes
%
Jeder glaubt gern, was er wünscht, die Dinge aber sind oft anders
beschaffen.
		-- Demosthenes
%
Eine Frau begeht einen Fehler, wenn sie den Mann schon beim ersten
Beisammensein ihre Blinddarm-Operationsnarbe bewundern läßt.
		-- Cathérine Deneuve
%
Man kann einem Mann nichts abgewöhnen, aber man kann ihm angewöhnen,
daß er sich etwas abgewöhnt.
		-- Cathérine Deneuve
%
Das Leben ohne Frauen wäre fad und leer.  Doch warum hat Gott
ihnen die Sprache geschenkt?  Wären sie stumm, könnte man sie
viel mehr lieben.  Gott sein Dank sind hier keine Frauen anwesend.
		-- Gerard Depardieu
%
Man wird am ehesten betrogen, wenn man sich für klüger als die anderen
hält.
		-- René Descartes
%
Alles was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.
		-- René Descartes
%
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn
jedermann ist überzeugt, daß er genug davon habe.
		-- René Descartes (1596-1650)
%
Cogito, ergo sum.
Ich denke, also bin ich.
		-- René Descartes (Meditationes)
%
Von allen, die bis jetzt nach Wahrheit forschten, haben die Mathematiker
allein eine Anzahl Beweise finden können, woraus folgt, daß ihr Gegenstand
der allerleichteste gewesen sein müsse.
		-- René Descartes (1596-1650)
%
Als ich überlegte, wieviel verschiedene Ansichten über die gleiche Sache es
geben kann, deren jede einzelne ihren Verteidiger unter den Gelehrten
findet, und wie doch nur eine einzige davon wahr sein kann, da stand es
für mich fest: Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich
falsch.
		-- René Descartes (Abhandlung über die Methode)
%
Wer ernsthaft die Wahrheit der Dinge ergründen will, darf sich keiner
einzelnen Wissenschaft verschreiben; denn alle Teile der Wissenschaft
stehen im Verbund wechselseitiger Abhängigkeit.
		-- René Descartes
%
Die Hälfte der Menschheit lacht auf Kosten der anderen.
		-- Philippe Mericault Destouches
%
Held kann man sein, auch ohne die Erde zu verwüsten.
		-- Nicolas Boileau-Despréaux
%
Die Römer waren die Amerikaner der Antike.
Sie beherrschten die Welt, soweit sie sie kannten.
		-- Matthias Deutschmann
%
Hofnarr klingt etwas beschränkt, aber es waren früher die Berater
von Königen.  Heute heißt sowas Konsultant.
		-- Matthias Deutschmann
%
Wenn man bedenkt: Kissinger Friedens-Nobelpreisträger, Arafat
Friedens-Nobelpreisträger, Menahem Beghin, Ministerpräsident von Israel,
hat als junger Mann 1948 in Palästina, in Haifa den Arabermarkt in die
Luft gesprengt, auch Friedens-Nobelpreisträger. Wenn man es nicht wüsste,
könnte man denken, dass der Friedens-Nobelpreis bevorzugt an Terroristen
geht.
Vielleicht sollten die Norweger die Konsequenz ziehen und diesem
wahnsinnigen Scharon den Friedensnobelpreis androhen - für die
Erstbesteigung des Tempelbergs auf der schwierigen Nordroute.
		-- Matthias Deutschmann
%
Skepsis ist das Zeichen - und sogar die Pose - des gebildeten
Verstandes.
		-- John Dewey
%
Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist.
		-- John Dewey
%
Jeder Denker bringt einen Teil der scheinbar festgefügten Welt in
Gefahr, und niemand kann voraussagen, was an dessen Stelle treten
wird.
		-- John Dewey
%
Ein Mensch, der nichts gelernt hat, altert wie ein Ochse. Sein Fleisch
nimmt zu, sein Wissen nicht.
		-- Dhammapada
%
Wie erbarmungslos ist doch die Lehre Jesu, die Menschen auf ewig zur
Hölle gehen läßt, weil sie es nicht fertiggebracht haben, zu glauben,
daß der Sohn des arabischen Gottes Jehovah sei. Weder er noch sein
Gott(-Vater) könnte als gnädig bezeichnet werden ... Kein liebender
Gott würde zahllose Millionen auf ewig zur Hölle senden, selbst wenn
er die Macht dazu hätte.
		-- Anagãrika Dharmapãla
%
Als menschliches Individuum war Jesus ein ausgesprochener Versager.
Während der drei Jahre seines öffentlichen Wirkens hat er keinen
Eindruck auf das Publikum gemacht. Kein Denker oder Philosoph nahm die
geringste Notiz von seiner Philosophie, die nur dazu beitrug,
Schwachköpfe hervorzubringen.
		-- Anagãrika Dharmapãla
%
Ein anderer verderblicher Brauch, der mein Kindergemüt in Aufruhr
versetzte, war das beständige Beten zum arabischen Gott Jehovah. Ich
kniete nieder, um zu beten, ebenso, wie die christlichen Knaben es
taten, aber meine innere Stimme verbot mir, ein Kriecher zu sein, und
jetzt bin ich glücklich, daß ich mein Gewissen nicht an eine
despotische Gottheit versklavt habe.
		-- Anagãrika Dharmapãla
%
Die Christen werden mit Volksmärchen aus Arabien, Chaldäa, Assyrien,
Ägypten, Babylon, Persien, Kanaan aufgezogen.
		-- Anagãrika Dharmapãla
%
Das Christentum ist die Religion der Sklaven; der Priester ist der
Sklavenhalter, und die Sklaven sind die armen Sünder, die niederknieen
und zu einem Gott beten, der auf ihre Gebete nicht hören wird.
		-- Anagãrika Dharmapãla
%
[...] die Kinder armer Eltern wurden durch Bestechung zum Christentum
bekehrt; und nun versucht man, die armen Leute durch das Angebot
medizinischer Hilfe zu bekehren. Es ist schimpflich und höchst
verächtlich, Religion für weltlichen Gewinn zu verkaufen.
		-- Anagãrika Dharmapãla
%
Wenn man sich entschließt zu heiraten, reicht es nicht aus, einen Ehevertrag
und die Ringe einzupacken, man sollte auch Begeisterung mitbringen.
		-- Avi Dichter (Direktor Schin Beth zu Verhandlungen
		   zwischen Ehud Barak und Jassir Arafat in Camp David)
%
Es ist undenkbar, daß der führende Kopf eines Staates, einen anderen, der als
der führende Kopf eines anderen Staates wahrgenommen wir, unter Druck setzt.
		-- Avi Dichter (Direktor Schin Beth)
%
Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben.
		-- Philip K. Dick
%
Es hilft nichts, die Vergangenheit zurückrufen zu wollen, außer sie
wirkt noch in die Gegenwart hinein.
		-- Charles Dickens
%
Gibt es eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit
Liebe und Humor?
		-- Charles Dickens
%
Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie die Ungerechtigkeit.
		-- Charles Dickens
%
Wenn es keine schlechten Menschen gäbe, so gäbe es auch keine guten
Juristen.
		-- Charles Dickens
%
Tu soviel Gutes, wie Du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur
möglich darüber.
		-- Charles Dickens
%
Ich fühle, daß Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
		-- Charles Dickens
%
Nichts in der Welt ist so ansteckend wie Gelächter und gute Laune.
		-- Charles Dickens
%
Niemand ist nutzlos in dieser Welt, der einem anderen die Bürde
leichter macht.
		-- Charles Dickens
%
Was ich nicht wahrhaben will, hülle ich in einen Scherz.
		-- Emily Dickinson
%
Ich kann nirgendwo mehr so richtig eine Zivilisation erkennen.
Das wiederum erkenne ich daran, daß gar keiner mehr versucht,
seinen Egoismus zu vertuschen.
		-- Martin Diestelhorst
%
Humor hat viel mit Verstand zu tun.
		-- Helmut Dietl
%
Fast jede Frau wäre gern treu. Schwierig ist es bloß, den Mann zu
finden, dem man treu sein kann.
		-- Marlene Dietrich
%
Die Männer beteuern immer, sie lieben die innere Schönheit der Frau -
komischerweise gucken sie aber ganz woanders hin.
		-- Marlene Dietrich
%
Die meisten Frauen setzen alles daran, einen Mann zu ändern, und
wenn sie ihn dann geändert haben, mögen sie ihn nicht mehr.
		-- Marlene Dietrich
%
Auch die schlechteste Kritik hat ihr Gutes, wenn sie einer Kollegin
gilt.
		-- Marlene Dietrich
%
Der Geburtsschein ist ein Gerücht, das eine Frau durch ihr
Aussehen jederzeit dementieren kann.
		-- Marlene Dietrich
%
Erlebnisse sind die Quellen, aus denen jeder Teil eines künstlerischen
Werkes gespeist wird.
		-- Wilhelm Dilthey
%
Tote heilen und Greise ermahnen ist dasselbe.
		-- Diogenes
%
Wenn Frauen sich schön anziehen, sind sie wahrscheinlich der Ansicht,
die Männer hielten sie unbekleidet für genauso reizvoll.
		-- Christian Dior
%
Niemand ist so gut oder so schlecht, wie er während seiner Scheidung
gemacht wird.
		-- J.J. Disenberg
%
Es gibt schweigsame Menschen, die interessanter sind als die besten
Redner.
		-- Benjamin Disraeli
%
Ich bin verpflichtet, meinen Gegnern Argumente zu liefern, aber nicht
Verstand.
		-- Benjamin Disraeli
%
Der Mensch ist nicht allein ein Werk der Umstände, sondern die
Umstände sind ein Werk des Menschen.
		-- Benjamin Disraeli
%
Es ist töricht, alles erklärt haben zu wollen.
		-- Benjamin Disraeli
%
Zu erkennen, wann es eine Gelegenheit zu ergreifen gilt, ist das
Wichtigste im Leben; aber fast ebenso wichtig ist es zu wissen, wann
man auf einen Vorteil besser verzichtet.
		-- Benjamin Disraeli
%
Das Geheimnis des Erfolges liegt in der Zielstrebigkeit.
		-- Benjamin Disraeli
%
Das Geheimnis des Erfolgs ist die Beständigkeit des Wollens.
		-- Benjamin Disraeli
%
Die Astrologie ist eine Form von Aberglauben, die sich anmaßt, Gott in
die Karten zu schauen.
		-- Hoimar von Ditfurth
%
Wir sind, um es einmal so zu formulieren, eigentlich nur die
Neandertaler von morgen.
		-- Hoimar von Ditfurth
%
Viele Gedenkminuten hätten durch Denkminuten verhindert werden können.
		-- Hoimar von Ditfurth
%
Manche Leute, die Karriere machen wollen, sind wie Efeu - kriechend
wachsen sie über sich selbst hinaus.
		-- Herbert Dobrovolny
%
Die Tabakindustrie tötet allein in England jährlich 120.000 ihrer
Kunden.
		-- Frank Dobson (brit. Gesundheitsminister)
%
Ablehnung ist eine Antwort; sie ist möglicherweise oft eine ehrlichere
Antwort als der Beifall, der rein ästhetisch wertet und
Vogel-Strauß-Politik treibt.
		-- Alfred Döblin
%
Es ist aber in der Welt so eingerichtet, daß die dämlichsten
Sprichworte recht behalten.
		-- Alfred Döblin
%
Man kann dem Wähler nicht so tief in den Rachen schauen
bis man den Kopf im Rachen verloren hat.
		-- Klaus von Donani
%
Auf Schönheit gebaute Liebe stirbt so schnell wie die Schönheit.
		-- John Donne
%
Deutschland den Deutschen. Probieren wir's doch mal. Wenn alle bei uns
lebenden Ausländer einfach streikten, würden wir dann endlich
kapieren, was wir ohne sie wären?
		-- Doris Dörrie
%
Die Realität ist immer noch schräger als alle Fiktion.
		-- Doris Dörrie
%
Wenn du willst, daß man dich achte, so achte vor allem dich selbst;
nur dadurch, nur durch Selbstachtung, zwingst du auch andere, dich zu
achten.
		-- Fjodor Michailowitsch Dostojewski (Erniedrigte und Beleidigte)
%
Die Selbsttäuschung beherrscht der Mensch noch sicherer als die Lüge.
		-- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
%
Einen Menschen lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint
hat.
		-- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
%
Um die Welt zu ändern, sie neu zu gestalten, müssen zuvor die Menschen
sich selbst umstellen.
		-- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
%
Einsamkeit und Faulheit umschmeicheln die Fantasie.
		-- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
%
Es ist doch tatsächlich so, daß in unserem Jahrhundert alle in lauter
Einzelne zerfallen sind, ein jeder zieht sich in seine Höhle zurück,
jeder entfernt sich vom andern, verbirgt sich und verbirgt, was er
hat, und es endet damit, daß er sich von den Menschen abstößt und
selbst die Menschen von sich zurückstößt.
		-- Fjodor M. Dostojewski (Die Brüder Karamasoff)
%
Um einen Freund zu finden, muß man ein Auge schließen,
um ihn zu halten zwei.
		-- Norman Douglas
%
... eine kleine Maus, die hatte eine Idee. Und sie wandte sich an ihre
Artgenossen und sprach „Schaut Freunde! Warum wählen wir immer wieder
eine Regierung, die nur aus Katzen besteht? Warum wählen wir nicht
stattdessen eine Regierung aus Mäusen?“ „Oh!“ riefen die Mäuse
erschreckt, „Er ist ein Kommunist! Sperrt ihn ein!“

Und so sperrten sie sie ins Gefängnis.
		-- Tommy Douglas
%
Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits
hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.
		-- Sir Arthur Conan Doyle
%
Die Frage, ob deutsches Recht auf deutschem Boden respektiert wird, müsste
durch eine sehr sorgfältige Prüfung und Interpretation der deutschen
Gesetze unter Einschaltung von Experten geklärt werden.
		-- Karen Donfried (Leiterin German Marshall Fund of the
		   United States zum No-Spy-Abkommen)
%
Mit dem Neustrukturieren eines Unternehmens ist es wie mit dem
Spargelpflanzen, man hätte vor mindestens drei Jahren damit beginnen
sollen.
		-- Charles M. Dozher
%
Junge Mädchen von heute ziehen Hosen an, um wie Jungen auszusehen, und
durchsichtige Blusen, um zu beweisen, daß sie keine sind.
		-- Heinz Drache
%
Es gibt keinen besseren Reiseführer als das Scheckbuch.
		-- Heinz Drache
%
Es ist das wichtigste, was wir im Leben lernen können: das eigene
Wesen zu finden und ihm treu zu bleiben.
		-- Eugen Drewermann
%
In der Kirche gibt es Angst, Schuld und Opfer, gebraucht werden
Vertrauen, Selbstwerdung und Befreiung.
		-- Eugen Drewermann (Theologe)
%
Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das
ist das angenehmste; mit Spielen, das ist das schnellste; mit
Computern, das ist das sicherste.
		-- Oswald Dreyer-Eimbcke
%
Das Bedürfnis, zu Klumpen geballt herumzujubeln, ist in Berlin nicht
tot zu kriegen.
		-- Wiglaf Droste
%
Verstand heißt die Hürde, die nehmen muß, wer das viel gepriesene positive
Denken hinkriegen möchte.  Bei Dr. Motte und seinen Anhängern ist das
Hindernis niedrig und wird einfach überrannt.  Dieser Vorgang heißt bis
heute Love Parade.
		-- Wiglaf Droste
%
Es zählt zu den Schrecken der Demokratie, daß wirklich jeder Esel sich auf
sie berufen darf, wenn es um seinen Vorteil geht.
		-- Wiglaf Droste
%
Jedermann weiß, wie sich der Nachfrager zu verhalten hätte, nur der
Nachfrager nicht.
		-- Peter Drucker
%
Das Geheimnis der Japaner ist eben, daß sie arbeiten und nicht
Vorträge darüber halten.
		-- Peter Drucker
%
Es wird wohl immer - davon kann man ausgehen - die Notwendigkeit für
ein bestimmtes Maß an Verkaufstätigkeit geben. Doch das Ziel des
Marketing ist es, den Verkauf überflüssig zu machen. Das Ziel des
Marketings ist es, den Kunden so gut zu kennen und zu verstehen, daß
ihm das Produkt oder die Dienstleistung angemessen ist und sich von
selbst verkauft. Im Idealfall sollte das Marketing zum Kunden führen,
der zum Kauf bereit ist. Dann müßte dem Kunden nur noch das Produkt
bereitgestellt werden.
		-- Peter Drucker
%
Das meiste, was wir als Führung bezeichnen, besteht darin, den
Mitarbeitern die Arbeit zu erschweren.
		-- Peter Drucker
%
Kein Kunde kauft jemals ein Erzeugnis. Er kauft immer das, was das
Erzeugnis für ihn leistet.
		-- Peter Drucker
%
Was alle erfolgreichen Menschen miteinander verbindet, ist die
Fähigkeit, den Graben zwischen Entschluß und Ausführung äußerst schmal
zu halten.
		-- Peter Drucker
%
Nur wenige Führungskräfte sehen ein, daß sie letztendlich nur eine
Person führen müssen. Diese Person sind sie selbst.
		-- Peter Drucker
%
Man sollte das Leben anderer nicht nur nach seinen eigenen
Bedürfnissen beurteilen.
		-- Michael Drury
%
Der Geist wächst in unmerklichen Schritten.
		-- John Dryden
%
Da Worte nicht nur gesprochene Atemzüge sind, sollte jeder, der etwas
spricht, auch inhaltlich etwas zu sagen haben.
		-- Dschuang Dse
%
Der Mangel an Erfahrung veranlaßt die Jugend zu Leistungen, die ein
erfahrener Mensch niemals vollbringen würde.
		-- Jean Duché
%
Frauen inspirieren uns zu großen Dingen - und hinden uns dann, sie
auszuführen.
		-- Alexandre Dumas d.J.
%
Alle Verallgemeinerungen sind gefährlich. Auch diese!
Frauen inspirieren uns zu großen Dingen - und hinden uns dann, sie
auszuführen.
		-- Alexandre Dumas d.J.
%
Das Leben ist bezaubernd, man muß es nur durch die richtige Brille
sehen.
Frauen inspirieren uns zu großen Dingen - und hinden uns dann, sie
auszuführen.
		-- Alexandre Dumas d.J.
%
Gibt es während einer Zeit der Ruhe und des Friedens kein Mittel, um
Hilfsorganisationen zu gründen, deren Ziel es sein müßte, die
Verwundeten in Kriegszeiten durch begeisterte, aufopfernde Freiwillige
pflegen zu lassen?
		-- Henry Dunant
%
Wäre es nicht wünschenswert, irgendeine internationale,
rechtsverbindliche und allgemein hochgehaltene Übereinkunft zu
treffen, die als Grundlage dienen könnte zur Gründung von
Hilfsgesellschaften.
		-- Henry Dunant
%
Hoffnung ist ein Mittelding zwischen Flügel und Fallschirm.
		-- Tilla Durieux
%
Unter Politik verstehen manche Leute die Kunst, Brände zu löschen, die
sie selbst gelegt haben.
		-- Lawrence George Durrell
%
Ein guter Diplomat muß mit den Ohren sehen und mit den Augen
schweigen können.
		-- Lawrence George Durrell
%
Zwischen Wahnsinn und Verstand ist oft nur eine dünne Wand.
		-- Daniel Düsentrieb
%
Jeder Mensch sollte einige Stunden am Tag, einige Tage in der Woche
und einige Wochen im Jahr allein sein, um zu sich selbst zu finden.
		-- Georges Duhamel
%
Über jede neue Falte sollte man sich freuen, weil sie die Glätte
nimmt.
		-- Sky Dumont
%
Ohne Frauen geht es nicht. Das hat sogar Gott einsehen müssen.
		-- Eleonora Duse
%
Das Laster korrigiert besser als die Tugend. Ertrage einen
lasterhaften Menschen, und du erschrickst vor dem Laster. Erdulde
einen tugendhaften Menschen, und sofort haßt du die ganze Tugend.
		-- Tony Duvert
%
Wenn ich dem Glauben schenke, was die Werbung hier seit nun gut 20
Jahren verspricht, müßten unsere Kleinen schon stauben, selbst wenn
sie Durchfall haben.
		-- Wolfgang Dworzak
%
Eine einzige Tat, die Entschlossenheit beweist, ist mehr wert als
Millionen gutgemeinter Worte.
		-- Wayne Dyer
%
Nutze die Talente, die Du hast. Die Wälder wären still, wenn nur die
begabtesten Vögel sängen.
		-- Henry van Dyke
%
Die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen.
		-- Greg Dyson
%
Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung.
		-- Salvador Dali
%
Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, daß man nicht
mehr dazugehört.
		-- Salvador Dali
%
Wer interessieren will, muß provozieren.
		-- Salvatore Dali
%
Verwirrung ist die höchste Form der Kommunikation.
		-- Salvatore Dali
%
Wer möchte nicht lieber durch Glück dümmer als durch Schaden klug
werden?
		-- Salvador Dali
%
Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir
Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die
Welt des Traumes.
		-- Salvador Dali
%
Wer interessieren will, muß provozieren.
		-- Salvador Dali
%
Ohne Schnurrbart ist ein Mann nicht richtig angezogen.
		-- Salvador Dali
%
Füße und Unterarme einer Frau müssen von exhibitionistischer
Schönheit sein.
		-- Salvador Dali
%
Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft.
		-- Salvador Dali
%
Der einzige Unterschied zwischen mir und einem Verrückten besteht darin,
dass ich nicht verrückt bin.
		-- Salvador Dali
%
Manche Menschen werden deshalb nicht achtzig, weil sie zu lange
versuchen vierzig zu bleiben.
		-- Salvador Dali
%
Fallen ist keine Schande, aber Liegenbleiben.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Es werden mehr Leute durch Schulung als durch natürlilche Begabung
tüchtig.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Das Gesicht ist das Protokoll des Charakters.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Alles, was im Weltall existiert, ist die Frucht von Zufall und
Notwendigkeit.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Es werden mehr Menschen durch Übung tüchtig als durch ihre
ursprüngliche Anlage.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Ein Leben ohne Feste ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Ein Leben ohne Feste ist ein langer Weg ohne Einkehr.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl
ist in der Seele zu Hause.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Die Geizigen sind den Bienen zu vergleichen: Sie arbeiten, als ob sie
ewig leben würden.
		-- Demokrit (eigtl. Demokritos von Abdera, 460-370 v. Chr.)
%
Mancher Uhu meint, die Nacht komme seinetwegen.
		-- Karlheinz Deschner
%
Zur Liebe braucht man mehr Phantasie als Verstand, mehr Sinn fürs
Ganze als für Details und alle Leidenschaften zusammen.
		-- Karlheinz Deschner
%
Heimat ist nicht dort, wo man wohnt, sondern wo man liebt und geliebt
wird.
		-- Karlheinz Deschner
%
Es gehört viel dazu, eine Brücke hinter sich abzureißen, wenn man auch
keine vor sich hat.
		-- Karlheinz Deschner
%
Für mich ist ein Unrecht, ein Verbrechen, vor fünfhundert, tausend,
fünfzehnhundert Jahren genauso lebendig und empörend wie ein Unrecht,
ein Verbrechen, das heute geschieht oder erst in tausend, in
fünftausend Jahren.
		-- Karlheinz Deschner
%
Wer in der Liebe Wunder erwartet, vergißt, daß der das größte schon
hat.
		-- Karlheinz Deschner
%
Je mehr Würde man für eine Sache aufwendet, desto würdeloser ist sie
gewöhnlich.
		-- Karlheinz Deschner
%
Fragt man sich doch überhaupt, warum der Herr nur seinen Jüngern
erschien und nicht auch seinen Anklägern und Richtern, vor denen er
den Glauben an seine Auferstehung ja viel wirksamer hätte begründen
können.
		-- Karlheinz Deschner
%
Sowenig man die Liebe den Prostituierten anvertrauen darf, sowenig die
Religion den Pfaffen.
		-- Karlheinz Deschner
%
Viele, vielleicht die meisten Menschen scheuen sich, gröbsten Betrug
gerade auf dem für sie »heiligsten« Gebiet anzunehmen. Gleichwohl
wurde nie gewissenloser, nie häufiger gelogen und betrogen als im
Bereich der Religion.
		-- Karlheinz Deschner ("Kriminalgeschichte des Christentums")
%
Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen.
		-- Karlheinz Deschner
%
Die frommen Geistlichen pflegten schon im Mittelalter alles zu vögeln,
was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen und wie
wir nicht ohne Grund vermuten dürften, weibliche Tiere. Die
Homosexualität florierte in den Klöstern seit deren Bestehen. Wo es an
Männern mangelte, man den Nonnen nicht einmal die Beichtväter gönnte,
mußten sie oft mit Kindern vorliebnehmen.
		-- Karlheinz Deschner
%
Moderne Regierungen brauchen keine Hofnarren mehr.
		-- Karlheinz Deschner
%
Ja, es gibt Leute, die nichts häßlicher finden als Kritik - wenn sie
ihnen gilt.
		-- Karlheinz Deschner
%
Einziger Grund, warum ich kein Kommunist bin: die Kommunisten. Der
Grund, warum ich kein Christ bin: das Christentum.
		-- Karlheinz Deschner
%
Das Charakteristische des Politikers ist nicht, daß er für eine Partei
agitiert, sondern daß er für jede agitieren könnte.
		-- Karlheinz Deschner
%
Man hat auf dieser Welt nicht nur die Wahl, mit den Wölfen zu heulen
oder mit den Schafen zu blöken.
		-- Karlheinz Deschner
%
Aufklärung ist Ärgernis; wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck
deutlicher.
		-- Karlheinz Deschner
%
Moral - meist Predigt dessen, der nicht daran glaubt, für den, der
sich nicht darum kümmert.
		-- Karlheinz Deschner
%
Schicksal der Kirche? Kein Elefant verfault an einem Tag.
		-- Karlheinz Deschner
%
Es gäbe wenig Gläubige auf der Welt, kennten sie ihre
Glaubensgeschichte so gut wie ihr Glaubensbekenntnis.
		-- Karlheinz Deschner
%
Der Zynismus, so verabscheuungswürdig, so unangebracht er auch in der
Gesellschaft sein mag, ist für die Bühne hervorragend geeignet.
		-- Denis Diderot
%
Der einzelne kann sich vervollkommnen. Aber die Menschheit als ganzes
wird weder besser noch schlechter.
		-- Denis Diderot
%
Es wäre besser an der Verhütung des Elends zu arbeiten, als die
Zufluchtsorte für die Elenden zu vermehren.
		-- Denis Diderot
%
Eine einzige Beweisführung macht mir mehr Eindruck als fünfzig
Begebenheiten. Dank dem außergewöhnlich großen Vertrauen, das ich zu
meiner Vernunft habe, ist mein Glaube nicht dem erstbesten Scharlatan
preisgegeben.
		-- Denis Diderot
%
Man fragte einmal jemanden, ob es wahre Atheisten gäbe. Glauben Sie,
erwiderte er, daß es wahre Christen gibt?
		-- Denis Diderot
%
Christus hat gesagt, er sei gekommen, um den Gatten von der Gattin,
die Mutter von ihren Kindern, den Bruder von der Schwester, den Freund
vom Freunde zu trennen; seine Vorhersage hat sich nur zu getreulich
erfüllt.
		-- Denis Diderot
%
Es gibt wohl keinen guten Vater, der unserem himmlischen Vater
gleichen möchte.
		-- Denis Diderot
%
Warum sind die Frommen, die Andächtigen, so hart, so widerlich, so
ungesellig? Sie haben sich zu leisten auferlegt, was ihnen nicht
natürlich ist. Sie leiden, und wenn man leidet, macht man andere
leiden.
		-- Denis Diderot ("Rameaus Neffe")
%
Es gibt Menschen, vor denen man nicht sagen kann, daß sie Gott
fürchten, sondern sagen muß, daß sie Angst vor ihm haben.
		-- Denis Diderot
%
Wenn Gott, von dem wir die Vernunft haben, das Opfer der Vernunft
verlangt, so ist er ein Taschenspieler, der das, was er gegeben hat,
wieder verschwinden läßt.
		-- Denis Diderot
%
Wenn die Vernunft ein Geschenk des Himmels ist und wenn man vom
Glauben das gleiche sagen kann, so hat uns der Himmel zwei
unvereinbare, einander widersprechende Geschenke gemacht.
		-- Denis Diderot
%
Ich habe mich in einem riesigen Wald verirrt und habe nur ein kleines
Licht, um mich zurechtzufinden. Da kommt ein Unbekannter hinzu und
sagt mir: 'Lieber Freund, blas deine Kerze aus, um deinen Weg besser
zu finden.' Dieser Unbekannte ist ein Theologe.
		-- Denis Diderot
%
Das Evangelium durch ein Wunder beweisen heißt etwas Widersinniges
durch etwas Naturwidriges zu beweisen.
		-- Denis Diderot
%
Was aber wird Gott mit denjenigen machen, die nichts von seinem Sohn
gehört haben? Wird er Taube bestrafen, weil sie nichts hören konnten?
		-- Denis Diderot
%
Die Erziehung in der Kindheit ist es, die einen Mohammedaner
verhindert, sich taufen zu lassen; die Erziehung in der Kindheit ist
es auch, die einen Christen verhindert, sich beschneiden zu lassen;
die Vernunft des Erwachsenen ist es, die Taufe und Beschneidung
gleichermaßen verachtet.
		-- Denis Diderot
%
In den ersten Jahrhunderten gab es sechzig Evangelien, die fast alle
gleich unverdaulich waren. Man verfarf sechsundfünfzig wegen ihrer
Kindlichkeit und Albernheit. Gäbe es hierfür keinerlei Anhaltspunkte
bei denjenigen, die man behalten hat?
		-- Denis Diderot
%
Daß Jesus Christus, der Gott ist, vom Teufel versucht worden sei, ist
ein Märchen, daß aus 'Tausendundeiner Nacht' stammen könne.
		-- Denis Diderot
%
Wenn man mir sagt, es gebe Dinge, die über unsere Vernunft
hinausgehen, so kann mich das nicht veranlassen, Unsinn zu glauben.
Zweifellos gibt es Dinge, die über unsere Vernunft gehen; aber ich
verwerfe kühn alles, was ihr widerstreitet, und alles, was gegen sie
verstäßt.
		-- Denis Diderot
%
Melancholie ist Stimmung mit Trauerrand.
		-- Heimito von Doderer
%
Man muß es wirklich genau und jederzeit wissen, daß man allein sei:
Sonst verliert man den festen Stand und kann auch demjenigen keine
helfende Hand mehr bieten, mit dem man vermeinte sich verschmelzen zu
können.
		-- Heimito von Doderer (Repertorium)
%
Wer nicht säuft, setzt heutzutage schon eine beachtliche und
freiwillige Mehrleistung.
		-- Heimito von Doderer (Repertorium)
%
Objektivität: Alles hat zwei Seiten. Aber erst wenn man erkennt, daß
es drei sind, erfaßt man die Sache.
		-- Heimito von Doderer
%
Meinungen sind so etwas ähnliches wie Hämorrhoiden des Geistest.
		-- Heimito von Doderer (Pseudonym: Stangeler, Reneé)
%
Jede Revolution ist viel weniger Bauplatz der Zukunft als Auktion der
Vergangenheit.
		-- Heimito von Doderer (Pseudonym: Stangeler, Reneé)
%
Ganze Sachen sind immer einfach wie die Wahrheit selbst. Nur die
halben Sachen sind kompliziert.
		-- Heimito von Doderer (Pseudonym: Stangeler, Reneé)
%
Für ein gutes Gespräch sind die Pausen genauso wichtig wie die Worte.
		-- Heimito von Doderer (Pseudonym: Stangeler, Reneé)
%
Wer beim Schreiben viele Ausrufezeichen verwendet, spricht auch sehr
laut.
		-- Heimito von Doderer (Pseudonym: Stangeler, Reneé)
%
Man muß manchmal von einem Menschen fortgehen, um ihn zu finden.
		-- Heimito von Doderer (Pseudonym: Stangeler, Reneé)
%
Feierlichkeit nennt man jenen Nebel, welchen die Dummheit zu ihrem
Schutze erzeugt, wenn sie in die Enge getrieben wird.
		-- Heimito von Doderer (Pseudonym: Stangeler, Reneé)
%
Die Gerechtigkeit verdammt das Böse, die Hoffnung will bessern, und
die Liebe übersieht.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Die Hälfte dessen, was man schreibt, ist schädlich, die andere Hälfte
unnütz.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Ideologie ist Ordnung auf Kosten des Weiterdenkens.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Unter Intuition versteht man die Fähigkeit gewisser Leute, eine Lage
in Sekundenschnelle falsch zu beurteilen.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Vaterland nennt der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf
Menschenmord auszugehen.
		-- Friedrich Dürrenmatt (Romulus der Große)
%
Es ist höchste Zeit, sich wieder zum Atheismus zu bekennen.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Die Welt ist eine Pulverfabrik, in der das Rauchen verboten ist.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Man kann die Wahrheit nicht ins Feuer werfen - sie ist das Feuer.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Nicht der einzelne ändert die Wirklichkeit, die Wirklichkeit wird von
allen verändert.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Nichts kann rückgängig gemacht werden, was einmal gedacht wurde.
		-- Friedrich Dürrenmatt (Die Physiker)
%
Es gibt zu viele Wichtigtuer, die nichts Wichtiges tun.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Glaube unbedingt an das Gute im Menschen, und rechne mit dem
Schlechten in ihm.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der
Zufall treffen.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Ein gutes Mittel gegen die Managerkrankheit: Stecke mehr Zeit in deine
Arbeit als Arbeit in deine Zeit.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
In Rußland wird das Volk durch die Partei verdummt, in den Vereinigten
Staaten durch die Television.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Das Rationale am Menschen sind die Einsichten, die er hat. Das
Irrationale an ihm ist, daß er nicht danach handelt.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Ein Widerstand um jeden Preis ist das Sinnloseste, was es geben kann.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Niemand köpft leichter als jene, die keine Köpfe haben.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
In der Wirtschaft geht es nicht gnädiger zu als in der Schlacht im
Teutoburger Wald.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Je öfter sich ein Politiker widerspricht, desto größer ist er.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
In der Wursteiel unseres Jahrhunderts, in diesem Kehraus der weißen
Rasse gibt es keine Schuldigen und keine Verantwortlichichen mehr.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Leserlichkeit ist die Höflichkeit der Handschrift.
		-- Friedrich Dürrenmatt
%
Ich glaube nicht, daß die Regierung das Recht hat, Leuten
vorzuschreiben, was sie zu denken haben oder wie sie leben sollen.
Jedem sollte es freigestellt sein, nach seinem eigenen Moralkodex zu
leben, solange dieser Moralkodex nicht mit dem anderer Leute in
Konflikt gerät. Die Bedrohung für eine zivilisierte Gesellschaft
ergibt sich, wenn uns die Politiker ein System moralischer
Wertvorstellungen aufzwingen wollen. Das hat nichts mehr mit Freiheit
und amerikanischen Tugenden zu tun.
		-- Clint Eastwood
%
Facelifting? Nein, dann würde ich ja alle diese großartigen Falten
zerstören.
		-- Clint Eastwood
%
Ich glaube, ein Mann will von einer Frau das gleiche wie eine Frau von
einem Mann: Respekt.
		-- Clint Eastwood
%
Das deutsche Volk ist frei, bleibt frei und regiert in alle Zukunft
sich selbst.
		-- Friedrich Ebert
%
Wissenschaft ist eine Methode, um Theorien zu überprüfen.
Wenn ich die Vermutung habe, im Kühlschrank könnte Bier sein und
sehe nach, dann betreibe ich Wissenschaft.
Wenn ich behaupte im Kühlschrank ist Bier und sehe nicht nach,
dann bin ich Theologe.
Wenn ich in den Kühlschrank sehe und feststelle, es ist kein Bier
drin und behaupte dennoch, es sei welches drin, dann bin ich
Esoteriker.
		-- Vince Ebert
%
Demokratie ist wenn zehn Füchse und ein Hase darüber abstimmen,
was es heute zum Abendessen gibt.
Freiheit ist, wenn der Hase mit einer Schrotflinte die Wahl
anfechten kann.
		-- Vince Ebert
%
Der Vatikan hat bei 0,5 Quadratkilometern Fläche eine Dichte von zwei
Päpsten pro Quadratkilometern.
		-- Vince Ebert
%
Eine homöopathische Behandlung ist etwa so, als würde jemand in Mainz
seinen Autoschlüssel in den Rhein werfen und bei Köln dann jemand
versuchen, mit einem Glas Rheinwasser sein Auto zu starten.
		-- Vince Ebert
%
Die Sehnsucht ist es, die neue Welten erschafft. Aber die Ungeduld
legt sie vorzeitig in Trümmer.
		-- Jeannie Ebner
%
Unter Diskussionen verstehen Männer die Kunst, den Partner zum
Schweigen zu bringen. Frauen verstehen darunter die Kunst, den Partner
nicht zum Reden kommen zu lassen.
		-- Fritz Eckhard
%
Das größte Insekt ist der Elefant, der aus einer Mücke gemacht wird.
		-- Fritz Eckardt
%
Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am
Allervorzüglichsten.
		-- Johann Peter Eckermann
%
Der Mensch bedarf der Teilnahme und Anregung, wenn etwas gelingen soll.
		-- Johann Peter Eckermann
%
Ich stoße immer noch auf Leute, die den Wert eines Werkes bezweifeln,
weil es ihnen zu gut gefallen hat.
		-- Umberto Eco
%
Notiert euch nicht die Gedanken, die euch am Schreibtisch kommen,
sondern die, die euch auf dem Klo kommen.
		-- Umberto Eco
%
Wechseln sollst du Worte niemals mit unklugen Affen.
		-- Edda (Hâvamâl, Loddfafnirlied)
%
Das Einzige, was mich je entmutigt, ist der Gedanke an die vielen
Dinge die ich gerne tun möchte und die wenige Zeit, die ich dafür
habe.
		-- Thomas Alva Edison
%
Genie ist 1% Eingebung und 99% Schweiß.
		-- Thomas Alva Edison
%
Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.
		-- Thomas Alva Edison
%
Ich bin nicht gescheitert.  Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden,
die nicht funktionieren.
		-- Thomas Alva Edison
%
Er wechselte seinen Aberglauben.
		-- Werner Ehrenforth
%
Seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Zeit.
		-- Günter Eich
%
Wenn es im Jahre 1879 schon Computer gegeben hätte, würden diese
vorausgesagt haben, daß man infolge der Zunahme von Pferdewagen im
Jahre 1979 im Pferdemist ersticken würde.
		-- John C. Edwards
%
Früher war alles besser, auch die Zukunft.
		-- Hans Eichel
%
Es macht die Bürger fröhlich, wenn sie weniger Steuern zahlen müssen.
		-- Hans Eichel
%
Ich bin geldgierig. Als Finanzminister muß man geldgierig sein.
		-- Hans Eichel
%
Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
den schickt er in die weite Welt.
		-- Joseph von Eichendorff
%
Bequeme Rast ist nicht des Lebens wert.
		-- Joseph von Eichendorff
%
Durch Feld und Buchenhallen, bald singend, bald fröhlich still, recht
lustig sei vor allem, wer's Reisen wählen will!
		-- Joseph von Eichendorff
%
Frankreich wird das einzige Land sein, dessen Fahne auf einem 300
Meter hohen Mast weht.
		-- Gustave Eiffel
%
Liest man die Grabinschriften, dann liegt unser Heil nur in
Wiederbelebung der Toten und Beerdigung der Lebenden.
		-- Paul Eldridge
%
Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß Frauen dumm sind. Schließlich
hat der Allmächtige sie den Männern zum Ebenbild erschaffen.
		-- George Eliot (eigentlich Mary Ann Evans)
%
Eingebildete Leute haben mir Leid getan, denn sie tragen ja ihren
Trost mit sich.
		-- George Eliot (eigentlich Mary Ann Evans)
%
Gepriesen sei derjenige, der nichts zu sagen hat und davon absieht,
das zu beweisen.
		-- George Eliot (eigentlich Mary Ann Evans)
%
Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.
		-- George Eliot (eigentlich Mary Ann Evans)
%
Probleme sind Gelegenheiten zu zeigen, was man kann.
		-- Duke Ellington
%
Humanismus ist entweder die Alternative der Religion oder ihr dienend
untergeordnet.
		-- Thomas Stearns Elliot
%
Jeder schöpferische Geist ist auch Kritiker.
		-- Thomas Stearns Eliot
%
Wer vor seiner Vergangenheit flieht, verliert immer das Rennen.
		-- Thomas Stearns Eliot
%
Es gibt eine Menge Dinge in der Welt, die ich gerne anders hätte, als
sie in Wirklichkeit sind; aber in einer Welt ohne Böses würde das
Leben nicht lebenswert sein.
		-- Thomas Stearns Eliot
%
Jeder Tag ist ein neuer Anfang.
		-- Thomas Stearns Eliot
%
Zwischen Gedanke und Tat fällt der Schatten.
		-- Thomas Stearns Eliot
%
Mikrofone sind das einzige, das sich Politiker gerne vorhalten lassen.
		-- Frank Elstner
%
Von der Natur aus gibt es weder Gutes noch Böses.
Diesen Unterschied hat die menschliche Meinung gemacht.
		-- Sextus Empiricus (griech. Philosoph, 2. Jhd. n. Chr.)
%
Die Hohlheit ist längst dagewesen, denn die Religion ist der Akt der
Selbstaushöhlung des Menschen; und ihr wundert euch, daß sie jetzt,
nachdem der Purpur, der sie verdeckte, verblichen, nachdem der Dunst,
der sie einhüllte, gestorben ist, daß sie jetzt zu eurem Schrecken ans
Tageslicht tritt?
		-- Friedrich Engels (Die Lage Englands)
%
Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muß durch ihren Kopf
hindurch, aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt von den
Umständen ab.
		-- Friedrich Engels
%
Wie ähnlich ist uns der Affe, dieses äußerst scheußliche Tier!
		-- Quintus Ennius (Fragmente)
%
Vorsicht im Vertrauen ist allerdings notwendig; aber noch notwendiger
Vorsicht im Mißtrauen.
		-- Josef Eötvös
%
Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht
an eine einzige Hoffnung binden.
		-- Epiktet (griechischer Stoiker, 50-138 n.Chr.)
%
Es sind nicht so sehr die Tatsachen, die in unserem Sozialleben
entscheiden, sondern die Meinung der Menschen über die Tatsachen, ja,
die Meinung über die Meinung.
		-- Epiktet (griechischer Stoiker, 50-138 n.Chr.)
%
Anderen an seinem Unglück die Schuld geben ist ein Zeichen von
Dummheit, sich selbst die Schuld zu geben ist der erste Schritt zur
Einsicht; weder anderen noch sich selbst die Schuld geben ist ein
Zeichen von Weisheit.
		-- Epiktet (griechischer Stoiker, 50-138 n.Chr.)
%
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen,
die wir von den Dingen haben.
		-- Epiktet (griechischer Stoiker, 50-138 n.Chr.)
%
Die Lebensqualität steigt, wo die Beine etwas mehr und die Ellenbogen
etwas weniger gebraucht werden.
		-- Erhard Eppler
%
Ein Kompromiss, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß
jeder meint, er habe das größte Stück bekommen.
		-- Ludwig Erhard
%
Wenns besser kommt als vorausgesagt, verzeiht man sogar dem falschen
Propheten.
		-- Ludwig Erhard
%
Die Volkswirtschaft ist kien Patient, den man pausenlos operieren
kann.
		-- Ludwig Erhard
%
Das ist ein Mann! Soll er was Rechtes tun,
so hält er's "jetzt noch nicht für opportun",
und hilft ihm keine Ausflucht dran vorüber,
so stellt er sich "sympathisch gegenüber".
		-- Otto Ernst (Sankt Yoricks Glockenspiel, Auf einen Minister)
%
Ein jeder will gern ein verständiges Weib haben, aber
die Mittel des Verstandes will man ihnen nicht zulassen.
		-- Dorothea Christiana Erxleben
%
Der Gegner jeden Fortschritts ist der Gleichschritt.
		-- Wolfgang Eschker
%
Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst zollt: Er
schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen.
		-- Ernst Wilhelm Eschmann
%
Die Frage ist nicht, wie lange man für oder gegen eine Sache kämpft,
die Frage ist, hat es sich gelohnt. Es wird sich immer gelohnt haben.
		-- Ludwig Essig
%
Es gibt keinen Königsweg zur Mathematik.
		-- Euklid
%
Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie
erreichen.
		-- Max von Eyth
%
Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel und verworrener Ziele.
		-- Albert Einstein
%
Wird das Geschaute und Erlebte in der Sprache der Logik nachgebildet,
so treiben wir Wissenschaft, wird es durch Formen vermittelt, so
treiben wir Kunst.
		-- Albert Einstein
%
Ich bin vom Leben gezeichnet. Gottlob ist Verkalkung nicht ansteckend.
		-- Albert Einstein
%
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
		-- Albert Einstein
%
Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden völlig einig sind, ist ein
verlorener Abend.
		-- Albert Einstein
%
Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug.
		-- Albert Einstein
%
Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen
durch die sie entstanden sind.
		-- Albert Einstein
%
Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.
		-- Albert Einstein
%
Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende
Meinungen gelassen auszusprechen; die meisten sind sogar unfähig,
überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen.
		-- Albert Einstein
%
Der gesunde Menschenverstand ist die Summe der Vorurteile, die man
bis zu seinem 18. Lebensjahr angesammelt hat.
		-- Albert Einstein
%
Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die
Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder
wegzuwerfen.
		-- Albert Einstein
%
Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.
		-- Albert Einstein
%
Die Zeit ist auch nicht mehr, was sie mal war!
		-- Albert Einstein
%
Ich habe zu Hause im Schrank einen Schlips,
notfalls bin ich bereit ihn auch zu tragen.
		-- Albert Einstein
%
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
		-- Albert Einstein
%
Mache alles so einfach wie möglich, doch nicht einfacher.
		-- Albert Einstein
%
Raffiniert ist der Herrgott aber boshaft ist er nicht.
		-- Albert Einstein
%
Gott würfelt nicht!
		-- Albert Einstein
%
Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den
Erfolg sofort sieht.
		-- Albert Einstein
%
Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen,
wieviel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und
Weltanschauungen schämen.
		-- Albert Einstein
%
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern
von denen, die das Böse zulassen.
		-- Albert Einstein
%
Wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, ist
seelisch bereits tot.
		-- Albert Einstein
%
Sich wundern ist der beste Weg zu einer neuen Entdeckung.
		-- Albert Einstein
%
Man kann zwar tun, was man will,
aber nicht wollen, was man will.
		-- Albert Einstein
%
Seit die Mathematiker über die Relativitätstheorie hergefallen sind,
verstehe ich sie selbst nicht mehr.
		-- Albert Einstein
%
Um eine Einkommensteuererklärung abgeben zu können, muß man ein
Philosoph sein. Für einen Mathematiker ist es zu schwierig.
		-- Albert Einstein
%
Die Mathematik handelt ausschließlich von den Beziehungen der Begriffe
zueinander ohne Rücksicht auf deren Bezug zur Erfahrung.
		-- Albert Einstein
%
Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher!
		-- Albert Einstein
%
Ein kluger Kopf paßt unter keinen Stahlhelm.
		-- Albert Einstein
%
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.
		-- Albert Einstein
%
Wenn man zwei Stunden lang mit einem netten Mädchen zusammensitzt,
meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem
heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.
		-- Albert Einstein
%
Ich weiß nicht, welche Waffen im nächsten Krieg zur Anwendung kommen,
wohl aber, welche im übernächsten: Pfeil und Bogen.
		-- Albert Einstein
%
Wenn jemand Freude daran hat, bei Musik in Reih und Glied zu
marschieren, dann verachte ich ihn schon deswegen, weil er sein Gehirn
nur wegen eines Irrtums bekommen hat; ein Rückenmark hätte gereicht.
		-- Albert Einstein
%
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man
vor allem ein Schaf sein.
		-- Albert Einstein
%
Weiß ich nicht. Ich beschwere mein Gedächtnis nicht mit Tatsachen,
die ich in einem Konversationslexikon finden kann.
		-- Albert Einstein
%
Der Krieg kann nur auf eine einzige Weise verhindert werden: durch die
Weigerung der Menschen, in den Krieg zu gehen.
		-- Albert Einstein (Warum Krieg?)
%
Was mich erschreckt ist nicht die Zerstörungskraft der Bombe, sondern
die Explosivkraft des menschlichen Herzens zum Bösen!
		-- Albert Einstein
%
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten.
		-- Albert Einstein
%
Das Unverständlichste am Universum ist im Grunde, daß wir es
verstehen können.
		-- Albert Einstein
%
Die Majorität der Dummen ist unüberwindlich und für alle
Zeiten gesichert.
Der Schrecken ihrer Tyrannei indes wird gemindert durch Mangel
an Konsequenz.
		-- Albert Einstein.
%
Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich
zum Mißbrauch.
		-- Albert Einstein
%
Gleichungen sind wichtiger für mich, weil die Politik für die
Gegenwart ist, aber eine Gleichung etwas für die Ewigkeit.
		-- Albert Einstein
%
Wenn ich mit meiner Relativitätstheorie recht behalte, werden die
Deutschen sagen, ich sei Deutscher, und die Franzosen, ich sei
Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die
Franzosen sagen, ich sei Deutscher und die Deutschen, ich sei Jude.
		-- Albert Einstein
%
Der Fortgang der wissenschaftlichen Entwicklung ist im Endeffekt eine
ständige Flucht vor dem Staunen.
		-- Albert Einstein
%
Man hat den Eindruck, daß die moderne Physik auf Annahmen beruht, die
irgendwie dem Lächeln einer Katze gleichen, die gar nicht da ist.
		-- Albert Einstein
%
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch
ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
		-- Albert Einstein
%
Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern
durch Arbeit und eigene Leistung.
		-- Albert Einstein
%
Es ist die hohe Bestimmung des Menschen, mehr zu dienen als zu
herrschen.
		-- Albert Einstein
%
Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern
durch Arbeit und eigene Leistung.
		-- Albert Einstein
%
Es ist die hohe Bestimmung des Menschen, mehr zu dienen als zu
herrschen.
		-- Albert Einstein
%
Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.
		-- Albert Einstein
%
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.
		-- Albert Einstein
%
Der Fortschritt geschieht heute so schnell, daß, während jemand eine
Sache für gänzlich undurchführbar erklärt, er von einem anderen
unterbrochen wird, der sie schon realisiert hat.
		-- Albert Einstein
%
Wer keinen Sinn im Leben sieht, ist nicht nur unglücklich, sondern
kaum lebensfähig.
		-- Albert Einstein
%
Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit
weiterleben will.
		-- Albert Einstein
%
Versuch nicht, ein Mann des Erfolgs zu werden. Werde lieber ein Mann
von Wert!
		-- Albert Einstein
%
Der Fortschritt geschieht heute so schnell, daß, während jemand eine
Sache für gänzlich undurchführbar erklärt, er von einem anderen
unterbrochen wird, der sie schon realisiert hat.
		-- Albert Einstein
%
Erfolg: Wenn A für Erfolg steht, gilt die Formel A = X + Y + Z. X ist
die Arbeit, Y ist Muße, und Z heißt Mundhalten.
		-- Albert Einstein
%
Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle
Liebe den Gedanken.
		-- Albert Einstein
%
Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild sein, wenn es nicht
anders geht, ein abschreckendes.
		-- Albert Einstein
%
Sobald der Glaube an die Allmacht physischer Gewalt das Leben einer Nation
beherrscht, emanzipiert sich diese Kraft, wird zum Selbstzweck und wird
mächtiger als jene Männer, die sie als Werkzeug benützen wollen.
		-- Albert Einstein
%
Zur Strafe für meine Autoritätsverachtung hat mich das Schicksal selbst zu
einer Autorität gemacht.
		-- Albert Einstein
%
Die Kontraste und Widersprüche, die dauernd in einer Hirnschale friedlich
nebeneinander hausen können, werfen alle Systeme der politischen Optimisten
und Pessimisten über den Haufen.
		-- Albert Einstein
%
Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das
Gleichgewicht nicht zu verlieren.
		-- Albert Einstein
%
Wer seiner eigenen Sache untreu wird, kann nicht erwarten, daß ihn
andere achten.
		-- Albert Einstein
%
Sprächen die Menschen nur von Dingen, von denen sie etwas verstehen,
die Stille wäre unerträglich.
		-- Albert Einstein
%
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das gleiche zu tun und andere
Ergebnisse zu erwarten.
		-- Albert Einstein
%
Die Suche nach den Sündenböcken ist von allen Jagdarten die
einfachste.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Kein weiser oder tapferer Mann legt sich auf die Schienen der
Geschichte und wartet, daß der Zug der Zukunft ihn überfährt.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefaßt werden
kann, ist weder durchdacht, noch entscheidungsreif.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Bei jeder Art von Kräftemessen, ob im Krieg, in der Politik oder wo
immer, muß man bis zur letzten Minute so handeln, als könnte man
immer noch unterliegen.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Eine Armee ist bestimmt dann ganz demokratisch, wenn ein Oberleutnant
damit rechnen muß, daß sein Rekrut von heute sein Bürovorsteher von
morgen sein kann.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Ideologen sind Leute, die glauben, daß die Menschheit besser sei als
der Mensch.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Abrüstung in gegenseitigem Respekt und Vertrauen ist ein immer noch
gültiges Gebot. Zusammen müssen wir lernen, wie wir
Meinungsverschiedenheiten beilegen, nicht mit Waffen, sondern mit
Verstand und in ehrlicher Absicht. Denn diese Notwendigkeit ist so
hervorstechend und offensichtlich. 
		-- Dwight David Eisenhower
%
Diese Verbindung eines gewaltigen Militärapparates mit einer großen
Rüstungsindustrie stellt eine neue Erfahrung in den USA dar. Der gesamte
Einfluss - wirtschaftlich, politisch, ja sogar spirituell - wird
wahrgenommen in jeder Stadt, in jedem Parlament unserer Bundesstaaten und
jeder Behörde der Bundesregierung.

Wir erkennen die Notwendigkeit dieser Entwicklung an. Wir dürfen aber auch
nicht die Augen verschließen gegenüber ihren schwerwiegenden Folgen. All
unsere Bemühungen, Mittel und Existenzgrundlagen sind betroffen; das gilt
auch für die Struktur unserer Gesellschaft.
		-- Dwight David Eisenhower
%
In den Gremien der Regierung müssen wir uns verwahren gegen die Inbesitznahme
einer unbefugten Einmischung, ob angefragt oder nicht, durch den
militärisch-industriellen Komplex. Das Potential für die katastrophale Zunahme
deplatzierter Macht existiert und wird weiter bestehen bleiben.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Wir dürfen niemals unsere Freiheiten und demokratischen Prozeduren durch das
Gewicht dieser Konstellation in Gefahr bringen lassen. Nur eine wache und kluge
Bürgerschaft kann das richtige Zusammenwirken der gewaltigen industriellen und
militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und
Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit miteinander gedeihen mögen.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Jedes angefertigte Gewehr, jedes zu Wasser gelassene Kriegsschiff, jede
abgeschossene Rakete bedeutet im Endeffekt einen Diebstahl an jenen, die hungern
und die nicht ernährt werden und an jenen, die nichts anzuziehen haben. Diese
waffenstarrende Welt verausgabt nicht nur Geld. Es kostet den Schweiß seiner
Arbeiter, die Erfindungsgabe seiner Wissenschaftler, die Hoffnungen seiner Kinder.
Die Kosten eines einzigen modernen Kampfbombers entsprechen dem Wert von: einer
modernen Schule aus Stein für mehr als 30 Städte. Es bedeutet zwei Kraftwerke,
von denen jede den Bedarf einer Stadt mit 60.000 Einwohnern versorgt.
		-- Dwight David Eisenhower
%
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem man laut denken kann.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Gute Manieren bestehen aus lauter kleinen Opfern.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt
worden sind.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Bleib ruhig: In hundert Jahren ist alles vorbei.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden: Wir
mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, einer zu sein.

		-- Ralph Waldo Emerson
%
Eine Religion, die sich vor der Wissenschaft fürchtet, schändet Gott
und begeht Selbstmord.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Nichts ist unter Ihrer Würde, was Ihrem Lebensziel dient: Nichts ist
groß und wünschenswert, wenn es diesem Ziel nicht dient.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Glück ist eine andere Bezeichnung für Willensstärke.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Was hinter uns und vor uns liegt, ist beides nichts verglichen mit
dem, was in uns liegt.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Was gut ist, ist wirksam und schafft sich selbst Raum, Nahrung und
Beistand.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Jeder Held wird auf die Dauer langweilig.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Jedes Süße hat sein Bitteres, jedes Bittere sein Süßes, jedes Böse
sein Gutes.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Oft ist eine glückliche Hand nichts anderes als Zielstrebigkeit.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Was wir brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, was wir
können.
		-- Ralf Waldo Emerson
%
Das Leben ist kurz, aber man hat immer Zeit für Höflichkeit.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Ein Held ist nicht mutiger als ein gewöhnlicher Sterblicher, aber er
ist es fünf Minuten länger.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Das Leben besteht in dem, was ein Mensch den ganzen Tag über denkt.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu
tun, das wir können.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Das Leben besteht in dem, was ein Mensch den ganzen Tag über denkt.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Es ist das Schicksal des Genies, unverstanden zu bleiben. Aber nicht
jeder Unverstandene ist ein Genie.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Nach dem Essen ist man konservativ.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter.
		-- Ralph Waldo Emerson
%
Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts
seinen Reichtümern hinzu sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Mach dir deine eigenen Götter, und unterlasse es, dich mit einer
schnöden Religion zu beflecken.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Reich ist man nicht durch das was man besitzt, sondern durch das, was
man bereit ist zu entbehren!
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Es ist sinnlos von den Göttern zu fordern,
was man selber zu leisten vermag.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Einfältig ist es, von den Göttern zu erbitten,
was einer sich selber hinlänglich beschaffen kann.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Lebe heute, vergiß die Sorgen der Vergangenheit.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Nicht der Jüngling ist glücklich zu preisen, sondern der Greis,
der gut gelebt hat.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Wem genug zuwenig ist, dem ist nichts genug
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Wer am wenigsten des Morgen bedarf, der geht am heitersten dem Morgen
entgegen.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Wenn ich als Naturforscher offen reden soll, so möchte ich lieber wie
ein Orakel allen Menschen das zuträgliche verkündigen, ohne daß auch
nur einer es verstünde, als den gangbaren Meinungen zustimmen und dabei
das massenhafte Lob der Leute ernten.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Bei einer wissenschaftlichen Diskussion hat der Unterliegende mehr
Nutzen, sofern er etwas dazulernt.
		-- Epikur von Samos (341-271 v.Chr.)
%
Es wohnt ein Wind in Leningrad,
der pustet kalt,
wer da nicht einen Mantel hat,
der hustet bald.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich kann's bis heute nicht verwinden, deshalb erzähl ich's auch nicht
gern: den Stein der Weisen wollt ich finden und fand nicht mal des
Pudels Kern.
		-- Heinz Erhardt
%
Die alten Zähne wurden schlecht, und man begann, sie auszureißen, die
neuen kamen grade recht, um mit ihnen ins Gras zu beißen.
		-- Heinz Erhardt
%
Wenngleich die Nas, ob spitz, ob platt, zwei Flügel - Nasenflügel -
hat, so hält sie doch nicht viel vom Fliegen; das Laufen scheint ihr
mehr zu liegen.
		-- Heinz Erhardt
%
Seit früher Kindheit, wo man froh lacht, verfolgt mich dieser
Ausspruch magisch: Man nehme ernst nur das, was froh macht, das Ernste
aber niemals tragisch!
		-- Heinz Erhardt
%
Das Leben beginnt in einer Zelle
und bei Strolchen endet's auch in einer solchen.
		-- Heinz Erhardt
%
Meine Made ist so etwas wie ein Wurm, nur etwas kürzer.
		-- Heinz Erhard
%
Made in Germany - da ist der Wurm drin.
		-- Heinz Erhard
%
In nur vier Zeilen was zu sagen,
scheint zwar leicht, doch ist es schwer.
Man braucht ja nur mal nachzuschlagen,
die meisten Dichter brauchen mehr...
		-- Heinz Erhardt
%
Das Leben ist wie eine Brille - man macht viel durch!
		-- Heinz Erhardt
%
Manche Konferenzen finden unter vier Wänden statt.
		-- Heinz Erhardt
%
Am besten ist, man macht sich einen Knoten ins Notizbuch.
		-- Heinz Erhardt
%
Große Schatten werfen ihre Ereignisse hinter sich.
		-- Heinz Erhardt
%
Steh nicht immer auf! Sonst nimmt dir noch jemand deinen Platz weg,
und dann sitzt du da!
		-- Heinz Erhardt
%
Das Leben ist das Wichtigste des menschlichen Daseins.
		-- Heinz Erhardt
%
Vor dem Tode habe ich keine Angst - denn alle, die gestorben sind,
lassen nicht wieder davon ab.
		-- Heinz Erhardt
%
Man sieht es manchen Damen noch jetzt an,
daß sie einmal recht häßlich gewesensein mögen.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich könnte manchmal vor Glück eine ganze Allee von Purzelbäumen
schlagen.
		-- Heinz Erhardt
%
Was ist paradox: wenn man ein eingefleischter Vegetarier ist.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich hatte die Stirn, sie zu runzeln.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich fletschte meine Faust.
		-- Heinz Erhardt
%
Haben Sie Ihre Begabung von der Mutter? -
Nein, ich habe sie mit der Vatermilch eingesogen.
		-- Heinz Erhardt
%
Das Brot ging den Weg allen Fleisches.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich schoß ihn über seinen eigenen Haufen.
		-- Heinz Erhardt
%
Von der Muse geküßt? - Von der Pampelmuse.
		-- Heinz Erhardt
%
Der Kaiser belohnte ihn königlich.
		-- Heinz Erhardt
%
Sie haben den falschen Idioten, Sie Nummer.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich muß brechen, und zwar eine Lanze.
		-- Heinz Erhardt
%
Das Programm neigt sich seinem Anfang zu.
		-- Heinz Erhardt
%
Als ich geboren wurde, war ich noch sehr jung.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich habe die Muttersprache mit den Kindesbeinen eingesogen.
		-- Heinz Erhardt
%
Das ewige schwimmen gegen den Strom wird noch einmal
der Nagel zu meinem letzten Atemzug sein.
		-- Heinz Erhardt
%
Wenn schon Nietzsche sagt, daß zum Leben drei Dinge gehören, nämlich
Geld, Geld und Geld, so möchte ich diesen klugen Satz dahin erweitern,
daß zum Leben vier Dinge gehören, nämlich Geld, Geld, Geld und Geld.
		-- Heinz Erhardt
%
Auch die Sonne hat ihre Flecken.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich bin ein richtiger Pechpilz, niemals fällt mir das kleinste Schwein
in den Schoß.
		-- Heinz Erhardt
%
Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.
		-- Heinz Erhardt
%
Es hat keinen Sinn, den Brunnen zuzuschütten, wenn das Kind bereits
verbrannt ist.
		-- Heinz Erhardt
%
Man darf im Leben nichts auslassen, außer Butter.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich brauche nur Fettgedrucktes zu lesen, und schon nehme ich zu.
		-- Heinz Erhardt
%
Bei manchen Menschen geht alles schnell zum einen Ohr rein und zum
anderen raus - die haben auch nicht viel dazwischen.
		-- Heinz Erhardt
%
Wenn der Kragen am Hemd nicht sitzt, handelt es sich oft um einen
Stehkragen.
		-- Heinz Erhardt
%
Solange es Haare gibt, liegen sich die Menschen in denselben.
		-- Heinz Erhardt
%
Das Ei darf nicht klüger sein als Kolumbus.
		-- Heinz Erhardt
%
Bei glatten Straßen muß man sechzehn geben, also doppelt acht.
		-- Heinz Erhardt
%
Viele Menschen lassen gute Ratschläge links im Papierkorb liegen,
den man ihnen höher hängen sollte.
		-- Heinz Erhardt
%
Es lohnt sich nicht, sich an einen Strohhut zu klammern.
		-- Heinz Erhardt
%
Frieden auf Erden - hoffentlich wird es keinen Zaun mehr geben,
von dem man einen Streit brechen kann.
		-- Heinz Erhardt
%
Der liebe Gott hat das Gras nicht wachsen lassen, damit man in
dasselbe beißt.
		-- Heinz Erhardt
%
Man muß im rechten Augenblick die Gelegenheit bei der Hand fassen
und seinen Schwiegerpapa um den Schopf seiner Tochter bitten.
		-- Heinz Erhardt
%
Manche Hab- und Gutseligkeiten sind nur ein Tropfen auf den hohlen Zahn.
		-- Heinz Erhardt
%
Viele Menschen scheinen aus dem linken Bett zuerst aufgestanden zu sein.
		-- Heinz Erhardt
%
Möge der Himmel seine Geigen über alle Glücklichen ausschütten.
		-- Heinz Erhardt
%
Man darf im Leben weder sich noch Verdacht erregen.
		-- Heinz Erhardt
%
Manchmal hilft nur noch: Zähne hoch und den Kopf zusammenbeißen.
		-- Heinz Erhardt
%
Vorläufig habe ich noch keine Lust ins bessere Jenseits zu beißen.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich kann keinen Wurm krümmen, der mir am Herzen nagt.
		-- Heinz Erhardt
%
Wenn ich Käse esse, lasse ich die Made links liegen.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich lasse mich nie weit und breit schlagen.
		-- Heinz Erhardt
%
Gerichtsvollzieher sind wie kleine Kinder: was sie sehen wollen sie
gleich haben.
		-- Heinz Erhardt
%
Ich rede mir nicht ein, den Stein der Weisen wachsen zu hören.
		-- Heinz Erhardt
%
Jeder sollte sein eigener Hirte sein - jeder sollte sich hüten, und
zwar davor, daß einem die anderen das Fell über die Ohren hauen.
		-- Heinz Erhardt
%
Manchmal kommt man mit einem blauen Auge davon,
das man einem anderen geschlagen hat.
		-- Heinz Erhardt
%
Es darf kein äußerstes geben, zu dem wir nicht entschlossen wären,
und keine Lauer, auf der wir nicht lägen.
		-- Heinz Erhardt
%
Raphael wäre auch dann ein großer Maler geworden, wenn er ohne Ölfarben
auf die Welt gekommen wäre.
		-- Heinz Erhardt
%
Ein blindes Huhn bekommt auch mal ein Gerstenkorn und hat dann keine Lust,
die Flinte in dasselbe zu werfen.
		-- Heinz Erhardt
%
Niemand käme auf die Idee, Tinte mit Tinte abzuwaschen; nur Blut soll immer
wieder mit Blut abgewaschen werden.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
"Der Gescheitere gibt nach!"
Eine traurige Wahrheit. Sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Ein Urteil läßt sich widerlegen, ein Vorurteil nie.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Vorurteil stützt die Throne, Unwissenheit die Altäre.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Der Maßstab, den wir an die Dinge legen, ist das Maß unseres eigenen
Geistes.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wer sich seiner eigenen Kindheit nicht mehr deutlich erinnert, ist ein
schlechter Erzieher.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Was nennen die Menschen am liebsten dumm?
Das Gescheite, das sie nicht verstehen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Nur die allergescheitesten Leute benutzen ihren Scharfsinn zur
Beurteilung nicht bloß anderer, sondern auch ihrer selbst.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
An Rheumatismen und an wahrer Liebe glaubt man erst, wenn man davon
befallen wird.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt
und nie gehaßt.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Sich glücklich fühlen, auch ohne Glück - das ist Glück.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wenn wir auch der Schmeichelei keinen Glauben schenken, der
Schmeichler gewinnt uns doch.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der
Glaube an die eigene Kraft.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wer nichts weiß, muß alles glauben!
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Alles Wissen geht aus einem Zweifel hervor und endigt in einem
Glauben.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Da zuletzt doch alles auf den Glauben hinausläuft, müssen wir jedem
Menschen das Recht zugestehen, lieber das zu glauben, was er selbst,
als was andre ihm weisgemacht.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Es ist schlimm, wenn zwei Eheleute einander langweilen. Viel schlimmer
jedoch ist es, wenn nur einer von ihnen den anderen langweilt.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Der Dirne Neugier leistet Magddienste der Dirne Geschwätzigkeit.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wenn die Neugier sich auf ernsthafte Dinge richtet, dann nennt man sie
Wissensdrang.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Vieles erfahren haben heißt noch nicht Erfahrung besitzen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Liebe ist Qual, Lieblosigkeit ist Tod.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Was andere uns zutrauen, ist meist bezeichnender für sie als für uns.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Was noch zu leisten ist, das bedenke, was du schon geleistet hast, das
vergiß.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Eine Vernunftehe schließen heißt in den meisten Fällen, alle seine
Vernunft zusammenzunehmen, um die wahnsinnigste Handlung zu begehen,
die ein Mensch begehen kann.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man
kann.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Alles wird uns heimgezahlt, wenn auch nicht von denen, welchen wir
geborgt haben.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
"Und ich habe mich so gefreut!" sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine
Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut - ist das nichts?
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Der größte Feind des Rechtes ist das Vorrecht.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Bücher sind oft die besten Freunde. Aber sie sollten nicht die
einzigen in unserem Leben sein.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Was liegt am Ruhm, da man den Nachruhm nicht erleben kann.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Ausnahmen sind nicht immer Bestätigung der alten Regel. Sie können
auch Vorboten einer neuen Regel sein.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Sag etwas, das sich von selbst versteht, zum erstenmal, und du bist
unsterblich.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Was ein Mensch glaubt und woran er zweifelt ist gleich gezeichnend für
die Stärke seines Geistes.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Der Gläubige, der nie gezweifelt hat, wird schwerlich einen Zweifler
bekehren.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Es würde viel weniger Böses auf Erden geben, wenn das Böse niemals im
Namen des Guten getan werden könnte.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach (Aphorismen)
%
Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf. Es kommt nur auf die
Entfernung an.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Selbst der bescheidenste Mensch hält mehr von sich, als sein bester
Freund von ihm hält.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wir unterschätzen das, was wir haben, und überschätzen das, was wir
sind.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die Leute, denen man am wenigsten widerspricht, sind entweder die,
welche man am meisten liebt, oder die, welche man am wenigsten achtet.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wer in die Öffentlichkeit tritt, hat keine Nachsicht zu erwarten und
keine zu fordern.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wisset, die euch Haß predigen, erlösen euch nicht.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wer in Gegenwart von Kindern spottet oder lügt, begeht ein Verbrechen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Überlege einmal, bevor du gibst, zweimal, bevor du annimmst und
tausendmal, bevor du verlangst und forderst.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Zur Größe kann man sich aufringen, aufschwingen, aufdulden, aber
nicht - aufblasen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Was ist Reue? Eine große Trauer darüber, daß wir sind, wie wir sind.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Späte Freuden sind die schönsten; sie stehen zwischen entschwundener
Sehnsucht und kommendem Frieden.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die meisten Menschen brauchen mehr Liebe, als sie verdienen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die glücklichen Pessimisten! Welche Freude empfinden sie, so oft sie
bewiesen haben, daß es keine Freude gibt.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Das unfehlbarste Mittel, Autorität über die Menschen zu gewinnen, ist,
sich ihnen nützlich zu machen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Der Zufall ist die in Schleier gehüllte Notwendigkeit.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die meisten Nachahmer lockt das Unnachahmliche.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt
und nie gehaßt.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Traurigkeit ist Stille, ist Tod. Heiterkeit ist Regsamkeit, Bewegung,
Leben.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die bedauernswürdigsten Menschen sind die gewissenhaften, denen das
Leben unerfüllbare Pflichten aufgebürdet hat.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Es ist Frevel und Wahnsinn, zu kränken, was man liebt.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wir suchen die Wahrheit, finden wollen wir sie aber nur dort, wo es
uns beliebt.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die Frau verliert in der Liebe zu einem ausgezeichneten Manne das
Bewußtsein ihres eigenen Wertes; der Mann kommt erst recht zum
Bewußtsein des seinen durch die Liebe einer edlen Frau.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Es würde viel weniger Böses auf Erden getan, wenn das Böse niemals im
Namen des Guten getan werden könnte.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Auch was wir am meisten sind, sind wir nicht immer.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Nichts wird so oft unwiederbringlich versäumt wie eine Gelegenheit.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Das Gemüt bleibt jung, solange es leidensfähig bleibt.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Anmut ist ein Ausströmen der inneren Harmonie.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf - es kommt nur auf die
Entfernung an.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Ausdauer ist eine Tochter der Kraft, Hartnäckigkeit eine Tochter der
Schwäche, nämlich der Verstandesschwäche.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Müde macht uns die Arbeit, die wir liegenlassen, nicht die, die wir
tun.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Nichts wird so oft unwiederbringlich versäumt wie eine Gelegenheit.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die
Notwehr uns allmählich zwingt, in seine Fehler zu verfallen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die Reue treibt den Schwachen zur Verzweiflung und macht den Starken
zum Heiligen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Je mehr du dich selbst liebst, je mehr bist du dein eigener Feind.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Nur der Denkende erlebt sein Leben, an Gedankenlosen zieht es vorbei.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen
unmöglich.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern
sein.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die kleinsten Sünder tun die größte Buße.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Das Alter verklärt oder versteinert.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Ein stolzer Mensch verlangt von sich das Außerordentliche. Ein
hochmütiger Mensch schreibt es sich zu.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewußtseins.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie ihnen
selbst anerzogen haben.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Beim Genie heißt es: Laß dich gehen! Beim Talent heißt es: Nimm
dich zusammen!
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Es gibt keine schüchternen Lehrlinge mehr, es gibt nur noch
schüchterne Meister.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die Menschen, die wir am meisten verwöhnen, sind nicht immer die, die
wir am meisten lieben.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Der Künstler hat nicht dafür zu soregn, daß sein Werk Anerkennung
findet, sondern daß es sie verdient.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Auch der ungewöhnlichste Mensch ist gehalten, seine ganz gewöhnliche
Schuldigkeit zu tun.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Merkmal großer Menschen ist, daß sie an andere weit geringere
Anforderungen stellen als an sich selbst.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Dem großen Publikum ist ein Buch nicht leicht zu schlecht, sehr
leicht aber zu gut.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
So mancher meint ein gutes Herz zu haben und hat nur schwache Nerven.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen
sind; wirklich arm ist nur, wer nie geträumt hat.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Ihr jubelt über die Macht der Presse - graut euch nie vor ihrer
Tyrannei?
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
"Man kann nicht allen helfen", sagt der Engherzige und hilft keinem.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Nur wer das Vergnügen kennt, zu geben, kennt die Kunst, anzunehmen.
Ihr jubelt über die Macht der Presse - graut euch nie vor ihrer
Tyrannei?
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Ihr jubelt über die Macht der Presse - graut euch nie vor ihrer
Tyrannei?
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Ein Gedanke kann nicht erwachen, ohne andere zu wecken.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Die meiste Nachsicht übt der, der die wenigste braucht.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Es gibt kein Wunder für den, der sich nicht wundern kann.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Was Menschen wert sind, kann man erst beurteilen, wenn sie alt
geworden sind.
		-- Marie von Ebner-Eschenbach
%
Auf den Geist muß man schauen. Denn was nützt ein schöner Körper, wenn
in ihm nicht eine schöne Seele wohnt.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Der Mensch ist wie sein Umgang.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Dunkel ist des Glückes launenhafter Gang, ein unbegreifbar,
unergründlich Rätselspiel.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Dunkel sind die Wege, die das Schicksal geht.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Glücklich die Besitzenden!
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Kein besseres Heilmittel gibt es im Leid als eines edlen Freundes
Zuspruch.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Wer sich selbst beherrscht, der ist der weise Mann.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Wo Gesetze schriftlich aufgezeichnet sind, genießte der Schwache mit
dem Reichen gleiches Recht.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Kein Mann der Erde, wahrlich, ist ein freier Mann.
		-- Euripides (Hekabe, 580-406 v. Chr.)
%
Abwechslung ist immer süß.
		-- Euripides (Orest, 580-406 v. Chr.)
%
Gewinnes halber dient auch, wer zum Sklaven nicht geboren ist.
		-- Euripides (580-406 v. Chr.)
%
Wer weiß denn, ob das Leben nicht ein Sterben ist und, was wir
Sterben nennen, drunten Leben heißt.
		-- Euripides (580-406 v. Chr.)
%
Bedächtige Reden führen stets zum klügsten Ziel.
		-- Euripides (580-406 v. Chr.)
%
Wer weiß denn, ob das Leben nicht das Totsein ist und das Totsein
Leben
		-- Euripides (580-406 v. Chr.)
%
Es gibt Situationen im Menschenleben, wo es weise ist, nicht immer
allzu weise zu sein.
		-- Euripides (580-406 v. Chr.)
%
Der beste Hellseher ist der, der gut raten kann.
		-- Euripides (580-406 v. Chr.)
%
Der Menschen Seherkunst ist eitles Nichts.
		-- Euripides (580-406 v. Chr.)
%
Nichts schädigt mehr den Staat als Alleinherrschaft.
		-- Euripides (Die Schutzflehenden, 580-406 v. Chr.)
%
Erst wenn die letzte Aktie in den Keller gefallen, die letzte
Entlassungsparty gefeiert und der letzte Computer abgeschaltet ist,
werdet ihr feststellen, daß es ein Leben nach dem Optionsschein gibt.
		-- Hal Faber
%
Der Mensch selbst ist die Killer-Application.
		-- Hal Faber
%
Beginnen wir den Rückblick auf die Woche mit ihrem trostlosen Ende.
		-- Hal Faber
%
Wer sich entschuldigen kann, ist klar im Vorteil.
		-- Hal Faber
%
Vom Marketing-Terror zum Terror-Marketing.
		-- Hal Faber
%
Nicht die Sünde wurde geboren, als Eva den Apfel pflückte. Geboren
wurde an diesem Tag vielmehr eine großartige Tugend, Ungehorsam
genannt.
		-- Oriana Fallaci
%
Geld allein macht nicht unglücklich.
		-- Peter Falk
%
Geld allein macht nicht unglücklich.
		-- Peter Falk
%
Eine Allianz ist eine Ehe, bei der die Eifersucht größer ist als die
Liebe.
		-- Amintore Fanfani
%
Eine Partei kann nicht nur aus Flügeln bestehen, sie muß auch einen
Rumpf haben.
		-- Amintore Fanfani
%
In der Politik ist es wie in einem Konzert: Ungeübte Ohren halten
schon das Stimmen der Instrumente für Musik.
		-- Amintore Fanfani
%
Menschen machen falsches Geld, und das Geld macht falsche Menschen.
		-- Karl Farkas
%
Beziehungen sind eine Rutschbahn nach oben.
		-- Karl Farkas
%
Der Optimist ist ein Mann, der Kreuzworträtsel sofort mit dem
Kugelschreiber ausfüllt.
		-- Karl Farkas
%
Du mußt in allen Phasen deines Lebens stehen, sonst verrätst du dich
selbst.
		-- Rainer Werner Fassbinder
%
Kein vernünftiger Mensch beurteilt den Baum nach dem Fallobst.
		-- Kardinal Faulhaber
%
Diplomatie ist die Kunst, einen Hund so lange zu streicheln, bis
Maulkorb und Leine fertig sind.
		-- Felix Faure
%
Es gibt keine gesündere Übung als gegen den Strom zu schwimmen.
		-- Jürgen Fehling
%
Die Ehe ist ein Spielplan mit gleichbleibendem Repertoire. Folglich
sollte man wenigstens die Inszenierung ändern.
		-- Frederico Fellini
%
Gesichter sind die Lesebücher des Lebens.
		-- Frederico Fellini
%
Intelligente Fehler zu machen ist eine große Kunst.
		-- Frederico Fellini
%
In der Ehe stammen Drehbuch und Regie vom Mann, Dialoge und Ton von
der Frau.
		-- Federico Fellini
%
Der einzig wahre Realist ist der Visionär.
		-- Federico Fellini
%
Der gute Wille ist das Kostbarste im Menschen.
		-- Francois Fenelon
%
Wer nicht zu schweigen weiß, verdient nicht zu herrschen.
		-- Fénelon
%
Man ist nie scharfsinniger, als wenn es darauf ankommt, sich selbst zu
täuschen und seine Gewissensbisse zu unterdrücken.
		-- Fénelon
%
Wer zugibt, daß er feige ist, hat Mut.
		-- Fernandel
%
Es kann passieren, was will:
Es gibt immer einen, der es kommen sah.
		-- Fernandel
%
Selbst ist der Mann - außer er hat eine Frau.
		-- Fernandel
%
Der Mut ist wie ein Regenschirm: Wenn man ihn am dringendsten
braucht, fehlt er einem.
		-- Fernandel
%
Es kann passieren was will, es gibt immer einen, der es kommen sah.
		-- Fernandel
%
Wer glücklich ist, fühlt, wer unglücklich ist, denkt.
		-- Joachim Fernau
%
Daß es die Vereinigten Staaten von Amerika gibt, verdanken wir (abgesehen
vom dritten biblischen Schöpfungstag natürlich) vor allem den Briten. Hätten
sie nicht die Idee gehabt, die Indianer auszurotten, so würde Nordamerika
ein ganz anderes Schicksal erfahren haben.  Es hätte das Schicksal Afrikas
gehabt.  Das heißt: Es wäre jetzt so weit, daß die Weißen das Land räumten
und zwanzig oder dreißig Indianerstaaten ihre Befreiung vom Joch der
Kolonialherren feierten.  Die neuen Staatspräsidenten würden statt Lumumba
und Mobutu "Wiehernder Mustang" und "Listige Schlange" heißen und Ihre
First Ladies "Heller Morgen" und "Fleißige Finger", und in Bonn wäre für
sie, wenn sie ihr Entwicklungsgeld abholten, eine Ehrenkompanie angetreten.
		-- Joachim Fernau
%
Ein Mann ist alt, wenn er morgens ohne einen Wunsch aufwacht.
		-- Enzo Ferrari
%
Aufrichtigkeit ist eine Tugend, welche ihren Lohn schon im Namen mit
sich führt: Sie richtet auf.
		-- Jules Ferry
%
Der Glaube versetzt Berge. Der Aberglaube versetzt Menschen.
		-- Ernst Ferstl
%
Das Nebensächliche macht riesige Fortschritte. Wir entfernen uns
immer weiter vom Wesentlichen.
		-- Ernst Ferstl
%
Eines haben dumme und gescheite Menschen gemeinsam: Sie haben keine
Ahnung voneinander.
		-- Ernst Ferstl
%
Je kleiner das Denkvermögen desto größer der Reichtum an
Ahnungslosigkeit.
		-- Ernst Ferstl
%
Die einfachste Möglichkeit, den Alltag von seiner Alltäglichkeit zu
befreien, ist, ein sonntägliches Gemüt an den Tag zu legen.
		-- Ernst Ferstl
%
In der Praxis ist vielen Menschen die Theorie doch lieber als die
Praxis.
		-- Ernst Ferstl
%
Solange uns die Menschlichkeit miteinander verbindet,
ist es völlig egal, was uns trennt.
		-- Ernst Ferstl
%
Die Werbung schenkt uns neue Bedürfnisse und nimmt uns Stück für Stück
die eigenen.
		-- Iring Fetscher
%
Physik verhält sich zu Mathematik wie Sex zu Selbstbefriedigung.
		-- Richard Feynman
%
Wer glaubt, die Quantentheorie verstanden zu haben, hat sie nicht verstanden.
		-- Richard Feynman
%
Naturwissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit der Experten.
		-- Richard Feynman
%
Eines der größten und wichtigsten Hilfsmittel in der theoretischen Physik ist
der Papierkorb.
		-- Richard Feynman
%
Des Menschen grausamster Feind ist der Mensch.
		-- Johann Gottlieb Fichte
%
Jedes Schreckbild verschweindet, wenn man es fest ins Auge faßt.
		-- Johann Gottlieb Fichte
%
Die Definition von Kampfhund lautet: Dies ist jeder Hund, dessen
Intelligenzquotient höher ist als der seines Halters.
		-- Armin Fietz
%
Humor ist die Lust zum Lachen, wenn einem zum Heulen ist.
		-- Werner Finck
%
Zum Spaßmachen gehört auch ein Schuß Demagogie.
		-- Werner Finck
%
Was in der Politik noch fehlt, ist ein Machthungerstreik.
		-- Werner Finck
%
Wer andere zum Lachen bringen kann, muß ernst genommen werden; das
wissen alle Machthaber.
		-- Werner Finck
%
Auch die Bretter, die mancher vor dem Kopf trägt, können die Welt
bedeuten.
		-- Werner Finck
%
Die schwierigste Turnübung ist immer noch, sich selbst auf den Arm zu
nehmen.
		-- Werner Finck
%
Wer lachen kann, dort wo er hätte heulen können, bekommt wieder Lust
zum Leben.
		-- Werner Finck
%
Der Reichen Überdruß wär' der Armen Überfluß.
		-- Johann Fischart
%
Je teurer die Geschenke, desto billiger meist die Absichten.
		-- Gerlind Fischer Diehl
%
Wer keine Ahnung hat, hat auch keine Meinung.
		-- Joseph "Joschka" Fischer
%
Ich bin für Freundschaft nicht zuständig.
		-- Joschka Fischer
%
Volkstümliches Ansehen geht selten zusammen mit dem Namen eines
Philosophen. Die Philosophie ist nicht gemacht, die Menge zu gewinnen.
		-- Kuno Fischer
%
Eines der vielen Dinge, die einem niemand über die mittleren Jahre
verrät, ist die Tatsache, daß sie eine so angenehme Abwechslung vom
Jungsein sind.
		-- Dorothy Canfield Fisher
%
Nach allem, was wir wissen, hat sich unser Staat im "Krieg gegen den
Terror" wissentlich an Aktivitäten beteiligt, die in unserem Recht nur
schwerlich eine Rechtfertigung finden: An Entführungen, an Folterungen,
an Ermordungen. Wir, die wir doch vor siebzig Jahren geschworen haben,
dass niemals mehr Schweigen herrschen dürfe über staatliches Unrecht:
Was sagen wir nun, nachdem wir die verflossene DDR empörungsmäßig
abgearbeitet haben, zu unserem eigenen Unrecht?
		-- Thomas Fischer (2015, Bundesrichter in Karlsruhe)
%
Man ist unzufrieden, wenn jemand, dem man doch selber den Abschied
gegeben hat, sich bald tröstet.
		-- Otto Flake
%
Ein liebes Wort hat oft die Macht, ein Wunder zu vollbringen; es
bringt aus Leid und dunkler Nacht ein Menschenherz zum Klingen.
		-- Fischer-Friesenhausen
%
Es ist nicht Hollywood.  Krieg ist real.  Im Krieg geht es nicht
primär um Niederlage oder Sieg, sondern um Tod.  Ich habe abertausend
Tote gesehen.  Denken Sie etwa, ich möchte darüber eine akademische
Debatte führen?
		-- Robert Fisk
%
Die moderne Frau kennt den Unterschied zwischen einem Autoreifen und
einem Mann: Ein Autoreifen muß mindestens einen Millimeter Profil
haben.
		-- Lisa Fitz
%
Ein Test für außerordentliche Intelligenz ist die Fähigkeit zwei
gegensätzliche Ideen gleichzeitig zu verfolgen, ohne dabei verrückt zu werden.
		-- F. Scott Fitzgerald
%
Der Mensch lebt nur so lange, als er hoffen kann.
		-- Cosmus Flam
%
Ehren entehren. Titel setzen herab. Ein Amt verblödet.
		-- Gustave Flaubert
%
Beim Abschiednehmen kommt ein Augenblick, wo man die Trauer so stark
vorausfühlt, daß der geliebte Mensch schon nicht mehr bei einem ist.
		-- Gustave Flaubert (November)
%
Alkoholismus - Usache aller modernen Krankheiten.
		-- Gustave Flaubert
%
Frauen mißtrauen Männern im Allgemeien zu sehr und im Besonderen zu
wenig.
		-- Gustave Flaubert
%
Erfolg ist eine Folgeerscheinung, niemals darf er zum Ziel werden.
		-- Gustave Flaubert
%
Die Menschen sind ihrer Zeit ähnlicher als ihren Vätern.
		-- Heinrich Leberecht Fleischer
%
Man muß den Mut haben, eine Verantwortung zu tragen.
		-- Walter Flex
%
Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.
		-- Heinz von Förster
%
Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Nur wer frei ist und
immer auch anders agieren könnte‚ kann verantwortlich handeln.
		-- Heinz von Förster - Gespräche für Skeptiker. 1999
%
Handle stets so, daß die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!
		-- Heinz von Förster - Wissen und Gewissen. 1993
%
Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden.
		-- Heinz von Förster
%
Zur tiefsten Freude an dem, was ist, gehört die Freude an dem, was
ist.
		-- Karl Foerster
%
Reiseziele sinken in Vergessenheit, Wegrandblumen blühen unsterblich.
		-- Karl Foerster
%
Ordnung ist das Festgewand des Alltags.
		-- Karl Foerster
%
Lob ist eine gewaltige Antriebskraft, dessen Zauber seine Wirkung nie
verfehlt.
		-- Andor Foldes
%
Der Gipfel des Ruhms ist, wenn man seinen Namen überall findet, nur
nicht im Telefonbuch.
		-- Henry Fonda
%
Jeder würde sein eigenes Leben gleich viel schöner finden, wenn er
aufhörte, es mit dem Leben der Leute von nebenan zu vergleichen.
		-- Henry Fonda
%
Jeder Mann hat ernsthafte Absichten, wenn man sich die Mühe macht,
sie ihm beizubringen.
		-- Jane Seymour Fonda
%
Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im
Kofferraum.
		-- Jane Seymour Fonda
%
Meines Wissen ist Geschäftstüchtigkeit kein sekundäres männliches
Geschlechtsmerkmal.
		-- Jane Seymour Fonda
%
Derjenige ist verrückt, der jederman zufriedenstellen will.
		-- Jean-Lean Fontaine
%
Der Philosoph ist ein Mensch, der nicht glauben will, was er sieht,
weil er zu beschäftigt ist, darüber nachzudenken, was er nicht sieht.
		-- Bernard de Fontenelle
%
Ich leider nicht, meine Freunde; aber ich fühle eine gewisse
Schwierigkeit zu existieren.
		-- Bernard Le Bovier de Fontenelle
%
Feder und Papier entzünden mehr Feuer als alle Streichhölzer der Welt.
		-- Malcolm Stevenson Forbes
%
Probleme mit Geld sind besser als Probleme ohne Geld.
		-- Malcolm Stevenson Forbes
%
Ein NEIN, das einer Begründung bedarf, wird zum VIELLEICHT.
		-- Malcolm Stevenson Forbes
%
Armes Menschengeschlecht! Aus welchen Abgründen hast du dich noch
emporzuarbeiten!
		-- Georg Forster
(Über die Beziehung der Staatskunst auf das Glück der Menschheit)
%
Gerechtigkeit gibt es nur in der Hölle. Im Himmel herrscht Gnade.
		-- Gertrud von Le Fort
%
Schweigen ist die Sprache der Ewigkeit.
Lärm geht vorüber!
		-- Gertrud von Le Fort
%
Es sind nicht die Gottlosen, es sind die Frommen seiner Zeit gewesen,
die Christus ans Kreuz schlugen.
		-- Gertrud von Le Fort
%
Wer niemals gelitten hat, verdient auch kein Glück.
		-- Ugo Foscolo
%
Die tägliche Arbeit bildet und formt die Persönlichkeit in
hervorragendem Maße.
		-- Jean Fourastié
%
Wir sollten Teile von Behörden für ein Jahr schließen und hinterher
fragen, ob es irgend jemand gemerkt hat.
		-- Helmuth Frahm
%
Der wahre Freund weist uns auf unsere Fehler hin, der falsche weist
die anderen darauf hin.
		-- C.J. Wijnaendts Francken
%
Wie es der Charakter der großen Geister ist, mit wenigen Worten viel
zu sagen, so besitzen im Gegenteil die kleinen Geister die Gabe, viel
zu sprechen und nichts zu sagen.
		-- François VI.
%
Menschen kann man nicht besitzen. Man muß sie immer wieder neu gewinnen.
		-- Bruno Frank
%
Wenn man das Alltägliche redlich tut, regelt sich vieles von selbst.
		-- D.M. Frank
%
Die Männer würden mehr gestehen, wenn ihnen bekannt wäre, wieviel die
Frauen schon wissen.
		-- Peter Frankenfeld
%
Wenn Wahrheit ernste Miene macht, schafft vielen sie nur Unbehagen;
Doch wenn sie munter scherzt und lacht, kann leichter man sie wohl
vetragen.
		-- Adolf Frankl
%
Die Streichung des §218 ist eine Voraussetzung für die Befreiung
der Frauen.
		-- Mitglieder des Frauenbundes Westberlin, 6. Juni 1971
%
Ging ein Hund tausend Stund zur Kirche, er wär doch ein Hund.
		-- Bernhard Freidank (Bescheidenheit)
%
Den Wert eines Menschenlebens bestimmt nicht seine Länge, sondern
seine Tiefe.
		-- Gustav Frenssen
%
Schöpferische Gemüter haben immer gewußt,
wie sie jede Art von schlechter Erziehung überleben.
		-- Anna Freud
%
Ein Erfolg wird nur dann zur Freude, wenn wir ihn weiter verfolgen.
		-- Werner Freytag
%
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht
nicht.
		-- Erich Fried
%
Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.' Die Steine haben
gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
		-- Erich Fried
%
Wer will, daß die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, daß
sie bleibt.
		-- Erich Fried
%
Nichts ist im Menschen, auch im scheinbar "aufgeklärtesten", fester
verwurzelt als der Glaube an irgendwelche Autoritäten.
		-- Egon Friedell
%
Nur häßliche Frauen sind erziehungsfähig, und bei denen hat es keinen
Zweck.
		-- Egon Friedell
%
Daß man einem Wasser nicht auf den Grund blicken kann, beweist noch
nicht, daß es tief ist.
		-- Egon Friedell
%
Der Fortschritt der Menschheit besteht in der Zunahme ihres
problematischen Charakters.
		-- Egon Friedell
%
Der Alkohol ist ein Gift. Das haben die Physiologen bewiesen. Aber
gegen den Alkohol ist damit gar nichts bewiesen. Denn ein Gift kann
immer noch eine Medizin sein.
		-- Egon Friedell
%
Mit den besten Absichten kann man die größten Mißstände hervorrufen.
		-- Milton Friedmann
%
Der Überfluß pflegt auch der Allerweisesten Verstand zu blenden.
		-- Kaiser Friedrich II.
%
Wenn man einen Alten höflich und glimpflich um das Leben bringen
will, so soll man ihm ein junges Weib geben.
		-- Kaiser Friedrich III.
%
Die Klugheit ist sehr geeignet, zu bewahren, was man besitzt, doch
allein die Kühnheit versteht zu erwerben.
		-- Friedrich der Große
%
Hüte dich vor kalter Vielwisserei, vor frevelhaftem Vernüenfteln;  denn
sie töeten das Herz, und wo das Herz und Gemüt im Menschen erstorben
sind, da kann die Kunst nicht wohnen.
		-- Caspar David Friedrich
%
Nur wer denkt, irrt auch.
		-- Horst Friedrich
%
Die Liebe ist der Schlüssel zum Verständnis der Welt
		-- Heinrich Frieling
%
Das Erste was man bei einer Abmagerungskur verliert, ist die gute
Laune.
		-- Gert Fröbe
%
Man ist niemals zu schwer für seine Größe, aber man ist oft zu klein
für sein Gewicht.
		-- Gert Fröbe
%
Wer selbst den Abschied noch genießen kann, der mag zu seinem Glücke
immer finden.
		-- Carl Peter Fröhling
%
Der Mensch ist abhängig; er bleibt dem Tode, dem Alter, der Krankheit
unterworfen (...). Aber es ist eine Sache, die eigene Abhängigkeit und
seine Grenzen anzuerkennen, und es ist etwas völlig anderes, sich
dieser Abhängigkeit hinzugeben und jene Mächte anzubeten, von denen
man abhängt (...).  Das eine bedeutet Demut, das andere
Selbstdemütigung.
		-- Erich Fromm, Psychoanalyse und Religion
%
Die Fähigkeit zu staunen ist der Anfang aller Weisheit.
		-- Erich Fromm
%
Es stimmt zwar, daß selbstsüchtige Menschen unfähig sind, andere zu
lieben, aber sie sind auch nicht fähig, sich selbst zu lieben.
		-- Erich Fromm
%
Glaube ist eine Krücke für jene, die Gewißheit wünschen, die einen
Sinn im Leben finden wollen, ohne den Mut zu haben, diesen
eigenständig zu suchen.
		-- Erich Fromm
%
Die meisten Menschen sehen in dem Problem des Liebens in erster Linie
das Problem, selbst geliebt zu werden.
		-- Erich Fromm
%
Die Lust an der Macht hat ihren Ursprung nicht in der Stärke, sondern
in der Schwäche.
		-- Erich Fromm
%
Die meisten Menschen sehen in dem Problem des Liebens in erster Linie
das Problem, selbst geliebt zu werden.
		-- Erich Fromm
%
Dem Storch gegenüber haben die Frösche eine beschränkte Souveränität.
		-- David Frost
%
Ein Gentleman ist ein Mann, der in einem überfüllten Bus niemals
sitzen bleibt, ohne eine Frau auf den Schoß zu nehmen.
		-- David Frost
%
Wenn die Menschen aus den Ferien zurückkommen, neigen sie dazu, sogar
die Regierung etwas milder zu beurteilen. Ein geschickter
Regierungschef setzt Wahlen daher für den Frühherbst an.
		-- David Frost
%
Ein Diplomat ist ein Mann, der sich immer an den Geburtstag einer Frau
jedoch niemals an ihr Alter erinnert.
		-- Robert Lee Frost
%
Kenntnisse bloß zu sammeln ist genauso schlecht wie Geld zu horten.
Auch Wissen will umgesetzt sein.
		-- Robert Lee Frost
%
Glück gleicht durch Höhe aus, was ihm an Länge fehlt.
		-- Robert Lee Frost
%
Das Gehirn ist ein wundervolles Organ. Es fängt sofort an zu arbeiten,
wenn man morgens aufwacht, und hört nicht auf damit, bis man im Büro
ist.
		-- Robert Lee Frost
%
Toleranz ist das unbehagliche Gefühl, der andere könnte am Ende doch
recht haben.
		-- Robert Lee Frost
%
Es ist schon komisch, daß ein Mann, der sich um nichts auf der Welt
Sorgen machen muß, hingeht und eine Frau heiratet.
		-- Robert Lee Frost
%
Wenn man ganz bewußt acht Stunden täglich arbeitet, kann man es dazu
bringen, Chef zu werden und vierzehn Stunden täglich zu arbeiten.
		-- Robert Lee Frost
%
Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe
zu verlieren oder das Selbstvertrauen.
		-- Robert Lee Frost
%
Ein Kuß ist Mund-zu-Mund-Beatmung ohne medizinischen Anlaß.
		-- Joachim Fuchsberger
%
Heute haben es die Frauen nur noch beim Friseur eilig, unter die Haube
zu kommen.
		-- Joachim Fuchsberger
%
Niemanden stört eine Unterbrechung, wenn es Beifall ist.
		-- Joachim Fuchsberger
%
Eltern begabter Kinder glauben unerschütterlich an Vererbung.
		-- Joachim Fuchsberger
%
Es ist Unsinn, Türen zuzuschlagen, wenn man sie angelehnt lassen kann.
		-- James William Fulbright
%
Auf zweierlei sollte man sich nie verlassen: Wenn man Böses tut, daß
es verborgen bleibt; wenn man Gutes tut, daß es bemerkt wird.
		-- Ludwig Fulda
%
Politik besteht darin, Gott so zu dienen, daß man den Teufel nicht
verärgert.
		-- Thomas Fuller
%
Wenn einer im Laufe der Jahre zufällig Vorstand wird, heißt das nicht
besonders viel.
		-- Joachim Funk
%
Die Bibel berichtet mehr als hundertmal von durch Gott befohlenem Mord
und Völkermord sowie von 600 weiteren Morden und Massenmorden und rund
1000 Zorn- u. Strafaktionen eines blindwütigen Gottes.
		-- Peter Fürer (Was die Kirchen verheimlichen)
%
Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und
frech, weil sie dann noch Dividende haben wollen.
		-- Carl Fürstenberg
%
Der Reingewinn ist der Teil der Bilanz, den der Vorstand beim besten
Willen nicht mehr vor den Aktionären verstecken kann.
		-- Carl Fürstenberg
%
Und seine Tragödie bestand darin, daß er nicht wußte, was er war,
und es nie wissen würde, und das ist für mich die tragischste
Situation, in der sich jeder Einzelne befinden kann - nicht zu wissen,
wer er ist.
		-- William Faulkner
%
Intelligenz ist die Fähigkeit, seine Umgebung zu akzeptieren.
		-- William Faulkner
%
Was man als Blindheit des Schicksals bezeichnet, ist in Wirklichkeit
bloß die eigene Kurzsichtigkeit.
		-- William Faulkner
%
Idealisten sind Menschen, die so tun, als könnte man Ideale
verwirklichen.
		-- William Faulkner
%
Es ereignet sich nichts Neues. Es sind immer dieselben alten
Geschichten, die von immer neuen Menschen erlebt werden.
		-- William Faulkner
%
Die Dinge, auf die es im Leben wirklich ankommt, kann man nicht
kaufen.
		-- William Faulkner
%
Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.
		-- William Faulkner
%
Die Menschen sind heutzutage nicht schlechter, als sie früher waren.
Nur die Berichterstattung über ihre Taten ist gründlicher geworden.
		-- William Faulkner
%
Auf die bösen Menschen ist Verlaß. Sie ändern sich nicht.
		-- William Faulkner
%
Schreib den ersten Satz so, daß der Leser unbedingt auch den zweiten
lesen will.
		-- William Faulkner
%
Die chemische Analyse der sogenannten dichterischen Inspiration ergibt
99% Whisky und 1% Schweiß.
		-- William Faulkner
%
Wer keine üblen Gewohnheiten hat, hat wahrscheinlich auch keine
Persönlichkeit.
		-- William Faulkner
%
Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt.
		-- Ernst Freiherr von Feuchtersleben
%
Reue ist Verstand, der zu spät kommt.
		-- Ernst Freiherr von Feuchtersleben
%
Die Natur des Geistes ist so gearbeitet, daß uns der Wechsel meist
mehr Erholung schafft als die Ruhe.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Wer unter Toren schweigt, läßt Vernunft, wer unter Vernünftigen
schweigt, Torheit vermuten.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Das ganze Geheimnis, sein Leben zu verlängern,
besteht darin: es nicht zu verkürzen.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Ohne Leiden bildet sich kein Charakter.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Mit Entzücken möchte ich manchmal alle Schelme umarmen, wenn man
diejenigen betrachtet, welche die Welt rechtschaffen nennt.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Die Schwester der Gleichgültigkeit ist die entsetzliche Langeweile,
ihr Bruder der Müßiggang; eine furchtbare Sippschaft.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Pläne sind die Träume der Verständigen.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Das Halbwahre ist verderblicher als das Falsche.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Arroganz ist die Karikatur des Stolzes.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Steht dir ein Schmerz bevor, oder hat dich bereits ergriffen, so
bedenke, daß du ihn nicht vernichten kannst, indem du dich von ihm
abwendest! sieh' ihm fest ins Auge!
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Was ist die Zukunft? Für dich: nichts als du selbst.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
In einem aufgeräumten Zimmer ist auch die Seele aufgeräumt.
		-- Ernst von Feuchtersleben
%
Der größte Staatsmann ist derjenige, welcher der humanste ist.
		-- Anselm Feuerbach
%
Gibt dir jemand einen sogenannten guten Rat, so tue grade das
Gegenteil, und du kannst sicher sein, daß es in neun von zehn Fällen
das Richtige ist.
		-- Anselm Feuerbach
%
Der Unverstand ist die unbesiegbarste Macht auf Erden.
		-- Anselm Feuerbach
%
Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete, er kennt weder Gründe
noch Gegengründe.
		-- Anselm Feuerbach
%
Die gefährlichste Klippe im Leben eines Künstlers ist die Heirat,
besonders eine sogenannte glückliche Heirat.
		-- Anselm Feuerbach
%
Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen
Fehler, denn du kannst dich nicht gegen sie verteidigen, nicht einmal
durch Grobheit.
		-- Anselm Feuerbach
%
Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Zu unserer Natur gehört die Bewegung. Die vollkommene Ruhe ist der
Tod.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Der Religion ist nur das Heilige wahr,
der Philosophie nur das Wahre heilig.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Wahre Religion ist gebaut auf das Wahre, das Gute in der
Menschennatur, nicht auf der Sünde Morast.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Das Dogma ist nichts anderes als ein ausdrückliches Verbot zu denken.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Es gehört kein Mut, kein Charakter, keine Anstrengung, kein Opfer
dazu, Christ zu sein. Christentum und weltlicher Vorteil sind
identisch.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Der Mensch ist der Anfang der Religion,
der Mensch der Mittelpunkt der Religion,
der Mensch das Ende der Religion.
		-- Ludwig Feuerbach (Das Wesen des Christentums)
%
Sonst war die Religion, ich gesteh's, die Stütze des Staates, aber
jetzt ist der Staat Stütze der Religion.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Abwärts Tyrann, nach oben ein Knecht; Verleumder des Menschen,
Speichellecker des Herrn - voila des Glaubens Porträt.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Nur die Bewußtlosigkeit, die Charakterlosigkeit, die Halbheit kann den
Gottesglauben mit der Natur und Naturwissenschaft verbinden wollen.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Der Ursprung, ja das eigentliche Wesen der Religion ist der Wunsch.
Hätte der Mensch keine Wünsche, so hätte er auch keine Götter. Was der
Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.
		-- Ludwig Feuerbach
%
Es ist besser die Angst als die Hoffnung zu haben.
		-- Theodor Fontane
%
Geizhälse sind die Plage ihrer Zeitgenossen, aber das Entzücken ihrer
Erben.
		-- Theodor Fontane
%
Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten, und wer sich eines
Frauenherzens dauernd versichern will, der muß immer neu darum werben,
der muß die Reihe der Aufmerksamkeiten allstündlich wie einen
Rosenkranz abbeten. Und ist er fertig damit, so muß er von neuem
anfangen.
		-- Theodor Fontane
%
Alles im Leben hat seinen Preis; auch die Dinge, von denen man sich
einbildet, man kriegt sie geschenkt.
		-- Theodor Fontane
%
Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.
		-- Theodor Fontane
%
Haltet die Bösen immer voneinander getrennt. Die Sicherheit der Welt
hängt davon ab.
		-- Theodor Fontane
%
Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht mehr
zurück.
		-- Theodor Fontane
%
Manche Hähne glauben, daß die Sonne ihretwegen aufgeht.
		-- Theodor Fontane
%
Gaben, wer hätte sie nicht? Erst der Ernst macht den Mann, erst der
Fleiß das Genie.
		-- Theodor Fontane
%
Man muß es so einrichten, daß einem das Ziel entgegen kommt.
		-- Theodor Fontane
%
Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der
Hoffnung, sie mit einer Perle, die er darin findet, bezahlen zu
können.
		-- Theodor Fontane
%
Aller Größe Keim, er heißt Entsagung.
		-- Theodor Fontane
%
In Aufstellung unserer Grundsätze sind wir strenger als in ihrer
Befolgung.
		-- Theodor Fontane
%
Es kann die Ehre dieser Welt dir keine Ehre geben, was dich in
Wahrheit hebt und hält, muß in dir selber leben.
		-- Theodor Fontane
%
Es gibt nicht zwei Arten von Anständigkeit, und was eine anständiger
Mensch nicht darf, das darf auch ein anständiger Staat nicht.
		-- Theodor Fontane
%
Am Mut hängt der Erfolg.
		-- Theodor Fontane
%
Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.
		-- Theodor Fontane
%
Ein guter Spruch ist die Wahrheit eines ganzen Buches in einem
einzigen Satz.
		-- Theodor Fontane
%
Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir
lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.
		-- Theodor Fontane
%
Vornehmheit und herzensgüte sind nicht alles, aber sie sind sehr viel.
		-- Theodor Fontane
%
Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen.
		-- Theodor Fontane
%
An der guten Laune unserer Umgebung hängt unser Lebensglück.
		-- Theodor Fontane
%
Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser.
		-- Theodor Fontane
%
Bloßes Ignorieren ist noch keine Toleranz!
		-- Theodor Fontane
%
Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen.
		-- Theodor Fontane, Cécile
%
Wer ängstlich abwägt, sagt gar nichts. Nur die scharfe Zeichnung, die
schon die Karikatur streift, macht eine Wirkung.
		-- Theodor Fontane, Der Stechlin
%
Abwechslung ist des Lebens Reiz, was freilich jede glückliche Ehe zu
widerlegen scheint.
		-- Theodor Fontane
%
50% meines Werbebudgets ist hinausgeworfenes Geld. Niemand kann mir
allerdings sagen, welche 50% das sind.
		-- Henry Ford
%
Mit Absichten kann man nicht berühmt werden.
		-- Henry Ford
%
Die meisten Menschen verwenden mehr Zeit und Kraft daran, um die
Probleme herumzureden, als sie anzupacken.
		-- Henry Ford
%
Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.
		-- Henry Ford
%
Jemand, der aufhört zu werben, um Geld zu sparen, könnte ebenso seine
Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.
		-- Henry Ford
%
Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt - er übergibt nur
das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.
		-- Henry Ford
%
Wenn sie einen Dollar in Ihr Unternehmen stecken wollen, so müssen sie
einen zweiten bereithalten, um das bekanntzugeben.
		-- Henry Ford
%
Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt.
Das ist wahrscheinlich der Grund, warum sich so wenige damit
beschäftigen.
		-- Henry Ford
%
Um Erfolg zu haben, mußt du den Standpunkt des anderen einnehmen und
die Dinge mit seinen Augen betrachten.
		-- Henry Ford
%
Nimm die Erfahrung und die Urteilskraft der Menschen über 50 heraus
aus der Welt, und es wird nicht genug übrigbleiben, um ihren Bestand
zu sichern.
		-- Henry Ford
%
Ein vernünftiges Auto soll seinen Besitzer überallhin transportieren -
außer auf den Jahrmarkt der Eitelkeiten.
		-- Henry Ford
%
Reich wird man nicht vom Geld, was man verdient, sondern von dem Geld,
was man nicht ausgibt.
		-- Henry Ford
%
Es ist gefährlich einen extrem fleißigen Büroangestellten
einzustellen, weil die anderen ihm dann zuschauen.
		-- Henry Ford
%
Nachahmung führt leicht zu Selbsttäuschung.
		-- Henry Ford
%
Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein.
		-- Henry Ford
%
Der Gewinn soll nicht die Basis, sondern das Resultat der
Dienstleistung sein.
		-- Henry Ford
%
Wenn es ein Geheimnis des Erfolges gibt, so ist es das: Den Standpunkt
des anderen verstehen und die Dinge mit seinen Augen zu betrachten.
		-- Henry Ford
%
Das höchste Ziel des Kapitals ist nicht, Geld zu verdienen, sondern
der Einsatz von Geld zur Verbesserung des Lebens.
		-- Henry Ford
%
Sparsamkeit ist die Lieblingsregel aller halblebendigen Menschen.
		-- Henry Ford
%
Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.
		-- Henry Ford
%
Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen.
		-- Henry Ford
%
Enten legen ihre Eier in aller Stille, Hühner gackern dabei wie
verrückt.  Was ist die Folge?  Alle Welt ißt Hühnereier.
		-- Henry Ford
%
Das Geben ist leicht; das Geben überflüssig zu machen, ist viel
schwerer.
		-- Henry Ford
%
Weil Denken die schwerste Arbeit ist, die es gibt, beschäftigen sich
auch nur wenige damit.
		-- Henry Ford
%
Zeitverschwendung ist die leichteste aller Verschwendungen.
		-- Henry Ford
%
Ein Idealist ist ein Mensch, der anderen Menschen dazu verhilft, zu
Wohlstand zu gelangen.
		-- Henry Ford
%
Erfolg besteht darin, daß man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment 
gefragt sind.
		-- Henry Ford
%
Ein Langweiler ist einer, der seinen Mund aufmacht und seine
Heldentaten hineinsteckt.
		-- Henry Ford
%
Das Leben ist ein ewiges Wechselspiel aus Nehmen und Behalten.
		-- Henry Ford
%
Es liegt in der Natur, vernüftig zu denken und unlogisch zu handeln.
		-- Anatole France
%
Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine
Dummheit.
		-- Anatole France
%
Das Gesetz macht alle auf erhabene Weise gleich: Es verbietet allen
Menschen unter Brücken zu schlafen und Brot zu stehlen - den Armen
ebenso wie den Reichen.
		-- Anatole France
%
Was die Menschen Zivilisation nennen, ist der Zustand gegenwärtiger
Sitten; was sie Barbarei nennen, das sind die Sitten der
Vergangenheit.
		-- Anatole France
%
Gelehrte sind Menschen, die sich von normalen Sterblichen durch die
anerworbene Fähigkeit unterscheiden, sich an weitschweifigen Irrtümern
zu ergötzen.
		-- Anatole France
%
Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich wie das
schlechte Gedächtnis.
		-- Anatole France
%
An einem Verrückten erschrickt uns am meisten die vernünftige Art, auf
die er sich unterhält.
		-- Anatole France
%
Die Meinung eines anderen ist nicht das Opfer eines einzigen unserer
Wünsche wert.
		-- Anatole France
%
Hunger und Liebe sind die Triebkräfte aller menschlichen Handlungen.
		-- Anatole France
%
Die Tugend nistet, wie der Rabe, mit Vorliebe in Ruinen
		-- Anatole France
%
Der Durchschnittsmensch, der nicht weiß, was er mit diesem Leben
anfangen soll, wünscht sich ein anderes, das ewig dauern soll.
		-- Anatole France
%
Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.
		-- Anatole France
%
Es ist nicht üblich, das zu lieben, was man besitzt.
		-- Anatole France
%
Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes, wenn er nicht
unterschreiben will.
		-- Anatole France
%
Die Religion hat der Liebe einen großen Dienst erwiesen, indem sie
sie zur Sünde erklärte.
		-- Anatole France
%
Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.
		-- Anatole France
%
Wir müssen nicht nur arbeiten, sondern auch träumen, nicht nur
handeln, sondern auch glauben.
		-- Anatole France
%
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen,
wird am Ende beides verlieren.
		-- Benjamin Franklin
%
Willst du den Wert des Geldes kennenlernen, geh und versuche dir
welches zu borgen.
		-- Benjamin Franklin
%
Es gibt Augenblicke, in denen man nicht nur sehen, sondern ein Auge
zudrücken muß.
		-- Benjamin Franklin
%
Die ganz ganz Schlauen sehen um fünf Ecken - und sind geradeaus blind.
		-- Benjamin Franklin
%
Wer der Meinung ist, daß man für Geld alles haben kann, gerät leicht
in den Verdacht, daß er für Geld alles zu tun bereit ist.
		-- Benjamin Franklin
%
Mit zwanzig regiert der Wille, mit dreißig der Verstand und mit
vierzig das Urteilsvermögen.
		-- Benjamin Franklin
%
In dieser Welt gibt es nichts Sichereres als den Tod und die Steuern.
		-- Benjamin Franklin
%
Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.
		-- Benjamin Franklin
%
Der Weg zum Reichtum hängt hauptsächlich an zwei Wörtern: Arbeit und
Sparsamkeit.
		-- Benjamin Franklin
%
Gläubiger haben ein besseres Gedächtnis als Schuldner.
		-- Benjamin Franklin
%
Es gab noch nie einen guten Krieg oder einen schlechten Frieden.
		-- Benjamin Franklin
%
Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten, noch vor
dem Kaiser kriechen.
		-- Benjamin Franklin
%
Es ist leichter, das erste Verlangen zu unterdrücken, als alle
folgenden zu befriedigen.
		-- Benjamin Franklin
%
Willst du den Wert des Geldes kennenlernen, geh und versuche dir
welches zu borgen.
		-- Benjamin Franklin
%
Liebst du das Leben? Dann verschwende keine Zeit, denn daraus ist das
Leben gemacht.
		-- Benjamin Franklin
%
Schreib alle Unbill in den Staub, alle Wohltaten in Marmor!
		-- Benjamin Franklin
%
Liebst du das Leben? Dann verschwende keine Zeit, denn daraus ist das
Leben gemacht.
		-- Benjamin Franklin
%
Liebst du das Leben? Dann verschwende keine Zeit, denn daraus ist das
Leben gemacht.
		-- Benjamin Franklin
%
Der unzufriedene Mensch findet keinen Stuhl.
		-- Benjamin Franklin
%
Dreimal umziehen ist (so gut wie) einmal abgebrannt.
		-- Benjamin Franklin (Way to wealth, 1757)
%
Es gibt ebensowenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen
Alkohol.
		-- Sigmund Freud
%
Sobald ein Mensch den Sinn und Wert des Lebens bezweifelt, ist er
krank.
		-- Sigmund Freud
%
Wenn man jemandem alles verziehen hat, ist man mit ihm fertig.
		-- Sigmund Freud
%
Worte und Zauber waren ursprünglich ein und dasselbe. Auch heute
besitzt das Wort eine starke magische Kraft.
		-- Sigmund Freud
%
Der Mensch muß außer dem Mitleid für andere auch Rücksicht für sich
haben.
		-- Sigmund Freud
%
Das Unbewußte ist viel moralischer, als das Bewußte wahrhaben will.
		-- Sigmund Freud
%
Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der
weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: 'Was will eine
Frau?'
		-- Sigmund Freud
%
Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen.
		-- Sigmund Freud
%
Die individuelle Freiheit ist kein Kulturgut. Sie war am größten vor
jeder Kultur.
		-- Sigmund Freud
%
Das Falsche ist oft die Wahrheit, die auf dem Kopf steht.
		-- Sigmund Freud
%
Derjenige, der zum erstenmal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort
benutzte, war der Begründer der Zivilisation.
		-- Sigmund Freud
%
Die Absicht, das der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung
nicht enthalten.
		-- Sigmund Freud
%
Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos.
		-- Sigmund Freud
%
Auch die Religion kann ihr Versprechen (des Glücks) nicht halten. Wenn
der Gläubige sich endlich genötigt findet, von 'Gottes
unerforschlichem Ratschluß' zu reden, so gesteht er damit ein, daß ihm
als letzte Trostmöglichkeit und Lustquelle im Leiden nur die
bedingungslose Unterwerfung geblieben ist. Und wenn er zu dieser
bereit ist, hätte er sich den Umweg wahrscheinlich sparen können.
		-- Sigmund Freud (Das Unbehagen in der Kultur)
%
Ich kann sagen, daß ich der jüdischen Religion so ferne stehe wie
allen anderen Religionen, d.h. sie sind mir als Gegenstände
wissenschaftlichen Interesses hochbedeutsam, gefühlsmäßig bin ich an
ihnen nicht beteiligt.
		-- Sigmund Freud
%
Die Religiosität führt sich biologisch auf die langanhaltende
Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit des kleinen Menschenkindes
zurück, welches, wenn es später seine wirkliche Verlassenheit und
Schwäche gegen die großen Mächte des Lebens erkannt hat, seine Lage
ähnlich wie in der Kindheit empfindet und deren Trostlosigkeit durch
die regressive Erneuerung der infantilen Schutzmächte zu verleugnen
versucht.
		-- Sigmund Freud
%
Wir sollen glauben, weil unsere Urväter geglaubt haben. Aber diese
unsere Ahnen waren weit unwissender als wir, sie haben an Dinge
geglaubt, die wir heute unmöglich annehmen können. Die Möglichkeit
regt sich, daß auch die religiösen Lehren von solcher Art sein
könnten.
		-- Sigmund Freud
%
Wenn die Wahrheit der religiösen Lehren abhängig ist von einem inneren
Erlebnis, das diese Wahrheit bezeugt, was macht man mit den vielen
Menschen, die solch ein seltenes Erlebnis nicht haben?
		-- Sigmund Freud
%
Wenn es sich um Fragen der Religion handelt, machen sich die Menschen
aller möglichen Unaufrichtigkeiten und interllektuellen Unarten
schuldig.
		-- Sigmund Freud
%
Wenn die Leistungen der Religion in Bezug auf die Beglückung der
Menschen, ihre Kultureignung und ihre sittliche Beschränkung keine
Besseren sind, dann erhebt sich doch die Frage, ob wir ihre
Notwendigkeit für die Menschheit nicht überschätzen und ob wir weise
daran tun, unsere Kulturforderungen auf sie zu gründen.
		-- Sigmund Freud
%
Das ganze ist so offensichtlich infantil...
		-- Sigmund Freud
%
Das zusammenfassende Urteil der Wissenschaft über die religiöse
Weltanschauung lautet: Während die einzelnen Religionen miteinander
hadern, welche von ihnen im Besitz der Wahrheit sei, meinen wir, daß
der Wahrheitsgehalt der Religion überhaupt vernachlässigt werden darf.
Religion ist der Versuch, die Sinnenwelt, in der wir gestellt sind,
mittels der Wunschwelt zu bewältigen [...] Aber sie kann es nicht
leisten. Ihre Lehren tragen das Gepräge der Zeiten, in denen sie
entstandens sind, der unwissenden Kinderzeiten der Menschheit.
		-- Sigmund Freud
%
Die Schicksalsfrage der Menschenart scheint mir zu sein, ob und in
welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des
Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und
Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden.
		-- Sigmund Freud
%
Der einzelne Volksangehörige kann in diesem Krieg mit Schreck feststellen,
was sich ihm gelegentlich schon in Friedenszeiten aufdrängen 5wollte, daß
der Staat dem Einzelnen den Gebrauch des Unrechts untersagt hat, nicht weil
er es abschaffen, sondern weil er es monopolisieren will wie Salz und Tabak.
		-- Sigmund Freud (Zeitgemäßes über Krieg und Tod)
%
Gott ist immer mit den stärksten Bataillonen.
		-- Friedrich II. der Große
%
Kenntnisse kann jeder haben, aber die Kunst zu denken ist das
seltenste Geschenk der Natur.
		-- Friedrich II. der Große
%
Wäre nur eine Religion in der Welt, so würde sie stolz und zügellos
despotisch sein.
		-- Friedrich II. der Große
%
Übrigens stellen die Priester uns nur darum als Stellvertreter Gottes
hin, um sich selbst als Werkzeuge und Dolmetscher der Gottheit
auszugeben.
		-- Friedrich II. der Große (an Prinz Wilhelm von Braunschweig)
%
Ein jeder kann bei mir glauben, was er will, wenn er nur ehrlich ist.
Was die Gesangsbücher angeht, so steht einem jeden frei zu singen:
'Nun ruhen alle Wälder' oder dergleichen dummes oder törichtes Zeug
mehr. Aber die Priester müssen die Toleranz nicht vergessen, denn
ihnen wird keine Verfolgung gestattet werden.
		-- Friedrich II. der Große (Entscheidung über einen Gesangsbuchstreit)
%
Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, daß unsere heutigen Religionen der
Religion Christi so wenig gleichen wie der der Irokesen. Jesus war ein
Jude, und wir verbrennen Juden. Jesus predigte Duldung, und wir
verfolgen. Jesus predigte eine gute Sittenlehre, und wir üben sie
nicht aus. Jesus hat keine Dogmen aufgestellt, die Konzile aber haben
reichlich dafür gesorgt. Kurz, ein Christ des 3. Jahrhunderts ist
einem Christen des 1. gar nicht mehr ähnlich.
		-- Friedrich II. der Große
%
Der menschliche Geist ist schwach. Mehr als drei Viertel der Menschen
sind für die Sklaverei des absurdesten Fanatismus geboren. Die Furcht
vor dem Teufel und vor der Hölle macht sie blind, und sie verwünschen
den Weisen, der sie aufklären will. Der große Haufe unseres
Geschlechts ist dumm und boshaft. Vergebens suche ich in ihm jenes
Ebenbild Gottes, von dem es nach der Versicherung der Theologen den
Abdruck in sich tragen soll.
		-- Friedrich II. der Große (an Voltaire)
%
Die erste Tugend jedes ehrenwerten Menschen und, wie ich glaube, auch
jedes Christen, muß die Humanität sein. Die Stimme der Natur, die die
Grundlage der Humanität ist, will, daß wir uns alle lieben und
wechselseitig unser Wohlergehen fördern. Das ist meine Religion.
		-- Friedrich II. der Große (an Kardinal von Sinzendorff)
%
Sollten Sie dabei sein, wenn ich sterbe, so werden Sie sehen, daß ich
ruhig dahinscheide; denn ich glaube, daß nach dem Tode alles zu Ende
ist.
		-- Friedrich II. der Große
%
Wer sähe nicht, wenn er die Geschichte der Kirche durchläuft, daß sie
Menschenwerk ist! Welch eine erbärmliche Rolle läßt man Gott darin
spielen!
		-- Friedrich II. der Große
%
Abgesehen davon aber bin ich fest überzeugt, daß man jedem die
Freiheit lassen muß, das zu glauben, was er für glaubhaft hält. Die
Menschen mögen also an die Unsterblichkeit glauben; ich habe nichts
dagegen, vorausgesetzt, daß sie mich nicht verfolgen.
		-- Friedrich II. der Große
%
Was ist Ketzerei?
Die Meinung aller, die nicht so denken wie wir.
		-- Friedrich II. der Große
%
Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden.
		-- Friedrich II. der Große
%
Eine Regierung muß sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus
dem Blut und Schweiss ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, daß jeder
einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen.
Aber es ist nicht gerecht, daß er die Hälfte seines jährlichen
Einkommens mit dem Staate teilen muß."
		-- Friedrich II. der Große
%
Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig
ihre Fehler zu besitzen.
		-- Friedrich II. der Große
%
Gute Sitten haben für die Gesellschaft mehr Wert als alle Berechnungen
Newtons.
		-- Friedrich II. der Große
%
Wenig und oft geben ist ein untrügliches Mittel, Menschen glücklich zu
machen.
		-- Friedrich II. der Große
%
Es heißt, daß wir Könige auf Erden die Ebenbilder Gottes seien. Ich
habe mich daraufhin im Spiegel betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den
lieben Gott ist das nicht.
		-- Friedrich II. der Große
%
Ein Augenblick des Glücks wiegt Jahrtausende des Nachruhms auf.
		-- Friedrich II. der Große
%
Je mehr man altert, desto mehr überzeugt man sich, daß Seine heilige
Majestät der Zufall gut drei Viertel der Geschäfte dieses miserablen
Universums besorgt.
		-- Friedrich II. der Große
%
Der Beamte und der Philosoph beziehen ihre Stärke aus der
Sachfremdheit.
		-- Friedrich II. der Große
%
Der Aberglaube ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der
Unwissenheit.
		-- Friedrich II. der Große
%
Die Toleranz in der Gesellschaft muß jedem Bürger die Freiheit
sichern, zu glauben, was er will.
		-- Friedrich II. der Große
%
Wer nur etwas Ehrgefühl besitzt, erhebt den Anspruch auf Achtung
seiner Mitbürger. Man will sich irgendwie hervortun und nicht in der dumpfen
Masse untergehen.
		-- Friedrich II. der Große (an Voltaire, 1773)
%
Es gibt eine Art Zwitterwesen, die weder Herrscher noch Privatleute
sind und die sich bisweilen sehr schwer regieren lassen: die Prinzen
von Geblüt.  Ihre hohe Abstammung flößt ihnen einen gewissen Hochmut
ein, den sie Adel nennen.
		-- Friedrich II. der Große (Politisches Testament, 1752)
%
Wir können das Arsenal der Waffen nicht aus der Welt schreiben, aber
wir können das Arsenal der Phrasen, die man hüben und drüben zur
Kriegsführung braucht, durcheinander bringen.
		-- Max Frisch
%
Es sind die kleinen Rechthabereien, die eine Beziehung zermürben.
		-- Max Frisch
%
Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstimmen.
		-- Max Frisch
%
Ohne Kirche - keine Hölle.
		-- Max Frisch
%
Alltag ist nur durch Wunder erträglich.
		-- Max Frisch
%
Wer sich nicht mit Politik befaßt, hat die politische Parteinahme,
die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: Er dient der
herrschenden Partei.
		-- Max Frisch
%
Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte
Wahrheit. Die glaubt niemand.
		-- Max Frisch
%
Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur.
		-- Max Frisch
%
Muße und Wohlleben sind unerläßliche Voraussetzungen aller Kultur.
		-- Max Frisch
%
Geist ist die Voraussetzung der Langeweile.
		-- Max Frisch
%
Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben.
		-- Max Frisch
%
Jemand, der auf die Innenseite einer ungeschälten Banane
Geburtstagsgrüße an seine Tochter schreibt, ist natürlich geistig
verwirrt.
		-- Jostein Gaarder
%
Pelzmäntel sind Reparationen für einen verlorenen Frieden.
		-- Jean Gabin
%
Beim Film es es wie im Leben: Man beginnt als jugendlicher Liebhaber,
dann wird man Charakterdarsteller und endet als komischer Alter.
		-- Jean Gabin
%
Höflichkeit ist der Versuch, Menschenkenntnis durch gute Manieren zu
mildern.
		-- Jean Gabin
%
Wenn alle Menschen immer die Wahrheit sagten, wäre das die Hölle auf
Erden.
		-- Jean Gabin
%
Für die Mehrheit der Menschen ist Arbeit die einzige Zerstreuung, die
sie auf Dauer aushalten können.
		-- Dennis Gabor
%
Ich will einen Mann, der nett und verständnisvoll ist. Ist das zuviel
verlangt von einem Millionär?
		-- Zsa Zsa Gabor
%
Ein Mann mit einem hohen Bankkonto kann gar nicht häßlich sein.
		-- Zsa Zsa Gabor
%
Es gehört Erfahrung dazu, wie eine Anfängerin zu küssen.
		-- Zsa Zsa Gabor
%
Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er zurück. Eine Frau weicht nur
zurück, um besser Anlauf nehmen zu können.
		-- Zsa Zsa Gabor
%
Menschen, an denen nichts auszusetzen ist, haben nur einen Fehler: sie
sind uninteressant.
		-- Zsa Zsa Gabor
%
POLITIK ist die Wahl zwischen dem Unheilvollen und dem Ungenießbaren.
		-- John Kenneth Galbraith
%
Erziehen heißt natürliche Anlagen entwickeln.
		-- Fernando Galiani
%
Wie es Leute gibt, die Bücher wirklich studieren, und andere, die sie
nur durchblättern, gibt es Reisende, die es mit Ländern ebenso machen:
Sie studieren sie nicht, sondern blättern sie nur durch.
		-- Ferdinando Galiani
%
Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich, und es ist ihr
gleichgültig, ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelns dem
Menschen verständlich sind oder nicht.
		-- Galileo Galilei
%
Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst
werden will.
		-- Galileo Galilei
%
Das Buch der Natur ist mit mathematischen Symbolen geschrieben.
		-- Galileo Galilei
%
Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen.
		-- Galileo Galilei
%
und sie bewegt sich doch
		-- Galileo Galilei
%
Der Reiche hat nie das schöne Gefühl, die letzte Rate zu zahlen.
		-- Peter Gall
%
Wenn Sie nicht über die Zukunft nachdenken, können Sie keine haben.
Je weiter ein Ideal entfernt ist, desto schöner ist es.
		-- John Galsworthy
%
Wer nicht an die Zukunft denkt, wird keine haben.
		-- John Galsworthy
%
Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln.
		-- Indira Gandhi
%
Aufpassen muß man auf Minister, die nichts ohne Geld machen können
und auf Minister, die alles nur mit Geld machen wollen.
		-- Indira Gandhi
%
Mein Großvater erklärte mir, daß es zwei Arten von Menschen gäbe:
Solche, die arbeiten und solche, die den Lohn dafür erhalten.
Er riet mir zu versuchen, in der erstgenannten Gruppe zu sein,
denn dort ist der Konkurrenzkampf geringer.
		-- Indira Gandhi
%
Wer nur das Wirkliche gelten läßt - wie arm ist ein solcher Mensch in
seiner Seele!
		-- Ludwig Ganghofer
%
Ich bin von Natur aus Optimist.  Aber die Praxis hat
mich gelehrt, immer von dem schlimmsten auszugehen.
		-- Garak
%
Die Grenze zwischen einem starken Trinker und einem Säufer ist
fließend.
		-- Burckhard Garbe
%
Konjunkturprognosen sind die erstoßenen Kinder der Wettervorhersage.
		-- Karl Garbe
%
Früher war ich eitel. Heute weiß ich, daß ich schön bin.
		-- Garfield
%
Bei der nächsten Sintflut wird Gott nicht Wasser, sondern Papier
verwenden.
		-- Romain Gary
%
Avantgardisten sind Leute, die nicht genau wissen, wo sie hinwollen,
aber als erste da sind.
		-- Romain Gary
%
Man kann morgens um fünf Uhr für das neueste Gerät anstehen. Man kann
aber auch einen ganzen Tag lang vor dem Laden gegen unmenschliche
Arbeitsverhältnisse protestieren.
		-- Joachim Gauck
%
Liebt Euch und Ihr werdet glücklich sein!
		-- Paul Gauguin
%
Viele Gute Köche sind gerade dadurch verdorben worden, daß sie zur
Kunst übergingen.
		-- Paul Gauguin
%
Die zehn Gebote sind deswegen so kurz und logisch, weil sie ohne
Mitwirkung von Juristen zustandegekommen sind.
		-- Charles de Gaulle
%
Ein Mädchen, das einen Soldaten heiratet, macht nie eine schlechte
Partie. Ein Soldat versteht zu kochen, kann nähen, muß gesund sein,
und das Wichtigste: Er ist unbedingt daran gewöhnt, zu gehorchen.
		-- Charles de Gaulle
%
Ein Land mit 2283 verschiedenen Käsesorten kann man nicht regieren.
		-- Charles de Gaulle
%
Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als
beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals
geben wird.
		-- Charles de Gaulle
%
Abkommen sind wie Rosen und junge Mädchen. Sie halten sich, solange
sie sich halten.
		-- Charles de Gaulle
%
Es gibt keinen Frieden für die Furchtsamen und Uneinigen.
		-- Charles de Gaulle
%
In nichts zeigt sich der Mangel an mathematischer Bildung mehr, als in
einer übertrieben genauen Rechnung.
		-- Carl Friedrich Gauß
%
Wenn etwas nützlich wird, hört es auf schön zu sein.
		-- Théophile Gautier
%
Es gibt keine Götter, keine Teufel, keine Engel, keinen Himmel und
keine Hölle. Es existiert nur die rein materielle Welt. Die Religion
ist nichts als Mythos und Aberglaube, der die Herzen verhärtet und den
Geist versklavt.
		-- Anne Nicol Gaylor
(amerikan. Separatistin u. Mitgründerin der 'Freedom From Religion Foundation')
%
Es gibt nur zwei Produkte, die nicht von der Gewährleistung erfaßt sind
und zwar Religion und Software.  Software sollte hier nicht länger eine
Ausnahme spielen.
		-- Daniel Geer
%
Warum kommen (arbeitsintensiv hergestellte) technische Geräte für die
Seeverkehrswirtschaft großenteils aus Süddeutschland, obwohl die über
keine entsprechenden Häfen, Werften oder Schiffe verfügen?
		-- Gegenwind
%
Ihr Naturschützer könnt euch sicher sein, daß der Investor
bereits vorgesehen hat, die Bäume im Zuge der Bebauung
dermaßen zu schädigen, daß sie freiwillig den Abgang machen.
		-- Gegenwind
%
Glaube, dem die Tür versagt,
steigt als Aberglaub' ins Fenster.
Wenn die Götter ihr verjagt,
kommen die Gespenster.
		-- Emanuel Geibel (Vermischte Gedichte)
%
Die Zeit zum Handeln jedesmal verpassen,
nennt ihr "die Dinge sich entwickeln lassen".
Was hat sich denn entwickelt, sagt mir an,
das man zur rechten Stunde nicht getan?
		-- Emanuel Geibel (Spätherbstblätter, Sprüche)
%
Der Maulwurf hört in seinem Loch
ein Lerchenlied erklingen
und spricht: "Wie sinnlos ist es doch,
zu fliegen und zu singen"!
		-- Emanuel Geibel
%
Lorbeer ist ein bittres Blatt,
dem, der es sucht, und dem, der's hat.
		-- Emanuel Geibel
%
Liebe bleibt die gold'ne Leiter, drauf das Herz zum Himmel steigt.
		-- Emanuel Geibel
%
Nur wer verzagend das Steuer losläßt, ist im Sturm verloren.
		-- Emanuel Geibel
%
Bevor die Menschheit Waffen hatte, um sich zu erschießen, hat sie sich
mit Steinen die Köpfe eingeschlagen. Ein Grund den Umgang mit Steinen
zu verbieten, oder vieleicht ein Grund den Kindern endlich mal
zuzuhören?
		-- Dominick Geisler in dsz nach Amoklauf in Schule in Erfurt
%
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der
Bewunderer zusammen.
		-- Heinrich "Heiner" Geißler
%
Wer nicht über die Zukunft nachdenkt, wird keine haben.
		-- Heinrich "Heiner" Geißler
%
Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen
sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul
ernannt hat. Insofern stimmt Westerwelles Vergleich: Vor 100 Tagen ist ein Esel
Bundesaußenminister geworden.
		-- Heinrich "Heiner" Geißler
%
Unterbrechen Sie mich ruhig.  Ich erkläre es Ihnen gerne noch einmal, wenn Sie
etwas nicht verstanden haben.
		-- Heinrich "Heiner" Geißler
%
Wenn dem Menschen am Ende seines Lebens ein Lächeln übrig bleibt, so
ist das ein sehr anständiger Reingewinn.
		-- Horst Wolfram Geißler
%
Je kleiner der Mann, desto größer die Worte.
		-- Horst Wolfram Geißler
%
Dringt durch des Aberglaubens Nacht,
Die euch zu finstern Köpfen macht.
		-- Christian Fürchtegott Gellert (Der Freigeist)
%
Berühmt zu werden ist nicht schwer, man darf nur viel für kleine
Geister schreiben.
		-- Christian Fürchtegott Gellert
%
Das gewöhnliche Unglück tritt ein, wenn ein Mann und eine Maschine zueinander
finden.
		-- Wilhelm Genazino
%
Die Laster der Mehrheit nennt man Tugenden.
		-- Jean Genet
%
Wer die Gesetze nicht kennt, bringt sich um das Vergnügen, gegen Sie
zu verstoßen.
		-- Jean Genet
%
Wenn Gott alles segnen würde, worum man ihn bittet, würde er sich,
juristisch gesehen, der Beihilfe schuldig machen.
		-- Jean Genet
%
Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt so zu sehen, wie sie
wirklich ist.
		-- Jean Genet
%
In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit,
vielleicht etwas verpaßt zu haben.
		-- Jean Genet
%
Den Reiz des Verbotenen kann man nur kosten, wenn man es sofort tut.
Morgen ist es vielleicht schon erlaubt.
		-- Jean Genet
%
Achte fremde Standpunkte, auch wenn sie deinen nicht widersprechen!
		-- Michail M. Genin
%
Der Beweis von Heldentum liegt nicht im Gewinnen einer Schlacht,
sondern im Ertragen einer Niederlage.
		-- David Lloyd George
%
Das gefährlichste Unterfangen auf der Welt ist, einen Abgrund mit zwei
Sprüngen zu überqueren.
		-- David Lloyd George
%
Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel
singen.
		-- Paul Gerhardt
%
Die Historiker verfälschen die Vergangenheit,
Die Ideologen die Zukunft.
		-- Phillip Gerhardt
%
Ein runder Tisch ersetzt keinen klaren Kopf.
		-- Wolfgang Gerhard
%
Der Panther

Der Panther, der Panther,
erst lag er, dann stand er,
worauf er so erschrak,
daß er gleich wieder lag.

		-- Robert Gernhardt
%
Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.
		-- Robert Gernhardt
%
Spargel und Menschen haben ein gemeinsames Schicksal: sobald einer den
Kopf hochreckt, wird er abgestochen.
		-- Eugen Gerstenmaier
%
Wer die Jugend zu leicht macht, macht es ihr schwer.
		-- Gino Gervi
%
Wenn man kein Geld hat, dann denkt man immer an Geld. Wenn man Geld
hat, denkt man nur noch an Geld.
		-- Jean-Paul Getty
%
Wenn man kein Geld hat, denkt man immer an Geld. Wenn man Geld hat,
denkt man nur noch an Geld.
		-- Jean-Paul Getty
%
Uneigennützige Freundschaft gibt es nur unter Leuten gleicher
Einkommensklasse.
		-- Jean-Paul Getty
%
Wenn man einem Menschen vertrauen kann, erübrigt sich ein Vertrag.
Wenn man ihm nicht vertrauen kann, ist ein Vertrag nutzlos.
		-- Jean-Paul Getty
%
Man ist kein Milliardär, wenn man seine Millionen noch zählen kann.
		-- Jean-Paul Getty
%
Um es im Leben zu etwas zu bringen, muß man früh aufstehen, bis in die
Nacht arbeiten - und Öl finden.
		-- Jean-Paul Getty
%
Reich ist man erst dann, wenn man sich in seiner Bilanz um einige
Millionen Dollar irren kann, ohne das es auffällt.
		-- Jean-Paul Getty
%
Wenn alles Geld und Grundbesitz auf der Welt gleichmäßig verteilt
würde, sagen wir um 15.00 Uhr, dann gäbe es um 15.30 Uhr bereits
merkliche Unterschiede in den finanziellen Verhältnissen der
Empfänger.
		-- Jean-Paul Getty
%
Fünf zerbrochene Ehen haben mich gelehrt, daß eine glückliche Ehe
eines jener zahllosen Dinge ist, die kein Mensch kaufen kann, wie
viele Millionen er auch besitzen mag.
		-- Jean-Paul Getty (Wie wird man reich?)
%
Frieden schließt man nur mit Feinden.
		-- Josef Gewa (israelischen General)
%
Der Atheismus ist eine Form der Religion, vielleicht sogar der echten.
		-- Hans F. Geyer
%
Wind und Wellen sind immer auf der Seite des besseren Seefahrers.
		-- Edward Gibbon
%
Die Geschichte ist nicht viel mehr als eine Aufzählung der Verbrechen,
Narrheiten und Unglücksfälle der Menschheit.
		-- Edward Gibbon
%
Wind und Wellen sind immer auf der Seite des besseren Seefahrers.
		-- Edward Gibbon
%
Vom philosophischen Standpunkt aus betrachtet sind die unsittlichen
Bräuche der Geistlichkeit weitaus weniger gefährlich als ihre
Tugenden.
		-- Edward Gibbon
%
Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich
selbst. Liebe besitzt nicht, noch lässt sie sich besitzen; denn die
Liebe genügt der Liebe.
		-- Khalil Gibran
%
Man findet die Schuld bei einem anderen schneller als bei sich selbst.
		-- Wilhelm Gierig
%
Es gibt keinen weiblichen Verstand. Das Gehirn ist kein Geschlechtsorgan.
Man spricht ja auch nicht von einer weiblichen Leber.
		-- Charlotte Perkins Gilman
%
Das Schöpferische wirkt erhabenes Gelingen, fördernd durch Beharrlichkeit.
		-- I Ging
%
Eine Frau wird erst an dem Tag den Mann wirklich gleichberechtigt
sein, an dem man auf einen bedeutenden Posten eine inkompetente Frau
beruft.
		-- Francoise Giroud
%
Der Politiker denkt an die nächste Wahl, der Staatsmann an die nächste
Generation.
		-- William Ewart Gladstone
%
Was gestern die Formel für den Erfolg war, wird morgen das Rezept für
die Niederlage sein.
		-- Arnold Glasow
%
Geld ist nicht alles. Ein Mann mit 20 Millionen kann genauso glücklich
sein wie ein Mann mit 21 Millionen.
		-- J. Gleason
%
Ich bin besonders qualifiziert für das Amt eines Senators. Schließlich
habe ich schon dreimal die Erde auf Kosten der Steuerzahler umrundet.
		-- John Herschel Glenn
%
Die Zecke kommt immer besser weg als das Wirtstier.
		-- Michael Glos
%
Alles Große in der Welt wird nur dadurch Wirklichkeit, daß irgendwer
mehr tut, als er tun müßte.
		-- Hermann Gmeiner
%
Wappne dich mit Standhaftigkeit gegen Unruhe und Besorgnisse
		-- Neithardt von Gneisenau
%
Der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Realität von morgen.
		-- Robert H. Goddard
%
... das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht dazu gebracht werden, den Befehlen
der Führer zu folgen.  Das ist ganz einfach.  Man braucht nichts zu tun, als
dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an
Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr.
Diese Methode funktioniert in jedem Land.
		-- Hermann Göring (Reichsmarschall)
%
Das ist das Geheimnis der Propaganda; den, den die Propaganda fassen
will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne daß er
überhaupt merkt, daß er durchtränkt wird.
		-- Joseph Goebbels (1933)
%
Wir sind die letzten Mohikanerinnen und Mohikaner der Willkommenskultur.
		-- Katrin Göring-Eckardt
%
In den meisten Fällen ist Glück kein Geschenkt, sordern ein Darlehen.
		-- Albrecht Goes
%
Jede Aristokratie erzieht sich ihren dritten Stand, der sie
guillotiniert.
		-- Emil Gött (Im Selbstgespräch)
%
Die schlechte Absicht ist immer auf den Beinen.
		-- Emil Gött (Im Selbstgespräch)
%
Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen
Gedanken umzusetzen.
		-- Emil Gött
%
Sinn ist wichtiger als Geld.
		-- Daniel Goeudevert
%
Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?
		-- Vincent Willem van Gogh
%
Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand
kommt, um sich daran zu wärmen.
		-- Vincent Willem van Gogh
%
Das Große kommt nicht allein durch Impuls zustande, sondern ist eine
Aneinanderkettung kleiner Dinge, die zu einem Ganzen vereint worden
sind.
		-- Vincent Willem van Gogh
%
Ich mache mir immer Vorwürfe, daß meine Malerei nicht wert ist, was
sie kostet.
		-- Vincent Willem van Gogh
%
Es muß Menschen weltweit unmöglich gemacht werden, Coca Cola zu
entfliehen.
		-- Roberto Goizueta (Motto des Vorstandsvorsitzenden)
%
Glück ist Scharfsinn für Gelegenheiten und die Fähigkeit sie zu
nutzen.
		-- Samuel Goldwyn (eigentl. Goldfish)
%
Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent darin, mit Menschen
auszukommen, die man nicht mag.
		-- Samuel Goldwyn (eigentl. Goldfish)
%
Gott ist die aufs Lächerlichste vermenschlichte Erfindung der ganzen
Menschheit. In den Jahrmilliarden, die unsere Erde alt ist, sollte
sich Gott erst vor 4000 Jahren den Juden und vor knapp 2000 Jahren den
Christen offenbart haben, mit deutlicher Bevorzugung der weißen Rasse
unter Vernachlässigung der Schwarzen, der Gelben und der Rothäute? Auf
solche Märchen kann ich mühelos verzichten.
		-- Claire Goll
%
Geiz läßt sich nicht improvisieren.
		-- Yvan Goll
%
Die Bibel, das konservativste Buch der Weltliteratur, das Buch, mit
dem man Todesstrafe, Obrigkeitsstaat, ewiges Bleiben von reich und
arm, Kapitalistenausbeutung und Ausgebeutet-Sein begründen kann.
		-- Helmut Gollwitzer (ev. Theologe)
%
Selbst gebildete Frauen vertragen nicht immer andauernd gleichmäßiges
Glück und fühlen einen unbegreiflichen Antrieb zu Teufeleien und
Narrheiten, durch die Abwechslung ins Leben kommt.
		-- Bogumil Goltz (Zur Charakteristik und Naturgeschichte der Frauen)
%
Ein schönes, herrliches Weib, das unvermählt bleibt, ist eine stille
und doch laute Anklage gegen alle Männer.
		-- Bogumil Goltz
%
Frankreich ist ein unglaublich fruchbares Land.
Man sät ein paar Staatsbeamte und erntet wenig später neue Steuern.
		-- Edmond de Goncourt
%
Die Statistik ist die erste der ungenauen Wissenschaften.
		-- Edmond de Goncourt
%
Wenn es einen Gott gibt, muß der Atheismus ihm wie eine geringere
Beleidigung vorkommen als die Religion.
		-- Edmond de Goncourt
%
Je größer die Achtung vor dem Menschenleben wird, desto geringer
wird die Achtung vor dem Tod.
		-- Edmond & Jules de Goncourt
%
Niemand in der Welt bekommt so viel dummes Zeug zu hören wie die
Bilder in einem Museum.
		-- Jules de Goncourt
%
Traue den Menschen doch etwas mehr, sie sind wohl manchmal besser als
wir meinen.
		-- S. Gontard
%
Alltag ist lediglich ein Durchschnitt von Geschehnissen.
		-- Daniel Goral
%
Wir brauchen die Demokratie wie dir Luft zum Atmen.
		-- Michail Sergejewitsch Gorbatschow
%
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
		-- Michail Sergejewitsch Gorbatschow
%
Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten.
		-- Michail Sergejewitsch Gorbatschow
%
Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben
reagieren.
		-- Michail Sergejewitsch Gorbatschow
(Soweit die wörtliche Übersetzung.  Ein Korrespondent machte daraus:
 Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.)
%
Mißtrauen ist eine schlechte Rüstung, die mehr hindern als schirmen
kann.
		-- George Gordon
%
Der Vatikan ist die Warze im Gesicht der Kirche.
		-- Paulus Gordon
%
An unbeschränkter Freiheit gehen die Menschen nicht dutzendweise,
sondern zu Tausenden zugrunde.
		-- Jeremias Gotthelf
%
Je weniger die Leute glauben, desto abergläubischer werden sie.
		-- Jeremias Gotthelf
%
Um Erfahrungen zu machen, bedarf es der Weisheit.
		-- Jeremies Gotthelf
%
Besitz ist notwendig. Aber es ist nicht notwendig, daß er immer in
denselben Händen bleibt.
		-- Rémy de Gourmont
%
Das Schlimme beim Suchen nach der Wahrheit ist, daß man sie manchmal
findet.
		-- Rémy de Gourmant
%
Der Mittelweg ist oft doppelt gefährlich.
		-- Christian Dietrich Grabbe
%
Machen wir keine Angelegenheit aus dem, was keine ist.
		-- Gracian
%
Die eine Hälfte der Welt lacht über die andere, und Narren sind sie
alle.
		-- Baltasar Gracian y Morales
%
Ich führe Selbstgespräche, weil mein Analytiker mir geraten hat,
mindestens einmal am Tag mit einem intelligenten Menschen zu sprechen.
		-- Katrin Graf
%
Das Geld ist leider die Sache, für die man im Leben am meisten zahlen
muß.
		-- Juliette Greco
%
Die richtigen Männer sind entweder schon verheiratet, oder sie
arbeiten zuviel.
		-- Juliette Greco
%
Frag keinen Friseur, ob Du einen Haarschnitt brauchst.
		-- Daniel S. Greenberg
%
Der Weg zum Himmel ist bereits ein Teil des Himmels.
		-- Sigmund Greene
%
Wer den Menschen die Hölle auf Erden bereiten will, braucht ihnen nur
alles zu erlauben.
		-- Graham Henry Greene
%
Wer verlangt, daß mit offenen Karten gespeilt wird, hat gewöhnlich
alle Trümpfe in der Hand.
		-- Graham Henry Greene
%
Sentimentalität nennen wir das gefühl, das wir nicht teilen.
		-- Graham Henry Greene
%
Früher war die Famile eine Tankstelle, jetzt ist sie eine Garage.
		-- Graham Henry Greene
%
Die meisten Menschen beichten am liebsten die Sünden anderer Leute.
		-- Graham Henry Greene
%
Ich habe erkannt, daß Katholiken zum Bösen fähiger sind als irgendwer.
		-- Graham Henry Greene
%
Historiker sind Menschen, die sich für die Zukunft erst interessieren,
wenn sie Vergangenheit geworden ist.
		-- Graham Greene
%
Der Tag, an dem ein Mensch einsieht, er werde nie und nimmer
alles wissen, ist ein Trauertag.
		-- Julien Green
%
Nichts macht uns älter als der Tod von Menschen, die wir als Kinder
kannten.
		-- Julien Green
%
Sollten ihnen meine Aussagen zu klar gewesen sein, dann müssen sie
mich missverstanden haben.
		-- Alan Greenspan
%
Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen,
wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.
		-- Papst Gregor I., der Große (um 540 - 12. März 604)
%
Das Leben läuft fast ab wie in Bankett: Ich bin mittlerweile leider
beim Käse angelangt, aber er schmeckt mir auch.
		-- Edvard Grieg
%
Der Intellektuelle genießt es, die Hand zu beißen, die ihn ernährt,
aber er beißt sie niemals ganz ab.
		-- Thomas Griffith
%
Es gibt nichts Beständigeres als die Unbeständigkeit.
		-- Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen
%
Niemals wiederholt sich die Geschichte, sondern ist überall neu und
frisch, unaufhörlich wiedergeboren wird die Sage.
		-- Jacob Grimm
%
Jeder Verstand ist für ein Glück zu achten, der höhere Gewinne zuwehe
bringt.
		-- Jacob Grimm
%
Es schmeckt nichts besser, als was man selber ißt.
		-- Jacob Grimm
%
Ein Meinungsaustausch ist, wenn ein Beamter mit seiner Meinung zu
seinem Vorgesetzten geht und mit dessen Meinung zurückkommt.
		-- Andrej Gromyko
%
Hart im Hirn, weich in der Birne, ohne Halt, einfältig und klein.
Auf der Suche nach einem Führer, es ist hart, allein beschränkt zu sein.
		-- Herbert Grönemeyer ("Die Härte")
%
Stil ist nichts beständiges, sondern beständiger Wandel.
		-- Walter Gropius
%
Die Krankheit unserer heutigen Städte und Siedlungen ist das traurige
Resultat unseres Versagens, menschliche Grundbedürfnisse über
wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu stellen.
		-- Walter Gropius
%
Ein höflicher Mensch kokettiert lieber mit seinen Lastern als mit
seinen Tugenden.
		-- Johannes Groß
%
Was deprimierend ist: Du bist wie alle anderen. Was tröstlich ist:
Alle anderen sind wie du.
		-- Johannes Groß
%
Es gibt Chefs, die lassen den Mitarbeiter bereits bei der
Auftragserteilung merken, daß sie hundertprozentig davon überzeugt
sind, die Arbeit doch später selbst übernehmen zu müssen.
		-- Günther F. Groß
%
Man muß den Absichten mißtrauen, auch den guten, vor allem aber den
eigenen.
		-- Johannes Groß
%
Frei ist der Mensch, der ohne Begründung eine Einladung ablehnen kann.
Oder: wer ohne zu kränken sagen kann, ich habe keine Lust.
		-- Johannes Groß
%
Politiker zu kaufen ist altmodisch; in der modernen Demokratie kauft
man Wähler.
		-- Johannes Groß
%
Wir leben in einer Zeit, in der man bei der Wortwahl bereits zum Täter
werden kann.
		-- Alfred Großer
%
Ich kann nur Schreiben, wenn ich zornig bin.
		-- Max von der Grün
%
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern
besteht.
		-- Fritz Grünbaum
%
Urlaub ist wie Fernsehen: Auf das gekonnte Abschalten kommt es an.
		-- Wolfgang Gruner
%
Es wird nicht immer dunkel sein; bald werden die Wolken schwinden und
die Sonne sich wiederfinden.
		-- Andreas Gryphius
%
Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
		-- Andreas Gryphius
%
Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist der Ozelot.
		-- Bernhard Grzimek
%
Wer freudig ist, hat zu allen Dingen den rechten Stand.
		-- Romano Guardini
%
Wer einen Menschen bessern will, muß ihn erst einmal respektieren.
		-- Romano Guardini
%
Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug
bekommen kann.
		-- Jean Guéhenno
%
Wenn man einen Menschen bessern will, muß man ihn erst einmal
respektieren.
		-- Romano Guardini
%
Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug
bekommen kann.
		-- Jean Guehenno
%
Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf,
dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muß ihrer Natur nach in
sich selbst bestehen.
		-- Karoline von Günderode
%
Wahre Bildung kann zu nichts anderem anleiten, als diesem Augenblicke
voll Recht zu tun.
		-- Albert Gütersloh
%
Eine Lüge ist, ganz gleich, wie gut sie auch gemeint sein mag, immer
schlechter als die bescheidenste Wahrheit.
		-- Ernesto Che Guevara
%
Das Bedürfnis, geliebt zu werden, entspringt oft der Einsicht, nicht
der Achtung wert zu sein.
		-- Kurt Guggenheim
%
Opportunisten sind Leute, die schon heute die Windrichtung von
übermorgen kennen.
		-- Sir Alec Guinnes
%
Schlechte Argumente bekämpft am besten, indem man ihre Darlegung nicht
stört.
		-- Sir Alec Guinnes
%
Nichts beschleunigt die Genesung so sehr wie regelmäßige
Arztrechnungen.
		-- Sir Alec Guiness
%
Das Üble an den Minderwertigkeitskomplexen ist, daß die falschen
Leute sie haben.
		-- Sir Alec Guiness
%
Ein Gentleman ist ein Mann, der eine Frau beschreiben kann, ohne die Hände
zu Hilfe zu nehmen.
		-- Sir Alec Guinness
%
Bilder malen lernt man ja ganz von selbst, aber wie man Bilder
verkauft, das sollten sie einem auf der Akademie beibringen.
		-- Olaf Gulbransson
%
Dumm ist der, der Dummes tut.
		-- Forest Gump
%
Man soll Denken lehren, nicht Gedachtes.
		-- Cornelius Gustav Gurlitt
%
Wenn man Angst vor den Menschen hat, hat man vor allem Angst vor sich
selbst.
		-- Renato Guttuso
%
Bitter ist es, heute das tun zu müssen, was man gestern noch wollen
konnte.
		-- Karl Gutzkow
%
Die meisten unserer Fehler erkennen und legen wir erst dann ab, wenn
wir sie an den anderen entdeckt und gesehen haben, wie sie denen
stehen.
		-- Karl Gutzkow
%
Religion ist das als eine Lebensnotwendigkeit tief empfundene Gefühl
der Abhängigkeit.
		-- Karl Gutzkow
%
Bleiben wird von uns nur, was wir dem Allgemeinen geweiht.
		-- Karl Gutzkow (Vom Baum der Erkenntnis)
%
Willst du dir den abendlichen Frieden dieses Lebens sichern, so ruf
deine Fahrzeuge zeitig vom hohen Meere heim! Wirf die Netze des
Erfolgs nur noch am nächsten Ufer aus!
		-- Karl Gutzkow (Vom Baum der Erkenntnis)
%
Nach der Schlacht von Leipzig sah man Pferde, denen drei, vier und noch mehr Beine
abgeschossen waren, herrenlos herumlaufen.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Als ich Sie von fern sah, Herr Hofrat Ettinger, glaubte ich, Sie wären Ihr Herr
Bruder, der Buchhändler Ettinger, als Sie jedoch näher kamen, sah ich, daß Sie
es selbst sind - und jetzt sehe ich nun, daß Sie ihr Herr Bruder sind.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Ich bin so müde, daß ein Bein das andere nicht sieht.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Engländer würden bei weitem nicht so viel Leder machen, wenn sie bloß ihre eigenen
Felle gerbten.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Was in Sachsen die Vögel betrifft, so ist der Brummochse der größte.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die englischen Nadeln lassen sich durch das feinste Nadelöhr ziehen.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Nach der Hinrichtung der Maria Stuart erschien Elisabeth im Parlament, in der einen
Hand das Schnupftuch, in der anderen die Thräne.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Galletti: Schweigt, wir sind ja noch alle dumme Jungen.
Schüler: Ich nicht, Herr Professor.
Galletti: Aber ich!
%
Wenn der Professor stille ist, schweigen alle Lehrer.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Ja, ja, Herr Kirchenrath, mit dem Blädner bin ich recht wohl zufrieden, aber mit dem
Seifert gar nicht; aber besser wie der Blädner ist er noch immer.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Da sitzt ja schon wieder einer, der nicht unruhig ist.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Ich sehe heute wieder so viele, die nicht da sind.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Es muß gleich 4 Uhr schlagen, denn es hat vor einer guten halben Stunde dreiviertel
geschlagen.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Wer sich nicht über die Moral hinwegssetzen kann, der wird niemals ein ganz
unmoralischer Schüler werden.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Schlagt die Bücher zu und macht die Köpfe auf, damit nichts mehr hineingeht.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Widersprechen Sie nicht dem, was ich Ihnen niemals gesagt habe.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht
fragen, wenn sie geantwortet haben.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Und Sie, Schäfer, gehören überhaupt nicht unter anständige Menschen. Kommen Sie zu
mir auf's Katheder.		-- Johann Georg August Galletti
		-- Johann Georg August Galletti
%
Auf schwarzen Bergen sind schwarze Thiere schwarz.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Der afrikanische Löwe wächst bis zum zehnten Jahre, und von da an wird er immer größer.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die größten viefüßigen Thiere in Ostindien sind die eßbaren Vogelnester.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Der Tiger, der Leopard und der Panther lassen sich nur durch das Fell unterscheiden,
welches bei allen dreien bunt ist.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Der Seidenhase ist eines der merkwürdigsten und nützlichsten Insekten.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Ratten und Mäuse bekömmt man selten zu sehen, fast niemals in einer Mausefalle.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Gans ist das dümmste Thier: denn sie frißt nur so lange, als sie etwas findet.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Dieser Vogel heißt Entenstößer, aber nur in der Noth, wenn er nichts anderes zu fressen hat.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Wir müssen bei den Produkten eine gewisse Eintheilung beobachten, z. B. die Pflanzen
theilt man in zweibeinige und vierbeininge.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Das vorzüglichste Produkt aus dem Mineralreiche, das die Amerikaner von den Europäern
erhielten, war die Kartoffel.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Der Pfeffer ist eigentlich nichts anderes als das Kraut der Papyrus-Staude.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Farbe der Neger ist dunkelgelbbraun, es giebt auch tigerartige Neger,
und ihr Schaafpelz ist ein Schaafpelz.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Afrika hat an allen 4 Ecken eine rundliche Gestalt, die sich gegen die Mitte verengt.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Hamburg liegt am Ausflusse der Ostsee in die Elbe.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Kälte wächst gegen den Nordpol um 10 Grad, zuletzt hört sie ganz auf.
		-- Johann Georg August Galletti
%
In der Sahara liegt der Sand so locker, daß heute Berge sind, wo morgen Thäler waren.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Das Kaspische Meer ist eigentlich kein Meer, sondern blos ein See, denn es ist von
allen Seiten von Wasser umflossen.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Inseln des Mittelmeers sind alle grösser oder kleiner als Sicilien.
		-- Johann Georg August Galletti
%
In England sollen 25 Millionen Schafe sein, das ist aber unwahrscheinlich,
denn so viele Schafe lassen sich gar nicht berechnen.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Bewohner von Hinter-Indien haben südlich unter dem Munde eine Öffnung. Ich habe
sie mir auf der Karte gemerkt.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Aläutischen Inseln wohnen in Erdhütten. Ihre Fenster sind oben; eigentlich haben
sie gar keine Fenster.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Nun, wo fließt Petersburg hin? Petersburg fließt in die Ostsee.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Stahlfabriken von Birmingham verbrauchen so viel Stahl, daß aller Stahl,
welcher fabricirt wird, dazu nicht ausreichen würde.
		-- Johann Georg August Galletti
%
In Persien sind die Berge so hoch, daß der Schnee nur auf Maulthieren herunter
geschafft werden kann.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Nordamerika besteht aus lauter kleinen und großen Inseln, von denen jedoch die wenigsten
von Wasser umflossen sind.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Als Humboldt den Chimborasso bestieg, war die Luft so dünn, daß er nicht mehr ohne Brille
lesen konnte.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Wie viel Jahre vor Christi Geburt wurde Afrika erbaut?
		-- Johann Georg August Galletti
%
Unter die vorzüglichsten Produkte von Ägypten gehört das Klima.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Die Inseln des Mittelmeeres sind alle größer oder kleiner als Sizilien.
		-- Johann Georg August Galletti
%
In Hamburg wächst der Schnee häufig.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Cadix liegt auf einer Insel, und vermittels einer Brücke hängt das feste Land mit dem
Meere zusammen.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Gotha liegt an drei Flüssen, an der Leine, der Nesse und der Siebleber Chaussee.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Gospiterode ist schon von Gotha aus sichtbar, man braucht nur hinter den Bocksberg zu gehen.
		-- Johann Georg August Galletti
(Der Boxberg liegt 8 km von Alt-Gotha entfernt, aber unmittelbar nahe Gospiteorda.)
%
Gotha ist nicht viel weiter von Erfurt entfernt als Erfurt von Gotha.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Wenn man eine Stadt wie Paris 92mal zusammensetzt, so kömmt eine Stadt wie Gotha heraus.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Sie kriegten den Grumbach her, rissen ihm das Herz aus dem Leibe, schlugen es ihm um
den Kopf und ließen ihn laufen.
		-- Johann Georg August Galletti
(Wilhelm von Grumbach, fränkischer Reichsritter; Anhänger Johann Friedrichs II. von
Sachsen-Weimar; geriet mit dem Würzburger Fürstbischof Melchior Zobel von Giebelstadt,
in dessen Gebiet seine Besitzungen lagen, in Streit (Grumbachsche Händel). Bischof
Melchior wurde ermordet; Grumbach verfiel der Reichsacht, wurde 1567 gefangen und
gevierteilt.)
%
Wenn man die Einwohner von Waltershausen theilen will, so kömmt auf jedes Haus 5 und
ein Bischen.
		-- Johann Georg August Galletti
%
In Strassburg ist ein gar hoher Turm, der ist wohl dreimal kleiner als unser Neumarktsthurm.
		-- Johann Georg August Galletti
%
In Erfurt war einmal ein grosses Sterben, da starben in jedem Monate 500 Mann,
das macht jährlich etwa 12 aus.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Wenn wir annehmen, daß eine Kanonenkugel in wenigen Sekunden eine viertel Stunde fliegt,
so kömmt sie etwa bis Erfurt.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Gotha ist nicht nur die schönste Stadt in ganz Italien, sondern sie hat auch viele
Gelehrte gestiftet.
		-- Johann Georg August Galletti
%
In Suhl werden sehr schön Meerschaumköpfe aus Bimsstein gemacht.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Unter allen Thieren hat die Ente mit dem Schweine die größte Ähnlichkeit.
		-- Johann Georg August Galletti
%
Freiheit lohnt sich nicht, wenn sie nicht die Freiheit zu irren
einschließt.
		-- Mahatma Gandhi
%
Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört ebenso zu unseren
Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten.
		-- Mahatma Gandhi
%
Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel.
		-- Mahatma Gandhi
%
Reich wird man erst durch Dinge, die man nicht begehrt.
		-- Mahatma Gandhi
%
Alle unsere Streitigkeiten entstehen daraus, daß einer dem anderen
seine Meinung aufzwingen will.
		-- Mahatma Gandhi
%
Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein.
		-- Mahatma Gandhi
%
Die Wahrheit ist nicht das ausschließliche Eigentum einer einzelnen
heiligen Schrift. Die Forderung der Zeit ist nicht eine einzige
Religion, sondern die gegenseitige Achtung und Duldsamkeit der
Anhänger aller Religionen.
		-- Mahatma Gandhi
%
Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und
nicht der Beständigkeit.
		-- Mahatma Gandhi
%
Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.
		-- Mahatma Gandhi
%
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für
jedermanns Gier.
		-- Mahatma Gandhi
%
Unter den vielen Lügenmächten, die in der Welt wirksam sind, ist die
Theologie eine der ersten.
		-- Mahatma Gandhi
%
Wer mit Gott Freund sein will, muß allein bleiben oder die ganze Welt
zu seinem Freund machen.
		-- Mahatma Gandhi
%
Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.
		-- Mahatma Gandhi
%
Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren;
und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu
verlieren.
		-- Mahatma Gandhi
%
Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft -
vielmehr aus unbeugsamen Willen.
		-- Mahatma Gandhi
%
Mißtrauen ist ein Zeichen von Schwäche.
		-- Mahatma Gandhi
%
Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu
erhöhen.
		-- Mahatma Gandhi
%
Fast alles, was du tust, ist letzten Endes unwichtig. Aber es ist sehr
wichtig, daß du es tust.
		-- Mahatma Gandhi
%
Ein "Nein" ausgesprochen mit der tiefsten Überzeugung ist besser
und größer als ein "Ja" um zu gefallen oder noch schlimmer, um
Schwierigkeiten zu umgehen.
		-- Mahatma Gandhi
%
Wasimmer du auch tust ist nicht entscheidend, doch es ist wichtig, daß
Du es richtig tust.
		-- Mahatma Gandhi
%
Erst lachen sie über Euch,
dann bekämpfen Sie Euch,
und dann siegt Ihr.
		-- Mahatma Gandhi
%
Es ist müßig davon zu reden, daß wir Seelen für Gott gewinnen wollen.
Ist Gott so hilflos, daß er nicht von sich aus Seelen für sich
gewinnen könnte? Religion ist immer die persönliche Angelegenheit
jedes einzelnen.
		-- Mahatma Gandhi
%
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
		-- Mahatma Gandhi
%
Sei die Veränderung, die Du in der Welt zu sehen wünschst.
		-- Mahatma Gandhi
%
Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen
nichts lehrt.
		-- Mahatma Gandhi
%
Der Mann der Wissenschaft muß ständig bemüht sein, an seinen eigenen
Wahrheiten zu zweifeln.
		-- José Ortega y Gasset
%
Hartnäckige Übellaunigkeit ist ein allzu klares Symptom dafür, daß
ein Mensch gegen seine Bestimmung lebt.
		-- José Ortega y Gasset
%
Die Kleinbürgerin: Ihre Moral besteht ausschließlich aus Warntafeln
und ihre größte Tugend in dem, was sie nicht tut.
		-- José Ortega y Gasset
%
Ich verlange nicht, daß der Kleinbürger seine Moral aufgibt, ich
verlange nur, daß er mir meine läßt.
		-- José Ortega y Gasset
%
Der Spezialist ist in seinem winzigen Weltwinkel vortrefflich zu
Hause; aber er hat keine Ahnung vom Rest.
		-- José Ortega y Gasset (Aufstand)
%
Was eine Nation groß macht, sind nicht in erster Linie die großen
Männer. Es ist das Format der Mittelmäßigen.
		-- José Ortega y Gasset
%
Der Zyniker, dieser Schmarotzer der Zivilisation, lebt davon, die zu
verneinen, weil er überzeugt ist, daß sie ihn nicht im Stich lassen
wird.
		-- José Ortega y Gasset
%
Überraschung und Verwunderung sind der Anfang des Begreifens.
		-- José Ortega y Gasset
%
Das Leben ist seinem inneren Wesen nach ein ständiger Schiffbruch.
		-- José Ortega y Gasset
%
Alter ist immer noch das einzige Mittel, das man entdeckt hat, um
lange leben zu können.
		-- José Ortega y Gasset
%
Was ist Gewalt anderes als Vernunft, die verzweifelt.
		-- José Ortega y Gasset
%
Alles in der Welt ist merkwürdig und wunderbar für ein paar
wohlgeöffnete Augen.
		-- José Ortega y Gasset
%
Nicht was wir gestern waren, sondern was wir morgen zusammen sein
werden, vereinigt uns zum Staat.
		-- José Ortega y Gasset
%
Alles in der Welt ist merkwürdig und wunderbar für ein paar
wohlgeöffnete Augen.
		-- José Ortega y Gasset
%
Alles ist schon einmal gesagt worden, aber da niemand zuhört, muß man
es immer von neuem sagen.
		-- André Gide
%
Es entspricht einem Lebensgesetz: Wenn sich eine Tür vor uns schließt,
öffnet sich eine andere. Die Tragik ist jedoch, daß man auf die
geschlossene Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.
		-- André Gide
%
Kunst ist Zusammenarbeit zwischen Gott und dem Künstler, und je
weniger der Künstler dabei tut, desto besser.
		-- André Gide
%
Sein Gedächtnis schult man am besten dadurch, daß man etwas vergessen
möchte.
		-- André Gide
%
Das Zwangsläufige hat mich immer mehr interessiert als das
Notwendige, und es ist mir immer so vorgekommen, als könne man aus
dem, was sich täglich wiederholt, mehr Erkenntnis schöpfen als aus
dem, was nie mehr wiederkehrt.
		-- André Gide
%
Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer
andere glücklich macht, wird glücklich.
		-- André Gide
%
Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten
aus den Augen zu verlieren.
		-- André Gide
%
Der Teufel und der liebe Gott sind eins; sie verstehen einander. Wir
bemühen uns, zu glauben, alles Üble auf der Welt komme vom Teufel;
aber dies geschieht nur, weil wir sonst nicht die Kraft in uns fänden,
Gott zu verzeihen. Er spielt mit uns .. Und er verlangt nach alledem
noch von uns, ihm dankbar zu sein. Dankbar für was?
		-- André Gide
%
Vor allem andern tröstet das Christentum; aber es gibt Seelen, die von
Natur aus glücklich sind und die Trost nicht nötig haben. Diese aber
macht das Christentum unglücklich und weiter hat es keinen Einfluß auf
sie.
		-- André Gide
%
Die Weisheit beginnt dort, wo die Furcht Gottes aufhört. Es gibt
keinen Fortschritt des Denkens, der nicht zunächst im Geruch des
Schädlichen, Gottlosen gestanden hätte.
		-- André Gide
%
Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: Zum Beispiel verschüttet
man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte.
		-- André Gide
%
Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie
gefunden haben.
		-- André Gide
%
Jede Wahl enthält ein Opfer.
		-- André Gide
%
Ohne den Staub, worin er aufleuchtet, wäre der Sonnenstrahl nicht
sichtbar.
		-- André Gide
%
Wenn ein Philosoph einem antwortet, versteht man überhaupt nicht mehr,
was man ihn gefragt hat.
		-- André Gide
%
Es ist ganz natürlich, daß man anstößt, sobald man der Strömung
nicht mehr folgt.
		-- André Gide
%
Ich nenne Journalismus alles, was morgen weniger interessant ist als
heute.
		-- André Gide
%
Vielleicht der größte Vorteil des Ruhms liegt darin, daß man
ungestraft die größten Dummheiten sagen kann.
		-- André Gide
%
So geht es oft mit einer Unterhaltung: Nach einer Weile vergeblicher
Auseinandersetzung merkt man, daß man gar nicht von derselben Sache
gesprochen hat.
		-- André Gide
%
Vertrauen Sie denen, die nach der Wahrheit suchen, und mißtrauen Sie
denen, die sie gefunden haben.
		-- André Gide
%
Jede neue Idee, die man vorbringt, muß auf Widerstand stoßen. Der
Widerstand beweist übrigens nicht, daß die Idee richtig ist.
		-- André Gide
%
Nicht immer sind die Stillen auch die Weisen. Es gibt verschlossene
Truhen, die leer sind.
		-- Jean Giono
%
Jugend ist die Leidenschaft für das Unnützliche.
		-- Jean Giono
%
An eine Landschaft muß man sich mit den Füßen erinnern, nicht mit den
Autoreifen.
		-- Jean Giono
%
Man hat dir gesagt, du wirst mit deinem Wissen Geld verdienen. Ich
sage dir: mit deinem Wissen wirst du Freuden gewinnen; das ist viel
besser.
		-- Jean Giono
%
Nichts kann dir gehören, wenn du nicht arm bist.
		-- Jean Giono
%
Die Welt ist eine optimistische Schöpfung: Alle Vögel singen in Dur.
		-- Jean Giono
%
Wir haben verlernt, die Augen auf etwas ruhen zu lassen. Deshalb
erkennen wir so wenig.
		-- Jean Giono
%
Auf Seite der Freuden ist niemand gehetzt.
		-- Jean Giono
%
Die Welt ist eine optimistische Schöpfung: Alle Vögel singen in Dur.
		-- Jean Giono
%
Das, was man dir vorenthält, ist: Wind, Regen, Schnee, Sonne, Berge,
Flüße und Wälder, der wahre Reichtum des Menschen. Alles ist für dich
gemacht.
		-- Jean Giono
%
Fortschritt allein ist noch keine Leistung. Es kommt auf die Richtung
an.
		-- Jean Giono
%
Man hat dir wohl gesagt, daß man im Leben Erfolg haben müsse; ich
sage dir: man muß leben! Das ist der größte Erfolg auf dieser Welt.
		-- Jean Giono
%
In Ordnung, Ruhe und Reichtum liegt irgendetwas, das der
Menschlichkeit und der Freiheit ins Gesicht schlägt.
		-- Jean Giraudoux
%
Wer seinen Willen durchsetzen will, muß leise sprechen.
		-- Jean Giraudoux
%
Man erkennt den Irrtum daran, daß alle Welt ihn teilt.
		-- Jean Giraudoux
%
Was die Welt in diesem Augenblick sucht, ist viel weniger ein
Gleichgewicht als eine Sprache.
		-- Jean Giraudoux
%
An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie.
		-- Jean Giraudoux
%
Man führt nicht mehr genug Selbstgespräche heutzutage. Man hat wohl
Angst, sich selbst die Meinung zu sagen.
		-- Jean Giraudoux
%
Nicht durch unsere Entdeckungen, sondern durch unsere Ahnungslosigkeit
bewegen wir uns sicher durch das Leben.
		-- Jean Giraudoux
%
Nie hat ein Dichter die Natur so frei ausgelegt wie ein Jurist die
Wirklichkeit.
		-- Jean Giraudoux
%
Alles Vollkommene in seiner Art muß über seine Art hinausgehen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das erste steht uns frei, beim zweiten sind wir Knechte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Haß ist ein aktives Mißvergnügen, der Neid ein passives, deshalb
darf man sich nicht wundern, wenn der Neid so schnell in Haß übergeht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Irrtümer des Menschen machen ihn eigentlich liebenswürdig.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Zwischen heut und morgen liegt eine lange Frist, lerne schnell
besorgen, da du noch munter bist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Eigentlich lernen wir nur aus Büchern, die wir nicht beurteilen
können. Der Autor eines Buches, das wir beurteilen können, müßte von
uns lernen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das gefährlichste aller Bücher in weltgeschichtlicher Hinsicht, wenn
durchaus einmal von Gefährlichkeit die Rede sein sollte, ist doch wohl
unstreitig die Bibel, weil wohl kein anderes Buch so viel Gutes und
Böses im Menschengeschlecht zur Entwicklung gebracht hat.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Johann Daniel Falk)
%
Ich kann überhaupt nicht begreifen, fuhr sie fort, wie man hat glauben
können, daß Gott durch Bücher und Geschichten zu uns spreche. Wem die
Welt nicht unmittelbar eröffnet, was sie für ein Verhältnis zu ihm
hat, wem sein Herz nicht sagt, was er sich und anderen schuldig ist,
der wird es wohl schwerlich aus Büchern erfahren, die eigentlich nur
geschickt sind, unsern Irrtümern Namen zu geben.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wilhelm Meisters Lehrjahre)
%
Mephistopheles:
  Du weißt wohl nicht, mein Freund, wie grob du bist?
Baccalaureus:
  Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II)
%
Baccalaureus:
  Anmaßlich find' ich, daß zur schlechtsten Frist
  Man etwas sein will, wo man nichts mehr ist.
  Des Menschen Leben lebt im Blut, und wo
  Bewegt das Blut sich wie im Jüngling so?
  Das ist lebendig Blut in frischer Kraft,
  Das neues Leben sich aus Leben schafft.
  Da regt sich alles, da wird was getan,
  Das Schwache fällt, das Tüchtige tritt heran.
  Indessen wir die halbe Welt gewonnen,
  Was habt Ihr denn getan? genickt, gesonnen,
  Geträumt, erwogen, Plan und immer Plan.
  Gewiß! das Alter ist ein kaltes Fieber
  Im Frost von grillenhafter Not.
  Hat einer dreißig Jahr vorüber,
  So ist er schon so gut wie tot.
  Am besten wär's, euch zeitig totzuschlagen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II)
%
Das Alter hört sich gern, auch wenn es nichts zu sagen hat.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
...auch das hohe Alter hat seine Blüte...
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
...ein Schiff, das nicht mehr die hohe See hält, ist zu einem
Küstenfahrer vielleicht immer noch nütze.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
...das Alter trennt uns nach und nach von empfänglichen Menschen,
selten kehrt ein Klang und Ton, den man aussendet, lebhaft und
ergötzlich zurück.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Ich bin der Geist, der stets verneint!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Er ist ein heller Geist und also ungläubig.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 15)
%
Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche. Aber sie will
herrschen, und da muß sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt
und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich
dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der
unteren Massen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann)
%
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Es irrt der Mensch, so lang er strebt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Irrend lernt man.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Glaubt nicht, daß ich fasele, daß ich dichte;
Seht hin und findet mir andre Gestalt!
Es ist die ganze Kirchengeschichte
Mischmasch von Irrtum und von Gewalt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Poetische Werke 1)
%
Auch was Geschriebnes forderst du Pedant?
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Mensch wird in seinen verschiedenen Lebensstufen wohl ein anderer,
aber er kann nicht sagen, daß er ein besserer werde, und er kann in
gewissen Dingen so gut wie in seinem zwanzigsten Jahre recht haben als
in seinem sechzigsten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der echte Schüler lernt aus dem Bekannten. Das Unbekannte entwickeln
und nähert sich dem Meister.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Dämonen, weiß ich, wird man schwerlich los.
		-- Johann Wolfgang Goethe
%
Vernunft fängt wieder an zu sprechen und Hoffnung wieder an zu blühn;
man sehnt sich nach des Lebens Bächen, ach, nach des Lebens Quelle
hin.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Alles Große und Gescheite existiert in der Minorität Es ist nie daran
zu denken, daß die Vernunft populär werde. Leidenschaften und Gefühle
mögen populär werden, aber die Vernunft wird immer nur im Besitze
einzelner Vorzüglicher sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Welt durch Vernunft dividiert, geht nicht auf.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Summe unserer Existenz, durch Vernunft dividiert, geht niemals
rein auf, sondern immer bleibt ein wunderlicher Rest.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich alles wissen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust)
%
Es ist nicht genug, zu wissen; man muß auch anwenden.
Es ist nicht genug, zu wollen; man muß auch tun.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Glaube ist nicht der Aufgang, sondern das Ende allen Wissens.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Was ich weiß, kann jeder wissen. Mein Herz habe ich allein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Man meint immer, man müsse alt werden, um gescheit zu sein. Im Grunde
aber hat man bei zunehmenden Jahren zu tun, sich so klug zu erhalten,
als man gewesen ist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wir leiden alle am Leben.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das ist der Weisheit letzter Schluß: Nur der verdient sich Freiheit
wie das Leben, der täglich sie erobern muß.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Leben lehrt uns, mit uns und anderen weniger streng zu sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wem zu glauben ist, redlicher Freund, das kann ich dir sagen: Glaube
dem Leben! Es lehrt besser als Redner und Buch.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muß auf Wechsel
gefaßt sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
An der Farbe der Kleidung läßt sich die Sinnesweise, an dem Schnitt
die Lebensweise des Menschen erkennen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu
ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wer spät im Leben sich verstellen lernt, der hat den Schein der
Ehrlichkeit voraus.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Glück ihm günstig sei, was nützt's dem Stöffel,
denn regnet's Brei, fehlt ihm der Löffel.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche
erforscht zu haben und das Unerforschliche zu verehren.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Willkürlich handeln ist des Reichen Glück.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
An Worte läßt sich trefflich glauben,
vom Wort läßt sich kein Jota rauben.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Kluge findet fast alles lächerlich.  Der Vernünftige so gut wie nichts.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen
sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse
sich dabei doch auch was denken lassen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I)
%
Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes
Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu
machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Geht es doch unseren Vorsätzen wie unseren Wünschen: Sie sehen sich
gar nicht mehr ähnlich, wenn sie ausgeführt, wenn sie erfüllt sind.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Getretener Quark wird breit - nicht stark.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Ein Regenbogen, der eine Viertelstunde steht, sieht man nicht mehr an.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Niemand würde viel in Gesellschaften sprechen, wenn er sich bewußt
wäre, wie oft er die andern mißversteht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Weil du die Augen offen hast, glaubst du, du siehst.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Egmont)
%
Der liebt nicht, der die Fehler des Geliebten nicht für Tugenden hält.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Menschenleben ist seltsam eingerichtet: Nach den Jahren der Last
hat man die Last der Jahre.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Gesetz macht den Menschen, nicht der Mensch das Gesetz.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Tagebuch)
%
Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch
das, was sie lächerlich finden.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Menschheit steckt jetzt in einer religiösen Krisis. Seit die
Menschen einsehen lernten, wieviel dummes Zeug man ihnen aufgeheftet,
und seit sie anfangen zu glauben, daß die Apostel und Heiligen auch
nicht bessere Kerle als solche Bursche wie Klopstock, Lessing und wir
anderen armen Hundsfötter gewesen, muß es natürlich wunderlich in den
Köpfen sich kreuzen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, daß
tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Behandle Menschen so, als wenn sie schon so gut wären, wie Du sie
haben willst.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Menschheit wird erst glücklich sein, wenn alle Menschen
Künstlerseelen haben werden, das heißt, wenn allen ihre Arbeit Freude
macht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das beste Monument des Menschen ist der Mensch.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren,
verstünden sie auch.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der
Menschen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung schwer.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit,
sie zu übertreten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muß die Gegend verlassen, wo
sie gelten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttliche Wahrheit.
Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, daß
das Wasser brennt und das Feuer löscht, daß ein Weib ohne Mann gebiert
und daß ein Toter aufersteht. Vielmehr halte ich dieses für
Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Lavater, 9.8.1782)
%
... nennen sich Christen,
und unter ihrem Schafspelz
sind sie reißende Wölfe.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Vieles kann ich ertragen. Die meisten beschwerlichen Dinge duld' ich
mit ruhigem Mut, wie es ein Gott mir gebeut. Wenige sind mir jedoch
wie Gift und Schlange zuwider; viere: Rauch des Tabaks, Wanzen,
Knoblauch und das Kreuz!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Mir willst du zum Gotte machen
Solch ein Jammerbild am Holze!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
"Juden und Heiden hinaus!" so duldet der christliche Schwärmer.
"Christ und Heide verflucht!" murmelt ein jüdischer Bart. "Mit den
Christen an Spieß und mit den Juden ins Feuer!" Singet ein türkisches
Kind Christen und Juden zum Spott. Welcher ist der Klügste?
Entscheide! Aber sind diese Narren in deinem Palast, Gottheit, so geh
ich vorbei.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
O Freund, der Mensch ist nur ein Tor,
stellt er sich Gott als seines Gleichen vor.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Der ewige Jude)
%
Einerlei, was für einen Begriff man mit Gott verbindet, wenn man nur
göttlich, das heißt gut handelt!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Gott gibt uns Nüsse, aber er beißt sie nicht auf.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Geschichte des guten Jesus hab ich nun so satt, daß ich sie von
keinem, außer von ihm selbst, hören möchte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Es werden wohl noch zehntausend Jahre ins Land gehen, und das Märchen
vom Jesus Christus wird immer noch dafür sorgen, daß keiner so richtig
zu Verstande kommt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Du bist! du bist! sagt Lavater. Du bist!!
Du bist!! du bist!!!! du bist, Herr Jesus Christ!!!!
Er wiederholte nicht so heftig Wort und Lehre,
wenn es ganz just mit dieser Sache wäre.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
(Auf Lavaters Lied eines Christen an Christus geschrieben)
%
Die Kirche hat einen guten Magen, hat ganze Länder aufgefressen und
doch nie sich übergessen; die Kirch' allein, meine lieben Frauen, kann
ungerechtes gut verdauen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Kirche segnet den, der ihr zu Diensten fährt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II)
%
Offen steht das Grab! Welch herrlich Wunder!
Der Herr ist auferstanden! - Wer's glaubt!
Schelmen, ihr trugt ihn ja weg.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Epigramme)
%
Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet je des Geängstigten?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Prometheus)
%
Geheimnisse sind noch keine Wunder.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wenn ein Wunder in der Welt geschieht, geschieht's durch liebevolle,
reine Herzen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Eckermann: Es täte not, daß ein zweiter Erlöser käme, um den Ernst,
das Unbehagen und den ungeheuren Druck der jetzigen Zustände uns
abzunehmen.
Goethe: Käme er, man würde ihn zum zweiten Male kreuzigen.
%
Die Botschaft hört ich wohl,
Allein mir fehlt der Glaube.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I, Faust)
%
Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in
der Welt ist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wilhelm Meisters Lehrjahre)
%
Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Unsere Eigenschaften müssen wir kultivieren, nicht unsere Eigenheiten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Bedeutsame will jedermann, nur soll es nicht unbequem sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Werk soll den Meister loben!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Vieles geht in der Welt verloren, weil man es zu geschwind für
verloren gibt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wir mögen die Welt kennen lernen, wie wir wollen, sie wird immer eine
Tag- und eine Nachtseite behalten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Es ist besser, das geringste Ding von der Welt zu tun, als eine halbe
Stunde für gering halten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Mißverständnisse und Trägheit machen vielleicht mehr Irrungen in der
Welt als List und Bosheit.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Du bist am Ende - was du bist. Setz' dir Perücken auf von Millionen
Locken, setz' deinen Fuß auf ellenhohe Socken, du bleibst doch immer,
was du bist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
In deinem Lande sei einheimisch klug, im fremden bist du nicht gewandt
genug.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Land, das die Fremden nicht beschützt, ist zum Untergang
verurteilt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wer sichere Schritte tun will, muß sie langsam tun.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Zur Resignation gehört Charakter.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen
und auf die unsrige nicht achten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte
zugestehen will, muß man sie gut bezahlen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Ein neues Jahr hat seine Pflichten,
ein neuer Morgen ruft zur frischen Tat.
Stets wünsche ich ein fröhliches Verrichten
und Mut und Kraft zur Arbeit früh und spat.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Begegnet uns jemand, der uns Dank schuldig ist, gleich fällt es uns
ein. Wie oft können wie jemand begegnen, dem wir Dank schuldig sind,
ohne daran zu denken.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Uns rührt die Erzählung jeder guten Tat, uns rührt das Anschauen jedes
harmonischen Gegenstandes; wir fühlen dabei, daß wir nicht ganz in
der Fremde sind.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie
muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
In der Idee leben heißt, das Unmögliche behandeln, als wenn es
möglich wäre.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Den lieb ich, der Unmögliches begehrt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II, Manto)
%
Dem Klugen, Weitumsichtigen zeigt fürwahr sich oft Unmögliches noch
als möglich.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II, Helena)
%
Überall lernt man nur von dem, den man liebt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Weiß ich, womit du dich beschäftigst, so weiß ich, was aus dir
werden kann.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Wille lockt die Taten nicht herbei.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Liegt dir gestern klar und offen, wirst du heute kräftig frei, kannst
auch auf ein Morgen hoffen, das nicht minder glücklich sei.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Jegliches menschliche Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Alles Edle ist an sich stiller Natur und scheint zu schlafen, bis es
durch Widerspruch geweckt und herausgefordert wird.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Den deutschen Mannen gereichts zum Ruhm,
Daß sie gehaßt das Christentum,
Bis Herrn Karolus' leidigem Degen
Die edlen Sachsen unterlegen.
Doch haben sie lange genug gerungen,
Bis endlich die Pfaffen sie bezwungen,
Und sie sich unters Joch geduckt;
Doch haben sie immer einmal gemuckt.
Sie lagen nur im halben Schlaf,
Als Luther die Bibel verdeutscht so brav.
Sankt Paulus, wie ein Ritter derb
Erschien den Rittern minder herb.
Freiheit erwacht in jeder Brust,
Wir protestieren all mit Lust.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Manchmal sieht unser Schicksal aus wie ein Fruchtbaum im Winter. Wer
soll bei dem traurigen Ansehn desselben wohl denken, daß diese
starren Äste, diese zackigen Zweige im nächsten Frühjahr wieder
grünen, blühen, sodann Früchte tragen können?
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Den Gipfel im Auge wandeln wir gerne auf der Ebene.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Noch ist es Tag; da rühre sich der Mann! Die Nacht tritt ein, da
niemand wirken kann.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Keine Vorwürfe über Vergangenes, nun doch nicht zu Änderndes! Jeder
Tag bestehe für sich!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Was jeder Tag will, sollst du fragen, was jeder Tag will, wird er
sagen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Sterne, die begehrt man nicht, man freut sich ihrer Pracht, und
mit Entzücken blickt man auf in jeder heitern Nacht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Man denkt an das, was man verließ; was man gewohnt war, bleibt ein
Paradies.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Laß das Vergangene vergangen sein!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Vergangene können wir nicht zurückrufen, über die Zukunft sind wir
eher Meister, wenn wir klug und gut sind.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (An C. Schröter)
%
Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu
schaffen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen, Denn was innen ist, ist
außen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Bei großen Unternehmungen wie bei großen Gefahren muß der
Leichtsinn verbannt sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen, und haben sich, eh man
es denkt, gefunden.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Natur hat weder Kern noch Schale,
Alles ist sie mit einem Male;
Doch prüfe du nur allermeist,
Ob du Kern oder Schale seist!
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Sich alles gleichzumachen, ist ein großes Prinzip der Natur. Nur
verschlingt die größre Kraft die andre.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Tun interessiert, das Getane nicht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien I)
%
Das Klügste, was man tun kann, um sich Ruhe zu verschaffen, daß man
gegen die andern ein wenig unverträglich ist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Schriften zur Kunst)
%
Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun; drum Brüderchen: Ergo
bibamus.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Irrend lernt man.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Auch ist das Suchen und Irren gut, denn durch Suchen und Irren lernt
man.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Denn höher vermag sich niemand zu erheben, als wenn er vergibt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Reineke Fuchs)
%
Nichts Besseres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen,
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Alt wird man wohl, wer aber klug?
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Keine Kunst ist's, alt zu werden; es ist Kunst, es zu ertragen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Muß ist hart, aber beim Muß kann der Mensch allein zeigen, wie's
inwendig mit ihm steht. Willkürlich leben kann jeder.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Aufmerksamkeit ist die höchste aller Fertigkeiten und Tugenden.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
So eine Arbeit wird eigentlich nie fertig, man muß sie für fertig
erklären, wenn man nach Zeit und Umständen das Mögliche getan hat.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Sei nicht ungeduldig, wenn man deine Argumente nicht gelten läßt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Man frage nicht, ob man durchaus übereinstimme, sondern ob man in
einem Sinne verfährt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wenn du eine weise Antwort verlangst, mußt du vernünftig fragen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wenn man sich nur bewegt, andere in Bewegung bringt, so fügt sich gar
manches schön und gut.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Aber kein Genuß ist vorübergehend: denn der Eindruck, den er
zurückläßt, ist bleibend.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Lehrjahre)
%
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut; denn das allein unterscheidet
ihn von allen Wesen, die wir kennen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Denn worin besteht die Barbarei anders als darin, daß man das
Vortreffliche nicht anerkennt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zu J. P. Eckermann)
%
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes
bauen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am seltensten
erstiegen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Erlaubt ist, was gefällt,
Erlaubt ist, was sich ziemt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Torquato Tasso)
%
Alles, was uns begegnet, läßt Spuren zurück. Alles trägt unmerklich
zu unserer Bildung bei.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Vor einer Revolution ist alles Bestreben, nachher verwandelt sich
alles in Forderung.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Sein Jahrhundert kann man nicht verändern, aber man kann sich
dagegenstellen und glückliche Wirkungen vorbereiten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Lehrjahre)
%
Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den
sie erregt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Man muß etwas zu sagen haben, wenn man reden will.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Jede große Idee, sobald sie in Erscheinung tritt, wirkt tyrannisch.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Der Patriotismus verdirbt die Geschichte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Es hört doch jeder nur, was er versteht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu
Rande.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I, Mephisto)
%
Der Witz setzt immer ein Publikum voraus. Darum kann man den Witz auch
nicht bei sich behalten. Für sich allein ist man nicht witzig.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Gleiche läßt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns
produktiv macht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Es bleibt einem jeden immer noch soviel Kraft, das auszuführen, wovon
er überzeugt ist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Am Abend schätzt man erst das Haus.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I / Wagner)
%
Ein guter Abend kommt heran,
Wenn ich den ganzen Tag getan.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Lebensgenuß)
%
... und die Überzeugung, daß kleine gemeinschaftliche Abenteuer, so
wie sie neue Bekanntschaften schneller knüpfen, auch den alten günstig
sind, wenn sie nach einigem Zwischenraum wieder erneut werden sollen ...
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Schiller, 14. Okt. 1797)
%
Die Zeit ist vorüber, wo man abenteuerlich in die weite Welt rannte;
durch die Bemühungen wissenschaftlicher, weislich beschreibender,
künstlerisch nachbildender Weltumreiser sind wir überall bekannt
genug, daß wir ungefähr wissen, was zu erwarten sei.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wanderjahre III)
%
Der Aberglaube ist ein Erbteil energischer, großtätiger,
fortschreitender Naturen; der Unglaube das Eigentum schwacher, klein
gesinnter, zurückschreitender, auf sich selbst beschränkter Menschen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Geschichte der Farbenlehre)
%
... eigentlich ergreift der Aberglaube nur falsche Mittel, um ein
wahres Bedürfnis zu befriedigen [...] Denn wer kann sagen, [...] daß
er sich nicht neben dem ernstesten Tun und Leisten, wie mit Glauben
und Hoffnung, so auch mit Aberglauben und Wahn, Leichtsinn und
Vorurteil hinhalte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Geschichte der Farbenlehre)
%
Auch der Aberglaube profitiert vom jeweiligen Stand der Wissenschaft.
		-- Goethe
%
Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens, beide erfinden eingebildete
Wesen, und zwischen dem Wirklichen, Handgreiflichen ahnen sie die
seltsamsten Beziehungen; Sympathie und Antipathie waltet hin und
her. Die Poesie befreit sich immer gar bald von solchen Fesseln, die
sie immer willkürlich anlegt; der Aberglaube dagegen läßt sich
Zauberstricken vergleichen, die sich immer stärker zusammenziehen, je
mehr man sich gegen sie sträubt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Schriften zur Literatur)
%
Der Aberglaube, sowie manches andre Wähnen, verliert sehr leicht an
seiner Gewalt, wenn er, statt unserer Eitelkeit zu schmeicheln, ihr in
den Weg tritt und diesem zarten Wesen eine böse Stunde machen will;
wir sehen alsdann recht gut, daß wir ihn loswerden können, sobald wir
wollen; wir entsagen ihm um so leichter, je mehr alles, was wir ihm
entziehn, zu unserm Vorteil gereicht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Dichtung und Wahrheit III)
%
Der astrologische Aberglaube ruht auf dem dunklen Gefühl eines
ungeheuren Weltganzen. Die Erfahrung spricht, daß die nächsten
Gestirne einen entschiedenen Einfluß auf Witterung, Vegetation
usw. haben, man darf nur stufenweise immer aufwärts steigen, und es
läßt sich nicht sagen, wo diese Wirkung aufhört. So darf der Mensch im
Vorgefühl seiner selbst nur immer etwas weiter schreiten und diese
Einwirkung aufs Sittliche, auf Glück und Unglück ausdehnen. Diesen und
ähnlichen Wahn möchte ich nicht einmal Aberglauben nennen, er liegt
unserer Natur so nahe, ist so leidlich und läßlich als irgendein
Glaube.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Schiller)
%
Der sogannte Aberglaube beruht auf einer viel größeren Tiefe und
Delikatesse als der Unglaube.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Riemer 12. Dez. 1806)
%
Ist es denn zuviel gesagt, daß ein gewisser Aberglaube an dämonische
Menschen niemals aufhören, ja daß zu jeder Zeit sich immer ein Lokal
finden wird, wo das problematisch Wahre, vor dem wir in der Theorie
allein Respekt haben, sich in der Ausübung mit der Lüge auf das
allerbequemste begatten kann.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Tag- und Jahreshefte 1805)
%
Wenn der Pöbel heilige Namen ausspricht, ist's Aberglaube oder
Lästerung.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Von deutscher Baukunst)
%
Man muß lernen, sich mit dem Leben abzufinden, um es ertragen zu
können und sich nicht von ihm niederschlagen zu lassen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Soret, 5. März 1830)
%
... dieses Festhalten aber am Abgeschiedenen bringt jederzeit einen
revolutionären Übergang hervor, wo das vorstrebende Neue nicht länger
zurückzudrängen, nicht zu bändigen ist, so daß es sich vom Alten
losreißt, dessen Vorzüge nicht anerkennen, dessen Vorteile nicht mehr
benutzen will.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Schriften zur Literatur - Klassiker und Romantiker in Italien)
%
Ein geliebtes Abgeschiedenes umarme ich weit ehe und inniger im
Grabhügel als im Denkmal.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wahlverwandtschaften II)
%
Die Abgeschiednen betracht' ich gern,
Stünd' ihr Verdienst auch noch so fern;
Doch mit den edlen lebendigen Neuen
Mag ich wetteifernd mich lieber freuen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Den Besten)
%
Die Menschen sind nicht nur zusammen, wenn sie beisammen
sind, auch der Entfernte, der Abgeschiedene lebt in uns.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Egmont)
%
Tadeln darf man keinen Abgeschiedenen; nicht was sie gefehlt und
gelitten, sondern was sie geleistet und getan, beschäftige die
Hinterbliebenen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Biographische Einzelheiten)
%
Nichts Abgeschmackters find' ich auf der Welt,
Als einen Teufel, der verzweifelt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I, Mephisto)
%
Am Ende hängen wir doch ab
Von Kreaturen, die wir machten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II, Laboratorium - Mephisto)
%
Der Mensch ist nicht geboren, frei zu sein,
und für den Edlen ist kein schöner Glück,
als einem Fürsten, den er ehrt, zu dienen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Torquato Tasso)
%
Die große Notwendigkeit erhebt, die kleine erniedrigt den Menschen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Riemer, Nov. 1803)
%
Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der
möglich ohne Liebe?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wahlverwandtschaften II)
%
Nun wurden wir abermals gewahr, daß man, anstatt sich der
Weichlichkeit und phantastischen Vergnügungen hinzugeben, wohl eher
Ursache habe, sich abzuhärten, um die unvermeidlichen Übel entweder zu
ertragen oder ihnen entgegen zu wirken.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Dichtung und Wahrheit I)
%
... härtet vielmehr, Gott sei Dank, ihre echten Kinder gegen die
Schmerzen und Übel ab, die sie ihnen unablässig bereitet, so daß wir
den den glücklichsten Menschen nennen können, der der stärkste wäre,
dem Übel zu entgegnen, es von sich zu weisen, und ihm zum Trutz den
Gang seines Willens zu gehen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Schriften zur Kunst)
%
Und daß sich gegen die Witterung abhärten eigentlich sei, seinen
Körper allen mannigfaltigen Veränderungen mitfühlend machen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Charlotte v. Stein, 1. Mai 1777)
%
Denn alles Vornehme ist eigentlich ablehnend.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Dichtung und Wahrheit III)
%
Man spricht vergebens viel, um zu versagen;
Der andre hört von allem nur das Nein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Iphigenie auf Tauris)
%
... ich raste nicht, bis ich einen prägnanten Punkt finde, von dem
sich vieles ableiten läßt, oder vielmehr der vieles freiwillig aus sich
hervorbringt und mir entgegenträgt, da ich denn im Bemühen und Empfangen
vorsichtig und treu zu Werke gehe.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre)
%
Alles, auch das sittlich Abnormste, bietet eine Seite dar, von wo es
als groß erscheinen kann.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu F. Weitze, 19. Aug. 1805)
%
Ein abgenötigter Widerruf bringt den Verstand in Verzweiflung.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Sprüche in Prosa - Über Naturwissenschaft II)
%
Es ist auch so viel besser, daß man freundlich abrechnet, als daß man
sich immer einander anähnlichen will, und wenn das nicht reüssiert,
einander aus dem Wege geht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Charlotte v. Stein, Febr. 1789)
%
Bei der Abreise fällt einem doch immer jedes frühere Scheiden und
auch das künftige letzte unwillkürlich in den Sinn.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Italienische Reise I, 21. Febr. 1787)
%
Sie wissen, wenn man sich zur Abreise anschickt, so finden sich am
Ende mehr Schulden und Reste abzutun, als man denken konnte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Varnhagen v. Ense, 20. Febr. 1832)
%
Die Jugend und die schöne Liebe, alles hat sein Ende.
		-- Goethe
%
Es gehört zu den traurigsten Bedingungen, unter denen wir leiden, uns
nicht allein durch den Tod, sondern auch durch das Leben von denen
getrennt zu sehen, die wir am meisten schätzen und lieben und deren
Mitwirkung uns am besten fördern könnte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Zelter, 4. Aug. 1805)
%
Es ist unmöglich, daß ein alter Freund, der, lang entfernt, ein
fremdes Leben führte, im Augenblick, da er uns wiedersieht, sich
wieder gleich wie ehmals finden soll.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Torquato Tasso II)
%
Gar freundliche Gesellschaft leistet uns ein ferner Freund, wenn
wir ihn glücklich wissen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Torquato Tasso IV)
%
Laß mein Aug den Abschied sagen,
Den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen
Und ich bin doch sonst ein Mann.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Der Abschied)
%
Viele Worte frommen nicht den Scheidenden.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Elpenor)
%
Wer von der Schönen zu scheiden verdammt ist,
Fliehe mit abgewendetem Blick!
Wenn er, sie schauend, im Tiefsten entflammt ist,
Zieht sie, ach! reißt sie ihn ewig zurück!
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Pandora, Epimetheus)
%
Wie tröstlich ist es, einem Freunde, der auf eine kurze Zeit verreisen
will, ein klein Geschenk zu geben, sei es nur ein neuer Mantel oder
eine Waffe!
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Torquato Tasso V)
%
... hat mich die Erfahrung gelehrt, daß man, besonders in
Deutschland, vergebens Mehrere zu einer Absicht zusammenruft.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an F. L. Passow, 20. Okt. 1811)
%
Kluge Leute merken die Absicht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Hermann und Dorothea)
%
Nicht jede Absicht ist offenbar, und manches Mannes Absicht ist zu
mißdeuten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Egmont)
%
So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Tasso II)
%
Wer aus großen Absichten fehlgreift, handelt immer lobenswürdiger, als
wer dasjenige tut, was nur kleinen Absichten gemäß ist. Man kann auf
dem rechten Wege irren und auf dem falschen recht gehen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Aufgeregten)
%
Das Absolute steht noch über dem Vernünftigen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu F. v. Müller, 20. Juni 1827)
%
Die Heilige Schrift redet allerdings nur von einem Menschenpaare, das
Gott am sechsten Tage erschaffen. allein die begabten Männer, welche
das Wort Gottes aufzeichneten, das uns die Bibel überliefert, hatten
es zunächst mit ihrem auserwählten Volke zu tun, und so wollen wir
auch diesem die Ehre seiner Abstammung von Adam keineswegs streitig
machen. Wir andern aber, sowie auch die Neger und Lappländer, und
schlanke Menschen, die schöner sind als wir alle, hatten gewiß auch
andere Urväter ...
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann, 7. Okt. 1828)
%
Es ist eine eigene Sache, schon durch die Geburt auf einen erhabenen
Platz in der menschlichen Gesellschaft gesetzt zu sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Lehrjahre)
%
Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Iphigenie I)
%
... das den meisten Menschen Abstruse mit einer gewissen behaglichen
Freiheit vorzutragen, wirkt immer vorteilhaft.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Ch. L. F. Schultz, 5. Sept. 1822)
%
Der Mensch ist so geneigt, sich mit dem Gemeinsten abzugeben.  Geist
und Sinne stumpfen sich so leicht gegen die Eindrücke des Schönen und
Vollkommenen ab, daß man die Fähigkeit, es zu empfinden, bei sich auf
alle Weise erhalten sollte. Denn einen solchen Genuß kann niemand ganz
entbehren, und nur die Ungewohntheit, etwas Gutes zu genießen, ist
Ursache, daß viele Menschen schon am Albernen und Abgeschmackten, wenn
es nur neu ist, Vergnügen finden.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Lehrjahre V)
%
Denn bei der größten Wahrheitsliebe kommt derjenige, der vom absurden
Rechenschaft geben soll, immer ins Gedränge: er will einen Begriff
davon überliefern, und so macht er es schon zu etwas, da es eigentlich
ein Nichts ist, welches für etwas gehalten sein will.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Italienische Reise II, 9. April 1787)
%
Nichts schrecklicher kann den Menschen geschehn
Als das absurde verkörpert zu sehn.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien)
%
Über das absurde schreit jedermann auf und freut sich, etwas so tief
unter sich zu sehen. Über das Mittelmäßige erhebt man sich mit
Behaglichkeit.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Schiller, 4. Sept. 1799)
%
Was hast du uns absurd genannt!
absurd allein ist der Pedant.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien)
%
Wenn der Jüngling absurd ist,
Fällt er darüber in lange Pein;
Der Alte soll nicht absurd sein,
Weil das Leben ihm kurz ist.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien)
%
Abwechslung ohne Zerstreuung wäre für Lehre und Leben der schönste
Wahlspruch, wenn dieses löbliche Gleichgewicht nur so leicht zu
erhalten wäre!
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wahlverwandtschaften II)
%
Macht man nicht gern eine entfernte Spazierfahrt, um einen Kaffee zu
trinken, einen Fisch zu genießen, der uns zu Hause nicht so gut
geschmeckt hätte? Wir verlangen Abwechslung und fremde Gegenstände.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wahlverwandtschaften I)
%
Der Abwesende ist eine ideale Person; die Gegenwärtigen kommen sich
einander ganz trivial vor.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Zelter, 19. Okt. 1829)
%
Die Abwesenden sind wie die Toten fern und ohne Gewalt, deswegen man
auch Gutes von ihnen reden soll.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Charlotte v. Stein, 9. Nov. 1778)
%
Denn wenn man in einer stillen Geschäftigkeit fortlebt, und nur mit
dem nächsten und alltäglichen zu tun hat, so verliert man die
Empfindung des Abwesenden, man kann sich kaum überreden, daß im Fernen
unser Andenken noch fortwährt, und daß gewisse Töne voriger Zeit
nachklingen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Jenny v. Voigts, 21. Juni 1781)
%
Der Tod des Achill scheint mir ein herrlich tragischer Stoff..
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Schiller, 23. Dez. 1797)
%
Der Achse wird mancher Stoß versetzt,
Sie rührt sich nicht - und bricht zuletzt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien)
%
Könnten wir, ohne ängstlich zu werden, auf uns acht geben, was in
unserm komplizierten bürgerlichen und geselligen Leben auf uns günstig
oder ungünstig wirkt, und möchten wir das, was uns als Genuß freilich
behaglich ist, um der übeln Folgen willen unterlassen, so würden wir
gar manche Unbequemlichkeit, die uns bei sonst gesunden Konstitutionen
oft mehr als eine Krankheit selbst quält, leicht zu entfernen wissen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Dichtung und Wahrheit II)
%
Aber man gelangt gar bald auf dem Wege der Berühmtheit zur
Geringachtung derselben.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (A. G. v. Stroganoff, 1825-1830)
%
Wir sind nur insofern zu achten, als wir zu schätzen wissen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Lehrjahre)
%
Adam [als Modell für einen Bildhauer], der schönste Mann, so
vollkommen, wie man sich ihn nur zu denken fähig ist. Er mag die eine
Hand auf einen Spaten legen, als ein Symbol, daß der Mensch berufen
sei, die Erde zu [be]bauen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann, 1830)
%
Adel ist ein Gepräge, das sich durch kein Inkognito verbergen läßt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann, 1832)
%
Sie scheinen mir aus einem edlen Haus:
Sie sehen stolz und unzufrieden aus.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I)
%
Wer sich mit der Administration abgibt, ohne regierender Herr zu sein,
der muß entweder ein Philister oder ein Schelm oder ein Narr sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Charlotte v. Stein, 1786)
%
Advokat, daß heißt, einer, der aus jeder Sache etwas zu machen weiß?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu F. J. Frommann, 1827)
%
Leider ruht auf dem, was Advokatenhände berühren, so leicht ein
Fluch.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Zelter, 1803)
%
Dieweil nun Affe, Mensch und Kind
Zur Nachahmung geboren sind.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Parabel)
%
Goethe haßte die Affektation. Er saß einmal bei einer Mittagstafel
zwischen zwei Fräuleins vom Lande. Das eine war sehr ästhetisch, das
andere geradezu prosaisch. Das ästhetische hatte ihn lange mit
närrischen Entzückungen und sublimen Affektionen ermüdet. Als eine
Ananas gegessen wurde, rief es: Ach, ach [...], so eine Ananas riecht
doch ganz göttlich! Hm. sagte Johann Wolfgang von Goethe (woher wissen Sie denn)
eigentlich, wie die Götter riechen? Die andere fragte er darauf:
Wieviel Kühe hat Ihr Vater?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu A. Oehlenschläger, 1806)
%
Wer fühlt nicht einiges Behagen beim Eintreffen einer Ahnung, selbst
einer traurigen?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Dichtung und Wahrheit)
%
Der nur verdient geheimsnisvolle Weihe,
Der ihr durch Ahnung vorzugreifen weiß.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Die natürliche Tochter)
%
Ich bin nicht abergläubisch ... und gebe nichts auf diese dunklen
Anregungen [Ahnungen], insofern sie nur solche wären; aber es sind
meistenteils unbewußte Erinnerungen glücklicher und unglücklicher
Folgen, die wir an eigenen oder fremden Handlungen erlebt haben.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wahlverwandtschaften)
%
Akademie ist Akademie, Bohlheim Berlin oder Paris, wo die satten
Herren sitzen, die Zähne stochern und nicht begreifen, warum kein Koch
was bereiten kann, das ihnen behage.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an F. H. Jacobi, 1774)
%
Dann gabs ein Gerede, man weiß nicht wie:
Das nennt man eine Akademie.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Parabolisch)
%
Jede der deutschen Akademien hat eine besondere Gestalt; denn weil in
unserem Vaterlande keine allgemeine Bildung durchdringen kann, so
beharrt jeder Ort auf seiner Art und Weise und treibt seine
charakteristischen Eigenheiten bis auf Letzte.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Dichtung und Wahrheit)
%
Überall treibt man auf Akademien viel zu viel, und gar zu viel
Unnützes. Auch dehnen die einzelnen Lehrer ihre Fächer zu weit aus,
bei weitem über die Bedürfnisse der Hörer. [...] Wer klug ist, lehnet
daher alle zerstreuende Anforderungen ab und beschränkt sich auf ein
Fach und wird tüchtig in einem.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann, 1824)
%
Was ist der Akademiker anders, als ein eingelerntes und angeeignetes
Glied einer großen Vereinigung?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Zelter, 1832)
%
Die Geschäftsleute bedenken nicht, daß Akten, vom lateinischen Acta
hergeleitet, so viel heißt als Getanes, und daß also darin keineswegs
eingeheftet werden dürfe, was man tun werde oder wolle.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Zelter, 1811)
%
Doch liegt, ich darf es wohl berühren,
In Staub von Akten und Papieren
Gar wunderbare Zauberkraft,
Zu sänftigen die Leidenschaft.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Nachspiel zu Ifflands Hagestolzen)
%
Es ist kein sichrer Mittel, die Welt für Narrn zu halten, als sich
albern zu stellen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Tagebuch, 1775)
%
Betrachtet man die Alchemie überhaupt, so findet man an ihr dieselbe
Entstehung, wie wir [...] bei anderer Art Aberglauben bemerkt
haben. Es ist der Mißbrauch des Echten und Wahren, ein Sprung von der
Idee, vom Möglichen, zur Wirklichkeit, eine falsche Anwendung echter
Gefühle, ein lügenhaftes Zusagen, wodurch unsern liebsten Hoffnungen
und Wünschen geschmeichelt wird.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Geschichte der Farbenlehre)
%
In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust)
%
Was bin ich denn gegen das All?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wanderjahre)
%
Es ist nicht gut, daß der Mensch alleine sei, und besonders nicht, daß
er alleine arbeite; vielmehr bedarf er der Teilnahme und Anregung,
wenn etwas gelingen soll.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Eckermann, 1830)
%
Im Kleinen ist man nicht allein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I)
%
Man sollte nicht so lange allein bleiben, man versenkt sich in gewisse
Interessen, die den ganzen Geist einnehmen, und wenn man in die Welt,
ja zu Freunden kommt, so sieht man, daß außen keine Spur vorhanden ist
von dem, was uns innerlich beschäftigt, und daß man sein Eigenstes
gerade am wenigsten anknüpfen kann.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Charlotte v. Stein, 1802)
%
Mir gäb es keine größre Pein,
Wär ich im Paradies allein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Sitz ich allein,
Wo kann ich besser sein?
Meinen Wein
Trink ich allein,
Niemand setzt mir Schranken,
Ich hab so meine Gedanken.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Ältere Bekanntschaften und Freundschaften haben vor neuen
hauptsächlich das voraus, dass man sich einander schon viel
verziehen hat.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Man sagt immer was Dummes, wenn man was Allgemeines oder was künftig
zu Tuendes sagt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Lavater, 1777)
%
Jeder Charakter, so eigentümlich er sein möge, und jedes
Darzustellende, vom Stein herauf bis zum Menschen, hat Allgemeinheit;
denn alles wiederholt sich, und es gibt kein Ding in der Welt, das nur
einmal da wäre.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann, 1823)
%
Wer jedoch das Allgemeine zum Grund legt, wird sich nicht leicht einer
Anzahl wünschenwerter Schüler zu erfreuen haben.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Tag- und Jahreshefte 1805)
%
Doch man bewirkt das Wunderbare nicht auf alltägliche Weise.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Was wir bringen)
%
Allwissend bin ich nicht;
doch viel ist mir bewußt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I / Mephisto)
%
Alt wird man wohl, wer aber klug?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II / Mephisto)
%
Bedenkt: Der Teufel, der ist alt;
So werdet alt, ihn zu verstehn.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II / Mephisto)
%
Eben, wenn man alt ist, muß man zeigen, daß man noch Lust zu leben hat.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Was wir bringen)
%
Ich würde Sie dringender einladen, wenn ich mir nicht allzusehr bewußt
wäre, daß wir in dem Herbst und Winter des Lebens starrer und
schroffer werden als billig ist: die Wirkung dieser Eigenschaften wird
durch guten Willen, am besten aber durch Entfernung gemildert.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Christian Schlosser, 1813)
%
Keine Kunst ist's, alt zu werden, es ist Kunst, es zu ertragen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien)
%
Wenn man alt ist, denkt man über die weltlichen Dinge anders, als da man
jung war.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann)
%
Wenn man fühlt, daß man mit den Jahren vielleicht an Übersicht und
Geschmack gewonnen hat, so glaubt man einigen Ersatz zu sehen, wenn
sich Energie und Fülle nach und nach verlieren.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (an Carl von Knebel, 1799)
%
Wer lange lebt, hat viel erfahren,
Nichts Neues kann für ihn
auf dieser Welt geschehn.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust II / Mephisto)
%
Des Kindes Hoffnung ist der Jüngling, des Jünglings der Mann.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Egmont)
%
Immer ist der Mann ein junger Mann, der einem jungen Weibe wohl
gefällt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Nausikaa)
%
Was Alte lustig sungen,
Das zwitschern muntre Jungen;
Was tüchtige Herren taten,
Wird Knechten auch geraten;
Was einer kühn geleistet,
Gar mancher sich erdreistet.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien)
%
Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern,
Und hüte mich, mit ihm zu brechen.
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I)
%
Wie aber den Frauen der Augenblick, wo ihre bisher unbestrittene
Schönheit zweifelhaft werden will, höchst peinlich ist, so wird den
Männern in gewissen Jahren, obgleich noch in völligem Vigor, das
leiseste Gefühl einer unzulänglichen Kraft äußerst unangenehm.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wanderjahre)
%
Zahnreihen aber, junge, neidlos anzusehn,
Das ist die größte Prüfung mein, des Alten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Zahme Xenien)
%
Verlang ich Rat von einem alten Weibe?
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I / Faust)
%
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Erlkönig)
%
Ein unnütz Leben ist ein früher Tod.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Iphigenie)
%
Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort der Frauen weit geführt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Iphigenie)
%
Du sprichst ein großes Wort gelassen aus.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Iphigenie)
%
Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Iphigenie)
%
Ein edler Mensch zieht edle Menschen an und weiß sie festzuhalten.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Torquato Tasso)
%
Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wilhelm Meister)
%
Wer sich der Einsamkeit ergibt, ach! der ist bald allein!
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Wilhelm Meister)
%
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I)
%
Dummes Zeug kann man viel reden
Kann es auch schreiben.
Wird weder Leib noch Seele töten.
Es wird alles beim Alten bleiben.

Dummes aber vors Auge gestellt
Hat ein magisches Recht.
Weil es die Sinne gefesselt hält,
bleibt der Geist ein Knecht.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Faust I)
%
Einem bejahrten Manne verdachte man, daß er sich noch um junge
Frauenzimmer bemühte. "Es ist das einzige Mittel", versetzte er, "sich
zu verjüngen, und das will doch jedermann."
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Maximen und Reflexionen)
%
Man schont die Alten, wie man die Kinder schont.
		-- Johann Wolfgang von Goethe (Maximen und Reflexionen)
%
Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Wenn wir bewahren wollen, was wir haben, werden wir vieles ändern müssen.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
%
Das Höchste, was wir von Gott und der Natur erhalten haben, ist
das Leben, die rotierende Bewegung der Monas um sich selbst, welche
weder Rast noch Ruhe kennt; der Trieb, das Leben zu hegen und zu
pflegen, ist einem jeden unverwüstlich eingeboren, die
Eigentümlichkeit desselben jedoch bleibt uns und andern ein Geheimnis.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1
%
Die zweite Gunst der von oben wirkenden Wesen ist das Erlebte, das
Gewahrwerden, das Eingreifen der lebendig-beweglichen Monas in die
Umgebungen der Außenwelt, wodurch sie sich erst selbst als innerlich
Grenzenloses, als äußerlich Begrenztes gewahr wird. Über dieses
Erlebte können wir, obgleich Anlage, Aufmerksamkeit und Glück dazu
gehört, in uns selbst klar werden; andern bleibt aber auch dies immer
ein Geheimnis.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 2
%
Als Drittes entwickelt sich nun dasjenige, was wir als Handlung
und Tat, als Wort und Schrift gegen die Außenwelt richten; dieses
gehört derselben mehr an als uns selbst, sowie sie sich darüber auch
eher verständigen kann, als wir es selbst vermögen; jedoch fühlt sie,
dass sie, um recht klar darüber zu werden, auch von unserm Erlebten
soviel als möglich zu erfahren habe. Weshalb man auch auf
Jugendanfänge, Stufen der Bildung, Lebenseinzelheiten, Anekdoten und
dergleichen höchst begierig ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 3
%
Dieser Wirkung nach außen folgt unmittelbar eine Rückwirkung, es
sei nun, dass Liebe uns zu fördern suche oder Hass uns zu hindern
wisse. Dieser Konflikt bleibt sich im Leben ziemlich gleich, indem ja
der Mensch sich gleich bleibt und ebenso alles dasjenige, was
Zuneigung oder Abneigung an seiner Art zu sein empfinden muss.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 4
%
Was Freunde mit und für uns tun, ist auch ein Erlebtes; denn es
stärkt und fördert unsere Persönlichkeit. Was Feinde gegen uns
unternehmen, erleben wir nicht, wir erfahren's nur, lehnen's ab und
schützen und dagegen wie gegen Frost, Sturm, Regen und Schloßenwetter
oder sonst äußere Übel, die zu erwarten sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 5
%
Man mag nicht mit jedem leben, und so kann man auch nicht für
jeden leben; wer das recht einsieht, wird seine Freunde höchlich zu
schätzen wissen, seine Feinde nicht hassen noch verfolgen, vielmehr
erlangt der Mensch nicht leicht einen größeren Vorteil, als wenn er
die Vorzüge seiner Widersacher gewahr werden kann: Dies gibt ihm ein
entschiedenes Übergewicht über sie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 6
%
Gehen wir in die Geschichte zurück, so finden wir überall
Persönlichkeiten, mit denen wir uns vertrügen, andere, mit denen wir
uns gewiss in Widerstreit befänden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 7
%
Das Wichtigste bleibt jedoch das Gleichzeitige, weil es sich in
uns am reinsten abspiegelt, wir uns in ihm.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 8
%
Cato ward in seinem Alter gerichtlich angeklagt, da er denn in
seiner Verteidigungsrede hauptsächlich hervorhob, man könne sich vor
niemand verteidigen, als vor denen, mit denen man gelebt habe. Und er
hat vollkommen recht: Wie will eine Jury aus Prämissen urteilen, die
ihr ganz abgehen? Wie will sie sich über Motive beraten, die schon
längst hinter ihr liegen?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 9
%
Das Erlebte weiß jeder zu schätzen, am meisten der Denkende und
Nachsinnende im Alter; er fühlt mit Zuversicht und Behaglichkeit,
dass ihm das niemand rauben kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 10
%
So ruhen meine Naturstudien auf der reinen Basis des Erlebten;
wer kann mir nehmen, dass ich 1749 geboren bin, dass ich (um vieles
zu überspringen) mich aus Erxlebens "Naturlehre" erster Ausgabe
treulich unterrichtet, dass ich den Zuwachs der übrigen Editionen,
die sich durch Lichtenbergs Aufmerksamkeit grenzenlos anhäuften,
nicht etwa im Druck zuerst gesehen, sondern jede neue Entdeckung im
Fortschreiten sogleich vernommen und erfahren; dass ich, Schritt für
Schritt folgend, die großen Entdeckungen der zweiten Hälfte des
achtzehnten Jahrhunderts bis auf den heutigen Tag wie einen
Wunderstern nach dem andern vor mir aufgehen sehe? Wer kann mir die
heimliche Freude nehmen, wenn ich mir bewusst bin, durch
fortwährendes aufmerksames Bestreben mancher großen Welt
überraschenden Entdeckung selbst so nahe gekommen zu sein, dass ihre
Erscheinung gleichsam aus meinem eignen Innern hervorbrach und ich
nun die wenigen Schritte klar vor mir liegen sah, welche zu wagen ich
in düsterer Forschung versäumt hatte?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 11
%
Wer die Entdeckung der Luftballone mit erlebt hat, wird ein
Zeugnis geben, welche Weltbewegung daraus entstand, welcher Anteil
die Luftschiffer begleitete, welche Sehnsucht in so viel tausend
Gemütern hervordrang, an solchen längst vorausgesetzten,
vorausgesagten, immer geglaubten und immer unglaublichen,
gefahrvollen Wanderungen teilzunehmen; wie frisch und umständlich
jeder einzelne glückliche Versuch die Zeitungen füllte, zu
Tagesheften und Kupfern Anlass gab; welchen zarten Anteil man an den
unglücklichen Opfern solcher Versuche genommen. Dies ist unmöglich
selbst in der Erinnerung wiederherzustellen, so wenig als wie lebhaft
man sich für einen vor dreißig Jahren ausgebrochenen, höchst
bedeutenden Krieg interessierte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 12
%
Die schönste Metempsychose ist die, wenn wir uns im andern wieder
auftreten sehn.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 13
%
Professor Zaupers "Deutsche Poetik aus Goethe" sowie der Nachtrag
zu derselben, Wien 1822, darf dem Dichter wohl einen angenehmen
Eindruck machen; es ist ihm, als wenn er an Spiegeln vorbeiginge und
sich im günstigen Lichte dargestellt erblickte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 14
%
Und wäre es denn anders? Was der junge Freund an uns erlebt, ist
ja gerade Handlung und Tat, Wort und Schrift, die von uns in
glücklichen Momenten ausgegangen sind, zu denen wir uns immer gern
bekennen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 15
%
Gar selten tun wir uns selbst genug, desto tröstender ist es,
andern genug getan zu haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 16
%
Wir sehen in unser Leben doch nur als in ein zerstückeltes
zurück, weil das Versäumte, Misslungene uns immer zuerst
entgegentritt und das Geleistete, Erreichte in der Einbildungskraft
überwiegt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 17
%
Davon kommt dem teilnehmenden Jüngling nichts zur Erscheinung; er
sieht, genießt, benutzt die Jugend eines Vorfahren und erbaut sich
selbst daran aus dem Innersten heraus, als wenn er schon einmal
gewesen wäre, was er ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 18
%
Auf ähnliche, ja, gleiche Weise erfreuen mich die mannigfaltigen
Anklänge, die aus fremden Ländern zu mir gelangen. Fremde Nationen
lernen erst später unsere Jugendarbeiten kennen; ihre Jünglinge, ihre
Männer, strebend und tätig, sehen ihr Bild in unserm Spiegel, sie
erfahren, dass wir das, was sie wollen, auch wollten, ziehen uns in
ihre Gemeinschaft und täuschen mit dem Schein einer rückkehrenden
Jugend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 19
%
Die Wissenschaft wird dadurch sehr zurückgehalten, dass man sich
abgibt mit dem, was nicht wissenswert, und mit dem, was nicht wissbar
ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 20
%
Die höhere Empirie verhält sich nur Natur wie der
Menschenverstand zum praktischen Leben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 21
%
Vor den Urphänomenen, wenn sie unseren Sinnen enthüllt
erscheinen, fühlen wir eine Art von Scheu, bis zur Angst. Die
sinnlichen Menschen retten sich ins Erstaunen; geschwind aber kommt
der tätige Kuppler Verstand und will auf seine Weise das Edelste mit
dem Gemeinsten vermitteln.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 22
%
Die wahre Vermittlerin ist die Kunst. Über Kunst sprechen heißt
die Vermittlerin vermitteln wollen, und doch ist uns daher viel
Köstliches erfolgt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 23
%
Es ist mit den Ableitungsgründen wie mit den Einteilungsgründen,
sie müssen durchgehen, oder es ist gar nichts dran.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 24
%
Auch in Wissenschaften kann man eigentlich nichts wissen, es will
immer getan sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 25
%
Alles wahre Aperçu kommt aus einer Folge und bringt Folge. Es ist
ein Mittelglied einer großen, produktiv aufsteigenden Kette.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 26
%
Die Wissenschaft hilft uns vor allem, dass sie das Staunen, wozu
wir von Natur berufen sind, einigermaßen erleichtere; sodann aber,
dass sie dem immer gesteigerten Leben neue Fertigkeiten erwecke zu
Abwendung des Schädlichen und Einleitung des Nutzbaren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 27
%
Man klagt über wissenschaftliche Akademien, dass sie nicht frisch
genug ins Leben eingreifen; das liegt aber nicht an ihnen, sondern an
der Art, die Wissenschaften zu behandeln, überhaupt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 28
%
Alles Gescheite ist schon gedacht worden; man muss nur versuchen,
es noch einmal zu denken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 29
%
Wie kann man sich selbst kennen lernen? Durch Betrachten niemals,
wohl aber durch Handeln. Versuche, deine Pflicht zu tun, und du weißt
gleich, was an dir ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 30
%
Was aber ist deine Pflicht? Die Forderung des Tages.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 31
%
"Die vernünftige Welt ist als ein großes unsterbliches Individuum
zu betrachten, das unaufhaltsam das Notwendige bewirkt und dadurch
sich sogar über das Zufällige zum Herrn macht."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 32
%
Mir wird, je länger ich lebe, immer verdrießlicher, wenn ich den
Menschen sehe, der eigentlich auf seiner höchsten Stelle da ist, um
der Natur zu gebieten, um sich und die Seinigen von der gewalttätigen
Notwendigkeit zu befreien; wenn ich sehe, wie er aus irgendeinem
vorgefassten falschen Begriff gerade das Gegenteil tut von dem, was
er will, und sich alsdann, weil die Anlage im ganzen verdorben ist,
im einzelnen kümmerlich herumpfuscht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 33
%
Tüchtiger, tätiger Mann, verdiene dir und erwarte:
von den Großen - Gnade,
von den Mächtigen - Gunst,
von den Tätigen und Guten - Förderung,
von der Menge - Neigung,
von dem einzelnen - Liebe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 34
%
Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist; weiß
ich, womit du dich beschäftigst, so weiß ich, was aus dir werden kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 35
%
Jeder Mensch muss nach seiner Weise denken: Denn er findet auf
seinem Wege immer ein Wahres oder eine Art von Wahrem, die ihm durchs
Leben hilft. Nur darf er sich nicht gehen lassen: Er muss sich
kontrollieren; der bloße nackte Instinkt geziemt nicht dem Menschen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 36
%
Unbedingte Tätigkeit, von welcher Art sie sei, macht zuletzt
bankrott.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 37
%
In den Werken des Menschen wie in denen der Natur sind eigentlich
die Absichten vorzüglich der Aufmerksamkeit wert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 38
%
Die Menschen werden an sich und andern irre, weil sie die Mittel
als Zweck behandeln, da denn vor lauter Tätigkeit gar nichts
geschieht oder vielleicht gar das Widerwärtige.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 39
%
Was wir ausdenken, was wir vornehmen, sollte schon vollkommen so
rein und schön sein, dass die Welt nur daran zu verderben hätte; wir
blieben dadurch in dem Vorteil, das Verschobene zurechtzurücken, das
Zerstörte wiederherzustellen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 40
%
Ganze, Halb- und Viertelsirrtümer sind gar schwer und mühsam
zurechtzulegen, zu sichten und das Wahre daran dahin zu stellen,
wohin es gehört.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 41
%
Es ist nicht immer nötig, dass das Wahre sich verkörpere: Schon
genug, wenn es geistig umherschwebt und Übereinstimmung bewirkt, wenn
es wie Glockenton ernst-freundlich durch die Lüfte wogt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 42
%
Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Weg,
entsetzliches Unglück anzurichten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 43
%
"Blasen ist nicht flöten; ihr müsst die Finger bewegen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 44
%
Die Botaniker haben eine Pflanzenabteilung, die sie Incompletae
nennen; man kann eben auch sagen, dass es inkomplette, unvollständige
Menschen gibt. Es sind diejenigen, deren Sehnsucht und Streben mit
ihrem Tun und Leisten nicht proportioniert ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 45
%
Der geringste Mensch kann komplett sein, wenn er sich innerhalb
der Grenzen seiner Fähigkeit und Fertigkeiten bewegt; aber selbst
schöne Vorzüge werden verdunkelt, aufgehoben und vernichtet, wenn
jenes unerlässlich geforderte Ebenmaß abgeht. Dieses Unheil wird sich
in der neuern Zeit noch öfter hervortun; denn wer wird wohl den
Forderungen einer durchaus gesteigerten Gegenwart, und zwar in
schnellster Bewegung, genugtun können?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 46
%
Nur klugtätige Menschen, die ihre Kräfte kennen und sie mit Maß
und Gescheitigkeit benutzen, werden es im Weltwesen weit bringen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 47
%
Ein großer Fehler, dass man sich mehr dünkt, als man ist, und
sich weniger schätzt, als man wert ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 48
%
Es begegnet mir von Zeit zu Zeit ein Jüngling, an dem ich nichts
verändert noch gebessert wünschte; nur macht mir bange, dass ich
manchen vollkommen geeignet sehe, im Zeitstrom mit fort zu schwimmen;
und hier ist's, wo ich immerfort aufmerksam machen möchte, dass dem
Menschen in seinem zerbrechlichen Kahn eben deshalb das Ruder in die
Hand gegeben ist, damit er nicht der Willkür der Wellen, sondern dem
Willen seiner Einsicht Folge leiste.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 49
%
Wie soll nun aber ein junger Mann für sich selbst dahin gelangen,
dasjenige für tadelnswert und schädlich anzusehen, was jedermann
treibt, billigt und fördert? Warum soll er sich nicht und sein
Naturell auch dahin gehen lassen?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 50
%
Für das größte Unheil unserer Zeit, die nichts reif werden lässt,
muss sich halten, dass man im nächsten Augenblick den vorhergehenden
verspeist, den Tag im Tage vertut und so immer aus der Hand in den
Mund lebt, ohne irgendetwas vor sich zu bringen. Haben wir doch schon
Blätter für sämtliche Tagezeiten! Ein guter Kopf könnte wohl noch
eins und das andere interkalieren. Dadurch wird alles, was ein jeder
tut, treibt, dichtet, ja, was er vorhat, ins Öffentliche geschleppt.
Niemand darf sich freuen oder leiden, als zum Zeitvertreib der
übrigen, und so springt's von Haus zu Haus, von Stadt zu Stadt, von
Reich zu Reich und zuletzt von Weltteil zu Weltteil, alles
veloziferisch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 51
%
So wenig nun die Dampfmaschinen zu dämpfen sind, so wenig ist
dies auch im Sittlichen möglich; die Lebhaftigkeit des Handels, das
Durchrauschen des Papiergelds, das Anschwellen der Schulden, um
Schulden zu bezahlen, das alles sind die ungeheuern Elemente, auf die
gegenwärtig ein junger Mann gesetzt ist. Wohl ihm, wenn er von der
Natur mit mäßigem, ruhigem Sinn begabt ist, um weder
unverhältnismäßige Forderungen an die Welt zu machen, noch auch von
ihr sich bestimmen zu lassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 52
%
Aber in einem jeden Kreis bedroht ihn der Tagesgeist, und nichts
ist nötiger, als früh genug ihm die Richtung bemerklich zu machen,
wohin sein Wille zu steuern hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 53
%
Die Bedeutsamkeit der unschuldigsten Reden und Handlungen wächst
mit den Jahren, und wen ich länger um mich sehe, den suche ich
immerfort aufmerksam zu machen, welch ein Unterschied stattfinde
zwischen Aufrichtigkeit, Vertrauen und Indiskretion, ja, dass
eigentlich kein Unterschied sei, vielmehr nur ein leiser Übergang vom
Unverfänglichsten zum Schädlichsten, welcher bemerkt oder vielmehr
empfunden werden müsse.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 54
%
Hierauf haben wir unsern Takt zu üben, sonst laufen wir Gefahr,
auf dem Weg, worauf wir uns die Gunst der Menschen erwarben, sie ganz
unversehens wieder zu verscherzen. Das begreift man wohl im Lauf des
Lebens von selbst, aber erst nach bezahltem teuren Lehrgeld, das man
leider seinen Nachkommenden nicht ersparen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 55
%
Wahrheitsliebe zeigt sich darin, dass man überall das Gute zu
finden und zu schätzen weiß.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 56
%
Ein historisches Menschengefühl heißt ein dergestalt gebildetes,
dass es bei Schätzung gleichzeitiger Verdienste und
Verdienstlichkeiten auch die Vergangenheit mit in Anschlag bringt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 57
%
Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der
Enthusiasmus, den sie erregt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 58
%
Eigentümlichkeit ruft Eigentümlichkeit hervor.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 59
%
Man muss bedenken, dass unter den Menschen gar viele sind, die
doch auch etwas Bedeutendes sagen wollen, ohne produktiv zu sein, und
da kommen die wunderlichsten Dinge an den Tag.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 60
%
Tief und ernstlich denkende Menschen haben gegen das Publikum
einen bösen Stand.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 61
%
Wenn ich die Meinung eines andern anhören soll, so muss sie
positiv ausgesprochen werden, Problematisches hab' ich in mir selbst
genug.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 62
%
Der Aberglaube gehört zum Wesen des Menschen und flüchtet sich,
wenn man ihn ganz und gar zu verdrängen denkt, in die wunderlichsten
Ecken und Winkel, von wo er auf einmal, wenn er einigermaßen sicher
zu sein glaubt, wieder hervortritt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 63
%
Wir würden gar vieles besser kennen, wenn wir es nicht zu genau
erkennen wollten. Wird uns doch ein Gegenstand unter einem Winkel von
fünfundvierzig Graden erst fasslich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 64
%
Mikroskope und Fernröhre verwirren eigentlich den reinen
Menschensinn.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 65
%
Ich schweige zu vielem still, denn ich mag die Menschen nicht
irremachen und bin wohl zufrieden, wenn sie sich freuen, da, wo ich
mich ärgere.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 66
%
Alles, was unsern Geist befreit, ohne uns die Herrschaft über uns
selbst zu geben, ist verderblich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 67
%
Man ist nur eigentlich lebendig, wenn man sich des Wohlwollens
anderer freut.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 68
%
Frömmigkeit ist kein Zweck, sondern ein Mittel, um durch die
reinste Gemütsruhe zur höchsten Kultur zu gelangen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 69
%
Deswegen lässt sich bemerken, dass diejenigen, welche Frömmigkeit
als Zweck und Ziel aufstecken, meistens Heuchler werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 70
%
Wenn man alt ist, muss man mehr tun, als da man jung war.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 71
%
Erfüllte Pflicht empfindet sich immer noch als Schuld, weil man
sich nie ganz genug getan.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 72
%
Die Mängel erkennt nur der Lieblose; deshalb, um sie einzusehen,
muss man auch lieblos werden, aber nicht mehr, als hiezu nötig ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 73
%
Das höchste Glück ist das, welches unsere Mängel verbessert und
unsere Fehler ausgleicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 74
%
Kannst du lesen, so sollst du verstehen; kannst du schreiben, so
musst du etwas wissen; kannst du glauben, so sollst du begreifen;
wenn du begehrst, wirst du sollen; wenn du forderst, wirst du nicht
erlangen; und wenn du erfahren bist, sollst du nutzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 75
%
Man erkennt niemand an als den, der uns nutzt. Wir erkennen den
Fürsten an, weil wir unter seiner Firma den Besitz gesichert sehen.
Wir gewärtigen uns von ihm Schutz gegen äußere und innere
widerwärtige Verhältnisse.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 76
%
Der Bach ist dem Müller befreundet, dem er nutzt, und er stürzt
gern über die Räder; was hilft es ihm, gleichgültig durchs Tal
hinzuschleichen?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 77
%
Wer sich mit reiner Erfahrung begnügt und darnach handelt, der
hat Wahres genug. Das heranwachsende Kind ist weise in diesem Sinne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 78
%
Die Theorie an und für sich ist nichts nütze, als insofern sie
uns an den Zusammenhang der Erscheinungen glauben macht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 79
%
Alles Abstrakte wird durch Anwendung dem Menschenverstand
genähert, und so gelangt der Menschenverstand durch Handeln und
Beobachten zur Abstraktion.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 80
%
Wer zu viel verlangt, wer sich am Verwickelten erfreut, der ist
den Verirrungen ausgesetzt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 81
%
Nach Analogien denken, ist nicht zu schelten: Die Analogie hat
den Vorteil, dass sie nicht abschließt und eigentlich nichts Letztes
will; dagegen die Induktion verderblich ist, die einen vorgesetzten
Zweck im Auge trägt und, auf denselben losarbeitend, Falsches und
Wahres mit sich fortreißt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 82
%
Gewöhnliches Anschauen, richtige Ansicht der irdischen Dinge ist
ein Erbteil des allgemeinen Menschenverstandes; reines Anschauen des
Äußern und Innern ist sehr selten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 83
%
Es äußert sich jenes im praktischen Sinn, im unmittelbaren
Handeln; dieses symbolisch, vorzüglich durch Mathematik, in Zahlen
und Formeln, durch Rede, uranfänglich, tropisch, als Poesie des
Genies, als Sprichwörtlichkeit des Menschenverstandes.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 84
%
Das Abwesende wirkt auf uns durch Überlieferung. Die gewöhnliche
ist historisch zu nennen; eine höhere, der Einbildungskraft
verwandte, ist mythisch. Sucht man hinter dieser noch etwas Drittes,
irgendeine Bedeutung, so verwandelt sie sich in Mystik. Auch wird sie
leicht sentimental, so dass wir uns nur, was gemütlich ist, aneignen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 85
%
Die Wirksamkeiten, auf die wir achten müssen, wenn wir wahrhaft
gefördert sein wollen, sind:
            vorbereitende,
            begleitende,
            mitwirkende,
            nachhelfende,
            fördernde,
            verstärkende,
            hindernde,
            nachwirkende.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 86
%
Im Betrachten wie im Handeln ist das Zugängliche von dem
Unzugänglichen zu unterscheiden; ohne dies lässt sich im Leben wie im
Wissen wenig leisten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 87
%
"Le sens commun est le génie de l'humanité."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 88
%
Der Gemeinverstand, der als Genie der Menschheit gelten soll,
muss vorerst in seinen Äußerungen betrachtet werden. Forschen wir,
wozu ihn die Menschheit benutzt, so finden wir folgendes:
Die Menschheit ist bedingt durch Bedürfnisse. Sind diese nicht
befriedigt, so erweist sie sich ungeduldig; sind sie befriedigt, so
erscheint sie gleichgültig. Der eigentliche Mensch bewegt sich also
zwischen beiden Zuständen, und seinen Verstand, den so genannten
Menschenverstand, wird er anwenden, seine Bedürfnisse zu befriedigen;
ist es geschehen, so hat er die Aufgabe, die Räume der
Gleichgültigkeit auszufüllen. Beschränkt sich dieses in die nächsten
und notwendigsten Grenzen, so gelingt es ihm auch. Erheben sich aber
die Bedürfnisse, treten sie aus dem Kreis des Gemeinen heraus, so ist
der Gemeinverstand nicht mehr hinreichend, er ist kein Genius mehr,
die Region des Irrtums ist der Menschheit aufgetan.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 89
%
Es geschieht nichts Unvernünftiges, das nicht Verstand oder
Zufall wieder in die Richte brächten; nichts Vernünftiges, das
Unverstand und Zufall nicht missleiten könnten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 90
%
Jede große Idee, sobald sie in die Erscheinung tritt, wirkt
tyrannisch; daher die Vorteile, die sie hervorbringt, sich nur allzu
bald in Nachteile verwandeln. Man kann deshalb eine jede Institution
verteidigen und rühmen, wenn man an ihre Anfänge erinnert und
darzutun weiß, dass alles, was von ihr im Anfang gegolten, auch jetzt
noch gelte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 91
%
Lessing, der mancherlei Beschränkung unwillig fühlte, lässt eine
seiner Personen sagen: Niemand muss müssen. Ein geistreicher, froh
gesinnter Mann sagte: Wer will, der muss. Ein dritter, freilich ein
Gebildeter, fügte hinzu: Wer einsieht, der will auch. Und so glaubte
man den ganzen Kreis des Erkennens, Wollens und Müssens abgeschlossen
zu haben. Aber im Durchschnitt bestimmt die Erkenntnis des Menschen,
von welcher Art sie auch sei, sein Tun und Lassen; deswegen auch
nichts schrecklicher ist, als die Unwissenheit handeln zu sehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 92
%
Es gibt zwei friedliche Gewalten: Das Recht und die
Schicklichkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 93
%
Das Recht dringt auf Schuldigkeit, die Polizei aufs Geziemende.
Das Recht ist abwägend und entscheidend, die Polizei überschauend und
gebietend. Das Recht bezieht sich auf den einzelnen, die Polizei auf
die Gesamtheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 94
%
Die Geschichte der Wissenschaften ist eine große Fuge, in der die
Stimmen der Völker nach und nach zum Vorschein kommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 95
%
Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht
offenbaren; es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder Wanderer
stolpern muss. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 96
%
Es wäre nicht der Mühe wert, siebzig Jahre alt zu werden, wenn
alle Weisheit der Welt Torheit wäre vor Gott.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 97
%
Das Wahre ist gottähnlich; es erscheint nicht unmittelbar, wir
müssen es aus seinen Manifestationen erraten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 98
%
Der echte Schüler lernt aus dem Bekannten das Unbekannte
entwickeln und nähert sich dem Meister.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 99
%
"Aber die Menschen vermögen nicht leicht, aus dem Bekannten das
Unbekannte zu entwickeln; denn sie wissen nicht, dass ihr Verstand
ebensolche Künste wie die Natur treibt."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 100
%
"Denn die Götter lehren uns ihr eigenstes Werk nachahmen; doch
wissen wir nur, was wir tun, erkennen aber nicht, was wir nachahmen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 101
%
"Alles ist gleich, alles ungleich, alles nützlich und schädlich,
sprechend und stumm, vernünftig und unvernünftig. Und was man von
einzelnen Dingen bekennt, widerspricht sich öfters."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 102
%
"Denn das Gesetz haben die Menschen sich selbst auferlegt, ohne
zu wissen, über was sie Gesetze gaben; aber die Natur haben alle
Götter geordnet."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 103
%
"Was nun die Menschen gesetzt haben, das will nicht passen, es
mag recht oder unrecht sein; was aber die Götter setzen, das ist
immer am Platz, recht oder unrecht."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 104
%
"Ich aber will zeigen, dass die bekannten Künste der Menschen
natürlichen Begebenheiten gleich sind, die offenbar oder geheim
vorgehen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 105
%
"Von der Art ist die Weissagekunst. Sie erkennt aus dem
Offenbaren das Verborgene, aus dem Gegenwärtigen das Zukünftige, aus
dem Toten das Lebendige und den Sinn des Sinnlosen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 106
%
"So erkennt der Unterrichtete immer recht die Natur des
Menschen; und der Ununterrichtete sieht sie bald so, bald so an, und
jeder ahmt sie nach seiner Weise nach."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 107
%
"Wenn ein Mann mit einem Weibe zusammentrifft und ein Knabe
entsteht, so wird aus etwas Bekanntem ein Unbekanntes. Dagegen wenn
der dunkle Geist des Knaben die deutlichen Dinge in sich aufnimmt, so
wird er zum Mann und lernt aus dem Gegenwärtigen das Zukünftige
erkennen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 108
%
"Das Unsterbliche ist nicht dem sterblichen Lebenden zu
vergleichen, und doch ist auch das bloß Lebende verständig. So weiß
der Magen recht gut, wann er hungert und durstet."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 109
%
"So verhält sich die Wahrsagekunst zur menschlichen Natur. Und
beide sind dem Einsichtsvollen immer recht; dem Beschränkten aber
erscheinen sie bald so, bald so."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 110
%
"In der Schmiede erweicht man das Eisen, indem man das Feuer
anbläst und dem Stabe seine überflüssige Nahrung nimmt; ist er aber
rein geworden, dann schlägt man ihn und zwingt ihn, und durch die
Nahrung eines fremden Wassers wird er wieder stark. Das widerfährt
auch dem Menschen von seinem Lehrer."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 111
%
"Was einem angehört, wird man nicht los, und wenn man es
wegwürfe."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 112
%
Die neueste Philosophie unserer westlichen Nachbarn gibt ein
Zeugnis, dass der Mensch, er gebärde sich, wie er wolle, und so auch
ganze Nationen immer wieder zum Angebornen zurückkehren. Und wie
wollte das anders sein, da ja dieses seine Natur und Lebensweise
bestimmt?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 113
%
Die Franzosen haben dem Materialismus entsagt und den Uranfängen
etwas mehr Geist und Leben zuerkannt; sie haben sich vom Sensualismus
losgemacht und den Tiefen der menschlichen Natur eine Entwicklung aus
sich selbst eingestanden; sie lassen in ihr eine produktive Kraft
gelten und suchen nicht alle Kunst aus Nachahmung eines gewahr
gewordenen Äußern zu erklären. In solchen Richtungen mögen sie
beharren!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 114
%
Eine eklektische Philosophie kann es nicht geben, wohl aber
eklektische Philosophen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 115
%
Ein Eklektiker aber ist ein jeder, der aus dem, was ihn umgibt,
aus dem, was sich um ihn ereignet, sich dasjenige aneignet, was
seiner Natur gemäß ist; und in diesem Sinne gilt alles, was Bildung
und Fortschreitung heißt, theoretisch oder praktisch genommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 116
%
Zwei eklektische Philosophen könnten demnach die größten
Widersacher werden, wenn sie, antagonistisch geboren, jeder von
seiner Seite sich aus allen überlieferten Philosophien dajenige
aneignete, was ihm gemäß wäre. Sehe man doch nur um sich her, so wird
man immer finden, dass jeder Mensch auf diese Weise verfährt und
deshalb nicht begreift, warum er andere nicht zu seiner Meinung
bekehren kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 117
%
Sogar ist es selten, dass jemand im höchsten Alter sich selbst
historisch wird, und dass ihm die Mitlebenden historisch werden, so
dass er mit niemanden mehr kontrovertieren mag noch kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 118
%
Besieht man es genauer, so findet sich, dass dem
Geschichtsschreiber selbst die Geschichte nicht leicht historisch
wird; denn der jedesmalige Schreiber schreibt immer nur so, als wenn
er damals selbst dabei gewesen wäre, nicht aber, was vormals war und
damals bewegte. Der Chronikenschreiber selbst deutet nur mehr oder
weniger auf die Beschränktheit, auf die Eigenheiten seiner Stadt,
seines Klosters, wie seines Zeitalters.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 119
%
Verschiedene Sprüche der Alten, die man sich öfters zu
wiederholen pflegt, hatten eine ganz andere Bedeutung, als man ihnen
in späteren Zeiten geben möchte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 120
%
Das Wort: Es solle kein mit der Geometrie Unbekannter, der
Geometrie Fremder, in die Schule des Philosophen treten, heißt nicht
etwa: Man solle ein Mathematiker sein, um ein Weltweiser zu werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 121
%
Geometrie ist hier in ihren ersten Elementen gedacht, wie sie
uns im Euklid vorliegt, und wie wir sie einen jeden Anfänger beginnen
lassen. Alsdann aber ist sie die vollkommenste Vorbereitung, ja
Einleitung in die Philosophie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 122
%
Wenn der Knabe zu begreifen anfängt, dass einem sichtbaren
Punkte ein unsichtbarer vorhergehen müsse, dass der nächste Weg
zwischen zwei Punkten schon als Linie gedacht werde, ehe sie mit dem
Bleistift aufs Papier gezogen wird, so fühlt er einen gewissen Stolz,
ein Behagen. Und nicht mit Unrecht: Denn ihm ist die Quelle alles
Denkens aufgeschlossen, Idee und Verwirklichtes, potentia et actu,
ist ihm klar geworden; der Philosoph entdeckt ihm nichts Neues; dem
Geometer war von seiner Seite der Grund alles Denkens aufgegangen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 123
%
Nehmen wir sodann das bedeutende Wort vor: Erkenne dich selbst,
so müssen wir es nicht im asketischen Sinne auslegen. Es ist
keineswegs die Heautognosie unserer modernen Hypochondristen,
Humoristen und Heautontimorumenen damit gemeint; sondern es heißt
ganz einfach: Gib einigermaßen acht auf dich selbst, nimm Notiz von
dir selbst, damit du gewahr werdest, wie du zu deinesgleichen und der
Welt zu stehen kommst. Hiezu bedarf es keiner psychologischen
Quälereien: Jeder tüchtige Mensch weiß und erfährt, was es heißen
soll; es ist ein guter Rat, der einem jeden praktisch zum größten
Vorteil gedeiht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 124
%
Man denke sich das Große der Alten, vorzüglich der Sokratischen
Schule, dass sie Quelle und Richtschnur alles Lebens und Tuns vor
Augen stellt, nicht zu leerer Spekulation, sondern zu Leben und Tat
auffordert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 125
%
Wenn nun unser Schulunterricht immer auf das Altertum hinweist,
das Studium der griechischen und lateinischen Sprache fördert, so
können wir uns Glück wünschen, dass diese zu einer höhern Kultur so
nötigen Studien niemals rückgängig werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 126
%
Der Schulmann, indem er lateinisch zu schreiben und zu sprechen
versucht, kommt sich höher und vornehmer vor, als er sich in seinem
Alltagsleben dünken darf.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 127
%
Denn wenn wir uns dem Altertum gegenüberstellen und es ernstlich
in der Absicht anschauen, uns daran zu bilden, so gewinnen wir die
Empfindung, als ob wir erst eigentlich zu Menschen würden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 128
%
Der für dichterische und bildnerische Schöpfungen empfängliche
Geist fühlt sich dem Altertum gegenüber in den anmutigst-ideellen
Naturzustand versetzt; und noch auf den heutigen Tag haben die
homerischen Gesänge die Kraft, uns wenigstens für Augenblicke von der
furchtbaren Last zu befreien, welche die Überlieferung von mehrern
tausend Jahren auf uns gewälzt hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 129
%
Es gibt nur zwei wahre Religionen: Die eine, die das Heilige,
das in und um uns wohnt, ganz formlos, die andere, die es in der
schönsten Form anerkennt und anbetet. Alles, was dazwischen liegt,
ist Götzendienst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 130
%
Es ist nicht zu leugnen, dass der Geist sich durch die
Reformation zu befreien suchte; die Aufklärung über griechisches und
römisches Altertum brachte den Wunsch, die Sehnsucht nach einem
freieren, anständigeren und geschmackvolleren Leben hervor. Sie wurde
aber nicht wenig dadurch begünstigt, dass das Herz in einen gewissen
einfachen Naturzustand zurückzukehren und die Einbildungskraft sich
zu konzentrieren trachtete.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 131
%
Aus dem Himmel wurden auf einmal alle Heiligen vertrieben und
von einer göttlichen Mutter mit einem zarten Kinde Sinne, Gedanken,
Gemüt auf den Erwachsenen, sittlich Wirkenden, ungerecht Leidenden
gerichtet, welcher später als Halbgott verklärt, als wirklicher Gott
anerkannt und verehrt wurde.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 132
%
Er stand vor einem Hintergrunde, wo der Schöpfer das Weltall
ausgebreitet hatte; von ihm ging eine geistige Wirkung aus, seine
Leiden eignete man sich als Beispiel zu, und seien Verklärung war das
Pfand für eine ewige Dauer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 133
%
So wie der Weihrauch einer Kohle Leben erfrischt, so erfrischt
das Gebet die Hoffnungen des Herzens.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 134
%
Ich bin überzeugt, dass die Bibel immer schöner wird, je mehr
man sie versteht, d.h. je mehr man einsieht und anschaut, dass jedes
Wort, das wir allgemein auffassen und im besondern auf uns anwenden,
nach gewissen Umständen, nach Zeit und Ortsverhältnissen einen
eignen, besondern, unmittelbar individuellen Bezug gehabt hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 135
%
Genau besehen, haben wir uns noch alle Tage zu reformieren und
gegen andere zu protestieren, wenn auch nicht in religiösem Sinne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 136
%
Wir haben das unabweichliche, täglich zu erneuernde,
grundernstliche Bestreben: Das Wort mit dem Empfundenen, Geschauten,
Gedachten, Erfahrenen, Imaginierten, Vernünftigen möglichst
unmittelbar zusammentreffend zu erfassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 137
%
Jeder prüfe sich, und er wird finden, dass dies viel schwerer
sei, als man denken möchte; denn leider sind dem Menschen die Worte
gewöhnlich Surrogate: Er denkt und weiß es meistenteils besser, als
er sich ausspricht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 138
%
Verharren wir aber in dem Bestreben: Das Falsche, Ungehörige,
Unzulängliche, was sich in uns und andern entwickeln oder
einschleichen könnte, durch Klarheit und Redlichkeit auf das
möglichste zu beseitigen!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 139
%
Mit den Jahren steigern sich die Prüfungen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 140
%
Wo ich aufhören muss, sittlich zu sein, habe ich keine Gewalt
mehr.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 141
%
Zensur und Pressfreiheit werden immerfort miteinander kämpfen.
Zensur fordert und übt der Mächtige, Pressfreiheit verlangt der
Mindere. Jener will weder in seinen Planen noch seiner Tätigkeit
durch vorlautes, widersprechendes Wesen gehindert, sondern gehorcht
sein; diese wollen ihre Gründe aussprechen, den Ungehorsam zu
legitimieren. Dieses wird man überall geltend finden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 142
%
Doch muss man auch hier bemerken, dass der Schwächere, der
leidende Teil, gleichfalls auf seine Weise die Pressfreiheit zu
unterdrücken sucht, und zwar in dem Falle, wenn er konspiriert und
nicht verraten sein will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 143
%
Man wird nie betrogen, man betrügt sich selbst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 144
%
Wir brauchen in unserer Sprache ein Wort, das, wie Kindheit sich
zu Kind verhält, so das Verhältnis Volkheit zum Volke ausdrückt. Der
Erzieher muss die Kindheit hören, nicht das Kind; der Gesetzgeber und
Regent die Volkheit, nicht das Volk. Jene spricht immer dasselbe aus,
ist vernünftig, beständig, rein und wahr; dieses weiß niemals für
lauter Wollen, was es will. Und in diesem Sinne soll und kann das
Gesetz der allgemein ausgesprochene Wille der Volkheit sein, ein
Wille, den die Menge niemals ausspricht, den aber der Verständige
vernimmt, den der Vernünftige zu befriedigen weiß und der Gute gern
befriedigt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 145
%
Welches Recht wir zum Regiment haben, darnach fragen wir nicht:
Wir regieren. Ob das Volk ein Recht habe, uns abzusetzen, darum
bekümmern wir uns nicht: Wir hüten uns nur, dass es nicht in
Versuchung komme, es zu tun.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 146
%
Wenn man den Tod abschaffen könnte, dagegen hätten wir nichts;
die Todesstrafen abzuschaffen, wird schwer halten. Geschieht es, so
rufen wir sie gelegentlich wieder zurück.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 147
%
Wenn sich die Sozietät des Rechtes begibt, die Todesstrafe zu
verfügen, so tritt die Selbsthilfe unmittelbar wieder hervor, die
Blutrache klopft an die Türe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 148
%
Alle Gesetze sind von Alten und Männern gemacht. Junge und
Weiber wollen die Ausnahme, Alte die Regel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 149
%
Der Verständige regiert nicht, aber der Verstand; nicht der
Vernünftige, sondern die Vernunft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 150
%
Wen jemand lobt, dem stellt er sich gleich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 151
%
Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist
nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 152
%
Es gibt keine patriotische Kunst und keine patriotische
Wissenschaft. Beide gehören, wie alles hohe Gute, der ganzen Welt an
und können nur durch allgemeine freie Wechselwirkung aller zugleich
Lebenden in steter Rücksicht auf das, was uns vom Vergangenen übrig
und bekannt ist, gefördert werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 153
%
Der unschätzbare Vorteil, welchen die Ausländer gewinnen, indem
sie unsere Literatur erst jetzt gründlich studieren, ist der, dass
sie über die Entwicklungskrankheiten, durch die wir nun schon beinahe
während dem Laufe des Jahrhunderts durchgehen mussten, auf einmal weg
gehoben werden und, wenn das Glück gut ist, ganz eigentlich daran
sich auf das wünschenswerteste ausbilden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 154
%
Wo die Franzosen des achtzehnten Jahrhunderts zerstörend sind,
ist Wieland neckend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 155
%
Das poetische Talent ist dem Bauer so gut gegeben wie dem
Ritter, es kommt nur darauf an, dass jeder seinen Zustand ergreife
und ihn nach Würden behandle.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 156
%
"Was sind Tragödien anders als versifizierte Passionen solcher
Leute, die sich aus den äußern Dingen ich weiß nicht was machen?"
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 157
%
Yorick Sterne war der schönste Geist, der je gewirkt hat; wer
ihn liest, fühlt sich sogleich frei und schön; sein Humor ist
unnachahmlich, und nicht jeder Humor befreit die Seele.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 158
%
"Mäßigkeit und klarer Himmel sind Apollo und die Musen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 159
%
"Das Gesicht ist der edelste Sinn; die andern vier belehren uns
nur durch die Organe des Takts: Wir hören, wir fühlen, riechen und
betasten alles durch Berührung; das Gesicht aber steht unendlich
höher, verfeint sich über die Materie und nähert sich den Fähigkeiten
des Geistes."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 160
%
"Setzten wir uns an die Stelle anderer Personen, so würden
Eifersucht und Hass wegfallen, die wir so oft gegen sie empfinden;
und setzten wir andere an unsere Stelle, so würde Stolz und
Einbildung gar sehr abnehmen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 161
%
"Nachdenken und Handeln verglich einer mit Rahel und Lea: Die
eine war anmutiger, die andere fruchtbarer."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 162
%
"Nichts im Leben, außer Gesundheit und Tugend, ist
schätzenswerter als Kenntnis und Wissen; auch ist nichts so leicht zu
erreichen und so wohlfeil zu erhandeln: Die ganze Arbeit ist
Ruhigsein und die Ausgabe Zeit, die wir nicht retten, ohne sie
auszugeben."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 163
%
"Könnte man Zeit wie bares Geld beiseite legen, ohne sie zu
benutzen, so wäre dies eine Art von Entschuldigung für den Müßiggang
der halben Welt - aber keine völlige; denn es wäre ein Haushalt, wo
man von dem Hauptstamm lebte, ohne sich um die Interessen zu bemühen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 164
%
"Neuere Poeten tun viel Wasser in die Tinte."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 165
%
"Unter mancherlei wunderlichen Albernheiten der Schulen kommt
mir keine so vollkommen lächerlich vor als der Streit über die
Echtheit alter Schriften, alter Werke. Ist es denn der Autor oder die
Schrift, die wir bewundern oder tadeln? Es ist immer nur der Autor,
den wir vor uns haben; was kümmern uns die Namen, wenn wir ein
Geisteswerk auslegen?"
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 166
%
"Wer will behaupten, dass wir Virgil oder Homer vor uns haben,
indem wir die Worte lesen, die ihm zugeschrieben werden? Aber die
Schreiber haben wir vor uns, und was haben wir weiter nötig? Und ich
denke fürwahr, die Gelehrten, die in dieser unwesentlichen Sache so
genau zu Werke gehen, scheinen mir nicht weiser als ein sehr schönes
Frauenzimmer, das mich einmal mit möglichst süßem Lächeln befragte,
wer denn der Autor von Shakespeares Schauspielen gewesen sei."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 167
%
"Es ist besser, das geringste Ding von der Welt zu tun, als eine
halbe Stunde für gering halten."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 168
%
"Mut und Bescheidenheit sind die unzweideutigsten Tugenden; denn
die sind von der Art, dass Heuchelei sie nicht nachahmen kann. Auch
haben sie die Eigenschaft gemein, sich beide durch dieselbe Farbe
auszudrücken."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 169
%
"Unter allem Diebesgesindel sind die Narren die schlimmsten: Sie
rauben euch beides, Zeit und Stimmung."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 170
%
Uns selbst zu achten, leitet unsre Sittlichkeit; andere zu
schätzen, regiert unser Betragen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 171
%
"Kunst und Wissenschaft sind Worte, die man so oft braucht und
deren genauer Unterschied selten verstanden wird, man gebraucht oft
eins für das andere."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 172
%
"Auch gefallen mir die Definitionen nicht, die man davon gibt.
Verglichen fand ich irgendwo Wissenschaft mit Witz, Kunst und Humor,
Hierin find' ich mehr Einbildungskraft als Philosophie: Es gibt uns
wohl einen Begriff von dem Unterschied beider, aber keinen von dem
Eigentümlichen einer jeden."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 173
%
"Ich denke, Wissenschaft könnte man die Kenntnis des Allgemeinen
nennen, das abgezogene Wissen, Kunst dagegen wäre Wissenschaft zur
Tat verwendet; Wissenschaft wäre Vernunft und Kunst ihr Mechanismus,
deshalb man sie auch praktische Wissenschaft nennen könnte. Und so
wäre denn endlich Wissenschaft das Theorem, Kunst das Problem."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 174
%
"Vielleicht wird man mir einwenden: Man hält die Poesie für
Kunst, und doch ist sie nicht mechanisch. Aber ich leugne, dass sie
eine Kunst sei; auch ist sie keine Wissenschaft. Künste und
Wissenschaften erreicht man durch Denken, Poesie nicht; denn diese
ist Eingebung: Sie war in der Seele empfangen, als sie sich zuerst
regte. Man sollte sie weder Kunst noch Wissenschaft nennen, sondern
Genius."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 175
%
Auch jetzt im Augenblick sollte jeder Gebildete Sternes Werke
wieder zur Hand nehmen, damit auch das neunzehnte Jahrhundert
erführe, was wir ihm schuldig sind, und einsähe, was wir ihm schuldig
werden können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 176
%
In dem Erfolg der Literaturen wird das frühere Wirksame
verdunkelt, und das daraus entsprungene Gewirkte nimmt überhand;
deswegen man wohl tut, von Zeit zu Zeit wieder zurückzublicken. Was
an uns Original ist, wird am besten erhalten und belebt, wenn wir
unsre Altvordern nicht aus den Augen verlieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 177
%
Möge das Studium der griechischen und römischen Literatur
immerfort die Basis der höhern Bildung bleiben!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 178
%
Chinesische, indische, ägyptische Altertümer sind immer nur
Kuriositäten: Es ist sehr wohl getan, sich und die Welt damit bekannt
zu machen; zu sittlicher und ästhetischer Bildung aber werden sie uns
wenig fruchten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 179
%
Der Deutsche läuft keine größere Gefahr, als sich mit und an
seinen Nachbarn zu steigern; es ist vielleicht keine Nation
geeigneter, sich aus sich selbst zu entwickeln, deswegen es ihr zum
größten Vorteil gereichte, dass die Außenwelt von ihr so spät Notiz
nahm.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 180
%
Sehen wir unsre Literatur über ein halbes Jahrhundert zurück, so
finden wir, dass nichts um der Fremden willen geschehen ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 181
%
Das Friedrich der Große aber gar nichts von ihnen wissen wollte,
das verdross die Deutschen doch, und sie taten das Mögliche, als
etwas vor ihm zu erscheinen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 182
%
Jetzt, da sich eine Weltliteratur einleitet, hat, genau besehen,
der Deutsche am meisten zu verlieren; er wird wohl tun, dieser
Warnung nachzudenken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 183
%
Auch einsichtige Menschen bemerken nicht, dass sie dasjenige
erklären wollen, was Grunderfahrungen sind, bei denen man sich
beruhigen müsste.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 184
%
Doch mag dies auch vorteilhaft sein, sonst unterließe man das
Forschen allzu früh.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 185
%
Wer sich von nun an nicht auf eine Kunst oder Handwerk legt, der
wird übel dran sein. Das Wissen fördert nicht mehr bei dem schnellen
Umtriebe der Welt; bis man von allem Notiz genommen hat, verliert man
sich selbst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 186
%
Eine allgemeine Ausbildung dringt uns jetzt die Welt ohnehin
auf, wir brauchen uns deshalb darum nicht weiter zu bemühen; das
Besondere müssen wir uns zueignen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 187
%
Die größten Schwierigkeiten liegen da, wo wir sie nicht suchen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 188
%
Lorenz Sterne war geboren 1713, starb 1768. Um ihn zu begreifen,
darf man die sittliche und kirchliche Bildung seiner Zeit nicht
unbeachtet lassen; dabei hat man wohl zu bedenken, dass er
Lebensgenosse Warburtons gewesen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 189
%
Eine freie Seele, wie die seine, kommt in Gefahr, frech zu
werden, wenn nicht ein edles Wohlwollen das sittliche Gleichgewicht
herstellt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 190
%
Bei leichter Berührbarkeit entwickelte sich alles von innen bei
ihm heraus; durch beständigen Konflikt unterschied er das Wahre vom
Falschen, heilt am ersten fest und verhielt sich gegen das andere
rücksichtslos.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 191
%
Er fühlte einen entschiedenen Hass gegen Ernst, weil er
didaktisch und dogmatisch ist und gar leicht pedantisch wird, wogegen
er den entschiedensten Abscheu hegte. Daher seine Abneigung gegen
Terminologie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 192
%
Bei den vielfachsten Studien und Lektüre entdeckte er überall
das Unzulängliche und Lächerliche.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 193
%
Shandeism nennt er die Unmöglichkeit, über einen ernsten
Gegenstand zwei Minuten zu denken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 194
%
Dieser schnelle Wechsel von Ernst und Scherz, von Anteil und
Gleichgültigkeit, von Leid und Freude soll in dem irländischen
Charakter liegen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 195
%
Sagazität und Penetration sind bei ihm grenzenlos.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 196
%
Seine Heiterkeit, Genügsamkeit, Duldsamkeit auf der Reise, wo
diese Eigenschaften am meisten geprüft werden, finden nicht leicht
ihresgleichen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 197
%
So sehr uns der Anblick einer freien Seele dieser Art ergötzt,
ebenso sehr werden wir gerade in diesem Fall erinnert, dass wir von
allem dem, wenigstens von dem meisten, was uns entzückt, nichts in
uns aufnehmen dürfen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 198
%
Das Element der Lüsternheit, in dem er sich so zierlich und
sinnig benimmt, würde vielen andern zum Verderben gereichen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 199
%
Das Verhältnis zu seiner Frau wie zur Welt ist betrachtenswert.
"Ich habe mein Elend nicht wie ein weiser Mann benutzt", sagt er
irgendwo.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 200
%
Er scherzt gar anmutig über die Widersprüche, die seinen Zustand
zweideutig machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 201
%
"Ich kann das Predigen nicht vertragen; ich glaube, ich habe in
meiner Jugend mich daran übergessen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 202
%
Er ist in nichts ein Muster und in allem ein Andeuter und
Erwecker.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 203
%
"Unser Anteil an öffentlichen Angelegenheiten ist meist nur
Philisterei."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 204
%
"Nichts ist höher zu schätzen als der Wert des Tages."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 205
%
"Pereant, qui ante nos nostra dixerunt!"
So wunderlich könnte nur derjenige sprechen, der sich einbildete, ein
Autochthon zu sein. Wer sich's zur Ehre hält, von vernünftigen
Vorfahren abzustammen, wird ihnen doch wenigstens ebensoviel
Menschensinn zugestehen als sich selbst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 206
%
Die originalsten Autoren der neuesten Zeit sind es nicht
deswegen, weil sie etwas Neues hervorbringen, sondern allein, weil
sie fähig sind, dergleichen Dinge zu sagen, als wenn sie vorher
niemals wären gesagt gewesen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 207
%
Daher ist das schönste Zeichen der Originalität, wenn man einen
empfangenen Gedanken dergestalt fruchtbar zu entwickeln weiß, dass
niemand leicht, wie viel in ihm verborgen liege, gefunden hätte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 208
%
Viele Gedanken heben sich erst aus der allgemeinen Kultur
hervor, wie die Blüten aus den grünen Zweigen. Zur Rosenzeit sieht
man Rosen überall blühen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 209
%
Eigentlich kommt alles auf die Gesinnungen an: Wo diese sind,
treten auch die Gedanken hervor, und nach dem sie sind, sind auch die
Gedanken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 210
%
"Nichts wird leicht ganz unparteiisch wieder dargestellt. Man
könnte sagen, hievon mache der Spiegel eine Ausnahme, und doch sehen
wir unser Angesicht niemals ganz richtig darin; ja, der Spiegel kehrt
unsre Gestalt um und macht unsre linke Hand zur rechten. Dies mag ein
Bild sein für alle Betrachtungen über uns selbst."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 211
%
"Im Frühling und Herbst denkt man nicht leicht ans Kaminfeuer;
und doch geschieht es, dass, wenn wir zufällig an einem vorbeigehen,
wir das Gefühl, das es mitteilt, so angenehm finden, dass wir ihm
wohl nachhängen mögen. Dies möchte mit jeder Versuchung analog sein."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 212
%
"Sei nicht ungeduldig, wenn man deine Argumente nicht gelten
lässt."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 213
%
Wer lange in bedeutenden Verhältnissen lebt, dem begegnet
freilich nicht alles, was dem Menschen begegnen kann; aber doch das
Analoge und vielleicht einiges, was ohne Beispiel war.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 214
%
Wenn der Mensch alles leisten soll, was man von ihm fordert, so
muss er sich für mehr halten, als er ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 215
%
Solange das nicht ins Absurde geht, erträgt man's auch gern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 216
%
Die Arbeit macht den Gesellen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 217
%
Gewisse Bücher scheinen geschrieben zu sein, nicht damit man
daraus lerne, sondern damit man wisse, dass der Verfasser etwas
gewusst hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 218
%
Sie peitschen den Quark, ob nicht etwa Creme daraus werden wolle.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 219
%
Es ist weit eher möglich, sich in den Zustand eines Gehirns zu
versetzen, das im entschiedensten Irrtum befangen ist, als eines, das
Halbwahrheiten sich vorspiegelt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 220
%
Die Lust der Deutschen am Unsichern in den Künsten kommt aus der
Pfuscherei her: Denn wer pfuscht, darf das Recht nicht gelten lassen,
sonst wäre er gar nichts.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 221
%
Es ist traurig, anzusehen, wie ein außerordentlicher Mensch sich
gar oft mit sich selbst, seinen Umständen, seiner Zeit herumwürgt,
ohne auf einen grünen Zweig zu kommen. Trauriges Beispiel Bürger.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 222
%
Die größte Achtung, die ein Autor für sein Publikum haben kann,
ist, dass er niemals bringt, was man erwartet, sondern was er selbst
auf der jedesmaligen Stufe eigner und fremder Bildung für recht und
nützlich hält.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 223
%
Die Weisheit ist nur in der Wahrheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 224
%
Wenn ich irre, kann es jeder bemerken, wenn ich lüge, nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 225
%
Der Deutsche hat Freiheit der Gesinnung, und daher merkt er
nicht, wenn es ihm an Geschmacks- und Geistesfreiheit fehlt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 226
%
Ist denn die Welt nicht schon voller Rätsel genug, dass man die
einfachsten Erscheinungen auch noch zu Rätseln machen soll?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 227
%
"Das kleinste Haar wirft seinen Schatten."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 228
%
Was ich in meinem Leben durch falsche Tendenzen versucht habe zu
tun, hab' ich denn doch zuletzt gelernt begreifen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 229
%
Die Freigebigkeit erwirbt einem jeden Gunst, vorzüglich wenn sie
von Demut begleitet wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 230
%
Vor dem Gewitter erhebt sich zum letzten Male der Staub
gewaltsam, der nun bald für lange getilgt sein soll.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 231
%
Die Menschen kennen einander nicht leicht, selbst mit dem besten
Willen und Vorsatz; nun tritt noch der böse Wille hinzu, der alles
entstellt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 232
%
Man würde einander besser kennen, wenn sich nicht immer einer
dem andern gleichstellen wollte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 233
%
Ausgezeichnete Personen sind daher übler dran als andere: Da man
sich mit ihnen nicht vergleicht, passt man ihnen auf.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 234
%
In der Welt kommt's nicht drauf an, dass man die Menschen kenne,
sondern dass man im Augenblick klüger sei als der vor uns Stehende.
Alle Jahrmärkte und Marktschreier geben Zeugnis.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 235
%
Nicht überall, wo Wasser ist, sind Frösche; aber wo man Frösche
hört, ist Wasser.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 236
%
Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 237
%
Der Irrtum ist recht gut, solange wir jung sind; man muss ihn
nur nicht mit ins Alter schleppen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 238
%
Alle Travers, die veralten, sind unnützes, ranziges Zeug.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 239
%
Durch die despotische Unvernunft des Kardinals Richelieu war
Corneille an sich selbst irregeworden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 240
%
Die Natur gerät auf Spezifikationen wie in eine Sackgasse: Sie
kann nicht durch und mag nicht wieder zurück, daher die
Hartnäckigkeit der Nationalbildung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 241
%
Metamorphose im höhern Sinn durch Nehmen und Geben, Gewinnen und
Verlieren hat schon Dante trefflich geschildert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 242
%
Jeder hat etwas in seiner Natur, das, wenn er es öffentlich
ausspräche, Missfallen erregen müsste.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 243
%
Wenn der Mensch über sein Physisches oder Moralisches nachdenkt,
findet er sich gewöhnlich krank.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 244
%
Es ist eine Forderung der Natur, dass der Mensch mitunter
betäubt werde, ohne zu schlafen: Daher der Genuss im Tabakrauchen,
Branntweintrinken, Opiaten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 245
%
Dem tätigen Menschen kommt es darauf an, dass er das Rechte tue;
ob das Rechte geschehe, soll ihn nicht kümmern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 246
%
Mancher klopft mit dem Hammer an der Wand herum und glaubt, er
treffe jedes Mal den Nagel auf den Kopf.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 247
%
Die französischen Worte sind nicht aus geschriebenen
lateinischen Worten entstanden, sondern aus gesprochenen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 248
%
Das Zufällig-Wirkliche, an dem wir weder ein Gesetz der Natur
noch der Freiheit für den Augenblick entdecken, nennen wir das
Gemeine.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 249
%
Bemalung und Punktierung der Körper ist eine Rückkehr zur
Tierheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 250
%
Geschichte schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse
zu schaffen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 251
%
Was man nicht versteht, besitzt man nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 252
%
Nicht jeder, dem man Prägnantes überliefert, wird produktiv; es
fällt ihm wohl etwas ganz Bekanntes dabei ein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 253
%
Gunst als Symbol der Souveränität, von schwachen Menschen
ausgeübt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 254
%
Es gibt nichts Gemeines, was, fratzenhaft ausgedrückt, nicht
humoristisch aussähe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 255
%
Es bleibt einem jeden immer noch so viel Kraft, das auszuführen,
wovon er überzeugt ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 256
%
Das Gedächtnis mag immer schwinden, wenn das Urteil im
Augenblick nicht fehlt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 257
%
Die so genannten Naturdichter sind frisch und neu aufgeforderte,
aus eine rüberbildeten, stockenden, manierierten Kunstepoche
zurückgewiesene Talente. Dem Platten können sie nicht ausweichen, man
kann sie daher als rückschreitend ansehen; sie sind aber
regenerierend und veranlassen neue Vorschritte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 258
%
Keine Nation gewinnt ein Urteil, als wenn sie über sich selbst
urteilen kann. Zu diesem großen Vorteil gelangt sie aber sehr spät.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 259
%
Anstatt meinen Worten zu widersprechen, sollten sie nach meinem
Sinne halten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 260
%
Alle Gegner einer geistreichen Sache schlagen nur in die Kohlen:
Diese springen umher und zünden da, wo sie sonst nicht gewirkt hätten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 261
%
Die Menschen verdrießt's, dass das Wahre so einfach ist; sie
sollten bedenken, dass sie noch Mühe genug haben, es praktisch zu
ihrem Nutzen anzuwenden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 262
%
Ich verwünsche die, die aus dem Irrtum eine eigene Welt machen
und doch unablässig fordern, dass der Mensch nützlich sein müsse.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 263
%
Eine Schule ist als ein einziger Mensch anzusehen, der hundert
Jahre mit sich selbst spricht und sich in seinem eignen Wesen, und
wenn es auch noch so albern wäre, ganz außerordentlich gefällt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 264
%
Eine falsche Lehre lässt sich nicht widerlegen, denn sie ruht ja
auf der Überzeugung, dass das Falsche wahr sei. Aber das Gegenteil
kann, darf und muss man wiederholt aussprechen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 265
%
Der Mensch wäre nicht der Vornehmste auf der Erde, wenn er nicht
zu vornehm für sie wäre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 266
%
Das längst Gefundene wird wieder verscharrt; wie bemühte sich
Tycho, die Kometen zu regelmäßigen Körpern zu machen, wofür sie
Seneca längst anerkannt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 267
%
Wie lange hat man über die Antipoden hin und her gestritten!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 268
%
Gewissen Geistern muss man ihre Idiotismen lassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 269
%
Es werden jetzt Produktionen möglich, die Null sind, ohne
schlecht zu sein: Null, weil sie keinen Gehalt haben; nicht schlecht,
weil eine allgemeine Form guter Muster den Verfassern vorschwebt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 270
%
Der Schnee ist eine erlogene Reinlichkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 271
%
Wer sich vor der Idee scheut, hat auch zuletzt den Begriff nicht
mehr.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 272
%
Unsere Meister nennen wir billig die, von denen wir immer
lernen. Nicht ein jeder, von dem wir lernen, verdient diesen Titel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 273
%
Alles Lyrische muss im Ganzen sehr vernünftig, im Einzelnen ein
bisschen unvernünftig sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 274
%
Es hat mit euch eine Beschaffenheit wie mit dem Meer, dem man
unterschiedentliche Namen gibt, und es ist doch endlich alles
gesalzen Wasser.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 275
%
Man sagt: Eitles Eigenlob stinket; das mag sein. Was aber
fremder und ungerechter Tadel für einen Geruch habe, dafür hat das
Publikum keine Nase.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 276
%
Der Roman ist eine subjektive Epopöe, in welcher der Verfasser
sich die Erlaubnis ausbittet, die Welt nach seiner Weise zu
behandeln. Es fragt sich also nur, ob er eine Weise habe, das andere
wird sich schon finden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 277
%
Es gibt problematische Naturen, die keiner Lage gewachsen sind,
in der sie sich befinden, und denen keine genugtut. Daraus entsteht
der ungeheure Widerstreit, der das Leben ohne Genuss verzehrt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 278
%
Das eigentlich wahrhaft Gute, was wir tun, geschieht
größtenteils clam, vi et precario.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 279
%
"Ein lustiger Gefährte ist ein Rollwagen auf der Wanderschaft."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 280
%
Der Schmutz ist glänzend, wenn die Sonne scheinen mag.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 281
%
Der Müller denkt, es wachse kein Weizen, als damit seine Mühle
gehe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 282
%
Es ist schwer, gegen den Augenblick gerecht sein: Der
gleichgültige macht uns Langeweile, am guten hat man zu tragen und am
bösen zu schleppen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 283
%
Der ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit
dem Anfang in Verbindung setzen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 284
%
So eigensinnig widersprechend ist der Mensch: Zu seinem Vorteil
will er keine Nötigung, zu seinem Schaden leidet er jeden Zwang.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 285
%
Die Vorsicht ist einfach, die Hinterdreinsicht vielfach.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 286
%
Ein Zustand, der alle Tage neuen Verdruss zuzieht, ist nicht der
rechte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 287
%
Bei Unvorsichtigkeiten ist nichts gewöhnlicher, als Aussichten
auf die Möglichkeit eines Auswegs zu suchen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 288
%
Die Hindus der Wüste geloben, keine Fische zu essen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 289
%
Es ist mit Meinungen, die man wagt, wie mit Steinen, die man
voran im Brette bewegt: Sie können geschlagen werden, aber sie haben
ein Spiel eingeleitet, das gewonnen wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 290
%
Es ist so gewiss als wunderbar, dass Wahrheit und Irrtum aus
einer Quelle entstehen; deswegen man oft dem Irrtum nicht schaden
darf, weil man zugleich der Wahrheit schadet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 291
%
Ein unzulängliches Wahre wirkt eine Zeitlang fort, statt
völliger Aufklärung aber tritt auf einmal ein blendendes Falsche
herein; das genügt der Welt, und so sind Jahrhunderte betört.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 292
%
In den Wissenschaften ist es höchst verdienstlich, das
unzulängliche Wahre, was die Alten schon besessen, aufzusuchen und
weiter zu führen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 293
%
Die Wahrheit gehört dem Menschen, der Irrtum der Zeit an.
Deswegen sagt man von einem außerordentlichen Manne: Le malheur des
temps a causé son erreur, mais la force de son âme l'en a fait sortir
avec gloire.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 294
%
Jedermann hat seine Eigenheiten und kann sie nicht los werden;
und doch geht mancher an seinen Eigenheiten, oft an den
unschuldigsten, zugrunde.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 295
%
Wer sich nicht zuviel dünkt, ist viel mehr, als er glaubt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 296
%
In Kunst und Wissenschaft sowie im Tun und Handeln kommt alles
darauf an, dass die Objekte rein aufgefasst und ihrer Natur gemäß
behandelt werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 297
%
Wenn verständige, sinnige Personen im Alter die Wissenschaft
gering schätzen, so kommt es nur daher, dass sie von ihr und von sich
zuviel gefordert haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 298
%
Ich bedaure die Menschen, welche von der Vergänglichkeit der
Dinge viel Wesens machen und sich in Betrachtung irdischer
Nichtigkeit verlieren. Sind wir ja eben deshalb da, um das
Vergängliche unvergänglich zu machen; das kann ja nur dadurch
geschehen, dass man beides zu schätzen weiß.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 299
%
Man muss sein Glaubensbekenntnis von Zeit zu Zeit wiederholen,
aussprechen, was man billigt, was man verdammt; der Gegenteil lässt's
ja auch nicht daran fehlen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 300
%
In der jetzigen Zeit soll niemand schweigen oder nachgeben; man
muss reden und sich rühren, nicht um zu überwinden, sondern sich auf
seinem Posten zu erhalten, ob bei der Majorität oder Minorität, ist
ganz gleichgültig.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 301
%
Was die Franzosen tournure nennen, ist eine zur Anmut gemilderte
Anmaßung. Man sieht daraus, dass die Deutschen keine tournure haben
können; ihre Anmaßung ist hart und herb, ihre Anmut mild und demütig;
das eine schließt das andere aus und sind nicht zu verbinden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 302
%
Einen Regenbogen, der eine Viertelstunde steht, sieht man nicht
mehr an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 303
%
Es begegnete und geschieht mir noch, dass ein Werk bildender
Kunst mir beim ersten Anblick missfällt, weil ich ihm nicht gewachsen
bin; ahn' ich aber ein Verdinest daran, so such' ich ihm beizukommen,
und dann fehlt es nicht an den erfreulichsten Entdeckungen: An den
Dingen werd' ich neue Eigenschaften und an mir neue Fähigkeiten
gewahr.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 304
%
Der Glaube ist ein häuslich, heimlich Kapital, wie es
öffentliche Spar- und Hilfskassen gibt, woraus man in Tagen der Not
einzelnen ihr Bedürfnis reicht, hier nimmt der Gläubige sich seine
Zinsen im Stillen selbst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 305
%
Der eigentliche Obskurantismus ist nicht, dass man die
Ausbreitung des Wahren, Klaren, Nützlichen hindert, sondern dass man
das Falsche in Kurs bringt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 306
%
Der Irrtum ist viel leichter zu erkennen, als die Wahrheit zu
finden; jener liegt auf der Oberfläche, damit lässt sich wohl fertig
werden; diese ruht in der Tiefe, danach zu forschen, ist nicht
jedermanns Sache.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 307
%
Wir alle leben vom Vergangnen und gehen am Vergangenen zugrunde.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 308
%
Wie wir was Großes lernen sollen, flüchten wir uns gleich in
unsere angeborne Armseligkeit und haben doch immer etwas gelernt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 309
%
Den Deutschen ist nichts daran gelegen, zusammen zu bleiben,
aber doch für sich zu bleiben. Jeder, sei er auch welcher er wolle,
hat so ein eignes Fürsich, das er sich nicht gern möchte nehmen
lassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 310
%
Die empirisch-sittliche Welt besteht größtenteils nur aus bösem
Willen und Neid.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 311
%
Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens; deswegen schadet's dem
Dichter nicht, abergläubisch zu sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 312
%
Das Leben, so gemein es aussieht, so leicht es sich mit dem
Gewöhnlichen, Alltäglichen zu befriedigen scheint, hegt und pflegt
doch immer gewisse höhere Forderungen im stillen fort und sieht sich
nach Mitteln um, sie zu befriedigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 313
%
Mit dem Vertrauen ist es eine wunderliche Sache. Hört man nur
einen: Der kann sich irren oder sich betrügen; hört man viele: Die
sind in demselbigen Falle, und gewöhnlich findet man da die Wahrheit
gar nicht heraus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 314
%
Unreine Lebensverhältnisse soll man niemand wünschen; sie sind
aber für den, der zufällig hineingerät, Prüfsteine des Charakters und
des Entschiedensten, was der Mensch vermag.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 315
%
Ein beschränkter, ehrlicher Mensch sieht oft die Schelmerei der
feinsten Mächler (faiseurs) durch und durch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 316
%
Wer keine Liebe fühlt, muss schmeicheln lernen, sonst kommt er
nicht aus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 317
%
Gegen die Kritik kann man sich weder schützen noch wehren; man
muss ihr zum Trutz handeln, und das lässt sie sich nach und nach
gefallen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 318
%
Die Menge kann tüchtige Menschen nicht entbehren, und die
Tüchtigen sind ihnen jederzeit zur Last.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 319
%
Wer meine Fehler überträgt, ist mein Herr, und wenn's mein
Diener wäre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 320
%
Memoiren von oben herunter oder von unten hinauf: Sie müssen
sich immer begegnen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 321
%
Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte
zugestehen will, muss man sie gut bezahlen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 322
%
Das so genannte Romantische einer Gegend ist ein stilles Gefühl
des Erhabenen unter der Form der Vergangenheit oder, was gleich
lautet, der Einsamkeit, Abwesenheit, Abgeschiedenheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 323
%
Der herrliche Kirchengesang: Veni Creator Spiritus ist ganz
eigentlich ein Appell ans Genie; deswegen er auch geist- und
kraftreiche Menschen gewaltig anspricht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 324
%
Aufrichtig zu sein, kann ich versprechen, unparteiisch zu sein
aber nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 325
%
Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen,
dass tüchtige Menschen wären undankbar gewesen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 326
%
Wir alle sind so borniert, dass wir immer glauben, recht zu
haben; und so lässt sich ein außerordentlicher Geist denken, der
nicht allein irrt, sondern sogar Lust am Irrtum hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 327
%
Reine mittlere Wirkung zur Vollendung des Guten und Rechten ist
sehr selten; gewöhnlich sehen wir Pedanterie, welche zu retardieren,
Frechheit, die zu übereilen strebt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 328
%
"Wer sich mit Wissenschaften abgibt, leidet erst durch
Retardationen und dann durch Präokkupationen. Die erste Zeit wollen
die Menschen dem keinen Wert zugestehen, was wir ihnen überliefern,
und dann gebärden sie sich, als wenn ihnen alles schon bekannt wäre,
was wir ihnen überliefern könnten."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 329
%
Wort und Bild sind Korrelate, die sich immerfort suchen, wie wir
an Tropen und Gleichnissen genugsam gewahr werden. So von jeher, was
dem Ohr nach innen gesagt oder gesungen war, sollte dem Auge
gleichfalls entgegenkommen. Und so sehen wir in kindlicher Zeit in
Gesetzbuch und Heilsordnung, in Bibel und Fibel sich Wort und Bild
immerfort balancieren. Wenn man aussprach, was sich nicht bilden,
bildete, was sich nicht aussprechen ließ, so war das ganz recht; aber
man vergriff sich gar oft und sprach, statt zu bilden, und daraus
entstanden die doppelt bösen symbolisch-mystischen Ungeheuer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 330
%
Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der
größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch
einzustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 331
%
Wo der Anteil sich verliert, verliert sich auch das Gedächtnis.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 332
%
Die Welt ist eine Glocke, die einen Riss hat: Sie klappert, aber
klingt nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 333
%
Die Zudringlichkeit junger Dilettanten muss man mit Wohlwollen
ertragen; sie werden im Alter die wahrsten Verehrer der Kunst und des
Meisters.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 334
%
Wenn die Menschen recht schlecht werden, haben sie keinen Anteil
mehr als die Schadenfreude.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 335
%
Gescheite Leute sind immer das beste Konversationslexikon.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 336
%
Es gibt Menschen, die gar nicht irren, weil sie sich nichts
Vernünftiges vorsetzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 337
%
Kenne ich mein Verhältnis zu mir selbst und zur Außenwelt, so
heiß' ich's Wahrheit. Und so kann jeder seine eigene Wahrheit haben,
und es ist doch immer dieselbige.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 338
%
Das Besondere unterliegt ewig dem Allgemeinen; das Allgemeine
hat ewig sich dem Besondern zu fügen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 339
%
Vom eigentlichen Produktiven ist niemand Herr, und sie müssen es
alle nur so gewähren lassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 340
%
Die Zeit ist selbst ein Element.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 341
%
Der Mensch begreift niemals, wie anthropomorphisch er ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 342
%
Ein Unterschied, der dem Verstand nichts gibt, ist kein
Unterschied.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 343
%
Die Verwechselung eines Konsonanten mit dem andern möchte wohl
aus Unfähigkeit des Organs, die Verwandlung der Vokale in Diphthongen
aus einem eingebildeten Pathos entstehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 344
%
Man kann nicht für jedermann leben, besonders für die nicht, mit
denen man nicht leben möchte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 345
%
Der Appell an die Nachwelt entspringt aus dem reinen lebendigen
Gefühl, dass es ein Unvergängliches gebe und, wenn auch nicht gleich
anerkannt, doch zuletzt aus der Minorität sich der Majorität werde zu
erfreuen haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 346
%
"Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine
Zeit, sie zu übertreten."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 347
%
Geheimnisse sind noch keine Wunder.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 348
%
"I convertiti stanno freschi appresso di me."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 349
%
Leichtsinnige, leidenschaftliche Begünstigung problematischer
Talente war ein Fehler meiner frühern Jahre, den ich niemals ganz
ablegen konnte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 350
%
Ich möchte gern ehrlich mit dir sein, ohne dass wir uns
entzweiten: Das geht aber nicht. Du benimmst dich falsch und setzest
dich zwischen zwei Stühle; Anhänger gewinnst du nicht und verlierst
deine Freunde. Was soll daraus werden!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 351
%
Es ist ganz einerlei, vornehm oder gering sein: Das Menschliche
muss man immer ausbaden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 352
%
Die liberalen Schriftsteller spielen jetzt ein gutes Spiel, sie
haben das ganze Publikum zu Suppleanten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 353
%
Wenn ich von liberalen Ideen reden höre, so verwundere ich mich
immer, wie die Menschen sich gern mit leeren Wortschällen hinhalten:
Eine Idee darf nicht liberal sein! Kräftig sei sie, tüchtig, in sich
selbst abgeschlossen, damit sie den göttlichen Auftrag, produktiv zu
sein, erfülle. Noch weniger darf der Begriff liberal sein, denn der
hat einen ganz andern Auftrag.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 354
%
Wo man die Liberalität aber suchen muss, das ist in den
Gesinnungen, und diese sind das lebendige Gemüt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 355
%
Gesinnungen aber sind selten liberal, weil die Gesinnung
unmittelbar aus der Person, ihren nächsten Beziehungen und
Bedürfnissen hervorgeht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 356
%
Weiter schreiben wir nicht; an diesem Maßstab halte man, was man
tagtäglich hört!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 357
%
Es sind immer nur unsere Augen, unsere Vorstellungsarten; die
Natur weiß ganz allein, was sie will, was sie gewollt hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 358
%
   "Gib mir! Wo ich stehe!"
            Archimedes.
         "Nimm dir, wo du stehest!"
            Nose.
         "Behaupte, wo du stehst!"
            G.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 359
%
Allgemeines Kausalverhältnis, das der Beobachter aufsucht und
ähnliche Erscheinungen einer allgemeinen Ursache zuschreibt; an die
nächste wird selten gedacht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 360
%
"Einem Klugen widerfährt keine geringe Torheit."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 361
%
Bei jedem Kunstwerk, groß und klein, bis ins kleinste kommt
alles auf die Konzeption an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 362
%
Es gibt eine Poesie ohne Tropen, die ein einziger Tropus ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 363
%
Ein alter gutmütiger Examinator sagte einem Schüler ins Ohr:
            Etiam nihil didicisti,
und lässt ihn für gut hingehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 364
%
Das Fürtreffliche ist unergründlich, man mag damit anfangen, was
man will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 365
%
"Aemilium Paullum - virum in tantum laudandum, in quantum
intelligi virtus potest."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 366
%
Ich habe mich so lange ums Allgemeine bemüht, bis ich einsehen
lernte, was vorzügliche Menschen im Besondern leisten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 367
%
Indem ich mich zeither mit der Lebensgeschichte wenig und viel
bedeutender Menschen anhaltender beschäftigte, kam ich auf den
Gedanken, es möchten sich wohl die einen in dem Weltgewebe als
Zettel, die andern als Einschlag betrachten lassen; jene gäben
eigentlich die Breite des Gewebes an, diese dessen Halt, Festigkeit,
vielleicht auch mit Zutat irgendeines Gebildes. Die Schere der Parze
hingegen bestimmt die Länge, dem sich denn das übrige alles zusammen
unterwerfen muss. Weiter wollen wir das Gleichnis nicht verfolgen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 368
%
Auch Bücher haben ihr Erlebtes, das ihnen nicht entzogen werden
kann.
     Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
     Wer nicht die kummervollen Nächte
     Auf seinem Bette weinend saß,
     Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.
Diese tiefschmerzlichen Zeilen wiederholte sich eine höchst
vollkommene angebetete Königin in der grausamsten Verbannung, zu
grenzenlosem Elend verwiesen. Sie befreudete sich mit dem Buche, das
diese Worte und noch manche schmerzliche Erfahrung überliefert, und
zog daraus einen peinlichen Trost; wer dürfte diese schon in die
Ewigkeit sich erstreckende Wirkung wohl jemals verkümmern?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 369
%
Mit dem größten Entzücken sieht man im Apollosaal der Villa
Aldobrandini zu Frascati, auf welche glückliche Weise Domenichin die
Ovidischen Metamorphosen mit der schicklichsten Örtlichkeit umgibt;
dabei nun erinnert man sich gern, dass die glücklichsten Ereignisse
doppelt selig empfunden werden, wenn sie uns in herrlicher Gegen
gegönnt waren, ja dass gleichgültige Momente durch würdige Lokalität
zu hoher Bedeutung gesteigert wurden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 370
%
Mannräuschlein nannte man im siebzehnten Jahrhundert gar
ausdrucksvoll die Geliebte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 371
%
Liebes gewaschenes Seelchen ist der verliebteste Ausdruck auf
Hiddensee.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 372
%
Das Wahre ist eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen
wir alle nur blinzend so daran vorbeizukommen, in Furcht sogar, uns
zu verbrennen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 373
%
"Die Klugen haben miteinander viel gemein." Äschylus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 374
%
Das eigentlich Unverständige sonst verständiger Menschen ist,
dass sie nicht zurechtzulegen wissen, was ein anderer sagt, aber
nicht gerade trifft, wie er's hätte sagen sollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 375
%
Ein jeder, weil er spricht, glaubt auch über die Sprache
sprechen zu können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 376
%
Man darf nur alt werden, um milder zu sein; ich sehe kein Fehler
begehen, den ich nicht auch begangen hätte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 377
%
Der Handelnde ist immer gewissenlos; es hat niemand Gewissen als
der Betrachtende.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 378
%
Ob denn die Glücklichen glauben, dass der Unglückliche wie ein
Gladiator mit Anstand vor ihnen umkommen solle, wie der römische
Pöbel zu fordern pflegte?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 379
%
Den Timon fragte jemand wegen des Unterrichts seiner Kinder.
Lasst sie, sagte der, unterrichten in dem, was sie niemals begreifen
werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 380
%
Es gibt Personen, denen ich wohl will und wünsche, ihnen besser
wollen zu können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 381
%
"Der eine Bruder brach Töpfe, der andere Krüge." Verderbliche
Wirtschaft!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 382
%
Wie man aus Gewohnheit nach einer abgelaufenen Uhr hinsieht, als
wenn sie noch ginge, so blickt man auch wohl einer Schönen ins
Gesicht, als wenn sie noch liebte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 383
%
Der Hass ist ein aktives Missvergnügen, der Neid ein passives;
deshalb darf man sich nicht wundern, wenn der Neid so schnell in Hass
übergeht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 384
%
Der Rhythmus hat etwas Zauberisches, sogar macht er uns glauben,
das Erhabene gehöre uns an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 385
%
Dilettantismus, ernstlich behandelt, und Wissenschaft,
mechanisch betrieben, werden Pedanterei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 386
%
Die Kunst kann niemand fördern als der Meister. Gönner fördern
den Künstler, das ist recht und gut; aber dadurch wird nicht immer
die Kunst gefördert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 387
%
"Deutlichkeit ist eine gehörige Verteilung von Licht und
Schatten." Hamann. Hört!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 388
%
Shakespeare ist reich an wundersamen Tropen, die aus
personifizierten Begriffen entstehen und uns gar nicht kleiden
würden, bei ihm aber völlig am Platze sind, weil zu seiner Zeit alle
Kunst von der Allegorie beherrscht wurde.
Auch findet derselbe Gleichnisse, wo wir sie nicht hernehmen
würden, z.B. vom Buche. Die Druckerkunst war schon über hundert Jahre
erfunden; demohngeachtet erschien ein Buch noch als ein Heiliges, wie
wir aus dem damaligen Einbande sehen, und so war es dem edlen Dichter
lieb und ehrenwert; wir aber broschieren jetzt alles und haben nicht
leicht vor dem Einbande noch seinem Inhalte Respekt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 389
%
"Herr von Schweinichen" ist ein merkwürdiges Gesichts- und
Sittenbuch; für die Mühe, die es kostet, es zu lesen, finden wir uns
reichlich belohnt; es wird für gewisse Zustände eine Symbolik der
vollkommensten Art. Es ist kein Lesebuch, aber man muss es gelesen
haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 390
%
Der törigste von allen Irrtümern ist, wenn junge gute Köpfe
glauben, ihre Originalität zu verlieren, indem sie das Wahre
anerkennen, was von andern schon anerkannt worden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 391
%
Die Gelehrten sind meist gehässig, wenn sie widerlegen; einen
Irrenden sehen sie gleich als ihren Todfeind an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 392
%
Die Schönheit kann nie über sich selbst deutlich werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 393
%
Sobald man der subjektiven oder so genannten sentimentalen
Poesie mit der objektiven, darstellenden, gleiche Rechte verlieh, wie
es denn auch wohl nicht anders sein konnte, weil man sonst die
moderne Poesie ganz hätte ablehnen müssen, so war vorauszusehen,
dass, wenn auch wahrhafte poetische Genies geboren werden sollten,
sie doch immer mehr das Gemütliche des innern Lebens als das
Allgemeine des großen Weltlebens darstellen würden. Dieses ist nun in
dem Grade eingetroffen, dass es eine Poesie ohne Tropen gibt, der man
doch keineswegs allen Beifall versagen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 394
%
Madame Roland, auf dem Blutgerüste, verlangte Schreibzeug, um
die ganz besondern Gedanken aufzuschreiben, die ihr auf dem letzten
Wege vorgeschwebt. Schade, dass man ihr's versagte; denn am Ende des
Lebens gehen dem gefassten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare;
sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der
Vergangenheit glänzend niederlassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 395
%
Man sagt sich oft im Leben, dass man die Vielgeschäftigkeit,
Polypragmosyne, vermeiden, besonders je älter man wird, sich desto
weniger in ein neues Geschäft einlassen solle. Aber man hat gut
reden, gut sich und andern raten. Älter werden heißt selbst ein neues
Geschäft antreten; alle Verhältnisse verändern sich, und man muss
entweder zu handeln ganz aufhören oder mit willen und Bewusstsein das
neue Rollenfach übernehmen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 396
%
Große Talente sind selten, und selten ist es, dass sie sich
selbst erkennen; nun aber hat kräftiges, unbewusstes Handeln und
Sinnen so höchst erfreuliche als unerfreuliche Folgen, und in solchem
Konflikt schwindet ein bedeutendes Leben vorüber. Hievon ergeben sich
in Medwins "Unterhaltungen" so merkwürdige als traurige Beispiele.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 397
%
Vom Absoluten in theoretischem Sinne wag' ich nicht zu reden;
behaupten aber darf ich, dass, wer es in der Erscheinung anerkannt
und immer im Auge behalten hat, sehr großen Gewinn davon erfahren
wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 398
%
In der Idee leben heißt das Unmögliche behandeln, als wenn es
möglich wäre. Mit dem Charakter hat es dieselbe Bewandtnis: Treffen
beide zusammen, so entstehen Ereignisse, worüber die Welt vom
Erstaunen sich Jahrtausende nicht erholen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 399
%
Napoleon, der ganz in der Idee lebte, konnte sie doch im
Bewusstsein nicht erfassen; er leugnet alles Ideelle durchaus und
spricht ihm jede Wirklichkeit ab, indessen er eifrig es zu
verwirklichen trachtet. Einen solchen innern perpetuierlichen
Widerspruch kann aber sein klarer, unbestechlicher Verstand nicht
ertragen, und es ist höchst wichtig, wenn er, gleichsam genötigt,
sich darüber gar eigen und anmutig ausdrückt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 400
%
Er betrachtet die Idee als ein geistiges Wesen, das zwar keine
Realität hat, aber, wenn es verfliegt, ein Residuum (Caput mortuum)
zurücklässt, dem wir die Wirklichkeit nicht ganz absprechen können.
Wenn dieses uns auch starr und materiell genug scheinen mag, so
spricht er sich ganz anders aus, wenn er von den unaufhaltsamen
Folgen seines Lebens und Treibens mit Glauben und Zutrauen die Seinen
unterhält. Da gesteht er wohl gern, dass Leben Lebendiges
hervorbringe, dass eine gründliche Befruchtung auf alle Zeiten hinaus
wirke. Er gefällt sich, zu bekennen, dass er dem Weltgange eine
frische Anregung, eine neue Richtung gegeben habe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 401
%
Höchst bemerkenswert bleibt es immer, dass Menschen, deren
Persönlichkeit fast ganz Idee ist, sich so äußerst vor dem
Phantastischen scheuen. So war Hamann, dem es unerträglich schien,
wenn von Dingen einer andern Welt gesprochen schien, wenn von Dingen
einer andern Welt gesprochen wurde. Er drückte sich gelegentlich
darüber in einem gewissen Paragraphen aus, den er aber, weil er ihm
unzulänglich schien, vierzehn Mal variierte und sich doch immer
wahrscheinlich nicht genug tat. Zwei von diesen Versuchen sind uns
übrig geblieben; einen dritten haben wir selbst gewagt, welchen hier
abdrucken zu lassen wir durch oben Stehendes veranlasst sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 402
%
Der Mensch ist als wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt
gesetzt und mit solchen Organen begabt, dass er das Wirkliche und
nebenbei das Mögliche erkennen und hervorbringen kann. Alle gesunden
Menschen haben die Überzeugung ihres Daseins und eines Daseienden um
sie her. Indessen gibt es auch einen hohlen Fleck im Gehirn, d.h.
eine Stelle, wo sich kein Gegenstand abspiegelt, wie denn auch im
Auge selbst ein Fleckchen ist, das nicht sieht. Wird der Mensch auf
diese Stelle besonders aufmerksam, vertieft er sich darin, so
verfällt er in eine Geisteskrankheit, ahnet hier Dinge aus einer
andern Welt, die aber eigentlich Undinge sind und weder Gestalt noch
Begrenzung haben, sondern als leere Nachträumlichkeit ängstigen und
den, der sich nicht losreißt, mehr als gespensterhaft verfolgen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 403
%
Literatur ist das Fragment der Fragmente; das wenigste dessen,
was geschah und gesprochen worden, ward geschrieben; vom
Geschriebenen ist das wenigste übrig geblieben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 404
%
Und doch bei aller Unvollständigkeit des Literarwesens finden
wir tausendfältige Wiederholung, woraus hervorgeht, wie beschränkt
des Menschen Geist und Schicksal sei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 405
%
Den einzelnen Verkehrtheiten des Tags sollte man immer nur große
weltgeschichtliche Massen entgegensetzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 406
%
Da wir doch zu dieser allgemeinen Weltberatung als Assessoren,
obgleich sine voto, berufen sind und wir uns von den
Zeitungsschreibern tagtäglich referieren lassen, so ist es ein Glück,
auch aus der Vorzeit tüchtig Referierende zu finden. Für mich sind
von Raumer und Wachler in den neusten Tagen dergleichen geworden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 407
%
Die Frage: Wer höher steht, der Historiker oder der Dichter?
Darf gar nicht aufgeworfen werden; sie konkurrieren nicht
miteinander, so wenig als der Wettläufer und der Faustkämpfer. Jedem
gebührt seine eigene Krone.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 408
%
Die Pflicht des Historikers ist zwiefach: Erst gegen sich
selbst, dann gegen den Leser. Bei sich selbst muss er genau prüfen,
was wohl geschehen sein könnte, und um des Lesers willen muss er
festsetzen, was geschehen sei. Wie er mit sich selbst handelt, mag er
mit seinen Kollegen ausmachen; das Publikum muss aber nicht ins
Geheimnis hineinsehen, wie wenig in der Geschichte als entschieden
ausgemacht kann angesprochen werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 409
%
Es geht uns mit Büchern wie mit neuen Bekanntschaften. Die erste
Zeit sind wir hoch vergnügt, wenn wir im allgemeinen Übereinstimmung
finden, wenn wir uns an irgendeiner Hauptseite unserer Existenz
freundlich berührt fühlen; bei näherer Bekanntschaft treten alsdann
erst die Differenzen hervor, und da ist denn die Hauptsache eines
vernünftigen Betragens, dass man nicht, wie etwa in der Jugend
geschieht, sogleich zurückschaudere, sondern dass man gerade das
Übereinstimmende recht fest halte und sich über die Differenzen
vollkommen aufkläre, ohne sich deshalb vereinigen zu wollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 410
%
Eine solche freundlich-belehrende Unterhaltung ist mir durch
Stiedenroths "Psychologie" geworden. Alle Wirkung des Äußern aufs
Innere trägt er unvergleichlich vor, und wir sehen die Welt nochmals
nach und nach in uns entstehen. Aber mit der Gegenwirkung des Innern
nach außen gelingt es ihm nicht ebenso. Der Entelechie, die nichts
aufnimmt, ohne sich's durch eigene Zutat anzueignen, lässt er nicht
Gerechtigkeit widerfahren, und mit dem Genie will es auf diesem Weg
gar nicht fort; und wenn er das Ideal aus der Erfahrung abzuleiten
denkt und sagt, das Kind idealisiert nicht, so mag man antworten, das
Kind zeugt nicht; denn zum Gewahrwerden des Ideellen gehört auch eine
Pubertät. Doch genug, er bleibt uns ein werter Gesell und Gefährte
und soll nicht von unserer Seite kommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 411
%
Wer viel mit Kindern lebt, wird finden, dass keine äußere
Einwirkung auf sie ohne Gegenwirkung bleibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 412
%
Die Gegenwirkung eines vorzüglich kindlichen Wesens ist sogar
leidenschaftlich, das Eingreifen tüchtig.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 413
%
Deshalb leben Kinder in Schnellurteilen, um nicht zu sagen in
Vorurteilen; denn bis das schnell, aber einseitig Gefasste sich
auslöscht, um einem Allgemeinern Platz zu machen, erfordert es Zeit.
Hierauf zu achten, ist eine der größten Pflichten des Erziehers.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 414
%
Ein zweijähriger Knabe hatte die Geburtstagsfeier begriffen, an
der seinigen die bescherten Gaben mit Dank und Freude sich
zugeeignet, nicht weniger dem Bruder die seinigen bei gleichem Feste
gegönnt.
Hiedurch veranlasst, fragte er am Weihnachtsabend, wo so viele
Geschenke vorlagen, wann denn sein Weihnachten komme? Dies allgemeine
Fest zu begreifen, war noch ein ganzes Jahr nötig.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 415
%
Die große Schwierigkeit bei psychologischen Reflexionen, ist,
dass man immer das Innere und Äußere parallel oder vielmehr
verflochten betrachten muss. Es ist immerfort Systole und Distole,
Einatmen und Ausatmen des lebendigen Wesens; kann man es auch nicht
aussprechen, so beobachte man es genau und merke darauf.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 416
%
Mein Verhältnis zu Schiller gründete sich auf die entschiedene
Richtung beider auf einen Zweck, unsere gemeinsame Tätigkeit auf die
Verschiedenheit der Mittel, wodurch wir jenen zu erreichen streben.
Bei einer zarten Differenz, die einst zwischen uns zur Sprache
kam, und woran ich durch eine Stelle seines Briefs wieder erinnert
werde, macht' ich folgende Betrachtungen:
Es ist ein großer Unterscheid, ob der Dichter zum Allgemeinen das
Besondere sucht oder im Besonderen das Allgemeine schaut. Aus jener
Art entsteht Allegorie, wo das Besondere nur als Beispiel, als
Exempel des Allgemeinen gilt; die letztere aber ist eigentlich die
Natur der Poesie, sie spricht ein Besonderes aus, ohne ans Allgemeine
zu denken oder darauf hinzuweisen. Wer nun dieses Besondere lebendig
fasst, erhält zugleich das Allgemeine mit, ohne es gewahr zu werden,
oder erst spät.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 417
%
Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß; mit dem Wissen
wächst der Zweifel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 418
%
Die Irrtümer des Menschen machen ihn eigentlich liebenswürdig.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 419
%
Bonus vir semper tiro.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 420
%
Es gibt Menschen, die ihr Gleiches lieben und aufsuche, und
wieder solche, die ihr Gegenteil lieben und diesem nachgehn.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 421
%
Wer sich von jeher erlaubt hätte, die Welt so schlecht
anzusehen, wie uns die Widersacher darstellen, der müsste ein
miserables Subjekt geworden sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 422
%
Missgunst und Hass beschränken den Beobachter auf die
Oberfläche, selbst wenn Scharfsinn sich zu ihnen gesellt;
verschwistert sich dieser hingegen mit Wohlwollen und Liebe, so
durchdringt er die Welt und den Menschen, ja er kann hoffen, zum
Allerhöchsten zu gelangen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 423
%
Panoramic ability schreibt mir ein englischer Kritiker zu, wofür
ich allerschönstens zu danken habe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 424
%
Einem jeden wohlgesinnten Deutschen ist eine gewisse Portion
poetischer Gabe zu wünschen als das wahre Mittel, seinen Zustand, von
welcher Art er auch sei, mit Wert und Anmut einigermaßen zu umkleiden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 425
%
Den Stoff sieht jedermann vor sich; den Gehalt findet nur der,
der etwas dazu zu tun hat, und die Form ist ein Geheimnis den meisten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 426
%
Die Menschen halten sich mit ihren Neigungen ans Lebendige. Die
Jugend bildet sich wieder an der Jugend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 427
%
Wir mögen die Welt kennen lernen, wie wir wollen, sie wird immer
eine Tag- und eine Nachtseite behalten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 428
%
Der Irrtum wiederholt sich immerfort in der Tat; deswegen muss
man das Wahre unermüdlich in Worten wiederholen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 429
%
Wie in Rom außer den Römern noch ein Volk von Statuen war, so
ist außer dieser realen Welt noch eine Welt des Wahns, viel mächtiger
beinahe, in der die meisten leben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 430
%
Die Menschen sind wie das Rote Meer: Der Stab hat sie kaum
auseinander gehalten, gleich hinterdrein fließen sie wieder zusammen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 431
%
Pflicht des Historikers, das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom
Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 432
%
Eine Chronik schreibt nur derjenige, dem die Gegenwart wichtig
ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 433
%
Die Gedanken kommen wieder, die Überzeugungen pflanzen sich
fort; die Zustände gehen unwiederbringlich vorüber.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 434
%
"Unter allen Völkerschaften haben die Griechen den Traum des
Lebens am schönsten geträumt."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 435
%
Übersetzer sind als geschäftige Kuppler anzusehen, die uns eine
halb verschleierte Schöne als höchst liebenswürdig anpreisen: Sie
erregen eine unwiderstehliche Neigung nach dem Original.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 436
%
Das Altertum setzen wir gern über uns, aber die Nachwelt nicht.
Nur ein Vater neidet seinem Sohn nicht das Talent.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 437
%
Sich subordinieren ist überhaupt keine Kunst; aber in
absteigender Linie, in der Deszendenz, etwas über sich erkennen, was
unter einem steht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 438
%
Unser ganzes Kunststück besteht darin, dass wir unsere Existenz
aufgeben, um zu existieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 439
%
Alles, was wir treiben und tun, ist ein Abmüden; wohl dem, der
nicht müde wird!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 440
%
"Hoffnung ist die zweite Seele der Unglücklichen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 441
%
"L'amour es tun vrai recommenceur."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 442
%
Es gibt im Menschen auch ein Dienenwollendes; daher die
chevalerie der Franzosen eine servage.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 443
%
"Im Theater wird durch die Belustigung des Gesichts und Gehörs
die Reflexion sehr eingeschränkt."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 444
%
Erfahrung kann sich ins Unendliche erweitern, Theorie nicht in
eben dem Sinne reinigen und vollkommener werden. Jener steht das
Universum nach allen Richtungen offen; diese bleibt innerhalb der
Grenze der menschlichen Fähigkeiten eingeschlossen. Deshalb müssen
alle Vorstellungsarten wiederkehren, und der wunderliche Fall tritt
ein, dass bei erweiterter Erfahrung eine bornierte Theorie wieder
Gunst erwerben kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 445
%
Es ist immer dieselbe Welt, die der Betrachtung offen steht, die
immerfort angeschaut oder geahnet wird, und es sind immer dieselben
Menschen, die im Wahren oder Falschen leben, im letzten bequemer als
im ersten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 446
%
Die Wahrheit widerspricht unserer Natur, der Irrtum nicht, und
zwar aus einem sehr einfachen Grunde: Die Wahrheit erfordert, dass
wir uns für beschränkt erkennen sollen; der Irrtum schmeichelt uns,
wir seien auf ein oder die andere Weise unbegrenzt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 447
%
Es ist nun schon bald zwanzig Jahre, dass die Deutschen sämtlich
transzendieren. Wenn sie es einmal gewahr werden, müssen sie sich
wunderlich vorkommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 448
%
Dass Menschen dasjenige noch zu können glauben, was sie gekonnt
haben, ist natürlich genug; dass andere zu vermögen glauben, was sie
nie vermochten, ist wohl seltsam, aber nicht selten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 449
%
Zu allen Zeiten sind es nur die Individuen, welche für die
Wissenschaft gewirkt, nicht das Zeitalter. Das Zeitalter war's, das
den Sokrates durch Gift hinrichtete; das Zeitalter, das Hussen
verbrannte: Die Zeitalter sind sich immer gleich geblieben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 450
%
Das ist die wahre Symbolik, wo das Besondere das Allgemeinere
repräsentiert, nicht als Traum und Schatten, sondern als lebendig
augenblickliche Offenbarung des Unerforschlichen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 451
%
Alles Ideelle, sobald es vom Realen gefordert wird, zehrt
endlich dieses und sich selbst auf. So der Kredit (Papiergeld) das
Silber und sich selbst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 452
%
Die Meisterschaft gilt oft für Egoismus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 453
%
Sobald die guten Werke und das Verdienstliche derselben
aufhören, sogleich tritt die Sentimentalität dafür ein, bei den
Protestanten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 454
%
Es ist eben, als ob man es selbst vermöchte, wenn man sich guten
Rats erholen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 455
%
Die Wahlsprüche deuten auf das, was man nicht hat, wonach man
strebt. Man stellt sich solches wie billig immer vor Augen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 456
%
"Wer einen Stein nicht allein erheben mag, der soll ihn auch
selbander liegen lassen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 457
%
Der Despotismus fördert die Autokratie eines jeden, indem er von
oben bis unten die Verantwortlichkeit dem Individuum zumutet und so
den höchsten Grad von Tätigkeit hervorbringt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 458
%
Alles Spinozistische in der poetischen Produktion wird in der
Reflexion Macchiavellismus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 459
%
Man muss seine Irrtümer teuer bezahlen, wenn man sie loswerden
will, und dann hat man noch von Glück zu sagen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 460
%
Wenn ein deutscher Literator seine Nation vormals beherrschen
wollte, so musste er ihr nur glauben machen, es sei einer da, der sie
beherrschen wolle. Da waren sie gleich so verschüchtert, dass sie
sich, von wem es auch wäre, gern beherrschen ließen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 461
%
"Nihil rerum mortalium tam instabile ac fluxum est quam potentia
non sua vi nixa."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 462
%
"Es gibt auch Afterkünstler, Dilettanten und Spekulanten: Jene
treiben die Kunst um des Vergnügens, diese um des Nutzens willen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 463
%
Geselligkeit lag in meiner Natur; deswegen ich bei vielfachem
Unternehmen mir Mitarbeiter gewann und mich ihnen zum Mitarbeiter
bildete und so das Glück erreichte, mich in ihnen und sie in mir
fortleben zu sehn.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 464
%
Mein ganzes inneres Wirken erwies sich als eine lebendige
Heuristik, welche, eine unbekannte geahnete Regel anerkennend, solche
in der Außenwelt zu finden und in die Außenwelt einzuführen trachtet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 465
%
Es gibt eine enthusiastische Reflexion, die von dem größten Wert
ist, wenn man sich von ihr nur nicht hinreißen lässt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 466
%
Nur in der Schule selbst ist die eigentliche Vorschule.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 467
%
Der Irrtum verhält sich gegen das Wahre wie der Schlaf gegen das
Wachen. Ich habe gemerkt, dass man aus dem Irren sich wie erquickt
wieder zu dem Wahren hinwende.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 468
%
Ein jeder leidet, der nicht für sich selbst handelt. Man handelt
für andere, um mit ihnen zu genießen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 469
%
Das Fassliche gehört der Sinnlichkeit und dem Verstande. Hieran
schließt sich das Gehörige, welches verwandt ist mit dem
Schicklichen. Das Gehörige jedoch ist ein Verhältnis zu einer
besondern Zeit und entschiedenen Umständen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 470
%
Eigentlich lernen wir nur von Büchern, die wir nicht beurteilen
können. Der Autor eines Buchs, das wir beurteilen könnten, müsste von
uns lernen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 471
%
Deshalb ist die Bibel ein ewig wirksames Buch, weil, solange die
Welt steht, niemand auftreten und sagen wird: Ich begreife es im
ganzen und verstehe es im einzelnen. Wir aber sagen bescheiden: Im
ganzen ist es ehrwürdig und im einzelnen anwendbar.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 472
%
Alle Mystik ist ein Transzendieren und ein Ablösen von
irgendeinem Gegenstande; den man hinter sich zu lassen glaubt. Je
größer und bedeutender dasjenige war, dem man absagt, desto reicher
sind die Produktionen des Mystikers.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 473
%
Die orientalische mystische Poesie hat deswegen den großen
Vorzug, dass der Reichtum der Welt, den der Adepte wegweist, ihm noch
jederzeit zu Gebote steht. Er befindet sich also noch immer mitten in
der Fülle, die er verlässt, und schwelgt in dem, was er gern los sein
möchte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 474
%
Christliche Mystiker sollte es gar nicht geben, da die Religion
selbst Mysterien darbietet. Auch gehen sie immer gleich ins Abstruse,
in den Abgrund des Subjekts.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 475
%
Ein geistreicher Mann sagte, die neuere Mystik sei die Dialektik
des Herzens und deswegen mitunter so erstaunenswert und
verführerisch, weil sie Dinge zur Sprache bringe, zu denen der Mensch
auf dem gewöhnlichen Verstands-, Vernunfts- und Religionswege nicht
gelangen würde. Wer sich Mut und Kraft glaube, sie zu studieren, ohne
sich betäuben zu lassen, der möge sich in diese Höhle des Trophonios
versenken, jedoch auf seine eigene Gefahr.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 476
%
Die Deutschen sollten in einem Zeitraume von dreißig Jahren das
Wort Gemüt nicht aussprechen, dann würde nach und nach Gemüt sich
wieder erzeugen; jetzt heißt es nur: Nachsicht mit Schwächen, eignen
und fremden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 477
%
Die Vorurteile der Menschen beruhen auf dem jedesmaligen
Charakter der Menschen; daher sind sie, mit dem Zustand innig
vereinigt, ganz unüberwindlich. Weder Evidenz, noch Verstand, noch
Vernunft haben den mindesten Einfluss darauf.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 478
%
Charaktere machen oft die Schwäche zum Gesetz. Weltkenner haben
gesagt: "Die Klugheit ist unüberwindlich, hinter welcher sich die
Furcht versteckt." Schwache Menschen haben oft revolutionäre
Gesinnungen; sie meinen, es wäre ihnen wohl, wenn sie nicht regiert
würden, und fühlen nicht, dass sie weder sich noch andere regieren
können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 479
%
In eben dem Falle sind die neuern deutschen Künstler: Den Zweig
der Kunst, den sie nicht besitzen, erklären sie für schädlich und
daher wegzuhauen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 480
%
Der Menschenverstand wird mit dem gesunden Menschen rein
geboren, entwickelt sich aus sich selbst und offenbart sich durch ein
entschiedenes Gewahrwerden und Anerkennen des Notwendigen und
Nützlichen. Praktische Männer und Frauen bedienen sich dessen mit
Sicherheit. Wo er mangelt, halten beide Geschlechter, was sie
begehren, für notwendig, und für nützlich, was ihnen gefällt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 481
%
Alle Menschen, wie sie zur Freiheit gelangen, machen ihre Fehler
gelten: Die Starken das Übertreiben, die Schwachen das
Vernachlässigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 482
%
Der Kampf des Alten, Bestehenden, Beharrenden mit Entwicklung,
Aus- und Umbildung ist immer derselbe. Aus aller Ordnung entsteht
zuletzt Pedanterie; um diese los zu werden, zerstört man jene, und es
geht eine Zeit hin, bis man gewahr wird, dass man wieder Ordnung
machen müsse. Klassizismus und Romantizismus, Innungszwang und
Gewerbsfreiheit, Festhalten und Zersplittern des Grundbodens, es ist
immer derselbe Konflikt, der zuletzt wieder einen neuen erzeugt. Der
größte Verstand des Regierenden wäre daher, diesen Kampf so zu
mäßigen, dass er ohne Untergang der eine Seite sich ins Gleiche
stellte; dies ist aber den Menschen nicht gegeben, und Gott scheint
es auch nicht zu wollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 483
%
Welche Erziehungsart ist für die beste zu halten? Re: Die
der Hydrioten. Als Insulaner und Seefahrer nehmen sie ihre Knaben
gleich mit zu Schiffe und lassen sie im Dienste herankrabbeln. Wie
sie etwas leisten, haben sie teil am Gewinn; und so kümmern sie sich
schon um Handel, Tausch und Beute, und es bilden sich die tüchtigsten
Küsten- und Seefahrer, die klügsten Handelsleute und verwegensten
Piraten. Aus einer solchen Masse können denn freilich Helden
hervortreten, die den verderblichen Brander mit eigener Hand an das
Admiralschiff der feindlichen Flotte festklammern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 484
%
Alles Vortreffliche beschränkt uns für einen Augenblick, indem
wir uns demselben nicht gewachsen fühlen; nur insofern wir es nachher
in unsere Kultur aufnehmen, es unsern Geists- und Gemütskräften
aneignen, wird es uns lieb und wert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 485
%
Kein Wunder, dass wir uns alle mehr oder weniger im
Mittelmäßigen gefallen, weil es uns in Ruhe lässt; es gibt das
behagliche Gefühl, als wenn man mit seinesgleichen umginge.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 486
%
Das Gemeine muss man nicht rügen, denn das bleibt sich ewig
gleich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 487
%
Wir können einem Widerspruch in uns selbst nicht entgehen; wir
müssen ihn auszugleichen suchen. Wenn uns andere widersprechen, das
geht uns nichts an, das ist ihre Sache.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 488
%
Es ist so viel gleichzeitig Tüchtiges und Treffliches auf der
Welt; aber es berührt sich nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 489
%
Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns
selbst zu regieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 490
%
Dozieren kannst du, Tüchtiger, freilich nicht; es ist, wie das
Predigen, durch unsern Zustand geboten, wahrhaft nützlich, wenn
Konversation und Katechisation sich anschließen, wie es auch
ursprünglich gehalten wurde. Lehren aber kannst du und wirst du, das
ist: Wenn Tat dem Urteil, Urteil der Tat zum Leben hilft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 491
%
Gegen die drei Einheiten ist nichts zu sagen, wenn das Sujet
sehr einfach ist; gelegentlich aber werden drei Mal drei Einheiten,
glücklich verschlungen, eine sehr angenehme Wirkung tun.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 492
%
Wenn die Männer sich mit den Weibern schleppen, so werden sie so
gleichsam abgesponnen wie ein Wocken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 493
%
Es kann wohl sein, dass der Mensch durch öffentliches und
häusliches Geschick zuzeiten grässlich gedroschen wird; allein das
rücksichtlose Schicksal, wenn es die reichen Garben trifft,
zerknittert nur das Stroh; die Körner aber spüren nichts davon und
springen lustig auf der Tenne hin und wieder, unbekümmert, ob sie zur
Mühle, ob sie zum Saatfeld wandern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 494
%
"Arden von Deversham", Shakespeares Jugendarbeit. Es ist der
ganze rein-treue Ernst des Auffassens und Wiedergebens, ohne Spur von
Rücksicht auf den Effekt, vollkommen dramatisch, ganz untheatralisch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 495
%
Shakespeares trefflichsten Theaterstücken mangelt es hie und da
an Fazilität; sie sind etwas mehr, als sie sein sollten, und eben
deshalb deuten sie auf den großen Dichter.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 496
%
Die größte Wahrscheinlichkeit der Erfüllung lässt noch einen
Zweifel zu; daher ist das Gehoffte, wenn es in die Wirklichkeit
eintritt, jederzeit überraschend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 497
%
"Vis superba formae." Ein schönes Wort von Johannes Secundus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 498
%
Die Sentimentalität der Engländer ist humoristisch und zart, der
Franzosen populär und weinerlich, der Deutschen naiv und realistisch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 499
%
Das Absurde, mit Geschmack dargestellt, erregt Widerwillen und
Bewunderung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 500
%
Von der besten Gesellschaft sagte man: Ihr Gespräch ist
unterrichtend, ihr Schweigen bildend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 501
%
Von einem bedeutenden frauenzimmerlichen Gedichte sagte jemand,
es habe mehr Energie als Enthusiasmus, mehr Charakter als Gehalt,
mehr Rhetorik als Poesie und im ganzen etwas Männliches.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 502
%
Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 503
%
Schönheit und Geist muss man entfernen, wenn man nicht ihr
Knecht werden will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 504
%
Der Mystizismus ist die Scholastik des Herzens, die Dialektik
des Gefühls.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 505
%
Man schont die Alten, wie man die Kinder schont.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 506
%
Der Alte verliert eins der größten Menschenrechte: Er wird nicht
mehr von seinesgleichen beurteilt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 507
%
Es ist mir in den Wissenschaften gegangen wie einem, der früh
aufsteht in der Dämmerung der Morgenröte, sodann aber die Sonne
ungeduldig erwartet und doch, wie sie hervortritt, geblendet wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 508
%
Man streitet viel und wird viel streiten über Nutzen und Schaden
der Bibelverbreitung. Mir ist klar: Schaden wird sie, wie bisher,
dogmatisch und phantastisch gebraucht; nutzen, wie bisher, didaktisch
und gefühlvoll aufgenommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 509
%
Große, von Ewigkeit her oder in der Zeit entwickelte
ursprüngliche Kräfte wirken unaufhaltsam; ob nutzend oder schadend,
das ist zufällig.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 510
%
Die Idee ist ewig und einzig, dass wir auch den Plural brauchen,
ist nicht wohlgetan. Alles, was wir gewahr werden und wovon wir reden
können, sind nur Manifestationen der Idee; Begriffe sprechen wir aus,
und insofern ist die Idee selbst ein Begriff.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 511
%
Im Ästhetischen tut man nicht wohl, zu sagen: Die Idee des
Schönen; dadurch vereinzelt man das Schöne, das doch einzeln nicht
gedacht werden kann. Vom Schönen kann man einen Begriff haben, und
dieser Begriff kann überliefert werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 512
%
Die Manifestation der Idee als des Schönen ist ebenso flüchtig
als die Manifestation des Erhabenen, des Geistreichen, des Lustigen,
des Lächerlichen. Dies ist die Ursache, warum so schwer darüber zu
reden ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 513
%
Echt ästhetisch-didaktisch könnte man sein, wenn man mit seinen
Schülern an allem Empfindungswerten vorüberginge oder es ihnen
zubrächte im Moment, wo es kulminiert und sie höchst empfänglich
sind. Da aber diese Forderung nicht zu erfüllen ist, so müsste der
höchste Stolz des Kathederlehrers sein, die Begriffe so vieler
Manifestationen in seinen Schülern dergestalt zum Leben zu bringen,
dass sie für alles Gute, Schöne, Große, Wahre empfänglich würden, um
es mit Freuden aufzufassen, wo es ihnen zur rechten Stunde begegnete.
Ohne dass sie es merkten und wüssten, wäre somit die Grundidee,
woraus alles hervorgeht, in ihnen lebendig geworden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 514
%
Wie man gebildete Menschen sieht, so findet man, dass sie nur
für eine Manifestation des Urwesens oder doch nur für wenige
empfänglich sind, und das ist schon genug. Das Talent entwickelt im
Praktischen alles und braucht von den theoretischen Einzelheiten
nicht Notiz zu nehmen: Der Musikus kann ohne seinen Schaden den
Bildhauer ignorieren und umgekehrt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 515
%
Man soll sich alles praktisch denken und deshalb auch dahin
trachten, dass verwandte Manifestationen der großen Idee, insofern
sie durch Menschen zur Erscheinung kommen sollen, auf eine gehörige
Weise ineinander wirken. Malerei, Plastik und Mimik stehen in einem
unzertrennlichen Bezug; doch muss der Künstler, zu dem einen berufen,
sich hüten, von dem andern beschädigt zu werden: Der Bildhauer kann
sich vom Maler, der Maler vom Mimiker verführen lassen, und alle drei
können einander so verwirren, dass keiner derselben auf den Füßen
stehen bleibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 516
%
Die mimische Tanzkunst würde eigentlich alle bildenden Künste
zugrunde richten, und mit Recht. Glücklicherweise ist der Sinnenreiz,
den sie bewirkt, so flüchtig, und sie muss, um zu reizen, ins
Übertriebene gehen. Dieses schreckt die übrigen Künstler
glücklicherweise sogleich ab; doch können sie, wenn sie klug und
vorsichtig sind, viel dabei lernen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 517
%
Das erste und letzte, was vom Genie gefordert wird, ist
Wahrheitsliebe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 518
%
Wer gegen sich selbst und andere wahr ist und bleibt, besitzt
die schönste Eigenschaft der größten Talente.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 519
%
Große Talente sind das schönste Versöhnungsmittel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 520
%
Das Genie übt eine Art Ubiquität aus, ins Allgemeine vor, ins
Besondere nach der Erfahrung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 521
%
Eine tätige Skepsis: Welche unablässig bemüht ist, sich selbst
zu überwinden und durch geregelte Erfahrung zu einer Art von
bedingter Zuverlässigkeit zu gelangen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 522
%
Das Allgemeine eines solchen Geistes ist die Tendenz: Zu
erforschen, ob irgendeinem Objekt irgendein Prädikat wirklich
zukomme; und geschieht diese Untersuchung in der Absicht, das als
geprüft Gefundene in der Praxis mit Sicherheit anwenden zu können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 523
%
Der lebendig begabte Geist, sich in praktischer Absicht ans
Allernächste haltend, ist das Vorzüglichste auf Erden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 524
%
"Vollkommenheit ist die Norm des Himmels; Vollkommenes wollen,
die Norm des Menschen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 525
%
Der Mensch ist genugsam ausgestattet zu allen wahren irdischen
Bedürfnissen, wenn er seinen Sinnen traut und sie dergestalt
ausbildet, dass sie des Vertrauens wert bleiben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 526
%
Die Sinne trügen nicht, das Urteil trügt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 527
%
Man leugnet dem Gesicht nicht ab, dass es die Entfernung der
Gegenstände, die sich neben- und übereinander befinden, zu schätzen
wisse; das Hintereinander will man nicht gleichmäßig zugestehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 528
%
Und doch ist dem Menschen, der nicht stationär, sondern
beweglich gedacht wird, hierin die sicherste Lehre durch Parallaxe
verliehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 529
%
Die Lehre von dem Gebrauch der korrespondierenden Winkel ist,
genau besehen, darin eingeschlossen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 530
%
Das Tier wird durch seine Organe belehrt, der Mensch belehrt die
seinigen und beherrscht sie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 531
%
Anaxagoras lehrt, dass alle Tiere die tätige Vernunft haben,
aber nicht die leidende, die gleichsam der Dolmetscher des Verstandes
ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 532
%
Jüdisches Wesen. Energie der Grund von allem. Unmittelbare
Zwecke. Keiner, auch nur der kleinste, geringste Jude, der nicht
entschiedenes Bestreben verriete, und zwar ein irdisches, zeitliches,
augenblickliches.
Judensprache hat etwas Pathetisches.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 533
%
Alle unmittelbare Aufforderung zum Ideellen ist bedenklich,
besonders an die Weiblein. Wie es auch sei, umgibt sich der einzelne
bedeutende Mann mit einem mehr oder weniger
religios-moralisch-ästhetischen Serail.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 534
%
Jede große Idee, die als ein Evangelium in die Welt tritt, wird
dem stockenden pedantischen Volke ein Ärgernis und einem Viel-, aber
Leichtgebildeten eine Torheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 535
%
Eine jede Idee tritt als ein fremder Gast in die Erscheinung,
und wie sie sich zu realisieren beginnt, ist sie kaum von Phantasie
und Phantasterei zu unterscheiden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 536
%
Dies ist es, was man Ideologie im guten und bösen Sinne genannt
hat, und warum der Ideolog den lebhaft wirkenden praktischen
Tagesmenschen so sehr zuwider war.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 537
%
Man kann die Nützlichkeit einer Idee anerkennen und doch nicht
recht verstehen, sie vollkommen zu nutzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 538
%
"Ich glaube einen Gott!" Dies ist ein schönes, löbliches Wort;
aber Gott anerkennen, wo und wie er sich offenbare, das ist
eigentlich die Seligkeit auf Erden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 539
%
Kepler sagte: "Mein höchster Wunsch ist, den Gott, den ich im
Äußern überall finde, auch innerlich, innerhalb meiner gleichermaßen
gewahr zu werden." Der edle Mann fühlte sich nicht bewusst, dass eben
in dem Augenblick das Göttliche in ihm mit dem Göttlichen des
Universums in genauester Verbindung stand.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 540
%
Den teleologischen Beweis vom Dasein Gottes hat die kritische
Vernunft beseitigt; wir lassen es uns gefallen. Was aber nicht als
Beweis gilt, soll uns als Gefühl gelten, und wir rufen daher von der
Brontotheologie bis zur Niphotheologie alle dergleichen fromme
Bemühungen wieder heran. Sollten wir im Blitz, Donner und Sturm nicht
die Nähe einer übergewaltigen Macht, in Blütenduft und lauem
Luftsäuseln nicht ein liebevoll sich annäherndes Wesen empfinden
dürfen?
Frage.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 541
%
Was ist praedestinatio?

Antwort.
Gott ist mächtiger und weiser als wir; darum macht er es mit uns nach
seinem Gefallen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 542
%
Apokrypha. Wichtig wäre es, das hierüber historisch schon
Bekannte nochmals zusammenzufassen und zu zeigen, dass gerade jene
apokryphischen Schriften, mit denen die Gemeinden schon die ersten
Jahrhunderte unserer Ära überschwemmt wurden, und woran unser Kanon
noch jetzt leidet, die eigentliche Ursache sind, warum das
Christentum in keinem Momente der politischen und Kirchengeschichte
in seiner ganzen Schönheit und Reinheit hervortreten konnte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 543
%
Das unheilbare Übel dieser religiösen Streitigkeiten besteht
darin, dass der eine Teil auf Märchen und leere Worte das höchste
Interesse der Menschheit zurückführen will, der andere aber es da zu
begründen denkt, wo sich niemand beruhigt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 544
%
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung
sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 545
%
Glaube, Liebe, Hoffnung fühlten einst in ruhiger, geselliger
Stunde einen plastischen Trieb in ihrer Natur: Sie befleißigten sich
zusammen und schufen ein liebliches Gebilde, eine Pandora im höhern
Sinne, die Geduld.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 546
%
"Ich bin über die Wurzeln des Baumes gestolpert, den ich
gepflanzt hatte." Das muss ein alter Forstmann gewesen sein, der dies
gesagt hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 547
%
"Ein schäbiges Kamel trägt immer noch die Lasten vieler Esel."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 548
%
Weiß denn der Sperling, wie's dem Storch zumute sei?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 549
%
Wo Lampen brennen, gibt's Ölflecken, wo Kerzen brennen, gibt's
Schnuppen; die Himmelslichter allein erleuchten rein und ohne Makel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 550
%
Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht
zu Rande.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 551
%
Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, ein oft versengter Greis
scheut sich zu wärmen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 552
%
Die gegenwärtige Welt ist nicht wert, dass wir etwas für sie
tun: Denn die bestehende kann in dem Augenblick abscheiden. Für die
vergangne und künftige müssen wir arbeiten; für jene, dass wir ihr
Verdienst anerkennen, für diese, dass wir ihren Wert zu erhöhen
suchen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 553
%
Frage sich doch jeder, mit welchem Organ er allenfalls in seine
Zeit einwirken kann und wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 554
%
Denke nur niemand, dass man auf ihn als den Heiland gewartet
habe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 555
%
Charakter im Großen und Kleinen ist, dass der Mensch demjenigen
eine stete Folge gibt, dessen er sich fähig fühlt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 556
%
Wer tätig sein will und muss, hat nur das Gehörige des
Augenblicks zu bedenken, und so kommt er ohne Weitläufigkeit durch.
Das ist der Vorteil der Frauen, wenn sie ihn verstehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 557
%
Der Augenblick ist eine Art von Publikum; man muss ihn betrügen,
dass er glaube, man tue was; dann lässt er uns gewähren und im
geheimen fortführen, worüber seine Enkel erstaunen müssen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 558
%
Mensche, die ihre Kenntnisse an die Stelle der Einsicht setzen.
(Junge Leute.)
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 559
%
In einigen Staaten ist infolge der erlebten heftigen Bewegungen
fast in allen Richtungen eine gewisse Übertreibung im
Unterrichtswesen eingetreten, dessen Schädlichkeit in der Folge
allgemeiner eingesehen, aber jetzt schon von tüchtigen, redlichen
Vorstehern solcher Anstalten vollkommen anerkannt ist. Treffliche
Männer leben in einer Art von Verzweiflung, dass sie dasjenige, was
sie amts- und vorschriftsmäßig lehren und überliefern müssen, für
unnütz und schädlich halten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 560
%
Es ist nichts trauriger anzusehen, als das unvermittelte Streben
ins Unbedingte in dieser durchaus bedingten Welt; es erscheint im
Jahr 1830 vielleicht ungehöriger als je.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 561
%
Vor der Revolution war alles Bestreben, nachher verwandelte sich
alles in Forderung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 562
%
Ob eine Nation reif werden könne, ist eine wunderliche Frage.
Ich beantworte sie mit Ja, wenn alle Männer als dreißigjährig geboren
werden könnten. Da aber die Jugend vorlaut, das Alter aber kleinlaut
ewig sein wird, so ist der eigentlich reife Mann immer zwischen
beiden geklemmt und wird sich auf eine wunderliche Weise behelfen und
durchhelfen müssen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 563
%
Was vonseiten der Monarchen in den Zeitungen gedruckt wird,
nimmt sich nicht gut aus; denn die Macht soll handeln und nicht
reden. Was die Liberalen vorbringen, lässt sich immer lesen; denn der
Übermächtigte, weil er nicht handeln kann, mag sich wenigstens redend
äußern. "Lasst sie singen, wenn sie nur bezahlen!", sagte Mazarin,
als man ihm die Spottlieber auf eine neue Steuer vorlegte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 564
%
Wenn man einige Monate die Zeitungen nicht gelesen hat, und man
liest sie alsdann zusammen, so zeigt sich erst, wie viel Zeit man mit
diesen Papieren verdirbt. Die Welt war immer in Parteien geteilt,
besonders ist sie es jetzt, und während jedes zweifelhaften Zustandes
kirrt der Zeitungsschreiber eine oder die andere Partei mehr oder
weniger und nährt die innere Neigung und Abneigung von Tag zu Tag,
bis zuletzt Entscheidung eintritt und das Geschehene wie eine
Gottheit angestaunt wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 565
%
Eitelkeit ist eine persönliche Ruhmsucht: Man will nicht wegen
seiner Eigenschaften, seiner Verdienste, Taten geschätzt, geehrt,
gesucht werden, sondern um seines individuellen Daseins willen. Am
besten kleidet die Eitelkeit deshalb eine frivole Schöne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 566
%
Welcher Gewinn wäre es fürs Leben, wenn man dies früher gewahr
würde, zeitig erführe, dass man mit seiner Schönen nie besser steht,
als wenn man seinen Rivalen lobt. Alsdann geht ihr das Herz auf, jede
Sorge, euch zu verletzen, die Furcht, euch zu verlieren, ist
verschwunden: Sie macht euch zum Vertrauten, und ihr überzeugt euch
mit Freuden, dass ihr es seid, dem die Frucht des Baumes gehört, wenn
ihr guten Humor genug habt, anderen die abfallenden Blätter zu
überlassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 567
%
Für die vorzüglichste Frau wird diejenige gehalten, welche ihren
Kindern den Vater, wenn er abgeht, zu ersetzen imstande ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 568
%
Klassisch ist das Gesunde, romantisch das Kranke.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 569
%
Ovid blieb klassisch auch im Exil: Er sucht sein Unglück nicht
in sich, sondern in seiner Entfernung von der Hauptstadt der Welt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 570
%
Das Romantische ist schon in seinen Abgrund verlaufen: Das
Grässlichste der neueren Produktionen ist kaum noch gesunkener zu
denken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 571
%
Engländer und Franzosen haben uns darin überboten. Körper, die
bei Leibesleben verfaulen und sich in detaillierter Betrachtung ihres
Verwesens erbauen; Tote, die zum Verderben anderer am Leben bleiben
und ihren Tod am Lebendigen ernähren - dahin sind unsere Produzenten
gelangt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 572
%
Im Altertum spuken dergleichen Erscheinungen nur vor wie seltene
Krankheitsfälle; bei den Neuern sind sie endemisch und epidemisch
geworden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 573
%
Die Literatur verdirbt sich nur in dem Maße, als die Menschen
verdorbener werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 574
%
Was ist das für eine Zeit, wo man die Begrabenen beneiden muss!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 575
%
Das Wahre, Gute und Vortreffliche ist einfach und sich immer
gleich, wie es auch erscheine. Das Irren aber, das den Tadel
hervorruft, ist höchst mannigfaltig, in sich selbst verschieden und
nicht allein gegen das Gute und Wahre, sondern auch gegen sich selbst
kämpfend, mit sich selbst im Widerspruch. Daher müssen in jeder
Literatur die Ausdrücke des Tadels die Worte des Lobes überwiegen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 576
%
Bei den Griechen, deren Poesie und Rhetorik einfach und positiv
war, erscheint die Billigung öfter als die Missbilligung; bei den
Lateinern hingegen ist es umgekehrt, und je mehr sich Poesie und
Redekunst verdirbt, desto mehr wird der Tadel wachsen und das Lob
sich zusammenziehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 577
%
Es gibt empirische Enthusiasten, die, obgleich mit Recht, an
neuen guten Produkten aber mit einer Ekstase sich erweisen, als wenn
sonst in der Welt nichts Vorzügliches zu sehen gewesen wäre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 578
%
"Sakuntala." Hier erscheint der Dichter in seiner höchsten
Funktion; als Repräsentant des natürlichsten Zustandes, der feinsten
Lebensweise, des reinsten sittlichen Bestrebens, der würdigsten
Majestät und der ernstesten Gottesverehrung wagt er sich in gemeine
und lächerliche Gegensätze.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 579
%
"Heinrich der Vierte", von Shakespeare. Wenn alles verloren
wäre, was je dieser Art geschrieben zu uns gekommen, so könnte man
Poesie und Rhetorik daraus vollkommen wiederherstellen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 580
%
"Eulenspiegel." Alle Hauptspäße des Buchs beruhen darauf, dass
alle Menschen figürlich sprechen und Eulenspiegel es eigentlich nimmt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 581
%
Mythologie = Luxe de Croyance.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 582
%
Über die wichtigsten Angelegenheiten des Gefühls wie der
Vernunft, der Erfahrung wie des Nachdenkens soll man nur mündlich
verhandeln. Das ausgesprochene Wort ist sogleich tot, wenn es nicht
durch ein folgendes, dem Hörer gemäßes, am Leben erhalten wird. Man
merke nur auf ein geselliges Gespräch! Gelangt das Wort nicht schon
tot zu dem Hörer, so ermordet er es alsogleich durch Widerspruch,
Bestimmen, Bedingen, Ablenken, Abspringen und wie die tausendfältigen
Unarten des Unterhaltens auch heißen mögen. Mit dem Geschriebenen ist
es noch schlimmer. Niemand mag lesen als das, woran er schon
einigermaßen gewöhnt ist; das Bekannte, das Gewohnte verlangt er
unter veränderter Form. Doch hat das Geschriebene den Vorteil, dass
es dauert und die Zeit abwarten kann, wo ihm zu wirken gegönnt ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 583
%
Vernünftiges und Unvernünftiges haben gleichen Widerspruch zu
erleiden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 584
%
Was man mündlich ausspricht, muss der Gegenwart, dem Augenblick
gewidmet sein; was man schreibt, widme man der Ferne, der Folge.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 585
%
Die Dialektik ist die Ausbildung des Widerspruchsgeistes,
welcher dem Menschen gegeben, damit er den Unterschied der Dinge
erkennen lerne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 586
%
Mit wahrhaft Gleichgesinnten kann man sich auf die Länge nicht
entzweien, man findet sich immer wieder einmal zusammen; mit
eigentlich Widergesinnten versucht man umsonst Einigkeit zu halten,
es bricht immer wieder einmal auseinander.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 587
%
Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung
wiederholen und auf die unsrige nicht achten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 588
%
Diejenigen, welche widersprechen und streiten, sollten mitunter
bedenken, dass nicht jede Sprache jedem verständlich sei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 589
%
Es hört doch jeder nur, was er versteht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 590
%
Ich erwarte wohl, dass mir mancher Leser widerspricht; aber er
muss doch stehen lassen, was er schwarz auf weiß vor sich hat. Ein
anderer stimmt vielleicht mir bei, ebendasselbe Exemplar in der Hand.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 591
%
Die wahre Liberalität ist Anerkennung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 592
%
Die schwer zu lösende Aufgabe strebender Menschen ist, die
Verdienste älterer Mitlebenden anzuerkennen und sich von ihren
Mängeln nicht hindern zu lassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 593
%
Es gibt Menschen, die auf die Mängel ihrer Freunde sinnen; dabei
ist nichts zu gewinnen. Ich habe immer auf die Verdienste meiner
Widersacher acht gehabt und davon Vorteil gezogen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 594
%
Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren,
das verstünden sie auch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 595
%
Das Publikum will wie Frauenzimmer behandelt sein: Man soll
ihnen durchaus nichts sagen, als was sie hören möchten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 596
%
Jedem Alter des Menschen antwortet eine gewisse Philosophie. Das
Kind erscheint als Realist; denn es findet sich so überzeugt von dem
Dasein der Birnen und Äpfel als von dem seinigen. Der Jüngling, von
innern Leidenschaften bestürmt, muss auf sich selbst merken, sich
vorfühlen: Er wird zum Idealisten umgewandelt. Dagegen ein Skeptiker
zu werden, hat der Mann alle Ursache; er tut wohl, zu zweifeln, ob
das Mittel, das er zum Zwecke gewählt hat, auch das rechte sei. Vor
dem Handeln, im Handeln hat er alle Ursache, den Verstand beweglich
zu erhalten, damit er nicht nachher sich über eine falsche Wahl zu
betrüben habe. Der Greis jedoch wird sich immer zum Mystizismus
bekennen: Er sieht, dass so vieles vom Zufall abzuhängen scheint; das
Unvernünftige gelingt, das Vernünftige schlägt fehl, Glück und
Unglück stellen sich unerwartet ins gleiche; so ist es, so war es,
und das hohe Alter beruhigt sich in dem, der da ist, der da war und
der da sein wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 597
%
Wenn man älter wird, muss man mit Bewusstsein auf einer gewissen
Stufe stehen bleiben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 598
%
Es ziemt sich dem Bejahrten, weder in der Denkweise noch in der
Art, sich zu kleiden, der Mode nachzugehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 599
%
Aber man muss wissen, wo man steht und wohin die andern wollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 600
%
Was man Mode heißt, ist augenblickliche Überlieferung. Alle
Überlieferung führt eine gewisse Notwendigkeit mit sich, sich ihr
gleichzustellen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 601
%
Man hat sich lange mit der Kritik der Vernunft beschäftigt; ich
wünschte eine Kritik des Menschenverstandes. Es wäre eine wahre
Wohltat fürs Menschengeschlecht, wenn man dem Gemeinverstand bis zur
Überzeugung nachweisen könnte, wie weit er reichen kann, und das ist
gerade so viel, als er zum Erdenleben vollkommen bedarf.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 602
%
"Genau besehen, ist alle Philosophie nur der Menschenverstand im
amphigurischer Sprache."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 603
%
Der Menschenverstand, der eigentlichst aufs Praktische
angewiesen ist, irrt nur alsdann, wenn er sich an die Auflösung
höherer Probleme wagt; dagegen weiß aber auch eine höhere Theorie
sich selten in den Kreis zu finden, wo jener wirkt und west.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 604
%
Denn eben wenn man Probleme, die nur dynamisch erklärt werden
können, beiseite schiebt, dann kommen mechanische Erklärungsarten
wieder zur Tagesordnung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 605
%
In Rücksicht aufs Praktische ist der unerbittliche Verstand
Vernunft, weil der Vernunft Höchstes ist, vis-à-vis des Verstandes
nämlich, den Verstand unerbittlich zu machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 606
%
Alle Empiriker streben nach der Idee und können sie in der
Mannigfaltigkeit nicht entdecken; alle Theoretiker suchen sie im
Mannigfaltigen und können sie darinne nicht auffinden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 607
%
Beide jedoch finden sich im Leben, in der Tat, in der Kunst
zusammen, und das ist so oft gesagt; wenige aber verstehen es zu
nutzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 608
%
Der denkende Mensch irrt besonders, wenn er sich nach Ursach'
und Wirkung erkundigt: Sie beide zusammen machen das unteilbare
Phänomen. Wer das zu erkennen weiß, ist auf dem rechten Wege zum tun,
zur Tat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 609
%
Das genetische Verfahren leitet uns schon auf bessere Wege, ob
man gleich damit auch nicht ausreicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 610
%
Alle praktische Menschen suchen sich die Welt handrecht zu
machen; alle Denker wollen sie kopfrecht haben. Wie weit es jedem
gelingt, mögen sie zusehen.
Die Realen
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 611
%
Was nicht geleistet wird, wird nicht verlangt.
Die Idealen
Was verlangt wird, ist nicht gleich zu leisten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 612
%
Dass man gerade nur denkt, wenn man das, worüber man denkt,
nicht ausdenken kann!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 613
%
Es ist mit der Geschichte wie mit der Natur, wie mit allem
Profunden, es sei vergangen, gegenwärtig oder zukünftig: Je tiefer
man ernstlich eindringt, desto schwierigere Probleme tun sich hervor.
Wer sich nicht fürchtet, sondern kühn darauf losgeht, fühlt sich,
indem er weiter gedeiht, höher gebildet und behaglicher.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 614
%
Jede Erscheinung ist zugänglich wie ein planum inclinatum, das
bequem zu ersteigen ist, wenn der hintere Teil des Keiles schroff und
unerreichbar dasteht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 615
%
Wer sich in ein Wissen einlassen soll, muss betrogen werden oder
sich selbst betrügen, wenn äußere Nötigungen ihn nicht
unwiderstehlich bestimmen. Wer würde ein Arzt werden, wenn er alle
Unbilden auf einmal vor sich sähe, die seiner warten?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 616
%
Wie viele Jahre muss man nicht tun, um nur einigermaßen zu
wissen, was und wie es zu tun sei!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 617
%
Falsche Tendenzen sind eine Art realer Sehnsucht, immer noch
vorteilhafter als die falsche Tendenz, die sich als ideelle Sehnsucht
ausdrückt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 618
%
Lüsternheit: Spiel mit dem zu Genießenden. Spiel mit dem
Genossenen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 619
%
Pflicht: Wo man liebt, was man sich selbst befiehlt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 620
%
Wir sind naturforschend Pantheisten, dichtend Polytheisten,
sittlich Monotheisten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 621
%
Gott, wenn wir hoch stehen, ist alles; stehen wir niedrig, so
ist er ein Supplement unsrer Armseligkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 622
%
Die Kreatur ist sehr schwach; denn sucht sie etwas, findet sie's
nicht. Stark aber ist Gott; denn sucht er die Kreatur, so hat er sie
gleich in seiner Hand.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 623
%
Glaube ist Liebe zum Unsichtbaren, Vertrauen aufs Unmögliche,
Unwahrscheinliche.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 624
%
Das Christentum steht mit dem Judentum in einem weit stärkern
Gegensatz als mit dem Heidentum.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 625
%
Die christliche Religion ist eine intentionierte politische
Revolution, die, verfehlt, nachher moralisch geworden ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 626
%
Es gibt Theologen, die wollten, dass es nur einen einzigen
Menschen in der Welt gegeben hätte, den Gott erlöst hätte; denn da
hätte er keine Ketzer geben können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 627
%
"Die Kirche schwächt alles, was sie anrührt."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 628
%
Die Ohrenbeichte im besten Sinne ist eine fortgesetzte
Katechisation der Erwachsnen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 629
%
In Neuyork, sagt man, finden sich neunzig christliche Kirchen
abweichender Konfession, und nun wird diese Stadt besonders seit
Eröffnung des Erie-Kanals überschwänglich reich. Wahrscheinlich ist
man der Überzeugung, dass religiose Gedanken und Gefühle, von welcher
besondern Art sie auch seien, dem beruhigenden Sonntag angehören,
angestrengte Tätigkeit, von frommen Gesinnungen begleitet, den
Werkeltagen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 630
%
Wenn ein gutes Wort eine gute Statt findet, so findet ein
frommes Wort gewiss noch eine bessere.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 631
%
Alles kommt bei der Mission darauf an, dass der rohe sinnliche
Mensch gewahr wird, dass es eine Sitte gebe; dass der
leidenschaftliche ungebändigte merkt, dass er Fehler begangen hat,
die er sich selbst nicht verzeihen kann. Die erste führt zur Annahme
zarter Maximen, das letzte auf Glauben einer Versöhnung. Alles
Mittlere von zufällig scheinenden Übeln wird einer weisen
unerforschlichen Führung anheim gegeben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 632
%
Der rechtliche Mensch denkt immer, er sei vornehmer und
mächtiger, als er ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 633
%
Alle Gesetze sind Versuche, sich den Absichten der moralischen
Weltordnung im Welt- und Lebenslaufe zu nähern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 634
%
Es ist besser, es geschehe dir unrecht, als die Welt sei ohne
Gesetz. Deshalb füge sich jeder dem Gesetze.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 635
%
Es ist besser, dass Ungerechtigkeiten geschehn, als dass sie auf
eine ungerechte Weise gehoben werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 636
%
Nero hätte in den vier Jahren, die das Interregnum dauerte - so
nenne ich die Regierungen des Galba, Otho, Vitellius -, nicht so viel
Unheil stiften können, als nach seiner Ermordung über die Welt
gekommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 637
%
Wäre es Gott darum zu tun gewesen, dass die Menschen in der
Wahrheit leben und handeln sollten, so hätte er seine Einrichtung
anders machen müssen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 638
%
Man könnte zum Scherze sagen, der Mensch sei ganz aus Fehlern
zusammengesetzt, wovon einige der Gesellschaft nützlich, andre
schädlich, einige brauchbar, einige unbrauchbar gefunden werden. Von
jenen spricht man Gutes: Nennt sie Tugenden; von diesen Böses: Nennt
die Fehler.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 639
%
Nicht allein das Angeborene, sondern auch das Erworbene ist der
Mensch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 640
%
Unsre Eigenschaften müssen wir kultivieren, nicht unsre
Eigenheiten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 641
%
Man sieht gleich, wo die zwei notwendigsten Eigenschaften
fehlen: Geist und Gewalt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 642
%
Unsre Meinungen sind nur Supplemente unsrer Existenz. Wie einer
denkt, daran kann man sehn, was ihm fehlt. Die leersten Menschen
halten sehr viel auf sich, treffliche sind misstrauisch, der
Lasterhafte ist frech, und der Gute ist ängstlich. So setzt sich
alles ins Gleichgewicht; jeder will ganz sein oder es vor sich
scheinen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 643
%
Historisch betrachtet, erscheint unser Gutes in mäßigem Lichte
und unsere Mängel entschuldigen sich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 644
%
Der liebt nicht, der die Fehler des Geliebten nicht für Tugenden
hält.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 645
%
Man kann niemand lieben, als dessen Gegenwart man sicher ist,
wenn man sein bedarf.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 646
%
Man kennt nur diejenigen, von denen man leidet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 647
%
Man beobachtet niemand als die Personen, von denen man leidet.
Um unerkannt in der Welt umherzugehen, müsste man nur niemand wehe
tun.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 648
%
Mit jemand leben oder in jemand leben, ist ein großer
Unterschied. Es gibt Menschen, in denen man leben kann, ohne mit
ihnen zu leben, und umgekehrt. Beides zu verbinden, ist nur der
reinsten Liebe und Freundschaft möglich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 649
%
Es ist besser, man betrügt sich an seinen Freunden, als dass man
seine Freunde betrüge.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 650
%
Wenn ein paar Menschen recht miteinander zufrieden sind, kann
man meistens versichert sein, dass sie sich irren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 651
%
Der Wolf im Schafpelze ist weniger gefährlich als das Schaf in
irgendeinem Pelze, wo man es für mehr als einen Schöps nimmt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 652
%
Sage nicht, dass du geben willst, sondern gib! Die Hoffnung
befriedigst du nie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 653
%
Man würde viel Almosen geben, wenn man Augen hätte zu sehen, was
eine empfangende Hand für ein schönes Bild macht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 654
%
Zum Tun gehört Talent, zum Wohltun Vermögen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 655
%
Eine gefallene Schreibfeder muss man gleich aufheben, sonst wird
sie zertreten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 656
%
Es ist keine Kunst, eine Göttin zur Hexe, eine Jungfrau zur Hure
zu machen; aber zur umgekehrten Operation, Würde zu geben dem
Verschmähten, wünschenswert zu machen das Verworfene, dazu gehört
entweder Kunst oder Charakter.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 657
%
Es gibt keine Lage, die man nicht veredeln könnte durch Leisten
oder Dulden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 658
%
Dem Verzweifelnden verzeiht man alles, dem Verarmten gibt man
jeden Erwerb zu.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 659
%
Dummheit, seinen Feind vor dem Tode, und Niederträchtigkeit,
nach dem Siege zu verkleinern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 660
%
Das radikale Übel: Dass jeder gern sein möchte, was er sein
könnte, und die übrigen nichts, ja nicht wären.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 661
%
Ein Mensch zeigt nicht eher seinen Charakter, als wenn er von
einem großen Menschen oder irgend von etwas Außerordentlichem
spricht. Es ist der rechte Probierstein aufs Kupfer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 662
%
Nur solchen Menschen, die nichts hervorzubringen wissen, denen
ist nichts da.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 663
%
Warum man doch ewige Missreden hört? Sie glauben sich alle etwas
zu vergeben, wenn sie das kleinste verdienst anerkennen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 664
%
Vom Verdienste fordert man Bescheidenheit; aber diejenigen, die
unbescheiden das Verdienst schmälern, werden mit Behagen angehört.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 665
%
Dem Menschen ist verhasst, was er nicht glaubt, selbst getan zu
haben; deswegen der Parteigeist so eifrig ist. Jeder Alberne glaubt,
ins Beste einzugreifen, und alle Welt, die nichts ist, wird zu was.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 666
%
Egoistische Kleinstädterei, die sich Zentrum deucht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 667
%
Es ist niemand fähig zu denken, dass jemand etwas konstruieren
und protegieren möchte, als um Partei zu machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 668
%
Im Laufe des frischen Lebens erduldet man viel, es sei nun vom
Veralteten oder Überneuen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 669
%
Wie haben sich die Deutschen nicht gebärdet, um dasjenige
abzuwehren, was ich allenfalls getan und geleistet habe, und tun
sie's nicht noch? Hätten sie alles gelten lassen und wären weiter
gegangen, hätten sie mit meinem Erwerb gewuchert, so wären sie
weiter, wie sie sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 670
%
Dass die Naturforscher nicht durchaus mit mir einig werden, ist
bei der Stellung so verschiedener Denkweisen ganz natürlich; die
meinige werde ich gleichfalls künftig zu behaupten suchen. Aber auch
im ästhetischen und moralischen Felde wird es Mode, gegen mich zu
streiten und zu wirken. Ich weiß recht gut, woher und wohin, warum
und wozu, erkläre mich aber weiter nicht darüber. Die Freunde, mit
denen ich gelebt, für die ich gelebt, werden sich und mein Andenken
aufrechtzuerhalten wissen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 671
%
Das Urteil können sie verwehren, aber die Wirkung nicht hindern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 672
%
Ich bin mit allen Menschen einig, die mich zunächst angehen, und
von den übrigen lass' ich mir nichts mehr gefallen, und da ist die
Sache aus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 673
%
Ich höre das ganze Jahr jedermann anders reden, als ich's meine,
warum sollt' ich denn auch nicht einmal sagen, wie ich gesinnt bin?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 674
%
Eine nachgesprochne Wahrheit verliert schon ihre Grazie, aber
ein nachgesprochner Irrtum ist ganz ekelhaft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 675
%
Das Absurde, Falsche lässt sich jedermann gefallen: Denn es
schleicht sich ein; das Wahre, Derbe nicht: Denn es schließt aus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 676
%
Es ist ganz einerlei, ob man das Wahre oder das Falsche sagt:
Beidem wird widersprochen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 677
%
Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 678
%
Wer kann sagen, er erfahre was, wenn er nicht ein Erfahrender
ist?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 679
%
Man frage nicht, ob man durchaus übereinstimmt, sondern ob man
in einem Sinne verfährt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 680
%
Nichts Peinlicheres habe gefunden, als mit jemand in
widerwärtigem Verhältnis zu stehen, mit dem ich übrigens aus einem
Sinne gern gehandelt hätte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 681
%
Beim Zerstören gelten alle falschen Argumente, beim Aufbauen
keineswegs. Was nicht wahr ist, baut nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 682
%
Es ist nichts furchtbarer anzuschauen als grenzenlose Tätigkeit
ohne Fundament. Glücklich diejenigen, die im Praktischen gegründet
sind und sich zu gründen wissen! Hiezu bedarf's aber einer ganz
eigenen Doppelgabe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 683
%
Es ist nichts inkonsequenter als die höchste Konsequenz, weil
sie unnatürliche Phänomene hervorbringt, die zuletzt umschlagen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 684
%
Man geht nie weiter, als wenn man nicht mehr weiß, wohin man
geht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 685
%
Wer sein Leben mit einem Geschäft zubringt, dessen Undankbarkeit
er zuletzt einsieht, der hasst es und kann es doch nicht los werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 686
%
Derjenige, der's allen andern zuvortun will, betrügt sich meist
selbst; er tut nur alles, was er kann, und bildet sich dann gefällig
vor, das sei so viel und mehr als das, was alle können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 687
%
Versuche, die eigne Autorität zu fundieren: Sie ist überall
begründet, wo Meisterschaft ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 688
%
Der Tag an und für sich ist gar zu miserabel; wenn man nicht ein
Lustrum anpackt, so gibt's keine Garbe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 689
%
Der Tag gehört dem Irrtum und dem Fehler, die Zeitreihe dem
Erfolg und dem Gelingen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 690
%
Wer vorsieht, ist Herr des Tags.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 691
%
Ich verwünsche das Tägliche, weil es immer absurd ist. Nur was
wir durch mögliche Anstrengung ihm übergewinnen, lässt sich wohl
einmal summieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 692
%
Indes wir, dem Ungeheuren unterworfen, kaum auf- und umschauen,
was zu tun sei und wohin wir unser Bestes von Kräften, Tätigkeiten
hinwenden sollen, und des höchsten Enthusiasmus bedürftig sind, der
nur nachhalten kann, wenn er nicht empirisch ist, nagen zwar keine
Lind-, aber Lumpwürme an unsern Täglichkeiten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 693
%
Das ganze Leben besteht aus
      Wollen und Nichtvollbringen,
      Vollbringen und Nichtwollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 694
%
Wollen und Vollbringen ist nicht der Mühe wert oder
verdrießlich, davon zu sprechen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 695
%
Das Leben vieler Menschen besteht aus Klatschigkeiten,
Tägigkeiten, Intrige zu momentaner Wirkung
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 696
%
Wenn die Affen es dahin bringen könnten, Langeweile zu haben, so
können sie Menschen werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 697
%
Dem Klugen kommt das Leben leicht vor, wenn dem Toren schwer,
und oft dem Klugen schwer, dem Toren leicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 698
%
Es ist besser, eine Torheit pure geschehen zu lassen, als ihr
mit einiger Vernunft nachhelfen zu wollen. Die Vernunft verliert ihre
Kraft, indem sie sich mit der Torheit vermischt, und die Torheit ihr
Naturell, das ihr oft forthilft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 699
%
Mit Gedanken, die nicht aus der tätigen Natur entsprungen sind
und nicht wieder aufs tätige Leben wohltätig hinwirken und so in
einem mit dem jedesmaligen Lebenszustand übereinstimmenden
mannigfaltigen Wechsel unaufhörlich entstehen und sich auflösen, ist
der Welt wenig geholfen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 700
%
Im Idealen kommt alles auf die élans, im Realen auf die
Beharrlichkeit an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 701
%
Das wunderlichste im Leben ist das Vertrauen, dass andre uns
führen werden. Haben wir's nicht, so tappen und tolpen wir unsern
eigenen Weg hin; haben wir's, so sind wir auch, eh' wir's uns
versehen, auf das schlechteste geführt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 702
%
Die ungeheuerste Kultur, die der Mensch sich geben kann, ist die
Überzeugung, dass die andern nicht nach ihm fragen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 703
%
Wer hätte mit mir Geduld haben sollen, wenn ich's nicht gehabt
hätte?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 704
%
Die Menschen glauben, dass man sich mit ihnen abgeben müsse, da
man sich mit ihnen abgeben müsse, da man sich mit sich selbst nicht
abgibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 705
%
Wie viel vermag nicht die Übung! Die Zuschauer schreien, und der
Geschlagne schweigt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 706
%
Wenn mir eine Sache missfällt, so lass' ich sie liegen oder
mache sie besser.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 707
%
Wer in sich recht ernstlich hinabsteigt, wird sich immer nur als
Hälfte finden; er fasse nachher ein Mädchen oder eine Welt, um sich
zum Ganzen zu konstituieren, das ist einerlei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 708
%
Der Tiger, der dem Hirsch begreiflich machen will, wie köstlich
es ist, Blut zu schlürfen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 709
%
Gesunde Menschen sind die, in deren Leibes- und
Geistesorganisation jeder Teil eine vita propria hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 710
%
Wenn weise Männer nicht irrten, müssten die Narren verzweifeln.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 711
%
Manche sind auf das, was sie wissen, stolz, gegen das, was sie
nicht wissen, hoffärtig.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 712
%
Die Geschichte wie das Universum, das sie repräsentieren soll,
hat einen realen und idealen Teil.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 713
%
Zum idealen Teile gehört der Kredit, zum realen Besitztum,
physische Macht pp.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 714
%
Der Kredit ist eine durch reale Leistungen erzeugte Idee der
Zuverlässigkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 715
%
Jeder Besitz ist eine plumpe Sache, und es ist gut, dass darüber
abgesprochen werde, ne incerta sint rerum dominia.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 716
%
Jeder Mensch fühlt sich privilegiert. Diesem Gefühl widerspricth:
1. die Naturnotwendigkeit,
2. die Gesellschaft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 717
%
ad 1. Der Mensch kann ihr nicht entgehen, nicht ausweichen,
nichts abgewinnen. Nur kann er durch Diät sich fügen und ihr nicht
vorgreifen.
Ad 2. Der Mensch kann ihr nicht entgehen, nicht ausweichen; aber
er kann ihr abgewinnen, dass sie ihn ihre Vorteile mitgenießen lässt,
wenn er seinem Privilegiengefühl entsagt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 718
%
Der höchste Zweck der Gesellschaft ist Konsequenz der Vorteile,
jedem gesichert. Jeder einzelne Vernünftige opfert schon der
Konsequenz vieles auf, geschweige die Gesellschaft. Über diese
Konsequenz geht fast der momentane Vorteil der Glieder zugrunde.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 719
%
In der Gesellschaft sind alle gleich. Es kann keine Gesellschaft
anders als auf den Begriff der Gleichheit gegründet sein, keineswegs
aber auf den Begriff der Freiheit. Die Gleichheit will ich in der
Gesellschaft finden; die Freiheit, nämlich die sittliche, dass ich
mich subordinieren mag, bringe ich mit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 720
%
Die Gesellschaft, in die ich trete, muss also zu mir sagen: "Du
sollst allen uns andern gleich sein." Sie kann aber nur hinzufügen:
"Wir wünschen, dass du auch frei sein mögest", das heißt: Wir
wünschen, dass du dich mit Überzeugung, aus freiem, vernünftigem
Willen deiner Privilegien begibst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 721
%
Gesetzgeber oder Revolutionärs, die Gleichsinn und Freiheit
zugleich versprechen, sind Phantasten oder Scharlatans.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 722
%
Eingebildete Gleichheit: Das erste Mittel, die Ungleichheit zu
zeigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 723
%
Jede Revolution geht auf Naturzustand hinaus, Gesetz- und
Schamlosigkeit. (Pikarden, Wiedertäufer, Sansculotten.)
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 724
%
Sobald die Tyrannei aufgehoben ist, geht der Konflikt zwischen
Aristokratie und Demokratie unmittelbar an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 725
%
Die Menschen sind als Organe ihres Jahrhunderts anzusehen, die
sich meist unbewusst bewegen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 726
%
Fehler der so genannten Aufklärung: Dass sie Menschen
Vielseitigkeit gibt, deren einseitige Lage man nicht ändern kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 727
%
Einen gerüsteten, auf die Defensive berechneten Zustand kann
kein Staat aushalten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 728
%
Das große Recht, nicht etwa nur in seinen Privatangelegenheiten
- denn das weiß ein jeder -, sondern auch in öffentlichen verständig,
ja vernünftig zu sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 729
%
Majestät ist das Vermögen, ohne Rücksicht auf Belohnung oder
Bestrafung recht oder unrecht zu handeln.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 730
%
Herrschen und genießen geht nicht zusammen. Genießen heißt, sich
und andern in Fröhlichkeit angehören; herrschen heißt, sich und
anderen im ernstlichsten Sinne wohltätig sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 731
%
Herrschen lernt sich leicht, regieren schwer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 732
%
Wer klare Begriffe hat, kann befehlen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 733
%
In den Zeitungen ist alles Offizielle geschraubt, das übrige
platt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 734
%
Nach Pressfreiheit schreit niemand, als wer sie missbrauchen
will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 735
%
Die Deutschen der neueren Zeit haben nichts anders für Denk- und
Pressfreiheit gehalten, als dass sie sich einander öffentlich
missachten dürfen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 736
%
Die Deutschen der alten Zeit freute nichts, als dass keiner dem
andern gehorchen durfte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 737
%
Gerechtigkeit: Eigenschaft und Phantom der Deutschen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 738
%
Der echte Deutsche bezeichnet sich durch mannigfaltige Bildung
und Einheit des Charakters.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 739
%
Die Engländer werden uns beschämen durch reinen Menschenverstand
und guten Willen, die Franzosen durch geistreiche Umsicht und
praktische Ausführung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 740
%
Der Deutsche soll alle Sprachen lernen, damit ihm zu Hause kein
Fremder unbequem, er aber in der Fremde überall zu Hause sei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 741
%
Die Gewalt einer Sprache ist nicht, dass sie das Fremde abweist,
sondern dass sie es verschlingt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 742
%
Ich verfluche allen negativen Purismus, dass man ein Wort nicht
brauchen soll, in welchem eine andre Sprache Vieles oder Zarteres
gefasst hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 743
%
Meine Sache ist der affirmative Purismus, der produktiv ist und
nur davon ausgeht: Wo müssen wir umschreiben, und der Nachbar hat ein
entscheidendes Wort?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 744
%
Der pedantische Purismus ist ein absurdes Ablehnen weiterer
Ausbreitung des Sinnes und Geistes (z.B. das englische Wort grief).
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 745
%
Kein Wort steht still, sondern es rückt immer durch den Gebrauch
von seinem anfänglichen Platz eher hinab als hinauf, eher in
schlechtere als ins Bessere, ins Engere als Weitere, und an der
Wandelbarkeit des Worts lässt sich die Wandelbarkeit der Begriffe
erkennen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 746
%
Philologen: Apollo Sauroktonos, immer mit dem spitzen
Griffelchen in der Hand aufpassend, eine Eidechse zu spießen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 747
%
Es ist kein großer Unterschied, ob ich eine korrekte Stelle
falsch verstehe oder ob ich einer korrupten irgendeinen Sinn
unterlege. Das letzte ist für den einzelnen vorteilhafter als das
erste. Es wird eine Privatemendation, wodurch er für seinen Geist
gewinnt, was jene für den Buchstaben gewonnen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 748
%
Es ist mit den Jahren wie mit den Sibyllinischen Büchern: Je
mehr man ihrer verbrennt, desto teurer werden sie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 749
%
Wenn die Jugend ein Fehler ist, so legt man ihn sehr bald ab.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 750
%
In der Jugend bald die Vorzüge des Alters gewahr zu werden, im
Alter die Vorzüge der Jugend zu erhalten, beides ist nur ein Glück.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 751
%
Es betrügt sich kein Mensch, der in seiner Jugend noch soviel
erwartet. Aber wie er damals die Ahndung in seinem Herzen empfand, so
muss er auch die Erfüllung in seinem Herzen suchen, nicht außer sich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 752
%
Dass der Mensch zuletzt Epitomator von sich selbst wird! Und
dahin zu gelangen, ist schon Glück genug.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 753
%
Eltern und Kindern bleibt nichts übrig, als entweder vor- oder
hintereinander zu sterben, und man weiß am Ende nicht, was man
vorziehen sollte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 754
%
Wenn ich an meinen Tod denke, darf ich, kann ich nicht denken,
welche Organisation zerstört wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 755
%
In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muss
sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 756
%
Höchst merkwürdig ist, dass von dem menschlichen Wesen das
Entgegengesetzte übrig bleibt: Gehäus' und Gerüst, worin und womit
sich der Geist hienieden genügte, sodann aber die idealen Wirkungen,
die in Wort und Tat von ihm ausgingen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 757
%
Ein ausgesprochenes Wort fordert sich selbst wieder.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 758
%
Mystik: Eine unreife Poesie, eine unreife Philosophie;
Poesie: eine reife Natur;
Philosophie: eine reife Vernunft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 759
%
Bildliche Darstellung: Reich der Poesie; hypothetische
Erklärung: Reich der Philosophie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 760
%
Das Wahre (Allgemeine), das wir erkennen und festhalten;
das Leidenschaftliche (Besondere), das uns hindert und festhält;
das dritte, Rednerische, schwankend zwischen Wahrheit und
Leidenschaft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 761
%
Die Lauen ist ein Bewusstloses und beruht auf der Sinnlichkeit.
Es ist der Widerspruch der Sinnlichkeit mit sich selbst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 762
%
Der Humor entsteht, wenn die Vernunft nicht im Gleichgewicht mit
den Dingen ist, sondern entweder sie zu beherrschen strebt und nicht
damit zustande kommen kann: Welches der ärgerliche oder üble Humor
ist; oder sich ihnen gewissermaßen unterwirft und mit sich spielen
lässt, salvo honore, welches der heitre Humor oder der gute ist. Sie
lässt sich gut symbolisieren durch einen Vater, der sich herablässt,
mit seinen Kindern zu spielen, und mehr Spaß einnimmt als ausgibt. In
diesem Falle spielt die Vernunft den Goffo, im ersten Falle den
Moroso.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 763
%
Das Glück des Genies: Wenn es zuzeiten des Ernstes geboren wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 764
%
Das Genie mit Großsinn sucht seinem Jahrhundert vorzueilen; das
Talent aus Eigensinn möchte es oft zurückhalten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 765
%
Der Scharfsinn verlässt geistreiche Männer am wenigsten, wenn
sie unrecht haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 766
%
Das fürchterlichste ist, wenn platte, unfähige Menschen zu
Phantasten sich gesellen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 767
%
Man kann sich nicht verleugnen, dass die deutsche Welt, mit
vielen, guten, trefflichen Geistern geschmückt, immer uneiniger,
unzusammenhängender in Kunst und Wissenschaft, sich auf historischem,
theoretischem und praktischem Wege immer mehr verirrt und verwirrt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 768
%
Sähe man Kunst und Wissenschaft nicht als ein Ewiges, in sich
selbst Lebendig-Fertiges verehrend an, das im Zeitverlaufe nur
Vorzüge und Mängel durcheinander mischt, so würde man selbst irre
werden und sich betrüben, dass Reichtum in eine solche Verlegenheit
setzen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 769
%
Was nicht originell ist, daran ist nichts gelegen, du was
originell ist, trägt immer die Gebrechen des Individuums an sich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 770
%
Wer's nicht besser machen kann, macht's wenigstens anders;
Zuhörer und Leser, in herkömmlicher Gleichgültigkeit, lassen
dergleichen am liebsten gelten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 771
%
Man spricht soviel von Geschmack: Der Geschmack besteht in
Euphemismen. Diese sind Schonungen des Ohrs mit Aufregung des Sinnes.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 772
%
Das Publikum beklagt sich lieber unaufhörlich, übel bedient
worden zu sein, als dass es sich bemühte, besser bedient zu werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 773
%
Ein großes Unheil entspringt aus den falschen Begriffen der
Menge, weil der Wert vorhandener Werke gleich verkannt wird, wenn sie
nicht im kurrenten Vorurteil mit einbegriffen sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 774
%
Innerhalb einer Epoche gibt es keinen Standpunkt, eine Epoche zu
betrachten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 775
%
Keine Nation hat ein Urteil als über das, was bei ihr getan und
geschrieben ist. Man könnte dies auch von jeder Zeit sagen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 776
%
Wahre, in alle Zeiten und Nationen eingreifende Urteile sind
sehr selten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 777
%
Keine Nation hat eine Kritik als in dem Maße, wie sie
vorzügliche, tüchtige und vortreffliche Werke besitzt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 778
%
Die Kritik erscheint wie Ate: Sie verfolgt die Autoren, aber
hinkend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 779
%
Jemand sagte: "Was bemüht ihr euch um den Homer? Ihr versteht
ihn doch nicht." Darauf antwortet' ich: Versteh' ich doch auch Sonne,
Mond und Sterne nicht; aber sie gehen über meinem Haupt hin, und ich
erkenne mich in ihnen, indem ich sie sehe und ihren regelmäßigen,
wunderbaren Gang betrachte, und denke dabei, ob auch wohl etwas aus
mir werden könnte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 780
%
Dass die bildende Kunst in der Ilias auf einer so hohen Stufe
erscheint, möchte wohl ein Argument für die Modernität des Gedichtes
abgeben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 781
%
Die Modernen sollen nur Lateinisch schreiben, wenn sie aus
nichts etwas zu machen haben. Umgekehrt machen sie ihr weniges Etwas
immer zu nichts.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 782
%
Die lateinische Sprache hat eine Art von Imperativus der
Autorschaft.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 783
%
Zu den glücklichen Umständen, welche Shakespeares gebornes
großes Talent frei und rein entwickelten, gehört auch, dass er
Protestant war; er hätte sonst wie Kalidasa und Calderon Absurditäten
verherrlichen müssen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 784
%
Um die alten abgeschmacktesten locos communes der Menschheit
durchzupeitschen, hat Klopstock Himmel und Hölle, Sonne, Mond und
Sterne, Zeit und Ewigkeit, Gott und Teufel aufgeboten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 785
%
Schmidt von Werneuchen ist der wahre Charakter der
Natürlichkeit. Jedermann hat sich über ihn lustig gemacht und das mit
Recht; und doch hätte man sich über ihn nicht lustig machen können,
wenn er nicht als Poet wirkliches Verdienst hätte, das wir an ihm zu
ehren haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 786
%
Märchen: Das uns unmögliche Begebenheiten unter möglichen oder
unmöglichen Bedingungen als möglich darstellt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 787
%
Roman: Der uns mögliche Begebenheiten unter unmöglichen oder
beinahe unmöglichen Bedingungen als wirklich darstellt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 788
%
Der Romanenheld assimiliert sich alles; der Theaterheld muss
nichts Ähnliches in allem dem finden, was ihn umgibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 789
%
Beim Übersetzen muss man bis ans Unübersetzliche herangehen;
alsdann wird man aber erst die fremde Nation und die fremde Sprache
gewahr.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 790
%
Es ist ein großer Unterscheid, ob ich lese zu Genuss und
Belebung oder zu Erkenntnis und Belehrung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 791
%
Es gibt Bücher, durch welche man alles erfährt und doch zuletzt
von der Sache nichts begreift.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 792
%
Wenn einem Autor ein Lexikon nachkommen kann, so taugt er nichts.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 793
%
Ich denke immer, wenn ich einen Druckfehler sehe, es sei etwas
Neues erfunden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 794
%
Verleger haben die Autoren und sich selbst für vogelfrei
erklärt; wie wollen sie untereinander, wer will mit ihnen rechten?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 795
%
Der mittelmäßigste Roman ist immer noch besser als die
mittelmäßigen Leser, ja der schlechteste partizipiert etwas von der
Vortrefflichkeit des ganzen Genres.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 796
%
Der Mensch kann nur mit seinesgleichen leben und auch mit denen
nicht; denn er kann auf die Länge nicht leiden, dass ihm jemand
gleich sei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 797
%
Die jungen Leute sind neue Aperçus der Natur.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 798
%
Zu berichtigen verstehen die Deutschen, nicht nachzuhelfen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 799
%
Man muss eine Sache gefunden haben, wenn man wissen will, wo sie
liegt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 800
%
Wer freudig tut und sich des Getanen freut, ist glücklich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 801
%
Mit Ungeduld bestraft sich zehnfach Ungeduld; man will das Ziel
heranziehn und entfernt es nur.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 802
%
Wenn ein Wissen reif ist, Wissenschaft zu werden, so muss
notwendig eine Krise entstehen: Denn es wird die Differenz offenbar
zwischen denen, die as Einzelne trennen und getrennt darstellen, und
solchen, die das Allgemeine im Auge haben und gern das Besondere an-
und einfügen möchten. Wie nun aber die wissenschaftliche, ideelle,
umgreifendere Behandlung sich mehr und mehr Freunde, Gönner und
Mitarbeiter wirbt, so bleibt auf der höheren Stufe jene Trennung zwar
nicht so entschieden, aber doch genugsam merklich.
Diejenigen, welche ich die Universalisten nenne möchte, sind
überzeugt und stellen sich vor: Dass alles überall, obgleich mit
unendlichen Abweichungen und Mannigfaltigkeiten, vorhanden und
vielleicht auch zu finden sei; die andern, die ich Singularisten
benennen will, gestehen den Hauptpunkt im allgemeinen zu, ja sie
beobachten, bestimmen und lehren hiernach; aber immer wollen sie
Ausnahmen finden, da, wo der ganze Typus nicht ausgesprochen ist, und
darin haben sie recht. Ihr Fehler aber ist nur, dass sie die
Grundgestalt verkennen, wo sie sich verhüllt, und leugnen, wenn sie
sich verbirgt. Da nun beide Vorstellungsweisen ursprünglich sind und
sich einander ewig gegenüberstehen werden, ohne sich zu vereinigen
oder aufzuheben, so hüte man ja sich vor aller Kontrovers und stelle
seine Überzeugung klar und nackt hin.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 803
%
So wiederhole ich die meinige: Dass man auf diesen höheren
Stufen nicht wissen kann, sondern tun muss; so wie an einem Spiele
wenig zu wissen und alles zu leisten ist. Die Natur hat uns das
Schachbrett gegeben, aus dem wir nicht hinaus wirken können noch
wollen; sie hat uns die Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und
Vermögen nach und nach bekannt werden; nun ist es an uns, Züge zu
tun, von denen wir uns Gewinn versprechen; dies versucht nun ein
jeder auf seine Weise und lässt sich nicht gern einreden. Mag das
also geschehen, und beobachten wir nur vor allem genau: Wie nah oder
fern ein jeder von uns stehe, und vertragen uns sodann vorzüglich mit
denjenigen, die sich zu der Seite bekennen, zu der wir uns halten.
Ferner bedenke man, dass man immer mit einem unauflöslichen
Problem zu tun habe, und erweise sich frisch und treu, alles zu
beachten, was irgend auf eine Art zur Sprache kommt, am meisten
dasjenige, was uns widerstrebt: Denn dadurch wird man am ersten das
Problematische gewahr, welches zwar in den Gegenständen selbst, mehr
aber noch in den Menschen liegt. Ich bin nicht gewiss, ob ich in
diesem so wohl bearbeiteten Felde persönlich weiter wirke, doch
behalte ich mir vor, auf diese oder jene Wendung des Studiums, auf
diese oder jene Schritte der einzelnen aufmerksam zu sein und
aufmerksam zu machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 804
%
Allein kann der Mensch nicht wohl bestehen, daher schlägt er
sich gern zu einer Partei, weil er da, wenn auch nicht Ruhe, doch
Beruhigung und Sicherheit findet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 805
%
Es gibt wohl zu diesem oder jenem Geschäft von Natur
unzulängliche Menschen; Übereilung und Dünkel jedoch sind gefährliche
Dämonen, die den Fähigsten unzulänglich machen, alle Wirkung zum
Stocken bringen, freie Fortschritte lähmen. Dies gilt von weltlichen
Dingen, besonders auch von Wissenschaften.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 806
%
Im Reich der Natur waltet Bewegung und Tat, im Reiche der
Freiheit Anlage und Willen. Bewegung ist ewig und tritt bei jeder
günstigen Bedingung unwiderstehlich in die Erscheinung. Anlagen
entwickeln sich zwar auch naturgemäß, müssen aber erst durch den
Willen geübt und nach und nach gesteigert werden. Deswegen ist man
des freiwilligen Willens so gewiss nicht als der selbständigen Tat;
diese tut sich selbst, er aber wird getan: Denn er muss, um
vollkommen zu werden und zu wirken, sich im Sittlichen dem Gewissen,
das nicht irrt, im Kunstreichen aber der Regel fügen, die nirgends
ausgesprochen ist. Das Gewissen bedarf keines Ahnherrn, mit ihm ist
alles gegeben; es hat nur mit der innern eigenen Welt zu tun. Das
Genie bedürfte auch keine Regel, wäre sich selbst genug, gäbe sich
selbst die Regel; da es aber nach außen wirkt, so ist es vielfach
bedingt durch Stoff und Zeit, und an beiden muss es notwendig irre
werden; deswegen es mit allem, was eine Kunst ist, mit dem Regiment
wie mit Gedicht, Statue und Gemälde, durchaus so wunderlich und
unsicher aussieht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 807
%
Es ist eine schlimme Sache, die doch manchem Beobachter
begegnet, mit einer Anschauung sogleich eine Folgerung zu verknüpfen
und beide für gleich geltend zu achten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 808
%
Die Geschichte der Wissenschaften zeigt uns bei allem, was für
dieselben geschieht, gewisse Epochen, die bald schneller, bald
langsamer aufeinander folgen. Eine bedeutenden Ansicht, neu oder
erneut, wird ausgesprochen; sie wird anerkannt, früher oder später;
es finden sich Mitarbeiter; das Resultat geht in die Schüler über; es
wird gelehrt und fortgepflanzt, und wir bemerken leider, dass es gar
nicht darauf ankommt, ob die Ansicht wahr oder falsch sei; beides
macht denselben Gang, beides wird zuletzt eine Phrase, beides prägt
sich als totes Wort dem Gedächtnis ein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 809
%
Zur Verewigung des Irrtums tragen die Werke besonders bei, die
enzyklopädisch das Wahre und Falsche des Tages überliefern. Hier kann
die Wissenschaft nicht bearbeitet werden; sondern was man weiß,
glaubt, wähnt, wird aufgenommen! Deswegen sehen solche Werke nach
fünfzig Jahren gar wunderlich aus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 810
%
Zuerst belehre man sich selbst, dann wird man Belehrung von
andern empfangen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 811
%
Theorien sind gewöhnlich Übereilungen eines ungeduldigen
Verstandes, der die Phänomene gern los sein möchte und an ihrer
Stelle deswegen Bilder, Begriffe, ja oft nur Worte einschiebt. Man
ahnet, man sieht auch wohl, dass es nur ein Behelf ist; leibt sich
nicht aber Leidenschaft und Parteigeist jederzeit Behelfe? Und mit
Recht, da sie ihrer so sehr bedürfen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 812
%
Unsere Zustände schreiben wir bald Gott, bald dem Teufel zu und
fehlen ein- wie das andere Mal: In uns selbst liegt das Rätsel, die
wir Ausgeburt zweier Welten sind. Mit der Farbe geht's ebenso; blad
sucht man sie im Lichte, bald draußen im Weltall, und kann sie gerade
da nicht finden, wo sie zu Hause ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 813
%
Es wird eine Zeit kommen, wo man eine pathologische
Experimentalphysik vorträgt und alle jene Spiegelfechtereien ans
Tageslicht bringt, welche den Verstand hintergehen, sich eine
Überzeugung erschleichen und, was das schlimmste daran ist, durchaus
jeden praktischen Fortschritt verhindern. Die Phänomene müssen ein
für allemal aus der düstern empirisch-mechanisch-dogmatischen
Marterkammer vor die Jury des gemeinen Menschenverstandes gebracht
werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 814
%
Dass Newton bei seinen prismatischen Versuchen die Öffnung so
klein als möglich nahm, um eine Linie zum Lichtstrahl bequem zu
symbolisieren, hat eine unheilbare Verirrung über die Welt gebracht,
an der vielleicht noch Jahrhunderte leiden.
Durch dieses kleine Löchlein ward Malus zu einer abenteuerlichen
Theorie getrieben, und wäre Seebeck nicht so umsichtig, so musste er
verhindert werden, den Urgrund dieser Erscheinungen, die entoptischen
Figuren und Farben, zu entdecken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 815
%
Was aber das allersonderbarste ist: Der Mensch, wenn er auch den
Grund des Irrtums aufdeckt, wird den Irrtum selbst deshalb doch nicht
los. Mehrere Engländer, besonders Dr. Read, sprechen gegen Newton
leidenschaftlich aus: "Das prismatische Bild sei keineswegs das
Sonnenbild, sondern das Bild der Öffnung unseres Fensterladens mit
Farbensäumen geschmückt; im prismatischen Bilde gebe es kein
ursprünglich Grün, dieses entstehe durch das Übereinandergreifen des
Blauen und Gelben, so dass ein schwarzer Streif ebenso gut als ein
weißer in Farben aufgelöst scheinen könnte, wenn man hier von
Auflösen reden wolle." Genug, alles, was wir seit vielen Jahren
dargetan haben, legt dieser gute Beobachter gleichfalls vor. Nun aber
lässt ihn die fixe Idee einer diversen Refrangibilität nicht los,
doch kehrt er sie um und ist womöglich noch befangener als sein
großer Meister. Anstatt durch diese neue Ansicht begeistert aus jenem
Chrysalidenzustande sich herauszureißen, sucht er die schon
erwachsenen und entfalteten Glieder aufs neue in die alten
Puppenschalen unterzubringen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 816
%
Das unmittelbare Gewahrwerden der Urphänomene versetzt uns in
eine Art von Angst, wir fühlen unsere Unzulänglichkeit; nur durch das
ewige Spiel der Empirie belebt erfreuen sie uns.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 817
%
Der Magnet ist ein Urphänomen, das man nur aussprechen darf, um
es erklärt zu haben; dadurch wird es denn auch ein Symbol für alles
übrige, wofür wir keine Worte noch Namen zu suchen brauchen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 818
%
Alles Lebendige bildet eine Atmosphäre um sich her.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 819
%
Die außerordentlichen Männer des sechzehnten und siebzehnten
Jahrhunderts waren selbst Akademien wie Humboldt zu unserer Zeit. Als
nun das Wissen so ungeheuer überhand nahm, taten sich Privatleute
zusammen, um, was den einzelnen unmöglich wird, vereinigt zu leisten.
Von Ministern, Fürsten und Königen hielten sie sich fern. Wie suchte
nicht das französische stille Konventikel die Herrschaft Richelieus
abzulehnen! Wie verhinderte der englische Oxforder und Londner Verein
den Einfluss der Lieblinge Karls des Zweiten!
Da es aber einmal geschehen war und die Wissenschaften sich als
ein Staatsglied im Staatskörper fühlten, einen Rang bei Prozessionen
und andern Feierlichkeiten erhielten, war blad der höhere Zweck aus
den Augen verloren; man stellte seine Person vor, und die
Wissenschaften hatten auch Mäntelchen um und Käppchen auf. In meiner
"Geschichte der Farbenlehre" habe ich dergleichen weitläuftig
angeführt. Was aber geschrieben steht, es steht deswegen da, damit es
immerfort erfüllt werde.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 820
%
Die Natur auffassen und sie unmittelbar benutzen, ist wenig
Menschen gegeben; zwischen Erkenntnis und Gebrauch erfinden sie sich
gern ein Luftgespinst, das sie sorgfältig ausbilden und darüber den
Gegenstand zugleich mit der Benutzung vergessen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 821
%
Ebenso begreift man nicht leicht, dass in der großen Natur das
geschieht, was auch im kleinsten Zirkel vorgeht. Dringt es ihnen die
Erfahrung auf, so lassen sie sich's zuletzt gefallen. Spreu, von
geriebenem Bernstein angezogen, steht mit dem ungeheuersten
Donnerwetter in Verwandtschaft, ja ist eine und eben dieselbe
Erscheinung. Dieses Mikromegische gestehen wir auch in einigen andern
Fällen zu, bald aber verlässt uns der reine Naturgeist, und der Dämon
der Künstelei bemächtigt sich unser und weiß sich überall geltend zu
machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 822
%
Die Natur hat sich so viel Freiheit vorbehalten, dass wir mit
Wissen und Wissenschaft ihr nicht durchgängig beikommen oder sie in
die Enge treiben können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 823
%
Mit den Irrtümern der Zeit ist schwer sich abzufinden:
Widerstrebt man ihnen, so steht man allein; lässt man sich davon
befangen, so hat man auch weder Ehre noch Freude davon.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 824
%
Wissenschaften entfernen sich im Ganzen immer vom Leben und
kehren nur durch einen Umweg wieder dahin zurück.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 825
%
Denn sie sind eigentlich Kompendien des Lebens; sie bringen die
äußern und innern Erfahrungen ins Allgemeine, in einen Zusammenhang.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 826
%
Das Interesse an ihnen wird im Grunde nur in einer besondern
Welt, in der wissenschaftlichen, erregt; denn dass man auch die
übrige Welt dazu beruft und ihr davon Notiz gibt, wie es in der
neuern Zeit geschieht, ist ein Missbrauch und bringt mehr Schaden als
Nutzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 827
%
Nur durch eine erhöhte Praxis sollten die Wissenschaften auf die
äußere Welt wirken: Denn eigentlich sind sie alle esoterisch und
können nur durch Verbessern irgendeines Tuns exoterisch werden. Alle
übrige Teilnahme führt zu nichts.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 828
%
Die Wissenschaften, auch in ihrem innern Kreise betrachtet,
werden mit augenblicklichem, jedesmaligem Interesse behandelt. Ein
starker Anstoß, besonders von etwas Neuem und Unerhörten oder
wenigstens mächtig Gefördertem, erregt eine allgemeine Teilnahme, die
jahrelang dauern kann, und die besonders in den letzten Zeiten sehr
fruchtbar geworden ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 829
%
Ein bedeutendes Faktum, ein geniales Aperçu beschäftigt eine
sehr große Anzahl Menschen, erst nur, um es zu kennen, dann, um es zu
erkennen, dann es zu bearbeiten und weiterzuführen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 830
%
Die Menge fragt bei einer jeden neuen bedeutenden Erscheinung,
was sie nutze, und sie hat nicht Unrecht; denn sie kann bloß durch
den Nutzen den Wert einer Sache gewahr werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 831
%
Die wahren Weisen fragen, wie sich die Sache verhalte in sich
selbst und zu andern Dingen, unbekümmert um den Nutzen, d.h. um die
Anwendung auf das Bekannte und zum Leben Notwendige, welche ganz
andere Geister, scharfsinnige, lebenslustige, technisch geübte und
gewandte, schon finden werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 832
%
Die Afterweisen suchen von jeder neuen Entdeckung nur so
geschwind als möglich für sich einigen Vorteil zu ziehen, indem sie
einen eitlen Ruhm bald in Fortpflanzung, bald in Vermehrung, blad in
Verbesserung, geschwinder Besitznahme, vielleicht gar durch
Präokkupation zu erwerben trachten und durch solche Unreifheiten die
wahre Wissenschaft unsicher machen und verwirren, ja ihre schönste
Folge, die praktische Blüte derselben, offenbar verkümmern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 833
%
Das schändlichste Vorurteil ist, dass irgendeine Art
Naturuntersuchung mit dem Bann belegt werden könne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 834
%
Jeder Forscher muss sich durchaus ansehen als einer, der zu
einer Jury berufen ist. Er hat nur darauf zu achten, inwiefern der
Vortrag vollständig sei und durch klare Belege auseinandergesetzt. Er
fasst hiernach seine Überzeugung zusammen und gibt seine Stimme, es
sei nun, dass seine Meinung mit der des Referenten übereintreffe oder
nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 835
%
Dabei bleibt er ebenso beruhigt, wenn ihm die Majorität
beistimmt, als wenn er sich in der Minorität befindet; denn er hat
das Seinige getan, er hat seine Überzeugung ausgesprochen, er ist
nicht Herr über die Geister noch über die Gemüter.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 836
%
In der wissenschaftlichen Welt haben aber diese Gesinnungen
niemals gelten wollen; durchaus ist es auf Herrschen und Beherrschen
angesehen; und weil sehr wenige Menschen eigentlich selbständig sind,
so zieht die Menge den einzelnen nach sich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 837
%
Die Geschichte der Philosophie, der Wissenschaften, der
Religion, alles zeigt, dass die Meinungen massenweis sich verbreiten,
immer aber diejenige den Vorrang gewinnt, welche fasslicher, d.h. dem
menschlichen Geiste in seinem gemeinen Zustande gemäß und bequem ist.
Ja derjenige, der sich in höherem Sinne ausgebildet, kann immer
voraussetzen, dass er die Majorität gegen sich habe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 838
%
Wäre die Natur in ihren leblosen Anfängen nicht so gründlich
stereometrisch, wie wollte sie zuletzt zum unberechenbaren und
unermesslichen Leben gelangen?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 839
%
Der Mensch an sich selbst, insofern er sich seiner gefunden
Sinne bedient, ist der größte und genauste physikalische Apparat, den
es geben kann; und das ist eben das größte Unheil der neuern Physik,
dass man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat und
bloß in dem, was künstliche Instrumente zeigen, die Natur erkennen,
ja was sie leisten kann, dadurch beschränken und bewiesen will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 840
%
Ebenso ist es mit dem Berechnen. - Es ist vieles wahr, was sich
nicht berechnen lässt, sowie sehr vieles, was sich nicht bis zum
entschiedenen Experiment bringen lässt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 841
%
Dafür steht ja aber der Mensch so hoch, dass sich das sonst
Undarstellbare in ihm darstellt. Was ist denn eine Saite und alle
mechanische Teilung derselben gegen das Ohr des Musikers; ja man kann
sagen, was sind die elementaren Erscheinungen der Natur selbst gegen
den Menschen, der sie alle erst bändigen und modifizieren muss, um
sie sich einigermaßen assimilieren zu können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 842
%
Es ist von einem Experiment zu viel gefordert, wenn es alles
leisten soll. Konnte man doch die Elektrizität erst nur durch Reiben
darstellen, deren höchste Erscheinung jetzt durch bloß Berührung
hervorgebracht wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 843
%
Wie man der französischen Sprache niemals den Vorzug streitig
machen wird, als ausgebildete Hof- und Weltsprache sind immer mehr
aus- und fortbildend zu wirken, so wird es niemand einfallen, das
Verdienst der Mathematiker gering zu schätzen, welches sie, in ihrer
Sprache die wichtigsten Angelegenheiten verhandelnd, sich um die Welt
erwerben, indem sie alles, was der Zahl und dem Maß im höchsten Sinne
unterworfen ist, zu regeln, zu bestimmen und zu entscheiden wissen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 844
%
Jeder Deutsche, der seinen Kalender ansieht, nach seiner Uhr
blickt, wird sich erinnern, wem er diese Wohltaten schuldig ist. Wenn
man sie aber auch auf ehrfurchtsvolle Weise in Zeit und Raum gewähren
lässt, so werden sie erkennen, dass wir etwas gewahr werden, was weit
darüber hinausgeht, welches allen angehört, und ohne welches sie
selbst weder tun noch wirken könnten: Idee und Liebe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 845
%
"Wer weiß etwas von Elektrizität," sagte ein heiterer
Naturforscher, "als wenn er im Finstern eine Katze streichelt oder
Blitz und Donner neben ihm niederleuchten und rasseln? Wie viel und
wie wenig weiß er alsdann davon?"
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 846
%
Lichtenbergs Schriften können wir uns als der wunderbarsten
Wünschelrute bedienen; wo er einen Spaß macht, liegt ein Problem
verborgen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 847
%
In den großen leeren Weltraum zwischen Mars und Jupiter legte er
auch einen heitern Einfall. Als Kant sorgfältig bewiesen hatte, dass
die beiden genannten Planeten alles aufgezehrt und sich zugeeignet
hätten, was nur in diesen Räumen zu finden gewesen von Materie, sagte
jener scherzhaft nach seiner Art: Warum sollte es nicht auch
unsichtbare Welten geben? - Und hat er nicht vollkommen wahr
gesprochen? Sind die neu entdeckten Planeten nicht der ganzen Welt
unsichtbar, außer den wenigen Astronomen, denen wir auf Wort und
Rechnung glauben müssen?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 848
%
Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 849
%
Die Menschen sind durch die unendlichen Bedingungen des
Erscheinens dergestalt obruiert, dass sie das eine Urbedingende nicht
gewahren können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 850
%
"Wenn Reisende ein sehr großes Ergötzen auf ihren
Bergklettereien empfinden, so ist für mich etwas Barbarisches, ja
Gottloses in dieser Leidenschaft. Berge geben uns wohl den Begriff
von Naturgewalt, nicht aber von Wohltätigkeit der Vorsehung. Zu
welchem Gebrauch sind sie wohl dem Menschen? Unternimmt er, dort zu
wohnen, so wird im Winter eine Schneelawine, im Sommer ein Bergrutsch
sein Haus begraben oder fortschieben; seine Herden schwemmt der
Gießbach weg, seine Kornscheuern die Windstürme. Macht er sich auf
den Weg, so ist jeder Aufstieg die Qual des Sisyphis, jeder
Niederschlag der Sturz Vulkans; sein Pfad ist täglich von Steinen
verschüttet, der Gießbach unwegsam für Schifffahrt. Finden auch seine
Zwergherden notdürftige Nahrung oder sammelt er sie ihnen kärglich:
Entweder die Elemente entreißen sie ihm oder wilde Bestien. Er führt
ein einsam kümmerlich Pflanzenleben, wie das Moos auf einem
Grabstein, ohne Bequemlichkeit und ohne Gesellschaft. Und diese
Zickzackkämme, diese widerwärtigen Felsenwände, diese ungestalteten
Granitpyramiden, welche die schönsten Weltbreiten mit den
Schrecknissen des Nordpols bedecken, wie sollte sich ein
wohlwollender Mann daran gefallen und ein Menschenfreund sie preisen?"
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 851
%
Auf diese heitere Paradoxie eines würdigen Mannes wäre zu sagen,
dass, wenn es Gott und der Natur gefallen hätte, den Urgebirgsknoten
von Nubien durchaus nach Westen bis an das Große Meer zu entwickeln
und fortzusetzen, ferner diese Gebirgsreihe einige Mal von Norden
nach Süden zu durchschneiden, sodann Täler entstanden sein würden,
worin gar mancher Urvater Abraham ein Kanaan, mancher Albert Julius
eine Felsenburg würde gefunden haben, wo denn seine Nachkommen,
leicht mit den Sternen rivalisierend, sich hätten vermehren können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 852
%
Steine sind stumme Lehrer, sie machen den Beobachter stumm, und
das Beste, was man von ihnen lernt, ist nicht mitzuteilen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 853
%
Was ich recht weiß, weiß ich nur mir selbst; ein ausgesprochenes
Wort fördert selten, es erregt meistens Widerspruch, Stocken und
Stillstehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 854
%
Die Kristallographie, als Wissenschaft betrachtet, gibt zu ganz
eignen Ansichten Anlass. Sie ist nicht produktiv, sie ist nur sie
selbst und hat keine Folgen, besonders nunmehr, da man so manche
isomorphische Körper angetroffen hat, die sich ihrem Gehalte nach
ganz verschieden erweisen. Da sie eigentlich nirgends anwendbar ist,
so hat sie sich in dem hohen Grade in sich selbst ausgebildet. Sie
gibt dem Geist eine gewisse beschränkte Befriedigung und ist in ihren
Einzelheiten so mannigfaltig, dass man sie unerschöpflich nennen
kann, deswegen sie auch vorzügliche Menschen so entschieden und lange
an sich festhält.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 855
%
Etwas Mönchisch-Hagestolzenartiges hat die Kristallographie und
ist daher sich selbst genug. Von praktischer Lebenseinwirkung ist sie
nicht: Denn die köstlichsten Erzeugnisse ihres Gebiets, die
kristallinischen Edelsteine, müssen erst zugeschliffen werden, ehe
wir unsere Frauen damit schmücken können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 856
%
Ganz das Entgegengesetzte ist von der Chemie zu sagen, welche
von der ausgebreitetsten Anwendung und von dem grenzenlosesten
Einfluss aufs Leben sich erweist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 857
%
Der Begriff von Entstehen ist uns ganz und gar versagt; daher
wir, wenn wir etwas werden sehen, denken, dass es schon dagewesen
sei. Deshalb das System der Einschachtelung uns begreiflich vorkommt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 858
%
Wie manches Bedeutende sieht man aus Teilen zusammensetzen; man
betrachte die Werke der Baukunst; man sieht manches sich regel- und
unregelmäßig anhäufen; daher ist uns der atomistische Begriff nah und
bequem zur Hand, deshalb wir uns nicht scheuen, ihn auch in
organischen Fällen anzuwenden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 859
%
Wer den Unterschied des Phantastischen und Ideellen, des
Gesetzlichen und Hypothetischen nicht zu fassen weiß, der ist als
Naturforscher in einer üblen Lage.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 860
%
Es gibt Hypothesen, wo Verstand und Einbildungskraft sich an die
Stelle der Idee setzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 861
%
Man tut nicht wohl, sich allzu lange im Abstrakten aufzuhalten.
Das Esoterische schadet nur, indem es exoterisch zu werden trachtet.
Leben wird am besten durchs Lebendige belehrt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 862
%
Man kann in den Naturwissenschaften über manche Probleme nicht
gehörig sprechen, wenn man die Metaphysik nicht zu Hilfe ruft; aber
nicht jene Schul- und Wortweisheit: Es ist dasjenige, was vor, mit
und nach der Physik war, ist und sein wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 863
%
Autorität, dass nämlich etwas schon einmal geschehen, gesagt
oder entschieden worden sei, hat großen Wert; aber nur der Pedant
fordert überall Autorität.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 864
%
Altes Fundament ehrt man, darf aber das Recht nicht aufgeben,
irgendwo wieder einmal von vorn zu gründen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 865
%
Beharre, wo du stehst! - Maxime, notwendiger als je, indem
einerseits die Menschen in große Parteien gerissen werden, sodann
aber auch jeder einzelne nach individueller Einsicht und Vermögen
sich geltend machen will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 866
%
Man tut immer besser, dass man sich grad ausspricht, wie man
denkt, ohne viel beweisen zu wollen: Denn alle Beweise, die wir
vorbringen, sind doch nur Variationen unserer Meinungen, und die
Widriggesinnten hören weder auf das eine noch auf das andere.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 867
%
Da ich mit der Naturwissenschaft, wie sie sich von Tag zu Tag
vorwärts bewegt, immer mehr bekannt und verwandt werde, so dringt
sich mir gar manche Betrachtung auf über die Vor- und Rückschritte,
die zu gleicher Zeit geschehen. Eines nur sei hier ausgesprochen:
Dass wir sogar anerkannte Irrtümer aus der Wissenschaft nicht
loswerden. Die Ursache hievon ist ein offenbares Geheimnis.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 868
%
Einen Irrtum nenn' ich, wenn irgendein Ereignis falsch
ausgelegt, falsch angeknüpft, falsch abgeleitet wird. Nun ereignet
sich aber im Gange des Erfahrens und Denkens, dass eine Erscheinung
folgerecht angeknüpft, richtig abgeleitet wird. Das lässt man sich
wohl gefallen, legt aber keinen besondern Wert darauf und lässt den
Irrtum ganz ruhig daneben liegen, und ich kenne ein kleines Magazin
von Irrtümern, die man sorgfältig aufbewahrt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 869
%
Da nun den Menschen eigentlich nichts interessiert als seine
Meinung, so sieht jedermann, der eine Meinung vorträgt, sich rechts
und links nach Hilfsmitteln um, damit er sich und andere bestärken
möge. Des Wahren bedient man sich, solange es brauchbar ist, aber
leidenschaftlich rhetorisch ergreift man das Falsche, sobald man es
für den Augenblick nutzen, damit, als einem Halbargumente, blenden,
als mit einem Lückenbüßer das Zerstückelte scheinbar vereinigen kann.
Dieses zu erfahren, war mir erst ein Ärgernis, dann betrübte ich mich
darüber, und nun macht es mir Schadenfreude: Ich habe mir das Wort
gegeben, ein solches Verfahren niemals wieder aufzudecken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 870
%
Jedes Existierende ist ein Analogon alles Existierenden; daher
erscheint uns das Dasein immer zu gleicher Zeit gesondert und
verknüpft. Folgt man der Analogie zu sehr, so fällt alles identisch
zusammen; meidet man sie, so zerstreut sich alles ins Unendliche. In
beiden Fällen stagniert die Betrachtung, einmal als überlebendig, das
andere Mal als getötet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 871
%
Die Vernunft ist auf das Werdende, der Verstand auf das
Gewordene angewiesen; jene bekümmert sich nicht: Wozu? Dieser fragt
nicht: Woher? - Sie erfreut sich am Entwickeln; er wünscht alles
festzuhalten, damit er es nutzen könne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 872
%
Es ist eine Eigenheit dem Menschen angeboren und mit seiner
Natur innigst verwebt, dass ihm zur Erkenntnis das Nächste nicht
genügt; da doch jede Erscheinung, die wir selbst gewahr werden, im
Augenblick das Nächste ist, und wir von ihr fordern können, dass sie
sich selbst erkläre, wenn wir kräftig in sie dringen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 873
%
Das werden aber die Menschen nicht lernen, weil es gegen ihre
Natur ist; daher die Gebildeten es selbst nicht lassen können, wenn
sie an Ort und Stelle irgendein Wahres erkannt haben, es nicht nur
mit dem Nächsten, sondern auch mit dem Weistesten und Fernsten
zusammenzuhängen, woraus dem Irrtum über Irrtum entspringt. Das nahe
Phänomen hängt aber mit dem fernen nur in dem Sinne zusammen, dass
sich alles auf wenige große Gesetze bezieht, die sich überall
manifestieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 874
%
Was ist das Allgemeine?
Der einzelne Fall.
Was ist das Besondere?
Millionen Fälle.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 875
%
Die Analogie hat zwei Verirrungen zu fürchten: Einmal, sich dem
Witz hinzugeben, wo sie in nichts zerfließt, die andere, sich mit
Tropen und Gleichnissen zu umhüllen, welches jedoch weniger schädlich
ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 876
%
Weder Mythologie noch Legenden sind in der Wissenschaft zu
dulden. Lasse man diese den Poeten, die berufen sind, sie nu Nutz und
Freude der Welt zu behandeln. Der wissenschaftliche Mann beschränke
sich auf die nächste klarste Gegenwart. Wollte derselbe jedoch
gelegentlich als Rhetor auftreten, so sei ihm jenes auch nicht
verwehrt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 877
%
Um mich zu retten, betrachte ich alle Erscheinungen als
unabhängig voneinander und suche sie gewaltsam zu isolieren; dann
betrachte ich sie als Korrelate, und sie verbinden sich zu einem
entschiedenen Leben. Dies bezieh' ich vorzüglich auf Natur; aber auch
in Bezug auf die neueste um uns her bewegte Weltgeschichte ist diese
Betrachtungsweise fruchtbar.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 878
%
Alles, was wir Erfinden, Entdecken im höheren Sinne nennen, ist
die bedeutende Ausübung, Betätigung eines originalen
Wahrheitsgefühles, das, im stillen längst ausgebildet, unversehens
mit Blitzesschnelle zu einer fruchtbaren Erkenntnis führt. Es ist
eine aus dem Innern am Äußern sich entwickelnde Offenbarung, die den
Menschen seine Gottähnlichkeit vorahnen lässt. Es ist eine Synthese
von Welt und Geist, welche von der ewigen Harmonie des Daseins die
seligste Versicherung gibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 879
%
Der Mensch muss bei dem Glauben verharren, dass das
Unbegreifliche begreiflich sei; er würde sonst nicht forschen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 880
%
Begreiflich ist jedes Besondere, das sich auf irgendeine Weise
anwenden lässt. Auf diese Weise kann das Unbegreifliche nützlich
werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 881
%
Es gibt eine zarte Empirie, die sich mit dem Gegenstand innigst
identisch macht und dadurch zur eigentlichen Theorie wird. Diese
Steigerung des geistigen Vermögens aber gehört einer hoch gebildeten
Zeit an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 882
%
Am widerwärtigsten sind die kricklichen Beobachter und grilligen
Theoristen; ihre Versuche sind kleinlich und kompliziert, ihre
Hypothesen abstrus und wunderlich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 883
%
Es gibt Pedanten, die zugleich Schelme sind, und das sind die
allerschlimmsten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 884
%
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man
nicht um die Welt zu reisen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 885
%
Das Allgemeine und Besondere fallen zusammen: Das Besondere ist
das Allgemeine, unter verschiedenen Bedingungen erscheinend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 886
%
Man braucht nicht alles selbst gesehen noch erlebt zu haben;
willst du aber dem andern und seinen Darstellungen vertrauen, so
denke, dass du es nun mit dreien zu tun hast: Mit dem Gegenstand und
zwei Subjekten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 887
%
Grundeigenschaft der lebendigen Einheit: Sich zu trennen, sich
zu vereinen, sich ins Allgemeine zu ergehen, im Besondern zu
verharren, sich zu verwandeln, sich zu spezifizieren, und wie das
Lebendige unter tausend Bedingungen sich dartun mag, hervorzutreten
und zu verschwinden, zu solideszieren und zu verschmelzen, zu
erstarren und zu fließen, sich auszudehnen und sich zusammenzuziehn.
Weil nun alle diese Wirkungen im gleichen Zeitmoment zugleich
vorgehen, so kann alles und jedes zu gleicher Zeit eintreten.
Entstehen und Vergehen, Schaffen und Vernichten, Geburt und Tod,
Freund' und Leid, alles wirkt durcheinander, in gleichem Sinn und
gleicher Maße; deswegen denn auch das Besonderste, das sich ereignet,
immer als Bild und Gleichnis des Allgemeinsten auftritt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 888
%
Ist das ganze Dasein ein ewiges Trennen und Verbinden, so folgt
auch, dass die Menschen im Betrachten des ungeheuren Zustandes auch
bald trennen, bald verbinden werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 889
%
Als getrennt muss sich darstellen: Physik von Mathematik. Jene
muss in einer entschiedenen Unabhängigkeit bestehen und mit allen
liebenden, verehrenden, frommen Kräften in die Natur und das heilige
Leben derselben einzudringen suchen, ganz unbekümmert, was die
Mathematik von ihrer Seite leistet und tut. Diese muss sich dagegen
unabhängig von allem Äußern erklären, ihren eigenen großen
Geistesgang gehen und sich selber reiner ausbilden, als es geschehen
kann, wenn sie, wie bisher, sich mit dem Vorhandenen abgibt und
diesem etwas abzugewinnen oder anzupassen trachtet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 890
%
In der Naturforschung bedarf es eines kategorischen Imperativs
so gut als im Sittlichen; nur bedenke man, dass man dadurch nicht am
Ende, sondern erst am Anfang ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 891
%
Das Höchste wäre, zu begreifen, dass alles Faktische schon
Theorie ist. Die Bläue des Himmels offenbart uns das Grundgesetz der
Chromatik. Man suche nur nichts hinter den Phänomenen: Sie selbst
sind die Lehre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 892
%
In den Wissenschaften ist viel Gewisses, sobald man sich von den
Ausnahmen nicht irremachen lässt und die Probleme zu ehren weiß.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 893
%
Wenn ich mich beim Urphänomen zuletzt beruhige, so ist es doch
auch nur Resignation; aber es bleibt ein großer Unterschied, ob ich
mich an den Grenzen der Menschheit resigniere oder innerhalb einer
hypothetischen Beschränktheit meines bornierten Individuums.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 894
%
Wenn man die Probleme des Aristoteles ansieht, so erstaunt man
über die Gabe des Bemerkens und für was alles die Griechen Augen
gehabt haben. Nur begehen sie den Fehler der Übereilung, da sie von
dem Phänomen unmittelbar zur Erklärung schreiten, wodurch denn ganz
unzulängliche theoretische Aussprüche zum Vorschein kommen. Dieses
ist jedoch der allgemeine Fehler, der noch heutzutage begangen wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 895
%
Hypothesen sind Gerüste, die man vor dem Gebäude aufführt, und
die man abträgt, wenn das Gebäude fertig ist; sie sind dem Arbeiter
unentbehrlich; nur muss er das Gerüste nicht für das Gebäude ansehn.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 896
%
Hypothesen sind Wiegenlieder, womit der Lehrer seine Schüler
einlullt; der denkende treue Beobachter lernt immer mehr seine
Beschränkung kennen; er sieht, je weiter sich das Wissen ausbreitet,
desto mehr Probleme kommen zum Vorschein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 897
%
Wenn man den menschlichen Geist von einer Hypothese befreit, die
ihn unnötig einschränkte, die ihn zwang, falsch zu sehen, falsch zu
kombinieren, anstatt zu schauen zu grübeln, anstatt zu urteilen zu
sophistisieren, so hat man ihm schon einen großen Dienst erzeigt. Er
sieht die Phänomene freier, in andern Verhältnissen und Verbindungen
an, er ordnet sie nach seiner Weise, und er erhält wieder die
Gelegenheit, die unschätzbar ist, wenn er in der Folge bald dazu
gelangt, seinen Irrtum selbst wieder einzusehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 898
%
Unser Fehler besteht darin, dass wir am Gewissen zweifeln und
das Ungewisse fixieren möchten. Meine Maxime bei der Naturforschung
ist: Das Gewisse festzuhalten und dem Ungewissen aufzupassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 899
%
Lässliche Hypothese nenn' ich eine solche, die man gleichsam
schalkhaft aufstellt, um sich von der ernsthaften Natur widerlegen zu
lassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 900
%
Wie wollte einer als Meister in seinem Fach erscheinen, wenn er
nichts Unnützes lehrte!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 901
%
Das Närrischste ist, dass jeder glaubt, überliefern zu müssen,
was man gewusst zu haben glaubt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 902
%
Weil zum didaktischen Vortrag Gewissheit verlangt wird, indem
der Schüler nichts Unsicheres überliefert haben will, so darf der
Lehrer kein Problem stehen lassen und sich etwa in einiger Entfernung
da herumbewegen. Gleich muss etwas bestimmt sein (bepaalt sagt der
Holländer), und nun glaubt man eine Weile den unbekannten Raum zu
besitzen, bis ein anderer die Pfähle wieder ausreißt und sogleich
enger oder weiter abermals wieder bepfählt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 903
%
Lebhafte Frage nach der Ursache, Verwechselung von Ursache und
Wirkung, Beruhigung in einer falschen Theorie sind von großer, nicht
zu entwickelnder Schädlichkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 904
%
Wenn mancher sich nicht verpflichtet fühlte, das Unwahre zu
wiederholen, weil er's einmal gesagt hat, so wären es ganz andere
Leute geworden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 905
%
Das Falsche hat den Vorteil, dass man immer darüber schwätzen
kann; das Wahre muss gleich genutzt werden, sonst ist es nicht da.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 906
%
Wer nicht einsieht, wie das Wahre praktisch erleichtert, mag
gern daran mäkeln und häkeln, damit er nur sein irriges, mühseliges
Treiben einigermaßen beschönigen könne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 907
%
Die Deutschen, und sie nicht allein, besitzen die Gabe, die
Wissenschaften unzugänglich zu machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 908
%
Der Engländer ist Meister, das Entdeckte gleich zu nutzen, bis
es wieder zu neuer Entdeckung und frischer Tat führt. Man frage nun,
warum sie uns überall voraus sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 909
%
Der denkende Mensch hat die wunderliche Eigenschaft, dass er an
die Stelle, wo das unaufgelöste Problem liegt, gerne ein
Phantasiebild hinfabelt, das er nicht loswerden kann, wenn das
Problem auch aufgelöst und die Wahrheit am Tage ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 910
%
Es gehört eine Geisteswendung dazu, um das gestaltlose Wirkliche
in seiner eigensten Art zu fassen und es von Hirngespinsten zu
unterscheiden, die sich denn doch auch mit einer gewissen
Wirklichkeit lebhaft aufdringen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 911
%
Bei Betrachtung der Natur im großen wie im kleinen hab' ich
unausgesetzt die Frage gestellt: Ist es der Gegenstand oder bist du
es, der sich hier ausspricht? Und in diesem Sinne betrachtete ich
auch Vorgänger und Mitarbeiter.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 912
%
Ein jeder Mensch sieht die fertige und geregelte, gebildete,
vollkommene Welt doch nur als ein Element an, woraus er sich eine
besondere ihm angemessene Welt zu erschaffen bemüht ist. Tüchtige
Menschen ergreifen sie ohne Bedenken und suchen damit, wie es gehen
will, zu gebaren; andere zaudern an ihr herum; einige zweifeln sogar
an ihrem Dasein.
Wer sich von dieser Grundwahrheit recht durchdrungen fühlte, würde
mit niemanden streiten, sondern nur die Vorstellungsart eines andern
wie seine eigene als ein Phänomen betrachten. Denn wir erfahren fast
täglich, dass der eine mit Bequemlichkeit denken mag, was dem andern
zu denken unmöglich ist, und zwar nicht etwa in Dingen, die auf Wohl
und Wehe nur irgendeinen Einfluss hätten, sondern in Dingen, die für
uns völlig gleichgültig sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 913
%
Man weiß eigentlich das, was man weiß, nur für sich selbst.
Spreche ich mit einem andern von dem, was ich zu wissen glaube,
unmittelbar glaubt er's besser zu wissen, und ich muss mit meinen
Wissen immer wieder in mich selbst zurückkehren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 914
%
Das Wahre fördert; aus dem Irrtum entwickelt sich nichts, er
verwickelt uns nur.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 915
%
Der Mensch findet sich mitten unter Wirkungen und kann sich
nicht enthalten, nach den Ursachen zu fragen; als ein bequemes Wesen
greift er nach der nächsten als der besten und beruhigt sich dabei;
besonders ist dies die Art des allgemeinen Menschenverstandes.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 916
%
Sieht man ein Übel, so wirkt man unmittelbar darauf, d.h. man
kuriert unmittelbar aufs Symptom los.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 917
%
Die Vernunft hat nur über das Lebendige Herrschaft; die
entstandene Welt, mit der sich die Geognosie abgibt, ist tot. Daher
kann es keine Geologie geben, denn die Vernunft hat hier nichts zu
tun.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 918
%
Wenn ich ein zerstreutes Gerippe finde, so kann ich es
zusammenlesen und aufstellen; denn hier spricht die ewige Vernunft
durch ein Analogon zu mir, und wenn es das Riesenfaultier wäre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 919
%
Was nicht mehr entsteht, können wir uns als entstehend nicht
denken. Das Entstandene begreifen wir nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 920
%
Der allgemeine neuere Vulkanismus ist eigentlich ein kühner
Versuch, die gegenwärtige unbegreifliche Welt an eine vergangene
unbekannte zu knüpfen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 921
%
Gleiche oder wenigstens ähnliche Wirkungen werden auf
verschiedene Weise durch Naturkräfte hervorgebracht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 922
%
Nichts ist widerwärtiger als die Majorität: Denn sie besteht aus
wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich akkommodieren,
aus Schwachen, die sich assimilieren, und der Masse, die nachtrollt,
ohne nur im mindesten zu wissen, was sie will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 923
%
Die Mathematik ist, wie die Dialektik, ein Organ des innern
höheren Sinnes; in der Ausübung ist sie eine Kunst wie die
Beredsamkeit. Für beide hat nichts Wert als die Form; der Gehalt ist
ihnen gleichgültig. Ob die Mathematik Pfennige oder Guineen berechne,
die Rhetorik Wahres oder Falsches verteidige, ist beiden vollkommen
gleich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 924
%
Hier aber kommt es nun auf die Natur des Menschen an, der ein
solches Geschäft betreibt, eine solche Kunst ausübt. Ein
durchgreifender Advokat in einer gerechten Sache, ein durchdringender
Mathematiker vor dem Sternenhimmel erscheinen beide gleich
gottähnlich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 925
%
Was ist an der Mathematik exakt als die Exaktheit? Und diese,
ist sie nicht eine Folge des innern Wahrheitsgefühls?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 926
%
Die Mathematik vermag kein Vorurteil weg zu heben, sie kann den
Eigensinn nicht lindern, den Parteigeist nicht beschwichtigen, nichts
von allem Sittlichen vermag sie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 927
%
Der Mathematiker ist nur insofern vollkommen, als er ein
vollkommener Mensch ist, als er das Schöne des Wahren in sich
empfindet; dann erst wird er gründlich, durchsichtig, umsichtig,
rein, klar, anmutig, ja elegant wirken. Das alles gehört dazu, um La
Grange ähnlich zu werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 928
%
Nicht die Sprache an und für sich ist richtig, tüchtig,
zierlich, sondern der Geist ist es, der sich darin verkörpert; und so
kommt es nicht auf einen jeden an, ob er seinen Rechnungen, Reden
oder Gedichten die wünschenswerten Eigenschaften verleihen will: Es
ist die Frage, ob ihm die Natur hiezu die geistigen und sittlichen
Eigenschaften verliehen hat. Die geistigen: Das Vermögen der An- und
Durchschauung; die sittlichen: Dass er die bösen Dämonen ablehne, die
ihn hindern könnten, dem Wahren die Ehre zu geben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 929
%
Das Einfache durch das Zusammengesetzte, das Leichte durch das
Schwierige erklären zu wollen, ist ein Unheil, das in dem ganzen
Körper der Wissenschaft verteilt ist, von den Einsichtigen wohl
anerkannt, aber nicht überall eingestanden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 930
%
Man sehe die Physik genau durch, und man wird finden, dass die
Phänomene sowie die Versuche, worauf sie gebaut ist, verschiedenen
Wert haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 931
%
Auf die primären, die Urversuche, kommt alles an, und das
Kapitel, das hierauf gebaut ist, steht sicher und fest; aber es gibt
auch sekundäre, tertiäre usw. Gesteht man diesen das gleiche Recht
zu, so verwirren sie nur das, was von den ersten aufgeklärt war.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 932
%
Ein großes Übel in den Wissenschaften, ja überall, entsteht
daher, dass Menschen, die kein Ideenvermögen haben, zu theoretisieren
sich vermessen, weil sie nicht begreifen, dass noch so vieles Wissen
hiezu nicht berechtigt. Sie gehen im Anfange wohl mit einem löblichen
Menschenverstand zu Werke, dieser aber hat seine Grenzen, und wenn er
sie überschreitet, kommt er in Gefahr, absurd zu werden. Des
Menschenverstandes angewiesenes Gebiet und Erbteil ist der Bezirk des
Tuns und Handelns. Tätig wird er sich selten verirren; das höhere
Denken, Schließen und Urteilen jedoch ist nicht seine Sache.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 933
%
Die Erfahrung nutzt erst der Wissenschaft, sodann schadet sie,
weil die Erfahrung Gesetz und Ausnahme gewahr werden lässt. Der
Durchschnitt von beiden gibt keineswegs das Wahre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 934
%
Man sagt: Zwischen zwei entgegen gesetzten Meinungen liege die
Wahrheit mitten inne. Keineswegs! Das Problem liegt dazwischen, das
Unschaubare, das ewig tätige Leben in Ruhe gedacht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 935
%
In Neuyork sind neunzig verschiedene christliche Konfessionen,
von welchen jede auf ihre Art Gott und den Herrn bekennt, ohne weiter
aneinander ire zu werden. In der Naturforschung, ja in jeder
Forschung, müssen wir es so weit bringen; denn was will das heißen,
dass jedermann von Liberalität spricht und den andern hindern will,
nach seiner Weise zu denken und sich auszusprechen!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 936
%
Der eingeborenste Begriff, der notwendigste, von Ursach' und
Wirkung wird in der Anwendung die Veranlassung zu unzähligen sich
immer wiederholenden Irrtümern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 937
%
Ein großer Fehler, den wir begehen, ist, die Ursache der Wirkung
immer nahe zu denken, wie die Sehne dem Pfeil, den sie fortschnellt;
und doch können wir ihn nicht vermeiden, weil Ursache und Wirkung
immer zusammengedacht und also im Geiste angenähert werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 938
%
Die nächsten fasslichen Ursachen sind greiflich und eben deshalb
am begreiflichsten; weswegen wir uns gern als mechanisch denken, was
höherer Art ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 939
%
Das Zurückführen der Wirkung auf die Ursache ist bloß ein
historisches Verfahren, z.B. die Wirkung, dass ein Mensch getötet,
auf die Ursache der los gefeuerten Büchse.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 940
%
Der Granit verwittert auch sehr gern in Kugel- und Eiform; man
hat daher keineswegs nötig, die in Norddeutschland häufig gefundenen
Blöcke solcher Gestalten wegen als im Wasser hin- und hergeschoben
und durch Stoßen und Wälzen enteckt und entkantet zu denken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 941
%
Fall und Stoß. Dadurch die Bewegung der Weltkörper erklären zu
wollen, ist eigentlich ein versteckter Anthropomorphismus, es ist des
Wanderers Gang über Feld. Der aufgehobene Fuß sinkt nieder, der
zurückgebliebene strebt vorwärts und fällt; und immer so fort, vom
Ausgehen bis zum Ankommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 942
%
Wie wäre es, wenn man auf demselben Wege den Vergleich von dem
Schrittschuhfahren hernähme? Wo das Vorwärtsdringen dem
zurückbleibenden Fuße zukommt, indem er zugleich die Obliegenheit
übernimmt, noch eine solche Anregung zu geben, dass sein nunmehriger
Hintermann auch wieder eine Zeitlang sich vorwärts zu bewegen die
Bestimmung erhält.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 943
%
Induktion habe ich mir nie selbst erlaubt, wollte sie ein
anderer gegen mich gebrauchen, so wusst' ich solche sogleich
abzulehnen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 944
%
Mitteilung durch Analogien halt' ich für so nützlich als
angenehm; der analoge Fall will sich nicht aufdringen, nichts
beweisen; er stellt sich einem andern entgegen, ohne sich mit ihm zu
verbinden. Mehrere analoge Fälle vereinigen sich nicht zu
geschlossenen Reihen, sie sind wie gute Gesellschaft, die immer mehr
anregt als gibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 945
%
Irren heißt, sich in einem Zustande befinden, als wenn das Wahre
gar nicht wäre; den Irrtum sich und andern entdecken, heißt rückwärts
erfinden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 946
%
Man sagt gar gehörig: Das Phänomen ist eine Folge ohne Grund,
eine Wirkung ohne Ursache. Es fällt dem Menschen so schwer, Grund und
Ursache zu finden, weil sie so einfach sind, dass sie sich dem Blick
verbergen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 947
%
Was hat man sich nicht mit dem Granit beschäftigt! Man hat ihn
mit in die neueren Epochen herangezogen, und doch entsteht keiner
mehr vor unsern Augen. Geschäh' es im tiefsten Meeresgrunde, so
hätten wir keine Kenntnis davon.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 948
%
Kein Phänomen erklärt sich an und aus sich selbst; nur viele
zusammen überschaut, methodisch geordnet, geben zuletzt etwas, was
für Theorie gelten könnte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 949
%
Bei Erweitung des Wissens macht sich von Zeit zu Zeit eine
Umordnung nötig; sie geschieht meistens nach neueren Maximen, bleibt
aber immer provisorisch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 950
%
Männer vom Fach bleiben im Zusammenhange; dem Liebhaber dagegen
wird es schwerer, wenn er die Notwendigkeit fühlt, nachzufolgen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 951
%
Deswegen sind Bücher willkommen, die uns sowohl das neu
Empirisch-Aufgefundene als die neu beliebten Methoden darlegen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 952
%
In der Mineralogie ist dies höchst nötig, wo die
Kristallographie so große Forderungen machten und wo die Chemie das
Einzelne näher zu bestimmen und das Ganze zu ordnen unternimmt. Zwei
Willkommene: Leonhard und Cleaveland.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 953
%
Wenn wir das, was wir wissen, nach anderer Methode oder wohl gar
in fremder Sprache dargelegt finden, so erhält es einen sonderbaren
Reiz der Neuheit und frischen Ansehens.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 954
%
Wenn zwei Meister derselben Kunst in ihrem Vortrag voneinander
differieren, so liegt wahrscheinlicherweise das unauflösliche Problem
in der Mitte zwischen beiden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 955
%
Die Geognosie des Herrn D'Aubussion de Voisins, übersetzt vom
Herrn Wiemann, wie sie mir zuhanden kommt, fördert mich in diesem
Augenblicke auf vielfache Weise, ob sie mich gleich im Hauptsinne
betrübt; denn hier ist die Geognosie, welche doch eigentlich auf der
lebendigen Ansicht der Weltoberfläche ruhen sollte, aller Anschauung
beraubt und nicht einmal in Begriffe verwandelt, sondern auf
Nomenklatur zurückgeführt, in welcher letzten Rücksicht sie freilich
einem jeden und auch mir förderlich und nützlich ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 956
%
Die Kreise des wahren berühren sich unmittelbar, aber in den
Intermundien hat der Irrtum Raum genug, sich zu ergehen und zu walten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 957
%
Die Natur bekümmert sich nicht um irgendeinen Irrtum; sie selbst
kann nicht anders, als ewig recht handeln, unbekümmert, was daraus
erfolgen möge.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 958
%
Natur hat zu nichts gesetzmäßige Freiheit, was sie nicht
gelegentlich ausführte und zutage brächte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 959
%
Nicht allein der freie Stoff, sondern auch das Derbe und Dichte
drängt sich zur Gestalt; ganze Massen sind von Natur und Grund aus
kristallinisch; in einer gleichgültigen, formlosen Masse entsteht
durch stöchiometrische Annäherung und Übereinandergreifen die
porphyrartige Erscheinung, welche durch alle Formationen durchgeht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 960
%
Die Mineralienhändler beklagen sich, dass sich die Liebhaberei
zu ihrer Ware in Deutschland vermindere, und geben der eindringlichen
Kristallographie die Schuld. Es mag sein; jedoch in einiger Zeit wird
gerade das Bestreben, die Gestalt genauer zu erkennen, auch den
Handel wieder beleben, ja gewisse Exemplare kostbarer machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 961
%
Kristallographie sowie Stöchiometrie vollendet auch den
Oryktognosten; ich aber finde, dass man seit einiger Zeit in der
Lehrmethode geirrt hat. Lehrbücher zu Vorlesungen und zugleich zum
Selbstgebrauch, vielleicht gar als Teile zu einer wissenschaftlichen
Enzyklopädie, sind nicht zu billigen; der Verleger kann sie
bestellen, der Schüler nicht wünschen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 962
%
Lehrbücher sollen anlockend sein; das werden sie nur, wenn sie
die heiterste, zugänglichste Seite des Wissens und der Wissenschaft
darbieten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 963
%
Alle Männer vom Fach sind darin sehr übel dran, dass ihnen nicht
erlaubt ist, das Unnütze zu ignorieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 964
%
"Wir gestehn lieber unsre moralischen Irrtümer, Fehler und
Gebrechen, als unsre wissenschaftlichen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 965
%
Das kommt daher, weil das Gewissen demütig ist und sich sogar in
der Beschämung gefällt; der Verstand aber ist hochmütig, und ein
abgenötigter Widerruf bringt ihn in Verzweiflung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 966
%
Daher kommt, dass offenbarte Wahrheiten erst im stillen
zugestanden werden, sich nach un nach verbreiten, bis dasjenige, was
man hartnäckig geleugnet hat, endlich als etwas ganz Natürliches
erscheinen mag.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 967
%
Unwissende werfen Fragen auf, welche von Wissenden vor tausend
Jahren schon beantwortet sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 968
%
Cartesius schrieb sein Buch "De Methodo" einige Male um, und wie
es jetzt liegt, kann es uns doch nichts helfen. Jeder, der eine
Zeitlang auf dem redlichen Forschen verharrt, muss seine Methode
irgendeinmal umändern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 969
%
Das neunzehnte Jahrhundert hat alle Ursache, hierauf zu achten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 970
%
So ganz leere Worte wie die von der Dekomposition und
Polarisation des Lichts müssen aus der Physik hinaus, wenn etwas aus
ihr werden soll. Doch wäre es möglich, ja es ist wahrscheinlich, dass
diese Gespenster noch bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts
hinüberspuken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 971
%
Man nehme das nicht übel. Eben dasjenige, was niemand zugibt,
niemand hören will, muss desto öfter wiederholt werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 972
%
Wir leben innerhalb der abgeleiteten Erscheinungen und wissen
keineswegs, wie wir zur Urfrage kommen sollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 973
%
In Wissenschaften, sowie auch sonst, wenn man sich über das
Ganze verbreiten will, bleibt zur Vollständigkeit am Ende nichts
übrig, als Wahrheit für Irrtum, Irrtum für Wahrheit geltend zu
machen. Er kann nicht alles selbst untersuchen, muss sich an
Überlieferung halten und, wenn er ein Amt haben will, den Meinungen
seiner Gönner frönen. Mögen sich die sämtlichen akademischen Lehrer
hiernach prüfen!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 974
%
Wer ein Phänomen vor Augen hat, denkt schon oft drüber hinaus;
wer nur davon erzählen hört, denkt gar nichts.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 975
%
Man erkundige sich ums Phänomen, nehme es so genau damit als
möglich und sehe, wie weit man in der Einsicht und in praktischer
Anwendung damit kommen kann, und lasse das Problem ruhig liegen.
Umgekehrt handeln die Physiker: Sie gehen gerade aufs Problem los und
verwickeln sich unterwegs in so viel Schwierigkeiten, dass ihnen
zuletzt jede Aussicht verschwindet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 976
%
Deshalb hat die Petersburger Akademie auf ihre Preisfrage keine
Antwort erhalten; auch der verlängerte Termin wird nichts helfen. Sie
sollte jetzt den Preis verdoppeln und ihn demjenigen versprechen, der
sehr klar und deutlich vor Augen legte: Warum keine Antwort
eingegangen ist und warum sie nicht erfolgen konnte. Wer dies
vermöchte, hätte jeden Preis wohl verdient.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 977
%
Da seit einiger Zeit meiner "Farbenlehre" mehr nachgefragt wird,
machen sich frisch illuminierte Tafeln nötig. Indem ich nun dieses
kleine Geschäft besorge, muss ich lächeln, welche unsäglich Mühe ich
mir gegeben, das Vernünftige sowohl als das Absurde palpabel zu
machen. Nach und nach wird man beides erfassen und anerkennen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 978
%
Der Newtonische Irrtum steht so nett im Konversationslexikon,
dass man die Oktavseite nur auswendig lernen darf, um die Farbe fürs
ganze Leben los zu sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 979
%
Der Kampf mit Newton geht eigentlich in einer sehr niedern
Region vor. Man bestreitet ein schlecht gesehenes, schlecht
entwickeltes, schlecht angewendetes, schlecht theoretisiertes
Phänomen. Man beschuldigt ihn in den früheren Versuchen einer
Unvorsichtigkeit, in den folgenden einer Absichtlichkeit, beim
Theoretisieren der Übereilung, beim Verteidigen der Hartnäckigkeit
und im Ganzen einer halb bewusstlosen, halb bewussten Unredlichkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 980
%
Autorität. Ohne sie kann der Mensch nicht existieren, und doch
bringt sie ebensoviel Irrtum als Wahrheit mit sich; sie verewigt im
einzelnen, was einzeln vorübergehen sollte, und ist hauptsächlich
Ursache, dass die Menschheit nicht vom Flecke kommt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 981
%
Aus dem Größten wie aus dem Kleinsten - nur durch künstlichste
Mittel dem Menschen zu vergegenwärtigen - geht die Metaphysik der
Erscheinungen hervor; in der Mitte ligt das Besondere, unsern Sinnen
Angemessene, worauf ich angewiesen bin, deshalb aber die Begabten von
Herzen segne, die jene Regionen zu mir heranbringen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 982
%
Da diejenigen, welche wissenschaftliche Versuche anstellen,
selten wissen, was sie eigentlich wollen und was dabei herauskommen
soll, so verfolgen sie ihren Weg meistenteils mit großem Eifer; bald
aber, da eigentlich nichts Entschiedenes entstehen will, so lassen
sie die Unternehmung fahren und suchen sie sogar andern verdächtig zu
machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 983
%
Nachdem man in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts
dem Mikroskop so unendlich viel schuldig geworden war, so suchte man
zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts dasselbe geringschätzig zu
behandeln.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 984
%
Nachdem man in der neueren Zeit die meteorologischen
Beobachtungen auf den höchsten Grad der Genauigkeit getrieben hatte,
so will man sie nunmehr aus den nördlichen Gegenden verbannen und
will sie nur dem Beobachter unter den Tropen zugestehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 985
%
Ward man doch auch des Sexualsystems, das, im höhern Sinne
genommen, so großen Wert hat, überdrüssig und wollte es verbannt
wissen! Geht es doch mit der alten Kunstgeschichte ebenso, in der man
seit fünfzig Jahren sich gewissenhaft zu üben und die Unterschiede
der aufeinander folgenden Zeiten einzusehen sich auf das genauste
bestrebt hat. Das soll nun alles vergebens gewesen und alles
aufeinander Folgende als identisch und ununterscheidbar anzusehen
sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 986
%
Nach unserm Rat bleibe jeder auf dem eingeschlagenen Wege und
lasse sich ja nicht durch Autorität imponieren, durch allgemeine
Übereinstimmung bedrängen und durch Mode hinreißen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 987
%
Wie Sokrates den sittlichen Menschen zu sich berief, damit
dieser ganz einfach einigermaßen über sich selbst aufgeklärt würde,
so traten Plato und Aristoteles gleichfalls als befugte Individuen
vor die Natur: Der eine mit Geist und Gemüt, sich ihr anzueignen, der
andere mit Froscherblick und Methode, sie für sich zu gewinnen. Und
so ist denn auch jede Annäherung, die sich uns im ganzen und
einzelnen an diese dreie möglich macht, das Ereignis, was wir am
freudigsten empfinden und was unsere Bildung zu befördern sich
jederzeit kräftig erweist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 988
%
Um sich aus der grenzenlosen Vielfachheit, Zerstückelung und
Verwicklung der modernen Naturlehre wieder ins Einfache zu retten,
muss man sich immer die Frage vorlegen: Wie würde sich Plato gegen
die Natur, wie sie uns jetzt in ihrer größern Mannigfaltigkeit, bei
aller gründlichen Einheit, erscheinen mag, benommen haben?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 989
%
Denn wir glauben überzeugt zu sein, dass wir auf demselben Wege
bis zu den letzten Verzweigungen der Erkenntnis organisch gelangen
und von diesem Grund aus die Gipfel eines jeden Wissens uns nach und
nach aufbauen und befestigen können. Wie uns hiebei die Tätigkeit des
Zeitalters fördert und hindert, ist freilich eine Untersuchung, die
wir jeden Tag anstellen müssen, wenn wir nicht das Nützliche abweisen
und das Schädliche aufnehmen wollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 990
%
Man rühmt das achtzehnte Jahrhundert, dass es sich hauptsächlich
mit Analyse abgegeben; dem neunzehnten bleibt nun die Aufgabe, die
falschen obwaltenden Synthesen zu entdecken und deren Inhalt aufs
Neue zu analysieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 991
%
Die Natur verstummt auf der Folter; ihre treue Antwort auf
redliche Frage ist: Ja! Ja! Nein! Nein! Alles Übrige ist vom Übel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 992
%
Man streiche zwei Stäbchen, einen rot an, den andern blau; man
bringe sie nebeneinander ins Wasser, und einer wird gebrochen
erscheinen wie der andere. Jeder kann dieses einfache Experiment mit
den Augen des Leibes erblicken; wer es mit Geistesaugen beschaut,
wird von tausend und abertausend irrtümlichen Paragraphen befreit
sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 993
%
Ein Phänomen, ein Versuch kann nichts beweisen; es ist das Glied
einer großen Kette, das erst im Zusammenhange gilt. Wer eine
Perlenschnur verdecken und nur die schönste einzeln vorzeigen wollte,
verlangend, wir sollten ihm glauben, die übrigen seien alle so,
schwerlich würde sich jemand auf den Handel einlassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 994
%
Abbildungen, Wortbeschreibung, Maß, Zahl und Zeichen stellen
noch immer kein Phänomen dar. Darum bloß konnte sich die Newtonische
Lehre so lange halten, dass der Irrtum in dem Quartbande der
lateinischen Übersetzung für ein paar Jahrhunderte einbalsamiert war.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 995
%
Die Natur füllt mit ihrer grenzenlosen Produktivität alle Räume.
Betrachten wir nur bloß unsre Erde, alles, was wir bös, unglücklich
nennen, kommt daher, dass sie nicht allem Entstehenden Raum geben,
noch weniger ihm Dauer verleihen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 996
%
Alles, was entsteht, sucht sich Raum und will Dauer; deswegen
verdrängt es ein anderes vom Platz und verkürzt seine Dauer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 997
%
Das Lebendige hat die Gabe, sich nach den vielfältigsten
Bedingungen äußerer Einflüsse zu bequemen und doch eine gewisse
errungene entschiedene Selbständigkeit nicht aufzugeben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 998
%
Man gedenke der leichten Erregbarkeit aller Wesen, wie der
mindeste Wechsel einer Bedingung, jeder Hauch gleich in den Körpern
Polarität manifestiert, die eigentlich in ihnen allen schlummert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 999
%
Spannung ist der indifferent scheinende Zustand eines
energischen Wesens, in völliger Bereitschaft sich zu manifestieren,
zu differenzieren, zu polarisieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1000
%
In der Phanerogamie ist noch so viel Kryptogamsiches, dass
Jahrhunderte es nicht entziffern werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1001
%
Wenn in der Mathematik der menschliche Geist seine
Selbständigkeit und unabhängige Tätigkeit gewahr wird und dieser ohne
weiter Rücksicht ins Unendliche zu folgen sich geneigt fühlt, so
flößt er zugleich der Erfahrungswelt ein solches Zutrauen ein, dass
sie es an gelegentlichen Aufforderungen nicht fehlen lässt.
Astronomie, Mechanik, Schiffsbau, Festungsbau, Artillerie, Spiel,
Wasserleitung, Schnitt der Bausteine, Verbesserung der Fernröhre
riefen in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts die
Mathematik wechselsweise zu Hilfe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1002
%
Die Mathematiker sind wunderliche Leute; durch das Große, was
sie leisteten, haben sie sich zur Universalgilde aufgeworfen und
wollen nichts anerkennen, als was in ihren Kreis passt, was ihr Organ
behandeln kann. Einer der ersten Mathematiker sagte bei Gelegenheit,
da man ihm ein physisches Kapitel andringlich empfehlen wollte: "Aber
lässt sich denn gar nichts auf den Kalkül reduzieren?"
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1003
%
Falsche Vorstellung, dass man ein Phänomen durch Kalkül oder
durch Worte abtun und beseitigen könne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1004
%
Die Mathematiker sind eine Art Franzosen: Redet man zu ihnen,
so übersetzen sie es in ihre Sprache, und dann ist es alsobald ganz
etwas anders.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1005
%
Es folgt eben gar nicht, dass der Jäger, der das Wild erlegt,
auch zugleich der Koch sein müsse, der es zubereitet. Zufälligerweise
kann ein Koch mit auf die Jagd gehen und gut schießen; er würde aber
einen bösen Fehlschuss tun, wenn er behauptete, um gut zu schießen,
müsse man Koch sein. So kommen mir die Mathematiker vor, die
behaupten, dass man in physischen Dingen nichts sehen, nichts finden
könne, ohne Mathematiker zu sein, da sie doch immer zufrieden sein
könnten, wenn man ihnen in die Küche bringt, das sie mit Formeln
spicken und nach Belieben zurichten können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1006
%
Wir müssen erkennen und bekennen, was Mathematik sei, wozu sie
der Naturforschung wesentlich dienen könne, wohingegen sie nicht
hingehöre, und in welche klägliche Abirrung Wissenschaft und Kunst
durch falsche Anwendung seit ihrer Regeneration geraten sei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1007
%
Die große Aufgabe wäre, die mathematisch-philosophischen
Theorien aus den Teilen der Physik zu verbannen, in welchen sie
Erkenntnis, anstatt zu fördern, nur verhindern, und in welchen die
mathematische Behandlung durch Einseitigkeit der Entwicklung der
neuern wissenschaftlichen Bildung eine so verkehrte Anwendung
gefunden hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1008
%
Darzutun wäre, welches der wahre Weg der Naturforschung sei:
Wie derselbe auf dem einfachsten Fortgange der Beobachtung beruhe,
die Beobachtung zum Versuch zu steigern sei und wie dieser endlich
zum Resultat führe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1009
%
Tycho de Brahe, ein großer Mathematiker, vermochte sich nur
halb von dem alten System loszulösen, das wenigstens den Sinnen gemäß
war, das er aber aus Rechthaberei durch ein kompliziertes Uhrwerk
ersetzen wollte, das weder den Sinnen zu schauen noch den Gedanken zu
erreichen war.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1010
%
Newton als Mathematiker steht in so hohem Ruf, das der
ungeschickteste Irrtum, nämlich das klare, reine, ewig ungetrübte
Licht sei aus dunklen Lichtern zusammengesetzt, bis auf den heutigen
Tag sich erhalten hat, und sind es nicht Mathematiker, die dieses
Absurde noch immer verteidigen und gleich dem gemeinsten Hörer in
Worten wiederholen, bei denen man nichts denken kann?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1011
%
Der Mathematiker ist angewiesen aufs Quantitative, auf alles,
was sich durch Zahl und Maß bestimmen lässt, und also gewissermaßen
auf das äußerlich erkennbare Universum. Betrachten wir aber dieses,
insofern uns Fähigkeit gegeben ist, mit vollem Geiste und aus allen
Kräften, so erkennen wir, dass Quantität und Qualität als die zwei
Pole des erscheinenden Daseins gelten müssen; daher denn auch der
Mathematiker seine Formelsprache so hoch steigert, um, insofern es
möglich, in der messbaren und zählbaren Welt die unmessbare
mitzubegreifen. Nun erscheint ihm alles greifbar, fasslich und
mechanisch, und er kommt in den Verdacht eines heimlichen Atheismus,
indem er ja das Unmessbarste, welches wir Gott nennen, zugleich mit
zu erfassen glaubt, und daher dessen besonderes oder vorzügliches
Dasein aufzugeben scheint.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1012
%
Der Sprache liegt zwar die Verstandes- und Vernunftsfähigkeit
des Menschen zum Grunde, aber sie setzt bei dem, der sich ihrer
bedient, nicht eben reinen Verstand, ausgebildete Vernunft, redlichen
Willen voraus. Sie ist ein Werkzeug, zweckmäßig und willkürlich zu
gebrauchen; man kann sie ebenso gut zu einer spitzfindig-verwirrenden
Dialektik wie zu einer verworren-verdüsternden Mystik verwenden, man
missbraucht sie bequem zu hohlen und nichtigen prosaischen und
poetischen Phrasen, ja man versucht, prosodisch untadelhafte und doch
nonsensikalische Verse zu machen.
Unser Freund, der Ritter Ciccolini, sagt: "Ich wünschte wohl, dass
alle Mathematiker in ihren Schriften des Genies und der Klarheit
eines La Grange sich bedienten", das heißt: Möchten doch alle den
gründlich-klaren Sinn eines La Grange besitzen und mit solchem Wissen
und Wissenschaft behandeln!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1013
%
Der Newtonische Versuch, auf dem die herkömmliche Farbenlehre
beruht, ist von der vielfachsten Komplikation; er verknüpft folgende
Bedingungen:
Damit das Gespenst erscheine, ist nötig:
   1. ein gläsern Prisma;
   2. dieses dreiseitig,
   3. klein;
   4. ein Fensterladen;
   5. eine Öffnung darin;
   6. diese sehr klein;
   7. Sonnenbild, das hereinfällt;
   8. in einer gewissen Entfernung, in einer
   9. gewissen Richtung aufs Prisma fällt;
   10. sich auf einer Tafel abbildet,
   11. die in einer gewissen Entfernung hinter das Prisma gestellt
ist.
Nehme man von diesen Bedingungen 3., 6. und 11. weg: Man mache die
Öffnung groß, man nehme ein großes Prisma, man stelle die Tafel nah
heran, und das beliebte Spektrum kann und wird nicht zum Vorschein
kommen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1014
%
Man spricht geheimnisvoll von einem wichtigen Experimente,
womit man die Lehre erst recht befestigen will; ich kenn' es recht
gut und kann es auch darstellen: Das ganze Kunststück ist, dass zu
obigen Bedingungen noch ein paar hinzugefügt werden, wodurch das
Hokuspokus sich noch mehr verwickelt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1015
%
Der Fraunhoferische Versuch, wo Querlinien im Spektrum
erscheinen, ist von derselben Art, sowie auch die Versuche, wodurch
eine neue Eigenschaft des Lichts entdeckt werden soll. Sie sind
doppelt und dreifach kompliziert; wenn sie was nützen sollten,
müssten sie in ihre Elemente zerlegt werden, welches dem Wissenden
nicht schwer fällt, welches aber zu fassen und zu begreifen kein Laie
weder Vorkenntnis noch Geduld, kein Gegner weder Intention noch
Redlichkeit genug mitbringt: Man nimmt lieber überhaupt an, was man
sieht, und zieht die alte Schlussfolge daraus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1016
%
Ich weiß wohl, dass diese Worte vergebens dastehn; aber sie
mögen als offenbares Geheimnis der Zukunft bewahrt bleiben.
Vielleicht interessiert sich auch noch einmal ein La Grange für diese
Angelegenheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1017
%
Der Historiker kann und braucht nicht alles aufs Gewisse zu
führen; wissen doch die Mathematiker auch nicht zu erklären, warum
der Komet von 1770, der in fünf oder elf Jahren wiederkommen sollte,
sich zur bestimmten Zeit noch nicht wieder hat sehen lassen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1018
%
Hundert graue Pferde machen nicht einen einzigen Schimmel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1019
%
Licht und Geist, jenes im Physischen, dieser im Sittlichen
herrschend, sind die höchsten denkbaren unteilbaren Energien.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1020
%
Ich habe nichts dagegen, wenn man die Farbe sogar zu fühlen
glaubt; ihr eigenes Eigenschaftliche würde nur dadurch noch mehr
betätigt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1021
%
Auch zu schmecken ist sie. Blau wird alkalisch, Gelbrot sauer
schmecken. Alle Manifestationen der Wesenheiten sind verwandt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1022
%
Und gehört die Farbe nicht ganz eigentlich dem Gesicht an?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1023
%
Alles ist einfacher, als man denken kann, zugleich
verschränkter, als zu begreifen ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1024
%
Diejenigen, die das einzige grundklare Licht aus farbigen
Lichtern zusammensetzen, sind die eigentlichen Obskuranten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1025
%
Wer sich an eine falsche Vorstellung gewöhnt, dem wird jeder
Irrtum willkommen sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1026
%
Deswegen sagte man ganz richtig: "Wer die Menschen betrügen
will, muss vor allen Dingen das Absurde plausibel machen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1027
%
Wer das Falsche verteidigen will, hat alle Ursache, leise
aufzutreten und sich zu einer feinen Lebensart zu bekennen. Wer das
Recht auf seiner Seite fühlt, muss derb auftreten; ein höfliches
Recht will gar nichts heißen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1028
%
Schon jetzt erklären die Meister der Naturwissenschaften die
Notwendigkeit monographischer Behandlung und also das Interesse an
Einzelheiten. Dies ist aber nicht denkbar ohne eine Methode, die das
Interesse an der Gesamtheit offenbart. Hat man das erlangt, so
braucht man friedlich nicht in Millionen Einzelheiten umherzutasten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1029
%
Zur Methode wird nur der getrieben, dem die Empirie lästig wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1030
%
Nicht alles Wünschenswerte ist erreichbar, nicht alles
Erkennenswerte erkennbar.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1031
%
Je weiter man in der Erfahrung fortrückt, desto näher kommt man
dem Unerforschlichen; je mehr man die Erfahrung zu nutzen weiß, desto
mehr sieht man, dass das Unerforschliche keinen praktischen Nutzen
hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1032
%
Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das
Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu
verehren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1033
%
Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist
der Vollkommenheit am nächsten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1034
%
Die Erscheinung ist vom Beobachter nicht losgelöst, vielmehr in
die Individualität desselben verschlungen und verwickelt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1035
%
Was die Wissenschaften am meisten retardiert, ist, dass
diejenigen, die sich damit beschäftigen, ungleiche Geister sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1036
%
Es ist ihnen wohl Ernst, aber sie wissen nicht, was sie mit dem
Ernst machen sollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1037
%
Von dem, was sie verstehen, wollen sie nichts wissen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1038
%
Vor zwei Dingen kann man sich nicht genug in Acht nehmen:
Beschränkt man sich in seinem Fach, vor Starrsinn, tritt man heraus,
vor Unzulänglichkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1039
%
Das Unzulängliche widerstrebt mehr, als man denken sollte, dem
Auslangenden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1040
%
Die Menschen, da sie zum Notwendigen nicht hinreichen, bemühen
sich ums Unnütze.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1041
%
Im sechzehnten Jahrhundert gehören die Wissenschaften nicht
diesem oder jenem Menschen, sondern der Welt. Diese hat sie, besitzt
die pp., der Mensch ergreift nur den Reichtum.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1042
%
Das Jahrhundert ist vorgerückt; jeder einzelne aber fängt doch
von vorne an.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1043
%
Alle Individuen und, wenn sie tüchtig sind und auf andre
wirken, ihre Schulen sehen das Problematische in den Wissenschaften
als etwas an, wofür oder wogegen man streiten soll, eben als wenn es
eine andere Lebenspartei wäre, anstatt dass das Wissenschaftliche
eine Auflösung, Ausgleichung oder eine Aufstellung unausgleichbarer
Antinomien fordert.
In diesem Falle ist Aguilonius.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1044
%
Wenn jemand spricht, er habe mich widerlegt, so bedenkt er
nicht, dass er nur eine Ansicht der meinigen entgegen aufstellt;
dadurch ist ja noch nichts ausgemacht. Ein Dritter hat eben das
Recht, und so ins Unendliche fort.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1045
%
Der Fehler schwacher Geister ist, dass sie im Reflektieren
sogleich vom Einzelnen ins Allgemeine gehen, anstatt dass man nur in
der Gesamtheit das Allgemeine suchen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1046
%
Urphänomen: Ideal-real-symbolisch-identisch.
   Ideal, als das letzte Erkennbare
   real, als erkannt;
   symbolisch, weil es alle Fälle begreift;
   identisch, mit allen Fällen.
   Empirie: Unbegrenzte Vermehrung derselben. Verzweiflung an
Vollständigkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1047
%
Das Wissen beruht auf der Kenntnis des zu Unterscheidenden, die
Wissenschaft auf der Anerkennung des nicht zu Unterscheidenden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1048
%
Das Wissen wird durch das Gewahrwerden seiner Lücken, durch das
Gefühl seiner Mängel zur Wissenschaft geführt, welche vor, mit und
nach allem Wissen besteht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1049
%
Im Wissen und Nachsinnen ist Falsches und Wahres. Wie das sich
nun das Ansehen der Wissenschaft gibt, so wird's ein wahr-lügenhaftes
Wesen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1050
%
Bei wissenschaftlichen Streitigkeiten nehme man sich in Acht,
die Probleme nicht zu vermehren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1051
%
Zum Ergreifen der Wahrheit braucht es eines höheren Organs als
zur Verteidigung des Irrtums.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1052
%
Etwas Theoretisches populär zu machen, muss man es absurd
darstellen. Man muss es erst selbst ins Praktische einführen; dann
gilt's für alle Welt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1053
%
Indem wir der Einbildungskraft zumuten, das Entstehen statt des
Entstandenen, der Vernunft die Ursache statt der Wirkung zu
reproduzieren und auszusprechen, so haben wir zwar beinahe nichts
getan, weil es nur ein Umsetzen der { Anschauung / Vorstellung } ist.
Aber genug für den Menschen, der vielleicht im Verhältnis { zur /
gegen die } Außenwelt nicht mehr leisten kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1054
%
Alles, was im Subjekt ist, ist im Objekt und noch etwas mehr.
Alles, was im Objekt ist, ist im Subjekt und noch etwas mehr.
Wir sind auf doppelte Weise verloren oder geborgen: Gestehen wir
dem Objekt sein Mehr zu, pochen wir auf unser Subjekt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1055
%
Poesie deutet auf die Geheimnisse der Natur und sucht sie
durchs Bild zu lösen. Philosophie deutet auf die Geheimnisse der
Vernunft und sucht sie durchs Wort zu lösen. (Naturphilosophie,
Experimentalphilosophie.) Mystik deutet auf die Geheimnisse der Natur
und Vernunft und sucht sie durch Wort und Bild zu lösen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1056
%
Wer die Natur als göttliches Organ leugnen will, der leugne nur
gleich alle Offenbarung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1057
%
Die Natur verbirgt Gott; aber nicht jedem.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1058
%
Die Frage über die Instinkte der Tiere lässt sich nur durch den
Begriff von Monaden und Entelechien auflösen.
Jede Monas ist eine Entelechie, die unter gewissen Bedingungen zur
Erscheinung kommt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1059
%
Aus der Natur, nach welcher Seite hin man schaue, entspringt
Unendliches.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1060
%
Begriff ist Summe, Idee Resultat der Erfahrung; jene zu ziehen,
wird Verstand, dieses zu erfassen, Vernunft erfordert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1061
%
Was man Idee nennt: Das, was immer zur Erscheinung kommt und
daher als Gesetz aller Erscheinungen uns entgegentritt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1062
%
Nur im Höchsten und im Gemeinsten trifft Idee und Erscheinung
zusammen; auf allen mittlern Stufen des Betrachtens und Erfahrens
trennen sie sich. Das Höchste ist das Anschauen des Verschiednen als
identisch; das Gemeinste ist die Tat, das aktive Verbinden des
Getrennten zur Identität.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1063
%
Was uns so sehr irre macht, wenn wir die Idee in der
Erscheinung anerkennen sollen, ist, dass sie oft und gewöhnlich den
Sinnen widerspricht.
Das Kopernikanische System beruht auf einer Idee, die schwer zu
fassen war und noch täglich unseren Sinnen widerspricht. Wir sagen
nur nach, was wir nicht erkennen noch begreifen.
Die Metamorphose der Pflanzen widerspricht gleichfalls unsren
Sinnen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1064
%
Das Erhabene, durch Kenntnis nach und nach vereinzelt, tritt
vor unserm Geist nicht leicht wieder zusammen, und so werden wir
stufenweise um das Höchste gebracht, was uns gegönnt war, um die
Einheit, die uns in vollem Maß zur Mitempfindung des Unendlichen
erhebt, dagegen wir bei vermehrter Kenntnis immer kleiner werden. Da
wir vorher mit dem Ganzen als Riesen standen, sehen wir uns als
Zwerge gegen die Teile.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1065
%
Es ist ein angenehmes Geschäft, die Natur zugleich und sich
selbst zu erforschen, weder ihr noch seinem Geiste Gewalt anzutun,
sondern beide durch gelinden Wechseleinfluss miteinander ins
Gleichgewicht zu setzen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1066
%
Sich den Objekten in der Breite gleichstellen, heißt lernen;
die Objekte in ihrer Tiefe auffassen, heißt erfinden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1067
%
Was man erfindet, tut man mit Liebe, was man gelernt hat, mit
Sicherheit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1068
%
Was ist denn das Erfinden? Es ist der Abschluss des Gesuchten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1069
%
Was ist der Unterschied zwischen Axiom und Enthymem? Axiom: Was
wir von Haus aus, ohne Beweis anerkennen; Enthymem: Was uns an viele
Fälle erinnert und das zusammenknüpft, was wir schon einzeln
erkannten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1070
%
Die Freude des ersten Gewahrwerdens, des so genannten
Entdeckens, kann uns niemand nehmen, Verlangen wir aber auch ehre
davon, die kann uns sehr verkümmert werden; denn wir sind meistens
nicht die ersten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1071
%
Was heißt auch erfinden und wer kann sagen, dass er dies oder
jenes erfunden habe? Wie es denn überhaupt, auf Priorität zu pochen,
wahre Narrheit ist; denen s ist nur bewusstloser Dünkel, wenn man
sich nicht redlich als Plagiarier bekennen will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1072
%
Mit den Ansichten, wenn sie aus der Welt verschwinden, gehen
oft die Gegenstände selbst verloren. Kann man doch im höheren Sinne
sagen, dass die Ansicht der Gegenstand sei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1073
%
Es ist viel mehr schon entdeckt, als man glaubt.
Da die Gegenstände durch die Ansichten der Menschen erst aus dem
Nichts hervorgehoben werden, so kehren sie, wenn sich die Ansichten
verlieren, auch wieder ins Nichts zurück: Rundung der Erde, Platos
Bläue.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1074
%
Es sind zwei Gefühle die schwersten zu überwinden: Gefunden zu
haben, was schon gefunden ist, und nicht gefunden zu sehen, was man
hätte finden sollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1075
%
Denken ist interessanter als Wissen, aber nicht als Anschauen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1076
%
Das Schrecklichste für den Schüler ist, dass er sich am Ende
doch gegen den Meister wiederherstellen muss. Je kräftiger das ist,
was dieser gibt, in desto größerem Unmut, ja Verzweiflung ist der
Empfangende.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1077
%
Man datiert von Baco von Verulam eine Epoche der
Erfahrungs-Naturwissenschaften. Ihr Weg ist jedoch durch theoretische
Tendenzen oft durchschnitten und ungangbar gemacht worden. Genau
besehen, kann und soll man von jedem Tag eine neue Epoche datieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1078
%
Jeden Tag hat man Ursache, die Erfahrung aufzuklären und den
Geist zu reinigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1079
%
Der gemeine Wissenschaftler hält alles für überlieferbar und
fühlt nicht, dass die Niedrigkeit seiner Ansichten ihn sogar das
eigentlich Überlieferbare nicht fassen lässt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1080
%
Wenn in Wissenschaften alte Leute retardieren, so
retrogradieren junge. Alte leugnen die Vorschritte, wenn sie nicht
mit ihren früheren Ideen zusammenhängen; junge, wenn sie der Idee
nicht gewachsen sind und doch auch etwas Außerordentliches leisten
möchten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1081
%
Das wäre wohl der werteste Professor der Physik, der die
Nichtigkeit seines Kompendiums und seiner Figuren, gegen die Natur
und gegen die höh'ren Forderungen des Geists gehalten, durchaus zur
Anschauung bringen könnte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1082
%
Alle Hypothesen hindern den '??????????ó?, das Wiederbeschauen,
das Betrachten der Gegenstände, der fraglichen Erscheinungen von
allen Seiten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1083
%
Wer kann sagen, dass er eine Neigung zur reinen Erfahrung habe?
Was Baco dringend empfohlen hatte, glaubte jeder zu tun, und wem
gelang es?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1084
%
Die Konstanz der Phänomene ist allein bedeutend; was wir dabei
denken, ist ganz einerlei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1085
%
Die Phänomene sind nichts wert, als wenn sie uns eine tiefere
reichere Einsicht in die Natur gewähren oder wenn sie uns zum Nutzen
anzuwenden sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1086
%
Die schönste Metamorphose des unorganischen Reiches ist, wenn
beim Entstehen das Amorphe sich ins Gestaltete verwandelt. Jede Masse
hat hiezu Trieb und Recht. Der Glimmerschiefer verwandelt sich in
Granaten und bildet oft Gebirgsmassen, in denen der Glimmer beinahe
ganz aufgehoben ist und nur als geringes Bindungsmittel sich zwischen
jenen Kristallen befindet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1087
%
Die Vögel sind ganz späte Erzeugnisse der Natur.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1088
%
Das Große, Überkolossale der Natur eignet man so leicht sich
nicht an; denn wir haben nicht reine Verkleinerungsgläser, wie wir
Linsen haben, um das unendlich Kleine zu gewahren. Und da muss man
doch noch Augen haben wie Carus und Nees, wenn dem Geiste Vorteil
entstehen soll.
Da jedoch die Natur im Größten wie im Kleinsten sich immer gleich
ist und eine jede trübe Scheibe so gut die schöne Bläue darstellt wie
die ganze weltüberwölkende Atmosphäre, so find' ich es geraten, auf
Musterstücke aufmerksam zu sein und sie vor mir zusammenzulegen. Hier
nun ist das Ungeheure nicht verkleinert, sondern im Kleinen, und
ebenso unbegreiflich als im Unendlichen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1089
%
"Nur die gegenwärtige Wissenschaft gehört uns an, nicht die
vergangne, noch die zukünftige."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1090
%
In der Geschichte der Naturforschung bemerkt man durchaus, dass
die Beobachter von der Erscheinung zu schnell zur Theorie hineilen,
und dadurch unzulänglich, hypothetisch werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1091
%
Wir würden unser Wissen nicht für Stückwerk erklären, wenn wir
nicht einen Begriff von einem Ganzen hätten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1092
%
Die Wissenschaften so gut als die Künste bestehen in einem
überlieferbaren (realen), erlernbaren Teil und in einem
unüberlieferbaren (idealen), unlernbaren Teil.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1093
%
In der Geschichte der Wissenschaften hat der ideale Teil ein
ander Verhältnis zum realen als in der übrigen Weltgeschichte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1094
%
Geschichte der Wissenschaften: Der reale Teil sind die
Phänomene, der ideale die Ansichten der Phänomene.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1095
%
Vier Epochen der Wissenschaften: Kindliche, poetische,
abergläubische; empirische, forschende, neugierige; dogmatische,
didaktische, pedantische; ideelle, methodische, mystische.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1096
%
Kant beschränkt sich mit Vorsatz in einen gewissen Kreis und
deutet ironisch immer darüber hinaus.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1097
%
Es ist das Eigne zu bemerken, dass der Mensch sich mit dem
einfachen Erkennbaren nicht begnügt, sondern auf die verwickelteren
Probleme losgeht, die er vielleicht nie erfassen wird. Jenes einfache
Fassliche ist durchaus anwendbar und nützlich und kann uns ein ganzes
Leben durch beschäftigen, wenn es uns genügt und belebt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1098
%
Theorie und Erfahrung (Phänomen) stehen gegeneinander in
beständigem Konflikt. Alle Vereinigung in der Reflexion ist eine
Täuschung; nur durch Handeln können sie vereinigt werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1099
%
Es gibt jetzt eine böse Art, in den Wissenschaften abstrus zu
sein: Man entfernt sich vom gemeinen Sinne, ohne einen höhern
aufzuschließen, transzendiert, phantasiert, fürchtet lebendiges
Anschauen, und wenn man zuletzt ins Praktische will und muss, wird
man auf einmal atomistisch und mechanisch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1100
%
Die Wissenschaften zerstören sich auf doppelte Weise selbst:
Durch die Breite, in die sie gehen, und durch die Tiefe, in die sie
sich versenken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1101
%
Alles, was man in Wissenschaften fordert, ist so ungeheuer,
dass man recht gut begreift, dass gar nichts geleistet wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1102
%
Wir leben in einer Zeit, wo wir uns täglich mehr angeregt
fühlen, die beiden Welten, denen wir angehören, die obere und die
untere, als verbunden zu betrachten, das Ideelle im Reellen
anzuerkennen und unser jeweiliges Missbehagen mit dem Endlichen durch
Erhebung ins Unendliche zu beschwichtigen. Die großen Vorteile, die
dadurch zu gewinnen sind, wissen wir unter den mannigfaltigsten
Umständen zu schätzen und sie besonders auch den Wissenschaften und
Künsten mit kluger Tätigkeit zuzuwenden.
Nachdem wir uns nun zu dieser Einsicht erhoben, so sind wir nicht
mehr in dem Falle, bei Behandlung der Naturwissenschaften die
Erfahrung der Idee entgegenzusetzen, wir gewöhnen uns vielmehr, die
Idee in der Erfahrung aufzusuchen, überzeugt, dass die Natur nach
Ideen verfahre, ingleichen dass der Mensch in allem, was er beginnt,
eine Idee verfolge. Wobei denn freilich zu bedenken ist, dass die
Idee in ihrem Entspringen und ihrer Richtung vielfach erscheint und
in diesem Sinne als von verschiedenem Werte geachtet werden könne.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1103
%
Hier aber werden wir vor allen Dingen bekennen und aussprechen,
dass wir mit Bewusstsein uns in der Region befinden, wo Metaphysik
und Naturgeschichte übereinander greifen, also da, wo der ernste,
treue Forscher am liebsten verweilt. Denn hier wird er durch den
Zudrang grenzenloser Einzelheiten nicht mehr geängstigt, weil er den
hohen Einfluss der einfachsten Idee schätzen lernt, welche auf die
verschiedenste Weise Klarheit und Ordnung dem Vielfältigsten zu
verleihen geeignet ist.
Indem nun der Naturforscher sich in dieser Denkweise bestärkt, im
höheren Sinne die Gegenstände betrachtet, so gewinnt er eine
Zuversicht und kommt dadurch dem Erfahrenden entgegen, welcher nur
mit gemessener Bescheidenheit ein Allgemeines anzuerkennen sich
bequemt.
Er tut wohl, das Hypothese zu nennen, was schon gegründet ist; mit
desto mehr freudiger Überzeugung findet auch er, dass hier ein wahres
Übereintreffen stattfindet. Er fühlt es, wie wir es auch seinerzeit
empfunden haben.
Im Gefolg hievon wird sich nun keine Spur von Widerstreit
hervortun, nur eine Ausgleichung geringer Differenzen wird sich hie
und da nötig machen, und beide Teile werden sich eines gemeinsamen
Erfolges zu erfreuen haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1104
%
Bei allem nun hat der treue Forscher sich selbst zu beobachten
und zu sorgen, dass, wie er die Organe bildsam sieht, er sich auch
die Art zu sehen bildsam erhalte, damit er nicht überall schroff bei
einerlei Erklärungsweise verharre, sondern in jedem Falle die
bequemste, der Ansicht, dem Anschauen analogste zu wählen verstehe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1105
%
Es ist ein großer Unterschied, ob ich mich aus dem Hellen ins
Dunkle oder aus dem Dunklen ins Helle bestrebe; ob ich, wenn die
Klarheit mir nicht mehr zusagt, mich mit einer gewissen Dämmerung zu
umhüllen trachte, oder ob ich, in der Überzeugung, dass das Klare auf
einem tiefen, schwer erforschten Grund ruhe, auch von diesem immer
schwer auszusprechen Grunde das Mögliche mit herauf zu nehmen bedacht
bin. Ich halte daher immer für vorteilhafter: Der Naturforscher
bekenne sogleich, dass er in einzelnen Fällen es zugibt, wo das
Verschweigen nur allzu deutlich hervortritt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1106
%
Durch die Pendelschläge wird die Zeit, durch die
Wechselbewegung von Idee und Erfahrung die sittliche und
wissenschaftliche Welt regiert.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1107
%
Nicht allein die Erscheinungen, was man eigentlich so nennen
kann, welche immer mehr oder weniger den Sinnen unterworfen, doch
zuletzt aus einem höhern Begriff gedeutet werden müssen, sollen wir
aufmerksam betrachten, aber auch die Symptome von irgendwelcher Art
haben wir zu beachten. Ich machte hier auf das Ausdehnen und
Zusammenziehen im Verlauf des Pflanzenlebens aufmerksam und erinnere
wieder daran durch folgende Betrachtung.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1108
%
Bei einer noch so ausgearbeiteten Nomenklatur haben wir zu
denken, dass es nur eine Nomenklatur ist, ein Wort, ein irgendeiner
Erscheinung angepasstes, aufgeheftetes Silbenmerkmal sei und also die
Natur keineswegs vollkommen ausspreche, und deshalb nur als Behelf zu
unsrer Bequemlichkeit angesehen werden sollte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1109
%
Die scharf unterscheidende, genau beschreibende Botanik ist in
mehr als einem Sinne höchst ehrwürdig, indem sie die Gabe zu trennen,
zu sondern, zu vergleichen, wie sie dem Menschengeiste gegeben ist,
in ihrer höchsten Ausübung zu betätigen trachtet, sodann aber auch
ein Beispiel gibt, wie weit man mit der Sprache, eben jenem ins
Einzelnste dringenden Beobachtungstalent, das kaum zu
Unterscheidende, sobald es entdeckt worden, zu benennen und zu
bezeichnen vermöge.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1110
%
Eine zwar niedere, doch schon ideelle Unternehmung des Menschen
ist das Zählen, wodurch im gemeinen Leben so vieles verrichtet wird;
die große Bequemlichkeit jedoch, die allgemeine Fasslichkeit und
Erreichbarkeit gibt dem Ordnen nach der Zahl auch in den
Wissenschaften Eingang und Beifall. Das Linnésche System erlangte
eben durch diese Gemeinheit seine Allgemeinheit, doch widerstrebt es
einer höheren Einsicht mehr, als dass es solche förderte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1111
%
Wie wir Menschen in allem Praktischen auf ein gewisses Mittlere
gewiesen sind, so ist es auch im Erkennen. Die Mitte, von da aus
gerechnet, wo wir stehen, erlaubt wohl auf- und abwärts mit Blick und
Handeln uns zu bewegen, nur Anfang und Ende erreichen wir nie, weder
mit Gedanken noch Tun, daher es rätlich ist, sich zeitig davon
loszusagen.
Ebendies gilt von der Geognosie: das mittlere Wirken der
Weltgenese sehen wir leidlich klar und vertragen uns ziemlich
darüber; Anfang und Ende dagegen, jenen in den Granit, dieses in den
Basalt gesetzt, werden uns ewig problematisch bleiben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1112
%
Wenn bei einem problematischen, verschiedene Ansichten
zulassenden Gegenstand eine Vorstellungsrat didaktisch geworden, so
fragt sich, was man gewinnt, indem man eine gegen die andere
vertauscht. Wenn ich statt Granit-Gneis sage Gneis- Granit, so wird
nur evident, dass beide Gebirgsarten, als nah verwandt, ineinander
übergehend gefunden werden, so dass wir bald den einen, bald den
andern Ausdruck zu gebrauchen und veranlasst glauben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1113
%
Warum ich zuletzt am liebsten mit der Natur verkehre, ist, weil
sie immer Recht hat und der Irrtum bloß auf meiner Seite sein kann.
Verhandle ich hingegen mit Menschen, so irren sie, dann ich, auch sie
wieder und immer so fort, da kommt nichts aufs reine: Weiß ich mich
aber in die Natur zu schicken, so ist alles getan.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1114
%
Alle Wirkungen, von welcher Art sie seien, die wir in der
Erfahrung bemerken, hängen auf die stetigste Weise zusammen, gehen
ineinander über; sie undulieren von der ersten bis zur letzten. Dass
man sie voneinander trennt, sie einander entgegensetzt, sie
untereinander vermengt, ist unvermeidlich; doch musste daher in den
Wissenschaften ein grenzenloser Widerstreit entstehen. Starre
scheidende Pedanterie und verflößender Mystizismus bringen beide
gleiches Unheil. Aber jene Tätigkeiten, von der gemeinsten bis zur
höchsten, vom Ziegelstein, der dem Dach entstürzt, bis zum
leuchtenden Geistesblick, der dir aufgeht und den du mitteilst,
reihen sie sich aneinander. Wir versuchen es auszusprechen:
Zufällig,
Mechanisch,
Physisch,
Chemisch,
Organisch,
Psychisch,
Ethisch,
Religios,
Genial.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1115
%
Das, was wir in der neueren Zeit Naturphilosophie nennen, ist
ein großes Geschenk, das uns immer würdiger und werter erscheinen
muss, je mehr wir sie als ein Organ betrachten, das durch eine hohe
Symbolik uns in den Stand setzt, uns dem Wichtigsten zu nähern. Die
Formeln der Mathematik, Kosmologie, Geologie, Physik, Chemie,
Naturgeschichte, Sittlichkeit, Religion und Mystik stehen uns zu
Dienste, es bildet sich eine Sprache, der es möglich wird, in die
Tiefen des Menschen und der Natur einzugreifen.
Aber Bescheidenheit ist nötig, dass wir bedenken, auch sie habe
die Tugenden und die Fehler aller Sprachen, dass sie, indem sie von
einer Seite gewissermaßen schafft, von der andern den Gegenstand, den
sie bezeichnen will, öfters kaum erreicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1116
%
Wer gegenwärtig über Kunst schreiben oder gar streiten will,
der sollte einige Ahndung haben von dem, was die Philosophie in
unsern Tagen geleistet hat und zu leisten fortfährt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1117
%
Wer einem Autor Dunkelheit vorwerfen will, sollte erst sein
eigen Inners beschauen, ob es denn da auch recht hell ist: In der
Dämmerung wird eine sehr deutliche Schrift unlesbar.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1118
%
Wer streiten will, muss sich hüten, bei dieser Gelegenheit
Sachen zu sagen, die ihm niemand streitig macht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1119
%
Wer Maximen bestreiten will, sollte fähig sein, sie recht klar
aufzustellen und innerhalb dieser Klarheit zu kämpfen, damit er nicht
in den Fall gerate, mit selbst geschaffenen Luftbildern zu fechten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1120
%
Die Dunkelheit gewisser Maximen ist nur relativ. Nicht alles
ist dem Hörenden deutlich zu machen, was dem Ausübenden einleuchtet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1121
%
Ein Künstler, der schätzbare Arbeiten verfertiget, ist nicht
immer imstande, von eignen oder fremden Werken Rechenschaft zu geben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1122
%
Natur und Idee lässt sich nicht trennen, ohne dass die Kunst
sowie das Leben zerstört werde.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1123
%
Wenn Künstler von Natur sprechen, subintelligieren sie immer
die Idee, ohne sich's deutlich bewusst zu sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1124
%
Ebenso geht's allen, die ausschließlich die Erfahrung
anpreisen; sie bedenken nicht, dass die Erfahrung nur die Hälfte der
Erfahrung ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1125
%
Erst hört man von Natur und Nachahmung derselben, dann soll es
eine schöne Natur geben. Man soll wählen; doch wohl das Beste! Und
woran soll man's erkennen? Nach welcher Norm soll man wählen? Und wo
ist denn die Norm? Doch wohl nicht auch in der Natur?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1126
%
Und gesetzt, der Gegenstand wäre gegeben, der schönste Baum im
Walde, der in seiner Art als vollkommen auch vom Förster anerkannt
würde. Nun, um den Baum in ein Bild zu verwandeln, geh' ich um ihn
herum und suche mir die schönste Seite. Ich trete weit genug weg, um
ihn völlig zu übersehen, ich warte ein günstiges Licht ab, und nun
soll von dem Naturbaum noch viel auf das Papier übergegangen sein!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1127
%
Der Laie mag das glauben; der Künstler hinter den Kulissen
seines Handwerks sollte aufgeklärter sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1128
%
Gerade das, was ungebildeten Menschen am Kunstwerk der Natur
auffällt, das ist nicht Natur (von außen), sondern der Mensch (Natur
von innen).
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1129
%
Wir wissen von keiner Welt, als im Bezug auf den Menschen; wir
wollen keine Kunst, als die ein Abdruck dieses Bezugs ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1130
%
Wer zuerst im Bilde auf seinen Horizont die Zielpunkte des
mannigfaltigen Spiels waagrechter Linien bannte, erfand das Prinzip
der Perspektive.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1131
%
Wer zuerst aus der Systole und Diastole, zu der die Retina
gebildet ist, aus dieser Synkrisis und Diakrisis, mit Plato zu
sprechen, die Farbenharmonie entwickelte, der hat die Prinzipien des
Kolorits entdeckt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1132
%
Suchet in euch, so werdet ihr alles finden, und erfreuet euch,
wenn da draußen, wie ihr es immer heißen möget, eine Natur liegt, die
Ja und Amen zu allem sagt, was ihr in euch gefunden habt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1133
%
Was hat ein Maler zu studieren, bis er eine Pfirsche sehen kann
wie Huysum, und wir sollen nicht versuchen, ob es möglich sei, den
Menschen zu sehen, wie ihn ein Grieche gesehen hat?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1134
%
Wer Proportion (das Messbare) von der Antike nehmen muss,
sollte uns nicht gehässig sein, weil wir das Unmessbare von der
Antike nehmen wollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1135
%
Gar vieles kann lange erfunden, entdeckt sein, und es wirkt
nicht auf die Welt; es kann wirken und doch nicht bemerkt werden,
wirken und nicht ins Allgemeine greifen; deswegen jede Geschichte der
Erfindung sich mit den wunderbarsten Rätseln herumschlägt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1136
%
Es ist so schwer, etwas von Mustern zu lernen, als von der
Natur.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1137
%
Die Form will so gut verdaut sein als der Stoff; ja, sie
verdaut sich viel schwerer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1138
%
Es ist schon genug, dass Kunstliebhaber das Vollkommene
übereinstimmend anerkennen und schätzen; über das Mittlere lässt sich
der Streit nicht endigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1139
%
Alles Prägnante, was allein an einem Kunstwerke vortrefflich
ist, wird nicht anerkannt; alles Fruchtbare und Fördernde wird
beseitigt, eine tief umfassende Synthesis begreift nicht leicht
jemand.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1140
%
Ihr wählt euch ein Muster, und damit vermischt ihr eure
Individualität: Das ist alle eure Kunst. Da ist an keine Grundsätze,
an keine Schule, an keine Folge zu denken, alles willkürlich und wie
es einem jeden einfällt.
Dass man sich von Gesetzen losmacht, die bloß durch Tradition
geheiligt sind, dagegen ist nichts zu sagen; aber dass man nicht
denkt, es müssen doch Gesetze sein, die aus der Natur jeder Kunst
entspringen, daran denkt niemand.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1141
%
Jedes gute und schlechte Kunstwerk, sobald es entstanden ist,
gehört zur Natur. Die Antike gehört zur Natur, und zwar, wenn sie
anspricht, zur natürlichsten Natur, und diese edle Natur sollen wir
nicht studieren, aber die gemeine!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1142
%
Denn das Gemeine ist's eigentlich, was den Herren Natur heißt!
Aus sich schöpfen mag wohl heißen, mit dem eben fertig werden, was
uns bequem wird!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1143
%
Kunst: Eine andere Natur, auch geheimnisvoll, aber
verständlicher; denn sie entspringt aus dem Verstande.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1144
%
Mancher hat nach der Antike studiert und sich ihr Wesen nicht
ganz zugeeignet. Ist er darum scheltenswert?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1145
%
Warum schelten wir das Manierierte so sehr, als weil wir
glauben, dass Umkehr daher auf den rechten Weg sei unmöglich?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1146
%
Die höheren Forderungen sind an sich schon schätzbarer, auch
unerfüllt, als niedrige, ganz erfüllte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1147
%
Das Trocken-Naive, das Steif-Wackere, das Ängstlich-Rechtliche
und womit man ältere deutsche Kunst charakterisieren mag, gehört zu
jeder früheren, einfacheren Kunstweise. Die alten Venezianer,
Florentiner usw. haben das alles auch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1148
%
Und wir Deutsche sollen uns dann nur für original halten, wenn
wir uns nicht über die Anfänge erheben!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1149
%
Weil Albrecht Dürer bei dem unvergleichlichen Talent sich nie
zur Idee des Ebenmaßes der Schönheit, ja sogar nie zum Gedanken einer
schicklichen Zweckmäßigkeit erheben konnte, sollen wir auch immer an
der Erde kleben!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1150
%
Albrecht Dürern förderte ein höchst inniges realistisches
Anschauen, ein liebenswürdiges menschliches Mitgefühl aller
gegenwärtigen Zustände. Ihm schadete eine trübe, form- und bodenlose
Phantasie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1151
%
Wie Martin Schön neben ihm steht und wie das deutsche Verdienst
sich dort beschränkt, wäre interessant zu zeigen und nützlich zu
zeigen, dass dort nicht aller Tage Abend war.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1152
%
Löste sich doch in jeder italienischen Schule der Schmetterling
aus der Puppe los!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1153
%
Sollen wir ewig als Raupen herumkriechen, weil einige nordische
Künstler ihre Rechnung dabei finden?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1154
%
Nachdem uns Klopstock vom Reim erlöste und Voß uns prosodische
Muster gab, sollen wir wohl wieder Knittelverse machen wie Hans Sachs?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1155
%
Lasst uns doch vielseitig sein! Märkische Rübchen schmecken
gut, am besten gemischt mit Kastanien. Und diese beiden edlen Früchte
wachsen weit auseinander.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1156
%
Man ist nur vielseitig, wenn man zum Höchsten strebt, weil man
muss (im Ernst), und zum Geringern herabsteigt, wenn man will (zum
Spaß).
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1157
%
Erlaubt uns in unsern vermischten Schriften doch neben den
abend- und nordländischen Formen auch die morgen- und südländischen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1158
%
Lasst doch den deutschen Dichtern den frommen Wunsch, auch als
Homeriden zu gelten! Deutsche Bildhauer, es wird euch nicht schaden,
zum Ruhm der letzten Praxiteliden zu streben!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1159
%
In allen Künsten gibt es einen gewissen Grad, den man mit den
natürlichen Anlagen sozusagen allein erreichen kann. Zugleich aber
ist es unmöglich, denselben zu überschreiten, wenn nicht die Kunst zu
Hilfe kommt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1160
%
Man sagt wohl zum Lobe des Künstlers: Er hat alles aus sich
selbst. Wenn ich das nur nicht wieder hören müsste! Genau besehen,
sind die Produktionen eines solchen Originalgenies meistens
Reminiszenzen; wer Erfahrung hat, wird sie meist einzeln nachweisen
können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1161
%
Das so genannte Aus-sich-Schöpfen macht gewöhnlich falsche
Originale und Manieristen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1162
%
Selbst das mäßige Talent hat immer Geist in Gegenwart der
Natur; deswegen einigermaßen sorgfältige Zeichnungen der Art immer
Freude machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1163
%
Aus vielen Skizzen endlich ein Ganzes hervorzubringen, gelingt
selbst den Besten nicht immer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1164
%
Was die letzte Hand tun kann, muss die erste schon entschieden
aussprechen. Hier muss schon bestimmt sein, was getan werden soll.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1165
%
Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die
uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1166
%
Man sagt: Studiere, Künstler, die Natur! Es ist aber keine
Kleinigkeit, aus dem Gemeinen das Edle, aus der Unform das Schöne zu
entwickeln.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1167
%
Wem die Natur ein offenbares Geheimnis zu enthüllen anfängt,
der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach ihrer würdigsten
Auslegerin, der Kunst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1168
%
Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen; darum
scheint es eine Torheit, sie wieder durch Worte vermitteln zu wollen.
Doch indem wir und darin bemühen, findet sich für den Verstand so
mancher Gewinn, der dem ausübenden Vermögen auch wieder zugute kommt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1169
%
Es ist etwas unbekanntes Gesetzliches im Objekt, welches dem
unbekannten Gesetzlichen im Subjekt entspricht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1170
%
Das Gesetz, das in die Erscheinung tritt, in der größten
Freiheit, nach seinen eigensten Bedingungen, bringt das objektiv
Schöne hervor, welches freilich würdige Subjekte finden muss, von
denen es aufgefasst wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1171
%
Allen andern Künsten muss man etwas vorgeben, der griechischen
allein bleibt man ewig Schuldner.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1172
%
Die Natur wirkt nach Gesetzen, die sie sich in Eintracht mit
dem Schöpfer vorschrieb. Die Kunst nach Regeln, über die sie mit dem
Genie sich einverstanden hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1173
%
Die Kunst ist ein Geschäft, am ernsthaftesten, wenn sie sich
mit edlen, heiligen Gegenständen beschäftigt; der Künstler aber steht
über der Kunst und dem Gegenstande: Über jener, da er sie zu seinen
Zwecken braucht, über diesem, weil er ihn nach eigner Weise behandelt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1174
%
Die bildende Kunst ist auf das Sichtbare angewiesen, auf die
äußere Erscheinung des Natürlichen. Das rein Natürliche, insofern es
sittlich gefällig ist, nennen wir naiv. Naive Gegenstände sind also
das Gebiet der Kunst, die ein sittlicher Ausdruck des Natürlichen
sein soll. Gegenstände, die nach beiden Seiten hinweisen, sind die
günstigsten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1175
%
Das Naive als natürlich ist mit dem Wirklichen verschwistert.
Das Wirkliche ohne sittlichen Bezug nennen wir gemein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1176
%
Die Kunst an und für sich selbst ist edel; deshalb fürchtet
sich der Künstler nicht vor dem Gemeinen. Ja, indem er es aufnimmt,
ist es schon geadelt, und so sehen wir die größten Künstler mit
Kühnheit ihr Majestätsrecht ausüben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1177
%
In jedem Künstler liegt ein Keim von Verwegenheit, ohne den
kein Talent denkbar ist, und dieser wird besonders rege, wenn man den
Fähigen einschränken und zu einseitigen Zwecken dingen und brauchen
will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1178
%
Raphael ist unter den neuern Künstlern auch hier wohl der
reinste. Er ist durchaus naiv, das Wirkliche kommt bei ihm nicht zum
Streit mit dem Sittlichen oder gar Heiligen. Der Teppich, worauf die
Anbetung der Könige abgebildet ist, eine überschwänglich herrliche
Komposition, zeigt, von dem ältesten anbetenden Fürsten bis zu den
Mohren und Affen, die sich auf den Kamelen mit Äpfeln ergötzen, eine
ganze Welt. Hier durfte der heilige Joseph und ganz naiv
charakterisiert werden als Pflegevater, der sich über die
eingekommenen Geschenke freut.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1179
%
Auf den heiligen Joseph überhaupt haben es die Künstler
abgesehen. Die Byzantiner, denen man nicht nachsagen kann, dass sie
überflüssigen Humor anbrächten, stellen doch bei der Geburt den
Heiligen immer verdrießlich vor. Das Kind liegt in der Krippe, die
Tiere schauen hinein, verwundert, statt ihres trockenen Futters ein
lebendiges, himmlisch- anmutiges Geschöpft zu finden. Engel verehren
den Ankömmling; die Mutter sitzt still dabei; St. Joseph aber sitzt
abgewendet und kehrt unmutig den Kopf nach der sonderbaren Szene.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1180
%
Der Humor ist eins der Elemente des Genies, aber sobald er
vorwaltet, nur ein Surrogat desselben; er begleitet die abnehmende
Kunst, zerstört, vernichtet sie zuletzt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1181
%
Hierüber kann eine Arbeit anmutig aufklären, die wir
vorbereiten: Sämtliche Künstler nämlich, die uns schon von so manchen
Seiten bekannt sind, ausschließlich von der ethischen zu betrachten,
aus den Gegenständen und der Behandlung ihrer Werke zu entwickeln,
was Zeit und Ort, Nation und Lehrmeister, was eigne unzerstörliche
Individualität beigetragen, sich zu dem zu bilden, was sie wurden,
sie bei dem zu erhalten, was sie waren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1182
%
"Da wir überzeugt sind, dass derjenige, der die intellektuelle
Welt beschaut und des wahrhaften Intellekts Schönheit gewahr wird,
auch wohl ihren Vater, der über allen Sinn erhaben ist, bemerken
könne, so versuchen wir denn, nach Kräften einzusehen und für uns
selbst auszudrücken - insofern sich dergleichen deutlich machen lässt
-, auf welche Weise wir die Schönheit des Geistes und der Welt
anzuschauen vermögen."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1183
%
"Nehmet an daher, zwei steinerne Massen seien nebeneinander
gestellt, deren eine roh und ohne künstliche Bearbeitung geblieben,
die andere aber durch die Kunst zur Statue, einer menschlichen oder
göttlichen, ausgebildet worden. Wäre es eine göttliche, so möchte sie
eine Grazie oder Muse vorstellen; wäre es eine menschliche, so dürfte
es nicht ein besonderer Mensch sein, vielmehr irgendeiner, den die
Kunst aus allem Schönen versammelte."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1184
%
"Euch wird aber der Stein, der durch die Kunst zur schönen
Gestalt gebracht worden, alsobald schön erscheinen; doch nicht weil
er Stein ist - denn sonst würde die andere Masse gleichfalls für
schön gelten -, sondern daher, dass er eine Gestalt hat, welche die
Kunst ihm erteilte."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1185
%
"Die Materie aber hatte eine solche Gestalt nicht, sondern
diese war in dem Ersinnenden früher, als sie zum Stein gelangte. Sie
war jedoch in dem Künstler nicht, weil er Augen und Hände hatte,
sondern weil er mit der Kunst begabt war."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1186
%
"Also war in der Kunst noch eine weit größere Schönheit; denn
nicht die Gestalt, die in der Kunst ruhet, gelangt in den Stein,
sondern dorten bleibt sie, und es gehet indessen eine andere,
geringere hervor, die nicht rein in sich selbst verharret, noch auch
wie sie der Künstler wünschte, sondern insofern der Stoff der Kunst
gehorchte."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1187
%
"Wenn aber die Kunst dasjenige, was sie ist und besitzt, auch
hervorbringt, und das Schöne nach der Vernunft hervorbringt, nach
welcher sie immer handelt, so ist sie fürwahr diejenige, die mehr
oder wahrer eine größere und trefflichere Schönheit der Kunst
besitzt, vollkommener als alles, was nach außen hervortritt."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1188
%
"Denn indem die Form, in die Materie hervor schreitend, schon
ausgedehnt wird, so wird sie schwächer als jene, welche in Einem
verharret. Denn was in sich eine Entfernung erduldet, tritt von sich
selbst weg: Stärke von Stärke, Wärme von Wärme, Kraft von Kraft; so
auch Schönheit von Schönheit. Daher muss das Wirkende trefflicher
sein als das Gewirkte. Denn nicht die Unmusik macht den Musiker,
sondern die Musik, und die übersinnliche Musik bringt die Musik in
sinnlichem Ton hervor."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1189
%
"Wollte aber jemand die Künste verachten, weil sie die Natur
nachahmen, so lässt sich darauf antworten, dass die Naturen auch
manches andere nachahmen; dass ferner die Künste nicht das geradezu
nachahmen, was man mit Augen siehet, sondern auf jenes Vernünftige
zurückgehen, aus welchem die Natur besteht und wornach sie handelt."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1190
%
"Ferner bringen auch die Künste vieles aus sich selbst hervor
und fügen anderseits manches hinzu, was der Natur na Vollkommenheit
abgehet, indem sie die Schönheit in sich selbst haben. So konnte
Phidias den Gott bilden, ob er gleich nichts sinnlich Erblickliches
nachahmte, sondern sich einen solchen in den Sinn fasste, wie Zeus
selbst erscheinen würde, wenn er unsern Augen begegnen möchte."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1191
%
Man kann den Idealisten alter und neuer Zeit nicht verargen,
wenn sie so lebhaft auf Beherzigung des Einen dringen, woher alles
entspringt und worauf alles wieder zurückzuführen wäre. Denn freilich
ist das belebende und ordnende Prinzip in der Erscheinung dergestalt
bedrängt, dass es sich kaum zu retten weiß. Allein wir verkürzen uns
an der andern Seite wieder, wenn wir das Formende und die höhere Form
selbst in eine vor unserm äußern und innern Sinn verschwindende
Einheit zurückdrängen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1192
%
Wir Menschen sind auf Ausdehnung und Bewegung angewiesen; diese
beiden allgemeinen Formen sind es, in welchen sich alle übrigen
Formen, besonders die sinnlichen, offenbaren. Eine geistige Form wird
aber keineswegs verkürzt, wenn sie in der Erscheinung hervortritt,
vorausgesetzt, dass ihr Hervortreten eine wahre Zeugung, eine wahre
Fortpflanzung sei. Das Gezeugte ist nicht geringer als das Zeugende;
ja es ist der Vorteil lebendiger Zeugung, dass das Gezeugte
vortrefflicher sein kann als das Zeugende.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1193
%
Dieses weiter auszuführen und vollkommen anschaulich, ja, was
mehr ist, durchaus praktisch zu machen, würde von wichtigem Belang
sein. Eine umständliche folgerechte Ausführung aber möchte den Hörern
übergroße Aufmerksamkeit zumuten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1194
%
Die Kunst ruht auf einer Art religiösem Sinn, auf einem tiefen,
unerschütterlichen Ernst; deswegen sie sich auch so gern mit der
Religion vereinigt. Die Religion bedarf keines Kunstsinnes, sie ruht
auf ihrem eigenen Ernst; sie verleiht aber auch keinen, so wenig sie
Geschmack gibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1195
%
Realität in der höchsten Nützlichkeit (Zweckmäßigkeit) wird
auch schön sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1196
%
Vollkommenheit ist schon da, wenn das Notwendige geleistet
wird, Schönheit, wenn das Notwendige geleistet, doch verborgen ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1197
%
Vollkommenheit kann mit Disproportion bestehen, Schönheit
allein mit Proportion.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1198
%
Jeder große Künstler reißt uns weg, steckt uns an. Alles, was
in uns von eben der Fähigkeit ist, wird rege, und da wir eine
Vorstellung vom Großen und einige Anlage dazu haben, so bilden wir
uns gar leicht ein, der Keim davon stecke in uns.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1199
%
Raphaelin von Reggio malte mit solcher Leichtigkeit die
Außenseiten der Häuser in Fresko, dass alle Kinder Kalk auf Ziegeln
strichen und das gleiche zu tun gedachten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1200
%
Es ist eine Tradition, Dädalus, der erste Plastiker, habe die
Erfindung der Drehscheibe des Töpfers beneidet. Von Neid möchte wohl
nichts vorgekommen sein; aber der große Mann hat wahrscheinlich
vorempfunden, dass die Technik zuletzt in der Kunst verderblich
werden müsse.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1201
%
Bei Gelegenheit der berlinischen Vorbilder für Fabrikanten kam
zur Sprache, ob so großer Aufwand auf die höchste Ausführung der
Blätter wäre nötig gewesen. Wobei sich ergab, dass gerade den
talentvollen jungen Künstler und Handwerker die Ausführung am meisten
reizt, und dass er durch Beachtung und Nachbildung derselben erst
befähigt wird, das Ganze und den Wert der Formen zu begreifen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1202
%
Die Technik im Bündnis mit dem Abgeschmackten ist die
fürchterlichste Feindin der Kunst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1203
%
"An meinen Bildern müsst ihr nicht schnuffeln, die Farben sind
ungesund." Rembrandt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1204
%
In Rembrandts trefflicher Radierung, der Austreibung der Käufer
und Verkäufer aus den Tempelhallen, ist die Glorie, welche gewöhnlich
des Herrn Haupt umgibt, in die vorwärts wirkende Hand gleichsam
gefahren, welche nun in göttlicher Tat Glanz umgeben derb zuschlägt.
Um das Haupt ist's, wie auch das Gesicht, dunkel.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1205
%
Chodowiecky ist ein sehr respektabler und wir sagen idealer
Künstler.
Seien guten Werke zeugen durchaus von Geist und Geschmack. Mehr
Ideales war in dem Kreise, in dem er arbeitete, nicht zu fordern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1206
%
Ein edler Philosoph sprach von der Baukunst als einer
erstarrten Musik und musste dagegen manches Kopfschütteln gewahr
werden. Wir glauben diesen schönen Gedanken nicht besser nochmals
einzuführen, als wenn wir die Architektur eine verstummte Tonkunst
nennen.
Man denke sich den Orpheus, der, als ihm ein großer wüster
Bauplatz angepriesen war, sich weislich an den schicklichsten Ort
niedersetzte und durch die belebenden Töne seiner Leier den
geräumigen Marktplatz um sich her bildete. Die von kräftig
gebietenden, freundlich lockenden Tönen schnell ergriffenen, aus
ihrer massenhaften Ganzheit gerissenen Felssteine mussten, indem sie
sich enthusiastisch herbeibewegten, sich kunst- und handwerksgemäß
gestalten, um sich sodann in rhythmischen Schichten und Wänden
gebührend hinzuordnen. Und so mag sich Straße zu Straße anfügen! An
wohl schützenden Mauern wird's auch nicht fehlen.
Die Töne verhallen, aber die Harmonie bleibt. Die Bürger einer
solchen Stadt wandeln und weben zwischen ewigen Melodien; der Geist
kann nicht sinken, die Tätigkeit nicht einschlafen, das Auge
übernimmt Funktion, Gebühr und Pflicht des Ohres, und die Bürger am
gemeinsten Tage fühlen sich in einem ideellen Zustand: Ohne
Reflexion, ohne nach dem Ursprung zu fragen, werden sie das höchsten
sittlichen und religiösen Genusses teilhaftig. Man gewöhne sich, in
Sankt Peter auf und ab zu gehen, und man wird ein Analogon desjenigen
empfinden, was wir auszusprechen gewagt.
Der Bürger dagegen in einer schlecht gebauten Stadt, wo der Zufall
mit leidigem Besen die Häuser zusammenkehrte, lebt unbewusst in der
Wüste eines düsteren Zustandes; dem fremden Eintretenden jedoch ist
es zumute, als wenn er Dudelsack, Pfeifen und Schellentrommeln hörte
und sich bereiten müsste, Bärentänzen und Affensprüngen beizuwohnen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1207
%
Antike Tempel konzentrieren den Gott im Menschen; des
Mittelalters Kirchen streben nach dem Gott in der Höhe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1208
%
Werke der Kunst werden zerstört, sobald der Kunstsinn
verschwindet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1209
%
Die Allegorie verwandelt die Erscheinung in einen Begriff, den
Begriff in ein Bild, doch so, dass der Begriff im Bilde immer noch
begrenzt und vollständig zu halten und zu haben und an demselben
auszusprechen sei.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1210
%
Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in Idee, die Idee in
ein Bild, und so, dass die Idee im Bild immer unendlich wirksam und
unerreichbar bleibt und, selbst in allen Sprachen ausgesprochen, doch
unaussprechlich bliebe.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1211
%
Die Kunst soll das Penible nicht vorstellen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1212
%
Ursache des Dilettantismus: Flucht vor der Manier, Unkenntnis
der Methode, törichtes Unternehmen, gerade immer das Unmögliche
leisten zu wollen, welches die höchste Kunst erforderte, wenn man
sich ihm je nähern könnte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1213
%
Fehler der Dilettanten: Phantasie und Technik unmittelbar
verbinden zu wollen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1214
%
Gemüt hat jedermann, Naturell manche, Kunstbegriffe sind selten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1215
%
Die Alten vergleichen die Hand der Vernunft.
Die Vernunft ist die Kunst der Künste, die Hand die Technik alles
Handwerks.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1216
%
Die Dilettanten, wenn sie das Möglichste getan haben, pflegen
zu ihrer Entschuldigung zu sagen, die Arbeit sei noch nicht fertig.
Freilich kann sie nie fertig werden, weil sie nie recht angefangen
ward. Der Meister stellt sein Werk mit wenigen Strichen als fertig
dar; ausgeführt oder nicht, schon ist es vollendet. Der geschickteste
Dilettant tastet im Ungewissen, und wie die Ausführung wächst, kommt
die Unsicherheit der ersten Anlage immer mehr zum Vorschein. Ganz
zuletzt entdeckt sich erst das Verfehlte, das nicht auszugleichen
ist, und so kann das Werk freilich nicht fertig werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1217
%
In der wahren Kunst gibt es keine Vorschule, wohl aber
Vorbereitungen; die beste jedoch ist die Teilnahme des geringsten
Schülers am Geschäft des Meisters. Aus Farbenreibern sind treffliche
Maler hervorgegangen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1218
%
Ein anderes ist die Nachäffung, zu welcher die natürliche
allgemeine Tätigkeit des Menschen durch einen bedeutenden Künstler,
der das Schwere mit Leichtigkeit vollbringt, zufällig angeregt wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1219
%
Von der Notwendigkeit, dass der bildende Künstler Studien nach
der Natur mache, und von dem Werte derselben überhaupt sind wir
genugsam überzeugt; allein wir leugnen nicht, dass es uns öfters
betrübt, wenn wir den Missbrauch eines so löblichen Strebens gewahr
werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1220
%
Nach unserer Überzeugung sollte der junge Künstler wenig oder
gar keine Studien nach der Natur beginnen, wobei er nicht zugleich
dächte, wie er jedes Blatt zu einem Ganzen abrunden, wie er diese
Einzelheit, in ein angenehmes Bild verwandelt, in einen Rahmen
eingeschlossen, dem Liebhaber und Kenner gefällig anbieten möge.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1221
%
Es steht manches Schöne isoliert in der Welt; doch der Geist
ist es, der Verknüpfungen zu entdecken und dadurch Kunstwerke
hervorzubringen hat. - Die Blume gewinnt erst ihren Reiz durch das
Insekt, das ihr anhängt, durch den Tautropfen, der sie befeuchtet,
durch das Gefäß, woraus sie allenfalls ihre letzte Nahrung zieht.
Kein Busch, kein Baum, dem man nicht durch die Nachbarschaft eines
Felsens, einer Quelle Bedeutung geben, durch eine mäßige einfache
Ferne größern Reiz verleihen könnte. So ist es, mit menschlichen
Figuren und so mit Tieren aller Art beschaffen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1222
%
Der Vorteil, den sich der junge Künstler hiedurch verschafft,
ist gar mannigfaltig. Er lernt denken, das Passende gehörig
zusammenbinden, und wenn er auf diese Weise geistreich komponiert,
wird es ihm zuletzt auch an dem, was man Erfindung nennt, an dem
Entwickeln des Mannigfaltigen aus dem Einzelnen, keineswegs fehlen
können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1223
%
Tut er nun hierin der eigentlichen Kunstpädagogik wahrhaft
Genüge, so hat er noch nebenher den großen, nicht zu verachtenden
Gewinn, dass er lernt, verkäufliche, dem Liebhaber anmutige und
liebliche Blätter hervorzubringen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1224
%
Eine solche Arbeit braucht nicht im höchsten Grade ausgeführt
und vollendet zu sein; wenn sie gut gesehen, gedacht und fertig ist,
so ist sie für den Liebhaber oft reizender als ein größeres
ausgeführtes Werk.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1225
%
Beschaue doch jeder junge Künstler seine Studien im Büchelchen
und Portefeuille und überlege, wie viele Blätter er davon auf jene
Weise genießbar und wünschenswert hätte machen können.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1226
%
Es ist nicht die Rede vom Höheren, wovon man wohl auch sprechen
könnte, sondern es soll nur als Warnung gesagt sein, die von einem
Abwege zurückruft und aufs Höhere hindeutet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1227
%
Versuche es doch der Künstler nur ein halb Jahr praktisch und
setze weder Kohle und Pinsel an ohne Intention, einen vorliegenden
Naturgegenstand als Bild abzuschließen. Hat er angebornes Talent, so
wird sich's bald offenbaren, welche Absicht wir bei diesen
Andeutungen im Sinne hegten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1228
%
Wenn ich jüngere deutsche Maler, sogar solche, die sich eine
Zeitlang in Italien aufgehalten, befrage, warum sie doch besonders in
ihren Landschaften so widerwärtige grelle Töne dem Auge darstellen
und vor aller Harmonie zu fliehen scheinen, so geben sie wohl ganz
dreist und getrost zur Re: Sie sähen die Natur genau auf solche
Weise.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1229
%
Kant hat uns aufmerksam gemacht, dass es eine Kritik der
Vernunft gebe, dass dieses höchste Vermögen, was der Mensch besitzt,
Ursache habe, über sich selbst zu wachen. Wie großen Vorteil uns
diese Stimme gebracht, möge jeder an sich selbst geprüft haben. Ich
aber möchte in eben dem Sinne die Aufgabe stellen, dass eine Kritik
der Sinne nötig sei, wenn die Kunst überhaupt, besonders die
deutsche, irgend wieder sich erholen und in einem erfreulichen
Lebensschritt vorwärts gehen solle.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1230
%
Der zur Vernunft geborene Mensch bedarf noch großer Bildung,
sie mag sich ihm nun durch Sorgfalt der Eltern und Erzieher, durch
friedliches Beispiel oder durch strenge Erfahrung nach und nach
offenbaren. Ebenso wird zwar der angehende Künstler, aber nicht der
vollendete geboren: Sein Auge komme frisch auf die Welt, er habe
glücklichen Blick für Gestalt, Proportion, Bewegung; aber für höhere
Komposition, für Haltung, Licht, Schatten, Farben kann ihm die
natürliche Anlage fehlen, ohne dass er es gewahr wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1231
%
Ist er nun nicht geneigt, von höher ausgebildeten Künstlern der
Vor- und Mitzeit das zu lernen, was ihm fehlt, um eigentlicher
Künstler zu sein, so wird er im falschen Begriff von bewahrter
Originalität hinter sich selbst zurückbleiben; denn nicht allein das,
was mit uns geboren ist, sondern auch das, was wir erwerben können,
gehört uns an, und wir sind es.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1232
%
Das Verhältnis der Künste und Wissenschaften zum Leben ist nach
Verhältnis der Stufen, worauf sie stehen, nach Beschaffenheit der
Zeiten und tausend andern Zufälligkeiten sehr verschieden; deswegen
auch niemand darüber im ganzen leicht klug werden kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1233
%
Poesie wirkt am meisten im Anfang der Zustände, sie seien nun
ganz roh, halb kultiviert, oder bei Abänderung einer Kultur, beim
Gewahrwerden einer fremden Kultur, dass man also sagen kann, die
Wirkung der Neuheit findet durchaus statt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1234
%
Musik im besten Sinne bedarf weniger der Neuheit, ja vielmehr,
je älter sie ist, je gewohnter man sie ist, desto mehr wirkt sie.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1235
%
Die Würde der Kunst erscheint bei der Musik vielleicht am
eminentesten, weil sie keinen Stoff hat, der abgerechnet werden
müsste. Sie ist ganz Form und Gehalt und erhöht und veredelt alles,
was sie ausdrückt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1236
%
Die Musik ist heilig und profan. Das Heilige ist ihrer Würde
ganz gemäß, und hier hat sie die größte Wirkung aufs Leben, welche
sich durch alle Zeiten und Epochen gleich bleibt. Die profane sollte
durchaus heiter sein.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1237
%
Eine Musik, die den heiligen und profanen Charakter vermischt,
ist gottlos, und eine halbschürige, welche schwache, jammervolle,
erbärmliche Empfindungen auszudrücken Belieben findet, ist
abgeschmackt. Denn sie ist nicht ernst genug, um heilig zu sein, und
es fehlt ihr der Hauptcharakter des Entgegengesetzten: Die Heiterkeit.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1238
%
Die Heiligkeit der Kirchenmusiken, das Heitere und Neckische
der Volksmelodien sind die beiden Angeln, um die sich die wahre Musik
herumdreht. Auf diesen beiden Punkten beweist sie jederzeit eine
unausbleibliche Wirkung: Andacht oder Tanz. Die Vermischung macht
irre, die Verschwächung wird fade, und will die Musik sich an
Lehrgedichte oder beschreibende und dergleichen wenden, so wird sie
kalt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1239
%
Die Sehnsucht, die nach außen, in die Ferne strebt, sich aber
melodisch in sich selbst beschränkt, erzeugt den Minor.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1240
%
Kantilene: Die Fülle der Liebe und jedes leidenschaftlichen
Glücks verewigend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1241
%
Plastik wirkt eigentlich nur auf ihrer höchsten Stufe; alles
Mittlere kann wohl aus mehr denn einer Ursache imponieren; aber alle
mittleren Kunstwerke dieser Art machen mehr irre, als dass sie
erfreuen. Die Bildhauerkunst muss sich daher noch ein stoffartiges
Interesse suchen, und das findet sie in den Bildnissen bedeutender
Menschen. Aber auch hier muss sie schon einen hohen Grad erreichen,
wenn sie zugleich wahr und würdig sein will.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1242
%
Die Malerei ist die lässlichste und bequemste von allen
Künsten. Die lässlichste, weil man ihr um des Stoffes und des
Gegenstandes willen, auch da, wo sie nur Handwerk oder kaum eine
Kunst ist, vieles zugute hält und sich an ihr erfreut; teils weil
eine technische, obgleich geistlose Ausführung den Ungebildeten wie
den Gebildeten in Verwunderung setzt, so dass sie sich also nur
einigermaßen zur Kunst zu steigern braucht, um in einem höheren Grade
willkommen zu sein. Wahrheit in Farben, Oberflächen, in Beziehungen
der sichtbaren Gegenstände aufeinander, ist schon angenehm; und da
das Auge ohnehin gewohnt ist, alles zu sehen, so ist ihm eine
Missgestalt und also auch ein Missbild nicht so zuwider als dem Ohr
ein Misston. Man lässt die schlechteste Abbildung gelten, weil man
noch schlechtere Gegenstände zu sehen gewohnt ist. Der Maler darf
also nur einigermaßen Künstler sein, so findet er schon ein größeres
Publikum als der Musiker, der auf gleichem Grade stünde; wenigstens
kann der geringere Maler immer für sich operieren, anstatt dass der
mindere Musiker sich mit andern soziieren muss, um durch gesellige
Leistung einigen Effekt zu tun.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1243
%
Die Frage, ob man bei Betrachtung von Kunstleistungen
vergleichen solle oder nicht, möchten wir folgendermaßen beantworten:
Der ausgebildete Kenner soll vergleichen; denn ihm schwebt die Idee
vor, er hat den Begriff gefasst, was geleistet werden könne und
solle; der Liebhaber, auf dem Wege zur Bildung begriffen, fördert
sich am besten, wenn er nicht vergleicht, sondern jedes Verdienst
einzeln betrachtet; dadurch bildet sich Gefühl und Sinn für das
Allgemeinere nach und nach aus. Das Vergleichen der Unkenner ist
eigentlich nur eine Bequemlichkeit, die sich gern des Urteils
überheben möchte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1244
%
Das Was des Kunstwerks interessiert die Menschen mehr als das
Wie; jenes können sie einzeln ergreifen, dieses im ganzen nicht
fassen. Daher kommt das Herausheben von Stellen, wobei zuletzt, wenn
man wohl aufmerkt, die Wirkung der Totalität auch nicht ausbleibt,
aber jedem unbewusst.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1245
%
Die Frage: "Woher hat's der Dichter?", geht auch nur aufs Was;
vom Wie erfährt dabei niemand etwas.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1246
%
Einbildungskraft wird nur durch Kunst, besonders durch Poesie
geregelt. Es ist nichts fürchterlicher als Einbildungskraft ohne
Geschmack.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1247
%
Das Manierierte ist ein verfehltes Ideelle, ein subjektiviertes
Ideelle; daher fehlt ihm das Geistreiche nicht leicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1248
%
Der Philolog ist angewiesen auf die Kongruenz des geschrieben
Überlieferten. Ein Manuskript liegt zum Grunde, es finden sich in
demselben wirkliche Lücken, Schreibfehler, die eine Lücke im Sinne
machen, und was sonst alles an einem Manuskript zu tadeln sein mag.
Nun findet sich eine zweite Abschrift, eine dritte, die Vergleichung
derselben bewirkt immer mehr, das Verständige und Vernünftige der
Überlieferung gewahr zu werden. Ja er geht weiter und verlangt von
seinem innern Sinn, dass derselbe ohne äußere Hilfsmittel die
Kongruenz des Abgehandelten immer mehr zu begreifen und darzustellen
wisse. Weil nun hiezu ein besonderer Takt, eine besondere Vertiefung
in seinen abgeschiedenen Autor nötig und ein gewisser Grad von
Erfindungskraft gefordert wird, so kann man dem Philologen nicht
verdenken, wenn er sich auch ein Urteil bei Geschmackssagen zutraut,
welches ihm jedoch nicht immer gelingen wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1249
%
Der Dichter ist angewiesen auf Darstellung. Das Höchste
derselben ist, wenn sie mit der Wirklichkeit wetteifert, das heißt,
wenn ihre Schilderungen durch den Geist dergestalt lebendig sind,
dass sie als gegenwärtig für jedermann gelten können. Auf ihrem
höchsten Gipfel scheint die Poesie ganz äußerlich; je mehr sie sich
ins Innere zurückzieht, ist sie auf dem Wege zu sinken. - Diejenige,
die nur das Innere darstellt, ohne es durch ein Äußeres zu
verkörpern, oder ohne das Äußere durch das Innere durchfühlen zu
lassen, sind beides die letzten Stufen, von welchen aus sie ins
gemeine Leben hinein tritt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1250
%
Die Redekunst ist angewiesen auf alle Vorteile der Poesie, auf
alle ihre Rechte; sie bemächtigt sich derselben und missbraucht sie,
um gewisse äußere, sittliche oder unsittliche, augenblickliche
Vorteile im bürgerlichen Leben zu erreichen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1251
%
In natürlicher Wahrheit und Großheit, obgleich wild und
unbehaglich ausgebildetes Talent ist Lord Byron, und deswegen kaum
ein anderes ihm vergleichbar.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1252
%
Eigentlichster Wert der so genannten Volkslieder ist der, dass
ihre Motive unmittelbar von der Natur genommen sind. Dieses Vorteils
aber könnte der gebildete Dichter sich auch bedienen, wenn er es
verstünde.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1253
%
Hiebei aber haben jene immer das voraus, dass natürliche
Menschen sich besser auf den Lakonismus verstehen als eigentlich
Gebildete.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1254
%
Eine Romanze ist kein Prozess, wo ein Definitivurteil sein muss.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1255
%
Shakespeare ist für aufkeimende Talente gefährlich zu lesen; er
nötigt sie, ihn zu reproduzieren, und sie bilden sich ein, sich
selbst zu produzieren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1256
%
Über Geschichte kann niemand urteilen, als wer an sich selbst
Geschichte erlebt hat. So geht es ganzen Nationen. Die Deutschen
können erst über Literatur urteilen, seitdem sie selbst eine
Literatur haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1257
%
Das Wort Schule, wie man es in der Geschichte der bildenden
Kunst nimmt, wo man von einer florentinischen, römischen und
venezianischen Schule spricht, wird sich künftighin nicht mehr auf
das deutsche Theater anwenden lassen. Es ist ein Ausdruck, dessen man
sich vor dreißig, vierzig Jahren vielleicht noch bedienen konnte, wo
unter beschränkteren Umständen sich eine natur- und kunstgemäße
Ausbildung noch denken ließ; denn, genau besehen, gilt auch in der
bildenden Kunst das Wort Schule nur von den Anfängen: Denn sobald sie
treffliche Männer hervorgebracht hat, wirkt sie alsobald in die
Weite. Florenz beweist seinen Einfluss über Frankreich und Spanien;
Niederländer und Deutsche lernen von den Italienern und erwerben sich
mehr Freiheit in Geist und Sinn, anstatt dass die Südländer von ihnen
eine glücklichere Technik und die genauste Ausführung von Norden her
gewinnen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1258
%
Das deutsche Theater befindet sich in der Schlussepoche, wo
eine allgemeine Bildung dergestalt verbreitet ist, dass sie keinem
einzelnen Orte mehr angehören, von keinem besondern Punkte mehr
ausgehen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1259
%
Der Grund aller theatralischen Kunst wie einer jeden andern ist
das Wahre, das Naturgemäße. Je bedeutender dieses ist, auf je höherem
Punkte Dichter und Schauspieler es zu fassen verstehen, eines desto
höheren Ranges wird sich die Bühne zu rühmen haben. Hiebei gereicht
es Deutschland zu einem großen Gewinn, dass der Vortrag trefflicher
Dichtung allgemeiner geworden ist und auch außerhalb des Theaters
sich verbreitet hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1260
%
Auf der Rezitation ruht alle Deklamation und Mimik. Da nun beim
Vorlesen jene ganz allein zu beachten und zu üben ist, so bleibt
offenbar, dass Vorlesungen die Schule des Wahren und Natürlichen
bleiben müssen, wenn Männer, die ein solches Geschäft übernehmen, von
dem Wert, von der Würde ihres Berufs durchdrungen sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1261
%
Shakespeare und Calderon haben solchen Vorlesungen einen
glänzenden Eingang gewährt; jedoch bedenke man immer dabei, ob nicht
hier grade das imposante Fremde, das bis zum Unwahren gesteigerte
Talent der deutschen Ausbildung schädlich werden müsse!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1262
%
Eigentümlichkeit des Ausdrucks ist Anfang und Ende aller Kunst.
Nun hat aber eine jede Nation eine von dem allgemeinen
Eigentümlichkeiten der Menschheit abweichende besondere Eigenheit,
die uns zwar anfänglich widerstreben mag, aber zuletzt, wenn wir's
uns gefallen ließen, wenn wir uns derselben hingäben, unsere eigene
charakteristische Natur zu überwältigen und zu erdrücken vermöchte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1263
%
Wie viel Falsches Shakespeare und besonders Calderon über uns
gebracht, wie diese zwei großen Lichter des Poetischen Himmels für
uns zu Irrlichtern geworden, mögen die Literatoren der Folgezeit
historisch bemerken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1264
%
Eine völlige Gleichstellung mit dem spanischen Theater kann ich
nirgends billigen. Der herrliche Calderon hat so viel
Konventionelles, dass einem redlichen Beobachter schwer wird, das
große Talent des Dichters durch die Theateretikette durchzuerkennen.
Und bringt man so etwas irgendeinem Publikum, so setzt man bei
demselben immer guten willen voraus, dass es geneigt sei, auch das
Weltfremde zuzugeben, sich an ausländischem Sinn, Ton und Rhythmus zu
ergötzen und aus dem, was ihm eigentlich gemäß ist, eine Zeitlang
herauszugehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1265
%
Einen wundersamen Anblick geben des Aristoteles Fragmente des
Traktats über Dichtkunst. Wenn man das Theater in- und auswendig
kennt wie unsereiner, der einen bedeutenden Teil des Lebens auf diese
Kunst verwendet und selbst viel darin gearbeitet hat, so sieht man
erst, dass man sich vor allen Dingen mit der philosophischen Denkart
des Mannes bekannt machen müsste, um zu begreifen, wie er diese
Kunsterscheinung angesehen habe; außerdem verwirrt er unser Studium
nur, wie denn die moderne Poetik das Alleräußerlichste seiner Lehre
nur zu ihrem Verderben anwendet und angewendet hat.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1266
%
Des tragischen Dichters Aufgabe und Tun ist nichts anderes als:
Ein psychisch-sittliches Phänomen, in einem fasslichen Experiment
dargestellt, in der Vergangenheit nachzuweisen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1267
%
Was man Motive nennt, sind also eigentlich Phänomene des
Menschengeistes, die sich wiederholt haben und wiederholen werden,
und die der Dichter nur als historische nachweist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1268
%
Ein dramatisches Werk zu verfassen, dazu gehört Genie. Am Ende
soll die Empfindung, in der Mitte die Vernunft, am Anfang der
Verstand vorwalten und alles gleichmäßig durch eine lebhaft-klare
Einbildungskraft vorgetragen werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1269
%
Es ist nichts theatralisch, was nicht für die Augen symbolisch
wäre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1270
%
Die gewöhnlichen Theaterkritiken sind unbarmherzige
Sündenregister, die ein böser Geist vorwurfsweise den armen Schächern
vorhält ohne hilfreiche Hand zu einem bessern Wege.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1271
%
Schauspieler gewinnen die Herzen und geben die ihrigen nicht
hin; sie hintergehen, aber mit Anmut.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1272
%
Gar oft im Laufe des Lebens, mitten in der größten Sicherheit
des Wandels, bemerken wir auf einmal, dass wir in einem Irrtum
befangen sind, dass wir uns für Personen, für Gegenstände einnehmen
ließen, ein Verhältnis zu ihnen erträumten, das dem erwachten Auge
sogleich verschwindet; und doch können wir uns nicht losreißen, eine
Macht hält uns fest, die uns unbegreiflich scheint. Manchmal jedoch
kommen wir zum völligen Bewusstsein und begreifen, dass ein Irrtum so
gut als ein Wahres zur Tätigkeit bewegen und antreiben kann. Weil nun
die Tat überall entscheidend ist, so kann aus einem tätigen Irrtum
etwas Treffliches entstehen, weil die Wirkung jedes Getanen ins
Unendliche reicht. So ist das Hervorbringen freilich immer das Beste,
aber auch das Zerstören ist nicht ohne glückliche Folge.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1273
%
Der wunderbarste Irrtum aber ist derjenige, der sich auf uns
selbst und unsere Kräfte bezieht, dass wir uns einem würdigen
Geschäft, einem ehrsamen Unternehmen widmen, dem wir nicht gewachsen
sind, dass wir nach einem Ziel streben, das wir nie erreichen können.
Die daraus entspringende tantalisch-sisyphische Qual empfindet jeder
nur um desto bitterer, je redlicher er es meinte. Und doch sehr oft,
wenn wir uns von dem Beabsichtigten für ewig getrennt sehen, haben
wir schon auf unserm Wege irgendein anderes Wünschenswerte gefunden,
etwas uns Gemäßes, mit dem uns zu begnügen wir eigentlich geboren
sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1274
%
Die Liebe, deren Gewalt die Jugend empfindet, ziemt nicht dem
Alten, sowie alles, was Produktivität voraussetzt. Dass diese sich
mit den Jahren erhält, ist ein seltner Fall.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1275
%
Alle Ganz- und Halbpoeten machen uns mit der Liebe dergestalt
bekannt, dass sie müsste trivial geworden sein, wenn sie sich nicht
naturgemäß in voller Kraft und Glanz immer wieder erneute.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1276
%
Der Mensch, abgesehen von der Herrschaft, in welcher Die
Passion ihn fesselt, ist noch von manchen notwendigen Verhältnissen
der Liebe gebunden. Wer diese nicht kennt oder in Liebe umwandeln
will, der muss unglücklich werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1277
%
Alle Liebe bezieht sich auf Gegenwart; was mir in der Gegenwart
angenehm ist, sich abwesend mir immer darstellt, den Wunsch des
erneuerten Gegenwärtigseins immerfort erregt, bei Erfüllung dieses
Wunsches von einem lebhaften Entzücken, bei Fortsetzung dieses Glücks
von einer immer gleichen Anmut begleitet wird, das eigentlich lieben
wir, und hieraus folgt, dass wir alles lieben können, was zu unserer
Gegenwart gelangen kann; ja um das Letzte auszusprechen: Die Liebe
des Göttlichen strebt immer darnach, sich das Höchste zu
vergegenwärtigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1278
%
Ganz nahe daran steht die Neigung, aus der nicht selten Liebe
sich entwickelt. Sie bezieht sich auf ein reines Verhältnis, das in
allem der Liebe gleicht, nur nicht in der notwendigen Forderung einer
fortgesetzten Gegenwart.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1279
%
Diese Neigung kann nach vielen Seiten gerichtet sein, sich auf
manche Personen und Gegenstände beziehen, und sie ist es eigentlich,
die den Menschen, wenn er sie sich zu erhalten weiß, in einer schönen
Folge glücklich macht. Es ist einer eignen Betrachtung wert, dass die
Gewohnheit sich vollkommen an die Stelle der Liebesleidenschaft
setzen kann: Sie fordert nicht sowohl eine anmutige als bequeme
Gegenwart; alsdann aber ist sie unüberwindlich. Es gehört viel dazu,
ein gewohntes Verhältnis auszuheben; es besteht gegen alles
Widerwärtige; Missvergnügen, Unwillen, Zorn vermögen nichts gegen
dasselbe; ja es überdauert die Verachtung, den hass. Ich weiß nicht,
ob es einem Romanschreiber geglückt ist, dergleichen vollkommen
darzustellen, auch müsste er es nur beiläufig, episodisch
unternehmen; denn er würde immer bei einer genauen Entwicklung mit
manchen Unwahrscheinlichkeiten zu kämpfen haben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1280
%
In der Geschichte überhaupt, besonders aber der Philosophie,
Wissenschaft, Religion, fällt es uns auf, dass die armen beschränkten
Menschen ihre dunkelsten subjektiven Gefühle, die Apprehensionen
eingeenger Zustände in das Beschauen des Weltalls und dessen hoher
Erscheinungen überzutragen nicht unwürdig finden.
Zugegeben, dass der Tag, von dem Urquell des Lichts ausgehend,
weil er uns erquickt, belebt, erfreut, alle Verehrung verdiene, so
folgt noch nicht, dass die Finsternis, weil sie uns unheimlich macht,
abkühlt, einschläfert, sogleich als böses Prinzip angesprochen und
verabscheut werden müsse; wir sehen vielmehr in einem solchen
Verfahren die Kennzeichen düster-sinnlicher, von den Erscheinungen
beherrschter Geschöpfe.
Wie es damit in der alten Symbolik ausgesehen, davon gibt uns
Nachstehendes genugsames Zeugnis.
"Bedeutend wird endlich, dass der finstere Thaumas zugleich mit
den Harpyien die Göttin des Regenbogens, die siebenfarbige Iris,
gezeugt hat. Es sind aus der Finsternis mit der weißen Farbe der
Kälte alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst
der böse Ahriman, die ewige geistige Finsternis, soll die Farben
ausgeströmt haben."
Kanne, "Pantheum", S. 339.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1281
%
Die Biographie sollte sich einen großen Vorrang vor der
Geschichte erwerben, indem sie das Individuum lebendig darstellt und
zugleich das Jahrhundert, wie auch dieses Lebendig darstellt und
zugleich das Jahrhundert, wie auch dieses lebendig auf jenes
einwirkt. Die Lebensbeschreibung soll das Leben darstellen, wie es an
und für sich und um sein selbst willen da ist. Dem
Geschichtsschreiber ist nicht zu verargen, dass er sich nach
Resultaten umsieht; aber darüber geht die einzelne Tat sowie der
einzelne Mensch verloren. Wollte man die Herrlichkeit des Frühlings
und seiner Blüten nach dem wenigen Obst berechnen, das zuletzt noch
von den Bäumen genommen wird, so würde man eine sehr unvollkommene
Vorstellung jener lieblichen Jahreszeit haben. Und doch hat der
Gärtner das Recht, sein Jahr bloß nach dem zu beurteilen, was ihm
Keller und Kammern füllt. Alles wahrhaft Biographische, wohin die
zurückgebliebenen Briefe, die Tagebücher, die Memoiren und so manches
andere zu rechnen sind, bringen das vergangene Leben wieder hervor,
mehr oder weniger wirklich oder im ausführlichen Bilde. Man wird
nicht müde, Biographien zu lesen, so wenig als Reisebeschreibungen:
Denn man lebt mit Lebendigen. Die Geschichte, selbst die beste, hat
immer etwas Leichenhaftes, den Geruch der Totengruft. Ja man kann
sagen, sie wird immer verdrießlicher zu lesen, je länger die Welt
steht: Denn jeder Nachfolgende ist genötigt, ein schärferes, ein
feineres Resultat aus den Weltbegebenheiten heraus zu sublimieren, da
denn zuletzt, was nicht als caput mortuum liegen
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1282
%
         Religion: Alte;
            Poesie: Religion der Jugend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1283
%
Die Natur ist immer Jehova.
Was sie ist, was sie war und was sie sein wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1284
%
Dass Christus auf eine Hamletische Weise zugrunde ging, und
schlimmer, weil er Menschen um sich berief, die er fallen ließ, da
Hamlet bloß als Individuum perierte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1285
%
         Anthropomorphism,
            Erotomorphism.
Dass er alles was auch vorgeht, in sittlich-sinnlich Gefühl
auflöst und verwandelt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1286
%
Reine Naturgesinnung in fremdem Zustande.
Je reiner die Gesinnung, desto weniger Bedürfnis des Zustandes.
Je komplizierter, interessanter für sich selbst der Zustand ist,
so gibt er unsern Gesinnungen das Gesetz.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1287
%
Der grenzenlose Verstand, dem jeder Verstand zusagt, dem die
Vernunft nichts anhaben kann, wenn auch das Gefühl nicht immer
beistimmt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1288
%
Es ist nicht wahr, dass das Leben ein Traum sei; nur dem
scheint es so, der
            auf eine alberne Weise ruhet,
            auf die ungeschickteste Weise verletzt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1289
%
Man hat den Epikur, der ein armer Hund war wie ich, sehr
missverstanden, wenn er das Höchste in die Schmerzlosigkeit legte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1290
%
Besonderes Vergnügen, sich mit Personen, die man liebt, über
Dinge zu erklären und weitläufig zu sein, Empfinden rege zu machen,
wenn man gleich weiß, dass, was man sagt, nicht wahr ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1291
%
Die Menschen wundern sich, dass ich es besser weiß wie sie, und
es ist kein Wunder, sie halten sehr oft für falsch, was ich denke.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1292
%
Man muss nicht fürchten, überstimmt zu werden, wenn uns
widersprochen wird.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1293
%
Das Falsche (der Irrtum) ist meistens der Schwäche bequemer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1294
%
Wenn sie wüssten, wo das liegt, was sie suchen, so suchten sie
ja nicht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1295
%
Die Güte des Herzens nimmt einen weiteren Raum ein als der
Gerechtigkeit geräumiges Feld.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1296
%
Je uneigennütziger der Mensch ist, desto mehr ist der ...
unterworfen den Eigennützigen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1297
%
Das, was man für sie tut, ist nicht genug, das, was man für sie
getan hat, ist nichts: Die ganze Existenz, die man ihnen geschaffen
hat, nehmen sie von Gottes Gnaden, und so ist man, als wenn man nicht
wäre, nicht gewesen wäre.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1298
%
In weltlichen Dingen sind nur zu betrachten die Mittel und der
Gebrauch.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1299
%
Rasches Vorschreiten zum Zweck, ohne die Mittel zu bedenken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1300
%
Als wenn man, um dem Sohn, der in der Wiege liegt, beizeiten
Vorteil zu bringen, den Vater totschlagen wollte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1301
%
Gedankenlosigkeit, die uns den Wert des Augenblicks verkennen
lässt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1302
%
Charakter, der, dargestellt, kein Bild, pragmatisiert, kein
Resultat gibt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1303
%
Drei Dinge werden nicht eher erkannt als zu gewisser Zeit:
            ein Held im Kriege,
            ein weiser Mann im Zorn,
            ein Freund in der Not.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1304
%
Drei Klassen von Narren:
            die Männer aus Hochmut,
            die Mädchen aus Liebe,
            die Frauen aus Eifersucht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1305
%
Toll ist:
            wer Toren belehrt,
            Weisen widerredet,
            von hohlen Reden bewegt wird,
            Huren glaubt,
            Geheimnisse Unsichern vertraut.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1306
%
Wer muss Langmut üben?
            Der große Tat vorhat,
            bergan steigt,
            Fische speist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1307
%
Ein Deutscher war schon absurd, solang' er hoffte; da er nun
überwunden war, so war gar nicht mehr mit ihm zu leben.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1308
%
Vorschlag zu einem polemischen Purism in Schulen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1309
%
Stoffartige Hilfe, die sich die Poesie der letzten Zeit gibt
durch bedeutende Motive, Religion und Ritterwesen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1310
%
Beispiele, wie sich die Menschen über das Unerwartete, ja
Unerträgliche durch poetische Formen begütigen:
            empirisch erscheinende absolute Gewalt
                  Oberon, Blaubart.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1311
%
Identität rasenden Enthusiasmus' und unbarmherziger Kritik
schwer ins ich zu erzielen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1312
%
Wirkung namhafter, gründlich arbeitender Autoren. Gegenwirkung
journalistisch anonymer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1313
%
Ein geistreicher Humorist als quasi Poet, der, der Fülle seines
Wissens und Empfindens gedenkend, sich in Tropen auszusprechen
genötigt fühlt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1314
%
Trübe Stellen, wo die Intention des Dichters uns nicht klar
entgegentritt, die man sich, weil man ihn liebt, erst auslegt, und
auf die man, zurückkehrend, immer eine gewisse Unbehaglichkeit
empfindet.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1315
%
Es kommt mir wunderbar vor, eine so tragische Schuld zu sehen,
dass eine Tragödie gar nicht darauf zu folgen brauchte.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1316
%
Abstumpfen des Geistes durchs Geistreiche.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1317
%
               Englische Stücke:
            Das Verruchte des Stoffs,
            das Absurde der Form,
            verwerfliche Handlungen.
            Vermaledeites englisches Theater!
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1318
%
Hersilie sagte von der Pilgernden Törin: "Wenn ich närrisch
werden möchte, wie mir manchmal die Lust ankommt, so wäre es auf
diese Weise."
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1319
%
Das Erhabene, für uns Übererhabene, höchst Verehrungswerte,
doch, genau besehen, mit einem absurden, ja infamen Empirischen
Verbundene macht uns stutzig, und man entschließt sich schwer.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1320
%
Wie das Unbedingte sich selbst bedingen und so das Bedingte zu
seinesgleichen machen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1321
%
Dass das Bedingte zugleich unbedingt sei. Welches unbegreiflich
ist, ob wir es gleich alle Tage erfahren.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1322
%
Der Empirismus, zur Unbedingtheit { erhöht, / erweitert, } ist
ja Naturphilosophie. (Schelling.)
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1323
%
Dass es dem Menschen selten gegeben ist, in dem einzelnen Falle
das Gesetz zu erkennen. Und doch, wenn er es immer [?] in Tausenden
erkennt, muss er es ja wieder in jedem Einzelnen finden. Die großen
Umwegen [?] erspart sich der Geist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1324
%
Alle Verhältnisse der Dinge wahr. Irrtum allein in dem
Menschen. An ihm nichts wahr, als dass er irrt, sein Verhältnis zu
sich, zu andern, zu den Dingen nicht finden kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1325
%
Wissen: Das Bedeutende der Erfahrung, das immer ins Allgemeine
hinweist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1326
%
         Geschichte der Wissenschaft:
Was muss zu allen Zeiten den Menschen von Haus aus interessieren?
Wie hat man nach und nach gesucht, sich davon Rechenschaft zu
geben oder sich zu beruhigen?
            Geschichte des Wissens:
Was ist dem Menschen nach und nach bekannt geworden?
Wie hat er sich dabei und damit benommen?
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1327
%
Niederträchtigkeit der mittlern Zeit bis ins sechzehnte
Jahrhundert, treffliche Menschen wie Aristoteles, Hippokrates durch
dumme Märchen lächerlich zu machen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1328
%
Unglücklich ist immer derjenige, der sich in Korporationen
einlässt. V. Humboldt darf von allem nichts melden, als was in Paris
gilt. Was soll denn da aus dem werden, was wir Wissen und
Wissenschaft nennen? In hundert Jahren wird es ganz anders aussehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1329
%
Bei den Kontroversen darauf zu sehen, wer das punctum saliens
getroffen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1330
%
Voltaire kommt mir immer vor wie ein Zauberer, der einen
Hexenkessel abschäumt; es ist nur Schaum, was sein Löffel schöpft;
aber ein verteufelter Schaum, aus einem Kessel voll unendlicher
Ingredienzien aufsiedend.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1331
%
Dass die Natur, die uns zu schaffen macht, gar keine Natur mehr
ist, sondern ein ganz anderes Wesen als dasjenige, womit sich die
Griechen beschäftigten.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1332
%
Die Griechen nannten Entelecheia ein Wesen, das immer in
Funktion ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1333
%
Die Griechen, wenn sie beschrieben oder erzählen, sprachen
weder von Ursache noch von Resultat, sondern trugen die äußere
Erscheinung vor.
Auch in der Naturwissenschaft machten sie keine Versuche wie wir,
sondern hielten sich an den einzelnen Erfahrungsfällen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1334
%
Die Funktion ist das Dasein, in Tätigkeit gedacht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1335
%
Alle Wirksamkeit ist stärker am Mittelpunkt als gegen die
Peripherie zu. Raum zwischen Mars und Jupiter.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1336
%
Ersparnis der Erfahrung
   Sündflut der Erfahrung,
   Dinge, wovon man nicht reden würde, wenn man
   wüsste, wovon die Rede ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1337
%
Bei Naturforschung auf Anordnung, auf System auszugehen,
hinderlich und förderlich.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1338
%
Mathematik, die auf Konviktion, Überführung ausgeht, weshalb
gute Köpfe sich an ihr ärgern.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1339
%
Man hört, nur die Mathematik sei gewiss; sie ist es nicht mehr
als jedes andere Wissen und Tun. Sie ist gewiss, wenn sie sich
klüglich nur mit Dingen abgibt, über die man gewiss werden und
insofern man darüber gewiss werden kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1340
%
Das ist eben das Hohe der Mathematik, dass ihre Methode gleich
zeigt, wo ein Anstoß ist. Fanden sie doch dem Gang der himmlischen
Körper nicht ihre Rechnungen gemäß und wendeten sich daher auf die
Annahme [?] der Störungen und diese Störungen noch immer zu viel oder
zu wenig.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1341
%
In diesem Sinne kann man die Mathematik als die höchste und
sicherste der Wissenschaft ansprechen.
Aber wahr kann sie nichts machen, als was wahr ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1342
%
Was hat denn der Mathematiker für ein Verhältnis zum Gewissen,
was doch das höchste, das würdigste Erbteil der Menschen ist, eine
inkommensurable, bis ins Feinste wirkende, sich selber spaltende und
wieder verbindende Tätigkeit? Und Gewissen ist's vom Höchsten bis ins
Geringste. Gewissen ist's, was das kleinste Gedicht gut und
vortrefflich macht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1343
%
Wenn diese Hoffnungen sich verwirklichen, dass die Menschen
sich mit allen ihren Kräften, mit Herz und Geist, mit Verstand und
Liebe vereinigen und voneinander Kenntnis nehmen, so wird sich
ereignen, woran jetzt noch kein Mensch denken kann. Die Mathematiker
werden sich gefallen lassen, in diesen allgemeinen sittlichen
Weltbund als Bürger eines bedeutenden Staates aufgenommen zu werden,
und nach und nach sich des Dünkels entäußern, als Universalmonarchen
über alles zu herrschen; sie werden sich nicht mehr beigehen lassen,
alles für nichtig, für inexakt, für unzulänglich zu erklären, was
sich nicht dem Kalkül unterwerfen lässt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1344
%
Alle Kristallisationen sind ein realisiertes Kaleidoskop.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1345
%
... Es ist daher das Beste, wenn wir bei Beobachtungen soviel
als möglich uns der Gegenstände und beim Denken darüber soviel als
möglich uns unsrer selbst bewusst sind.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1346
%
Zum Schönen wird erforderte in Gesetz, das in die Erscheinung
tritt.
                  Beispiel von der Rose.
In den Blüten tritt das vegetabilische Gesetz in seine höchste
Erscheinung, und die Rose wäre nun wieder der Gipfel dieser
Erscheinung.
Perikarpien können noch schön sein.
Die Frucht kann nie schön sein: Denn da tritt das vegetabilische
Gesetz in sich (ins bloße Gesetz) zurück.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1347
%
Die Unmöglichkeit, Rechenschaft zu geben von dem Natur- und
Kunstschönen: Denn
ad 1. müssten wir die Gesetze kennen, nach welchen die allgemeine
Natur handeln will und handelt, wenn sie kann; und
ad 2. Die Gesetze kennen, nach denen die allgemeine Natur unter
der besondern Form der menschlichen Natur produktiv handeln will und
handelt, wenn sie kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1348
%
Schönheit der Jugend aus Obigem abzuleiten. Alter stufenweises
Zurücktreten aus der Erscheinung. Inwiefern das Alternde schön
genannt werden kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1349
%
Beharren eines jeden im Charakter, bis zum Gipfel des
menschlichen Daseins, ohne an die Rückkehr zu denken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1350
%
Die Schönheit zeigt milde, hohe Übereinstimmung alles dessen,
was unmittelbar, ohne Überlegen und Nachdenken zu erfordern, gefällt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1351
%
Vollkommene Künstler haben mehr dem Unterricht als der Natur zu
danken.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1352
%
Die höchste Absicht der Kunst ist, menschliche Formen zeigen,
so sinnlich bedeutend und so schön, als es möglich ist.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1353
%
Friedrich der Zweite zu Pferd nach Chodowiecky ist in Zinn
gemalt in Nürnberg zu haben; gewöhnlich führt er die Soldaten der
Kinder an und ist auch da noch ehrwürdig.
Ich möchte ihn aber doch auf ähnliche Art weder in Lebensgröße
noch weniger kolossal mit Augen sehen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1354
%
Zeichnet doch eure patriotischen Gegenstände! Ein König, der
auf einer Brunnenröhre sitzt und denkt. Ja, wenn ihr seine Gedanken
zeichnen könntet!
Ein solcher König hat mit eurer bildenden Kunst [nichts] zu tun;
er soll nur im Geist und in der Wahrheit verehrt werden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1355
%
Zeichnet, stecht in Kupfer, bezahlt, verkauft, belohnt immer in
offenbarer Stille, und wenn euch ein tadelnd Wort trifft, so lasst's
ja hingehn; aber reizt nur niemanden, diese Armseligkeiten immer
lauter und lauter vor den Ohren der Welt auszulachen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1356
%
Wenn ihr sagt: "Wir machen so", da hat kein Mensch was dagegen;
sagt ihr aber: "Ihr sollt's auch so machen, euch nach unserer
Beschränkung beschränken", da kommt ihr um vieles zu spät.
Ein Bildhauer, der aus Marmor Patrioten - Husarenpelze hauen muss,
sollte dies mit Zerknirschen, als einer traurigen Notwendigkeit
gehorchend, verrichten und sich freuen, wenn sich eine fremde Stimme
erhebt, die das nun eben nicht als das Heil ...
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1357
%
Paris ist offen; Italien wird's auch werden; solang' uns der
Atem bleibt, werden wir den Künstler in das Weite der Welt und Kunst
und in die Beschränktheit seiner selbst weisen.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1358
%
Sich in seiner Beschränktheit gefallen, ist ein elender
Zustand; in Gegenwart des Besten seine Beschränktheit fühlen, ist
freilich kein Glück, aber es kann zum Glück führen - - ängstlich,
aber diese Angst erhebt.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1359
%
Indem das Heil. römische Reich dem verdienten Helden eine
Statue setzen will, setzt es in corpore in eine Lotterie. Es ist zu
fürchten, dass es eine Kunstniete zieht.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1360
%
Das Menschlich-Liebenswürdige, Zarte unter der Form einer
imaginierten bildenden Kunst. Klosterbruder, Sternbald.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1361
%
Bei Betrachtung von Kunstwerken, sowohl dichterischen als
bildnerischen, des 3. und 4. Jahrhunderts lässt sich bemerken, wie
lange die Künstler noch am alten guten Sinne festgehalten haben, da
schon alles um sie her dafür erstorben war. Erklärungsart der
Kunstwerke auf diesem Wege. Sie sind keineswegs abstrus, sondern
plastisch zu nennen. S. das Kapitolinische Basrelief mit dem
Prometheus pp.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1362
%
Organische Natur: Ins Kleinste lebendig; Kunst: Ins Kleinste
empfunden.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1363
%
Konflikte. Sprünge der Natur und Kunst. Eintretender Genius zur
rechten Zeit. Element genugsam vorbereitet. Nicht roh und starr. Auch
nicht schon verbraucht. Ebenso mit der Organisation. Hier springt die
Natur auch nur, insofern alles vorbereitet ist, als ein Höheres, in
die Wirklichkeit Tretendes zur eminenten Erscheinung gelangen kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1364
%
Perspektivische Gesetze: Die mit so großem Sinn als Richtigkeit
die Welt auf das Auge des Menschen und seinen Standpunkt beziehen und
dadurch möglich machen, dass jedes sonderbare, verworrene Gedräng'
von Gegenständen in ein reines, ruhige Bild verwandelt werden kann.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1365
%
         Poetische Metamorphosen.
Phantasie ist der Natur viel näher als die Sinnlichkeit, diese ist
in der Natur, jene schwebt über ihr. Phantasie ist der Natur
gewachsen, Sinnlichkeit wird von ihr beherrscht.
Frühste, lebhafte, tüchtige Sinnlichkeit finden wir immer sich zur
Phantasie erhebend. Sogleich wird sie produktiv, anthropomorphisch.
Felsen und Ströme sind von Halbgöttern belebt, Untergötter endigen
unterwärts in Tiere: Pan, Faune, Tritone. Götter nehmen Tiergestalt
an, ihre Absichten zu erfüllen. Welche Fabeln sind die ältesten
dieser Art?
Bei Ovid ist die Analogie der tierischen und menschlichen Glieder
im Übergang trefflich ausgedrückt. Dante hat eine höchst merkwürdige
Stelle dieser Art.
		-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1366
%
Der Eifersüchtige weiß nichts, ahnt viel und fürchtet alles.
		-- Curt Goetz
%
Es gibt keine Leute, die nichts erleben, es gibt nur Leute, die nichts
davon merken.
		-- Curt Goetz
%
Ich finde, nichts beleuchtet den Charakter mikroskopischer als eine
Anekdote.
		-- Curt Goetz
%
Jeder Mann liebt nur einmal. Und zwar zwischen zwölf und fünfzehn.
Später bildet er es sich nur noch hin und wieder ein.
		-- Curt Goetz
%
Unter Humor verstehen die meisten Menschen das Gelächter über Dinge,
die einem anderen zugestoßen sind.
		-- Curt Goetz
%
Wie schön wäre die Welt, wenn jeder die Hälfte von dem täte, was er
von anderen verlangt.
		-- Curt Goetz
%
Einen Gescheiten kann man überzeugen.
Einen Dummen muß man überreden.
		-- Curt Goetz
%
Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, daß er hauptsächlich
von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.
		-- Curt Goetz
%
Wenn die Fahnen fliegen ist der Verstand in der Trompete.
		-- Curt Goetz
%
Frauen sind das beste in dieser Art.
		-- Curt Goetz
%
Bei Frauen trügt oft aller Schein - nur der Geburtsschein nicht.
		-- Curt Goetz
%
Die einzige Frau, die einen Nerzpelz wirklich nötig hat, ist das
Nerz-Weibchen.
		-- Curt Goetz
%
Die Frau ist wie ein Löschblatt. Sie nimmt alles auf - und gibt es
verkehrt wieder.
		-- Curt Goetz
%
Die meisten Differenzen in der Ehe beginnen damit, daß eine Frau
zuviel redet und ein Mann zuwenig zuhört.
		-- Curt Goetz
%
Armut ist keine Schande - Reichtum auch nicht.
		-- Curt Goetz
%
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es
erspart.
		-- Curt Goetz
%
Der Kluge ärgert sich über die Dummheiten, die er machte, der Weise
belächelt sie.
		-- Curt Goetz
%
Um Geld verachten zu können, muß man es haben.
		-- Curt Goetz
%
Wer etwas Rechtes tut, ist niemals ohne Hoffnung.
		-- Curt Goetz
%
Nicht, wie glücklich man lebt, ist entscheidend, sondern wie
beglückend.
		-- Curt Goetz
%
Idealismus ist die Fähigkeit, die Menschen so zu sehen, wie sie sein
könnten, wenn sie nicht so wären, wie sie sind.
		-- Curt Goetz
%
Mit Problemen, die man nicht lösen kann, muß man zu leben versuchen,
so gut es eben geht.
		-- Curt Goetz
%
Eine Gelegenheit, den Mund zu halten, sollte man nie vorübergehen
lassen.
		-- Curt Goetz
%
Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte auch
dafür sorgen, daß die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte.
		-- Curt Goetz
%
Humor ist nicht erlernbar. Neben Geist und Witz setzt er vor allem ein
großes Maß an Herzensgüte voraus, an Geduld, Nachsicht und
Menschenliebe.
		-- Curt Goetz
%
Ärgern ist Energieverschwendung.
		-- Curt Goetz
%
Talent ist der Glaube an sich selbst, an die eigene Kraft.
		-- Maxim Gorkij
%
Dieser Glaube aus Gewohnheit ist eine der traurigsten und
verderblichsten Erscheinungen unseres Lebens; im Bereich dieses
Glaubens wächst alles Neue, wie im Schatten einer steinernen Mauer,
langsam, verbogen und saftlos empor...
		-- Maxim Gorkij
%
Bisweilen macht es Freude, einen Menschen dadurch in Erstaunen zu
versetzen, daß man ihm nicht ähnelt und anders denkt als er.
		-- Maxim Gorkij
%
Der Kleinbürger ist der, der sich selbst allen anderen vorzieht.
		-- Maxim Gorkij
%
Die Dichter bauen Luftschlösser, die Leser bewohnen sie, und die
Verleger kassieren die Miete.
		-- Maxim Gorkij
%
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu
streicheln, einen Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu
ziehen.
		-- Maxim Gorkij
%
Angst ist für die Seele ebenso gesund wie ein Bad für den Körper.
		-- Maxim Gorkij
%
Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele.
		-- Maxim Gorkij
%
Eigentlich sollte man einen Menschen nicht bemitleiden, besser ist es,
ihm zu helfen.
		-- Maxim Gorkij
%
Oft zeigt die Lüge deutlicher als die Wahrheit, was in einem Menschen
vorgeht.
		-- Maxim Gorkij
%
Heiraten heißt für eine Frau so viel wie im Winter ins Wasser springen:
Hat Sie es einmal getan, dann denkt sie ihr Lebtag daran.
		-- Maxim Gorkij
%
Wir irren geschäftig umher, suchen nach einem bequemen Plätzchen im
Leben.
		-- Maxim Gorkij
%
Wir tun nichts und reden entsetzlich viel.
		-- Maxim Gorkij
%
Der Mensch kann den Menschen zum Guten führen, ganz einfach.
		-- Maxim Gorkij
%
Nach manchen Gesprächen mit einem Menschen hat man das Verlangen,
einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzunicken oder vor einem
Elefanten den Hut zu ziehen.
		-- Maxim Gorkij
%
Bisweilen macht es Freude, einen Menschen dadurch in Erstaunen zu
setzen, daß man ihm nicht ähnelt und anders denkt als er.
		-- Maxim Gorkij
%
Das Geheimnis großer Erfolge ist die Vereinfachung - der Schlüssel zu
ihr ist nicht Raffinesse, sondern Naivität.
		-- Sigmund Graff
%
Einigkeit macht stark, aber meistens auch blind.
		-- Sigmund Graff
%
Die erotische Bedeutsamkeit des Automobils wird offenbar, wenn man
darauf achtet, wie viele große und elegante Wagen von häßlichen Leuten
gefahren werden.
		-- Sigmund Graff
%
Fast jede Frau ist schön, wenn sie Charme hat. Fast jede Frau hat
Charme, wenn sie Scham hat.
		-- Sigmund Graff
%
Der Aphorismus will nicht Dumme gescheit, sondern Gescheite
nachdenklich machen.
		-- Sigmund Graff
%
Dummheit nützt häufiger als sie schadet. Darum pflegen sich die
allerschlausten dumm zu stellen.
		-- Sigmund Graff
%
Jede Verbesserung ist ein Fortschritt, aber nicht jeder Fortschritt
eine Verbesserung.
		-- Sigmund Graff
%
Humor ist selbstgekelterte seelische Widerstandskraft.
		-- Sigmund Graff
%
Das Mißlichste am Karneval ist, daß er im Kalender steht, d.h.
abgejubelt werden muß.
		-- Sigmund Graff
%
Der Karneval ist der (stets mißglückte) Versuch des Spießers, das
Unerlaubte in seine Moral einzubeziehen.
		-- Sigmund Graff
%
Zu den wichtigsten Geschlechtsorganen gehört unsere Phantasie.
		-- Sigmund Graff
%
Eine Frau, die ihr 'Nein' begründet, hat es bereits halb
zurückgenommen.
		-- Sigmund Graff
%
Eine der erstaunlichsten Erscheinungen ist, daß man sich einbildet,
von abhängigen Menschen unabhängige Meinungen erwarten zu dürfen.
		-- Sigmund Graff
%
Das Beste und das Schönste einer Reise wird daheim erlebt: Teils
vorher, teils nachher.
		-- Sigmund Graff
%
Gebildet ist, wer Parallelen zu sehen vermag. Dummköpfe sehen immer
wieder etwas ganz Neues.
		-- Sigmund Graff
%
Zu guten Beziehungen gelangt man am schnellsten, wenn man den Eindruck
erweckt, sie zu besitzen.
		-- Sigmund Graff
%
Der Charme hat seinen Sitz in der Seele.
		-- Sigmund Graff
%
Wie wir von manchen Menschen verkannt werden, beweisen uns nicht
selten ihre Geschenke.
		-- Sigmund Graff
%
In der Kirche singen immer die am lautesten, die falsch singen.
		-- Franz Grillparzer
%
Wer sich dem Dank entzieht, erniedrigt den Beschenkten.
		-- Franz Grillparzer
%
Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei
verschiedene Gaben.
		-- Franz Grillparzer
%
Die Ungebildeten haben das Unglück, das Schwere nicht zu verstehen,
dagegen verstehen die Gebildeten häufig das Leichte nicht, was ein
noch viel größeres Unglück ist.
		-- Franz Grillparzer
%
Die Frömmelei des einen Teils der vornehmen Weiber fließt aus
derselben Quelle wie die Koketterie des anderen Teils: Müßiggang und
Langeweile. Sie vertrödeln den Tag an der geistlichen Toilette wie die
anderen an den leiblichen. Der Beichtvater ist ihr Marchande des
modes, die Beichte ihr Ankleidspiegel, Kirchgänge sind ihre
Rendezvous, Haß und Verfolgung Andersdenkender ihre depits amoureux.
		-- Franz Grillparzer (Aphorismen)
%
Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die
religiösen sind's weniger, als sie meinen.
		-- Franz Grillparzer
%
Der Ungläubige glaubt mehr, als er meint,
der Gläub'ge weniger, als ihm scheint.
		-- Franz Grillparzer (Glaube)
%
Seit man nicht mehr in die Kirche geht, ist das Theater der einzige
öffentliche Gottesdienst, sowie die Literatur die Privatandacht.
		-- Franz Grillparzer (Aphorismen)
%
Wenn die Menschen von Gott reden, so kommen sie mir vor wie
Lichtenbergs Kahlenberger Bauern, die, wenn ein Messer fehlt, dafür
ein Stück Holz in die Scheide stecken, damit diese nicht leer sei.
		-- Franz Grillparzer (Studien zur Philosophie und Religion)
%
Am lautesten singen immer die, die falsch singen.
		-- Franz Grillparzer
%
Gold schenkt die Eitelkeit, der rauhe Stolz, die Freundschaft und die
Liebe schenkt Blumen.
		-- Franz Grillparzer
%
Was ist der Erde Glück? - Ein Schatten! Was ist der Erde Ruhm? - Ein
Traum!
		-- Franz Grillparzer
%
Was verworren war, wird helle, was geheim, ist's fürder nicht; die
Erleuchtung wird zur Wärme, und die Wärme, sie ist Licht.
		-- Franz Grillparzer
%
Moral ein Maulkorb für den Willen, Logik ein Steigriemen für den
Geist.
		-- Franz Grillparzer
%
Man sage nicht: Das Schwerste sei die Tat. Das Schwerste dieser Welt
ist der Entschluß.
		-- Franz Grillparzer
%
Wir sind Kinder unserer Taten.
		-- Franz Grillparzer
%
Doch vergiß es nicht: Die Träume, sie erschaffen nicht die Wünsche,
die vorhandenen wecken sie.
		-- Franz Grillparzer
%
Das ist der im Leben schädlichste Stolz, der nicht aus eigener
Wertschätzung, sondern aus fremder Geringschätzung hervorgeht.
		-- Franz Grillparzer
%
Ach, ich fühl es wohl, wir scheiden kaum so schwer von wahren Freuden
als von einem schönen Traum.
		-- Franz Grillparzer
%
Willst du die Bescheidenheit des Bescheidenen prüfen, so forsche
nicht, ob er Beifall verschmäht, sondern ob er den Tadel erträgt.
		-- Franz Grillparzer
%
Jeder Irrtum hat drei Stufen: Auf der ersten wird er ins Leben
gerufen, auf der zweiten will man ihn nicht eingestehen, auf der
dritten macht nichts ihn ungeschehen.
		-- Franz Grillparzer
%
Zugleich bedenk' ich wirklich, daß heilsam feste Nötigung der Abschluß
von jedem irdisch wanken, wirren Tun. Du wähltest ewig unter
Möglichkeiten, wär' nicht die Wirklichkeit als Grenzstein hingesetzt.
		-- Franz Grillparzer (Des Meeres und der Liebe Wellen)
%
Lieben! Hassen! Gibt es kein Drittes mehr? Du warst mir wert und bist
es noch und wirst mir's immer sein, gleich einem lieben Reis'
genossen, den auf kurzer Überfahrt des Zufalls Laune in unsern Nachen
führte, bis das Ziel erreicht und scheidend jeder wandelt seinen
Pfad.
		-- Franz Grillparzer (Sappho)
%
Ein Kritiker ist eine Henne, die gackert, wenn andere legen.
		-- Giovanni Guareschi
%
Die Welt ist voll von Leuten, die Wasser predigen und Wein trinken.
		-- Giovanni Guareschi
%
Zeit haben nur diejenigen, die es zu nichts gebracht haben. Und damit
haben sie es weitergebracht als alle anderen.
		-- Giovanni Guareschi
%
Ein Diplomat ist ein Mensch, der offen ausspricht, was er nicht denkt.
		-- Giovanni Guareschi
%
Manch einer, der vor der Versuchung flieht, hofft doch heimlich, daß
sie ihn einholt.
		-- Giovanni Guareschi
%
Wer keinen Biographen findet, muß sein Leben eben selbst erfinden.
		-- Giovanni Guareschi
%
Politik besteht nicht selten darin, einen simplen Tatbestand so zu
komplizieren, daß alle nach einem neuen Vereinfacher rufen.
		-- Giovanni Guareschi
%
Die Philosophen sind wie Zahnärzte, die Löcher aufbohren, ohne sie
füllen zu können.
		-- Giovanni Guareschi
%
Vielleicht wurde das Küssen erfunden, um sich gegenseitig den Mund zu
verschließen.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Es bleibt der Gipfel der Liebeskunst, eine schöne Frau in die Arme zu
nehmen, ohne ihr in die Hände zu fallen.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Liebe ist Anregung für das Herz unter gleichzeitiger Lokalanästhesie
des Verstandes.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Die Liebe ist eine Gemütskrankheit, die durch die Ehe oft schnell
geheilt werden kann.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Wenn man sich auch wünscht, tugendhaft zu bleiben, stellt man eines
Tages fest, daß die wirklich glücklichen Augenblicke jene gewesen
sind, die man der Sünde gewidmet hat.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Wenn man die Frauen verstehen würde, ginge ihr Zauber verloren.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Unsere Weisheit kommt aus unserer Erfahrung. Unsere Erfahrung kommt
aus unseren Dummheiten.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Der Weg zum Erfolg wäre kürzer, wenn es unterwegs nicht so viele
reizvolle Aufenthalte gäbe.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Ich bin mit der Vorstellung aufgewachsen, daß Spielen synonym mit
Arbeiten ist.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Das Fatale am Paradies ist, daß man es nur im Leichenwagen erreichen
kann.
		-- Sacha Guitry (eig. Alexandre Pierre Georges)
%
Die große Kunst in der Ehe besteht darin, Recht zu behalten, ohne den
anderen ins Unrecht zu setzen.
		-- Käte Haak
%
Ich will die besonderen Eigenarten der verschiedenen Tage,
Jahreszeiten und Lebensabschnitte kennenlernen und mit ihnen
Freundschaft schließen.
		-- Rainer Haak
%
Wenn man lange genug gelebt hat, erkennt man, daß es am Ende doch
nicht auf den Himmel, sondern auf die Menschen ankommt.
		-- Hans Habe
%
Viele Menschen fliehen in die Diktatur, weil es guter Nerven bedarf,
die Demokratie zu ertragen.
		-- Hans Habe
%
Man muß der Idee der Gewalt die Gewalt der Idee entgegensetzen.
		-- Hans Habe
%
Die Bescheidenheit erhält sich von dem, das sie nicht hat.
		-- Elfriede Hablé
%
Wünsche sind die beachtlichsten Brückenbauer und die mutigsten
Begeher.
		-- Elfriede Hablé
%
Gedanken, die viele erreichen, durchschreiten vorerst den Alleingang.
		-- Elfriede Hablé
%
Verbindlichkeit ist der menschliche Anspruch an die Verläßlichkeit.
		-- Elfriede Hablé
%
Man mag Menschen, die der Seele Nahrung zukommen lassen.
		-- Elfriede Hablé
%
Nicht die Welt macht diese Menschen, sondern diese Menschen machen die
Welt.
		-- Elfriede Hablé
%
Diktaturen haben niemals ein Problem gelöst. Sie haben es nur
verschwinden lassen.
		-- Franz Josef Otto von Habsburg
%
Wenn ein Privatbetrieb so wie die EG strukturiert wäre, wäre er nach
zwei Jahren bankrott.
		-- Franz Josef Otto von Habsburg
%
Je weiter wir die Grenzen der Freiheit nach Osten verschieben, desto
sicherer wird die Mitte.
		-- Otto von Habsburg
%
Terroristen haben kein Gewissen, da sie glauben, das Gewisse zu sein.
		-- Friedrich Hacker
%
Die größten Gaukler der Weltgeschichte.
		-- Ernst Haeckel (Über die Päbste)
%
Gesetzt den Fall, du bist entsetzt, weil irgendjemand dich nicht
schätzt, dann lasse ohne viel Intrigen von nun an links statt rechts
ihn liegen.
		-- H. Haecker
%
Merk auf deine eignen Taten; denn am Ende erntet jeder nur die Früchte
eigner Saaten.
		-- Hafis
%
Dummheit ist keine Alterserscheinung.
		-- Ernst Hagen
%
Mann, bin ich belesen, ey.
		-- Nina Hagen
%
Fast jeder Mensch hat Vorzüge, wenn man ihn bei der richtigen
Beleuchtung betrachtet.
		-- Max Halbe
%
Nicht die Großen werden die kleinen fressen, sondern die Schnellen die
Langsamen.
		-- Heinz Peter Halek
%
Bildung ist das, was übrigt bliebt, wenn wir vergessen, was wir
gelernt haben.
		-- Edward Frederick Lindley Wood Halifax
%
Viele Politiker glänzen, obwohl sie keinen Schimmer haben.
		-- Armin Halle
%
Ja, ich weiß, ich bin stark, doch ich wär' so gern schwach.
		-- Hanne Haller
%
Wahlbetrug: verbotene Beeinflussung des Wahlergebnisses nach der Wahl.
Gegensatz: Wahlversprechen
		-- Rolf Haller
%
Fernsehredakteure haben eine einmalige Begabung: Sie können Spreu von
Weizen trennen. Und die Spreu senden sie dann.
		-- Dieter Hallervorden
%
Manche Politiker muß man behandeln wie rohe Eier. Und wie behandelt
man rohe Eier? Man haut sie in die Pfanne.
		-- Dieter Hallervorden
%
Die CDU hat derartig viel Geld, das hat sich gewaschen.
		-- Dieter Hallervorden
%
Wenn ein Jurist in den Raum tritt, muß es einige Grade kälter werden.
		-- Walter Hallstein
%
Wer ein Richter der Menschen sein will, muß selbst ein Mensch werden.
		-- Johann Georg Hamann
%
Wenn der Mensch zu seinem Leide von heute nicht immer auch sein Leid
von gestern und morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich.
		-- Robert Hamerling
%
Die Vorliebe der Männer für Vollbärte hängt mit der Emanzipierung der
Frau zusammen. Denn beim Vollbart kommt auch die emanzipierteste Frau
nicht mit.
		-- George Hamilton
%
Mißachtung für deine Mitmenschen hindert dich nicht, bei fortwährender
Selbstachtung nach ihrer Achtung zu streben.
		-- Dag Hammarskjöld (Zeichen am Weg)
%
Dem Verganenen Danke, dem kommenden JA.
		-- Dag Hammarskjöld
%
Sorge nicht, wohin dich der einzelne Schritt führt: Nur wer weit
blickt, findet sich zurecht.
		-- Dag Hammarskjöld
%
Freude bereiten heißt: Die Banane essen und die Schale einem Anderen hinlegen.
		-- Dashiell Hammett
%
Ich wohne am liebsten im Walde, das ist meine Freude. Hier in meiner
Einsamkeit schadet es niemand, daß ich bin, wie ich bin; aber wenn
ich mit anderen zusammenkomme, muß ich alle meine Mühe anwenden, um
zu sein, wie ich sollte.
		-- Knut Hamsum
%
Ein Zufall, der Gutes bringt, wird als Vorsehung angesehen,
ein Zufall jedoch, der böse ausgeht, ist Schicksal.
		-- Knut Hamsun
%
Wessen Geist nicht blitzt, dessen Stimme donnert.
		-- Rolf Handke
%
Es ist lächerlich, wenn jemand darum kämpft ein Mensch zu werden,
denn die Affen haben das schon vor etwa einer Million Jahren geschafft.
Man sollte lieber darum kämpfen, ein Papagei oder ähnliches zu werden.
		-- Jack Handley, The New Mexican, 1988.
%
Professoren, Huren und Tänzerinnen kann man überall für Geld haben.
Sie gehen dorthin, wo man ihnen einige Groschen mehr bietet.
		-- Ernst August von Hannover
%
Ich glaube an nichts.  Denn Glauben ist eine Bankrotterklärung des
Intellekts.  Ich stelle mich einfach der Tatsache, daß es im Universum
keinen höheren Sinn gibt.
		-- Jens Harder
%
Man stattet den Dank eigentlich deshalb ab, um die Dankbarkeit
loszuwerden.
		-- Eduard von Hartmann
%
Angenommen Du würdest Dich in einer Situation befinden, in der Du
entweder einen ertrinkenden Mann retten könntest oder ein
Pulitzerpreis verdächtiges Foto seines Untergangs schießen
könntest.  Welche Blende und Verschlußzeit würdest Du wählen?
		-- Paul Harvey
%
Behauptungen sind keine Beweise, auch nicht, wenn sie lautstark
wiederholt werden.
		-- Rolf Hasenclever
%
Wer den Standpunkt des anderen nicht kennt, kann leicht an ihm
vorbeireden.
		-- Rolf Hasenclever
%
Angst ist lebenswichtig, denn sie mahnt zur Vorsicht; Vorsicht aber
ist ein Zeichen von Klugheit.
		-- Rolf Hasenclever
%
Halte Abstand - und du behälst die Übersicht.
		-- Rolf Hasenclever
%
Angst mahnt zur Vorsicht. Vorsichtige leben länger.
		-- Rolf Hasenclever
%
Wer nichts tut, kann nichts verändern.
		-- Rolf Hasenclever
%
Erfolg bei Frauen ist oft der Anlass übler Nachrede.
		-- Walter Hasenclever
%
Wer dem Sirenengesang der Werbung widersteht, ist mündiger Bürger. Und
gefährdet Arbeitsplätze.
		-- Oliver Hassencamp
%
Wer lügt, hat die Wahrheit immerhin gedacht.
		-- Oliver Hassencamp
%
Wer ein Theater füllen will, bedient sich der Dramaturgie. Um es zu
leeren genügt Ideologie.
		-- Oliver Hassencamp
%
Umgangsformen sind Formen, die zunehmend umgangen werden.
		-- Oliver Hassencamp
%
Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht. Würde der Städter
kennen, was er frißt, er würde umgehend Bauer werden.
		-- Oliver Hassencamp
%
Seine eigene Dummheit zu erkennen mag schmerzlich sein. Keinesfalls
aber eine Dummheit.
		-- Oliver Hassencamp
%
Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten,
sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.
		-- Oliver Hassencamp
%
Quiz für Prominente: Nach einem Interview die Sätze suchen, die man
tatsächlich gesagt hat.
		-- Oliver Hassencamp
%
Bei den wenigsten Gefängnissen sieht man die Gitter.
		-- Oliver Hassencamp
%
Kaum gedacht, kaum gedacht, war der Lust ein End' gemacht.
		-- Wilhelm Hauff
%
Der Umgang mit schlechten Büchern ist oft gefährlicher als mit
schlechten Menschen.
		-- Wilhelm Hauff
%
Für alle fleht der Priester himmelan,
Für alle streitet der Soldat,
Und alle nährt der Ackersmann;
Doch alle frißt der Advokat.
		-- Johann Christian Friedrich Haug (Epigrammatische Spiele)
%
Europa: Die Zehn Gebote haben 279 Wörter, die amerikanische
Unabhängigkeitserklärung hat 300 Wörter. Die EU-Verordnung zur
Einfuhr von Karamelbonbons hat 25911 Wörter
		-- Bodo H. Hauser in "Noch Fragen Kienzle? Ja, Hauser"
%
Die öffentliche Meinung ist eine von der Presse hochgespielte
Seifenblase.
		-- Enzio Hauser
%
Ohne Faulheit kein Fortschritt! Weil der Mensch zu faul war zu rudern,
erfand er das Dampfschiff; weil er zu faul war, zu Fuß zu gehen,
erfand er das Auto; weil er zu faul war, abends die Augen zuzumachen,
erfand er das Fernsehen.
		-- Manfred Hausmann
%
Ohne Faulheit kein Fortschritt! Weil der Mensch zu faul war, zu
rudern, erfand er das Dampfschiff; weil er zu faul war, zu Fuß zu
gehen, erfand er das Auto; weil er zu faul war, abends die Augen
zuzumachen, erfand er das Fernsehen
		-- Manfred Hausmann
%
Das Werk sollte immer ein wenig schlauer sein als der Autor.
		-- Vaclav Havel
%
Hoffnung ist nicht einfach Optimismus. Es ist nicht der Glaube, daß
etwas gut ausgehen wird. Es ist die Überzeugung, daß etwas Sinn
macht, ganz gleich wie es ausgeht.
		-- Vaclav Havel
%
Freiheit kann auch die Freiheit des aufgeknüpften Hemdes vor der
Hinrichtung bedeuten.
		-- Vaclav Havel
%
Die Annahme, das Universum sähe in jede Richtung gleich aus, ist in
der Realität offensichtlich nicht wahr.
		-- Stephen Hawking
%
Jede mathematische Formel in einem Buch halbiert die Verkaufszahl
dieses Buches.
		-- Stephen Hawking
%
Weil es ein Gesetz wie das der Schwerkraft gibt, kann sich ein Universum
aus dem Nichts erschaffen.  DIe Hand Gottes ist zur Erklärung nicht
nötig.
		-- Stephen Hawking
%
Klage nicht so sehr über einen kleinen Schmerz; das Schicksal könnte
ihn durch einen größeren heilen.
		-- Johann Peter Hebel
%
Für ein paar Groschen kann man viel Freundlichkeit und guten Willen
kaufen.
		-- Johann Peter Hebel
%
Man ist nie geneigter, Unrecht zu tun, als wenn man Unrecht hat.
		-- Johann Peter Hebel
%
Gebrauche nie ein hartes Wort, wo ein glimpfliches seine Dienste tut.
		-- Johann Peter Hebel
%
Für ein paar Groschen kann man viel Freundlichkeit und guten Willen
kaufen.
		-- Johann Peter Hebel
%
Das Vorurteil ist ein Floß, an das sich der schiffbrüchige Geist
klammert und ins Sichere rudert.
		-- Ben Hecht
%
Im Krieg geht es immer um Verrat, den Verrat der Alten an den Jungen,
der Zyniker an den Idealisten und der Politiker an den Soldaten.
		-- Chris Hedges (A Culture of Atrocity)
%
Ein Kompliment ist die charmante Vergrößerung einer kleinen Wahrheit.
		-- Johannes Heesters
%
Jeder Mensch hat eine Welt (die ganze Welt) in sich; er ist in dieser
Einfachheit ein Abgrund, der eine unendliche Menge in sich schließt.
		-- Georg Wilhelm Friedrich Hegel
%
Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist
unvernünftig.
		-- Georg Wilhelm Friedrich Hegel
%
Der Staat an und für sich ist das sittlichste Ganze, die
Verwirklichung der Freiheit; und es ist absoluter Zweck der Vernunft,
das die Freiheit wirklich sei.
		-- Georg Wilhelm Friedrich Hegel
%
Wer etwas Großes will, der muß sich zu beschränken wissen, wer
dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu
nichts.
		-- Georg Wilhelm Friedrich Hegel
%
Sicherheit ist das Irrlicht, dem Wünschende nachjagen.
		-- Walter Heiby
%
Sicherheit ist das Irrlicht, dem Wünschende nachjagen.
		-- Walter Heiby
%
Begeisterung ist Glaube, der Feuer gefangen hat.
		-- Walter Heiby
%
Vielleicht liegt Sicherheit im Tod; aber im Leben gibt es keine.
		-- Walter Heiby
%
Sicherheit ist das Irrlicht, dem Wünschende nachjagen.
		-- Walter Heiby
%
Als die Pest in Florenz wütete, erlagen ihr auch sämtliche Ärzte in
der Stadt. Als der letzte Arzt dahingerafft war, entschwand die
Seuche.
		-- Prof. Heierman
%
Ja, das Christentum ist durch unsühnbare Verbrechen geschändet worden,
die sich in dieser Form und Ausdehnung in keiner der anderen hohen
Religionen nachweisen lassen. Weder der Islam noch der Buddhismus,
noch der Hinduismus haben auch nur entfernt so viele Menschen um ihren
Glaubens willen getötet wie die christlichen Kirchen.
		-- Friedrich Heiler (Religionswissenschaftler)
%
Die meisten Meinungen kommen zustande, indem man vergißt, wo man sie
gehört oder gelesen hat.
		-- Moritz Heimann
%
%
Vertrauen ist kein Urteil, sondern eine Kraft.
		-- Walter Heimann
%
Wer Herz und Verstand nähren will, für den gibt es nichts Besseres als
Bücher.
		-- Ernst Heimeran
%
Der Weg zur Weisheit?  Er ist geradlinig und einfach auszudrücken:
  Irren
  und irren
  und nochmals irren
  doch weniger
  und weniger
  und immer weniger.
		-- Piet Hein
%
Ich finde es richtig, daß man zu Beginn einer Jagd die Hasen und
Fasane durch Hörnersignale warnt.
		-- Gustav Heinemann
%
Was uns am meisten an solcher Bereitschaft zweifeln lässt, ist die Überhöhung
der Kanzlerpolitik zu einer Politik der christlichen Einheitsfront. Sieht man
denn wirklich nicht, dass die dominierende Weltanschauung unter uns aus den
drei Sätzen besteht: Viel verdienen, Soldaten, die das verteidigen, und
Kirchen, die beides segnen.
		-- Gustav Heinemann
%
Wer im politischen Amt steht, soll nach seiner gewissenhaften Überzeugung
handeln, und nicht an einem Posten kleben.
		-- Gustav Heinemann bei seinem Rücktritt als Innenminister
		   am 9. Oktober 1950 aus Protest über die Pläne Konrad
		   Adenauers zur Wiederbewaffnung Deutschlands
%
Anfang der 70er Jahre, als der Vietnamkrieg zu teuer wurde, wurde der damals noch
allmächtige Dollar vom Goldstandard gelöst. Musste bis dahin der Geldmenge immer
auch eine entsprechende Goldmenge gegenüber stehen, gab es nun Geld ohne Maßstab.
		-- Michael Heinrich
%
Alles Große besteht aus kleinem. Wer von kleinem nicht Besitz nimmt,
kann das Große nie erwerben.
		-- Johann Jakob Wilhelm Heinse
%
Derjenige Mensch ist vollkommen, welcher seine Rechte und des Staates
Rechte kennt und ausübt.
		-- Johann Jacob Wilhelm Heinse
%
Der Mensch für sich allein, überhaupt jedes Wesen abgesondert, ist
unglücklich.
		-- Johann Jacob Wilhelm Heinse
%
Der Umsturz alles Bestehenden wird in der Naturwissenschaft nur von
unkritischen Fanatikern probiert,
		-- Werner Heisenberg
%
Die Ideen sind nicht verantwortlich für das, was die Menschen aus
ihnen machen.
		-- Werner Heisenberg
%
Es ist immer sehr schwierig, über den Wert politischer Ziele zu
urteilen, wenn deren Erreichung noch in weiter Ferne liegt. Ich glaube
daher, daß man eine politische Bewegung nie nach seinen Zielen
beurteilen darf, die sie laut verkündet und vielleicht auch wirklich
anstrebt, sondern nur nach den Mitteln, die sie zu ihrer
Verwirklichung einsetzt.
		-- Werner Heisenberg
%
Ein Fachmann ist ein Mann, der einige der größten Fehler kennt, die
man in dem betreffenden Fach machen kann, und sie deshalb zu vermeiden
versteht.
		-- Werner Heisenberg
%
Manche Dinge sind so ernst, daß man nur im Spaß über sie reden kann.
		-- Werner Heisenberg
%
Freude entsteht durch das Lösen von Problemen und nicht dadurch, daß
man die Lösung vorgesetzt bekommt.
		-- Walter Helby
%
Ein Vorurteil ist ein Irrtum, der Wurzeln geschlagen hat.
		-- Martin Held
%
Wer die Zukunft als Gegenwind empfindet, geht in die falsche Richtung.
		-- Martin Held
%
Jeder will alt werden, aber keiner will es sein.
		-- Martin Held
%
Geiz ist das einzige Laster, das sich in den Augen der Nachkommen in
eine Tugend verwandelt.
		-- Martin Held
%
Deutschland ist das einzige Land, in dem die Schlagersänger so
aussehen wie ihre Lieder.
		-- André Heller
%
Wenn ein Mann mit einem Fuß auf einem heißen Ofen und mit dem anderen
in einer Kühltruhe steht, würde ein Statistiker sagen, daß der Mann
sich durchschnittlich in angenehmer Temperatur befindet.
		-- Walter Heller
%
Nicht in einer Kirche zu sein, keiner Religion anzuhängen, gehört hier
zu den wenigen Errungenschaften aus vierzig DDR-Jahren, die sich ohne
Nachteil verteidigen lassen.
		-- Reinhard Henkys
%
Allüren sind nur etwas für die Unfertigen.
		-- Audrey Hepburn
%
Wenn man im Mittelpunkt einer Party stehen will, darf man nicht
hingehen.
		-- Audrey Hepburn
%
Zur Unterhaltung einer Party trägt niemand so viel bei wie diejenigen,
die gar nicht da sind.
		-- Audrey Hepburn
%
Mein Kopf wackelt, aber ich verspreche euch, er fällt nicht runter.
		-- Audrey Hepburn
%
Beim gesellschaftlichen Aufstieg empfiehlt es sich, freundlich zu den
Überholten zu sein. Man begegnet ihnen beim Abstieg wieder.
		-- Jo Herbst
%
Anpassung ist die Stärke der Schwachen.
		-- Wolfgang Herbst
%
Aufklärung nennt man den Vorgang, bei dem ein Erwachsener mit Hilfe
aller seiner Kenntnisse den Kindern ein Viertel von dem erzählt, was
sie schon wissen.
		-- Wolfgang Herbst
%
Demagogie ist die Fähigkeit, Massen in Bewegung zu setzen, und die
Unfähigkeit, sie wieder zu bremsen.
		-- Wolfgang Herbst
%
Moderne Literatur ist die Kunst, den richtigen Interpreten zu finden.
		-- Wolfgang Herbst
%
Persönlichkeit ist, was übrig bleibt, wenn man Ämter, Orden und Titel
von einer Person abzieht.
		-- Wolfgang Herbst
%
Information ist Energie. Bei jeder Weitergabe verliert sie etwas
davon.
		-- Wolfgang Herbst
%
Unter zuviel Analyse leidet die Wahrheit.
		-- Frank Herbert - Dune Messiah
%
Für einen Arzt und einen Richter ist es schwer, kein Verächter der
Menschen zu werden.
		-- M. Herbert
%
Je wertloser der Mann ist, um so weniger Achtung hat er vor Frauen.
		-- M. Herbert
%
Eine Frau mit vierzig kann heutzutage so schön sein wie mit zwanzig -
es dauert nur etwas länger.
		-- Berry Herd
%
Bescheidenheit ist die zarte Kunst, deinen Charme zu erhöhen, indem du
vorgibst, seiner nicht gewahr zu sein.
		-- Oliver Herford
%
Wie kann auch die Alleinherrschaft etwas Gutes sein, die tun
kann, was ihr beliebt, ohne Verantwortlichkeit?
		-- Herodot
%
Unterbrechungen sind die Würze des Lebens.
		-- Don Herold
%
Es gibt den Menschen guten Willens zu denken, daß eine Organisation,
die damit prahlt, die wahre Hochreligion und das Gebot der
Nächstenliebe zu vertreten, aus ideologischen wie wirtschaftlichen
Gründen so viele Kulturen niedermachte.
		-- Horst Herrmann
%
Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.
		-- Georg Herwegh
%
Laß durch nichts in der Welt dich binden
als durch deine höchste Wahrheit.
		-- Emma Herwegh
%
Soldaten sind keine Mörder - im Gegenteil!
		-- Roman Herzog (Versprecher in einer Rede 1997)
%
Mach keine schlechten Gewinne, sie sind genaue so schlimm wie
Verluste.
		-- Hesiod Hesiod
%
Männer sind wie ein Armreif: Leicht behämmert passen sie sich am
besten an.
		-- Trude Hesterberg
%
Es gibt Menschen, die auf Abschiede hinleben, und andere, die sich
vor ihnen fürchten.
		-- Otto Heuschele
%
Theologen können durch ihre Lehren den Glauben mehr gefährden als
Atheisten.
		-- Otto Heuschele
%
Man muß lesen können: in Büchern, in Gesichtern, in Landschaften, in
Steinen, im Wasser, am Ufer. Überall steht etwas geschrieben, wir
müssen das Gelesenes nur zu deuten wissen.
		-- Otto Heuschele
%
Eines Tages werden Maschinen vielleicht denken, aber sie werden
niemals Phantasie haben.
		-- Theodor Heuss
%
Wer selbst Liebe besitzt, hat auch die Chance, Liebe zu wecken.
		-- Theodor Heuss
%
Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht kann man mit
KULTUR POLITIK machen.
		-- Theodor Heuss
%
Eines Tages werden Maschinen vielleicht denken, aber sie werden
niemals Phantasie haben.
		-- Theodor Heuss
%
Man muß das als gegeben hinnehmen: Demokratie ist nie bequem.
		-- Theodor Heuss
%
Das Radio ist eine Strafe Gottes.
		-- Theodor Heuss
%
Nennt man das Kind beim Namen und nennt es 'Verstaatlichung', so wird
aller Sozialismus unromantisch und nüchterner.
		-- Theodor Heuss
%
Wer immer die Wahrheit sagt, kann sich ein schlechtes Gedächtnis
leisten.
		-- Theodor Heuss
%
Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.
		-- Theodor Heuss
%
Man könnte den Fortschritt heute auch definieren als die Fähigkeit des
Menschen, die Einfachheit zu komplizieren.
		-- Thor Heyerdahl
%
Leiden ist kein Verdienst; das Lamm, das sich fressen läßt, stärkt
die Ordnung der Wölfe.
		-- Stefan Heym
%
Ich wüßte heute kaum ein Land zu nennen, das ohne Tabus wäre.
		-- Stefan Heym
%
Das Aufsehenerregende kann nur passieren, wenn der Alltag
funktioniert.
		-- Hansgünther Heyme
%
Wenn sich die Sprüche widersprechen, ist's eine Tugend und kein
Verbrechen. Du lernst nur wieder von Blatt zu Blatt, daß jedes Ding
zwei Seiten hat.
		-- Paul von Heyse
%
Wer niemals außer sich geriete, wird niemals in sich gehen.
		-- Paul von Heyse
%
Ein Bilderbuch ist diese Welt, das manchem herzlich wohl gefällt, der
blätternd Bild um Bild genießt, vom Text nicht eine Zeile liest.
		-- Paul von Heyse
%
Dilettant heißt der kuriose Mann, der findet sein Vergnügen dran,
etwas zu machen, was er nicht kann.
		-- Paul von Heyse
%
Wer sich an andere hält, dem wankt die Welt. Wer auf sich selber ruht,
steht gut.
		-- Paul von Heyse
%
Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat.
		-- Paul von Heyse
%
Der Teufel ist sicher kein Atheist.
		-- Paul von Heyse
%
Das sogenannte beschauliche Leben ist in der Wirklichkeit des
alltäglichen Lebens verwurzelt und läßt sich nicht davon abkoppeln.
		-- Maire Hickey
%
Das schönste der Meere ist jenes, das wir noch nicht sahen.
Das schönste der Kinder ruht noch in bergender Wiege.
Die Tage, die schönsten sind jene, die wir noch nicht lebten.
Und, was ich dir sagen möchte, das Schönste, ich habe es noch nicht gesagt.
		-- Nazim Hikmet
%
Du bist so alt geworden, weil du stets Arglist gebraucht.
		-- Hildebrandslied (um 840)
%
Steter Tropfen höhlt das Sein.
		-- Gerhardt Hildebrand
%
Deutsch ist schon deshalb eine gute Sprache, weil in ihr Mensch und
Mann nicht das gleiche sind. Diesen Satz übersetzen.
		-- Wolfgang Hildesheimer
%
Die Kletterer haben den Mount Everest in die höchstgelegene Müllhalde
der Welt verwandelt.
		-- Edmund Hillary
%
Was willst Du eigentlich? Frag dich das einmal in einer ruhigen Stunde
und gibt aufrichtig Antwort!
		-- Carl Hilty
%
Nicht alles Originelle ist gut, aber alles Gute ist originell.
		-- Paul Hindemith
%
Erfolg steigt nur zu Kopf, wenn dort der erforderliche Hohlraum vorhanden ist.
		-- Manfred Hinrich
%
Kein Wunder, das uneheliche Kinder gemeiniglich die besten Köpfe
sind;sie sind die Folge einer geistreichen Stunde, die ehelichen oft
der Langeweile.
		-- Theodor Gottlieb von Hippel
%
Wenn sie das Maß überschreiten, sind beide bös: der Schlaf und das
Wachen.
		-- Hippokrates
%
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln
sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft
haben, brechen sie unversehens hervor.
		-- Hippokrates
%
Was uns am Leben erhält, kann uns auch krank machen.
		-- Hippokrates
%
Auch werde ich keiner Frau ein Mittel zur Abtreibung einer Geburt
zukommen lassen.
		-- Hippokrates (Aus dem Hippokratischen Eid)
%
Wenn ein Mann allein im Wald spazieren geht und es ist keine Frau in
der Nähe - hat er dann trotzdem unrecht?
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Glück ist Unglück, das man nicht gehabt hat.
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Bedeutet eine schwarze Katze Unglück?
Das kommt drauf an – bist du Mensch oder Maus?
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Man kann eine Amnesie und ein Dejavu zur gleichen Zeit haben, wenn man
denkt: Mensch, das habe ich doch genau so schon einmal vergessen.
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Wer nicht glaubt, daß Frauen mehr reden als Männer, der zeige mir irgendwo
auf der Welt zwei Frauen beim Angeln.
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Wilst Du Recht behalten oder glücklich sein?
Beides gleichzeitig geht nicht.
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Leidenschaft ist biologisch abbaubar.
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Wenn eine Frau nicht mehr mit dem Mann spricht, dann ist das für den Mann
nicht unmittelbar als Strafe erlebbar.
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Frauen reden zur Konfliktlösung immer weiter bis sie total sauer sind und
nur noch schweigen.  Das Problem für Männer ist nur, daß das Schweigen
der Frau nicht unmittelbar als Strafe erlebbar ist.
		-- Eckhart von Hirschhausen
%
Das absurde Verbrechen ist wie Religion. Unglaublich, aber
faszinierend.
		-- Alfred Hitchcock
%
Zweifellos hat es perfekte Morde gegeben, sonst wüßte man ja etwas
von ihnen.
		-- Alfred Hitchcock
%
Alle schlechten Eigenschaften entwickeln sich in der Familie. Das
fängt mit Mord an und geht über Betrug und Trunksucht bis zum Rauchen.
		-- Alfred Hitchcock
%
Ein Blick in die Welt beweist, daß Horror nichts anderes ist als
Realität.
		-- Alfred Hitchcock
%
Richtig verheiratet ist der Mann erst dann, wenn er jedes Wort
versteht, das seine Frau nicht gesagt hat.
		-- Alfred Hitchcock
%
Dialog ist nur ein anderer Soundeffekt.
		-- Alfred Hitchcock
%
Die Heirat ist die einzige lebenslängliche Verurteilung, bei der man
auf Grund schlechter Führung begnadigt werden kann.
		-- Sir Alfred Hitchcock
%
Ein Blick in die Welt beweist, daß Horror nichts anderes ist als
Realität.
		-- Sir Alfred Hitchcock
%
Eine Frau, die sich öffentlich auszieht, gleicht einem
Thriller-Regisseur, der im Vorspann die Lösung bekanntgibt.
		-- Sir Alfred Hitchcock
%
Je größer die Lüge, desto mehr Menschen folgen ihr.
		-- Adolf Hitler
%
Furcht vor einer unsichtbaren Gewalt, die vom Geist erdichtet oder auf
Grund öffentlicher Erzählungen eingebildet ist, ist Religion, sind sie
nicht zugelassen, Aberglaube.
		-- Thomas Hobbes
%
Nichts wird in Deutschland so ernst genommen wie die Vorbereitung zum
Spaß.
		-- Hermann Höcherl
%
Der Teufelspakt des Wissenschaftlers ist seine Finanzierung durch
die Rüstungsindustrie.
		-- Rolf Hochhuth
%
Es gibt Frauen, die Darwin falsch verstanden haben: Sie machen aus
jedem Mann einen Affen.
		-- Carola Höhn
%
Es ist eine unbestrittene Wahrheit, daß die Päpste Jahrhunderte lang
an der Spitze eines Mord- und Raubsystems gestanden haben, das mehr
Menschenleben geschlachtet, als irgend ein Krieg oder eine Seuche "im
Namen Gottes und Christi". Der Weg des Papsttums ist ein Weg des
Grauens und Entsetzens. Rechts und links ist er eingesäumt von
Tausenden von Scheiterhaufen und Tausenden von Blutgerüsten. Prasselnd
schlagen die Flammen zum Himmel empor.
		-- Graf Paul von Hoensbroech
%
Wenn jemand in einem Betrieb unverzichtbar ist, dann ist dieser
Betrieb falsch organisiert.
		-- Andreas Hoff
%
Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.
		-- August Hoffmann von Fallersleben
%
Das eigentliche Gedächtnis betseht, glaube ich, in einer sehr
lebendigen, regsamen Phantasie,
		-- Wilhelm Hoffmann
%
Ein gewöhnlicher Verstand ist wie ein schlechter Jagdhund, der die
Fährte eines Gedankens schnell annimmt und schnell wieder verliert.
		-- Hugo von Hoffmannsthal
%
Der gute Geschmack ist die Fähigkeit, ständig der Übertreibung
entgegenzuwirken.
		-- Hugo von Hoffmannsthal
%
Meine Manieren sind nur eine Art von Nervosität, mir die Leute vom
Hals zu schaffen.
		-- Hugo von Hoffmannsthal
%
Nur, was für sich selbst spricht, kann auch von sich reden machen.
		-- Johann Hofmann
%
Es ist das Vorrecht des Menschen, Fehler zu begehen.
Aber es ist ihre Pflicht, daraus zu lernen.
		-- Holbein (O' Donoghue, Drachenfeuer)
%
Es gibt soziale Situationen, wo es schwierig ist, "nein" zu sagen.
Ich habe das mal ausprobiert, indem ich an einem ampelgesteuerten
Polizisten zu Fuß auf der anderen Seite eine immanent gegebene Information
ausnutzte: Bei Fußgängergegenverkehr will der andere in der Regel genau
entgegengesetzt zu meiner Wegrichtung gehen.

Als wir Fußgänger GRÜN bekamen, ging ich auf ihn zu und fragte ihn
mitten auf der Straße nach dem Weg mit Ziel in meiner Gehrichtung, der so
kompliziert war, daß die Grünphase nicht zur Erklärung reichte.  Er stand
in einem Gewissenskonflikt, als ROT wurde, weil er entweder unhöflich sein
mußte und in meine Richtung zurückgehen oder mich bitten, in seine
Richtung zu gehen und für meinen Rückweg auf das nächste GRÜN zu
warten.
		-- Wau Holland, CCC
%
Das Volk hat lange graue Ohren, und seine Treiber nennen sich
Rabbiner, Pfarrer und Pastoren.
Ein Blutsumpf seine ganze 'Geschichte'!
Der elendeste aller elenden Wichte!
Tierischer noch, als das tierischste Tier!
Bitte, 'erlöse' uns von dir!
Erst schielt dies christlich frömmelnde Geschmeiß
nach vollen Brüstchen und nach drallen Wädchen
und dann - schreibts Andachtsbücher und Traktätchen!
		-- Arno Holz
%
Ich glaube, ich bilde mir sogar ein, daß ich zehnmal mehr "Religion",
meinetwegen nenn's auch 'Christentum', im Leibe habe, als sämtliche
Konsistorialräte Preußens zusammengenommen. Aber grade, weil ich so
viel 'Religion', so viel wahres 'Christentum' in mir verspüre, bin ich
gegen unsere kirchliche Luderpfaffenwirtschaft! Ich verwerfe jegliches
Dogma! Zwischen mich und mein Gefühl soll sich nichts, aber auch
nichts drängen! Das wäre wahrhaftig das Letzte, worin ich fremde
Einmischung dulden würde. Ich bin also aus Religion gegen die
Religion!
		-- Arno Holz
%
Es gibt nichts Edleres und Bewundernswerteres, als wenn zwei Menschen,
die sich gut verstehen, zum Ärger ihrer Feinde und zur Freude ihrer
Freunde als Mann und Frau zusammenleben.
		-- Homer
%
Nur einer sei der Herrscher.
		-- Homer, Ilias
%
Manches Menschen 'Weltanschauung' ist nur eine Geldanschuung.
		-- Homer
%
Ist auch dein Kreis unscheinbar, eng und klein, erfülle ihn mit deinem
ganzen Wesen.
		-- Homer
%
Sei freundlich gegen Arme und Fremde, denn beide gehören Gott an.
		-- Homer
%
Weisheit ist nicht so sehr das Wissen darum, was schließlich zu tun
ist, sondern darum, was zunächst getan werden soll.
		-- Herbert Hoover
%
Ältere Herren erklären den Krieg. Aber es ist die Jugend, die kämpfen
und sterben muß.
		-- Herbert Hoover
%
Die Männer tadeln den Wankelmut der Frauen, wenn sie sein Opfer sind,
aber sie finden ihn ganz entzückend, wenn sie sein Nutznießer sind.
		-- Brigitte Horney
%
Ich bin eigentlich ganz anders, nur ich komme so selten dazu.
		-- Ödön von Horváth (alias Edmund von Horvath)
%
Kein Mensch kann wunschlos glücklich sein, denn das Glück besteht ja
gerade im Wünschen.
		-- Attila Hörbiger
%
Erholung besteht nicht im Nichtstun, sondern in dem, was wir sonst
nicht tun.
		-- Paul Hörbiger
%
Solange wir nicht wirklich zärtlich sein können, sind wir nur
handgreiflich.
		-- Peter Horton
%
Nichts vermittelt so sehr das Gefühl von Unendlichkeit als die
menschliche Dummheit.
		-- Ödön von Horváth
%
Wenn kein Charakter mehr geduldet wird, sondern nur der Gehorsam, geht
die Wahrheit, und die Lüge kommt.
		-- Ödön von Horváth
%
Mancher müßte in einen Zerrspiegel schauen, um erträglich
auszusehene.
		-- Ödön von Horváth
%
Wer Wind sät, wird Sturm ernten.
		-- Hosea 8,7 (Bibelwort)
%
Wußten Sie schon, daß in manchen gesunden Körper ein ziemlicher
Blödian steckt?
		-- Dieter Höss
%
Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, für die der Mensch bewundert
wird, falls die Leute je von ihm hören sollten.
		-- Edgar Watson Howe
%
Manche Menschen können in einer Stunde länger dableiben als andere in
einer ganzen Woche.
		-- Walter Howells
%
Die Lüge ist ein sehr trauriger Ersatz für die Wahrheit, aber sie ist
der einzige, den man bis heute entdeckt hat.
		-- Elbert Hubbard
%
Für diejenigen, die immer nur warten, kommt alles zu spät.
		-- Elbert Hubbard
%
Schlagfertig ist jede Antwort, die so klug ist, daß der Zuhörer
wünscht, er hätte sie gegeben.
		-- Elbert Hubbard
%
Der eigentliche Beweis, daß wir Talent besitzen, ist die Fähigkeit,
das Talent in anderen Menschen zu entdecken.
		-- Elbert Hubbard
%
Eine Maschine kann die Arbeit von fünfzig gewöhnlichen Menschen
leisten, aber sie kann nicht einen einzigen außergewöhnlichen
ersetzen.
		-- Elbert Hubbard
%
Ein Freund ist einer, der alles von dir weiß, und der dich trotzdem liebt.
		-- Elbert Hubbard
%
In einer Kleinstadt gibt es nicht viel zu sehen; aber was man dort
hört, macht das wett.
		-- Kin Hubbard (alias Frank McKinney)
%
Niemanden stört eine Unterbrechung, wenn es Beifall ist.
		-- Kin Hubbard (alias Frank McKinney)
%
Eine Rechtsprechung, die an der grundsätzlichen Kriminalisierung von
Cannabis festhält, geht an medizinischen Erkenntnissen vorbei.
		-- Ellis Huber
%
Der Satz des Pythagoras umfaßt 24 Worte, das Archimedische Prinzip 67,
die Zehn Gebote 179, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 -
und allein Paragraph 19a des deutschen Einkommensteuergesetzes 1862
Worte.
		-- Erwin Huber
%
Wer in der Scheiße sitzt, sollte nicht zwitschern.
		-- Lotti Huber
%
Es versteht sich von selbst, daß man nicht hohe Prinzipien und hohe
Profite haben kann.
		-- Howard Hughes
%
Geld allein mach auch nicht unglücklich.
		-- Howard Hughes
%
Das abstrakte und Unpersönliche wird allzu leicht gehässig.
		-- Ricarda Huch
%
Für alles Schöne, was vergeht, bleibt eine Welt von Schönheit, in die
man eingehen kann.
		-- Ricarda Huch
%
Liebe ist das einzige, was wächst, indem wir es verschwenden.
Durch Sündigen gewinnst du Kraft, und durch gewaltsames Nichtsündigen
entkräftest du dich.
		-- Ricarda Huch
%
Liebe ist das einzige was wächst, wenn wir es verschenken.
		-- R. Huck
%
Individualismus bedeudet heute, alles zu tun, was die anderen auch
tun, bloß einzeln.
		-- Rock Hudson
%
Zeit und Gedanken, die man der toten Vergangenheit widmet, fehlen
einem, um in der Gegenwart zu leben und die Zukunft aufzubauen. Machen
Sie sich keine Gedanken darüber, was Sie gestern nicht getan haben.
Handeln Sie heute!
		-- Raymond Hull
%
Für einen trägen Geist ist auch eine Weltausstellung kein Anreiz. Ein
reger Geist interessiert sich auch für ein Sandkörnchen.
		-- Raymond Hull
%
Wahrscheinlich werden Sie glücklicher mit Menschen, die dieselbe
Auffassung vom Glücklichsein haben wie Sie.
		-- Raymond Hull
%
Nur wenige Menschen machen sich die Mühe nachzudenken. Der, der es
tut, hat der Masse schon viel voraus. Um sein Ziel zu erreichen,
braucht man keine Schnelligkeit, aber ein Gefühl für die richtige
Richtung.
		-- Raymond Hull
%
Abergläubische lieben Reliquien von Heiligen und Frommen aus demselben
Grunde, aus dem sie Gestalten und Bilder begehren, nämlich um ihre
Andacht zu beleben und eine kräftige Vorstellung eines solchen
Musterlebens zu gewinnen, das sie nachahmen möchten.
		-- David Hume (Untersuchungen über den menschlichen Verstand)
%
Verstand und Genie rufen Achtung und Hochschätzung hervor, Witz und
Humor erweckt Liebe und Zuneigung.
		-- David Hume
%
Wenn die Wunder nicht bald aufhören, komme ich noch ganz von Sinnen.
		-- Alexander von Humboldt (bei Aufenthalt auf Kanarischen Inseln)
%
Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus.
		-- Alexander von Humboldt
%
Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus.
		-- Alexander von Humboldt (Kosmos)
%
Befehlen verlängert das Leben. Deswegen werden Generäle und Dirigenten
so alt.
		-- Howard T. Hunter
%
Mir scheint wir haben gar keine Demokratie, sondern eine Demoskopie.
		-- Hanns Dieter Hüsch
%
Man sollte Ehrgeiz besitzen, ohne von ihm besessen zu sein.
		-- John Huston
%
Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie.
Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.
		-- Aldous Huxley
%
Sich im Dreck zu wälzen, ist kein gutes Mittel, um sauber zu werden.
		-- Aldous Huxley
%
Nichts verleitet so leicht zum Aufgeben wie der Erfolg.
		-- Aldous Huxley
%
Der moderne Mensch hat ein neues Laster erfunden: die Schnelligkeit.
		-- Aldous Huxley
%
Wer Werte vorlebt, ist würdig. Wer Liebe vorlebt, ist liebenswürdig.
		-- Hugo Hyka
%
Wer den Sirenengesang der Werbung widersteht, ist mündiger Bürger. Und
gefährdet Arbeitskräfte.
		-- Oliver Hassencamp
%
Liebe macht nicht blind. Der Liebende sieht nur weit mehr als da ist.
		-- Oliver Hassencamp
%
Irren ist menschlich.
Nur wer uns lobt, ist unfehlbar.
		-- Oliver Hassencamp
%
In Sachen Umweltschutz sind die meisten Regierungen kriminelle
Vereinigungen.
		-- Oliver Hassencamp
%
Nirgendwo fällt Humorlosigkeit mehr auf als beim Lachen.
		-- Oliver Hassencamp
%
Image - Persönlichkeit in Pulverform (instant personality). Sofort
fertig, sofort vergessen.
		-- Oliver Hassencamp
%
Umgangsformen sind Formen, die zunehmend umgangen werden.
		-- Oliver Hassencamp
%
Wir brauchen keinen dritten Weltkrieg.
Wir haben Kapitalismus, Kommunismus und Tourismus.
		-- Oliver Hassencamp
%
Streß ist ein Bazillus, der von Unsicheren in leitenden Stellungen auf
die Mitarbeiter übertragen wird.
		-- Oliver Hassencamp
%
Seine eigene Dummheit zu erkennen, mag schmerzlich sein.
Keinesfalls aber eine Dummheit.
		-- Oliver Hassencamp
%
Schweigen, - mit arroganten Unterton - schlägt das schlagendste
Argument.
		-- Oliver Hassencamp
%
Aus Lügen, die wir glauben, werden Wahrheiten, mit denen wir leben.
		-- Oliver Hassencamp
%
Der kleine Unterschied: ER denkt beim lieben, SIE liebt beim Denken.
		-- Oliver Hassencamp
%
Wer behauptet, München sei eine Weltstadt mit Herz, der hat keines.
		-- Oliver Hassencamp
%
Wer sein Haus vom Architekten einrichten läßt, wundere sich nicht,
wenn's nachher aussieht, als wohne er gar nicht drin.
		-- Oliver Hassencamp
%
Versicherungsbetrug ist keine Einbahnstraße. Viel häufiger fühlt sich
der Versicherte betrogen.
		-- Oliver Hassencamp
%
Treffen Einfalt und Gründlichkeit zusammen, entsteht Verwaltung.
		-- Oliver Hassencamp
%
Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht. Würde der Städter
kennen, was er frißt, er würde umgehend Bauer werden.
		-- Oliver Hassencamp
%
Wenn Argumente fehlen, kommt meist ein Verbot heraus.
		-- Oliver Hassencamp
%
Staatsmänner schweben mit beiden Beinen fest über den Tatsachen.
		-- Oliver Hassencamp
%
Erinnerungen sind Wirklichkeit im Sonntagsanzug.
		-- Oliver Hassencamp
%
Erfahrene Opportunisten schwimmen so mit dem Strom, daß sie später
behaupten können, sie wären abgetrieben worden.
		-- Oliver Hassencamp
%
Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten,
sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.
		-- Oliver Hassencamp
%
Das Pedant zur Frau als Sexualobjekt ist der Mann als Bezahlsubjekt.
		-- Oliver Hassencamp
%
Die Jugend kann nicht mehr auf die Erwachsenen hören. Dazu ist ihre
Musik zu laut.
		-- Oliver Hassencamp
%
Wer lügt, hat die Wahrheit immerhin gedacht.
		-- Oliver Hassencamp
%
Eines sollten Sie sich nehmen und lassen, und nicht nehmen lassen:
Zeit.
		-- Oliver Hassencamp
%
Man läßt sich nichts vormachen. Das macht man selber.
		-- Oliver Hassencamp
%
Luxus ist die teuerste Form von Primitivität.
		-- Oliver Hassencamp
%
Du bist heute sehr vorlaut, Kind! rügte der Neunzigjährige die
Siebzigjährige.
		-- Oliver Hassencamp
%
Der Papst ist der einzige Konzern-Vize, der seinen Chef nie zu sehen
bekommt. Nicht einmal bei der Weihnachtsfeier.
		-- Oliver Hassencamp
%
Einem gut verheirateten Menschen ein Geheimnis anvertrauen, heißt,
mindestens zwei Mitwisser haben.
		-- Oliver Hassencamp
%
Nach Feierabend möchte ich gesellschaftlich nicht mehr verändert
werden.
		-- Oliver Hassencamp
%
Es ist anstrengend und kostspielig, mit der Mode mitzuhalten. Hinken
Sie nach - eines Tages sind Sie Avantgarde!
		-- Oliver Hassencamp
%
Bei den wenigsten Gefängnissen sieht man die Gitter.
		-- Oliver Hassenkamp
%
In manchen Familien sind Hunde mit Stammbaum so eine Art Adelersatz.
		-- Oliver Hassencamp
%
Hoffnung, das ist die Illusionskraft der Seele, die in ihrer Illusion
neun Zehntel des Glücks, das sie erwartet, vorweg genießt.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Nur Glaube existiert. Aberglaube ist ein monströser Begriff.
		-- Gerhart Hauptmann
%
Abhängigkeiten? Ja! Durch Liebe, aber nicht durch Furcht.
		-- Gerhart Hauptmann (Aufzeichnungen)
%
Wer tiefer irrt, der wird auch tiefer weise.
		-- Gerhart Hauptmann
%
Gewisse Ehen halten nur in der Weise zusammen wie ineinander
verbissene Tiere.
		-- Gerhart Hauptmann
%
Sobald einer in einer Sache Meister geworden ist, sollte er in einer
neuen Sache Schüler werden.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Die Ringenden sind die Lebendigen.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Kein Narr in der Welt, der nicht Narren macht.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Du kannst einen Elefanten festhalten, wenn er fliehen, aber nicht das
kleinste Haar auf deinem Kopf, wenn es fallen will.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Man darf nicht das Gras wachsen hören, sonst wird man taub.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Die Welt wird weder mit Gold noch durch Gewalttat erlöst,
sondern allein durch Menschenachtung, durch Humanität.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Man spricht von blutiger Ironie; das ist die echte Tragödie.
		-- Gerhard Hauptmann
%
Daß Frauen bisweilen boshafter sein können als Männer, mag daran
lieben, daß die Erbsünde zuerst in sie gefahren ist.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Das Leben ist eine Treppe: Wir wissen nie, ob es mit uns aufwärts oder
abwärts geht.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Die Lüge ist die Tarnkappe eines feigen Menschen.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Gegen das zunehmende Wissen der Menschen wäre nichts einzuwenden, wenn
sie dadurch gescheiter würden.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Versuchungen sind wie eine Stechmückenplage: Während wir eine
erschlagen, sind tausend andere da.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Wer Phrasen drischt, wird Phrasen ernten.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Der Verstand ist wie eine Fahrkarte: Sie hat nur dann einen Sinn, wenn
sie benutzt wird.
		-- Ernst R. Hauschka
%
In den Heiligen vollendet sich die Welt.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Die Ungerechtigkeit der Geschichte besteht darin, daß wir die
gleichen Augen und Ohren haben wie unsere Vorfahren, obwohl wir weit
mehr hören und sehen als sie.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Wer einmal über's Ohr gehauen wurde, der hört beim nächsten Mal
besser.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat,
aber das Denken anderen überläßt?
		-- Ernst R. Hauschka
%
Manche Menschen sind wie gewaltige Berge: je höher, um so eisiger.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die
Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Neid ist die Eifersucht darüber, daß sich Gott auch mit anderen
Menschen außer uns beschäftigt.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Die bescheidenen Menschen wären die berufenen Politiker, wenn sie
nicht so bescheiden wären.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie
ertragen kann.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Wer im Geld schwimmt, hält einen Rettungsring für eine Zumutung.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Manche Kirchenglocke würde verstummen, wenn sie wüßte, wie oft sie
vergebens geläutet hat.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Was man vergißt, hat man im Grunde nicht erlebt.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Der wahre Charakter eines Armen offenbart sich erst dann, wenn er
reich geworden ist.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Der Zuversichtliche ist unverwundbar.
		-- Ernst R. Hauschka
%
An nichts gewöhnt man sich so schnell wie an das langsame Arbeiten.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Wir hoffen immer auf den nächsten Tag, wahrscheinlich erhofft sich der
nächste Tag einiges von uns.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Der Ärger ist als Gewitter, nicht als Dauerregen gedacht; er soll die
Luft reinigen und nicht die Ernte verderben.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Ohne Vorbehalte kann man nur mit jemandem diskutieren, wenn dieser von
der Sache nichts versteht.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Man glaubt gar nicht, wieviel gedruckt wird, ohne daß es jemals
gelesen wird.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Manchmal kann man die Vergangenheit mit den Sinnen festhalten: Die
eine riecht nach wohltuender Erinnerung, die andere stinkt zum Himmel
		-- Ernst R. Hauschka
%
Das Lesen im Bett zeugt von völliger Hingabe an die Kunst: Man
überläßt es dem Dichter, wann man einschläft.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Genau die Kraft, die gefehlt hat, um einen Sieg zu erringen braucht
man, um eine Niederlage zu verkraften.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Manche hübsche Weintraube eines Weisen lebt weiter als Rosine im Kopf
eines Narren.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Schon mancher dumme Verlierer wurde der heimliche Sieger.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Wenn man in seinen Gedanken versinkt, darf man sich nicht mit seichtem
Wasser begnügen.
		-- Ernst R. Hauschka
%
Der Schmerz liegt in der Dauer, die Freude im Augenblick.
		-- Friedrich Hebbel
%
Die Geschichte ist das Bett, das der Strom des Lebens sich selbst
gräbt.
		-- Friedrich Hebbel
%
Die Menschheit läßt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
		-- Friedrich Hebbel
%
Wie oft verwechselt man Einfälle mit Ideen.
		-- Friedrich Hebbel
%
Die Offenbarung Gottes in der Bibel folgt nicht einmal aus
christlichen Begriffen. Wenn er sich offenbaren wollte, so hätte er
vermöge seiner Liebe, die es ihm nicht erlaube, die Menschen irre zu
führen, und vermöge seiner Allmacht, die es ihm möglich machte, ein
Buch liefern zu müssen, welches über alle Mißdeutung erhaben war und
von jedem erfaßt werden konnte.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
%
Liebe und Freundschaft der meisten Menschen ist ein Füllen der eigenen
Leere mit fremden Inhalt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Warum haben die Menschen gegen die Verbindung mit einem Mädchen, das
ein anderer schon bis in die tiefste Seele hinein besaß, so wenig
Abneigung und warum wird diese Abneigung gleich so groß, wenn der
Körper mit ins Spiel gekommen ist?
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Die Bibel kann schon darum nicht von Gott sein, weil er darin gar zu
viel Gutes von sich selbst und gar zu viel Schlimmes von den Menschen
sagt.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
%
Zwei Menschen sind immer zwei Extreme.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Mit einem Menschen, der nur Trümpfe hat, kann man nicht Karten
spielen.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht: Irgendeinem gefällt er.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Der Mensch ist ein Blinder, der vom Sehen träumt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Nicht was der Mensch ist, nur was er tut, ist sein unverlierbares
Eigentum.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes
Nichts.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Wenn man etwas recht gründlich haßt, ohne zu wissen warum, so kann man
überzeugt sein, daß man davon einen Zug in seiner eigenen Natur hat.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Schönheit ist Tiefe der Fläche.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Man hat nur dann ein Herz, wenn man es hat für andere.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus
Schlange.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Sich selbst etwas versprechen und es nicht halten ist der nächste Weg
zur Nullität und Charakterlosigkeit.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Es ist am Ende der Religion das beste, daß sie Ketzer hervorruft.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Wie kommt nur, daß alles, was auf der Welt bedeutend war, in dieser
Sache so denkt wie ich?
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Es gibt Leute, die nur aus dem Grunde in jeder Suppe ein Haar finden,
weil sie, wenn sie davor sitzen, so lange den Kopf schütteln, bis eins
hineinfällt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Wenn du mir die Hände festhälst, sind deine auch so gut wie gehalten.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Bildung ist ein durchaus relativer Begriff. Gebildet ist jeder, der
das hat, was er für seinen Lebenskreis braucht. Was darüber, das ist
vom Übel.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Halte das Glück wie den Vogel: so leise und lose wie möglich! Dünkt er
sich selber nur frei, bleibt er dir gern in der Hand.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Seine Meinung zu ändern, erfordert manchmal mehr Mut, als bei seiner
Ansicht zu verharren.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Glaube, Liebe, Hoffnung:
Glaube! liebe Hoffnung!
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Was gegen die Natur ist, das ist gegen Gott.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu
bleiben.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Das Gewissen ist die Wunde, die nie heilt und an der keiner stirbt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Der Traum ist der beste Beweis dafür, daß wir nicht so fest in unsere
Haut eingeschlossen sind, als es scheint.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz, auf den
die ganze Vergangenheit nur vorbereitete, ansehen und genießen, das
würde Leben heißen!
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Ein Maitag ist ein kategorischer Imperativ der Freude.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent, zur Mitfreude nur
wenigen.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Ist der Tod nur ein Schlaf, wie kann dich das Sterben erschrecken?
Hast du es je noch gespürt, wenn du des Abends entschliefst?
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Alles Leben ist Kampf des Individuellen mit dem Universum.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Niemand spricht eine Wahrheit aus, die er nicht mit einem Irrtum
verzollen müßte.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Die Krankheiten, die das Wachstum der Menschheit kennzeichnen, nennt
man Revolution.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Sehr oft ist das Wiedersehen erst die rechte Trennung.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher 1835)
%
Ein Mann muß scheiden, eh' ins Auge ihm die Tränen treten.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Genoveva)
%
Der Jüngling küßt, wenn er des Mädchens denkt, die eigne Hand, die
sie ihm drückte, als sie von ihm schied. Der Mann braucht etwas mehr.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Gyges und sein Ring)
%
Die Philosophie bemüht sich immer und ewig um das Absolute, und das
ist doch eigentlich die Aufgabe der Poesie.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
%
Allegorie entsteht, wenn der Verstand sich vorlügt, er habe Fantasie.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
%
Das Leben mit seinen verschiedenen Epochen ist eine Schatzkammer. Wir
werden reich in jedem Gewölbe beschenkt; wie reich, das erkennen wir
erst beim Eintritt in das nächste Gewölbe.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
Nicht die jungen Glieder sind's, in denen sich ein Witterungswechsel
meldet. Die alten Knochen spüren ihn zuerst.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Gyges und sein Ring)
%
Jüngling wirst du nicht wieder noch Mann, wenn das Haar sich dir
bleichte, aber sobald du nur willst, wirst du von neuem ein Kind.
		-- Christian Friedrich Hebbel
%
An Fritz von Beughem!

Mein Fritz lebt nun im Vaterland der Schinken,
Im Zauberland, wo Schweinebohnen blühen,
Im dunkeln Ofen Pumpernickel glühen,
Wo Dichtergeist erlahmt, und Verse hinken.

Mein Fritz, gewohnt, aus heilgem Quell zu trinken
Soll nun zur Tränke gehn mit fetten Kühen,
Soll gar der Themis Aktenwagen ziehen, -
Ich fürchte fast er muß im Schlamm versinken.

Mein Fritz, gewohnt auf buntbeblümten Auen
Sein Flügelroß, mit leichter Hand, zu leiten,
Und sich zu schwingen hoch, wo Adler horsten;

Mein Fritz wird nun, will er sein Herz erbauen,
Auf einem dürren Prosagaul durchreuten
Den Knüppelweg von Münster bis nach Dorsten.

		-- Heinrich Heine
%
Herz, mein Herz, sei nicht beklommen und ertrage dein Geschick! Neuer
Frühling gibt zurück, was der Winter dir genommen.
		-- Heinrich Heine
%
Diejenigen fürchten das Pulver am meisten, die es nicht erfunden
haben.
		-- Heinrich Heine
%
Als Hegel auf dem Totenbette lag, sagte er: "Nur einer hat mich
verstanden", aber gleich darauf fügte er verdrießlich hinzu: "Und der
hat mich auch nicht verstanden."
		-- Heinrich Heine
%
Gott hat die Esel geschaffen, damit sie dem Menschen zum Vergleich
dienen können.
		-- Heinrich Heine
%
Laßt mich nicht ein alter Polterer werden, der aus Neid die jüngeren
Geister ankläfft, oder ein matter Jammermensch, der über die gute,
alte Zeit beständig flennt.
		-- Heinrich Heine
%
Die Freiheit ist eine neue Religion, die Religion unserer Zeit.
		-- Heinrich Heine
%
Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat.
		-- Heinrich Heine
%
Die Herrlichkeit der Welt ist immer adäquat der Herrlichkeit dessen,
der sie betrachtet. Der Gute findet hier sein Paradies
		-- Heinrich Heine
%
Alles in der Welt endet durch Zufall und Ermüdung.
		-- Heinrich Heine
%
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren
der Welt können keinen herstellen.
		-- Heinrich Heine
%
Ich bin nicht schlecht, ich bin nicht gut, nicht dumm und nicht
gescheute, und wenn ich gestern vorwärts ging, so geh´ ich rückwärts
heute...
		-- Heinrich Heine
%
Schlechte genießt schon hier die Hölle.
		-- Heinrich Heine
%
... kein Talent doch ein Charakter !
		-- Heinrich Heine
%
Jede Zeit hat ihre Aufgabe, und durch die Lösung derselben rückt die
Menschheit weiter.
		-- Heinrich Heine
%
Jede Zeit ist eine Sphynx, die sich in den Abgrund stürzt, sobald man
ihr Rätsel gelöst hat.
		-- Heinrich Heine
%
Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in
demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen
Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.
		-- Heinrich Heine
%
In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion
geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester
Wegweiser ist; er kennt dann die Wege und Stege besser als ein
Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten
Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.
		-- Heinrich Heine (Aphorismen & Fragmente)
%
Bewunderung selbst dem Feinde abzutrotzen, das ist süß.
		-- Heinrich Heine
%
Es gibt kein angenehmeres Geschäft, als dem Leichenbegräbnis eines
Feindes zu folgen.
		-- Heinrich Heine
%
Nur Narren wollen gefallen; der Starke will seine Gedanken geltend
machen.
		-- Heinrich Heine
%
Weise erdenken neue Gedanken, und Narren verbreiten sie.
		-- Heinrich Heine
%
Es sind in Deutschland die Theologen, die dem lieben Gott ein Ende
machen.
		-- Heinrich Heine
%
Luther erschütterte Deutschland - aber Francis Drake beruhigte es
wieder: Er gab uns die Kartoffel.
		-- Heinrich Heine
%
Die Deutschen sind ein gemeingefährliches Volk: Sie ziehen unerwartet
ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespräch über Philosophie.
		-- Heinrich Heine
%
Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, daß er nicht
einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.
		-- Heinrich Heine
%
Alle kräftigen Menschen lieben das Leben.
		-- Heinrich Heine
%
Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.
		-- Heinrich Heine
%
Wenn es den Kaiser juckt, so müssen sich die Völker kratzen.
		-- Heinrich Heine
%
Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau
sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich
deine Vernunft, so werde katholisch.
		-- Heinrich Heine
%
Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine
Bemerkungen.
		-- Heinrich Heine
%
Es ist eine unerlaubte und unsittliche Handlung, auch nur eine Zeile
von einem Schriftsteller zu veröffentlichen, die er nicht selber für
das große Publikum bestimmt hat.  Dieses gilt ganz besonders von
Briefen, die an Privatpersonen gerichtet sind.  Wer sie drucken läßt
oder verlegt, macht sich einer Felonie schuldig, die Verachtung
verdient.
		-- Heinrich Heine
%
Ich hätte für Frankreich sterben können, aber französische Verse
machen - nimmermehr!
		-- Heinrich Heine
%
Es ist erstaunlich, wie in so einem kleinen Köpfchen eine solche Masse
an Unwissenheit stecken kann.
		-- Heinrich Heine
%
Es gibt nichts stilleres als eine geladene Kanone.
		-- Heinrich Heine
%
Du fragst mich Kind, was Liebe ist? Ein Stern in einem Haufen Mist.
		-- Heinrich Heine
%
In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks.
		-- Heinrich Heine
%
Das endliche Schicksal des Christentums ist davon abhängig, ob wir
dessen noch bedürfen.
		-- Heinrich Heine
%
So ein paar grundgelehrte Zitate sind eine Zier für den Menschen.
		-- Heinrich Heine
%
Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht, daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gnügte uns ein einzges Bein.

Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Auge gnug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
Daß wir schauen und begaffen
Wie er hübsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide;
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollen wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen Hühneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
%
Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun -
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen -
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
%
Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen wüßten,
Und den Wein verschlappern müßten.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär,
Fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
%
Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorzüglich schön
Ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören -
Gäb es nur Tonkunst-Kolik
Und Hämorrhoidal-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär! -
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
%
Die Briten zeigten sich sehr rüde
Und ungeschliffen als Regizide.
Schlaflos hat König Karl verbracht
In Whitehall seine letzte Nacht.
Vor seinem Fenster sang der Spott
Und ward gehämmert an seinem Schafott.
   Viel höflicher nicht die Franzosen waren.
   In einem Fiaker haben diese
   Den Ludwig Capet zum Richtplatz gefahren;
   Sie gaben ihm keine Calèche de Remise,
   Wie nach der alten Etikette
   Der Majestät gebühret hätte.
Noch schlimmer ergings der Marie Antoinette,
Denn sie bekam nur eine Charrette;
Statt Chambellan und Dame d'atour
Ein Sansculotte mit ihr fuhr.
Die Witwe Capet hob höhnisch und schnippe
Die dicke habsburgische Unterlippe.
   Franzosen und Briten sind von Natur
   Ganz ohne Gemüt; Gemüt hat nur
   Der Deutsche, er wird gemütlich bleiben
   Sogar im terroristischen Treiben.
   Der Deutsche wird die Majestät
   Behandeln stets mit Pietät.
   In einer sechsspännigen Hofkarosse,
   Schwarz panaschiert und beflort die Rosse,
   Hoch auf dem Bock mit der Trauerpeitsche
   Der weinende Kutscher - so wird der deutsche
   Monarch einst nach dem Richtplatz kutschiert
   Und untertänigst guillotiniert.
		-- Heinrich Heine
%
Einem Abtrünnigen

O des heilgen Jugendmutes!
O, wie schnell bist du gebändigt!
Und du hast dich, kühlern Blutes,
Mit den lieben Herrn verständigt.

Und du bist zu Kreuz gekrochen,
Zu dem Kreuz, das du verachtest,
Das du noch vor wenig Wochen
In den Staub zu treten dachtest!

O, das tut das viele Lesen
Jener Schlegel, Haller, Burke -
Gestern noch ein Held gewesen,
Ist man heute schon ein Schurke.

		-- Heinrich Heine
%
Der neue Alexander  I

Es ist ein König in Thule, der trinkt
Champagner, es geht ihm nichts drüber;
Und wenn er seinen Champagner trinkt,
Dann gehen die Augen ihm über.
  Die Ritter sitzen um ihn her,
  Die ganze historische Schule;
  Ihm aber wird die Zunge schwer,
  Es lallt der König von Thule:
»Als Alexander, der Griechenheld,
Mit seinem kleinen Haufen,
Erobert hatte die ganze Welt,
Da gab er sich ans Saufen.
  Ihn hatten so durstig gemacht der Krieg
  Und die Schlachten, die er geschlagen;
  Er soff sich zu Tode nach dem Sieg,
  Er konnte nicht viel vertragen.
Ich aber bin ein stärkerer Mann
Und habe mich klüger besonnen:
Wie jener endete, fang ich an,
Ich hab mit dem Trinken begonnen.
  Im Rausche wird der Heldenzug
  Mir später weit besser gelingen;
  Dann werde ich, taumelnd von Krug zu Krug,
  Die ganze Welt bezwingen.«
		-- Heinrich Heine
%
Der neue Alexander  II  (Erster Feldzug)

Da sitzt er und schwatzt, mit lallender Zung,
Der neue Alexander;
Den Plan der Welteroberung,
Den setzt er auseinander:
  »Lothringen und Elsaß, das weiß ich längst,
  Die fallen uns zu von selber;
  Der Stute folgt am End der Hengst,
  Es folgen der Kuh die Kälber.
Mich lockt die Champagne, das beßre Land,
Wo jene Reben sprießen,
Die lieblich erleuchten unsern Verstand
Und uns das Leben versüßen.
  Hier soll sich erproben mein Kriegesmut,
  Hier soll der Feldzug beginnen;
  Es knallen die Pfropfen, das weiße Blut
  Wird aus den Flaschen rinnen.
Hier wird mein junges Heldentum
Bis zu den Sternen moussieren!
Ich aber verfolge meinen Ruhm,
Ich will auf Paris marschieren.
  Dort vor der Barriere mach ich Halt,
  Denn vor den Barriere-Pforten
  Da wird kein Oktroi bezahlt
  Für Wein von allen Sorten.«
		-- Heinrich Heine
%
Der neue Alexander  III

»Mein Lehrer, mein Aristoteles,
Der war zuerst ein Pfäffchen
Von der französischen Kolonie,
Und trug ein weißes Beffchen.
  Er hat nachher als Philosoph
  Vermittelt die Extreme,
  Und leider Gottes hat er mich
  Erzogen nach seinem Systeme.
Ich ward ein Zwitter, ein Mittelding
Das weder Fleisch noch Fisch ist,
Das von den Extremen unsrer Zeit
Ein närrisches Gemisch ist.
  Ich bin nicht schlecht, ich bin nicht gut,
  Nicht dumm und nicht gescheute,
  Und wenn ich gestern vorwärts ging,
  So geh ich rückwärts heute.
Ein aufgeklärter Obskurant,
Und weder Hengst noch Stute!
Ja, ich begeistre mich zugleich
Für Sophokles und die Knute.
  Herr Jesus ist meine Zuversicht,
  Doch auch den Bacchus nehme
  Ich mir zum Tröster, vermittelnd stets
  Die beiden Götterextreme.«
		-- Heinrich Heine
%
Antwort

Es ist der rechte Weg, den du betreten,
Doch in der Zeit magst du dich weidlich irren;
Das sind nicht Düfte von Muskat and Myrrhen,
Die jüngst aus Deutschland mir verletzend wehten.

Wir dürfen nicht Viktoria trompeten,
So lang noch Säbel tragen unsre Sbirren;
Mich ängstet, wenn die Vipern Liebe girren,
Und Wolf und Esel Freiheitslieder flöten

		-- Heinrich Heine
%
Augen, die nicht ferne blicken,
Und auch nicht zur Liebe taugen,
Aber ganz entsetzlich drücken,
Sind des Vetters Hühneraugen.

		-- Heinrich Heine
%
Bamberg und Würzburg

In beider Weichbild fließt der Gnaden Quelle,
Und tausend Wunder täglich dort geschehen.
Umlagert sieht man dort von Kranken stehen
Den Fürsten, der da heilet auf der Stelle.

Er spricht: »Steht auf und geht!« und flink und schnelle
Sieht man die Lahmen selbst von hinnen gehen;
Er spricht: »Schaut auf und sehet!« und es sehen
Sogar die Blindgebornen klar und helle.

Ein Jüngling naht, von Wassersucht getrieben,
Und fleht: »Hilf, Wundertäter, meinem Leibe.«
Und segnend spricht der Fürst: »Geh hin und schreibe!«

In Bamberg und in Würzburg machts Spektakel,
Die Handlung Göbhardts rufet laut: »Mirakel!« -
Neun Dramen hat der Jüngling schon geschrieben.

		-- Heinrich Heine
%
Mittelalterliche Roheit
Weicht dem Aufschwung schöner Künste:
Instrument moderner Bildung
Ist vorzüglich das Klavier.

Auch die Eisenbahnen wirken
Heilsam aufs Familienleben,
Sintemal sie uns erleichtern
Die Entfernung von der Sippschaft.

Wie bedaur ich, daß die Darre
Meines Rückgratmarks mich hindert,
Lange Zeit noch zu verweilen
In dergleichen Fortschrittswelt!

		-- Heinrich Heine
%
Das Bild

Lessing-Da Vinzis Nathan und Galotti,
Schiller-Raffaels Wallenstein und Posa,
Egmont und Faust von Goethe-Buonarotti -
Die nimm zum Muster, Houwald-Spinarosa!

		-- Heinrich Heine
%
Wenn sich die Blutegel vollgesogen,
Man streut auf ihren Rücken bloß
Ein bißchen Salz, und sie fallen ab -
Doch dich, mein Freund, wie werd ich dich los?

Mein Freund, mein Gönner, mein alter Blutsauger,
Wo find ich für dich das rechte Salz?
Du hast mir liebreich ausgesaugt
Den letzten Tropfen Rückgratschmalz.

Auch bin ich seitdem so abgemagert,
Ein ausgebeutet armes Skelett -
Du aber schwollest stattlich empor,
Die Wänglein sind rot, das Bäuchlein ist fett.

O Gott, schick mir einen braven Banditen,
Der mich ermordet mit raschem Stoß -
Nur diesen langweilgen Blutegel nicht,
Der langsam saugt - wie werd ich ihn los?

		-- Heinrich Heine
%
Burleskes Sonett

Wie nähm die Armut bald bei mir ein Ende,
Wüßt ich den Pinsel kunstgerecht zu führen
Und hübsch mit bunten Bildern zu verzieren
Der Kirchen und der Schlösser stolze Wände.

Wie flösse bald mir zu des Goldes Spende,
Wüßt ich auf Flöten, Geigen und Klavieren
So rührend und so fein zu musizieren,
Daß Herrn und Damen klatschten in die Hände.

Doch ach! mir Armen lächelt Mammon nie:
Denn leider, leider! trieb ich dich alleine,
Brotloseste der Künste, Poesie!

Und ach! wenn andre sich mit vollen Humpen
Zum Gotte trinken in Champagnerweine,
Dann muß ich dürsten, oder ich muß - pumpen.

		-- Heinrich Heine
%
Charade

Das Erste, das ist immer,
Und wenn auch die Welt vergeht;
Das Zweite ist man und bleibt man,
Wenn man zu lesen versteht.

		-- Heinrich Heine
%
Duelle
  Zwei Ochsen disputierten sich
  Auf einem Hofe fürchterlich.
  Sie waren beide zornigen Blutes,
  Und in der Hitze des Disputes
  Hat einer von ihnen, zornentbrannt,
  Den andern einen Esel genannt.
  Da »Esel« ein Tusch ist bei den Ochsen,
  So mußten die beiden John Bulle sich boxen.
Auf selbigem Hofe zu selbiger Zeit
Gerieten auch zwei Esel in Streit,
Und heftig stritten die beiden Langohren,
Bis einer so sehr die Geduld verloren,
Daß er ein wildes I-A ausstieß,
Und den andern einen Ochsen hieß.
Ihr wißt, ein Esel fühlt sich tuschiert,
Wenn man ihn »Ochse« tituliert.
Ein Zweikampf, die beiden stießen
Sich mit den Köpfen, mit den Füßen,
Gaben sich manchen Tritt in den Podex,
Wie es gebietet der Ehre Kodex.
  Und die Moral? Ich glaub, es gibt Fälle,
  Wo unvermeidlich sind die Duelle;
  Es muß sich schlagen der Student,
  Den man einen dummen Jungen nennt.
		-- Heinrich Heine
%
In die Kirche ging ich morgens,
um Komödien zu schauen,
abends ins Theater, um mich
an der Predigt zu erbauen.
		-- Heinrich Heine (Reisebilder)
%
Sie sang vom irdischen Jammertal,
von Freuden, die bald zerronnen,
vom Jenseits, wo die Seele schwelgt,
verklärt in ewigen Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslied,
das Eiapopeia vom Himmel,
womit man einlullt, wenn es greint,
das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
ich kenn' auch die Herren Verfasser;
ich weiß, sie tranken heimlich Wein
und predigten öffentlich Wasser.
		-- Heinrich Heine (Deutschland - Ein Wintermärchen)
%
Verfolgung der Andersdenkenden ist überall das Monopol der
Geistlichkeit.
		-- Heinrich Heine
%
Religion und Heuchelei sind Zwillingsschwestern, und beide sehen sich
so ähnlich, daß sie zuweilen nicht voneinander zu unterscheiden sind.
		-- Heinrich Heine
%
Wenn man mit dem dümmsten Engländer über Politik spricht, wo wird er
doch immer etwas Vernünftiges zu sagen wissen. Sobald man aber das
Gespräch auf die Religion lenkt, wird der gescheiteste Engländer
nichts als Dummheiten zu Tage fördern.
		-- Heinrich Heine
%
Wenn ihr doch verrückt sein wollt, so werdet katholisch, und man wird
euch wenigstens nicht einsperren, wie andere Monomanen.
		-- Heinrich Heine
%
Der Brief, den du geschrieben, er macht mich gar nicht bang;
Du willst mich nicht mehr lieben, aber Dein Brief ist lang.
Zwölf Seiten, eng und zierlich! Ein kleines Mauskript!
Man schreibt nicht so ausführlich, wenn man den Abschied gibt.
		-- Heinrich Heine (Neuer Frühling)
%
Alle Menschen, gleich geboren, sind ein adliges Geschlecht.
		-- Heinrich Heine (Buch der Lieder)
%
Der Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man
an sie glaubt.
		-- Heinrich Heine (Reise von München nach Genua)
%
Advokaten, die Bratenwender der Gesetze, die so lange die Gesetze
wenden und anwenden, bis ein Braten für sie abfällt.
		-- Heinrich Heine
%
Dieses ist eine verrückte Welt und der einzige Weg, sie zu genießen ist,
sie als Witz zu betrachten.
		-- Robert Anson Heinlein (The Number of the Beast)
%
Jeder Priester oder Schamane sollte als schuldig gelten, solange nicht das
Gegenteil bewiesen wird.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Höre immer auf den Rat der Experten! Sie sagen dir, was auf keinen Fall geht
und weshalb es nicht geht. Wenn du das weißt, mach dich an die Arbeit!
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Läßt sich etwas nicht in Zahlen ausdrücken, so ist es keine Wissenschaft,
sondern eine Ansicht.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Eine Generation, welche der Geschichte keine Beachtung schenkt, hat keine
Vergangenheit - und keine Zukunft.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Auf keiner Welt und in keiner Epoche zeigt die Geschichte eine Religion
auf, die eine rationale Grundlage besitzt. Die Religion ist eine Krücke
für diejenigen, welche das Unbekannte nicht aus eigener Kraft meistern.
Dennoch haben die meisten Leute eine Religion, wie man Schuppen hat,
vergeuden Zeit und Geld dafür und finden es schön, damit herumzutun.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Cheopsgesetz: Kein Bauwerk wird innerhalb der gesetzten Frist und im
Rahmen des Kostenvoranschlags fertig gestellt.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Von all den merkwürdigen "Verbrechen", welche die Menschheit aus dem
Nichts konstruiert hat, ist "Gotteslästerung" das verrückteste, dicht
gefolgt von "obszönem Betragen" und "Exhibitionismus".
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Den Menschen gelingt es selten (wenn überhaupt), einen Gott ins Leben
zu rufen, der ihnen überlegen ist. Die meisten Götter haben da Benehmen
und die Moral eines verzogenen Kindes.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Appelliere nie an die "bessere Natur" eines Menschen. Vielleicht hat
er keine. Sein Eigennutz bietet einen besseren Ansatzpunkt.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Im gesamten Verlauf der Geschichte ist Armut der Normalzustand der
Menschheit. Vorstöße, die dazu beitragen, diese Norm zu überwinden - hin
und wieder, hie und da-, sind das Werk einer außerordentlich kleinen
Minderheit, häufig verachtet, oft verflucht und fast immer von allen
rechtdenkenden Menschen angefeindet. Wo immer dieser Minderheit Einhalt
geboten wird oder wo sie (wie es gelegentlich geschieht) aus der
Gemeinschaft verstoßen wird, sinkt das Volk in bittere Armut.  Das nennt
man dann "Pech".
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
In einer hoch entwickelten Zivilisation ist "Diener des Volkes"
gleichbedeutend mit "Herr des Volkes".
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Wenn die Bevölkerungsdichte auf einer Welt so zunimmt, daß man Ausweise
benötigt, ist der soziale Zusammenbruch nicht mehr fern. Es wird höchste
Zeit, auszuwandern. Das Beste an der Raumfahrt ist, daß sie
Auswanderungsmöglichkeiten geschaffen hat.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Das Zweitbeste an der Raumfahrt ist, daß sich bei den großen
Entfernungen Kriege als schwierig, unpraktisch und fast immer als
unnötig erweisen. Das mag für viele ein Verlust sein, denn der Krieg ist
der beliebteste Volkssport unserer Rasse, er gibt dem langweiligen,
stumpfen Alltag Zweck und Farbe. Aber es ist eine herrliche Entwicklung
für den intelligenten Menschen, der nur dann kämpft, wenn er keine
andere Wahl hat - niemals jedoch zum Spaß.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Demokratie basiert auf der Annahme, daß eine Million Menschen klüger
sind als ein Mensch. Wie war das gleich? So ganz begreife ich die Logik
nicht.
Autokratie basiert auf der Annahme, daß ein Mensch klüger ist als eine
Million Menschen. Sehen wir uns das noch einmal an. Wer entscheidet?
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Jede Regierung funktioniert, wenn Machtbefugnis und Verantwortung gleich
groß und aufeinander abgestimmt sind. Das garantiert nicht unbedingt
eine "gute" Regierung; es garantiert nur, daß sie funktioniert. Aber
solche Regierungen sind selten - die meisten Leute wollen zwar mitreden,
scheuen jedoch den Vorwurf, wenn etwas schief geht. Früher nannte man
diese Haltung "Beifahrersyndrom".
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Wie steht es mit den Fakten? Wieder und immer wieder - wie steht es mit
den Fakten? Vermeide jedes Wunschdenken, achte nicht auf die göttliche
Erleuchtung, vergiß, was "die Sterne sagen", lass dich nicht von
Meinungen beeinflussen, nimm keine Rücksicht auf die Nachbarn - stelle
dir nur eine Frage: Wie steht es mit den Fakten? Du steuerst immer in
eine unbekannte Zukunft. Fakten sind dein einziger Anhaltspunkt. Trage
sie zusammen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Dummheit kann man weder durch Geld noch durch Erziehung oder Gesetze
abhelfen. Dummheit ist keine Sünde; das Opfer kann nichts dafür, daß es
dumm ist. Aber Dummheit stellt das einzige Kapitalverbrechen des
Universums dar. Das Urteil lautet auf Tod, es gibt keine Berufung, und
die Exekution erfolgt automatisch und ohne Erbarmen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Mut ist die Ergänzung zu Furcht. Jemand, der furchtlos ist, kann nicht
mutig sein. (Nebenbei ist er ein Trottel.)
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Die Wahrheit einer Behauptung hat nichts mit ihrer Glaubwürdigkeit zu
tun. Und umgekehrt.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Bewegliche Teile, die aneinander reiben, müssen geschmiert werden, damit
sie sich nicht abnützen. Wo Menschen aneinander reiben, bedient man sich
der Ehrentitel und höflichen Floskeln als Schmiermittel. Jugendliche,
naive und schlichte Gemüter, aber auch Leute, die nicht viel
herumgekommen sind, betrachten diese Formalitäten als "leer", "sinnlos"
und "entwürdigend" und weigern sich, sie zu benutzen. So "rein" ihre
Beweggründe auch sein mögen, sie werfen durch ihr Verhalten Sand in ein
Getriebe, das ohnehin nur mühsam in Bewegung zu halten ist.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Hüte dich vor Altruismus! Er basiert auf Selbstbetrug, der Wurzel allen
Übels.
Bist du versucht etwas zu tun, das nach "Altruismus" riecht, so
durchleuchte deine Beweggründe und merze den Selbstbetrug aus. Bleibt
dein Entschluß auch danach fest - bitte, nur hinein ins Vergnügen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Die verrückteste Idee, die der Homo sapiens je hervorgebracht hat, ist
die: daß unser Herrgott, der Weltenregierer und Schöpfer des Alls, auf
die kitschige Anbetung seiner Untertanen angewiesen sei, daß er sich
von ihren Gebeten beeinflussen ließe und schmollte, wenn sie ihm nicht
schmeicheln. Und doch finanziert diese absurde Wahnvorstellung, für die
es nicht die Spur eines Beweises gibt, sie älteste, größte und
unproduktivste Industrie der Menschheitsgeschichte.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Frauen sind unweigerlich die Verlierer, wenn sie auf absoluter
"Gleichheit" mit dem Manne bestehen. Was sie sind und was sie vermögen,
macht sie dem Mann überlegen, und die richtige Taktik wäre es, auf Grund
dieser Tatsache so viele Sonderrechte wie möglich zu erpressen. Mit
"Gleichheit" sollten sie sich nicht zufrieden geben. "Gleichheit"
bedeutet für Frauen eine Katastrophe.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Benachteilige deine Kinder nicht, indem du ihnen das Leben zu leicht
machst.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Man sollte nie die ungeheure Macht der menschlichen Dummheit unterschätzen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Falls sich im Laufe einer Familienstreits herausstellt, das du im Recht
bist - entschuldige dich sofort!
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Wer jung bleiben will, muss es immer wieder fertig bringen, mit den
Fehlern von früher zu brechen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Zeigt die Geschichte einen einzigen Fall auf, in dem die Mehrheit recht
hatte?
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Nur ein Sadist - oder ein Idiot - sagt bei gesellschaftlichen Anlässen
die nackte Wahrheit.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Der Unterschied zwischen Wissenschaft und verschwommenen Theorien
besteht darin, dass man die Wissenschaft nur mit Logik bewältigt,
während für die anderen Dinge Gelehrtentum ausreicht.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Der Elementarsinn ist das Tasten. Ein Baby tastet, noch bevor es geboren
wird und lange bevor es die Seh-, Gehör-, und Geschmacksnerven
einzusetzen lernt. Kein Mensch kommt ohne Tastsinn aus. Gib deinen
Kindern wenig Taschengeld - aber umarme sie um so öfter.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Geheimhaltung ist der erste Schritt zur Tyrannei.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Die produktivste Kraft ist der menschliche Egoismus.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Vereinfache deine Arbeits- und Denkprozesse! Das verlängert deins
effektives Leben und gibt dir Zeit, dich über Schmetterlinge, junge
Kätzchen und Regenbogen zu freuen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Sachkenntnis auf einem Gebiet überträgt sich nicht automatisch auf
andere Gebiete. Leider glauben das viele Experten - und je enger
begrenzt ihr Wissen ist, desto fester glauben sie daran.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Wehre dich nicht allzu standhaft gegen eine Versuchung; wer weiß,
wann die nächste kommt ...
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Das unbegründete Wecken eines Schläfers ist erst im Wiederholungsfalle
als Kapitalverbrechen zu werten.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Eine Frau, die einen Mann wieder aufrichten kann, muss nicht schön sein.
Doch über kurz oder lang wird dieser Mann feststellen, dass sie schön
ist - es war ihm nur anfangs entgangen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Ein Stinktier ist eine bessere Gesellschaft, als ein Mensch, der sich
damit brüstet, "offen und ehrlich" zu sein.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Naturgesetze kennen kein Mitleid.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Wenn es etwas ist, das "jeder weiß", dann stimmt es garantiert nicht.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Dinge, die man umsonst bekommt, werden oft über ihren Wert bezahlt.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Pessimist aus taktischen Gründen, Optimist vom Charakter her - man kann
beides sein. Wie? Indem man kein unnötiges Risiko eingeht und die
Gefahren, die sich vermeiden lassen, auf ein Minimum reduziert. So kann
man das Spiel gelassen zu Ende führen, ohne sich um den Ausgang zu
sorgen.
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Verwechsle "Pflicht" nicht mit dem, was die anderen von dir erwarten;
das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Pflicht ist die Erfüllung von
Aufgaben, die du dir selbst gestellt hast. Das kann eine menge von dir
fordern - von jahrelanger geduldiger Arbeit bis zu der Bereitschaft, das
Leben zu opfern. Nicht einfach, gewiss, aber der Lohn ist Selbstachtung.
  Auf der anderen Seite bringt es überhaupt keinen Lohn, das zu tun, was
die anderen von dir erwarten; es ist nicht nur schwer - es ist geradezu
unmöglich. Leichter schüttelst du noch einen Straßenräuber ab als den
Schmarotzer, der deine zeit "nur ein paar Minuten in Anspruch nehmen"
will. Die Zeit stellt dein ganzes Kapital dar, und die Minuten deines
Lebens sind gezählt. Machst du es dir zur Gewohnheit, solchen Bitten
Gehör zu schenken, dann stürzen sich diese Kerle wie Blutegel auf dich.
  Lerne also Nein zu sagen - und bleibe hart!
  Andernfalls hast du nicht genug Zeit, um deine Pflicht zu erfüllen
oder deine eigene Arbeit zu tun; ganz bestimmt hast du nicht genug Zeit
für Liebe und Glück. Die Termiten fressen an deinem Leben und höhlen es
aus.
  (Das heißt nun nicht, dass du einem Freund oder auch einem Fremden
keinen Gefallen erweisen darfst. Aber triff du die Wahl! Tu es nicht,
weil man es von dir "erwartet"!)
		-- Robert Anson Heinlein (Die Leben des Lazarus Long)
%
Du kannst 1000 Menschen schneller schwankend machen, indem du an ihre
Vorurteile appellierst, als Du einen einzigen Menschen durch Logik
überzeugst.
		-- Robert Anson Heinlein (Revolte im Jahr 2100)
%
Aktivität ist nun einmal die Mutter des Erfolgs.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Nur wenige Menschen erheben sich in ihrem Denken über das alltägliche
Denken; noch weniger Menschen wagen, das auszuführen und zu sagen, was
sie denken.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Die Macht des Priesters ist an den Aberglauben und an die
stumpfsinnige Leichtgläubigkeit der Völker gebunden.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Wir lieben die Achtung nicht um der Achtung willen, sondern einzig
und allein nur wegen der Vorteile, die sie uns bringt.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Der Glaube an Vorurteile gilt in der Welt als gesunder
Menschenverstand.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Der Mensch ist als ein vernünftiges Wesen definiert worden; ich
bezeichne ihn als ein leichtgläubiges Wesen. Was kann man ihn nicht
alles glauben machen?
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Und um die Menschen in harter Knechtschaft zu halten, verbietet ihnen
der Priester den Vernunftgebrauch. Der Priester ist ehrgeizig, aber
der Ehrgeiz beim Laien ist ihm verhaßt; denn dieser durchkreuzt seine
Pläne.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Die Religion hat viel Schlechtes und nur wenig Gutes hervorgebracht.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Man nennt nicht einen Menschen verrückt, der glaubt, den lieben Gott
zu essen, sondern denjenigen, der sich für Jesus Christus ausgibt.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Was kümmert die Kirche die Tyrannei mißratener Könige, sofern sie an
deren Macht teilhat!
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Wenn man ihre Heiligenlegenden liest, findet man die Namen von tausend
heiliggesprochenen Verbrechern.
		-- Claude Adrien Helvétius
%
Ein Idealist ist ein Mann, der aus der Tatsache, daß die Rose besser
riecht als der Kohl, darauf schließt, eine Suppe aus Rosen müsse auch
besser schmecken.
		-- Ernest Hemingway
%
Man ist nicht feige, wenn man weiß, was dumm ist.
		-- Ernest Hemingway
%
Das ist der Fluch angeborener Intelligenz: mit vier Jahren Wunderkind,
mit vierzig wunderlich.
		-- Ernest Hemingway
%
Man braucht zwei Jahre, um Sprechen zu lernen, fünfzig, um Schweigen
zu lernen.
		-- Ernest Hemingway
%
Das Merkwürdige an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, daß man
unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird.
		-- Ernest Hemingway
%
Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie
lesen.
		-- Ernest Hemingway
%
Das interessanteste Geschöpf der Zoologie ist der Fisch. Er wächst
noch, wenn er längst verspeist ist. Wenigstens in den Augen des
Anglers...
		-- Ernest Hemingway
%
Die Würde, die in der Bewegung eines Eisberges liegt, beruht darauf,
daß nur ein Achtel von ihm über dem Wasser ist.
		-- Ernest Hemingway
%
Autoren sollten stehend an einem Pult schreiben. Dann würden ihnen
ganz von selbst kurze Sätze einfallen.
		-- Ernest Hemingway
%
Ich habe eine große Zärtlichkeit und Bewunderung für die Erde und
keine Spur davon für meine Generation.
		-- Ernest Hemingway
%
Die Altersweisheit gibt es nicht. Wenn man altert, wird man nicht
weise, sondern nur vorsichtig.
		-- Ernest Hemingway
%
Glück, das ist einfach eine gute Gesundheit und ein schlechtes
Gedächtnis.
		-- Ernest Hemingway
%
Was Talent genannt wird, ist nichts anderes als fortgesetzte harte
Arbeit, die richtig gemacht wird.
		-- Ernest Hemingway
%
Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs
Leben gehen ohne Lärm zu machen.
		-- Ernest Hemingway
%
Das Geheimnis meines Erfolges? Nie entmutigt sein!
		-- Ernest Hemingway
%
Bei Tage ist es kinderleicht, die Dinge nüchtern und unsentimental zu
sehen. Nachts ist das eine ganz andere Geschichte.
		-- Ernest Hemingway
%
Den Namen des Rechtes würde man nicht kennen, wenn es das Unrecht
nicht gäbe.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Vielwisserei lehrt nicht, Vernunft zu haben.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Viel Wissen bedeutet noch nicht Verstand.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Alles fließt und nichts bleibt.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Alles fließt. (Panta rhei.)
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen
macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven,
die andern zu Freien.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Man muß wissen, daß der Krieg etwas Allgemeines ist, daß das Recht
auf dem Streit beruht und daß alles aus dem Streit und aus der
Notwendigkeit entsteht.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Krankheit läßt den Wert der Gesundheit erkennen, das Böse den Wert
des Guten, Hunger die Sättigung, Ermüdung den Wert der Ruhe.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Wer Unverhofftes nicht erhofft, kann es nicht finden.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Die Wachen haben eine gemeinsame Welt, im Schlaf wendet sich jeder
seines eigenen zu.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Das Wesen der Dinge hat die Angewohnheit, sich zu verbergen.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Dem Blöden fährt bei jedem sinnvollen Wort der Schrecken in die
Glieder.
		-- Heraklit von Ephesus (540-480 v. Chr.)
%
Der Aberglaube macht die Gottheit zum Götzen, und der
Götzendiener ist um so gefährlicher, weil er ein Schwärmer ist.
		-- Johann Gottfried Herder (Palmbätter)
%
Hinter Wolken die Sonne zu sehn, gibt trügliche Lichter;
Ohne Wolken sie sehn, blendet und stumpft das Gesicht.
Also schaue du sie hienieden im ruhigen Abglanz;
Taten lehren uns mehr als ein bezauberndern Blick.
		-- Johann Gottfried Herder (Der Abglanz)
%
Jeder Abschied ist betäubend. Man denkt und empfindet weniger, als
man glaubte: die Tätigkeit, in die unsere Seele sich auf ihre eigne weitere
Laufbahn wirft, überwindet die Empfindbarkeit über das, was man verläßt.
		-- Johann Gottfried Herder (Journal meiner Reise im Jahr 1769)
%
Eine schöne Menschenseele zu finden ist Gewinn.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Weißt du, was nie zu ersättigen ist? Das Auge der Habsucht. Alle Güter
der Welt füllen die Höhle nicht aus.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Wer am Gipfel des Baumes Früchte sehen will, der nähre seine Wurzel.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Wir leben immer in einer Welt, die wir uns selbst einbilden.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Hätte, was jeder wünscht, jeder - wer hätte noch was?
		-- Johann Gottfried Herder
%
Unsere Zeit ist ein großer Wecker. Die große eiserne Wanduhr rasselt
und ruft mit gewaltigen Schlägen.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Gott sortiert Gebete sicherlich nicht nach Konfessionen.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Rechnen muß ein Knabe lernen, damit er sein Leben berechne, denn die
gesamte Vernunft, zumal die Führung menschlicher Dinge, heißt
Rechnen.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Die zwei größten Tyrannen der Erde: der Zufall und die Zeit.
		-- Johann Gottfried Herder
%
Auch die Angrenzung der Menschen an die Affen wünschte ich nie so weit
getrieben, daß, indem man eine Leiter der Dinge sucht, man die
wirklichen Sprossen und Zwischenräume verkenne, ohne die keine Leiter
stattfindet.
		-- Johann Gottfried Herder (Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit)
%
Ein Mensch in verschiedenen Lebenszeiten ist sich nicht gleich, denkt
anders, nachdem er anders empfindet.
		-- Johann Gottfried Herder (Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele)
%
Einen verdienten Mann im Alter seinem Schicksal zu überlassen, ist
eine Undankbarkeit, von der auch die Wilden nichts wissen, bei denen
das Alter geehrt ist und der Jugend mit seinem geprüften Rate dienet.
		-- Johann Gottfried Herder (Das eigene Schicksal)
%
Aller höherer Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht
mehr ernst nimmt.
		-- Hermann Hesse
%
Ist es denn ein Unglück, in eine stürmische, brausende Zeit
hineingeboren zu sein? Ist es nicht vielmehr ein Glück?
		-- Hermann Hesse
%
Unglück wird zu Glück, indem man es bejaht.
		-- Hermann Hesse
%
Euer Leben hat genausoviel Sinn, als ihr selbst ihm zu geben vermöget.
		-- Hermann Hesse
%
Das Leben ist kurz, und es wird im Jenseits keiner nach der Zahl der
Bücher gefragt, die er bewältigt hat.  Darum ist es unklug und
schädlich, mit wertloser Lektüre Zeit hinzubringen.
		-- Hermann Hesse (Über das Leben)
%
Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein, ehe es sich in eine neue
Ordnung bringen läßt.
		-- Hermann Hesse
%
Weicher ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker
als Gewalt.
		-- Hermann Hesse
%
Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben,
wenn wir daraus vertrieben wurden.
		-- Hermann Hesse
%
Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr
unheimlich.
		-- Hermann Hesse
%
Damit das Mögliche entsteht, muß immer wieder das Unmögliche versucht
werden.
		-- Hermann Hesse
%
Die Leute, die man sich in ihrer Jugend unmöglich alt denken kann,
gerade die geben die besten Alten.
		-- Hermann Hesse
%
Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt.
		-- Hermann Hesse
%
In der ganzen Welt ist jeder Politiker sehr für Revolution, für
Vernunft und Niederlegung der Waffen - nur beim Feind, nicht bei sich
selbst.
		-- Hermann Hesse
%
Uns ist kein Sein vergönnt. Wir sind nur Strom, wir fließen willig
allen Formen ein: dem Tag, der Nacht, der Höhle und dem Dom, wir gehn
hindurch, uns treibt der Durst nach Sein.
		-- Hermann Hesse
%
Erinnerung heißt die Kunst, einmal Genossenes nicht nur festzuhalten,
sondern es immer reiner auszuformen.
		-- Hermann Hesse
%
Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden
und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
		-- Hermann Hesse
%
Es bleibt zwischen Menschen, sie seinen noch so eng verbunden, immer
ein Abgrund offen, den nur die Liebe, und auch nur mit einem Notsteg,
überbrücken kann.
		-- Hermann Hesse
%
Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.
		-- Hermann Hesse
%
Gegner bedürfen einander oft mehr als Freunde, denn ohne Wind gehen
keine Mühlen.
		-- Hermann Hesse
%
Manche Menschen halten sich für vollkommen, aber nur, weil sie sich
selbst wenig abverlangen.
		-- Hermann Hesse
%
Aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht
mehr ernst nimmt.
		-- Hermann Hesse
%
Einsamkeit ist der Weg, auf dem das Schicksal den Menschen zu sich
selber führen will.
		-- Hermann Hesse
%
Auch im Glücke kann ich auf Erden doch nur ein Gast und niemals Bürger
werden.
		-- Hermann Hesse
%
Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als
Gewalt.
		-- Hermann Hesse
%
Der Kleiner sieht am Größeren das, was er eben zu sehen vermag.
		-- Hermann Hesse
%
Ohne Liebe zu sich selbst ist auch die Nächstenliebe unmögllich. Der
Selbsthaß ist genau desselbe und erzeugt am Ende dieselbe grausige
Isoliertheit und Verzweiflung wie der helle Egoismus.
		-- Hermann Hesse (Der Steppenwolf)
%
Einschlafen dürfen, wenn man müde ist, und eine Last fallen lassen
dürfen, die man sehr lang getragen hat, das ist eine köstliche, eine
wunderbare Sache.
		-- Hermann Hesse
%
Es gibt eigentlich Jung und alt nur unter Dutzendmenschen; alle
begabteren und differenzierteren Menschen sind bald alt, bald jung, so
wie sie bald froh, bald traurig sind.
		-- Hermann Hesse
%
Glaubst Du denn wirklich, Du hättest Deine Torheiten begangen,
um Deinen Sohn davor zu bewahren?
		-- Hermann Hesse (Siddhartha)
%
Wenn die ganz jungen Leute mit der Überlegenheit ihrer Kraft und ihrer
Ahnungslosigkeit hinter uns her lachen und unsern beschwerlichen Gang,
unsre paar weißen Haare und unsre sehnigen Hälse komisch finden, dann
erinnern wir uns daran, wie wir einst, im Besitz der gleichen Kraft
und Ahnungslosigkeit, ebenfalls gelächelt haben, und kommen uns nicht
unterlegen und besiegt vor, sondern freuen uns darüber, daß wir dieser
Lebensstufe entwachsen und ein klein wenig klüger und duldsamer
geworden sind.
		-- Hermann Hesse
%
Computer sind Genieprothesen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Seit die Zukunft begonnen hat, wird die Gegenwart täglich schlechter.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muß auch
mit der Justiz rechnen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Meinungen sind wie Grundstücke: Erstens sind sie zu teuer, und
zweitens kann man nicht immer darauf bauen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Daß Sie Ihren Schnabel an mir wetzen, stört mich in keinster Weise.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Manchmal muß man seine Mitarbeiter vor den Kopf stoßen, damit sie
lernen, ihn zu gebrauchen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Statt zu klagen, daß wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten
wir lieber dankbar sein, daß wir nicht alles bekommen, was wir
verdienen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Geld macht nicht korrupt. Kein Geld schon eher.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Armut ist der beste Schutz vor Besitzverlust.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Zensur ist geheime Empfehlung durch öffentliches Verbot.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Die Politik ist ein Versuch der Politiker, zusammen mit
dem Volk mit den Problemen fertig zu werden, die das Volk
ohne die Politiker niemals gehabt hätte.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Dieses Cheflabor, das man leichtsinnig Hirn nennt...
		-- Dieter Hildebrand
%
Die drei großen Philosophen dieses Jahrhunderts:
Parkinson, Peter und Murphy
		-- Dieter Hildebrand
%
Jetzt fällt mir schon der eine oder andere Name der Aposteln
nicht mehr ein.  Liegt es an der Geschichte oder am Alter?
Ich meine das der Apostel, nicht meines.
		-- Dieter Hildebrand
%
Ich stehe immer vor dem Fernsehapparat,
Weil sich das Hinsetzen oft nicht mehr lohnt.
		-- Dieter Hildebrand
%
[Politiker] Ja, wir bezahlen ja die Leute dafür, daß sie sich
Gedanken machen, sonst könnten wir uns ja selber welche machen.
		-- Dieter Hildebrand
%
Mit zunehmendem Alter verdingsen sich die Erinnerungen.
		-- Dieter Hildebrand
%
Das ist keine Lüge sondern eine sachzwangreduzierte Ehrlichkeit.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Die Menschen muß man vor den Kopf stoßen, damit sie lernen, ihn zu
gebrauchen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Fliegen und Menschen haben eines gemeinsam: Man kann beide mit der
Zeitung erschlagen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Die Wähler setzen Ihre Kreuze wie die Lottospieler.  Oder sehen sie
in diesem Kabinett noch drei Richtige?
		-- Dieter Hildebrandt
%
Kein deutsches Kernkraftwerk ist ohne meinen Protest ans Netz gegangen.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Unter Generalsmützen ist oft ein inoperables Vakuum.
		-- Dieter Hildebrandt
%
Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, daß ihn der Mensch zu
seinem Himmel machen wollte.
		-- Friedrich Hölderlin
%
Das macht uns arm bei allem Reichtum, daß wir nicht allein sein
können, daß die Liebe in uns, solange wir leben, nicht erstirbt.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin (Hyperion)
%
Was mir nicht Alles, und ewig Alles ist, ist mir Nichts.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Vor den Alpen, die in der Entfernung von einigen Stunden hieherum
sind, stehe ich immer noch betroffen, ich habe wirklich einen solchen
Eindruck nie erfahren; sie sind wie eine wunderbare Sage aus der
Heldenjugend unserer Mutter Erde und mahnen an das alte bildende
Chaos, indes sie niedersehn in ihrer Ruhe, und über ihrem Schnee in
hellerem Blau die Sonne und die Sterne bei Tag und Nacht erglänzen.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war
gefaßt noch weniger zu finden.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Eins zu sein mit allem, das ist Leben der Gottheit, das ist der Himmel
des Menschen.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Wir sind nichts; was wir suchen ist alles.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Jede Kunst erfordert ein ganzes Menschenleben.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Die Deutschen sind tatenarm und gedankenvoll.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Ein jeder treibt das Seine - nur muß er es mit ganzer Seele treiben.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Ich fürchte mich nicht vor dem, was zu fürchten ist, ich fürchte mich
nur vor der Furcht.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Ich glaube, daß die Ungeduld, mit der man seinem Ziele zueilt, die
Klippe ist, an der gerade oft die besten Menschen scheitern.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Der Apfel fällt, wenn er nicht krank ist, erst vom Stamm, wenn er reif
ist.
		-- Johann Christian Friedrich Hölderlin
%
Untergangspropheten, die vom Pessimismus leben - und gar nicht
schlecht - empfinden jede Art von Zuversicht zwangsläufig als
Existenzbedrohung.
		-- Bob Hope
%
Wer ein amerikanisches Publikum für sich gewinnen will, auch als
Politiker, muß es vor allem zum Lachen bringen.
		-- Bob Hope
%
Es ist durchaus möglich, zuviel zu besitzen: Mit einer Uhr weiß man,
wie spät es ist - mit zweien ist man nie sicher.
		-- Bob Hope
%
Die Natur ist gnädig: Wer viel verspricht, dem schenkt sie zum
Ausgleich ein schlechtes Gedächtnis.
		-- Bob Hope
%
Mädchen - das sind diejenigen, die rückwärts tanzen.
		-- Bob Hope
%
Einer Frau ihren Herzenswunsch ausreden zu wollen, gleicht dem
Versuch, den Niagara-Fall mit bloßen Händen zu stoppen.
		-- Bob Hope
%
Die drei bekanntesten Generale in Amerika sind immer noch General
Motors, General Electric und General Food.
		-- Bob Hope
%
Carpe Diem - Nutze den Tag!
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Ein Gastgeber ist wie ein Feldherr: Erst wenn etwas schiefgeht, zeigt
sich sein Talent.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Ein Kaufmann macht durch allzu großes Rühmen die Ware, die ihm feil
ist, nur verdächtig.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Wer nur begann, der hat schon halb vollendet.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Wer etwas will, muß auch die Mittel wollen.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Wer nicht von wenigem zu leben versteht, bleibt zeitlebens ein Sklave.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Glücklich ist, wer fern von Geschäften.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Deines Reichtums wird sich ein Erbe bemächtigen.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Wenn wir fehlerfrei wären, würde es uns nicht so viel Vergnügen
bereiten, sie an anderen festzustellen.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Ein Scherz, ein lachendes Wort entscheidet über größte Dinge oft
treffender und besser als Ernst und Schärfe.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Zum zehnten Mal wiederholt, wird es gefallen.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Mische ein bißchen Torheit in dein ernsthaftes Tun und Trachten!
Albernheiten im rechten Moment sind etwas Köstliches.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Meist sind den Reichen Abwechslungen willkommen.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Schuld verschandelt auch Wohlgeborene.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Helden lebten schon vor Agamemnon in großer Zahl.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Mische ein bißchen Torheit in dein ernsthaftes Tun und
Trachten. Albernheiten im rechten Moment sind etwas Köstliches.
		-- Quintus Flaccus Horaz (65-8 v.Chr.)
%
Zu glauben ist schwer.
Nichts zu glauben ist unmöglich.
		-- Victor Marie Hugo
%
Das höchste Glück des Lebens besteht in der Überzeugung, geliebt zu
werden.
		-- Victor Marie Hugo
%
Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu
ertragen.
		-- Victor Marie Hugo
%
Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein.
		-- Victor Marie Hugo
%
Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen.
		-- Victor Marie Hugo
%
Der Geist wird reich durch das, was er empfängt, das Herz durch das,
was es gibt.
		-- Victor Marie Hugo
%
Nichts auf der Welt ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen
ist.
		-- Victor Marie Hugo
%
Nichts, auch nicht alle Armeen der Welt, kann eine Idee aufhalten,
deren Zeit gekommen ist.
		-- Victor Marie Hugo
%
Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das
Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die
Tapferen ist sie die Chance.
		-- Victor Marie Hugo
%
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
		-- Victor Marie Hugo
%
40 Jahre sind das Alter der Jugend, 50 die Jugend des Alters.
		-- Victor Marie Hugo
%
Das Lachen ist die Sonne, die aus dem menschlichen Antlitz den Winter
vertreibt.
		-- Victor Marie Hugo
%
Wenn man gewissen Orakelsprüchen der hinterhältigen Politik glauben darf,
ist vom Standpunkt der Macht aus ein wenig Aufruhr erwünscht, denn der
Aufruhr stärkt die Regierungen, die er nicht stürzt. 
		-- Victor Marie Hugo (Die Elenden)
%
Auch in Frauen bewahrt das Alter vieles, was man in ihrer Jugend
vergeblich suchen würde.
		-- Wilhelm von Humboldt (an eine Freundin)
%
Wirke auf andere durch das, was du bist!
		-- Wilhelm von Humboldt
%
Nur der Wechsel ist wohltätig. Unaufhörliches Tageslicht ermüdet.
		-- Wilhelm von Humboldt
%
Denken und wissen sollten immer gleichen Schritt halten.
Das Wissen bleibt sonst tot und unfruchtbar.
		-- Wilhelm von Humboldt
%
Gewiß ist es fast noch wichtiger, wie der Mensch sein Schicksal
nimmt, als wie sein Schicksal ist.
		-- Wilhelm von Humboldt
%
Ideen sind ja nur das einzig wahrhaft Bleibende im Leben.
		-- Wilhelm von Humboldt
%
Die meisten Leute machen sich selbst bloß durch übertriebene
Forderungen an das Schicksal unzufrieden.
		-- Wilhelm von Humboldt
%
Glücklichsein ist eine Gabe des Schicksals und kommt nicht von außen;
man muß es sich selbst erkämpfen. Das ist aber auch tröstend, denn man
kann es sich erkämpfen.
		-- Wilhelm von Humboldt
%
Es ist schon viel mit der guten Vorbedeutung gewonnen, und der
Aberglaube selbst ist nützlich, wenn er im Vertrauen bestärkt. Denn,
Hauptereignisse und wahre Unglücksfälle abgerechnet, nehmen die Dinge
meistenteils die Farbe der Seele an.
		-- Wilhelm von Humboldt (an eine Freundin)
%
Die Abgeschiedenheit spannt als Vermögen eines weiblichen, an sich
zarten und tiefen Gemüts höher, läutert die Seele und zieht sie ab von
den kleinlichen, zerstreuenden Rücksichten, worein Frauen leichter
verfallen als Männer.
		-- Wilhelm von Humboldt (an eine Freundin)
%
Der Glaube an eine größere und bessere Zukunft ist einer der
mächtigsten Feinde gegenwärtiger Freiheit.
		-- Aldous Huxley
%
Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster
erfunden: die Geschwindigkeit.
		-- Aldous Huxley
%
Es ist durchaus nicht dasselbe, die Wahrheit über sich zu wissen oder
sie von anderen hören zu müssen.
		-- Aldous Huxley
%
Noch nie waren so viele so sehr wenigen ausgeliefert.
		-- Aldous Huxley
%
Was du bist hängt von drei Faktoren ab: Was du geerbt hast, was deine
Umgebung aus dir machte und was du in freier Wahl aus deiner Umgebung
und deinem Erbe gemacht hast.
		-- Aldous Huxley
%
Die Zukunft ist immer ein Abenteuer.
		-- Aldous Huxley
%
Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie.
Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.
		-- Aldous Huxley
%
Die Erforschung der Krankheiten hat so große Fortschritte gemacht, das
es immer schwerer wird, einen Menschen zu finden, der völlig gesund
ist.
		-- Aldous Huxley
%
Für seinen Hund ist jeder Mensch Napoleon. Darum sind Hunde so
beliebt.
		-- Aldous Huxley
%
Wenn Heiligkeit genügen würde, um die Welt zu erlösen, dann wäre die
Welt offenbar schon längst erlöst worden.
('Geblendet in Gaza')
		-- Aldous Huxley
%
Ein Fanatiker ist - in psychologischen Begriffen definiert - ein
Mensch, der bewußt einen geheimen Zweifel überkompensiert.
		-- Aldous Huxley
%
Es gibt Leute, deren Herzen gerade in dem Grad einschrumpfen, als ihre
Geldbörsen sich erweitern.
		-- Aldous Huxley
%
Der moderne Mensch hat ein neues Laster erfunden: Die Schnelligkeit.
		-- Aldous Huxley
%
Möglicherweise ist diese Welt die Hölle eines anderen Planeten.
		-- Aldous Huxley
%
Wer ein Problem definiert, hat es schon halb gelöst.
		-- Aldous Huxley
%
Gott ist eine vom Menschen erdachte Hypothese bei dem Versuch, mit dem
Problem der Existenz fertigzuwerden.
		-- Aldous Huxley
%
Der Mensch hat sich die Götter geschaffen, um Unerklärliches zu
erklären. Das religiöse Rohmaterial besteht aus den Naturerscheinungen
und den Erfahrungen des Menschen, die über die gewöhnlichen
Erklärungen und gewöhnlichen Erfahrungen hinausgingen.
		-- Aldous Huxley
%
Wenn die Religion als ein Element allergrößter Bedeutung für das Leben
der menschlichen Gemeinschaft weiterbestehen soll, dann muß sie den
Gottesgedanken aufgeben oder ihm wenigstens eine so untergeordnete
Stellung zuweisen, wie es mit dem magischen Element der Vergangenheit
geschehen ist...
		-- Aldous Huxley
%
Viele Leute glauben, wenn man die Gottesvorstellung aufgäbe, müsse man
notwendig allen religiösen Glauben und alle Moralbegriffe mit
aufgeben. Das ist einfach nicht wahr.
		-- Aldous Huxley
%
Management ist nichts anderes als die Kunst, andere Menschen zu
motivieren.
		-- Lee Iacocca
%
Business ist nichts anderes als ein Knäul menschlicher Beziehungen.
		-- Lee Iacocca
%
Die Verhandlungen dürfen ferner nicht zu früh von wirtschaftsfremden
Themen sowie von Verbraucherschutz überlagert werden.
		--  IHK Bayern zum Freihandelsabkommen
http://nachgehakt.net/politik/item/89095-schoene-neue-welt-die-schattenseite-des-freihandelsabkommens-clip.html
%
Die Welt zerfällt in die, die das Unglaubliche glauben, und die die
das Unwahrscheinliche tun.
		-- Lord Illingworth
%
Man beginnt als Herr seines Lebensstandards und endet als sein Sklave.
		-- Roger Ikor
%
Laß deine Zunge nicht eine Fahne sein, die im Wind eines jeden
Gerüchtes zu flattern beginnt.
		-- Imhotep (Ägypten, 2686-2613 v. Chr.)
%
Kannst du nicht das Große fassen, sollst drum nicht das Kleine
lassen.
		-- Papageienbuch Indien
%
Ignoranz ist der Boden, auf dem der Glaube an Wunder wächst.
		-- Robert G. Ingersoll
%
Wenn dein Vorgesetzter wütend ist, antworte mit Schweigen! Streitbare
Antworten bringen Stöcke.
		-- Inly (1000 v. Chr.)
%
Wir sind in diesem Land sehr gut darin, den Krieg zu feiern. Wir feiern
nicht den Frieden.
		-- Vincent Intondi
%
Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie
ist Kühnheit und Erfindung.
		-- Eugène Ionesco
%
Eine Idee ist wahr, wenn sie sich noch nicht durchgesetzt hat. Im
Augenblick der allgemeinen Bestätigung wird sie maßlos.
		-- Eugène Ionesco
%
Wir glauben, Erfahrungen zu machen, aber die Erfahrungen machen uns.
		-- Eugène Ionesco
%
Der Alltag ist eine graue Decke, darunter ist die Jungfräulichkeit
der Welt verborgen.
		-- Eugène Ionescu
%
Wer sich an das Absurde gewöhnt hat, findet sich in unserer Zeit gut
zurecht.
		-- Eugène Ionesco
%
Phantasie ist nicht Ausflucht. Sich etwas vorstellen, das heißt eine
Welt bauen, eine Welt erschaffen.
		-- Eugène Ionesco
%
Wer sich weigert, Ecken abzuschleifen, der prägt klare Konturen und
kräftige Formen.
		-- Eugène Ionesco
%
Komik entsteht, wenn man Tragödien anschaut und dabei ein Auge
zukneift.
		-- Eugène Ionesco
%
Eine spitze Zunge ist der einzige Gegenstand, der durch ständigen
Gebrauch nur noch spitzer wird.
		-- Washington Irving
%
Verkalkungen werden oft für Kristallisationen gehalten.
		-- Karol Irzykowski
%
Ohne die Jahrhunderte mit christlichem Katechismus, Predigten und
Schmähungen wären Hitlers Lehren, Propaganda und Schmähungen nicht
möglich gewesen.
		-- Jules Isaac
%
Das ist das Verdammte an den kleinen Verhältnissen, daß sie die Seele
klein machen.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Der Geist der Wahrheit und der Geist der Freiheit - dies sind die
Stützen der Gesellschaft.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Der gefährlichste Feind der Wahrheit ist die kompakte Majorität.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Glück ist vor allem die ruhige, frohe Gewißheit der Unschuld.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Ich kenne wenig Weltverbesserer, die in der Lage sind, einen Nagel
richtig einzuschlagen.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Zu fragen bin ich da, nicht zu antworten!
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, und Sie nehmen
ihm zu gleicher Zeit das Glück.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Es prägt sich eine Tat mehr ein als tausendfacher Rat.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Man sollte nie seine beste Hose anziehen, wenn man hingeht, um für
Freiheit und Wahrheit zu kämpfen.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Alle Entwicklung ist bis jetzt nichts weiter als ein Taumeln von einem
Irrtum in den anderen.
		-- Henrik Ibsen (Pseudonym: Bjarme, Brynjolf)
%
Der stärkste Mann ist der, der allein steht.
		-- Henrik Ibsen (Ein Volksfeind)
%
Es geht nicht darum, den Fortschritt abzuschaffen, sondern gemeinsam
die Richtung zu bestimmen.
		-- Sascha Lobo
%
Am X-Copyright-Header kann man also auch sehen, daß die Techniker und
insbesondere Kristian zum Recht ein pragmatisches Verhältnis haben.
Fehlt nur noch ein pragmatisches Verhältnis der Juristen zur Technik,
und alles wird gut.
		--  Ulf Möller
%
Smileys werden nur von Leuten verwendet die das, was sie meinen,
nicht sagen, und das, was sie sagen, so nicht meinen.
		-- Klaus Schilling
%
Die meisten Menschen pflegen im Kindesalter vom Zeigen auf Gegenstände
(Mausbewegung) und "ga" sagen (Mausklick) abzukommen, zugunsten eines
mächtigeren und langwierig zu erlernenden Tools (Sprache).
		-- Achim Linder in de.comp.os.linux.misc
%
Ich schätze mal, daß man durchaus davon gehört hätte, wenn es
_irgendeine_ Funktionalität geben würde, die in Ruindows in auch nur im
weitesten Sinne als performant zu bezeichnender Art und Weise realisiert
worden wäre...
		-- Kristian Rink in debian-user-de
%
<Joey> Ich habe es damals als Unix-DAU aus der Manpage rausgelesen.
Wenn Du das heute nicht auf die Reihe bekommst, ist das peinlich.
		-- #LinuxGER
%
Martin Schulze schrieb am 30. Mai 1998:
> Oh dear... Well, it's late so just a short note, please take
> a look at http://www.debian.org/ .  Debian is Debian GNU/Linux
> which is the one an only 100% free Linux distribution.  If you
> have further questions don't hesitate to contact me.

Du hast »Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott
und Gott war das Wort« deutlich verständlicher geschrieben
:-)))
		-- Hanno Wagner
%
Wissenschaft ist wie Ostereier suchen.  Man versteckt etwas,
gräbt es später wieder aus und schreit: "Hurra!".
		-- Prof. Möbus
%
Oh man, wenn ich bei Windows so viele Programme installiert hätte,
dann hätte ich schon 100mal rebooten müssen.
		-- RealTimo unter Linux
%
Wer nachts nicht schläft, braucht mittags auch nichts zu essen.
		-- Joey
%
Mit Kirch und Thoma geht's ins Medienkoma!
		-- Jörg Prante <PranteJ@aol.com>
%
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr zu religiösen Themen äußern,
seit ich einmal mit einem Moslem über Emacs diskutiert habe.
		-- Christian Anzenberger, dcolm
%
Die reichsten Männer der Welt sind vermutlich genau deshalb reich,
weil sie es mit dem Glauben an irgend etwas noch nie zu weit
getrieben haben.
		-- Knochen (heise.de Newstickerforum)
%
Du hast Erklärungen...  Soviel Fantasie braucht man wohl für W95...
Um sich vorzustellen es wäre ein BS
		-- Soenke Lange
%
Wenn mir Altavista in Reaktion auf meinen Suchbegriff eine
Senioren-Kontakt-Börse als Bannerwerbung anbietet...
Wie ernsthaft muß ich mir dann Gedanken machen?
		-- #LinuxGER
%
Ich hatte gehofft, daß das durch je höher der Kirchturm desto
bim aufgefangen wird.  *lautdenk*
		-- banshee auf #LinuxGER
%
Ich bemühe mich, Programme zum Abschießen von W95 zu bekommen...
Dabei liefert M$ die für W95 Enduser schon gleich beim BS mit
		-- Soenke Lange
%
Schon wieder Telefon... Ein noier Juser... :-)
Aber der tippt so langsam, da kann ich locker bei ircen ]:-)
		-- Quelle bekannt
%
Manchmal bekomme ich sogar vor mir selber Angst
		-- AnsgarX
%
Wenn ich deinen Hals berühr,
Deinen Mund zu meinem führ'
Oh, wie sehn' ich mich nach Dir,
Heiß geliebte Flasche Bier.
		-- Sascha auf #Artis
%
Ich hoffe Du hast für PGP 6.0 - das ist die Integration von PGP in M$
Windows - schon die c't Seiten freigehalten.  Endlich Klicken statt Denken.
		-- Lutz Donnerhacke
%
Ich würde meinen Kindern lieber Drogen geben als DOS...
		-- Scott McNeely (Sun-Chef)
%
Wenn sie ihre E-Mail verschlüsseln wollen, dann stecken sie die
Nachricht doch einfach in eine PowerPoint-Datei. Die können die
meisten sowieso nicht lesen.
		-- Scott McNealy, Sun.
%
Hört man eigentlich das Meer rauschen, wenn man sich die bash ans Ohr hält?
		-- stesch auf #LinuxGER
%
Sag bloß, du bestellst deine Pizza immer noch per Snailmail?
Ich lasse sie mir immer faxen, da kommt sie garantiert noch heiß an.
		-- Dieter Brügmann in de.talk.bizarre
%
Wenn Du nur klicken willst, dann stell Dich an einen Flipper.
		-- Lutz Donnerhacke
%
<Sascha> Tja, der Mensch lebt nicht vom Netz allein...
		-- #Artis
%
Wer ActiveX unterstützt, handelt grob fahrlässig!
		-- Wau Holland, CCC
%
Eine Firma, deren Schwerpunkte sich alle 3 Monate verlagern fährt
einen Schlingerkurs ... es sei denn sie heißt Apple, dann heißt
das kontinuierliche Restrukturierung.
		-- Herwig Henseler
%
Was ein Sysop ist weiß ein BWL'er doch nicht.
Der weiß ja nicht mal, daß er ein DAU ist :)
		-- JeLuF on #LinuxGER
%
Ansgar behauptet ernsthaft, der Schneider CPC wäre ein besserer Compi als ein C64
  ... absolut lächerlich
Das wäre genauso als wenn er behaupten würde, Win95 wäre ein stabileres OS als Linux.
		-- RealTimo
%
Eine Schneeböhe hat mein /sbin/init.d/network start erfaßt und das ist umgefallen ;)
		-- Banzai auf #LinuxGER
%
Legt euch doch alle auf die Datenautobahn und laßt euch überfahren.
		-- Volker 'Yegg' Paulsen, 1995
%
UNIX ist wie SEX: Wenn du es nicht kennst vermisst du es nicht.
                  Wenn du es kennst willst du es immer wieder.
		-- Unknown source
%
Die Realität ist eine Illusion, die durch Mangel an Alkohol hervorgerufen
wird.  Durch Alkohol wird die Illusion der Realität zerstört und die
wahre Realität offenbart sich einem.
		-- Drogos on #Artis
%
<NICK_1> nick_2: Heißt das also daß mein 486er schneller ist als ein
         Pentium 75?  Pentium: 35.xx  486er: 49.xx bogomips!!
<NICK_2> nick_1: Nein, es heißt nur, daß dein 486er schneller warten
         kann als der Pentium.
		-- Seen on #LinuxGER
%
Warum ich für NeXT und nicht für Windows programmiere?
Ich könnte ja auch Banken überfallen und in Schulen Drogen
verkaufen, aber man muß sich ein gewisses Maß an Würde bewahren.
		-- Unbekannte .signature
%
Mittlerweise besteht das Internet zu 90% aus Homepage-Inhabern, die
andere Homepage-Inhaber besuchen, um beruhigt festzustellen, daß die
anderen auch keine Ahnung haben.
		-- Lindemann, se0088@aixrs1.hrz.uni-essen.de in de.comm.internet.software
%
Der Bildschirm ist das Präservativ der Realität.
		-- Werner Schneyder
%
»Plonk« ist das Geräusch, das eine Mailadresse macht, wenn sie im
Killfile landet. Üblicherweise das Zeichen dafür, daß man keine Zeit
mehr mit Postings von der betroffenen Person verschwenden will.
		-- Peter Brülls
%
Ich bin dagegen, Computer zu vermenschlichen.
Sie mögen es nicht!
		-- Helge Baumann
%
Schreiben Sie langsam, ich bin AOL-User
		-- cbbln@aol.com
%
Es gibt für keinen Menschen einen Grund, zu Hause einen Computer zu
haben.
		-- Ken Olson, President of DEC, World Future Society Convention, 1977
%
Wer nach allen Seiten offen ist kann nicht ganz dicht sein.
		-- stesch on #LinuxGER
%
NT IST SCHROTT!  Ich habe nie was anderes gesagt...
Ich meine... Is ja ganz nett, wenn die hohen Lizenzgebühren nicht wären...
Ich meine, da zahlt man 1000ende Mark für nen Betriebsystem, das buggy ist,
für das Du keine Source und keinen Support bekommst, und das weniger kann
als ein Umsonstbetriebsystem...
		-- lolo on #LinuxGER
%
Man darf perl m.E. nicht als Erstsprache lernen.  Man _kann_ sich mit Perl
klares Denkvermögen für den Rest des Lebens versauen, man muß es aber nicht.
		-- Gefunden in de.comp.lang.perl
%
"Router" auf PC-MSDOS-Basis sind bestenfalls Geröll...
		-- Gert Doering
%
Meiner Meinung nach sind die Netscape-Programmierer auch alle betrunken.
		-- Patrick Feldhusen
%
IRC ist ein Dienst, der von den IRCADMINS in ihrer Freizeit verwaltet wird.
IRC ist kein RECHT, es ist ein PRIVILEG! Und aus diesem Grund sind IRCADMINS
auch nicht dazu verpflichtet ihr Handeln mit irgendwem abzusprechen.
		-- Bytewurm
%
Der Trick besteht ganz einfach darin, kein Windows zu laden. Es ist
immer wieder erstaunlich, wie viel Leistung dann auf einmal da ist
und wie wenig RAM man noch braucht.
		-- Tilman Schmidt in de.comm.internet.routing
%
Diese [..] machen das Unix-95-Branding so sinnvoll wie eine
Nichtdurchrostungsgarantie für Formel-1-Rennwagen.
		-- Juergen Seeger im Editorial zur iX 12/96
%
Die Leute sprechen ja auch in einem Atemzug von "DOS" und "Betriebssystem".
Hier wäre "Spielestarter" sicher passender, die meisten würden es aber
nur als Gag empfinden.
		-- Hubert Mantel
%
Auch wenn es für das Netz kein Mindestalter gibt, so
brauchen wir uns nicht in Kindergartensprache zu unterhalten,
wo funzende Proggies Messies ins Brett stellen.
		-- Heiko Schlichting
%
Wenn Sie können, schieben sie diese Aufgabe (IT-Sicherheitschef) an
einen Kollegen ab. Wenn nicht, arbeiten Sie professionell.
		-- Robert Niedermeier (Rechtsanwalt)
%
Mittlerweile sehe ich das so, daß "Sysop" per Definition
inkompetent bedeutet.  Wer sich so bezeichnet, ist ein Idiot.
Punkt.
		-- Christian 'naddy' Weisgerber
%
Die Faszination des Internet macht schließlich aus, daß es sich um
eine Vision in der Tradition klassischer Utopien handelt.  Hier
tummelt sich ein großer Teil derer, die auf der Suche nach anderen,
besseren Werten sind.  Es sind diejenigen, welchen im Kampf um
Parkplätze, Fernreisen und die längste Praline der Welt noch nicht
völlig abgestumpft sind und die ihr Unbehagen an der Kultur des
Postkapitalismus noch immer spüren.
		-- c't 9/95, "Das Netz, der Müll und der Tod"
%
Wer meint, LINUX sei umsonst, der irrt.  LINUX kostet (nur etwas)
Mühe. (Ergänzung: Andere Systeme kosten Geld und viel Mühe.)
		-- Thomas Corell
%
TeXse [...chs...] die; -, -n (ugs. abwertend für: TeX-Schreiberin)
		-- Eberhard Mattes
%
Ich bin müde, also bin ich.
		-- Andreas Porr
%
Es wird Zeit, auch bei Rechnern das Zwei-Schichten-System einzuführen.
Eine Schicht DOS, eine Schicht Erde, ...
		-- Jens-Goerke
%
Laß Dich mit Hirn füttern, bevor man Dich mit X11 füttert.
		-- Heiko Schlichting
%
<F> Hat hier schon jemand Erfahrungen gemacht mit dem Provider contrib.net?
<A> Ja, man nennt ihn neuerdings timeout.net
		-- Oliver Raupach
%
Bernd Eckenfels: gut geklaut :)
Lutz Donnerhacke: Natürlich, auf gute Gedanken komme ich eh' nicht von allein.
%
Es wird hier viele Leser geben die den englischen Namen
einer Newsgruppe zwar _übersetzen_ aber nicht _interpretieren_
können.  Da liegt der Haken.
		-- Martin Spott
%
Um Rekursion zu verstehen, muß man entweder einen kennen,
der sie versteht, oder sie schon verstanden haben.
		-- M. Freericks
%
> Betriebssystem ...  : MS-DOS
Falsche Angabe.  Hier dürfen nur Betriebsysteme eingetragen werden.
		-- Nora E. Etukudo
%
Durchsetzen wird sich das, was am meisten Machtinteressen hinter sich
vereint.
		-- AK Datenbürgersteige, KIF 23,0
%
Es braucht dann allerdings Tage, bis jemand sehr lange Ohren bekommt.
		-- Lutz Donnerhacke zu Spamcancels
%
Merke: Das Wort ALLE gibts im Internet nur einmal:
ALLE Hosts verwenden die TCP/IP-Protokolle.
		-- Wulf Alex
%
Wenn ich mir so die Qualität mancher Gateways anschaue, wundert es mich nicht,
daß die Programmierer sich nicht trauen, den Source rauszurücken.  Wo sollten
sie den auch posten?  In de.talk.jokes?
		-- Heiko Schlichting, de.admin.news.misc
%
Hacker beim Surfen auf Datenautobahn schwer verunglückt.
		-- Helge Oldachs Überschriftenvorschlag für Boulevardpresse
%
<K> Versionen 1 und 2 von ZConnect sind niemals an die Öffentlichkeit gelangt
<A> Man haette diese Vertriebspolitik beibehalten sollen...
		-- Kristian Köhntopp und Axel Zinser in de.admin.news.misc
%
Nachklausuren sind ja so etwas enttäuschendes ...
wenn der Spreu versucht, sich als Weizen zu tarnen.
		-- Herwig Henseler, Uni Oldenburg
%
TELEKOM und CHAOS stehen immer in einer SEHR engen Beziehung.
		-- Thomas Meier
%
Mit Gateways wächst zusammen, was nicht zusammen gehört.
		-- Heiko Schlichting
%
Der Auslieferungszustand manches kommerziellen Un*xes ist unsicherer
als ein Linux-System ohne root Passwort...
		-- Bernd Eckenfels
%
Ein Auto mit KAT pustet weniger Schadstoffe in die Umwelt als eins
ohne KAT. Aber deshalb verpestet es trotzdem weiterhin die Umwelt.
Und deshalb sollte man sich weiterhin genau überlegen, wann man
das Auto benutzt und wann man es lieber mal stehen läßt.

Das gleiche gilt für Crosspostings...
		-- Andreas M. Kirchwitz
%
Du sollstest nach einem InterNet Anschluß suchen, was Du momentan
hast ist ein Anschluß bei Germany.Net und das ist vergleichbar mit einem
Telefon ohne Wählscheibe und Klingel...
Klar daß Dir ein Telefonbuch nichts nützt.
		-- Lutz Donnerhacke
%
Ihr seid alle durchgeknallt.
		-- Olaf Titz zu Mail Wars zwischen P. Mandrella und R. Babel
%
Nur ein isoliertes ZConnect-System ist ein gutes ZConnect-System.
		-- Christian 'naddy' Weisgerber
%
Wenn mich einer "Sysop" nennt, schmeiß ich ihn gleich wieder zur Tür
raus. Ich laß mich doch nicht von jedem dahergelaufenen DAU beleidigen.

PS: Die korrekte Anrede ist latürnich "Herr Datenrat". :-)
		-- Ulli 'Framstag' Horlacher
%
Hattest du mal länger nichts zu tun oder woher weißt du das alles???
		-- Thomas Heyligers über Joey
%
Wenn eine Gruppe "sex" im Namen hat, dann ist sie schon
von Vornherein als Sex-Gruppe abgestempelt.
		-- Florian Koelln (koelln@cs.tu-berlin.de)
%
"Wie schreibt man SunOS?" "SunOS. Wie man es spricht. Mit großem SOS."
		-- gewidmet Roland Kaltefleiter
%
Internet? Das ist doch dieses WWW-Netz?
		-- IBM Technischer Support, November 1994
%
Nicht derjenige, der Datenschutz fordert, attakiert das Netz, sondern
derjenige, der ihn aus Jux und Dollerei (aus Neugier, Spieltrieb, ...)
verletzt.
		-- Werner Icking (icking@sunick.gmd.de)
%
Jaja. Die Heisenbergsche Unschärferelation soll nur die Rechenfehler
der Simulationshardware verdecken.
		-- lutz@iks-jena.de (Lutz Donnerhacke) über simulierte Realitüt
%
Russische Satelliten-Flotte reif fürs Museum
		-- Heise Newsticker
%
> Zur Strafe, weil Du nicht rechnen kannst, mußt Du zwei Wochen lang
> ein "Rechenzentrum" mit 25 NT Servern administrieren.
Heißt das nicht Rebootzentrum? :)
		-- Roger Schwentker u. Philipp Buehler in d.a.s.r
%
Ein Programm sollte nicht nur Hand und Fuß, sondern auch Herz und Hirn haben.
		-- Michael Anton
%
Wenn man sich näher mit Linux beschäftigt, wird man nie versuchen,
WinNT das Attribut "stabil" aufzudrücken!
		-- b_rad.fire@wolfsburg.de
%
Windows ist der One-Night-Stand unter den Betriebssystemen. Man fühlt
sich so billig, wenn man es benutzt hat.
		-- Illiad in uf
%
MS-Benutzer zu verhohnepiepeln ist eigentlich so
unweidmännisch wie tote Schafe zu treten. Trotzdem sehr
angenehm wollig-warm im Tritt.
		-- Andreas Kabel in de.admin.net-abuse.misc
%
Wenn Schwachsinn Beine hätte, würde er weglaufen.
		-- Andreas Kalbitz <felix-hh@t-online.de> in Pingos-Mailingliste
%
Mit doppelseitig bestrichenen Sandwiches baut man das
Perpetuum Mobile nach Murphy.
		-- Kristian Koehntopp in dasr
%
Außerdem noch [..] die Distribution für Puristen, denen technische
Eleganz und Qualität und philosophisch reine Lehre der `freien Software'
über totale Einfachheit geht (Debian) und viele mehr.
		-- Anselm Lingnau in de.comp.os.unix.discussion
%
Geben Microsoft-Compiler denn Warnungen aus, wenn deklarierter Typ und
Typ-anhand-des-Variablennamens nicht übereinstimmen?
		-- Anselm Lignau in de.comp.os.unix.programming
%
Als Newbie möchte ich wissen ob man unter Linux Vieren befürchten muß?
Rein statisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, unter Linux von einer
Vier erwischt zu werden, nicht größer, als eine Null verpaßt zu bekommen.
		-- Christoph Lorentz in dcoulm
%
Was ist das, ein Winword-Dokument? Stell' Dir vor, es gibt tatsächlich
noch Leute, deren Anwendersoftware oder sogar Betriebssystem nicht von
der kleinen unbedeutenden Klitsche aus Redmond stammen.
		-- Ulf Neumann in d.r.t.k
%
NT ist auch ein UNIX - es ist ja schließlich in C geschrieben.
		-- Compaq Techsupport Hotline
%
Administrator kann sich heute anscheinend jeder nennen, der NT ohne
Mami installieren kann.
		-- Sebastian Seitz in de.comp.os.ms-windows.nt
%
Das ist aber was Xiges. Und ich bin doch was consoliges ... :(
		-- Sven Paulus in de.alt.sysadmin.recovery
%
Assembler ist eine Methode, Programme, die zu langsam laufen,
so umzuschreiben, daß sie überhaupt nicht mehr laufen.
		-- Programmiererweisheit
%
Wenn ich einem Schwein eine RedHat-CD um den Hals binde und es trete
kann man sagen, daß KDE & Co. auch ohne Ram schnell laufen.
		-- Robin S. Socha in de.comp.os.unix.linux.newusers--
%
Wir alle wissen, daß Linux großartig ist.  Es benötigt für unendliche
Schleifen lediglich 5 Sekunden.
		-- Linus Torvalds
%
Portablilität ist für Leute, die keine neuen Programm schreiben können.
		-- Linus Torvalds
%
Wahre Männer machen kein Backup.
Sie legen ihre Quellen auf öffentliche FTP-Server und lassen die Welt kopieren.
		-- Linus Torvalds
%
Die Möglichkeit, sich öffentlich über andere lustig zu machen ist die
Hälfte des Spaßes an der Programmierung Freier Software.  Der wirkliche
Grund, das Programmieren in geschlossenen Umgebungen zu meiden ist, daß
du Leute nicht öffentlich beschämen kannst.
		-- Linus Torvalds
%
Leider wurde in der Mail nicht das ganze Ausmaß der potentiellen Bedrohung
skizziert: Man denke nur an Folgendes: Kind spielt mit Konqui und hat eine
Hautkontaktallergie für Plüsch. Daraufhin gibt es eine Hautrötung, das Kind
fängt an zu krakeelen und brüllt seine Mitkindergartenkinder an. Diese bekommen
einen Stresszustandschock und werden plötzlich automatisch völlig Anti-Linux
eingesetllt. Die terrorisieren daraufhin ihre Eltern so lange, endlich
Kartoffelknülch auch auf Windows zu portieren, daß alle sich von Freier Software
abwenden. Dieses alles vor Augen plant eine komibinerte KDE- und GNOME-Taskforce,
dieses zu verhindern und mit einem Anschlag von vernussten Schokoriegeln
Allergieschocks auszulösen. Die erbosten Eltern erkennen rechtzeitig dieses
perfide Vorgehen und rüsten eine Gegen-Miliz aus. Es kommt zu Straßenkämpfen und
Autoblockaden in der Karlsruher Innenstadt. Das Dorint wird komplett verwüstet
und verklagt uns auf 2 Mrd. US$ Schadensersatz. Daraufhin verklagt SCO/Caldera
das Dorint auf 4 Mrd. US$ Schadensersatz, wegen Patentverletzung auf Klagen über
2 Mrd. US$.  Die deutsch-amerikanischen Beziehungen werden noch nachhaltiger
gestört. Die Bundesregierung, die Karlsruher IHK, die LUG Kiel und Amnesty
International intervenieren und fordern als Konsequenz Freie Software komplett zu
verbieten, OpenBSD erklärt den Endsieg über alle freien Unices und TCPA wird als
Schulfach in der dritten Klasse eingeführt. DRM wird als Folge verpflichtend als
Chip in den Hypothalamus implantiert und unumgehbar implementiert. Derweil hat
sich das Core-Team längst am denkmalgeschützten Schornstein der Gartenhalle
hochgehangelt, wo bereits der Rescue-Heli (oder -Hubi) wartet.
Glücklicherweise hat bis heute Kambodia kein Auslieferungsabkommen mit
anderen Staaten für politisch verfolgte Software-Flüchtlinge und wir genießen
mit Cuba-Libres am Strand unseren Lebensabend. Mit Wave-LAN und DSL.

Ich finde, wir sollten den Kindergarten machen.
		-- Nils Magnus (Diskussion über Kinderecke auf LT)
%
Du hast eine API. Ob Du diese API mit Assembler, C, C++ oder in
Keilschrift ansprichst ist eigentlich egal.
		-- Christian Palmes (in einer Assemblernewsgroup zum Thema VC++ und
  DirectX/OpenGL-API)
%
Die drei Feinde des Programmierers? Sonnenlicht, Frischluft und das
unerträgliche Gebrüll der Vögel.
		-- Spruch in einer Newsgroup.
%
[GEMA-freie Musik:] Hört sich an wie Hardcore-Esoterik-Gesynthesize
aus dem Bachblüten-Shop.
		-- Thomas Schreyegg
%
Jeden Tag werden wir mit Anrufern konfrontiert, die einfach die
Dokumentation nicht gelesen haben und deswegen unseren User Help Desk
in Anspruch nehmen. Deshalb hat sich hier der Spruch "Wer lesen kann,
ist klar im Vorteil!" eingebürgert.

Da wir viele ausländische Kollegen haben und Englisch Umgangssprache
ist, habe ich das mal vom Babelfish übersetzen lassen. Aus dem Spruch
"Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!" wurde
"Who can read is clear in the advantage",
logisch, daß wir seither die englische Übersetzung verwenden..."
%
Es ist weder nötig, noch sinnvoll, vor Satzzeichen ein Leerzeichen
einzufügen (plenken). Tut man es dennoch , wie in diesem Beispiel
, könnte das so aussehen .
		-- Hajo Pflüger in d.n.q.
%
"Frag mal, auf was für uptimes man kommt, wenn man Software-Entwicklung
 unter NT macht..."
"Das können bis zu dreißig Minuten werden - in der  Mittagspause."
		-- Andreas Bogk, Kai Fett, de.alt.sysadmin.recovery
%
Der SM-BOFH empfiehlt wild geschwungenes AUI-Kabel mit aufgesteckten
Transceivern, während man auf seinem RAID-Rack, gezogen von 12 Winword-Usern,
durch die Gänge brettert. (Dazu Wagner_Walkuerenritt.mp3)
		-- Daniel Moehwald in d.c.o.l.m.
%
Geh doch z.B. mal zu Vobis und frag nach einem Token Ring. Die schicken
Dich wahrscheinlich ins nächste Sportgeschäft.
%
Linux: die Schweizer Offizierskettensäge
%
> Naja, kann aber nicht das Heilmittel sein. Ich hab IE5 mit OE5
Klingt richtig gut! Wann kommt aeeeh5 und wann ueeeh5?
		-- Helmut Hullen
%
Sie: "Sie werden primär mit NT arbeiten, ..."
Ich: "... wenn ich ab und an mal fluchen darf..."
Sie: "Ach - das geht sowieso unter."
%
> Spiele ich halt wieder Frisbee mit der NT CD.  [Ulrich Eckhardt]
Funktioniert nicht. Stürzt immer ab.           [Hans Pueschel]
%
Was ist der Name für einen Tag, an dem jeder Computer in Deiner Nähe
nur Scheiße baut?
Ein Wochentag.
  de.alt.sysadmin.recovery
%
Ein Computer, dessen System schlauer sein will als der Benutzer, ist
wie ein Hammer, der nur Nägel mit exakt 5 cm Länge in die Wand schlägt.
		-- A. Schwenke
%
Microsoft Gesundheit 2000 konfiguriert Ihr Immunsystem.  Dies kann
einige Zeit dauern. Wenn Ihr Körper für längere Zeit nicht reagiert,
sterben Sie bitte: Die Installation wird dann nach Ihrer Auferstehung
fortgesetzt.
		-- A. Skau in asr
%
Werden bei "NT Server" die Turnschuhe eigentlich mitgeliefert?
		-- Jens Dittmar in de.comp.os.unix.discussion
%
Eine root shell ist wie eine ungesicherte Pump gun:  Einmal husten und
Du hast Schuhgröße 82.
		-- Jens Benecke
%
Aber, der Aufwand, Linux zu installieren und vim zu lernen ist *IMMER*
geringer, als Outlook das Schreiben von vernünftigen Mails beizubringen. ;)
		-- Jens Benecke
%
Heute kann man ja noch nicht einmal mehr eine AOL-CD aus dem Fenster
werfen, ohne jemanden zu erschlagen, der gerade einen SUSE Karton nach
Hause schleppt.
		-- dasr
%
Witz des Tages: Habe Suse 6.x installiert, beim booten bricht linux
mit der Fehlermeldung "login" ab. Was mache ich falsch?
%
> Ich seh da nur Kästchen und Hyrogliephen (oder wie die Dinger heißen)
Es sind Dortoglyphen, denn sie sind ja nicht hier. Sonst wären es
Hieroglyphen.
		-- Falk Dübbert <falk.duebbert@gmx.de> in de.rec.fotografie
%
> Dann hast du keine japanischen Fonts installiert. Aber Bilder sagen
> mehr als 1000 Worte.
DAS habe ich gesehen. Ich hab jap. Fonts einfach aus
Kompabilitätsgründen mit meinem Gehirn nicht installiert.
		-- Andreas Gugau <postmaster@andreas-gugau.de> in de.rec.fotografie
%
>>Habt Ihr noch alle Tassen im Schrank?
>Die vi-Referenztassen?
Nun, das Emacs - Referenzfaß war jedenfalls nicht gemeint ...
		-- Hans Bonfigt und Christoph Moench-Tegeder, de.org.ccc
%
Zitat aus einer Microsoft-Veröffentlichung zu Linux im Handel:
   'Geringe Sicherheit
     "Open Source" heißt, jeder Anwender erhält eine Kopie des Quellcodes.
     Dabei stoßen Entwickler, die mit Linux arbeiten, häufig auf
     Sicherheitslücken. Auf Microsoft Windows trifft dies nicht zu.'

So formuliert würde der Satz stimmen:
'"Open Source" heißt, jeder Anwender erhält eine Kopie des Quellcodes.
 Auf Microsoft Windows trifft dies nicht zu.'

Man muß nur dieses komische, zusammenhanglose Ding in der Mitte streichen.

		-- Patrick von der Hagen (in debian-user-de@jfl.de)
%
... Schade. Einer, der den grossen Durchblickstrudel überstanden
hatte, und gerade andgefangen hatte, über das Gesehene zu plaudern...
		-- Boris Harss (als Kommentar zu Douglas Adams Tod in de.rec.fotografie)
%
Quick C ist nicht Quick, SMTP ist nicht Simple, LDAP ist nicht
Lightweight, SQL ist nicht Structured, Windows 2000 Professional ist
nicht Professional.  Seht ihr?  Ist doch ganz einfach.
		-- Felix von Leitner in de.comp.security.misc
%
Zum Thema "SuSE ein Element von Linux" meinte Felix von Leitner:
"SuSE verscheuert eine Bastardisierung eines zusammenkopierten
Softwarehaufens, wo zufällig auch der Linux Kernel drin vorkommt."
Message-ID: <slrn96m73q.8p6.fefe@baileys.convergence.de>
%
Wenn der Kernel keinen Treiber für das ATAPI-CDROM hat,
wie soll er dann dafür eine SCSI-Emulation machen?
Merke: erst denken, dann posten.
		-- Felix von Leitner
%
Wieso erdreistest Du Dich dann eigentlich,
hier Bandbreite zu verschwenden?
		-- Felix von Leitner
%
RAID 5 ist ein Fachbegriff der Informatik und beschreibt den
Beweis, das Verteilung einer parallelen Anwendung nicht zwangsläufig
zu Performance- oder Ausfallsicherheitsgewinnen führt.
		-- Felix von Leitner
%
IPv6 wird zum Protokoll-Unterbau des Internet.
		-- Felix von Leitner
%
Man könnte doch heute keinen NT Rechner mehr aus dem Fenster schmeißen,
ohne auf dem Gehweg jemanden zu treffen, der gerade ein SuSE Linux Paket
unter dem Arm schleppt?
		-- Detlef Bosau in de.comp.os.unix.networking
%
>| X-Mailer: Mozilla 4.73 [en] (Win98; I)
Wie sollst Du auch verstehen können?
		-- Stefan Scholl in dasr
%
Sie können Ihr Geld natürlich auch zum Windows hinauswerfen!
%
"Wie haben andere Linux Benutzer ihr `erstes Mal' mit Linux erlebt??"
"Wir haben danach gemeinsam eine Gitanes geraucht und nochmal über
alles geredet."
		-- P.Vollmann und Stefanie Teufel in dcolm
%
Kein Wort gegen Outlook Express, das ist ein klasse Newsreader!
Problematisch wird es erst, wenn man ihn als Newsposter einsetzen
will. ;-)
		-- Weber in dcoud
%
LaTeX erfordert ein Mindestmaß an Intelligenz vom Benutzer - Word
nur starke Muskeln in dem Finger, mit dem der Reset-Knopf bedient wird.
		-- Robin S. Socha in de.comp.text.tex
%
Warum muß ich bei "Verwaltung von Problemlösungen für eine
EDV-Abteilung" an einen Waffenschrank denken?
		-- Robin S. Socha in de.comp.os.unix.linux.misc
%
Das neue Windows 95 kann einfach alles, dank 32 Bit. Wenn ich 32 Bit
getrunken habe, glaube ich auch immer, daß ich alles kann."
		-- Thomas Koschwitz, Moderator
%
Man tut was man kann. Kann man aber wirklich immer das was man tut?
		-- WoKo in dag
%
Die einen sagen, was sie wissen,
die anderen wissen, was sie sagen.
		-- Michael Uhlemann
%
Mir fällt nichts ein, womit ich spielen kann,
deshalb mache ich immer so produktive Sachen
		-- Michael Uhlemann
%
Woran erkennt man LaTeX-Benutzer?
Sie haben gebrochene Finger.
		-- Michael Uhlemann
%
Draußen ist Krieg
		-- Michael Uhlemann, Silvester 2000
%
Vertraue keinem Kostenplan, von dem Du keinen Quellcode
(detaillierte Aufstellung) bekommst.
		-- Michael Uhlemann
%
Eindeutig ist nicht steigerbar.
		-- Michael Uhlemann
%
Computer können nicht denken.
Nur Menschen denken, daß Computer denken.
		-- Michael Uhlemann
%
Nicht von Nebensächlichkeiten aus der Ruhe bringen lassen.
Bei genauerer Betrachtung ist alles nebensächlich.
		-- Oliver Zendel
%
Das sage ich nun wirklich nie!
Das ist wohl eher Joeys Satz.
		-- Oliver Zendel
%
Twitter
Mikko tweets from'11:
  Was ist der Unterschied zwischen USA und USB?
Alfie John:
  Das eine verbindet sich zu all Deinen Geräten und greift auf Deine Daten zu,
  das andere ist ein Hardware Standard.
%
Die Erfahrung hat gelehrt, daß Kriege sich nicht mehr begrenzen lassen;
alle modernen Kriege werden am Ende zu Weltkriegen. Und keine der
großen Nationen zumindest kann sich beraushalten. Wenn wir uns aber
nicht aus dem Krieg heraushalten können, bleibt uns nur die Hoffnung
ihn zu verhüten.
		-- Robert H.Jackson
%
Echte Natur ist niemals, Affektation hingegen überall lächerlich.
		-- Friedrich Heinrich Jacobi (Auserlesener Briefwechsel)
%
Der Charakter des Menschen sitzt nicht im Verstande, sondern im
Herzen.
		-- Friedrich Heinrich Jacobi
%
Eine gute Kritik mit einem falschen Resultat ist immer besser als eine
schlechte Kritik mit einem richtigen Resultat.
		-- Siegfried Jacobsohn
%
Das Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden zu leben, besteht in der
Kunst, jeden seiner Individualität nach zu verstehen.
		-- Friedrich Ludwig Jahn
%
Der Mann soll kein Schustück der Frau, Sie kein Spielzeug für Ihn
werden.
		-- Friedrich Ludwig Jahn
%
Gott duldet keinen Widerspruch, denn Priester und Gläubige fühlen sich
seinetwegen berufen. Und wessen sie fähig sind, die Kundschaft davon
hat nicht einmal die Geschichte unterdrücken können. Sie sind zu allem
fähig.
		-- Hans Henny Jahnn
%
Wir leben in einem Lande, in dem einer zum Verbrecher wird, wenn er
JENEN lästert, den niemand kennt.
		-- Hans Henny Jahnn
%
Man wird nicht schlecht, wenn man aufhört an Gott zu glauben; man wird
nicht einmal natürlicher - allenfalls wird an behutsamer im Urteilen -
und duldsamer gegen lästige Wahrheiten.
		-- Hans Henny Jahnn
%
Ein Ding ist dann wichtig, wenn irgend jemand denkt, daß es wichtig
ist.
		-- William James
%
Wir müssen heute nach den Wahrheiten leben, die uns zur Verfügung
stehen, dabei aber immer bereit sein, sie morgen Irrtümer zu nennen.
		-- William James
%
Genie ist oft nur die Fähigkeit, auf ungewöhnliche Art zu schauen.
		-- William James
%
Man muß viele kleine Glücksfeuer anzünden, das macht diese verfluchte
Welt ein wenig heller.
		-- Janosch (alias Horst Eckert)
%
Grundsätzliches Einverständnis ist die höflichste Form der Ablehnung.
		-- Hans Jaray
%
Man kann den 20-bändigen Brockhaus auf eine Rolle Tesafilm schreiben.
Das wird dann wohl Tesa-Rom heißen.
		-- Günter Jauch am 10.2.99 in Stern TV
%
Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können.
		-- Jean Jaurès
%
Man darf nie soviel Arbeit haben, daß man keine Zeit mehr zum
Nachdenken hat.
		-- William M. Jeffers
%
Man muß jedem Hindernis Geduld, Beharrlichkeit und eine sanfte Stimme
entgegenstellen.
		-- Thomas Jefferson
%
Betrachte alles von der guten Seite.
		-- Thomas Jefferson
%
Mit dem, was du selbst tun kannst, bemühe nie andere.
		-- Thomas Jefferson
%
Es würde nie einen Ungläubigen gegeben heben, hätte es nie einen
Prister gegeben.
		-- Thomas Jefferson
%
Banken sind gefährlicher als stehende Armeen
		-- Thomas Jefferson
%
Wenn ich nur eine Partei in den Himmel kommen könnte, würde ich dort
gar nicht hingehen.
		-- Thomas Jefferson
%
Zusammen mit der Moral eines Volkes geht auch sein Schaffensdrang
verloren.
		-- Thomas Jefferson
%
Schlechte Kandidaten werden gewählt von guten Bürgern, die nicht zur
Wahl gehen.
		-- Thomas Jefferson
%
Der Direktor kennt seine Arbeiter nicht einzeln,
aber er kennt ihren Gesamtwert.
		-- Elfriede Jelinek
%
Die entscheidenen Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom
geschwommen.
		-- Walter Jens
%
Wer so gut spricht, kann nichts Wahres sagen.
		-- Walter Jens
%
Erfolg ist die Kunst, Fehler zu machen, die kein anderer bemerkt.
		-- Martin Jente
%
Solange noch Leben und Atem in dir sind, mach dich von niemand
abhängig! Übergib keinem dein Vermögen, sonst mußt du ihn wieder darum
bitten.
		-- Jesus (Sirach)
%
Bedenke das Ende.
		-- Jesus (Sirach)
%
Jedes Lebewesen liebt seinesgleichen, jeder Mensch den, der ihm
ähnlich ist.
		-- Jesus (Sirach)
%
Ich habe begriffen, wie männlich, patriacharlich Theolgie und
Glaubensvernichtung bisher ausgerichtet waren.
		-- Maria Jepsen
%
Takt ist, wenn man's genau betrachtet, eine Art von Hellseherei.
		-- S. O. Jewett
%
Sabine, ich sag's ungeschminkt,
Ich will Dich nicht,
Dein Versmaß hinkt.
		-- Jess Jochimsen
%
Die Kraft der Seele wächst und festigt sich in dem Maße, als man die
Beschwerden mit Geduld erträgt.
		-- Hl. Johannes vom Kreuz
%
Alln Gutes tun, aber einem jede die eigene Verantwortung lassen.
		-- Johannes XXIII.
%
Wenn man zu weit in die Zukunft schaut, läuft man Gefahr, den Mut zu
verlieren.
		-- Johannes XXIII.
%
Wer Almosen gibt, gewöhnt sich daran, Geld und Gut nicht mehr zu
bewundern.
		-- Johannes I. Chrysostomos
%
Das erste, was im Krieg auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit.
		-- Hiram Warren Johnson
%
Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.
		-- Samuel Johnson
%
Soll den Menschen beigebracht werden, die Wahrheit zu sagen, so müssen
sie auch lernen, sie zu hören.
		-- Samuel Johnson
%
Vorsicht ist die Einstellung, die das Leben sicher macht, aber selten
glücklich.
		-- Samuel Johnson
%
Es erweist sich, daß das was Weltkenntnis genannt wird, die Menschen
eher schlauer als gut macht.
		-- Samuel Johnson
%
Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellungen mit der
Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken, wie die Dinge sein
könnten, sie so zu sehen, wie sie sind.
		-- Samuel Johnson
%
Alle Macht der Fantasie über die Vernunft ist eine Art Wahnsinn.
		-- Samuel Johnson
%
Die Ehe ist das teuerste Verfahren, seine Wäsche umsonst gewaschen zu
bekommen.
		-- Franklin Jones
%
Freiheit bedeutet lediglich, daß du nichts mehr zu verlieren hast.
		-- Janis Joplin
%
Man muß viel Geschmack haben, um dem seines Zeitalters zu entgehen.
		-- Simon-Theodore Jouffroy
%
Es kommt der Tag, da man einen einzigen Mangel bemerkt, und zwar nicht
den Gegenstand eines Begehrens, sondern das Begehren selbst.
		-- Marcel Jouhandeau
%
Wer gewisse Beglückungen genossen hat, lernt dann noch ein anderes
Glückgeühl kennen; nichts mehr vom Leben zu erwarten, obwohl man
weiterlebt.
		-- Marcel Jouhandeau
%
Eine Gesellschaft von Schafen muß mit der Zeit eine Regierung von
Wölfen hervorbringen.
		-- Bertrand de Jouvenel
%
Die Politik "Auge um Auge - Zahn um Zahn" kann letztlich nur zu einer
Gesellschaft von Blinden und Zahnlosen führen.
		-- Ernst Jünger
%
Ähnlichkeit ist nichts anderes als Wiederkehr.
		-- Ernst Jünger
%
Ein Allgemeines, das sich nicht vereinzelt, hat kein Leben in uns.
		-- Friedrich Georg Jünger
%
Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.
		-- Friedrich Georg Jünger
%
Wer an einen Glauben glaubt, der läßt andere für sich glauben.
		-- Friedrich Georg Jünger
%
Alles, was Spaß macht, hält jung.
		-- Curd Jürgens
%
Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.
		-- Udo Jürgens
%
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß selbst Raubtiere dem Menschen
nicht so feindlich gesinnt sind wie die Christen gegeneinander.
		-- Julian (römischer Kaiser, 331-363)
%
Moses sagt: 'Gott ist eifersüchtig'; und anderswo: 'Unser Gott ist ein
verzehrendes Feuer.' So seht ihr also etwas Göttliches darin, wenn
Gott als neidisch bezeichnet wird, während ein eifersüchtiger und
mißgünstiger Mensch euch tadelnswert erscheint?
		-- Julian (römischer Kaiser, 331-363)
%
Ihr seid so elend, daß ihr nicht einmal dem treu bleibt, was die
Apostel euch überliefert haben ... Weder Paulus noch Matthäus noch
Lukas noch Markus haben Jesus Gott zu nennen gewagt. Vielmehr hat
zuerst der wackere Johannes sich erdreistet, diese Bezeichnung zu
gebrauchen, da er bemerkte, daß bereits eine große Menge in vielen
hellenischen und italienischen Städten von dieser Krankheit ergriffen
sei. --- Dieses eine Übel geht auf Johannes zurück. Wer aber könnte
gebührend seinen Abscheu äußern über die vielen, die ihr noch erfunden
habt?
		-- Julian (römischer Kaiser, 331-363)
%
Ist es nicht im höchsten Grade widersinnig, wenn Gott dem Menschen,
den er selbst geschaffen hat, die Kenntnis des Unterschiedes von gut
und böse vorenthält? ... Ein solcher Mensch wird offenbar einmal das
Übel nicht meiden, und andererseits auch nicht dem Guten nachstreben.
Was aber die Hauptsache ist: Gott hat nicht gewollt, daß der Mensch an
vernünftiger Einsicht teilhabe, und dabei gibt es nichts, was für den
Menschen größeren Wert hätte ... Wenn es so steht, muß man Gott als
mißgünstig bezeichnen.
		-- Julian (römischer Kaiser, 331-363)
%
Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.
		-- Carl Gustav Jung
%
Fanatismus findet sich nur bei solchen, die einen inneren Zweifel zu
übertonen versuchen.
		-- Carl Gustav Jung
%
Es ist leichter, zum Mars vorzudringen, als zu sich selbst.
		-- Carl Gustav Jung
%
Das sogenannte "verkannte Genie" ist eine zweifelhafte Erscheinung.
Meist entpuppt es sich als Untauglichkeit.
		-- Carl Gustav Jung
%
Die Zukunft hat schon begonnen.
		-- Robert Jungk (eig. Robert Baum)
%
Adel liegt einzig und allein in der Tugend.
		-- Decimus Iunius Juvenal (Satiren)
%
Um verlorenes Hab und Gut werden die echtesten Tränen geweint.
		-- Decimus Iunius Juvenal
%
Kein Bösewicht kann glücklich sein.
		-- Decimus Iunius Juvenal
%
Ohne das Pathos eines Absoluten kann der Mensch nicht existieren.
		-- Karl Jaspers
%
Daß wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.
Aber so verdeckt war es doch wesentlich interessanter.
		-- Karl Jaspers
%
Der gesunde Menschenverstand ist blind sowohl für das äußerst Böse
wie für das höchst Gute.
		-- Karl Jaspers
%
Die Demokratie setzt die Vernunft des Volkes voraus, die sie erst
hervorbringen soll.
		-- Karl Jaspers
%
Was nicht in die Masse dringt, ist unwirksam.
		-- Karl Jaspers
%
Die Hoffnungslosigkeit ist schon die vorweggenommene Niederlage.
		-- Karl Jaspers
%
Gleichgültigkeit ist die mildeste Form der Intoleranz.
		-- Karl Jaspers
%
Der menschliche Verstand ist in der Praxis nicht verläßlich, am
wenigsten in größter Not.
		-- Karl Jaspers
%
Die Voraussetzung für einen freien Staat ist ein Maximun an
Öffentlichkeit.
		-- Karl Jaspers
%
Der Krieg ist in wachsenden Umfang kein Kampf mehr, sondern ein
Ausrotten durch Technik.
		-- Karl Jaspers
%
Die ungehemmte Vermehrung, als natürlicher Anspruch überall bejaht,
von Kirchen und Staaten gar gefordert, ist als solche schon ein
potentieller Eroberungsakt. Geburtenbeschränkung dagegen wird einst
ein unumgänglicher Friedensakt sein.
		-- Karl Jaspers
%
Religion ist die einzige Philosophie, die das Durchschnittshirn
verstehen und annehmen kann.
		-- Joseph Joubert
%
Ein einziger schöner Klang ist schöner als langes Gerede.
		-- Joseph Joubert
%
Revolutionen sind Zeiten, in denen der Arme seiner Rechtschaffenheit,
der Reiche seines Reichtums und der Unschuldige seines Lebens nicht
sicher ist.
		-- Joseph Joubert
%
Lehren heißt zweimal lernen.
		-- Joseph Joubert
%
Der Abend des Lebens bringt seine Lampe mit.
		-- Joseph Joubert
%
Zeichnen ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.
		-- Joseph Joubert
%
Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn.
		-- Joseph Joubert
%
Die das Laster liebenswürdig machen, schätze ich doch höher als die,
welche die Tugend erniedrigen.
		-- Joseph Joubert
%
Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die
Wahrheit.
		-- Joseph Joubert
%
Um in der Welt Erfolg zu haben, braucht man Tugenden, die beliebt, und
Fehler, die gefürchtet machen.
		-- Joseph Joubert
%
Man soll der Opposition stets einen Knochen zum Nagen lassen.
		-- Joseph Joubert
%
Das beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten
Gedanken.
		-- Joseph Joubert
%
Du kannst Dein Leben weder verlängern noch verbreitern, nur
vertiefen.
		-- Joseph Joubert
%
Es gibt auf Abenteuer ausgehende Geister, die ihre Ideen nur vom
Zufall erwarten und empfangen.
		-- Joseph Joubert (Gedanken, Versuche und Maximen)
%
Der Aberglaube ist die einzige Religion, deren niedere Seelen
fähig sind.
		-- Joseph Joubert (Gedanken, Versuche und Maximen)
%
Abwesenheit muß man durch Erinnerung ergänzen. Das Gedächtnis ist
der Spiegel, in dem wir die abwesenden erblicken.
		-- Joseph Joubert (Gedanken, Versuche und Maximen)
%
Alles altert, selbst die Achtung, wenn man sich nicht in Acht nimmt.
		-- Joseph Joubert (Gedanken, Versuche und Maximen)
%
Wir achten auch wider Willen die, welche wir geachtet sehen.
		-- Joseph Joubert (Gedanken, Versuche und Maximen)
%
Wir verlieren immer die Liebe derjenigen, die unsere Achtung
verlieren.
		-- Joseph Joubert (Gedanken, Versuche und Maximen)
%
Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.
		-- Heidi Kabel
%
Flirtende Ehemänner am Strand sind keine Gefahr, denn sie schaffen es
nicht lange, den Bauch einzuziehen.
		-- Heidi Kabel
%
Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn gelegentlich auch eine
total unfähige Frau in eine verantwortliche Position aufrücken kann.
		-- Heidi Kabel
%
Er trat aus der Kirche aus und wurde Christ.
		-- Hugo Ernst Käufer
%
Wenn eine Frau ihr Herz ausschüttet, fragt Sie nicht lange, wohin.
		-- Helmut Käutner
%
Die Notwendigkeit, Christentum und Theologie gleichwohl aufs neue zu
kritisieren, ergibt sich aus der simplen Tatsache, daß sie
fortbestehen. Der Strahl der Vernunft muß erneut gegen die heutigen
Repräsentanten der Religion gerichtet werden, die vom universalen
Trend zum Vergessen profitieren.
		-- Joachim Kahl (Das Elend des Christentums)
%
Wer sich über das Christentum nicht empört, kennt es nicht.
		-- Joachim Kahl
%
Das Christentum ist heute ein Leichnam, der nur noch dank der
künstlichen Sauerstoffzufuhr seitens interessierter Politiker,
Theologen und Kirchenfunktionäre den Anschein von Lebendigkeit zu
erwecken vermag.
		-- Joachim Kahl
%
Das Neue Testament ist ein Manifest der Unmenschlichkeit, ein
großangelegter Massenbetrug; es verdummt die Menschen, statt sie über
ihre objektiven Interessen aufzuklären.
		-- Joachim Kahl
%
Das Neue Testament ist das Produkt neurotischer Spießer. Die
menschliche Sexualität gilt nicht als Quelle von Lust, sondern als
Quelle von Angst, nicht als Medium der Liebe, sondern als Medium der
Sünde. Alles Naturhafte und Körperliche wird - teils offen, teils
versteckt - geächtet.
		-- Joachim Kahl
%
Der Standpunkt, Glockengeläute sei eine heilige Sache, ist sicher
überholt. Schließlich darf heute auch nicht jeder Atheist aus Freude
an der Nichtexistenz Gottes drei Böllerschüsse abgeben.
		-- Joachim Kahl
%
Die Gebührenreform der Telekom ist gar nicht so schlecht, wie sie
denken. Sie ist noch viel schlechter.
		-- Oliver Kalkofe
%
Der Zuschauer ist nur eine begrenzte Zeit verarschbar.
		-- Oliver Kalkofe
%
Und falls Sie sich fragen, wie wohl die ersten Versuche des Homo
Sapiens aussahen, halbwegs aufrecht zu gehen, dann schauen Sie
einfach mal Dieter Bohlen beim Gitarrespielen an.
		-- Oliver Kalkofe
%
Zu den Leistungen amerikanischen Erfindungsgeistes zählen Colt und
Elektrischer Stuhl, die Deutschen aber haben den Leitz-Ordner und
die Einverständniserklärung erfunden.
		-- Wladimir Kaminer
%
Wer die Form zerstört, beschädigt auch den Inhalt.
		-- Herbert von Karajan
%
Wer alle seine Ziele erreicht, hat sie zu niedrig gewählt.
		-- Herbert von Karajan
%
Viele verlieren die Selbstachtung früher als ihre Gesundheit.
		-- Vytautas Karalius
%
Ein Pessimist findet zu jeder Lösung das passende Problem
		-- Siegfried Kartmann
%
Intelligenz läßt sich nicht am Weg, sondern nur am Ergebnis
feststellen.
		-- Gary Kasparov
%
Mit Fanatikern zu diskutieren heißt mit einer gegnerischen Mannschaft
Tauziehen spielen, die ihr Seilende um einen dicken Baum geschlungen hat.
		-- Hans Kasper
%
Lautsprecher verstärken die Stimme, aber nicht die Argumente.
		-- Hans Kasper
%
Mit der Wahrheit kann man allenfalls leger umgehen - lügen muß man
ganz genau.
		-- Hans Kasper
%
Alle Menschen sind Brüder - aber das waren schließlich auch Kain und
Abel.
		-- Hans Kasper
%
Auch der schönste Schneemann ist im Frühling eine Pfütze.
		-- Hans Kasper
%
Bildung im zwanzigsten Jahrhundert erfordert vor allem und zunächst
die instinktsichere Abwehr überzähliger Informationen.
		-- Hans Kasper
%
Die Klugheit des Fuchses wird oft überschätzt, weil man ihm auch noch
die Dummheit der Hühner als Verdienst anrechnet.
		-- Hans Kasper
%
Die Zukunft kann man am besten voraussagen, indem man sie selbst
gestaltet.
		-- Alan Kay
%
Man kann mit sechzig immer noch so jung sein wie mit fünfzig, aber nur
noch zwei Stunden täglich.
		-- Danny Kaye
%
Sicherheit erreicht man nicht, indem man Zäune errichtet, sondern
indem man Tore öffnet.
		-- Urho Kaleva Kekkonen
%
Leiden, Irrtum und Widerstandskraft halten das Leben lebendig.
		-- Gottfried Keller
%
Einsamkeit, verbunden mit einem klaren, heiteren Bewußtsein ist, ich
behaupte es, die einzig wahre Schule für einen Geist von edlen
Anlagen.
		-- Gottfried Keller
%
Ich habe mich durch eigene Erfahrung daran gewöhnt, alle Misere dieses
Lebens als unbedeutend und vorübergehend zu betrachten und fest an die
Zukunft zu glauben.
		-- Gottfried Keller
%
Es ist gesünder, nichts zu hoffen und das Mögliche zu schaffen, als zu
schwärmen und nichts zu tun.
		-- Gottfried Keller
%
Wenn schlechte Leute zanken, riecht's übel um sie her; doch wenn sie
sich versöhnen, so stinkt es noch viel mehr.
		-- Gottfried Keller
%
Alles Große und Edle ist einfacher Art.
		-- Gottfried Keller
%
Mein Herr, Ihr Stil ist flüssig, Ihr Buch aber überflüssig.
		-- Gottfried Keller
%
Auf dieser Welt lebt keiner vergebens, der die Bürde eines anderen
leichter zu machen sucht.
		-- Helen Keller
%
Jeder sollte etwas Freundliches tun in einer unfreundlichen Zeit.
		-- Helen Keller
%
Freude wird jedes Mal dein Abendbrot sein,
wenn du den Tag nützlich zugebracht hast.
		-- Thomas von Kempen
%
Es ist leichter, ganz zu schweigen, als sich im Reden mäßigen.
		-- Thomas von Kempen
%
Die Entscheidung der Regierung Clinton, die Nato bis zu den Grenzen
Russlands zu erweitern, ist der verhängnisvollste Fehler der
amerikanischen Politik in der Ära nach dem Kalten Krieg. Diese
Entscheidung muss erwarten lassen, dass die nationalistischen,
antiwestlichen und militaristischen Tendenzen in der Meinung Russlands
entzündet werden, dass sie einen schädlichen Einfluss auf die
Entwicklung der Demokratie in Russland haben, dass sie die Atmosphäre
des Kalten Krieges in die Beziehungen zwischen Osten und Westen
wiederherstellen und die russische Außenpolitik in Richtungen zwingen,
die uns entschieden missfallen werden.
		-- George Kennan (1997, New York Times)
%
Heilig ist zwar Laktanz, der die Kugelgestalt der Erde leugnete;
heilig Augustinus, der die Kugelgestalt zugab, aber die Antipoden
leugnete; heilig das Offizium unserer Tage, das die Kleinheit der Erde
zugibt, aber ihre Bewegung leugnet. Aber heiliger ist mir die
Wahrheit.
		-- Johannes Kepler
%
Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
		-- Johannes Kepler
%
Die Mathematik allein befriedigt den Geist durch ihre
außerordentliche Gewißheit.
		-- Johannes Kepler
%
Trotzdem kamen wir auf anderen Ebenen des Wahnsinns gut miteinander klar.
		-- Jack Kerouac
%
Jedermann will einen Freund haben, aber niemand gibt sich die Mühe
auch einer zu sein.
		-- Alfred Kerr
%
Neunmal Pech mag Neunmal Pech sein, aber Zehnmal Pech ist Schuld.
		-- Alfred Kerr
%
Von allen Despotien der Weltgeschichte zeitigt die Despotie des
Alltags die verheerendsten Folgen.
		-- Martin Kessel (Im Zeichen der Politik)
%
Die einen erkennt man an ihren Taten, die anderen an ihrem Getue.
		-- Martin Kessel
%
Was ein richtiger Professor schon als Privatdozent lernt: Das Korsett
seines Rückgrats den Bedingungen der Karriere anzupassen.
		-- Martin Kessel
%
Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, daß man Recht haben und
ein Idiot sein kann.
		-- Martin Kessel
%
Hoffnungen, Pläne und Illusionen sind Verjüngungselemente des Lebens.
Es sind Morgenröten, deren Glanz immer wieder bezaubert.
		-- Martin Kessel
%
Der Witz der Theologie besteht darin, daß sie ein höheres Wesen
erfand, um sich selbst ins Leben zu rufen.
		-- Martin Kessel
%
Der Krieg hat einen sehr langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei
ist, holt er sich seine Opfer.
		-- Martin Kessel
%
Es steht mancher vor seinem Glück und ist unfähig es zu begreifen.
		-- Martin Kessel
%
Der Mensch soll nicht seinen Braten mit den Tränen seines nächsten
salzen und nicht sein Süppchen mit dem Fett seines Nachbarn kochen.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Zensur - Zutreffendes bitte streichen.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Die Wahrheit muß billig sein, wenn man sie verkaufen will.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Die Fortschritte der Medizin sind ungeheuer - man ist sich seines
Todes nicht mehr sicher.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Niemand ist ein ärgerer Feind des Christentums als das Christentum.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Mir sind alle Religionen genehm, soweit sie ein humanisierender
Versuch sind, unser Denken und die Grenzen unseres Denkens in ein
System zu bringen.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Die Götter der Menschheit sind eine pathetische und unzulängliche
Schöpfung, tief unter dem Niveau der Menschheit.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Statt sich beim Humoristen über seine Gottlosigkeit sollten sich
manche lieber bei Gott über ihre Humorlosigkeit beklagen.
		-- Hans-Hermann Kesten
%
Wir alle sollten uns um die Zukunft sorgen, denn wir werden den Rest
unseres Lebens dort verbringen.
		-- Charles F. Kettering
%
Wenn du etwas so machst, wie du es seit zehn Jahren gemacht hast, dann
sind die Chancen recht groß, daß du es falsch machst.
		-- Charles F. Kettering
%
Alt ist derjenige, der Wahrheit erworben hat.
		-- Talmud - Kidduschin
%
Die Bildung eines Menschen zeigt sich am deutlichsten in seinem
Verhalten gegenüber Ungebildeten.
		-- Hans Kilian
%
Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach
der Grösse unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer
Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.
		-- Martin Luther King
%
Unsere Generation wird nicht so sehr die Untaten böser Menschen zu
beklagen haben als vielmehr das erschreckende Schweigen der guten.
		-- Martin Luther King
%
Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, daß Gott
allein sich darum kümmert.
		-- Martin Luther King
%
Ich mache mir Sorgen, daß geistig instabile Leser meine erfundene
Gewalt in der Realität begehen könnten. Ich fürchte, es könnte schon
geschehen sein.
		-- Stephen King
%
Wer sich allein langweilt, ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend.
		-- Ben Kingsley
%
Wehret den Anfängen! Dies muß der oberste Grundsatz der
Konfliktvorbeugung sein.
		-- Klaus Kinkel
%
Politik ist wie Steilwandfahren. Man muß ständig Vollgas geben, sonst
stürzt man ab.
		-- Klaus Kinkel
%
Ein Berater ist jemand, der dir deine Armbanduhr wegnimmt, um dir zu
sagen, wie spät es ist.
		-- Roy Kinnear
%
Spätestens mit 60 Jahren muß sich der Mann entscheiden, ob er seine
Jugend oder seine Leben verlängern will.
		-- Alfred Charles Kinsey
%
Vertraue nur Dir selbst, wenn andere an Dir zweifeln, aber nimm ihnen
ihre Zweifel nicht übel.
		-- Joseph Rudyard Kipling
%
Borg dir Probleme, wenn es dich danach drängt; aber leihe sie nicht
deinen Mitmenschen.
		-- Joseph Rudyard Kipling
%
Eine Frau ist nur eine Frau.
Aber eine Zigarre kann man rauchen.
		-- Joseph Rudyard Kipling
%
Ost ist Ost, und West ist West, und niemals treffen sich die beiden.
		-- Joseph Rudyard Kipling
%
Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.
		-- Joseph Rudyard Kipling
%
Tot sein ist stinklangweilig.  Wenn man Pech hat, wird man
nämlich nicht mehr lebendig.
		-- Joseph Rudyard Kipling (King Loui im "Dschungelbuch")
%
Ich hatte sechs ergebene Diener. Sie lehrten mich alles, was ich
wissen mußte: Ihre Namen waren Wo und Was und Wann und Warum und Wie
und Wer.
		-- Joseph Rudyard Kipling
%
Die Ahnung der Frau ist meistens zuverlässiger als das Wissen des
Mannes.
		-- Joseph Rudyard Kipling
%
Die Wege der Leute mit erstklassigen Ideen verlaufen nicht immer so
gradlinig, wie sich das Sicherheitsbeamte träumen.
		-- Heinar Kipphardt
%
Künstler wird man aus Verzweiflung.
		-- Ernst Ludwig Kirchner
%
Bevor ich eine meiner üblichen Fehlentscheidungen treffe, möchte ich
erstmal ein Schlückchen Kaffee zu mir nehmen.
		-- J.T. Kirk in "Was summt denn da?"
%
Erst wenn es um unbedeutenden Kleinkram geht, werden
Auseinandersetzungen wirklich bitter.
		-- Henry A. Kissinger
%
Das Schönste an den meisten Männern ist die Frau an ihrer Seite.
		-- Henry Kissinger
%
Der Kommunismus findet Zulauf nur dort, wo er nicht herrscht.
		-- Henry Kissinger
%
Neue Leute dürfen nicht Bäume ausreißen, nur um zu sehen, ob die
Wurzeln noch dran sind.
		-- Henry Kissinger
%
Keine Politik ist besser als die Ziele, die sie sich setzt.
		-- Henry Kissinger
%
Macht ist das stärkste Aphrodisiakum.
		-- Henry Kissinger
%
Probleme muß man kondensieren, wenn man sie lösen will. Erst der
Extrakt ist überschaubar.
		-- Henry Kissinger
%
Als ich jung war machte ich immer Politikerwitze.
Jetzt habe ich mich gesteigert - ich zitiere sie.
		-- Dietrich Kittner
%
Alkohol ist nicht die Antwort. Hilft aber, die Frage nicht so ernst
zu nehmen.
		-- Klaus Klages
%
Abenteuer werden meistens abends teuer.
		-- Klaus Klages
%
Mit dem Ende des 'Dritten Reiches' schlägt die Stunde der Reinwäscher.
... Die Weißwäscherei gelingt meist so vollkommen, daß sich braune
Uniformen zu weißen Westen verwandeln.
		-- Ernst Klee (Die SA Jesu Christi)
%
"Wes Brot ich esse, des Lied ich singe" ist ein Soldatenlied, das
Ludwig XIV. mit Louvois und seinem Beichtvater Tellier gedichtet und
in Musik gesetzt hat.
		-- Klinger, Betrachtungen und Gedanken
%
Ein Fußballplatz ist heutzutage der einzige Ort, wo man brüllen kann,
ohne gleich für einen Sänger gehalten zu werden.
		-- Thomas Klock
%
In Gefahr und großer Not bringt der Mitteweg den Tod.
		-- Alexander Kluge
%
Ich habe ein einfaches Rezept, um fit zu bleiben:
Ich laufe jeden Tag Amok.
		-- Hildegard Knef
%
Ich frage mich, warum heute hinsichtlich der Sexualität alles so
sportlich geworden ist.
		-- Hildegard Knef
%
Brüllt ein Mann, ist er dynamisch.
Brüllt eine Frau, ist sie hysterisch.
		-- Hildegard Knef
%
Die Woche fängt ja gut an.
		-- Matthias Kneissl (Wilddieb und Räuber,
		als er 1902 an einem Montag hingerichtet wurde)
%
Alt ist man erst dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat
als an der Zukunft.
		-- John Knittel
%
Das Phantastischste sind immer die fremden Alltäglichkeiten.
		-- Heinz Knobloch
%
Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich eine miserable
Gegenwart in eine gute alte Zeit verwandelt.
		-- Gustav Knuth
%
Der gute Vorsatz ist meistens ein Fahrplan ohne Eisenbahnzüge.
		-- Gustav Knuth
%
Das Leben ist wie der Eiskunstlauf: Es besteht aus Pflicht und Kür,
und oft fällt die Entscheidung bei der Pflicht.
		-- Gustav Knuth
%
Der Unterschied zwischen Glück und Vergnügen besteht darin, daß man
das Vergnügen selber wählen kann.
		-- Gustav Knuth
%
Es ist leichte, den Mund zu halten, als ein Versprechen.
		-- Gustav Knuth
%
Morgen nennt man den Tag, an dem die meisten Fastenkuren beginnen.
		-- Gustav Knuth
%
Wenn die Pflicht ruft, gibt es viele Schwerhörige.
		-- Gustav Knuth
%
Wenn ein Arzt hinter den Sarg seines Patienten geht, so folgt manchmal
tatsächlich die Ursache der Wirkung.
		-- Robert Koch
%
Diese Frage ist zu gut, um sie mit einer Antwort zu verderben.
		-- Robert Koch
%
42 Stunden zu arbeiten ist keine Menschenrechtsverletzung.
		-- Roland Koch
%
Alt bist du dann, wenn deine Ärzte jünger sind als du.
		-- Gerhard Kocher
%
Lieber von den Richtigen kritisiert als von den Falschen gelobt
werden.
		-- Gerhard Kocher
%
Ein Mensch ist so alt wie seine Ansichten.
		-- Gerhard Kocher
%
Früher hieß es: "Heim ins Reich!"
Heute muß es heißen: "Reich ins Heim!"
		-- Gerhard Kocher
%
In vielen Altersheimen herrscht eine Kindergartenatmosphäre, in vielen
Kindergärten eine Altersheimatmosphäre.
		-- Gerhard Kocher
%
Nach 10 Uhr müssen alle Kinder ins Bett, nach 70 alle Menschen.
		-- Gerhard Kocher
%
Als ich noch jung und naiv war, glaubte ich tatsächlich, die
Grauhaarigen hätten alle Macht! Heute weiß ich, daß es stimmt.
		-- Gerhard Kocher
%
Die Patienten sind sauer weil sie demnächst beim Arzt Eintritt bezahlen
müssen.  Da kann ich Ihnen nur dringend empfehlen: Werden Sie am besten
gleich selber Arzt.  Das ist überhaupt kein Problem.  Ich hab's mal
nachgerechnet. Die Zeit, die man während seines Lebens im Wartezimmer
verbringt würde ausreichen, um selber Medizin zu studieren.
Dann kommen Sie nicht ins Wartezimmer, sondern gleich in die Ärztekammer.
Das grobe Umrechnugsverhältnis bei der Warterei ist übrigens 5:1: Also
50 Minuten warten um 10 Minuten gewartet zu werden.  Das macht zusammen
60 Minuten und deswegen heißt der Gesamtvorgang "Sprechstunde".
		-- Werner Koczwara
%
In Deutschland darf man mit 18 Jahren Bundeskanzler werden
(§15 Bundeswahlgesetzt).  Das Erwachsenenstrafrecht gilt hingegen
erst ab 21 Jahren.  Da wird dann, wenn's dumm läuft der Angriffskrieg
nach dem Jugendstrafrecht geandet: Sechs Wochen den Wald putzen für
in Österreich einmarschieren.
		-- Werner Koczwara
%
Die Amerikaner sind gerade auch ein bißchen sauer auf uns weil wir beim
Irak-Krieg nicht so richtig mitmachen.  Die Amerikaner sagen: Wären
wir nicht 1944 nach Europa gekommen, dann wären wir heute alle noch Nazis.
Sicher, aber wären wir Europäer nicht 1492 nach Amerika gekommen, dann
wärt Ihr alle noch Indianer.
		-- Werner Koczwara
%
§4 der Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz: "Als Behörde im Sinne
des Gesetzes gilt der Reichsminister des Inneren sowie der Stellvertreter
des Führers."  Im Jahre 2003 ein gültiger Paragraph.  Es hat auch eine gewisse
Logik, denn es geht ja hier um das "Heil"praktikergesetzt.
		-- Werner Koczwara
%
Artikel 21 der hessischen Landesverfassung: "Bei besonders schweren
Straftaten kann gegen den Täter die Todesstrafe verhängt werden."
Bayern hät man's zugetraut - Hessen machts.  Natürlich, im Grundgesetz ist
die Todesstrafe abgeschaft und Bundesrecht bricht Landesrecht, aber
so steht das tatsächlich seit 1947 in der hessischen Landesverfassung.
		-- Werner Koczwara
%
Wenn man Roland Koch mit irgendwelchen Nazigrößen vergleicht, da muß man
aufpassen, da gibt es einen Paragraphen. Das ist Verunglimpfung des
Andenkens Verstorbener.
		-- Werner Koczwara
%
§31 Ehegesetz: "Ein Ehegatte kann die Aufhebung der Ehe begehren, wenn
er bei der Eheschließung nicht gewußt hat, daß es sich um eine Eheschließung
handelt."
		-- recherchiert von Werner Koczwara
%
Reisekostengesetz: "Stirbt ein Beamter während einer Dienstreise, so ist die
Dienstreise beendet."
		-- recherchiert von Werner Koczwara
%
Das Völkerrecht ist ungefähr so hoch, so breit und paßt tatsächlich in
jeden amerikanischen Papierkorb.
		-- Werner Koczwara
%
Nur ungewöhnliche Kraft darf nach Ungewöhnlichem streben.
		-- Theodor Körner
%
Politik wird immer noch mit dem Kopf und nicht mit dem Kehlkopf
gemacht.
		-- Helmut Kohl
%
Mehrheiten können sich, wie die Geschichte lehrt, sehr wohl irren.
		-- Helmut Kohl
%
Bei Rot bleiben wir stehen, bei Grün fahren wir weiter, und Schwarz
ist sowieso besser.
		-- Helmut Kohl
%
Amerika ist, wenn Sie so wollen, ein Kontinent.
		-- Helmut Kohl
%
Am wichtigsten ist, was hinten rauskommt.
		-- Helmut Kohl
%
Ich bin doch nicht einäugig, weder auf dem linken noch auf dem
rechten Auge.
		-- Helmut Kohl
%
Das Problem der Tretminen läßt sich nur Schritt für Schritt lösen.
		-- Helmut Kohl
%
Alleinsein ist schön, wenn man allein sein will, nicht wenn man es
muß.
		-- Annette Kolb
%
Ich liebe das Leben, weil ich darin auftreten darf.
		-- Pavel Kohout
%
Jäten ist Zensur an der Natur.
		-- Oskar Kokoschka
%
Freiheit ist ein Kaugummibegriff geworden - an jedem Schlagbaum
versteht man etwas anderes darunter.
		-- Oskar Kokoschka
%
Aus der Schulzeit sind mir nur die Bildungslücken in Erinnerung
geblieben.
		-- Oskar Kokoschka
%
Das Leben ist kein Stillleben.
		-- Oskar Kokoschka
%
Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen. Wenn man Glück hat,
bekommt man Rabatt.
		-- Oskar Kokoschka
%
Die moderne Gesellschaft übersieht, daß die Welt nicht das Eigentum
einer einzigen Generation ist.
		-- Oskar Kokoschka
%
Nach einer Schönheitsoperation schön auszusehen, ist ja keine Leistung.
Da habe ich mehr Achtung vor dem Arzt, der die Operation vorgenommen hat.
		-- Dagmar Koller
%
Es erfüllt mich mit Scham, anzusehen, daß Gewalt gegen Menschen geübt
wird, nur weil sie Fremde sind.
		-- Hilmar Kopper
%
... jeder muß im job permanently seine intangible assets mit high risk neu
relaunchen und seine skills so posten, daß die benefits alle ratings sprengen,
damit der cash-flow stimmt. Wichtig ist corporate-identity, die mit perfect
customizing und eye catchern jedes Jahr geupgedatet wird!"
		-- Hilmar Kopper, vormaliger Vorstandsprecher der Deutschen Bank
%
Ich versuche mich mit den Menschen zu solidarisieren, sie jedoch, wenn
es mir nötig scheint, für ihr Handeln zu kritisieren.  Ich bin
hoffnungsvoll, daß dies anderen, die dies noch nicht so handhaben,
irgendwann auch gelingt!
		-- Gerold Korbus
%
Beim Rauchen bleibt mir einfach die Luft weg.
Bin ich deshalb Antiraucher?
Oder sind die anderen nicht vielmehr Anti-Nichtraucher?
		-- Gerold Korbus
%
Schwindeln wir ein wenig zugunsten der wahren Wahrheit.
		-- Paul Kornfeld
%
Wenn's um Geld geht, gibt's nur ein Schlagwort: 'Mehr!'
		-- André Kostolany
%
Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten
oder mehr Idioten als Aktien.
		-- André Kostolany
%
Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht
spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren.
		-- André Kostolany
%
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.
		-- André Kostolany
%
EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein,
kommt Mist raus.
		-- André Kostolany
%
Jung ist, wer sich am Abend genauso fühlt wie am Morgen, alt, wer sich
morgens so fühlt wie abends.
		-- Tadeusz Kotarbinski
%
Daß irgendein Mensch auf Erden ohne Vorurteil sein könne, ist das
größte Vorurteil.
		-- August von Kotzebue
%
Armut schändet nicht, ist ein Sprichwort, das alle Menschen im Munde
führen und keiner im Herzen.
		-- August von Kotzebue
%
Beharrlichkeit wird zuweilen mit Eigensinn verwechselt.
		-- August von Kotzebue
%
Zwerge bleiben Zwerge, auch wenn sie auf den Alpen sitzen.
		-- August von Kotzebue
%
Ein Vorurteil ist ziemlich sicher daran zu erkennen, daß man sich in
seiner Begründung ereifert.
		-- Victor de Kowa
%
Konversation ist die Kunst zu reden, ohne zu denken.
		-- Victor de Kowa
%
Eine schöne Utopie ist bestimmt besser als eine traurige Tatsache.
		-- Gidon Krämer
%
Allein sein zu müssen ist das schwerste, allein sein zu können das
schönste.
		-- Hans Krallsheimer
%
Zu mancher richtigen Entscheidung kam es nur, weil der Weg zur
falschen gerade nicht frei war.
		-- Hans Krallsheimer
%
Das Gefährliche an Halbwahrheiten ist, daß immer die falsche Hälfte
geglaubt wird.
		-- Hans Krailsheimer
%
Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme.
		-- Hans Krailsheimer
%
Eine Idee, die als Wahrheit abgewirtschaftet hat, kann als Schlagwort
immer noch eine schöne Karriere machen.
		-- Hans Krailsheimer
%
Ewige Liebe: Die Ewigkeit in Ihrer vergänglichsten Form
		-- Hans Krailsheimer
%
Allein sein müssen ist das Schwerste, allein sein können das
Schönste.
		-- Hans Krailsheimer
%
Ans Altsein gewöhnt man sich rasch, viel langsamer ans
Nicht-mehr-jung-Sein.
		-- Hans Krailsheimer
%
Die menschliche Dummheit ist keine historische Sache. Die menschliche
Dummheit existiert allgemein, sogar bis in alle Ewigkeit hinein. Diese
Dummheit gehört zum Menschen. Sie ist eine strukturelle Angelegenheit.
		-- Laszlo Krasznahorkai
%
Wenn das Universum sich ausdehnt, warum finde ich dann trotzdem
keinen Parkplatz?
		-- Manfred Kreisel
%
Als wir noch dünner waren, standen wir uns näher.
		-- Georg Kreisler
%
Die einzige richtige Einstellung der heutigen Welt ist die eines
gepflegten Galgenhumors.
		-- Georg Kreisler
%
Der Klerus schützt das keimende Leben. Wenn Hunderttausende junger
Menschen zu Dreck und Brei zerfetzt werden, tritt der Klerus nicht
dagegen auf ... Aber Fahnen und Kanonen segnen.
		-- Ernst Kreuder
%
Man wird alt, wenn die Anzahl der Kerzen auf der Geburtstagstorte aus
Sicherheitsgründen einen Feuerlöscher in Griffweite erfordern.
		-- Edmund Kreuzner
%
Die Empfindlichkeit einer Mimose steht in keinem Verhältnis zur
Empfindlichkeit eines Beamten.
		-- Edmund Kreuzner
%
Auch wenn das Brett vor dem Kopf aus Teakholz ist, wird sein Träger
dadurch nicht edeler.
		-- Edmund Kreuzner
%
Erst will man einen Platz an der Sonne, dann sucht man dort den
Schatten.
		-- Edmund Kreuzner
%
Erzählt man den Menschen, daß die Milchstraße aus Millionen von
Sternen besteht, so glauben sie dieser Aussage ohne Zweifel. Sehen sie
jedoch ein Schild mit der Aufschrift: "Frisch gestrichen", so müssen
sie wenigstens einmal mit dem Finger auf die frische Farbe tippen.
		-- Edmund Kreuzner
%
Hast Du im Leben tausend Treffer,
man hört´s, man sieht´s, man geht vorbei.
Doch lauthals brüllt der kleinste Kläffer,
schießt Du ein einziges Mal vorbei.
		-- Edmund Kreuzner
%
Wer Freunde besucht, sieht oft auch seine Bücher wieder.
		-- Edmund Kreuzner
%
Es kann der Bürger nicht in Ruhe leben, wenn es einem Beamten nicht
gefällt.
		-- Edmund Kreuzner
%
Je weniger sich die Leute per Handy zu sagen haben, desto höher sind
die Telefonrechnungen.
		-- Edmund Kreuzner
%
Nur Anschlußzüge sind immer pünktlich.
		-- Edmund Kreuzner
%
Grundsätzlich tue ich am liebsten das Gegenteil von dem, was alle tun
oder was von mir erwartet wird. Geschichtlich betrachtet wäre es
bereits des öfteren von Vorteil gewesen, wenn eine größere Anzahl
Menschen so gedacht hätte...
		-- Andreas Kriesmer
%
Agitator: Politischer Weichmacher.
		-- Ron Kritzfeld
%
Kurssturz: Wertpapier auf dem Weg zu seinem Papierwert.
		-- Ron Kritzfeld
%
Der Pragmatiker entscheidet Fälle nicht nach Grundsätzen, sondern
fallweise.
		-- Ron Kritzfeld
%
Die Zeit ist kein Geld. Aber den einen nimmt das Geld die Zeit und den
anderen die Zeit das Geld.
		-- Ron Kritzfeld
%
Parteibuch: politischer Katechismus, begründet in den Glauben an die
Wirksamkeit von Beziehungen, festigt die Hoffnung auf ein sicheres
Fortkommen und stärkt die Liebe zu wohldotierten Ämtern.
		-- Ron Kritzfeld
%
Heute: Tag, an dem man gute Vorsätze faßt.
Morgen: Frühester Termin für ihre Verwirklichung.
		-- Ron Kritzfeld
%
Nullen werden deshalb so wichtig genommen, weil schon eine einzige
Schwierigkeiten verzehnfachen kann.
		-- Ron Kritzfeld
%
Glücklichsein beginnt immer ein wenig über der Erde.
		-- Karl Krolow
%
Es mag ungemütlich sein, den Herrschaften im eigenen Land genauer auf
die Finger zu schauen, aber es scheint mir unerlässlich, wenn man nicht
bei einem allgemeinen Lamento über die miserable Medienberichterstattung
stehenbleiben will.
		-- Jörg Kronauer
%
Gott erschuf die natürlichen Zahlen, und der Mensch erfand den Rest.
		-- Leopold Kronecker
%
Wer selbst keine Handlungskompetenzen hat, kann nicht
wissen, wie man diese am besten vermittelt bekommt.
		-- Nils Krüger
%
Wer seine Gegenwart vernichten will, braucht nur seine Vergangenheit
zu "bewältigen". Wir leben von dem, was wir nicht verdauen können.
		-- Hans Kudzus
%
Abschied ist die innigste Weise menschlichen Zusammenseins.
		-- Hans Kudszus
%
Das Christentum darf andere Religionen nicht klein machen, um selber
groß dazustehen.
		-- Hans Küng
%
Der Glaube an Gott ist wie das Wagnis des Schwimmens: Man muß sich
dem Element anvertrauen und sehen, ob es trägt.
		-- Hans Küng
%
Die Asylbewerberzahlen lägen auf zu hohem Niveau und zu hohes Niveau
möchte sich Herr Kanther nicht nachsagen lassen.
		-- Friedrich Küppersbusch
%
Helmut Kohl stand für die Wahl 1998 wieder als Kanzlerkandidat zur
Verfügung. Er war damals ein Jahr länger im Amt als Adenauer, fünf
Jahre länger als Helmut Schmidt und fünfzehn Jahre länger als nötig.
		-- Friedrich Küppersbusch
%
Frauen und Jagdvögel, die werden auf einfache Weise zahm:
Wenn man sie richtig lockt, dann fliegen Sie auf den Mann.
		-- Der Kürenberger
%
Der Homo Sapiens ist ein lausiger Zufallsgenerator.  Er kann
gerade genug unvorhersagbares Verhalten produzieren, um
andere Säugetiere manchmal bei der Jagd zu überraschen.  Mehr
war bei der Evolution auch nicht gefordert.
		-- Markus Kuhn
%
Ein Millionär befürchtet immer, daß sein Vermögen kleiner wird. Ich
befürchte, daß mein Unvermögen immer größer wird.
		-- Hans Joachim Kulenkampff
%
Als Kind ist einem doch die Welt ziemlich klar - und wenn man stirbt,
weiß man gar nichts.
		-- Hans Joachim Kulenkampff
%
Frauen müssen das letzte Wort behalten - aber leider nicht für sich.
		-- Hans Joachim Kulenkampff
%
Die Leute sind gar nicht so dumm, wie wir sie durchs Fernsehen noch
machen werden.
		-- Hans Joachim Kulenkampff
%
Auch den letzten Traum zerstört das Fernsehen: Es ist kein Vorteil
mehr, Analphabet zu sein.
		-- Hans Joachim Kulenkampff
%
Ein Kollege von mir berichtete mir von einem Fernsehstar, dessen
Eitelkeit so weit gediehen war, daß er sich sogar zu verbeugen
pflegte, wenn der Regen an die Fenster klatschte.
		-- Hans Joachim Kulenkampff
%
Versuche nie, Ärger in Alkohol zu ertränken. Du wirst ihn nicht los,
denn - Alkohol konserviert.
		-- Oskar Kunz
%
Hätte ich früher gewußt, in welche Raserei mich Unordnung
bringt, ich hätte mir die Pulsadern aufgeschnitten.
		-- Heinz-Rudolf Kunze "Tohuwabohu"
%
Was mich ein bischen tröstet ist, daß auch Politiker von BSE betroffen sind.
		-- Heinz Rudolf Kunze
%
Ich höre noch die CDU-Politiker: "Wir bekommen dann mehr Vielfalt."
Stattdessen haben wir nur mehr Einfalt bekommen, nur vielfach.
		-- Heinz Rudolf Kunze über Privatsender
%
Willst Du mit jemanden ein Schiff bauen, wecke in Ihm die Sehnsucht
nach dem Meer.
		-- Gert Kupfer
%
Im Alltag passiert überall nichts, aber das mit Höchstgeschwindigkeit.
		-- Elmar Kupke
%
Der Neid, der keinen Weg sieht, begibt sich auf den einzigen Ausweg:
ins Verbrechen.
		-- Erich Kästner
%
Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt
hat, müssen wir erforschen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener
will.
		-- Erich Kästner
%
Die Vergangenheit muß reden und wir müssen zuhören. Vorher werden wir
und sie keine Ruhe finden.
		-- Erich Kästner
%
Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt
wird.
		-- Erich Kästner
%
Wenn ein Kolonialwarenhändler in seinem kleinen Laden so viele
Dummheiten und Fehler machte wie die Staatsmänner und Generäle in
ihren großen Ländern, wäre er in spätestens vier Wochen bankrott.
		-- Erich Kästner
%
Indes sie forschten, röntgten, filmten, funkten, entstand von selbst
die köstlichste Erfindung: der Umweg als die kürzeste Verbindung
zwischen zwei Punkten.
		-- Erich Kästner
%
Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.
		-- Erich Kästner
%
Die Größe eines Menschen hängt nicht von der Größe seines
Wirkungsfeldes ab.
		-- Erich Kästner
%
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.
		-- Erich Kästner
%
Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.
		-- Erich Kästner
%
Je üppiger die Pläne blühen, um so verzwickter wird die Tat.
		-- Erich Kästner
%
Man kann auf seinen Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf
sitzen.
		-- Erich Kästner
%
Erst bei den Enkeln ist man dann so weit, daß man die Kinder ungefähr
verstehen kann.
		-- Erich Kästner
%
Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung.
		-- Erich Kästner
%
Wenn man genug Geld hat, stellt sich der gute Ruf ganz von selbst ein.
		-- Erich Kästner
%
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
		-- Erich Kästner
%
Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten, Inquisition für
Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um
180 Grad drehbar.
		-- Erich Kästner
%
Vier Heilmittel empfehle ich für unsere Zeit: das Gewissen, das
Vorbild, die Kindheit, den Humor.
		-- Erich Kästner
%
Daß wir wieder werden wie Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung.
Aber wir können zu verhüten versuchen, daß die Kinder so werden wie
wir.
		-- Erich Kästner
%
An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn
tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
		-- Erich Kästner
%
Für jeden Unfug, der begangen wird, sind nicht nur die verantwortlich,
die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
		-- Erich Kästner (Das fliegende Klassenzimmer)
%
Die Dummheiten wechseln, aber die Dummheit bleibt.
		-- Erich Kästner
%
Alles, was gigantische Formen annimmt, kann imponieren - auch die
Dummheit.
		-- Erich Kästner
%
Wer was zu sagen hat, hat keine Eile.
Er läßt sich Zeit, und sagts in einer Zeile.
		-- Erich Kästner
%
Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao,
durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.
		-- Erich Kästner
%
Da hilft kein Zorn. Da hilft kein Spott.
Da hilft kein Weinen, hilft kein Beten.
Die Nachricht stimmt! Der Liebe Gott
ist aus der Kirche ausgetreten.
		-- Erich Kästner
%
Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die
Tavernen.
		-- Erich Kästner
%
Vom Muttersöhnchen führt ein gerader Weg zum Pantoffelhelden.
		-- Erich Kästner
%
Die Schönheit eines Mannes ist der Erfolg.
		-- Erich Kästner
%
Seien wir mal ehrlich,
Das Leben ist immer lebensgefährlich.
		-- Erich Kästner
%
Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.
		-- Erich Kästner
%
Irrtümer haben ihren Wert, jedoch nur hier und da.
Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika.
		-- Erich Kästner
%
Denkt an das fünfte Gebot: Schlagt die Zeit nicht tot.
		-- Erich Kästner
%
Mancher schießt ins Blaue und trifft ins Schwarze.
		-- Erich Kästner
%
Böse und häßliche alte Leute waren als Kinder fast tadellos.
		-- Erich Kästner (Lyrische Hausapotheke)
%
Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie
alt werden.
		-- Franz Kafka
%
Nichtstun ist eine der größten und verhältnismäßig leicht zu
beseitigenden Dummheiten.
		-- Franz Kafka
%
Menschen werden schlecht und schuldig, weil sie reden und handeln,
ohne die Folgen ihrer Worte und Taten vorauszusehen.
		-- Franz Kafka
%
Du mußt nur die Laufrichtung ändern, sagte die Katze zur Maus und
fraß sie.
		-- Franz Kafka
%
Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins.
		-- Franz Kafka
%
Das Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns.
		-- Franz Kafka
%
Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man.
		-- Franz Kafka
%
Richtiges Auffassen einer Sache und Mißverstehen der gleichen Sache
schließen einander nicht aus.
		-- Franz Kafka
%
Der Krieg ist das Ergebnis entsetzlicher Phantasielosigkeit!
		-- Franz Kafka
%
Die Fesseln der gequälten Menschheit sind aus Kanzleipapier.
		-- Franz Kafka
%
Die Pflicht gegen sich selbst besteht darin, daß der Mensch die Würde
der Menschheit in seiner eigenen Person bewahre.
		-- Immanuel Kant
%
Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als
Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.
		-- Immanuel Kant
%
Im Reich der Zwecke hat alles einen Preis oder eine Würde.
		-- Immanuel Kant
%
Mathematik ist eine Bedingung aller exakten Erkenntnis.
		-- Immanuel Kant
%
Den Tod fürchten die am wenigsten, deren Leben den meisten Wert hat.
		-- Immanuel Kant
%
Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die vielen
Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf
und das Lachen.
		-- Immanuel Kant
%
Schönheit ist, wenn ein interesseloses Wohlgefallen beim Betrachter
hervorgerufen wird.
		-- Immanuel Kant
%
Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut.
		-- Immanuel Kant
%
Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein
Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine
Regellosigkeit.
		-- Immanuel Kant
%
Faulheit ist der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit.
		-- Immanuel Kant
%
Der größte Sinnengenuß, der gar keine Beimischung von Ekel bei sich
führt, ist, im gesunden Zustande, Ruhe nach der Arbeit.
		-- Immanuel Kant
%
Das Recht muß nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem
Recht angepaßt werden.
		-- Immanuel Kant
%
Erfahrung ist eine verstandene Wahrnehmung.
		-- Immanuel Kant
%
Über Geschmack läßt sich nicht disputieren.
		-- Immanuel Kant
%
Der Mensch ist das einzige Tier, das arbeiten muß.
		-- Immanuel Kant
%
Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.
		-- Immanuel Kant
%
Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die
Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.
		-- Immanuel Kant
%
Demut ist eigentlich nichts anderes als eine Vergleichung seines
Wertes mit der moralischen Vollkommenheit.
		-- Immanuel Kant
%
Phantasie ist unser guter Genius oder unser Dämon.
		-- Immanuel Kant
%
Mit dem Alter nimmt die Urteilskraft zu und das Genie ab.
		-- Immanuel Kant
%
Es gibt nur eine Ausflucht vor der Arbeit:
Andere für sich arbeiten zu lassen.
		-- Immanuel Kant
%
Schön ist dasjenige, was ohne Interesse gefällt.
		-- Immanuel Kant
%
Die Religion, die nur auf Theologie gebaut ist, kann niemals etwas
Moralisches enthalten.
		-- Immanuel Kant
%
Verbindet man Religion nicht mit Moralität, so wird Religion nur zur
Gunstbewerbung.
		-- Immanuel Kant
%
Der Glaube einer gottesdienstlichen Religion ist ein Fron- und
Lohnglaube (fides mercenaria, servilis) und kann nicht für den
seligmachenden angesehen werden, weil er nicht moralisch ist. Dieser
muß ein freier, auf lauter Herzensgesinnungen gegründeter Glaube sein.
		-- Immanuel Kant
%
Eine Religion, die der Vernunft unbedenklich den Krieg ankündigt, wird
es auf die Dauer gegen sie nicht aushalten.
		-- Immanuel Kant
%
Im Gleichnis Christi ist die enge Pforte und der schmale Weg, der zum
Leben führt, der des guten Lebenswandels; die weite Pforte und der
breite Weg, den viele wandeln, ist die Kirche.
		-- Immanuel Kant
%
Eine Religion, die den Menschen finster macht, ist falsch; denn er
muß Gott mit frohem Herzen und nicht aus Zwang dienen.
		-- Immanuel Kant
%
Es soll kein Friedensschluß für einen solchen gelten, der mit dem
geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht
worden.
		-- Immanuel Kant (Zum ewigen Frieden)
%
Der Krieg ist darin schlimm, daß er mehr böse Menschen macht, als er
deren wegnimmt.
		-- Immanuel Kant
%
Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.
		-- Immanuel Kant
%
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten
Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes
ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese
Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des
Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner
ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich
deines Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung!
		-- Immanuel Kant (Was ist Aufklärung 1784)
%
Viele Menschen sind unglücklich, weil sie nicht abstrahieren
können. Der Freier könnte eine gute Heirat machen, wenn er nur über
eine Warze im Gesicht oder eine Zahnlücke seiner Geliebten wegsehen
könnte.
		-- Immanuel Kant (Anthropologie in pragmatischer Hinsicht)
%
Ein jeder Mensch hat rechtmäßigen Anspruch auf Achtung von seinen
Nebenmenschen, und wechselseitig ist er dazu auch gegen jeden anderen
verbunden.
		-- Immanuel Kant (Die Metaphysik der Sitten)
%
Ohne Achtung gibt es keine wahre Liebe.
		-- Immanuel Kant
%
Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung fürs Gesetz.
		-- Immanuel Kant
%
Der Affekt gehört immer zur Sinnlichkeit, durch was für einen
Gegenstand er auch erregt werden möge.
		-- Immanuel Kant
%
Die Eigenliebe und jeder Affekt betrügen uns innerlich.
		-- Immanuel Kant
%
Lachen: ein Affekt aus der plötzlichen Verwandlung einer gespannten
Erwartung in nichts.
		-- Immanuel Kant
%
Ähnlichkeit ist Identität der Qualitäten.
		-- Immanuel Kant
%
Das methodische Geschwätz der hohen Schulen ist oftmals nur ein
Einverständnis, durch veränderliche Wortbedeutungen einer schwer zu
lösenden Frage auszuweichen, weil das bequeme und mehrenteils
vernünftige "Ich weiß nicht" auf Akademien nicht leichtlich gehöret
wird.
		-- Immanuel Kant (Träume eines Geistersehers)
%
Was kann, wenn man nahe dran ist, diese Welte zu verlassen, tröstender
sein, als zu sehen, daß man nicht umsonst gelebt habe, weil man
einige, wenngleich nur wenige, zu guten Menschen gebildet hat!
		-- Immanuel Kant (an Dr. Markus Herz)
%
Der bejahrte Murrkopf, welcher fest glaubt, daß in seiner Jugend die
Welt viel ordentlicher und die Menschen besser gewesen wären, ist ein
Phantast in Ansehung der Erinnerung.
		-- Immanuel Kant (Versuch über die Krankheiten des Kopfes)
%
Sicher verdanken einige Millionäre ihren Erfolg ihren Frauen. Aber die
meisten verdanken ihre Frauen dem Erfolg.
		-- Danny Kaye
%
Umleitungen sind die beste Chance, endlich die eigene Stadt
kennenzulernen.
		-- Danny Kaye
%
Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold
und Grundstücke dazu.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Lebensstandard ist der Versuch, sich heute das zu leisten, wofür man
auch in zehn Jahren noch kein Geld haben wird.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Wirtschaftswissenschaft ist die einzige Disziplin, in der jedes Jahr
auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Einige Milionäre verdanken ihren Erfolg ihren Frauen. Aber die meisten
verdanken ihre Frauen dem Erfolg.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Die meisten Menschen wären glücklich, wenn sie sich das Leben leisten
könnten, das sie sich leisten.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Ein Komiker ist ein Mensch, der nichts, aber auch gar nichts ernst
nimmt - außer sich selbst.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Mit Vegetariern muß man diskutieren, sobald sie eine Wurstfabrik
geerbt haben.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Auch der Dumme hat manchmal einen gescheiten Gedanken. Er merkt es nur
nicht.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Man soll nur schöne Frauen heiraten. Sonst hat man keine Aussicht, sie
wieder loszuwerden.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Wenn Frauen wüßten, was Sekretärinnen von ihren Chefs denken, hätten
sie eine Sorge weniger.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Wenn sich die Gäste wie zu Hause fühlen, benehmen sie sich leider auch
so.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Moderne Schlagersänger sind junge Männer, die ihre Stimme verlieren
wenn der Strom ausfällt.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Es stimmt nicht, daß alles teurer wird; man muß nur einmal
versuchen, etwas zu verkaufen.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Sei friedlich. Sich nicht rächen kann auch eine Rache sein.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Luftpiraten sind Passagiere, die Flugzeuge erst unterwegs chartern.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Originalität ist die Kunst, sich Bonmots zu merken und zu vergessen,
von wem sie stammen.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Faulheit ist, wenn jemand mit dem Coctailbecher in der Hand auf das
nächste Erdbeben wartet.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Es ist gefährlich, über einen Witz zu lachen. Man bekommt ihn dann
immer wieder zu hören.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Bestseller sind eine wunderbare Einrichtung: man kauft Bücher, braucht
sie aber nicht zu lesen.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
Ein autoritärer Staat ist ein Staat, in dem jeder das tun darf, was er
tun muß.
		-- Danny Kaye (eig. Daniel David Sominski)
%
In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz
richtig ist, ist falsch.
		-- Edward Kennedy
%
Wer die Geschehnisse und Leidenschaften seiner Zeit nicht teilt, dem
wird man nachsagen, er habe nicht gelebt.
		-- Edward Kennedy
%
Wenn eine freie Gesellschaft den vielen, die arm sind, nicht helfen
kann, so kann sie auch jene nicht retten, die reich sind.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Wir können nicht mit jenen verhandeln, die sagen: was mein ist, ist
mein; und was dein ist, ist Verhandlungssache.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Die Menschheit muß dem Krieg ein Ende setzen oder der Krieg setzt der
Menschheit ein Ende.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Der Mensch ist immer noch der beste Computer.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Vergib Deinen Feinden, aber vergiß niemals ihre Namen.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst
einmal reden.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Wir müssen die Zeit als Werkzeug benutzen, nicht als Couch.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Es ist das Schicksal jeder Generation, in einer Welt unter Bedingungen
leben zu müssen, die sie nicht geschaffen hat
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Das Leben ist ungerecht, aber denke daran: nicht immer zu deinen Ungunsten.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Ein gescheiter Mann muß so gescheit sein, Leute einzustellen, die
viel gescheiter sind als er.
		-- John Fitzgerald Kennedy
%
Das Vergleichen mit anderen ist das Ende des Glücks und der Anfang der
Unzufriedenheit.
		-- Søren Kierkegaard
%
Je mehr Leute es sind, die eine Sache glauben, desto größer ist die
Wahrscheinlichkeit, daß die Ansicht falsch ist. Menschen, die Recht
haben, stehen meistens allein.
		-- Søren Kierkegaard
%
Die Menschen scheinen die Sprache nicht empfangen zu haben, um die
Gedanken zu verbergen, sondern um zu verbergen, daß sie keine Gedanken
haben.
		-- Søren Kierkegaard
%
Wie der stille See seinen dunklen Grund in der tiefen Quelle hat, so
hat die Liebe eines Menschen ihren rätselhaften Grund in Gottes Licht.
		-- Søren Kierkegaard
%
Die Menschen scheinen die Sprache nicht empfangen zu haben, um die
Gedanken zu verbergen, sondern um zu verbergen, daß sie keine
Gedanken haben.
		-- Søren Kierkegaard
%
Die meisten Menschen hasten so sehr nach Genuß, daß sie an ihm
vorbei rennen.
		-- Søren Kierkegaard
%
In unserer Zeit wird viel von Ironie und Humor geredet, besonders von
Leuten, die nie vermocht haben, sie praktisch auszuüben.
		-- Søren Kierkegaard
%
Von Nichts kann man nicht leben, hört man oft, besonders vom Pfarrer.
Und gerade die Pfarrer bringen es zuwege: das Christentum existiert
nicht, - aber sie leben davon.
		-- Søren Kierkegaard
%
Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muß man es aber
vorwärts.
		-- Søren Kierkegaard
%
An sich ist Müßiggang durchaus nicht eine Wurzel allen Übels, sondern
ist im Gegenteil ein geradezu göttliches Leben, solange man sich nicht
langweilt.
		-- Soren Kierkegaard
%
Der Haß ist die Liebe, die gescheitert ist.
		-- Søren Kierkegaard
%
Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen.
		-- Søren Kierkegaard
%
Die Spanier hassen die Stiere keineswegs. Sie verübeln ihnen nur ihre
heimtückische Einstellung zu den Toreros.
		-- Ephraim Kishon
%
Ein Satiriker ist jemand, der den Elefanten Mausefallen stellt.
		-- Ephraim Kishon
%
Was fühlt ein Mensch, der an seinem Lebensabend in die Heimat seiner
Jugendjahre zurückkehrt? Er kommt sich wie ein Narr vor, der auf der
Straße einen Gegenstand sucht, den er vor dreißig Jahren verloren hat.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Ein sicheres Zeichen für das Alter eines Mannes ist, wenn er vergißt,
seinen Hosenschlitz zu schließen. Die richtigen Probleme kommen aber
erst, wenn er vergißt, ihn zu öffnen.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Die Asiaten haben den Weltmarkt mit unlauteren Methoden erobert: sie
arbeiten während der Arbeitszeit.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Viele Menschen, manchmal besonders kluge, meinen, daß Geld alles ist.
Sie haben recht.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Man braucht nicht immer einen Handwerker zu bestellen. Man kann sein
Heim auch selbst ruinieren.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Nach Ansicht der Finanzminister ist alles, was für Geld erworben
werden kann, Luxus.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Die Ehe ist eine mehr oder weniger erfolgreich durchführbare
Absurdität.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Die heutige Presse hat nichts so nötig, wie einen
Geistesblitzableiter.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Die Medien sind bellende Wachhunde der Demokratie, und die Demokratie
ist bekanntlich das beste politische System, weil man es ungestraft
beschimpfen kann.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Altern ist ein hochinteressanter Vorgang: Man denkt und denkt und
denkt - plötzlich kann man sich an nichts mehr erinnern.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Amerika ist ein sauberer Vorort von New York.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Ich fühle mich nicht alt, weil ich so viele Jahre hinter mir habe,
sondern weil nur noch so wenige vor mir liegen.
		-- Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann)
%
Weg mit allen Vorurteilen, weg mit dem Adel, weg mit dem Stande - gute
Menschen wollen wir sein und uns mit der Freude begnügen, die die
Natur uns schenkt.
		-- Heinrich von Kleist (an Wilhelmine von Zenge, 1800)
%
Siehe, das nenn' ich doch würdig, fürwahr, sich im Alter beschäft'gen!
Er zerlegt jetzt den Strahl, den seine Jugend sonst warf.
		-- Heinrich von Kleist (Herr von Goethe)
%
Weißt du, was die alten Männer tun, wenn sie 50 Jahre lang um
Reichtümer und Ehrenstellen gebuhlt haben? Sie lassen sich auf einem
Herd nieder und bebauen ein Feld. Dann, und dann erst, nennen sie sich
weise. Sage mir, könnte man nicht klüger sein als sie, und früher
dahin gehen, wohin man am Ende doch soll?
		-- Heinrich von Kleist (an Wilhelmine von Zenge, 1801)
%
Mit demselben Gefühle, mit welchem du bei dem Abendmahle das Brot
nimmst aus der Hand des Priesters, mit demselben Gefühle, sage ich,
erwürgt der Mexikaner seinen Bruder vor dem Altare seines Götzen.
		-- Heinrich von Kleist (an Wilhelmine von Zenge,1800)
%
Wenn man sich so lange mit ernsthaften abstrakten Dingen beschäftigt
hat, wobei der Geist zwar seine Nahrung findet, aber das arme Herz
leer ausgehen muß, dann ist es eine wahre Freude, sich einmal ganz
seinen Ergießungen zu überlassen; ja es ist selbst nötig, daß man es
zuweilen ins Leben zurückrufe.
		-- Heinrich von Kleist (an Ulrike von Kleist, 1799)
%
Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn
hinstößt.
		-- Heinrich von Kleist
%
Steh, stehe fest, wie das Gewölbe steht. Weil seine Blöcke jeder
stürzen will.
		-- Heinrich von Kleist
%
Das Glück kann nicht wie ein mathematischer Lehrsatz bewiesen werden,
es muß empfunden werden, wenn es da sein soll.
		-- Heinrich von Kleist
%
Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die inneren nur
den Freund.
		-- Heinrich von Kleist
%
Dies Ich war früher angelangt, als ich, und ich war hier, in diesem
Fall, mein Seel, Noch eh ich angekommen
		-- Heinrich von Kleist
%
Nicht ein Zehnteil würd´ ein Herr des Bösen tun, müßt er es selbst mit
eignen Händen tun.
		-- Heinrich von Kleist
%
Die Lektion

Ich habe die Hausaufgaben meines Sohnes gegessen.  Er sollte die Lektion
lernen, daß einem keiner glaubt - besonders wenn man die Wahrheit sagt.
		-- Marc-Uwe Kling
%
Das Leben ist ungerecht, aber denke daran: nicht immer zu deinen Ungunsten.
		-- Josef Ackermann
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich John F. Kennedy)
%
Wer dein Haus zur Ruine macht, möchte sicherlich, daß Du den Himmel siehst.
		-- Afghanisches Sprichwort
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Robert Louis Stevenson)
%
Wir lassen uns nicht nervös machen, und das geben wir auch nicht zu.
		-- Die Aktienmärkte
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Steffen Freund)
%
Nichts ist scheißer als Platz zwei.
		-- Buss Aldrin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Erik Meijer)
%
Jetzt mal immer schön auf dem Teppich bleiben.
		-- Aladin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Hier stehe ich - ich kann nicht anders.
		-- Das rote Ampelmännchen
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Martin Luther zugeschrieben)
%
Ich schaue mir meine Filme nie an. Sie sind mir zu brutal.
		-- Jennifer Aniston
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Charles Bronson)
%
Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
		-- Anonymous
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Richard David Precht)
%
Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache
ist, ihn richtig anzuwenden.
		-- Marie Antoinette
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich René Descartes)
%
Deutsche, kauft deutsche Zitronen.
		-- Holger Apfel
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Kurt Tucholsky)
%
Wer will fleißige Handwerker sehen, der muß zu uns Kindern gehen.
		-- Ein Apple-Zulieferer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Das wichtigste im Leben ist die Wahl des Berufes.
Der Zufall entscheidet darüber.
		-- Das Arbeitsamt
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Blaise Pascal (1623-62))
%
Ich bin ein Star, holt mich hier raus!
		-- Andreas Baader
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Unsere Feinde sind innovativ und erfinderisch, genau wie wir. Sie denken
ständig über neue Wege nach, wie sie unserem Land und unserem Volk
schaden können, genau wie wir.
		-- Deutsche Bank
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich George W. Bush)
%
In diesem Fall ziehen sie eine Maske schnell zu sich heran und plazieren
diese fest auf Mund und Nase.  Danach helfen sie Kindern und
hilfsbedürftigen Personen.
		-- Batman zu Robin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.
		-- Bob der Baumeister
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Jedes Publikum kriegt die Vorstellung, die es verdient.
		-- Mario Barth
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Curt Goetz)
%
Jedes Leben ist nur eine Variation auf das immer gleiche Thema.
		-- Mario Barth
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; unbekannter Autor)
%
Ein gesunder ist nur falsch untersucht.
		-- Bayer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich
 Eckhardt Westphal  Leiter der Kärntner Krankenhausgesellschaft,
 zuvor beim Bonner Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen)
%
Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst,
dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
		-- Silvio Berlusconi
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Immanuel Kant)
%
Ich weiss nicht wie die Frage lautet, aber die Antwort heisst mit
Sicherheit: Sex.
		-- Silvio Berlusconi vor Gericht
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Woody Allen)
%
I kissed the girl and I liked it.
		-- Silvio Berlusconi
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Ups, I did it again.
		-- Silvio Berlusconi
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Es gab sechs Jahre in meinem Leben in denen ich keinen Alkohol trank,
keine Drogen nahm und keinen Sex hatte.  Dann kam ich in die Schule.
		-- Silvio Berlusconi
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der
bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen.
		-- Carl Bertelsmann
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Groucho Marx)
%
Bei länger andauernder oder chronischer Anwendung können zentralnervöse                                                                                                                 
Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Ohrensausen,                                                                                                                         
Sehstörungen oder  Somnolenz (Schläfrigkeit) auftreten.                                                                                                                                 
		-- Die Bild-Zeitung
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die Renten sind sicher.
		-- Käpt'n Blaubär
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Norbert Blüm)
%
Wir wollen, daß die christlich-abendländische Kultur die Leitkultur bleibt,
und nicht aufgeht in einem Mischmasch.
		-- DJ Bobo
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Edmund Stoiber)
%
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer
zusammen.
		-- Böhse Onkelz
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Heiner Geißler)
%
Vor Gebrauch schütteln!
		-- James Bond
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Dann klappt's auch mit dem Nachbarn
		-- Willi Brandt
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Guten Freunden gibt man ein Küßchen.
		-- Breschnew zu Honecker
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, destso mehr
bekommt sie den Anschein der Klugheit.
		-- Leman Brothers
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Hallo Herr Kaiser.  Gut, dass ich sie treffe!
		-- Brutus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Und ich werde die Bewohner dieser Stadt schlagen, sowohl Menschen als auch
Vieh; an einer großen Pest sollen sie sterben.
		-- Der Bubble-Tea-Erfinder
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Da simmer dabei! Dat is prima!
		-- Bundestagsbeschluss zum Afghanistan-Krieg
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die schlechten Menschen helfen einander.  Das ist ihre größte Stärke.
		-- Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Alexander Issajewitsch Solschenizyn)
%
Wenn man sagt, daß man einer Sache grundsätzlich zustimmt, so
bedeutet es, daß man nicht die geringste Absicht hat, sie in der
Praxis durchzuführen.
		-- Bündnis 90 / Die Grünen
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Otto von Bismarck)
%
Alle Vögel sind schon da.
		-- Deutsche Burschenschaften
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Es ist nicht wichtig, wer wählt, sondern wer zählt.
		-- George W. Bush
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Stalin zugeschrieben)
%
... und dann sprechen wir nur Englisch.  Aber ... es ist Deutschland hier.
		-- Ein Business-Kasper
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Guido Westerwelle)
%
Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.
		-- Julius Caesar
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Hans Krankl)
%
Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben.
		-- Giacomo Casanova
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Christian Morgenstern)
%
Ich bin zu alt für diesen Scheiß.
		-- Fidel Castro
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Sergeant Murtaugh
                 (Danny Glover) aus der Lethal Weapon)
%
Der, dessen Name nicht genannt werden darf.
		-- CDU-Schwarzfeld-Spender
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Kompliment an meine Mannschaft und meinen Dank an die Mediziner.
Sie haben unmenschliches geleistet.
		-- Chers Schönheitschirurg
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Berti Vogts)
%
Am meisten erfreut man seine Gäste durch das äussern dummer Gedanken.
		-- Sabine Christiansen
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Emily Dickinson)
%
Um es in der Aussprache zur Vollkommenheit zu bringen, soll der Anfänger
alles sehr langsam, die Silben, und besonders die Endsilben, stark und
deutlich aussprechen, damit die Silben, welche geschwind gesprochen werden
müssen, nicht unverständlich werden.
		-- Chewbacca
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Johann Wolfgang von Goethe)
%
Test the West!
		-- CIA-finanziertes KGB-Aussteigerprogramm
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh.
		-- CIA-Verhörmethode
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die einen wollen Frieden und die anderen keinen Krieg.
So was erzeugt natürlich Spannungen.
		-- Hillary Clinton
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Stefan Zweig)
%
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
		-- Kurt Cobain
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Das Leben ist ein ewiges Wechselspiel aus Nehmen und Behalten.
		-- Ein kaputter Cola-Automat
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Henry Ford)
%
Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.
		-- Coppenrath & Wiese
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Marie Antoinette)
%
Wer hat an der Uhr gedreht?
		-- Salvador Dali
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Sind sie zu stark, bist Du zu schwach.
		-- Charles Darwin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die Grundlage des Erfolges ist eine klare Linie.
		-- Christoph Daum
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Helmar Nahr)
%
Ich will Deutschland dienen.
		-- Die Diddl-Maus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Angela Merkel)
%
Alle Tiere sind gleich.  Aber manche sind gleicher.
		-- Schaf Dolly
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
In unserer Zeit hat der Geschlechtsverkehr nur mehr die Bedeutung eines
Händedrucks in der Horizontalen.
		-- Dominique Strauss-Kahns Strafverteidiger
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Doris Lessing)
%
Wenn man zu Gott spricht, ist man religiös.  Wenn Gott mit einem spricht,
ist man irre.
		-- Ein brennender Dornbusch
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Gregory House)
%
Ich glaube an das Pferd.  Das Automobil ist nur eine vorübergehende
Erscheinung.
		-- Dschingis Khan
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Kaiser Wilhelm II)
%
No, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, there's no limit!
		-- Der Euro-Rettungsschirm
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Wozu ist das?  
Das ist blaues Licht.
Und was macht es?
Es leuchtet blau.
		-- Deutsche Hochschule der Polizei
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich
 Dialog: Hamid / Rambo in Rambo III)
%
Gekommen, um zu bleiben!
		-- FCKW
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Ihr kriegt uns hier nicht raus!  Das ist unser Haus!
		-- Die FDP vor der Bundestagswahl
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich
 Ton Steine Scherben in "Rauch-Haus-Song")
%
We are annonymous. We do not forgive.  We do not forget.
		-- Das Finanzamt
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Charaktere sind unzerbrechlich - aber dehnbar.
		-- Joschka Fischer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Stanislaw Jerzy Lec)
%
Wenn's mal wieder länger dauert ...
		-- Flughafen Berlin-Brandenburg International
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Weise ist, wer seine Existenz eintönig gestaltet. Denn dann besitzt jeder 
kleine Zwischenfall das Privileg eines Wunders.
		-- Henry Ford
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Fernando Antonio Nogueira de Seabra Pessoa)
%
Man muss eine Weile nachdenken, um zu erkennen, dass man unglücklich ist,
doch es lohnt sich.
		-- Sigmund Freud
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Shirley Bassey)
%
Trotzdem kamen wir auf anderen Ebenen des Wahnsinns gut miteinander klar.
		-- Gemeinsame Erklärung nach einem G8-Gipfel
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jack Kerouac)
%
Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich 
christlich-sozial – und das macht die CDU aus.
		-- Lady Gaga
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Angela Merkel)
%
Keine Experimente!
		-- Galileo Galilei
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
So viel Geld läßt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem verdienen.
		-- Bill Gates
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich
 Friedrich Schiller "Kabale und Liebe")
%
Lache nie über die Dummheit der anderen!
Sie ist deine Chance.
		-- Joachim Gauck
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Winston Spencer Churchill)
%
Am Anfang wurde das Universum erschaffen.  Das machte viele Leute sehr
wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.
		-- Genesis 1,1
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich
Douglas Adams, Das Restaurant am Ende des Universums)
%
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert;
es kommt aber darauf an, sie zu verändern.
		-- Ein Gentechniker
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Karl Marx)
%
Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt,
nicht in der Finsternis bleibt.
		-- Ein Glühwürmchen
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Joh 12,46)
%
Nicht alles was hinkt, ist ein Hitlervergleich.
		-- Joseph Goebbels
%
Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt und hat
mit seinem Schwanz die Fliege abgewehrt.
		-- Johann Wolfgang von Goethe
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Every breath you take,
Every move you make,
Every bond you break,
Every step you take,
I'll be watching you.
Every single day,
Every word you say,
Every game you play,
I'll be watching you.
		-- Google
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Leiht mir euer Ohr.
		-- Vincent van Gogh
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Im großen und ganzen war es ein Spiel, das, wenn es anders läuft,
auch anders hätte ausgehen können.
		-- Michail Gorbatschow
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Eike Immel)
%
Der angerufene Teilnehmer antwortet nicht.
		-- Gott
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Das hat der liebe Gott nicht gut gemacht: Allen Dingen hat er Grenzen
gesetzt, nur der menschlichen Dummheit nicht.
		-- Der liebe Gott
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Konrad Adenauer)
%
Bach hatte zwanzig Kinder. Tagsüber hat er auf Pferde gewettet,
nachts hat er gefickt und am Vormittag gesoffen. Komponiert hat er
zwischendurch. ...sagte ich als sie von mir wissen wollte wann ich
eigentlich meine Gedichte schreibe.
		-- Günter Grass
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Charles Bukowski)
%
Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften
zu verwandeln.
		-- Die Gebrüder Grimm
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Helmut Kohl)
%
Dafür stehe ich mit meinem Namen.
		-- Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz
		   Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Probieren geht über studieren.
		-- Karl-Theodor zu Guttenberg
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit,
aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht.
		-- Karl-Theodor zu Guttenberg
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Abraham Lincoln)
%
Fahren in seiner schönsten Form
		-- Jörg Haider
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Im Frühtau zu Berge wir ziehn, Vallera.
		-- Hannibal
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Ein Bett im Kornfeld, das ist immer frei
		-- Peter Hartz
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jürgen Drews 1976)
%
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.
		-- Peter Hartz
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Marie von Ebner-Eschenbach)
%
Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine
Prognose nicht gestimmt hat.
		-- Peter Hartz
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Winston Churchill)
%
Die Geschichte wird mich freisprechen.
		-- Das Headset
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Fidel Castro)
%
3, 2, 1, meins!
		-- Ein Hedgefonds
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Es geht nicht um Personen, es geht um Inhalte!
		-- Playboy-Chefredakteur Hugh Hefner
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
... die feine englische Art!
		-- Heinrich, der XIII.
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
		-- Paris Hilton
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Victor Hugo)
%
Gib Deinen Kindern so viel Geld, dass sie etwas tun können, aber nicht
so viel, dass sie nichts tun können.
		-- Richard Hilton
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; unbekannt)
%
Heute ist nicht alle Tage.  Ich komm wieder, keine Frage.
		-- Ein Hindu
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Paulchen Panther)
%
Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
		-- Hiob
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jürgen Wegmann))
%
Lauf, Forrest! Lauf!
		-- Ein Hobbit am Ende des zweiten Teils
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich aus "Forrest Gump")
%
Ein Gespenst geht um in Europa.
		-- Hui Buh
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Marx / Engels
 als Einleitung zum "Manifest der Kommunistischen Partei")
%
Der Mensch ist frei geboren und liegt doch überall in Ketten.
		-- Holiday Inn
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jean-Jacques Rousseau)
%
Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den
Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen
Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.
		-- Der unglaubliche Hulk
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Aristoteles, 384-322 v. Chr.)
%
Und damit das nur gleich klar ist, wir können auch außerhalb einer 
Pressekonferenz fabelhaft auch uns zum Tee treffen ...
		-- Der verrückte Hutmacher
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Guido Westerwelle)
%
Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.
		-- Hypo-Real-Estate-Bankberater
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich J. M. de Rothschild)
%
Sammeln Sie Treueherzen?
		-- Rituelle letzte Worte eines Opfers für den
		   Azteken-Gott Huitzilopochtli
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Tausendmal berührt, Tausendmal ist nichts passiert.
		-- Ein defektes iPad
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Klaus Lage Band)
%
Die Computer der Zukunft werden vielleicht nur noch 1,5 Tonnen wiegen.
		-- Der neue Internetbeauftragte der CDU
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich US-Zeitschrift Popular Mechanics, 1949)
%
Ich denke, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern.
		-- Der neue Internetbeauftragte der SPD
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Thomas Watson, CEO von IBM, 1943)
%
Der Bericht über meinen Tod wurde stark übertrieben.
		-- Jesus von Nazaret
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Mark Twain)
%
Ihr wollt mich wohl auf's Kreuz legen.
		-- Jesus von Nazaret
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag.
Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.
		-- Käpt'n Iglu
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Konfuzius)
%
Musik drückt aus, worüber besser geschwiegen worden wäre.
		-- Karl Moik
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Clara Schumann)
%
In jedes Menschen Gesichte steht seine Geschichte.
		-- Michael Jackson
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
  eigentlich Friedrich Martin von Bodenstedt)
%
Als ich in England war, habe ich ein oder zwei mal mit Marihuana
und ich mochte es nicht. Ich habe nicht inhaliert und es nie
wieder probiert.
		-- Mick Jagger
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Bill Clinton)
%
Frage nicht, was dein Land für dich tun kann.
Frage, was du für dein Land tun kannst.
		-- Kim Jong Il
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Mein Sohn ist kein Kommunist. Er ist vielleicht ein Lügner, ein
Schwein, ein Idiot und ein Kommunist, aber er ist kein Porno-Star!
		-- Kim Jong Il
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Ape Simpson)
%
Die digitale Welt eröffnet der Basisdemokratie völlig neue Möglichkeiten.
		-- Kim Jong-Un
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Alexander Spies,
 Piratenpartei)
%
Es ist schwer einen Menschen zu verlieren, aber es ist ein Trost zu
wissen, daß viele ihn gern hatten.
		-- Kim Jong-Un
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Liliana Ferraro)
%
... und sie dreht sich doch!
		-- Harald Juhnke
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Wer Wind sät, wird Sturm ernten.
		-- Jörg Kachelmann
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Hosea 8,7)
%
Die Mauer wird so lange bleiben, wie die Bedingungen nicht geändert
werden, die zu ihrer Errichtung geführt haben. Sie wird auch noch in 50
und auch in 100 Jahren noch bestehen.
		-- Der Kaiser von China
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Erich Honecker)
%
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
		-- Margot Kässmann
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Mein Problem ist, daß ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir
selbst gegenüber.
		-- Immanuel Kant
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Andreas Möller)
%
Wenn sie sich waschen und rasieren, haben sie in drei Wochen einen Job.
		-- Hamid Karzai kündigt das Taliban-Aussteigerprogramm an
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Kurt Beck)
%
Ich empfehle Daniel Kehlmann unbedingt.
		-- Daniel Kehlmann
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Klaus Bednarz)
%
Sprächen die Menschen nur von Dingen, von denen sie etwas verstehen,
die Stille wäre unerträglich.
		-- Johannes B. Kerner
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Albert Einstein)
%
In der Ruhe liegt die Kraft.
		-- Klaus Kinski
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.
		-- Der kleine Mann
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Otto Rehagel)
%
Wenn Sie bitte so freundlich wären ... weil das eine Pressekonferenz in
Deutschland ist ... ich bitte Sie, dass ... bei allem Verständnis dafür,
aber ...
		-- Piet Klocke
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Guido Westerwelle)
%
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
		-- Heidi Klum
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Matth. 7:1,2)
%
Eine Idee, die nicht gefährlich ist, ist nicht wert, eine Idee genannt
zu werden.
		-- Johnny Knoxville
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Oscar Wilde)
%
Willst du den Charakter eines Menschen erkennen,
so gib ihm Macht.
		-- Roland Koch
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Abraham Lincoln)
%
Ah, jetzt, ja. Eine Insel!
		-- Christoph Kolumbus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Dolls United - Eine Insel mit zwei Bergen)
%
Abends kann man in der Altstadt sehr leicht versacken.
		-- Die Kölner U-Bahn
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Wolfgang Overath)
%
Freude bereiten heißt: Die Banane essen und die Schale einem Anderen hinlegen.
		-- Helmut Kohl
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Dashiell Hammett)
%
C wie Zukunft.
		-- Das Krümelmonster
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich CDU Werbeplakat)
%
Die erfundenen Sprüche sind oft schlauer als das, was ich wirklich gesagt habe.
		-- Konfuzius
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Curd Jürgens)
%
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.
		-- Murat Kurnaz
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Ich bin nicht gescheitert.  Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden,
die nicht funktionieren.
		-- Oskar Lafontaine
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Thomas Alva Edison)
%
Sie wären überrascht, wie viel es kostet, so billig auszusehen.
		-- Karl Lagerfeld
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Dolly Parton)
%
Bürgerliches Gesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Januar 2002,
das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 10. Mai 2012 geändert worden ist.
		-- Das Labyrinth der Meister
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich BGB
 http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/BJNR001950896.html)
%
Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.
		-- Hannibal Lecter
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich: Werbespruch,
 Attica Cigarettenfabrik GmbH, 1966)
%
Nur wer seine Rechungen nicht bezahlt, darf hoffen, im Gedächtnis der
Kaufleute weiterzuleben.
		-- Lehman Brothers
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; Oscar Wilde)
%
Lebe jeden Tag, als wäre es Dein letzter.
		-- Ein Lemming
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
		-- Lidl
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Wenn sie vom Hauptbahnhof in München ...  mit zehn Minuten, ohne, dass
Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde
genommen am Flughafen ... am ... am Hauptbahnhof in München starten Sie
ihren Flug, zehn Minuten.
		-- Lukas der Lokomotivführer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Edmund Stoiber)
%
Gib mir einen Punkt, wo ich sicher stehen kann, einen Hebel, der lang
genug ist, und ich beweg dir die Erde mit einer Hand.
		-- MacGyver
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Archimedes)
%
Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.
		-- Thomas Mann bei der Nobelpreisverleihung 1929
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jürgen Klinsmann)
%
Die Geschichte der Mentruation ist eine Geschichte voller Missverständnisse!
		-- Maria
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
So wie es in Großbritannien üblich ist, dass man dort selbstverständlich
Englisch spricht, so ist es in Deutschland üblich, dass man hier deutsch
spricht.
		-- Die Sendung mit der Maus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Guido Westerwelle)
%
Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
		-- Ronald McDonald
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Mahatma Gandhi)
%
Management ist nichts anderes als die Kunst, andere Menschen zu motovieren.
		-- Ulrike Meinhof
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Lee Iacocca)
%
Ich glaube, Homo-Ehen sollten sich auf Ehen zwischen Mann und Frau beschränken.
		-- Erzbischof Joachim Meisner
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Arnold Schwarzenegger)
%
Top, die Wette gilt!
		-- Mephisto
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Es ist erstaunlich, was man alles erreichen kann,
wenn man sich nicht darum kümmert.
		-- Angela Merkel
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Nukular, das Wort heisst nulular.
		-- Angela Merkel
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Homer Simpson)
%
Ich habe eiserne Prinzipien.  Wenn Sie Ihnen nicht gefallen, habe ich
auch noch andere.
		-- Angela Merkel
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Groucho Marx)
%
Auf der Mauer auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze.
		-- Erich Mielke
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Das ist Wahnsinn.  Warum schickst Du mich in die Hölle?
		-- Bischhof Walter Mixa
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
		-- Jürgen W. Möllemann
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Um einen Staat zu beurteilen, muss man seine Gefängnisse von innen ansehen.
		-- Muhammad Husni Mubarak
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)
%
Eine starke Truppe.
		-- Die Müllabfuhr
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus.
Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung.
		-- Baron von Münchhausen
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Karl-Theodor zu Guttenberg)
%
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
		-- Xavier Naidoo
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Markus 13,31)
%
Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im
Winter zu kalt war.
		-- Napoleon Bonaparte
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Mark Twain)
%
Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die
Dunkelheit zu verfluchen.
		-- Kaiser Nero
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Konfuzius)
%
Widerstand ist zwecklos.
		-- Nestlè
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Was auch immer geschieht:  Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao,
durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!
		-- Der Nesquick-Hase
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Erich Kästner)
%
Ich mache keine Voraussagen und werde das auch niemals tun.
		-- Nostradamus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Paul Gascoigne)
%
Ich bin Amerikaner, Süße, unsere Namen bedeuten einen Scheiß!
		-- Barack Obama
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich aus "Pulp Fiction")
%
Da oben hat man keine Zeit zu denken.  Wenn man denkt ist man tot.
		-- Die oberen Zehntausend
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich aus "Top Gun")
%
Deine Mudder.
		-- Das Orakel zu Ödipus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Im deutschen Fernsehen gibt es nur noch kaputte Familien.  Außer den Simpsons
gibt es keine normale Familie mehr im TV.
		-- Ozzy Osbourne
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Edmund Stoiber)
%
Jeder nur ein Kreuz.
		-- OSZE-Wahlbeobachter
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Monty Python "Leben des Brian")
%
Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen.
		-- Sarah Palin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Konrad Adenauer)
%
Besser Diktator als schwul.
		-- Der Papst
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Alexander Lukaschenko)
%
Ich glaube ich spinne.
		-- Peter Parker
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Von all den Dingen, die mir verloren gegangen, habe ich am meisten an
meinem Verstand gehangen.
		-- Paulus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Ozzy Osbourne)
%
Ich bin ein Berliner!
		-- Der Pfannkuchen
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich John F. Kennedy)
%
Oft sieht man etwas hundert Mal, bevor man merkt, wie uninteressant es ist.
		-- Pablo Picasso
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Henri Matisse)
%
Es schien zu diesem Zeitpunkt wie eine gute Idee.
		-- Pontius Pilatus
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; aus dem Film
"Die glorreichen Sieben")
%
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
		-- Lukas Podolski
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Ludwig Wittgenstein)
%
Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft
ist die Geschichte von Klassenkämpfen
		-- Harry Potter
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem.
		-- Präsident der Europäischen Zentralbank
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Ashleigh Brilliant)
%
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
		-- Optimus Prime (Transformers)
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Bertolt Brecht)
%
Zwischen zu früh und zu spät liegt immer nur ein Augenblick.
		-- Prince of Persia
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Franz Werfel)
%
Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten.
		-- Wladimir Putin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.
	        -- Satz des Pythagoras
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Aleksander Ristic)
%
Hui! Das reimt sich! Und was sich reimt ist gut.
		-- Marcel Reich-Ranicki
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Pumuckl)
%
Es steht im Augenblick 1:1. Aber es hätte auch umgekehrt lauten können.
		-- Relativitätstheorie
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Heribert Faßbender)
%
Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!
		-- Die Rentenversicherung
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Dante Alighieri
 in "Die Göttliche Komödie")
%
Gute Mine zum bösen Spiel
		-- Rheinmetall Waffe Munition GmbH
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die meisten Menschen geben ihre Laster erst dann auf, wenn sie ihnen
Beschwerden bereiten.
		-- Robben & Wientjes
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich William Somerset Maugham)
%
Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und
es führt zu nichts.
		-- Wilhelm Conrad Röntgen
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Elias Canetti)
%
20 Prozent auf alles - ausser Tiernahrung.
		-- Philipp Rösler
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Meica macht das Würstchen
		-- Philipp Rösler
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Der mit dem Blubb.
		-- Philipp Rösler
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Storck-Riesen bitte, Frau Lange.
		-- Philipp Rösler
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Gibt's da auch was von Ratiopharm?
		-- Philipp Rösler
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Jeder Mensch ist ein Clown, aber nur wenige haben den Mut, es zu zeigen.
		-- Claudia Roth
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Charlie Rivel)
%
Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind!
		-- Die Polen, Franzosen, Dänen, Norweger, Belgier,
		   Niederländer, Luxemburger, Griechen, Russen ...
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Das Grauen! Das Grauen!
		-- RTL2-Chef
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Da, da, da.
		-- Das russische Parlament
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Mit der Hoffnung zu reisen ist besser, als das Ziel zu erreichen.
		-- S-Bahn Berlin GmbH
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Robert Louis Stevenson)
%
Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.
		-- Sachverständigenrat zur Begutachtung der
		   gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Ron Atkinson)
%
Mein Gott ... der Witz hat so'n Bart.
		-- Ein Salafist
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Wer das liest, ist doof.
		-- Thilo Sarrazin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.
		Nicolas Sarkozy
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Karl Kraus)
%
Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!
		-- Aus "Die italienische Reise" von Friedrich Schiller
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Andreas Möller)
%
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
		-- Radio NRJ - Morning Show
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich George Orwell)
%
Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit.
		-- Das schlechte Wetter
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Matthäus 28:19)
%
Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.
		-- Anton Schlecker
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Liebe Leute, Ihr müßt nicht nach Hause gehen, aber hier könnt Ihr
nicht bleiben!
		-- Anton Schlecker
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Jake Blues "Blues Brothers")
%
Wir brauchen mehr Wachsttum.
		-- Papa Schlumpf
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Heute ist mein 111. Geburtstag!  Aber leider sind 111 Jahre eine viel zu
kurze Zeit, um unter solch vortrefflichen und bewundernswerten Hobbits
zu leben!  Ich kenn die Hälfte von Euch nicht halb so gut, wie ich es
gerne möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von EUch auch nur halb
so gern, wie ihr es verdient!
		-- Helmut Schmidt
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Bilbo Beutlin)
%
Schröder geht es nicht um Gas - es geht ihm um Kohle.
		-- Gerhard Schröder
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Ronald Pofalla)
%
Vernünftige und verantwortungsbewusste Frauen wollen gar nicht wählen.
		-- Kristina Schröder
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Grover Cleveland,
 US-Präsident, 1905)
%
Die Intelligenz verfolgt mich, aber ich bin schneller!
		-- Michael Schumacher
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.
		-- Arnold Schwarzenegger
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Ben Parker (Cliff Robertson) in Spiderman)
%
Ich denke, also bin ich.
		-- Till Schweiger
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich René Descartes)
%
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.
		-- Bastian Schweinsteiger
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Kurt Tucholsky)
%
Wäscht nicht nur sauber, sondern rein.
		-- Schweizer Nummernkonto
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Ein Drittel? Nee, ich will mindestens ein Viertel.
		-- Horst Seehofer feilscht um Kürzungen der Bayerischen
		   Zahlungen für den Länderfinanzausgleich
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich Fußballer Horst Szymaniak)
%
Das Schwierigste am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu
verteidigen, sondern ihn zu kennen.
		-- Horst Seehofer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich André Maurois)
%
Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl.
		-- Bastian Sick
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Andreas Möller)
%
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern
kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden. 
		-- Sisyphos
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Reinhold Niebuhr)
%
Diese Vorgänge sind mir nicht bekannt gewesen und ich verspreche die
brutalstmögliche Aufklärung.
		-- Dr. Sommer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Roland Koch)
%
Die Generation, die zum Beispiel heute Abend hier sitzt, die hat die
Verpflichtung, wenn es die CDU morgen noch geben soll, in der
brutalstmöglichen Form aufzuklären.
		-- Dr. Sommer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Roland Koch)
%
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben
werden kann.
		-- Ein Sozialdemokrat
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jean Paul)
%
Internet-Piraterie ist kein Verbrechen ohne Opfer.
		-- Captain Jack Sparrow
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das gleiche zu tun und andere
Ergebnisse zu erwarten.
		-- Ein SPD-Wähler
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Albert Einstein)
%
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
		-- Mr. Spock
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Albert Einstein)
%
Macht kaputt, was euch kaputt macht.
		-- Axel Springer
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 eigentlich  Rio Reiser (Musik) und Norbert Krause (Text))
%
Wer mit 20 kein Kommunist war, hat kein Herz.  Aber wer mit 40 noch
Kommunist ist, der hat keinen Verstand.
		-- Josef Stalin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Winston Churchill)
%
Hey Du, möchtest Du ein A kaufen?
		-- Standard and Poor's
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Schön, die Phönizier haben das Geld erfunden.  Aber warum so wenig.
		-- Standard and Poor's
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Leben Sie.  Wir kümmern uns um die Details.
		-- Die Stasi
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Hypo Vereinsbank)
%
Man darf jetzt nicht alles so schlecht reden, wie es wirklich war.
		-- Erika Steinbach (Bund der Vertriebenen)
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Fredi Bobic)
%
Jede Nacht um halb eins, wenn das Fernsehen rauscht, leg ich mich auf's Bett,
und mal mir aus, wie es wäre, wenn ich nicht der wäre, der ich bin sondern
Kanzler
		-- Frank-Walter Steinmeier
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Rio Reiser:
 König Von Deutschland)
%
Sollten ihnen meine Aussagen zu klar gewesen sein, dann müssen sie
mich missverstanden haben.
		-- Edmund Stoiber
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Alan Greenspan)
%
Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben.  Man muß auch unfähig sein,
sie auszudrücken.
		-- Edmund Stoiber
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Karl Kraus)
%
Ein kluger Mann wird sich mehr Gelegenheiten verschaffen als sich
ihm darbieten.
		-- Dominique Strauss-Kahn
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Francis Bacon)
%
Erfolg besteht darin, daß man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment 
gefragt sind.
		-- Superman
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Henry Ford)
%
Vorwärts immer, rückwärts nimmer.
		-- Super Mario
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Erich Honecker)
%
Der nächste Gegner ist immer der schwerste.
		-- Super Mario
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Sepp Herberger)
%
Die beste Informationsquelle sind Leute, die versprochen haben, nichts
weiterzuerzählen.
		-- Deutsche Telekom
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Marcel Mart)
%
Man sieht nur mit dem Herzen gut.
		-- Margaret Thatcher
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate;
 Antoine de Saint-Exupéry - Der kleine Prinz)
%
Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.
		-- Thor
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Paul Watzlawick)
%
Und jetzt Skandieren die Fans wieder: Türkiye, Türkiye. Was so viel
heißt wie Türkei, Türkei.
		-- Bürgermeister Wolfgang Treu zum Pfalzgrafen Philipp
		   auf den Befestigungsanlagen Wiens im Herbst 1529
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Heribert Faßbender)
%
Die Hölle, das sind die Anderen.
		-- Touristeninformation an der Himmelspforte
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jean-Paul Sartre)
%
Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.
		-- Der Typ as "Matrix"
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Theodor W. Adorno)
%
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
		-- Aus dem Abschlußbericht der UN-Beobachter
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
For you. Vor Ort.
		-- Die V-Leute des Bundesverfassungsschutzes
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.
		-- La vache qui rit
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Nicolas Chamfort)
%
Mit den Gesetzen ist es wie mit den Würstchen. Es ist besser, wenn man
nicht sieht, wie sie gemacht werden.
		-- Verband der Fleischwirtschaft e.V.
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Otto von Bismarck)
%
Wir müssen den Kindern mehr deutsch lernen.
		-- Verein zur Rettung der deutschen Sprache
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Edmund Stoiber)
%
Sammeln Sie Punkte?
		-- Das deutsche Verkehrszentralregister
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Auf diese Steine können Sie bauen.
		-- Ulbricht zu Chruschtschow
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man
bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen
Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen
vollzieht.
		-- Darth Vader
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Michel Foucault)
%
Ich kam nach Hollywood, ohne meine Nase korrigiert, die Zähne überkront und
meinen Namen geändert zu haben. Das befriedigt mich wirklich.
		-- Voldemort
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Barbara Streisand)
%
Man müßte nochmals zwanzig sein - mit den Adressen von heute.
		-- Vorstandssprecher von penispumpenshop24.de
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Harald Juhnke)
%
Ich gebe ihnen 1000 Mark, wenn sie statt Tor 1 diesen Umschlag hier nehmen.
		-- Waffenschieber zum Zollbeamten
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Ein Ring sie zu knechten.
		-- Richard Wagner
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen.
		-- Wallenstein, Herzog von Friedland, kaiserlicher Kriegsrat
		   und Kämmerer, allerhöchster Obrist von Prag und
		   ebensolcher General
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Franz Beckenbauer)
%
Aus Erfahrung gut.
		-- Die Wanderhure
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Die Polizei ist dafür da, daß diejenigen, die nichts haben, denjenigen,
die viel haben, nichts wegnehmen.
		-- Was ist was, Band 120: Polizei
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Joseph Conrad)
%
Ja klar, äh, nein, ich mein: Jein!
		-- Der Weltsicherheitsrat
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Give me your tired, your poor, Your huddled masses yearning to breathe free.
		-- Weight Watchers
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich: Emma Lazarus,
 auf der Bronzetafel am Podest der Freiheitsstatue)
%
Was darf die Satire?  Alles.
		-- Die Wildecker Herzbuben
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich: Kurt Tucholsky)
%
Wir hatten zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Mescalin, fünf
Löschblattbögen extrastarkes Acid, 'nen Salzstreuer halbvoll mit Kokain
und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher …
sowie 'nen Liter Tequila, 'ne Flasche Rum, 'ne Kiste Bier, 'nen halben
Liter Ether und zwei Dutzend Poppers. Nicht, dass wir das alles für
unseren Trip brauchten, aber wenn man sich erst mal vorgenommen hat, 'ne
ernsthafte Drogen-Sammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu
werden.
		-- Tinky Winky
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; aus dem Film
 "Fear and Loathing in Las Vegas")
%
Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung.
		-- Jack Wolfskin
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Laurence Sterne)
%
Nicht einen Pfennig dazubezahlt.
		-- Christian Wulff
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate)
%
Es ist besser, ein dauerhaftes Einkommen zu haben, als faszinierend zu sein.
		-- Christian Wulff
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Oscar Wilde)
%
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.
		-- Meister Yoda
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Bastian Sick)
%
Die Besten unter uns sehen stets nur ihre Fehler.
		-- Der Zonk
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Jules Renard)
%
Ein Freund ist einer, der alles von dir weiß, und der dich trotzdem liebt.
		-- Mark Zuckerberg
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Elbert Hubbard)
%
Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist, als Freunde zu gewinnen:
Sie wieder loszuwerden.
		-- Mark Zuckerberg
(Marc-Uwe Kling: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Mark Twain)
%
Seit Urzeiten ist Fantasy das beliebteste aller Genres.  Fantasy-Autoren
der zweiten großen Welle wie Johannes, Lukas, Markus und Mel Gibson haben
zum Beispiel selbst heute noch fanatische Fans, die ganze Passagen
auswendig kennen und sich regelmäßig in mittelalterlichen Gebäuden zu
Conventions treffen, bei denen sie sich gegenseitig ihre Lieblingsstellen
vorlesen und absurde Rituale aus den Büchern nachspielen.  Totale Nerds.
		-- Marc-Uwe Kling (Die Känguru Offenbarung)
%
"Stell dir nur mal vor, wenn wir scheißreich wären, was wir uns für tolle
Gesetze kaufen könnten."
"Wenn wir scheißreich wären", sagt das Känguru, "wären wir mit den Gesetzen,
die es gibt, wahrscheinlich ganz zufrieden."
		-- Marc-Uwe Kling (Die Känguru Offenbarung)
%
Die Moral ist immer die letzte Zuflucht der Leute, welche die
Schönheit nicht begreifen.
		-- Heidi Klum
(Erwin Pelzig: Falsch zugeordnete Zitate; eigentlich Oscar Wilde)
%
Bewahre deine Papiere, deine Schlüssel und alles so, daß du jedes
einzelne Stück auch noch im Dunkeln finden kannst. Verfahre noch
ordentlicher mit fremden Sachen.
		-- Adolph Freiherr von Knigge
%
In Städten glaubt man, es gehöre zum guten Ton, nicht einmal zu
wissen, wer in demselben Hause wohnt.
		-- Adolph Freiherr von Knigge
%
Lerne den Ton der Gesellschaft anzunehmen, in der du dich befindest.
		-- Adolph Freiherr von Knigge
%
Allgemeines Lob ist etwas sehr Entbehrliches. Allgemeine Achtung
können dem Redlichen und Weisen selbst die Schurken in ihren Herzen
nicht versagen.
		-- Adolph von Knigge (Über den Umgang mit Menschen)
%
Achte dich selbst, wenn du willst, daß andere dich achten sollen!
		-- Adolph von Knigge (Über den Umgang mit Menschen)
%
Handle gut und anständig, weniger anderen zu gefallen, eher um deine
eigene Achtung nicht zu verscherzen.
		-- Adolph von Knigge (Über den Umgang mit Menschen)
%
Jeder Mensch gilt in dieser Welt nur so viel, als wozu er sich selbst
macht.
		-- Adolph von Knigge (Über den Umgang mit Menschen)
%
Ruhige, stille Hochachtung ist mehr wert als Anbetung, Verehrung,
Entzückung.
		-- Adolph von Knigge (Über den Umgang mit Menschen)
%
Die Gesellschaft möchte lieber unterhalten sein als unterrichtet.
		-- Adolf von Knigge
%
Du hast bei der besten Sache schon halb verloren, wenn du nicht
kaltblütig bleibst.
		-- Adolf von Knigge (Über den Umgang mit Menschen)
%
Freunde, die uns in der Not nicht verlassen, sind äußerst selten. Sei
du einer dieser seltnen Freunde!
		-- Adolph von Knigge (Über den Umgang mit Menschen)
%
Ohne Begeisterung, welche die Seele mit einer gesunden Wärme erfüllt,
wird nie etwas Großes zustande kommen.
		-- Adolf von Knigge
%
Der Anführer eines großen Heeres kann besiegt werden; aber den festen
Entschluß eines Einzigen kannst Du nicht wankend machen.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch
nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der
leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Mich kümmert nicht, daß die Menschen mich nicht kennen. Mich kümmert,
daß ich die Menschen nicht kenne.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Wer nur darauf bedacht ist, sein eigenes Leben reinzuhalten, der
bringt die menschlichen Beziehungen in Unordnung.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Von Natur aus sind die Menschen fast gleich; erst die Gewohnheiten
entfernen sie voneinander.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Wenn der Mensch nicht über das nachdenkt, was in ferner Zukunft liegt,
wird er das schon in naher Zukunft bereuen.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Der sittliche Mensch liebt seine Seele, der gewöhnliche sein Eigentum.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen
zweiten.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Wer sich seiner Fehler schämt, macht sie zu Verbrechen.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen. So wird dir
viel Ärger erspart bleiben.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Das Entscheidende am Wissen ist, daß man es beherzigt und anwendet.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Sei dir bewußt, was du weißt. Was du hingegen nicht weiß, das gib zu.
Das ist das richtige Verhältnis zum Wissen.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Essen und Beischlaf sind die beiden großen Begierden des Mannes.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Der Weg ist das Ziel.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Lernen, ohne zu denken, ist eitel; denken, ohne zu lernen, ist
gefährlich.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen
Charakter.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen
Vorhaben zum Scheitern.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Der Edle benützt seinen Reichtum, um sein Leben zu gestalten. Der
Niedrigdenkende benützt sein Leben, um zu Reichtum zu gelangen.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Das Rechte erkennen und nicht tun, ist Mangel an Mut.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die
Dunkelheit zu verfluchen.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen
Vorhaben zum Scheitern.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Bewältige eine Schwierigkeit, und du hälst hundert von dir ferne.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Es gibt ein Wort, das jedem als praktische Lebensregel dienen könnte:
Gegenseitigkeit.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Achtet die Jungen! Wie wollt ihr wissen, ob sie nicht eines Tages
alles das sein werden, was ihr jetzt seid?
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Selbst einer großen Armee kann man den Führer rauben, aber nicht
einmal einem einfachen Mann seinen Willen.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag.
Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
Vor drei Dingen soll der edle Mensch sich hüten: Solange er noch jung
ist und seine Kräfte noch nicht gefestigt sind, hüte er sich vor der
Liebeslust.  Wenn er in voller Mannesblüte steht und seine Kräfte
ausgereift sind, hüte er sich vor der Streitsucht. Ist er alt geworden
und verlassen ihn seine Kräfte, so hüte er sich vor Habsucht.
		-- Konfuzius (551-479 v. Chr.)
%
'Würde' ist die konditionale Form von dem, was einer ist.
		-- Karl Kraus
%
Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen
Schatten.
		-- Karl Kraus
%
Wo die Sonne der Weisheit am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge
große Schatten.
		-- Karl Kraus
%
Das sind die wahren Wunder der Technik, daß sie das, wofür sie
entschädigt auch wirklich kaputt macht.
		-- Karl Kraus
%
Nach Ägypten wär's nicht so weit. Aber bis man zum Südbahnhof kommt.
		-- Karl Kraus
%
Polemik soll den Gegner um seine Seelenruhe bringen,
nicht ihn belästigen.
		-- Karl Kraus
%
Was mich immer tief alteriert hat, das ist die Selbstverständlichkeit,
mit der die meisten Menschen ihr Gesicht tragen.
		-- Karl Kraus
%
Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste
Mißtrauensvotum gegen den lieben Gott.
		-- Karl Kraus
%
Kriege und Geschäftsbücher werden mit Gott geführt.
		-- Karl Kraus
%
Ein Psychiater ist ein Mann, der sich keine Sorgen zu machen braucht,
solange andere Menschen sich welche machen.
		-- Karl Kraus
%
Erotik ist die Überwindung von Hindernissen. Das verlockendste und
populärste Hindernis ist die Moral.
		-- Karl Kraus
%
Nichts ist billiger als sittliche Entrüstung.
		-- Karl Kraus
%
Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie seine
Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.
		-- Karl Kraus
%
Ein Agitator ergreift das Wort. Der Künstler wird vom Wort ergriffen.
		-- Karl Kraus
%
Die Zeitung ist die Konserve der Zeit.
		-- Karl Kraus
%
Eine der verbreitetesten Krankheiten ist die Diagnose.
		-- Karl Kraus
%
Das Chaos sei willkommen, denn die Ordnung hat versagt.
		-- Karl Kraus
%
Ordnung ist der Humor der Deutschen.
		-- Karl Kraus
%
Als die christliche Nacht hereinbrach und die Menschheit auf Zehen zur
Liebe schleichen mußte, da begann sie sich dessen zu schämen, was sie
tat.
		-- Karl Kraus
%
Der Klügere gibt immer nach - aber erst, wenn er durch Schaden klug
geworden ist.
		-- Karl Kraus
%
Es gibt Dinge, die sind so falsch, daß noch nicht einmal das absolute
Gegenteil richtig ist.
		-- Karl Kraus
%
Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.
		-- Karl Kraus
%
Klerus und Krieg: Man kann auch den Mantel der Nächstenliebe nach dem
Wind hängen.
		-- Karl Kraus
%
Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen
Journalisten und glauben es wenn sie's lesen.
		-- Karl Kraus
%
Es ist nicht wahr, daß man ohne eine Frau nicht leben kann. Man kann
bloß ohne eine Frau nicht gelebt haben.
		-- Karl Kraus
%
Enthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Pusteln,
beim anderen Sexualgesetze.
		-- Karl Kraus
%
Nicht alles, was totgeschwiegen wird, lebt.
		-- Karl Kraus
%
Man glaubt gar nicht, wieviel Häßlichkeit die angestrengte
Beschäftigung mit der Schönheit erzeugt.
		-- Karl Kraus
%
Gute Aussichten sind wertlos. Es kommt darauf an, wer sie hat.
		-- Karl Kraus
%
Kleine Nationen sind stolz darauf, daß die Schnellzüge an ihnen
vorbeifahren müssen.
		-- Karl Kraus
%
Was zugunsten des Staates begonnen wird, geht oft zuungunsten der Welt
aus.
		-- Karl Kraus
%
Der Schwache zweifelt vor der Entscheidung; der Starke danach.
		-- Karl Kraus
%
Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.
		-- Karl Kraus
%
Gewiss, ein Monarch kann auf Regierungsdauer ein Trottel sein, das
widerstreitet nicht dem monarchischen Gedanken. Wenn er sich aber auch in
der Zeit, da er kein Monarch mehr ist, wie ein Trottel benimmt, nämlich
durch die Art, wie er wieder ein Monarch werden möchte, so sollte man doch
meinen, daß auch die Anhänger des monarchischen Gedankens ihm die
Eignung hierzu absprechen müßten.
		-- Karl Kraus (über Karl I., letzter Monarch Österreichs)
%
Fahnen sind sichtbar gemachter Wind.
		-- Karl Kraus
%
Diplomatie ist ein Schachspiel, bei dem die Völker matt gesetzt
werden.
		-- Karl Kraus
%
Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben.  Man muß auch unfähig sein, 
sie auszudrücken.
		-- Karl Kraus
%
Für das Fernsehen ist der Zug, der entgleist, wichtiger als einer, der
ankommt.
		-- Gaston Lacour
%
Wir brauchen endlich eine eigenständige europäische Außenpolitik, die
den Werten Europas, der Freiheit, der Demokratie, der sozialen
Gerechtigkeit und der Menschenwürde verpflichtet ist und auf
Interventionskriege und neokoloniale Abenteuer verzichtet. Unsere
Verantwortung besteht darin, einer verhängnisvollen US-Politik in den
Arm zu fallen und darauf zu bestehen, dass Russland seinen Platz im
gemeinsamen Europäischen Haus hat. Wir wollen mit Russland in Frieden
leben weil wir gemäß dem Schwur der Überlebenden von Buchenwald eine
Welt des Friedens und der Freiheit bauen wollen. 
		-- Oskar Lafontaine (8.5.2015)
%
Behüte uns Gott vor den schlimmsten Menschen, die es gibt, den
Korrekten.
		-- Paul Anton de Lagrade
%
Utopien sind oft nur vorzeitige Wahrheiten.
		-- Alfonse Marie de Lamartine
%
Das Ideal ist nichts als die Wahrheit von weitem.
		-- Alfonse Marie de Lamartine
%
Gott ist nur ein erdachtes Wort, die Welt uns zu erklären.
		-- Alphonse de Lamartine
%
Das Zaudern, das in ruhigen Zeiten nützlich ist, bringt Männern in
unruhigen Zeiten den Untergang.
		-- Alphonse de Lamartine
%
Ich frage mich schon seit längerem, ob das schöne deutsche Wort
"notwendig" bedeutet, daß immer erst die Not etwas wendet.
		-- Otto Graf Lambsdorff
%
Der Deutsche Bundestag ist mal voller und mal leerer, aber immer
voller Lehrer.
		-- Otto Graf Lambsdorff
%
Kaum hat das Volk seine Vertreter gewählt, da klingeln sie schon an
der Tür.
		-- Helmut Lamprecht
%
Mit dem Wort 'Zufall' gibt der Mensch nur seiner Unwissenheit
Ausdruck.
		-- Pierre Simon Laplace
%
Der Kapitalismus hat ja nicht 1990 gesiegt, sondern er ist nur
übrig geblieben.
		-- Bernd-Lutz Lange
%
Eine Beziehung funktioniert nicht, wenn man ständig Angst um den
Partner haben muß.
		-- Wolf Larson
%
Meinungsmanagement ist billiger als Gewalt, Bestechung oder andere
mögliche Kontrolltechniken.
		-- Harold D. Lasswell
%
Echte dauernde Freude ist nur die Tochter der Weisheit.
		-- J. K. Lavater
%
Ein Neurotiker ist ein Mensch, der ein Luftschloß baut. Ein
Psychotiker ist der Mensch, der darin lebt. Und ein Psychiater ist
der, der die Miete kassiert.
		-- Jerome Lawrence
%
Wer sich nur seiner Vorfahren rühmt, bekennt damit, daß er einer
Familie angehört, die tot mehr Wert ist als lebendig.
		-- Neill Lawson
%
Der Tourismus ist die Völkerwanderung der Neuzeit.
		-- Halldór Kiljan Laxness
%
Utopien sind heutzutag geplante Wunder.
		-- Halldór Kiljan Laxness
%
Wer immer nur nach der Zweck der Dinge fragt, wird Ihre Schönheit nie
entdecken.
		-- Halldór Kiljan Laxness
%
Wenn du die, denen deine Arbeit gewidmet ist, kennst, verstehst,
liebst, hast du ja zum Leben gesagt.
		-- Halldór Kiljan Laxness
%
Die gefährlichsten Menschen auf der Welt sind die enttäuschten
Individualisten.
		-- Halldór Kiljan Laxness
%
Des Menschen Gewissen ist ein unzuverlässiger Richter über Recht und
Unrecht.  Es ist weiter nichts denn der Hund in uns, der, mehr oder
weniger gut abgerichtet, seinem Herrn, dem Gebot der Umgebung, gehorcht.
Es kann, je nach den Umständen, einen guten oder einen schlechten Herrn
haben.  Manchmal kann es einen Herrn haben, der selber ein Schurke ist.
		-- Halldór Kiljan Laxness
%
Wer führen will, muß lernen, Emotionen zu produzieren.
		-- Ruperet Lay
%
Langfristig ist man nur erfolgreich, wenn man weiß, warum man
erfolgreich ist.
		-- Ruperet Lay
%
Das Telefon ist eine gute Möglichkeit mit anderen Menschen zu reden
ohne ihnen etwas zu Trinken abbieten zu müssen.
		-- Fran Lebowitz, "Interview"
%
Es kommt anders als man denkt, deshalb denken viele nicht, damit es nicht
anders kommt. Heute haben die ewig gestrigen wieder Zukunft.
		-- Isgard Lechleitner
%
Die Kirche hat den Menschen ein größeres Maß unverdienten Leids
zugefügt als irgendeine andere Religion.
		-- William E. H. Lecky
%
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen.
Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat.
		-- Bruce Lee
%
Ein großer Mensch ist derjenige, der sein Kinderherz nicht verliert.
		-- James Legge
%
Das letzte, was Leute mit Kommunikationsstörungen offenbar können, ist
den Mund zu halten.
		-- Tom Lehrer
%
Wer seine Schüler das Abc gelehrt, hat eine größere Tat vollbracht als
der Feldherr, der eine Schlacht geschlagen.
		-- Gottfried Wilhelm von Leibniz
%
Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet
trotz aller Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände.
		-- Gottfried Wilhelm von Leibniz
%
Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
		-- Gottfried Wilhelm von Leibniz
%
Wer seine Schüler das Abc gelehrt, hat eine größere Tat vollbracht
als der Feldherr, der eine Schlacht geschlagen.
		-- Gottfried Wilhelm von Leibniz
%
Der Versuch, Vernunft in die Natur des Menschen zu bringen,
kann bereits heute als gescheitert angesehen werden.
		-- Gottfried Wilhelm Leibniz
%
Ein Gentleman ist ein Mann, der wenigstens von Zeit zu Zeit so ist,
wie er immer sein sollte.
		-- Vivien Leigh (Vivian Mary Hartley)
%
Am Abend duftet alles, was man gepflanzt hat, am lieblichsten.
		-- Leisewitz (Julius v. Tarent)
%
Man soll es nicht glauben! 168 Österreicher stehen auf der Liste um
von den Sowjets in's All geschossen zu werden. Wenn's nach mir ginge,
kämen noch einige dazu.
		-- Hans Leitinger
%
Wenn ich gestern abend so müde gewesen wäre, wie ich heute morgen bin,
dann wäre ich heute morgen so munter, wie ich gestern abend war.
		-- Hans Leitinger
%
Heute ist Freitag, der 21.12. In den letzten Tagen vor dem
Weihnachtsfest gibt es immer viel zu tun. Vor allem für die Leber.
		-- Hans Leitinger
%
Sobald man das Nicht-reden-wollen ausspricht, tut man es ja doch.
		-- Freddy Leitner
%
Frage nicht nach dem Warum, wenn du das Weil nicht begründen kannst.
		-- Thomas Leiter
%
Wer zu laut und zu oft seinen eigenen Namen kräht, erweckt den
Verdacht, auf einem Misthaufen zu stehen.
		-- Otto von Leixner
%
Richte nie den Wert des Menschen schnell nach einer kurzen Stunde.
Oben sind bewegte Wellen, doch die Perle liegt am Grunde.
		-- Otto von Leixner
%
Du willst mitnüchternem Verstand
das Göttliche beweisen?
Das heißt, nach einem Fabelland
auf Eisenbahnen reisen.
		-- Otto von Leixner (Aus der Vogelschau)
%
Es herrscht Chaos. Wir befinden uns auf einer Drehscheibe, die
Richtung in die Zukunft ist noch nicht gefunden. Vielleicht muß diese
Menschheit untergehen, damit eine andere entstehen kann.
		-- Stanislav Lem
%
Die Steigerung der technischen Leistung geht paradoxerweise mit
einem Verfall der Fantasie und Intelligenz der Menschen einher.
		-- Stanislav Lem
%
Wir können alles aus dieser Welt machen, nur nicht eine Welt, in der
die Menschen in einigen zigtausend Jahren überlegen könnten: "So, es
ist nun genug. So soll es von nun an für immer bleiben. Verändern wir
nichts, erfinden wir nichts, weil es besser nicht sein kann, und wenn
doch, dann wollen wir es nicht."
		-- Stanislav Lem
%
Eine Diktatur ist ein Staat, in dem das Halten von Papageien mit
Lebensgefahr verbunden ist.
		-- Jack Lemmon
%
Schönheit ohne Anmut ist ein Angelhaken ohne Köder.
		-- Ninon de Lenclos
%
Es mögen Situationen eintreten, in denen den Interessen der gesamten
Menschheit der Vorrang von den Klasseninteressen des Proletariats
eingeräumt werden muß.
		-- Wladimir Iljitsch Lenin
%
Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen
einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!
		-- Wladimir Iljitsch Lenin
%
Ist nicht sofort ersichtlich, welche politischen oder sozialen
Gruppen, Kräfte oder Größen bestimmte Vorschläge, Maßnahmen usw.
vertreten, sollte man stets die Frage stellen: Wem nützt es?
		-- Wladimir Iljitsch Lenin
%
Es ist eine alte Wahrheit, daß man in der Politik oft vom Feinde
lernen muß.
		-- Wladimir Iljitsch Lenin
%
Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.
		-- Wladimir Iljitsch Lenin
%
Die Unwissenheit ist der Wahrheit näher als das Vorurteil.
		-- Wladimir Iljitsch Lenin
%
Die Religion ist eine Art geistiger Fusel, in dem die Sklaven des
Kapitals ihre Menschenwürde und ihren Anspruch auf eine halbwegs
menschenwürdige Existenz ersäufen.
		-- Wladimir Iljitsch Lenin (Sozialismus und Religion)
%
Wir fürchten eine übermäßige Ausdehnung der Partei, denn in eine
Regierungspartei versuchen sich unvermeidlich Karrieristen und Gauner
einzuschleichen, die nur verdienen, erschossen zu werden.
		-- Wladimir Iljitsch Lenin (Der "linke Radikalismus", die
		   Kinderkrankheit im Kommunismus)
%
Leben ist das was passiert, während Du andere Pläne schmiedest.
		-- John Lennon
%
Wenn Affen Klavier spielen können, warum sollten Menschen nicht dazu
singen.
		-- John Lennon
%
Man braucht keine Helden in einem Buch. Auch im Alltagsmilieu, beim
Teetrinken kann die Welt explodieren.
		-- Siegfried Lenz
%
Überzeugungen sind Krankheiten, die durch Begeisterung übertragen
werden.
		-- Siegfried Lenz
%
Das einzige Mittel, das Leben zu ertragen, ist: Es schön zu finden.
		-- Rudolf Leonhard
%
Empörend bei einem Befehlsverhältnis ist nicht das Kommando, aber der
Gehorsam.
		-- Rudolf Leonhard
%
Das einzige Mittel, das Leben zu ertragen, ist: es schön zu finden.
		-- Rudolf Leonhard
%
Nichts ist seltener als ein Mensch, den man immer um sich ertragen
kann.
		-- Alessandro Leopardi
%
Wer im Reden Erfolg haben will, muß oft gewöhnliche Dinge sagen, um
hier und da etwas Ungewöhnliches sagen zu können.
		-- Giacomo Leopardi
%
Zuerst wollen sie eine bessere Welt, aber am Ende glauben sie, ihr
Ziel nur dadurch erreichen zu können, daß sie alles aus dieser Welt
tilgen, was zu ihrer Vorstellung von der Welt nicht paßt.  Sie werden
auf dem Scheiterhaufen enden ...
		-- Donna Leon, Venezianische Scharade --
%
Die meisten von uns sind wie Litfaßsäulen. Wer zuletzt was draufklebt,
hat recht.
		-- Johannes Leppich
%
Wer zu Handeln versäumt, ist noch keineswegs frei von Schuld. Niemand
erhält seine Reinheit durch Teilnahmslosigkeit.
		-- Siegfried Lenz
%
Natur ist Mathematik unter Zwangsbedingungen, das heißt, nicht jede
Lösung die mathematisch möglich wäre wird auch realisiert.
		-- Harald Lesch
%
Wohin sollen wir gehen, wenn nicht nach innen?
		-- Doris May Lessing
%
Es gibt Kreativität auch ohne totale Kontrolle.
		-- Lawrence Lessig
%
Im Munde des mächtigsten Monarchen (Ludwig XIV.) waren die Worte:
"Etat c'est moi" der Ausgangspunkt des Absolutismus. Im Munde eines
jeden einzelnen Bürgers sind sie der Zeitpunkt des freien
Rechtsstaats; die Grundrechte finden zuletzt in der allgemeinen
Erkenntnis und Erfüllung der Grundpflichten gegen die staatliche und
gesellschaftliche Ordnung die mächtigste Garantie.
		-- Lette (Parlamentsalbum 1849)
%
Enzyme sind von Biologen erfundene Dinge, die Dinge erklären, die
ansonsten tieferes Nachdenken erfordern würden.
		-- Jerome Lettvin
%
Nur ein "freier" Geist findet Spaß am "Spielen".
		-- Mario Leukel
%
Toleranz zeigt sich im Handeln.
		-- S. Leutheusser-Schnarrenberger
%
Patriotismus ist nichts als ein Gefühl der Wohlfahrt; und der Furcht,
daß sie gestört werden könnte.
		-- Stanislaus I. Leszczynski
%
Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht.
		-- Carlo Levi
%
Alle Hoffnungen sind naiv, aber wir leben von ihnen.
		-- Primo Levi
%
Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als
an seinen Antworten.
		-- Francois G. de Levis
%
Um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, muß man falsche
Entwicklungen rechtzeitig anhalten, ohne von einer Kriegs-Hysterie
erfaßt zu werden.
		-- Bernard-Henri Levy
%
Es ist sehr leicht, die Menschen zu behandeln, wenn man sie nicht
achtet.
		-- Fanny Lewald
%
Wer alles durchschaut, sieht nichts mehr.
		-- C. S. Lewis
%
Ich habe eine Diät gemacht und fettem Essen und Alkohol abgeschworen.
In zwei Wochen verlor ich 14 Tage.
		-- Joe E. Lewis
%
Wäre das Reisen so begeisternd und belehrend wie die neuste
Weltreisepropaganda so beredet behauptet, dann wären die weisesten
Männer der Welt Matrosen auf Frachtdampfern, Eisenbahnschaffner und
Mormonenmissionare.
		-- Sinclair Lewis
%
Auf die Arbeit schimpft man nur so lange, bis man keine mehr hat.
		-- Sinclair Lewis
%
Das Schicksal der Welt hängt heute in erster Linie von den
Staatsmännern ab, in zweiter Linie von den Dolmetschern.
		-- Trygve Lie
%
Ein jeder Aberglaube versetzt uns in das Heidentum.
		-- Justus von Liebig (Chemische Briefe)
%
Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an, interessant zu werden,
wo sie aufhört.
		-- Justus von Liebig
%
Himmel und Erde wurden im gleichen Augenblick erschaffen - am 23.
Oktober 4004 vor Christus, um neun Uhr morgens.
		-- John Lightfoot (kurz vor der Veröffentlichung
               von Charles Darwins 'On the Origin of Species, 1856)
%
Wie gut, daß das Rindvieh, das zum Schlachthof geführt wird, nicht
weiß, was ihm bevorsteht. Auch die zweibeinigen Artgenossen haben
dieses zweifelhafte Glück.
		-- Erich Limpach
%
Abschied nehmen ist immer schmerzlich, selbst wenn es nur für kurze
Zeit ist.
		-- Anne Morrow Lindbergh (Muscheln in meiner Hand)
%
Das Schlimmste am Abschied von Menschen ist zu wissen, daß man ohne
sie auskommen kann und wird.
		-- Anne Morrow Lindbergh (Bring mir das Einhorn)
%
Bestimmte Quellen können wir nur erschließen, wenn wir allein sind.
		-- Anne Morrow Lindbergh
%
Jeder Mensch, besonders jede Frau, sollte einmal im Jahr, einmal in
der Woche, einmal am Tag allein sein. Wie revolutionär das klingt und
wie undurchführbar!
		-- Anne Morrow Lindbergh
%
Tatsächlich sind es die wichtigsten Momente im Leben, wenn wir allein
sind.
		-- Anne Morrow Lindbergh
%
Wir müssen das Alleinsein erst wieder lernen. Das ist heute eine
schwierige Lektion.
		-- Anne Morrow Lindbergh
%
Das ganz gewöhnliche Alltagsleben ist so heikel, so atemberaubend, so
schwierig, verlangt einem so unglaubliche physische und mentale
Kontrolle und Kräfte ab wie er Tanz auf einem Drahtseil.
		-- Anne Morrow Lindbergh
%
Dort sind die Alpen, sie wirken so gigantisch, makellos und
überirdisch, so streng und uns derart überlegen, daß ich mir ganz
ärmlich vorkam. Wie können wir je zu ihnen aufsteigen, sie überqueren?
Welche Arroganz - welche Dreistigkeit veranlassen uns zu glauben, daß
uns das gelänge?
		-- Anne Morrow Lindbergh
%
Und man trinkt darauf, daß sie irgendwann einmal
so alt wird wie sie jetzt schon aussieht.
		-- Udo Lindenberg (Andrea Doria)
%
Man kann in Kinder nichts hinein prügeln, aber vieles heraus
streicheln.
		-- Astrid Lindgren
%
Ich erhoffe mir Frieden, Frieden, Frieden auf der Welt! Aber ich
glaube nicht, daß es das geben wird, denn die Menschen bringen es
einfach nicht fertig, in Frieden zu leben.
		-- Astrid Lindgren
%
Es gibt Dinge, die muß man tun, sonst ist man kein Mensch, sondern nur
ein Häuflein Dreck.
		-- Astrid Lindgren
%
Bevor wir unser Herz an etwas hängen, sollten wir untersuchen, wie
glücklich jene sind, die es schon besitzen.
		-- Lin-Ju-tang
%
Gefallsucht raubt vielen Frauen die Schönheit, um deren Willen sie die
Männer bewundern würden.
		-- Carl Tilly Lindner
%
Wenn alle das gleiche denken, denkt niemand.
		-- Lippmann, Walter
%
Liebe ist nur dann von Dauer, wenn die Liebenden mehr Gemeinsamkeiten
haben als die gegenseitige Zuneigung.
		-- Walter Lippmann
%
Das Genie ist die Macht, Gott der menschlichen Seele zu offenbaren.
		-- Franz von Liszt
%
Glücklich, wer mit den Verhältnissen zu brechen versteht, ehe sie ihn
gebrochen haben.
		-- Franz Liszt
%
Das Problem ist, daß es eine endlose Zahl weißer Männer, doch nur eine
begrenzte Anzahl von Menschen gibt.
		-- Little Big Man
%
Ich bin bereit überall hinzugehen, wenn es nur vorwärts ist.
		-- David Livingstone
%
Nichts ist schneller als das Gerücht.
		-- Titus Livius
%
Gegen den Zwang der Notwendigkeit leisten nicht einmal die Götter
Widerstand.
		-- Titus Livius
%
Charme ist im Menschen wie das Brennen beim Feuer, das Leuchten bei
der Kerze, das Funkeln bei kostbaren Steinen, Gold und Silber. Es ist
etwas geistiges.
		-- Li Liweng
%
Der Glaube kann uns niemals von etwas überzeugen, was unserer
Erkenntnis zuwiderläuft.
		-- John Locke
%
Nichts macht auf den Geist des Menschen einen sanfteren und tieferen
Eindruck als das Beispiel.
		-- John Locke
%
Niemand soll einem anderen an seinem Leben, seiner Gesundheit, seiner
Freiheit oder seinem Besitz Schaden zufügen.
		-- John Locke
%
Wer auf den großen Erfolg nicht vorbereitet ist, verbringt den Rest
seines Lebens beim Psychiater.
		-- Frederic Loewe
%
Wenn uns die Zeitgeschichte irgend etwas lehrt, dann offenbar dies, daß sie
nichts ist, woran man sich halten und woran man sein Leben orientieren kann.
Sich inmitten der Geschichte an ihr orientieren wollen, das wäre so, wie wenn
man sich bei einem Schiffbruch an den Wogen festhalten wollte.
		-- Karl Löwith
%
Ehre, Geiz, Leid, Wein und Liebe
sind des Menschen Lebensdiebe.
		-- Friedrich Logau (Sinngedichte)
%
Für Zeiten standen Junge
vor Alten höflich auf,
Jetzt heißt es: Junger sitze!
Und alter Greiner, lauf!
		-- Friedrich von Logau (Sinngedichte)
%
Wer einen Aal beim Schwanz
Und Weiber faßt bei Worten,
Wie feste der gleich hält,
Hält nichts an beiden Orten.
		-- Friedrich von Logau (Sinngedichte)
%
Die Damen, die sich gerne schminken,
die lassen sich wohl selbst bedünken,
daß die Natur an ihren Gaben
muß etwas übersehen haben.
		-- Friedrich von Logau (Geschminkte Weiber)
%
Denken, das heißt eingesehen haben, daß das Wissen zu Ende geht.
		-- Hans Lohberger
%
Wissenschaft: Statt vieler kleiner x macht man ein großes.
		-- Hans Lohberger
%
Der Fluch ist das Gebet des Teufels.
		-- Hans Lohberger
%
Es ist immer dasselbe: eingeräumte Rechte sind auferlegte Pflichten.
		-- Hans Lohberger
%
Sprechen heißt urteilen. Schweigen heißt geurteilt haben.
		-- Hans Lohberger
%
Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der
Zurückbleibende leidet.
		-- Henry Wadsford Longfellow (Michelangelo)
%
Aberglaube bedeutet Mangel an Selbstvertrauen.
		-- Robert Emanuel Loosen
%
Wer zu lange ein Auge zugedrückt hat, dem werden eines Tages plötzlich
beide aufgehen.
		-- Sophia Loren (eig. Maria Scicolone)
%
Fehler gehören zu den Verpflichtungen,
mit denen man für ein vollwertiges Leben zahlt.
		-- Sophia Loren (eig. Maria Scicolone)
%
Alt fühlt man sich nur dann, wenn man Dinge bereut, die man falsch
gemacht hat.
		-- Sophia Loren (eig. Maria Scicolone)
%
Die Gefährdung der heutigen Menschheit entspringt nicht so sehr ihrer
Macht, physikalische Vorgänge zu beherrschen, als ihrer Ohnmacht, das
soziale Geschehen vernünftig zu lenken.
		-- Konrad Lorenz
%
Den baren Unsinn zu glauben, ist ein Privileg des Menschen.
		-- Konrad Lorenz
%
Ich habe, glaube ich, die Zwischenstufe zwischen Tier und Homo sapiens
gefunden. Wir sind es.
		-- Konrad Lorenz
%
Wenn die Fahne fliegt, ist der Verstand in der Trompete.
		-- Konrad Lorenz
%
Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv -
nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies.
		-- Konrad Lorenz
%
Daß etwas neu ist und daher gesagt werden sollte, merkt man erst,
wenn man auf scharfen Widerspruch stößt.
		-- Konrad Lorenz
%
Sie werden es nicht glauben, aber es gibt soziale Staaten, die von den
Klügsten regiert werden.
Das ist bei den Pavianen der Fall.
		-- Konrad Lorenz
%
Wenn Männer Kinder bekämen, wäre die Abtreibung längst ein Sakrament.
		-- Lore Lorentz
%
Die Achtung, die wir in der Welt besitzen, leistet oft mehr als die
mächtigsten Heere.
		-- Louis XIV
%
Ein guter Vorsatz ist ein Startschuß, dem kein Rennen folgt.
		-- Siegfried Lowitz
%
Immer wenn jemand kurzen Prozeß machen möcht, gibt es danach eine
lange Berufung.
		-- Siegfried Lowitz
%
Früher war die Naturwissenschaft ein Mittel zur Abwendung von
Naturkatastrophen. Heute zur Anwendung.
		-- Jeannine Luczak
%
Demokratie heißt, die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl
gestellt sein.
		-- Jeannine Luczak
%
Sardinen wissen, daß Gleichmachen mit Kopfabschneiden beginnt.
		-- Jeannine Luczak
%
Wo der Bürger keine Stimme hat, haben die Wände Ohren.
		-- Jeannine Luczak
%
Warum die anderen ändern, wenn sie doch schon anders sind?
		-- Jeannine Luczak
%
Im Jahr 2000, dem Jahr mit den meisten Hai-Opfern, wurden 15 Mal mehr
Menschen durch herabfallende Kokosnüsse als durch Haie getötet.
		-- Mario Ludwig (Faszination Menschenfresser.
Erstaunliche Geschichten über die gefährlichsten Tiere der Welt)
%
Es hat in der ganzen Geschichte noch keinen Krieg zwischen zwei Ländern
gegeben, in deren beider Hauptstädte sich McDonald's Filialen befinden.
		-- Frank Lüdecke (Zum Krieg in Afghanistan 2002)
%
Warum soll man einen Rentner, der am Boden liegt, nicht treten?
Da gibt es zwei Möglichkeiten:
 1. Aus humanistischen Erwägungen oder
 2. Aus Angst vor Strafe.
Wir entscheiden uns in Deutschland aus finanziellen Gründen für die
zweite Möglichkeit.
		-- Frank Lüdecke
%
Es gibt in Deutschland zwei Arten von Institutionen, die alle
nehmen müssen, die vor der Tür stehen:  Das sind Gefängnisse
und Universitäten.
		-- Raimar Lüst
%
Das ist seltsam, daß Männer, die sich als Sachverständige ausgeben,
einander widersprechen und von einerlei Sache nicht einerlei Begriff
haben.
		-- Lukian (120-180 n.Chr.)
%
Sechs Stunden sind genug für die Arbeit. Die anderen Stunden sagen zum
Menschen: Lebe!
		-- Lukian (120-180 n.Chr.)
%
Leichtgläubige Menschen verfallen leicht dem Aberglauben.
		-- Martin Luther King
%
Wir müssen erkennen, daß es Aberglaube ist, wenn wir annehmen, Gott
würde handeln, wenn wir müßig bleiben.
		-- Martin Luther King
%
Das alte Grau beginnt zu verschwinden, der Verfall ist gestoppt und
der Neuaufbau in vollem Gange.
		-- Martin Luther King
%
Erstklassige Männer stellen erstklassige Männer ein, zweitklassige nur
drittklassige.
		-- Franz Luwein
%
Freiheit ist immer nur die Freiheit des Anders denkenden.
		-- Rosa Luxemburg
%
Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für die Mitglieder
einer Partei ist keine Freiheit.  Freiheit ist immer nur Freiheit des
anders Denkenden.
		-- Rosa Luxemburg
%
Mir imponieren nur die Ratschläge und Grundsätze, die der Ratgebende
selbst beherzigt.
		-- Rosa Luxemburg
%
Es ist leichter eine Lüge zu glauben, die man hundertmal gehört hat,
als eine Wahrheit, die man noch nie gehört hat.
		-- Robert Staughton Lynd
%
Der Sprechende mag ein Narr sein, Hauptsache der Zuhörer ist weise.
		-- Laotse
%
Wer gern Recht behält, den überhört man.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Zeigt mir einen Mann der Gewalttat, mit dem es ein gutes Ende genommen
hat, und ich will ihn zu meinem Lehrer machen.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Wer andere kennt, ist klug, wer sich kennt, ist weise.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Wer Menschen führen will, muß hinter ihnen gehen.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Andere beherrschen erfordert Kraft. Sich selbst beherrschen fordert
Stärke.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man
zurück.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Der Weise ist nicht gelehrt, der Gelehrte ist nicht weise.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Es gibt kein größeres Mißgeschick, als sich nicht begnügen zu können.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Denken ohne zu lernen ist töricht,
lernen ohne zu denken ist gefährlich.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch
für das, was man unterläßt.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Nichtstun ist besser als mit viel Mühe nichts schaffen.
		-- Laotse (chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v.Chr.)
%
Achtet nicht die Achtenswerten, und es wird nicht Streit sein im
Volk.
		-- Lao-tse (Dao-de-dsching)
%
Aphorismen entstehen nach dem gleichen Rezept wie Statuen: man nehme
ein Stück Marmor und schlage alles ab, was man nicht unbedingt
braucht.
		-- Gabriel Laub
%
Der Aphorismus hat vor jeder anderen Literaturgattung den Vorteil, daß
man ihn nicht weglegt, bevor man ihn nicht zu Ende gelesen hat.
		-- Gabriel Laub
%
Der Wert der Ideale steigt. Wenigstens behaupten das diejenigen, die
ihre Ideale erfolgreich verkauft haben.
		-- Gabriel Laub
%
Zeitungen gleichen den Sparbüchern: daß sie vollgeschrieben sind,
bedeutet noch nichts.
		-- Gabriel Laub
%
Die Karriere mancher Schauspielerin hat mit der bedeutenden Rolle
begonnen, die sie im Leben des Regisseurs spielte.
		-- Gabriel Laub
%
Manche Kritiker fassen jene Autoren am härtesten an, deren Bücher sie
überhaupt nicht angefaßt haben.
		-- Gabriel Laub
%
Wir machen Fehler aus Versehen. Die anderen - aus Dummheit.
		-- Gabriel Laub
%
Der Zynismus der Zyniker besteht nicht darin, daß sie sagen, was sie
denken, sondern darin, daß sie denken.
		-- Gabriel Laub
%
Phantasie ist etwas, was sich manche Leute gar nicht vorstellen
können.
		-- Gabriel Laub
%
Der Sklave will nicht frei werden. Er will Sklavenaufseher werden.
		-- Gabriel Laub
%
Würde Hirnlosigkeit vor Kopfschmerzen schützen, könnten die
Aspirin-Produzenten ihre Läden schließen.
		-- Gabriel Laub
%
Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns
so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.
		-- Gabriel Laub
%
Heldenhaftigkeit ist eine Todesart, keine Lebensart.
		-- Gabriel Laub
%
Leute, die immer nur mitfahren, sind stolz darauf, keine Unfälle zu
verschulden.
		-- Gabriel Laub
%
Auch den Möbelpackern sind Leute, die Bücher lesen, zuwider. Aber sie
haben wenigstens einen guten Grund dafür.
		-- Gabriel Laub
%
Nichts macht mir so viel Arbeit wie der Entschluß zu arbeiten.
		-- Gabriel Laub
%
Ein Faulpelz ist ein Mensch, der sich nicht die Arbeit macht, sein
Nichtstun zu begründen.
		-- Gabriel Laub
%
Zivilisation bedeutet, daß die Eskimos warme Wohnungen bekommen und
arbeiten müssen, um Geld für Kühlschräne zu verdienen.
		-- Gabriel Laub
%
Schon die Mathematik lehrt uns, daß man Nullen nicht übersehen darf.
		-- Gabriel Laub
%
Ehefrau: die Steuer, die man für den Luxus bezahlen muß, Kinder zu
haben.
		-- Gabriel Laub
%
Als er sich endlich eine Position geschaffen hatte, die es ihm
ermöglichte, alles zu sagen, was er dachte, dachte er nur noch an
seine Position.
		-- Gabriel Laub
%
Ein freier Mensch ist einer, der sich wenigstens seiner Unfreiheit
bewußt geworden ist.
		-- Gabriel Laub
%
Bescheiden können nur die Menschen sein, die genug Selbstbewußtsein
haben.
		-- Gabriel Laub
%
Die schlimmste Kriminalstatistik gab es zu Kains Zeiten; auf einen
Schlag löschte der Bursche ein Viertel der Menschheit aus.
		-- Gabriel Laub
%
Maske: der einzige Teil des Gesichts, das sich der Mensch selber
aussucht.
		-- Gabriel Laub
%
Der vorsichtige Pessimist begeht Selbstmord, indem er sich vor einen
Krankenwagen wirft.
		-- Gabriel Laub
%
Pessimismus wird nur von den Optimisten verbreitet. Die Pessimisten
sparen ihn für schlechtere Zeiten auf.
		-- Gabriel Laub
%
Diktatoren verstopfen den Kritikern den Mund mit Knebeln, Demokraten
tun das mit Kaviar.
		-- Gabriel Laub
%
Höllenqualen sind den Gläubigen vorbehalten.
		-- Gabriel Laub
%
Der Berufsoffizier: ein Mann, den wir in Friedenszeiten durchfüttern,
damit er uns im Krieg an die Front schickt.
		-- Gabriel Laub
%
Der Mann erträgt die Ehe aus Liebe zur Frau. Die Frau erträgt den Mann
aus Liebe zur Ehe.
		-- Gabriel Laub
%
Ein Schriftsteller ist arriviert, wenn alles, was er schreibt,
gedruckt wird. Ein Schriftsteller ist berühmt, wenn alles, was von ihm
gedruckt wird, gelobt wird.
		-- Gabriel Laub
%
Die Zukunft der Literatur liegt im Aphorismus. Den kann man nicht
verfilmen.
		-- Gabriel Laub
%
Ein Zitat ist besser als ein Argument. Man kann damit in einem Streit
die Oberhand gewinnen, ohne den Gegner überzeugt zu haben.
		-- Gabriel Laub
%
Das Fernsehen wurde erfunden, um den Analphabeten einen guten Grund
zum Brillentragen zu geben.
		-- Gabriel Laub
%
Zukunft ist die Zeit, in der man die ganze Vergangenheit kennen wird.
Solange man die Vergangenheit nur teilweise kennt, lebt man in der
Gegenwart.
		-- Gabriel Laub
%
Der Satire steht das Recht auf Übertreibung zu. Aber sie hat es schon
seit langem nicht mehr nötig, von diesem Recht Gebrauch zu machen.
		-- Gabriel Laub
%
Gefährlicher als eine falsche Theorie ist eine richtige in falschen
Händen.
		-- Gabriel Laub
%
Den eigenen Fleiß empfinden wir als notwendiges Übel. Der Fleiß der
anderen ist eine Folge ihrer Unfähigkeit.
		-- Gabriel Laub
%
Der Aphorimus hat vor jeder anderen Literaturgattung den Vorteil, daß
man ihn nicht weglegt, bevor man ihn nicht zu Ende gelesen hat.
		-- Gabriel Laub
%
Als absurd bezeichnen wir, was nicht möglich ist und trotzdem
passiert; was möglich ist, aber nicht passiert, bezeichnen wir als
typisch.
		-- Gabriel Laub
%
Der Mensch: ein durch die Zensur gerutschter Affe.
		-- Gabriel Laub
%
Zwei zuverlässige Alterssymptome: auf die Jugend zu schimpfen und der
Jugend zu schmeicheln.
		-- Gabriel Laub
%
Ich hätte viele Dinge begriffen, hätte man sie mir nur nicht erklärt.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Nicht geschehene Taten ziehen oft einen erstaunlichen Mangel an Folgen
nach sich.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Gegen wen ich denke? Gegen diejenigen, die es mir verbieten.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Um an die Quelle zu kommen, muß man gegen den Strom schwimmen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Schwimmer gegen den Strom dürfen nicht erwarten, daß dieser seine
Richtung ändert.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Früher standen sich die Menschen näher. Es blieb ihnen nichts anderes
übrig. Die Schußwaffen trugen nicht weit.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Menschen, die wie Götter verehrt werden, verlieren mit der Zeit
tatsächlich ihre menschlichen Züge.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Komisches nehmen die Menschen nicht ernst. Als wäre ein Toter, mit
einer Lachgaspistole totgeschlagen, nicht tot.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Engel? Geflügel für Menschenfresser.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Es gibt tiefgläubige Menschen - denen nur die Religion fehlt.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Es genügt nicht, daß man zur Sache spricht. Man muß zu den Menschen
sprechen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Keine Schneeflocke in der Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Der Mensch leidet an einer fatalen Spätzündung: Er begreift alles erst
in der nächsten Generation.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Ich lese die Lebensläufe der Heiligen gern von hinten, im Glauben, es
könne villeicht einer mit der Zeit wieder ein Mensch werden.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Hüte dich vor Eintagsfliegen. Ihre Zeit ist begrenzt.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Es gab Zeiten, da man die Sklaven legal kaufen mußte.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Immer wird es Eskimos geben, die den Eingeborenen von Belgisch-Kongo
Verhaltensregeln für die Zeit der großen Hitze geben werden.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Viele, die ihrer Zeit vorausgeeilt waren, mußten auf sie in sehr
unbequemen Unterkünften warten.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Binde einen Fetzen um einen Stock, halte ihn hoch, und du wirst sehen,
wie viele ihm wie einem Banner folgen werden.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Ein Blitz sollte sich schämen, im Blitzableiter zu enden.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Die Verfassung eines Staates sollte so sein, daß sie die Verfassung
des Bürgers nicht ruiniere.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Je reiner die Schuld der Opfer, desto schmutziger die Hände der
Henker.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Es gibt fruchtbare Wüsten, wo Straußenköpfe bestens gedeihen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Wirf den Stein als erster, sonst nennt man dich einen Epigonen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Was kann schon auf dem harten Boden der Tatsachen gedeihen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Schont die Sockel, wenn ihr die Denkmäler stürzt. Sie könnten noch
gebraucht werden.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Schreckliches Klima, das durch Eintracht des demographischen Hochs mit
dem geistigen Tief entsteht.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Erwarte nicht von einem, der einen Knebel im Munde hat, daß er dir das
sagt.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Die Satire hat auszugraben, was der Pathos zugeschüttet hat.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Anonym darf auftreten, wer tatsächlich ein Nichts ist.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Je weicher die Wahrheit, desto steifer der Standpunkt.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Der Steuermann umgab sich gern mit Nullen. Er hielt sie für
Rettungsringe.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kannibale Messer und Gabel benutzt?
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Analphabeten müssen diktieren.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Auch die Stimme des Gewissens kennt den Stimmbruch.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Ich stimme mit der Mathematik nicht überein. Ich meine, daß die Summe
von Nullen eine gefährliche Zahl ist.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Auch geistige Kastraten machen sich mit schriller Stimme bemerkbar.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Je kleiner die Bürger, desto größer das Imperium.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Seitdem er verkalkt ist, hält er sich für ein Denkmal.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Die meisten Denkmäler sind hohl.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Scheiterhaufen erleuchten nicht die Finsternis.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Ich mag Philosophen nicht, die das Haar auf fremden Köpfen spalten.
Noch dazu mit einem Beil.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Die Art der Beleuchtung einer Sache ändert nichts an ihrem Wesen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Mein Haß ist gealtert - nun ist er Verachtung.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Wir nähern uns immer mehr der Entdeckung Gottes durch die
Wissenschaft. Ich bange um sein Schicksal.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Vielleicht hat Gott selbst mich zum Atheisten erwählt?
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Oh, wenn doch ein Gott sagte: 'Glaubt mir!' und nicht 'Glaubt an
mich!'
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Die Dicken leben zwar kürzer, aber sie essen länger.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Blinder Glaube hat einen bösen Blick.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Manche leben mit einer so erstaunlichen Routine, daß es schwerfällt
zu glauben, sie lebten zum ersten mal.
		-- Stanislaw Jerzy Lec
%
Schafft euch keine Götter nach eurem Vorbild.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Götter erben voneinander die Eigenschaften und die Gläubigen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Das Jenseits wird von Gesetzen regiert, die das Diesseits erlassen
hat.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Mir träumte eine Herde von Leithammeln. Sie trieben, jeder mit einem
anders gestimmten Glöcklein. Und hinter ihnen kein einziges Schaf.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Wie viele Jahre Gefängnis entfallen auf die
tausendneunhundertsiebenundfünfzig Jahre nach Christus?
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Wie übt man ein Gedächtnis, um vergessen zu lernen?
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Wessen Brust Orden beschwert, der kann sich leichter bücken, aber auch
schwer wieder aufrichten.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Sein Gewissen war rein, er benutzte es nie.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Marionetten lassen sich sehr leicht in Gehenkte verwandeln. Die
Stricke sind schon da.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Der Sargdeckel ist auf der Seite des Verbrauchers schmucklos.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Nun bist du mit dem Kopf durch die Wand.
Und was wirst du in der Nachbarzelle tun?
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Vaterlandsliebe kennt keine (fremden) Grenzen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Tabus muß man vernichten, ohne sie zu berühren.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Eine Diktatur ist eine Regierung, bei der man in Gefahr gerät, sitzen
zu müssen, wenn man nicht hinter ihr stehen will.
		-- Stanislaw Jerzy Lec
%
Lebenskünstler leben von den Zinsen eines nicht vorhandenen Kapitals.
		-- Stanislaw Jerzy Lec
%
Fahre nicht aus der Haut, wenn du kein Rückgrat hast.
		-- Stanislaw Jerzy Lec
%
Wer den Himmel auf Erden sucht, hat im Erdkundeunterricht geschlafen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec
%
Autovertreter verkaufen Autos, Versicherungsvertreter Versicherungen.
Und Volksvertreter?
		-- Stanislaw Jerzy Lec (eig. S. J. de Tusch-Letz)
%
Auch zum Zögern muß man sich entschließen.
		-- Stanislaw Jerzy Lec (Unfrisierte Gedanken)
%
Liebe ist eine tolle Krankheit - da müssen immer gleich zwei ins Bett.
		-- Robert Lembke
%
Wer spät zu Bett ging und früh heraus muß, weiß, woher das Wort
Morgengrauen kommt.
		-- Robert Lembke
%
Kein Mensch ist so beschäftigt, daß er nicht die Zeit hat, überall zu
erzählen, wie beschäftigt er ist.
		-- Robert Lembke
%
Die Wahrheit über ein Menschen liegt auf halbem Wege zwischen seinem
Ruf und seinem Nachruf.
		-- Robert Lembke
%
Wenn die Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas
verstehen - das Schweigen wäre bedrückend.
		-- Robert Lembke
%
Böse Menschen haben keine Lieder - aber oft eine Stereoanlage.
		-- Robert Lembke
%
Es gibt Fernsehprogramme, bei denen man seine eingeschlafenen Füße
beneidet.
		-- Robert Lembke
%
Manche Männer sind dafür geschaffen, eines Tages glückliche Witwen zu
hinterlassen.
		-- Robert Lembke
%
Im Flugzeug gibt es während starker Turbulenzen keine Atheisten.
		-- Robert Lembke
%
Man sollte nicht immer die gleichen Fehler machen, die Auswahl ist
doch groß genug.
		-- Robert Lembke
%
Es gibt Politiker, die Angst haben, ihr Gesicht zu verlieren. Dabei
könnte ihnen gar nichts besseres passieren.
		-- Robert Lembke
%
Wer gerne mal angerufen werden möchte, braucht nur in die Badewanne zu
gehen.
		-- Robert Lembke
%
Einer der Hauptnachteile mancher Bücher ist die zu große Entfernung
zwischen Titel- und Rückseite.
		-- Robert Lembke
%
Es stimmt nicht, daß alles teurer wird; man muß nur einmal versuchen,
etwas zu verkaufen.
		-- Robert Lembke
%
Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
		-- Robert Lembke
%
Die größte Gefahr im Straßenverkehr sind Autos, die schneller fahren
als ihr Fahrer denken kann.
		-- Robert Lembke
%
Fernsehunterhaltung ist die Kunst, die Spreu vom Weizen zu trennen und
dann zu senden.
		-- Robert Lembke
%
Das Fernsehen macht aus dem Kreis der Familie einen Halbkreis.
		-- Robert Lembke
%
Religion: Versicherung im Diesseits gegen Feuer im Jenseits.
		-- Robert Lembke
%
Es gibt zwei Arten von Fußgängern - die schnellen und die toten.
		-- Robert Lembke
%
Wir alle wissen, was wir unserem Vaterland schulden. Das Finanzamt
teilt es uns mit.
		-- Robert Lembke
%
Es gibt hohe Stellungen, die man am leichtesten in gebückter Haltung
erreicht.
		-- Robert Lembke
%
Grundsätzliche Zustimmung ist die höflichste Form der Ablehnung.
		-- Robert Lembke
%
Manche nehmen immer noch Abschied von der eigenen Jugend, wenn sie
die Fremde schon lange nicht mehr kennen.
		-- Robert Lembke
%
Alkohol ist der einzige Feind, den der Mensch wirklich lieben
gelernt hat.
		-- Robert Lembke
%
Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse.
		-- Robert Lembke
%
Es gibt Leute, von denen man annehmen kann, daß sie gar nicht so
alt werden, wie sie jetzt schon aussehen.
		-- Robert Lembke (Das Beste aus meinem Glashaus)
%
Tu, was du nicht lassen kannst!
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu
verlieren.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Man raubt, stiehlt, lügt, plündert. Wie aber nennt man's?
Kolonisieren, zivilisieren, Kultur verbreiten. Man mordet, meuchelt,
massakriert. Die 'logificatio post festum' aber nennt es: Seelsorge,
Christentum, Dienst am Ideal. So sind denn die Ideale nur Masken der
Bestie Mensch. Wehe jedem, der dieses Spiel ernst nimmt. Wehe jedem,
der daran glaubt.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruß.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Der Buchstabe ist nicht der Geist, und die Bibel ist nicht die
Religion.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Alle großen Menschen sind bescheiden.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer
noch geschwinder als jener, der ohne Ziel umherirrt.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Beide schaden sich selbst: der zuviel verspricht, und der zuviel
erwartet.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Die Menschen sind nicht immer, was sie scheinen, aber selten etwas
besseres.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Wer überlegt, sucht auch Beweggründe, nicht zu dürfen.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Die Dienste der Großen sind gefährlich und lohnen der Mühe nicht, die
sie kosten.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Bester Beweis einer guten Erziehung ist die Pünktlichkeit.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Die ersten Entschließungen sind nicht immer die klügsten, aber
gewöhnlich die redlichsten.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Still mit dem Aber!
Die Aber kosten Überlegung.
		-- Gotthold Ephraim Lessing (Emilia Galotti)
%
Der Aberglaub', in dem wir aufgewachsen,
Verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum
Doch seine Macht nicht über uns.
		-- Gotthold Ephraim Lessing (Nathan der Weise)
%
Der Aberglauben schlimmster ist,
den seinen für den erträglicheren zu halten.
		-- Gotthold Ephraim Lessing (Nathan der Weise)
%
Der Aberglaube traut den Sinnen bald zu viel, bald zu wenig zu.
		-- Gotthold Ephraim Lessing (Theolog. Streitschriften)
%
Mit Absicht handeln ist das, was den Menschen über geringere
Geschöpfe erhebt.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Die Poesie geht mehr auf das Allgemeine und die Geschichte auf
das Besondere.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Der Wunder höchstes ist, daß uns die wahren, echten Wunder so
Alltäglich werden können, werden sollen.
		-- Gotthold Ephraim Lessing (Nathan der Weise)
%
Man wird des Guten und auch des Besten, wenn es alltäglich zu werden
beginnt, bald satt.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Nichts verächtlicher als ein brausender Jünglingskopf mit grauen Haaren.
		-- Gotthold Ephraim Lessing (Emilia Galotti)
%
Welche Freude, wenn es heißt:
Alter, du bist alt an Haaren,
Blühend aber ist dein Geist.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Wie alt muß die Fichte sein, die zum Maste dienen soll?
Wie alt? Sie muß hoch genug und muß stark genug sein.
		-- Gotthold Ephraim Lessing
%
Botschaften soll man per Telex verschicken, aber nicht in einen Film
verpacken.
		-- Jerry Lewis
%
Pistole: eines der wichtigsten Navigationsmittel der modernen
Luftfahrt.
		-- Jerry Lewis
%
Mit Humor kann man Frauen am leichtesten verführen, denn die meisten
Frauen lachen gerne, bevor sie anfangen zu küssen.
		-- Jerry Lewis
%
Festredner sprechen im Schlaf - anderer Menschen.
		-- Jerry Lewis
%
Heutzutage hat man keine Chance mehr, sich das Leben zu leisten, das
man führt
		-- Jerry Lewis
%
Milliardäre sind Leute, die auch einmal als ganz gewöhnliche
Millionäre angefangen haben.
		-- Jerry Lewis
%
Feiglinge sind Leute, die mit den Füßen nachdenken.
		-- Jerry Lewis
%
Jeder Mann tauscht eine Frau, die Kopfschmerzen hat, sehr gern gegen
eine andere, die welche verursacht.
		-- Jerry Lewis
%
Es gibt sicher viele Gründe für die Scheidung, aber der Hauptgrund ist
und bleibt die Hochzeit.
		-- Jerry Lewis
%
Der Traum der Männer wäre es, den Frauen in die Arme zu sinken, ohne
ihnen gleichzeitig in die Hände fallen zu müssen.
		-- Jerry Lewis
%
Alles auf einmal tun wollen zerstört alles auf einmal.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der eine hat eine falsche Rechtschreibung und der andere eine rechte
Falschschreibung.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Genies brechen die Bahnen, und die schönen Geister ebnen und
verschönern sie.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Superklugheit ist eine der verächtlichsten Arten von Unklugheit.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist keine Kunst, etwas kurz zu sagen, wenn man etwas zu sagen hat.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist sonderbar, daß nur außerordentliche Menschen die Entdeckungen
machen, die nachher so leicht und simpel scheinen. Dieses setzt
voraus, daß die simpelsten oder wahren Verhältnisse der Dinge zu
bemerken, sehr tiefe Kenntnisse n&
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Meine Sprache ist allzeit simpel, enge und plan. Wenn man einen Ochsen
schlachten will, so schlägt man ihm gerade vor den Kopf.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in
den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl die
Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Vom Wahrsagen läßt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wie gut wäre es, wenn man die Stimmen, anstatt sie zu zählen, wägen
könnte.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig, was man mit einem
ernsthaften Gesicht tut.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Leute, die den Reim für das wichtigste in der Poesie halten,
betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn man Mitleid fühlt, so fragt man nicht erst andere Leute, ob man
es fühlen soll.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es gibt Leute, die gut zahlen, die schlecht zahlen, Leute, die prompt
zahlen, die nie zahlen, Leute, die schleppend zahlen, die bar zahlen,
abzahlen, draufzahlen, heimzahlen - nur Leute, die gern zahlen, die
gibt es nicht.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Rousseau nennt mit Recht den Akzent die Seele der Rede (Emile p. 96 T.
1.) und Leute werden von uns oft für dumm angesehn und wenn wir es
untersuchen, so ist es bloß der einfache Ton in ihren Reden. Weil nun
dieses bei den Schriften wegfällt, so muß der Leser auf den Akzent
geführt werden, dadurch daß man deutlicher durch die Wendung anzeigt,
wo der Ton hingehört, und dieses ist es, was die Rede im gemeinen
Leben vom Brief unterscheidet und was auch eine bloß gedruckte Rede
von derjenigen unterscheiden sollte, die man wirklich hält.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Aberglauben gemeiner Leute rührt von ihrem frühen und allzu
eifrigen Unterricht in der Religion her, sie hören von Geheimnissen,
Wundern, Wirkungen des Teufels, und halten es für sehr wahrscheinlich
daß dergleichen Sachen überall in allen Dingen geschehen könnten.
Hingegen wenn man ihnen erst die Natur selbst zeigte, so würden sie
leichter das Übernatürliche und Geheimnisvolle der Religion mit
Ehrfurcht betrachten, da sie hingegen jetzo dieses für etwas sehr
Gemeines halten, so daß sie es für nichts Sonderliches halten, wenn
ihnen jemand sagte, es wären heute 6 Engel über die Straße gegangen.
Auch die Bilder in den Bibeln taugen nicht für Kinder.
		-- Georg Christoph Lichtenberg (Sudelbücher)
%
Eine sehr nützliche und wichtige Frage, die wir allezeit an uns selbst
tun sollten, ist ohnstreitig diese: Wie kann ich dieses Ding oder den
gegenwärtigen Augenblick am besten nützen? Das Maximum das hier
stattfindet wird sich wohl schwerlich allemal sogleich finden lassen,
zwischen allen den möglichen Verrichtungen, die sich mit gleichen
Kräften in einem Augenblick tun lassen, ist eine große
Verschiedenheit, und eine ebenso große zwischen denjenigen die sich
mit der stärksten Kraft die in meiner Macht stehet, in einem jeden
Augenblick tun läßt. Das Maß des inneren Werts unserer moralischen
Handlungen wird also wohl dieses sein, daß wir sie so weit treiben bis
auf den Punkt, da sie uns verdrüßlich werden würden, wenn wir ihn
überschritten, alsdenn sind wir versichert, daß wir die größte Kraft
angewendet haben, und dieses tun auch tugendhafte Leute würklich, ohne
es zu wissen. Die größte Kraft aber am besten zu gebrauchen ist eine
Sache die schwerer zu bestimmen ist, und solange wir hier noch keine
Tafel über unserer Pflichten haben, wo sie nach ihrem Wert geordnet
sind, so wird sich wohl schwerlich das perfice te mit einigem Nutzen
anwenden lassen, alsdann werden wir berechnen können, wenn in jeder
Handlung die wir unternehmen, das was darin Gott, uns selbst und
andere Geschöpfe angeht die größte Summe geben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Man sollte in der Woche wenigstens einmal diätetische Predigten in der
Kirche halten, und wenn diese Wissenschaft auch von unsern Geistlichen
erlernt würde, so könnte man doch geistliche Betrachtungen
einflechten, die sich gewiß hier sehr gut würden anbringen lassen,
denn es ist nicht zu glauben (wie) geistliche Betrachtungen mit etwas
Physik vermischt die Leute aufmerksam erhält, und ihnen Gott stärker
darstellt, als die oft übel angebrachten Exempel seines Zorns.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Leute, die nicht die feine Verstellungskunst völlig inne haben, und
andere mit Fleiß hintergehen wollen, entdecken uns gemeiniglich das
Generelle ihrer ganzen Denkungs-Art bei der ersten Zusam- menkunft,
wer also der Neigung eines andern schmeicheln will und sich in
dieselbe schicken lernen will, der muß bei der ersten Zusammenkunft
sehr acht geben, dort findet man gemeiniglich die bestimmende Punkte
der ganzen Denkungs-Art vereinigt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der berühmte Bauer Jededioh Buxton nicht weit von Chesterfield in
Derbishire dessen im Gentlemans Magazin Febr: 1751 Erwähnung geschieht
hatte ein so erstaunliches Gedächtnis und Einbildungskraft daß er das
Quadrat dieser Zahl 725958238096074907868531656993638851106 im Kopf
machte, er brachte aber drittehalb Monate mit zu, wobei er lange
ausruhte und dann wieder fortfuhr. Er fand sie
527015363459557385673733542638591721213298966079307524904381389499251637423236.
Er hatte niemals schreiben gelernt und vermutlich würde er
nicht so haben rechnen lernen, wenn er schreiben gekonnt hätte. Diesen
Punkt sollte alle die Personen recht durchdenken, welche Leute zu
einer gewissen Absicht erziehn wollen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es wäre zu untersuchen, was man zum allgemeinen Maßstab der
Bedienungen in der Welt annehmen soll, um gleich einer Nation
begreiflich zu machen, wie hoch ein gewisser Mann anzusehen sei. Es
fragt [sich] also gleich, gibt es Leute, die solche Verrichtungen
haben, die bei allen Nationen nötig sind und bei allen gleich hoch
geschätzt werden. Die Priester lassen sich wohl nicht dazu annehmen,
dieser Maßstab ist sehr ungewiß und in vielen Ländern zu klein. Ein
Mädgen ginge noch eher an, diese werden ziemlich gleichförmig in
Europa wenigstens geliebt. So daß ich glaube, daß der Ausdruck
bedeutender ist: er liebte ihn, wie sein Mädgen, als der: er liebte
ihn wie seinen Vater.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Diejenigen verba, welche die Leute täglich im Munde führen, sind in
allen Sprachen die irregulärsten. Sum, Sono, eimi, ich bin, Je suis,
Jag är, I am.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es gibt eine gewisse Art Menschen, die mit jedem leicht Freundschaft
machen, ihn eben so bald wieder hassen und wieder lieben, stellt man
sich das menschliche Geschlecht als ein Ganzes vor, wo jeder Teil in
seine Stelle paßt, so werden dergleichen Menschen zu solchen
Ausfüll-Teilen die man überall hinwerfen kann. Man findet unter dieser
Art von Leuten selten große Genies, ohneracht sie am leichtesten dafür
gehalten werden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Zu Dorlar einem Dorf an der Lahn nicht weit von Gießen haben fast alle
Leute rote Haare.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Geister ohne eine Welt außer ihnen müssen seltsame Geschöpfe sein,
denn da von jedem Gedanken der Grund in ihnen liegt, so sind die
seltsamsten Verbindungen von Ideen allzeit recht. Leute nennen wir
rasend, wenn sich die Ordnung ihrer Begriffe nicht mehr aus der Folge
der Begebenheiten in unsrer ordentlichen Welt bestimmen läßt, deswegen
ist gewiß eine sorgfältige Betrachtung der Natur, oder auch die
Mathematik das sicherste Mittel wider Raserei, die Natur ist sozusagen
das Laufseil, woran unsere Gedanken geführt werden, daß sie nicht
ausschweifen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Glück der Menschen besteht in einer richtigen Verhältnis seiner
Gemüts-Eigenschaften und seiner Affekten, wenn eine wächst, so leiden
alle andern, daraus entstehen unzählige Mischungen. Das was man einen
großen Geist nennt kann so gut eine Mißgeburt sein, als es ein großer
Spieler ist, aber eine nützliche Mißgeburt, so waren Savage und
Günther wahrhafte Mißgeburten, der Mann der ruhig und vergnügt lebt,
ist der eigentliche Mensch, und ein solcher Mensch wird es selten sehr
weit in einer Wissenschaft bringen, weil jede Maschine die zu Vielem
nützen soll selten zu jedem so stark nützen kann als eine die nur
allein zu einer einzigen Absicht gemacht ist. Deswegen ist es ebenso
weis eingerichtet, daß wenige Leute Genie haben, als es weislich ist,
daß nicht alle Leute taub oder blind sind. Newton war am Geist ein
Macrochir, er konnte höher hinauflangen, die Offenbarung Johannis
erklärte er schlecht, weil vielleicht dazu eine große Nase nötig war.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Kein Fürst wird jemals den Wert eines Mannes durch seine Gunst
bestimmen, denn es ist ein Schluß, der nicht auf eine einzige
Erfahrung etwa gegründet ist, daß ein Regent meistens ein schlechter
Mann ist. Der in Frankreich backt Pasteten und betrügt ehrliche
Mädgen, der König von Spanien haut unter Pauken und Trompeten Hasen in
Stücken, der letzte König in Polen der Kurfürst von Sachsen war schoß
seinem Hofnarren mit dem Blasrohr nach dem Arsch, der Fürst von
Löwenstein beklagt bei einem großen Brand nichts als seinen Sattel,
der Landgraf von Kassel fährt einer Tänzerin zu Gefallen in der Suite
eines Fürsten der nicht viel mehr ist als er und wird durch die
erbärmlichsten Leute betrogen, der Herzog von Württemberg ist ein
Wahnsinniger, der König von Engelland macht... Engelländerin P...,
der Fürst von Weilburg badet sich öffentlich in der Lahn; die
meisten übrigen Beherrscher dieser Welt sind Tambours, Fourriers,
Jäger. Und dieses sind die Obersten unter den Menschen; wie kann es
denn in der Welt nur erträglich hergehen; was helfen die Einleitungen
ins Kommerzien-Wesen, die arts de s'enrichir par l'agriculture, die
Hausväter, wenn ein Narr der Herr von allen ist, der keine Oberen
erkennt als seine Dummheit, seine Caprice, seine Huren und seinen
Kammerdiener, o wenn doch die Welt einmal erwachte, und wenn auch drei
Millionen am Galgen stürben, so würden doch vielleicht so bis 8o
Millionen dadurch glücklich; so sprach einst ein Perückenmacher in
Landau auf der Herberge, man hielt ihn aber mit Recht für völlig
verrrückt, er wurde ergriffen, und von einem Unteroffizier noch ehe er
in Verhaft gebracht wurde mit dem Stock todgeschlagen, der
Unteroffizier verlor den Kopf.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist eine richtige Beobachtung wenn [man] sagt daß Leute die zu
stark nachahmen ihre eigene Erfindungskraft schwächen. Dieses ist die
Ursache des Verfalls der italienischen Baukunst, wer nachahmt und die
Gründe der Nachahmung nicht einsieht fehlt gemeiniglich so bald ihn
die Hand verläßt, die ihn führte.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Kindliche Wundermärchen über Wandeln auf dem Wasser und
Wiederauferstehung eines Toten werden umso eher als Wunder geglaubt je
weniger die eigene Bildung dazu befähigt, die tatsächlichen Wunder des
Mikrokosmos des Universums und der unendlich komplizierten Systeme des
Lebens auch nur annähernd als solche wahrzunehmen. Was hilft alle
Aufklärung, alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben
oder die, die sie haben, vorsätzlich verschließen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in
den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl die
Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Unsere Theologen wollen mit Gewalt aus der Bibel ein Buch machen,
worin kein Menschenverstand ist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist eine Frage ob in den Wissenschaften und Künsten ein Bestes
möglich sei, über welches unser Verstand nicht gehen kann. Vielleicht
ist dieser Punkt unendlich weit entfernt, ohnerachtet wir bei jeder
Näherung weniger vor uns haben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Am Ende der Sammlung von Leibnizischen Schriften, die Herr Raspe in
Hannover besorgt hat, steht eine Abhandlung unsers großen Weltweisen
von der Characteristica universali, wo verschiedene schöne Sachen von
ihm selbst vorkommen. Er sagt unter anderem, er habe in allen
Wissenschaften, die er gelernet hätte, gleich erfinden wollen, auch
wenn er öfters mannigmal die principia noch nicht inne gehabt hätte,
dieses habe ihn endlich bewogen, auf die ersten Grundstriche der
Wissenschaften zurückzugehen und daher sich aus allen Fällen durch
eigene Regeln herauszuhelfen. Bei dieser Gelegenheit, fährt er fort,
Incidi in contemplationem admirandam, quod scilicet excogitari possit
quoddam Alphabetum cogitationum humanarum, et quoad litterarum hujus
alphabeti combinatione et vocabulorum ex ipsis factorum analalysi
omnia inveniri et dijudicari possent. Eine Art, wie dieses zu
bewerkstelligen sei, sagt er, habe er schon, nur fehle es ihm noch an
geschickten Zeichen. Es ist dieses diejenige Wissenschaft, wovon ein
undeutliches Gefühl die Menschen auf die Cabbala gebracht hat, welches
aber lauter elende Irrwege waren. Jacobus Bohemus hat unter seiner
Natursprache vielleicht etwas ähnliches verstanden. Niemand, sagt
Leibniz, würde mehr hierin haben leisten können, als Joachim Jung aus
Lübeck, ein großes und tiefsinniges Genie, das aber wenig bekannt
geworden ist. Dabei äußert er einige sehr artige Gedanken: er sagt
numerus est quasi figura metaphysica, et arithmetica statica universi,
qua rerum potentiae explorantur.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn wir uns eine Philosophie entwerfen wollen die uns im Leben nützen
soll, oder wenn wir allgemeine Regeln zu einem beständig vergnügten
Leben geben wollen, so müssen wir freilich von dem abstrahieren, was
eine gar zu große Verschiedenheit in die Betrachtungen bringt,
ohngefähr wie wir in der Mechanik oft tun, wenn wir Friktion und
andere dergleichen besondere Eigenschaften der Körper vergessen um uns
die Berechnung nicht zu schwer zu machen, oder wenigstens nur einen
Buchstaben an ihre Stelle setzen. Kleine Unglücksfälle bringen
ohnstreitig eine große Ungewißheit in diese praktische Regeln hinein,
daher müssen wir uns dieser entschlagen, und uns nur gegen die
Bezwingung der größeren wenden. Dieses ist ohnstreitig der wahre
Verstand verschiedner Sätze der stoischen Philosophie.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist ein Fehler in unsern Erziehungen, daß wir gewisse Wissen-
schaften so früh anfangen, sie verwachsen sozusagen in unsern
Verstand, und der Weg zum Neuen wird gehemmt. Es wäre die Frage ob
sich die Seelenkräfte nicht stärken ließen ohne sie auf eine
Wissenschaft anzuwenden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die wahre Bedeutung eines Wortes in unsrer Muttersprache zu verstehen
bringen wir gewiß oft viele Jahre hin. Ich verstehe auch zugleich hier
mit die Bedeutungen die ihm der Ton geben kann. Der Verstand eines
Wortes wird uns um mich mathematisch auszudrücken durch eine Formul
gegeben, worin der Ton die veränderliche und das Wort die beständige
Größe ist. Hier eröffnet sich ein Weg die Sprachen unendlich zu
bereichern ohne die Worte zu vermehren. Ich habe gefunden, daß die
Redens-Art: Es ist gut auf fünferlei Art von uns ausgesprochen wird,
und allemal mit einer andern Bedeutung, die freilich auch oft noch
durch eine dritte veränderliche Größe nämlich die Miene bestimmt wird.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wahrhaftigkeit ist die größte List.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn die Fixsterne nicht einmal fix sind, wie könnt ihr dann sagen,
daß alles Wahre wahr ist?
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu
tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Vom Wahrsagen läßt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der große Kunstgriff kleine Abweichungen von der Wahrheit für die
Wahrheit selbst zu halten, worauf die ganze Differential- Rechnung
gebaut ist, ist auch zugleich der Grund unsrer witzigen Gedanken, wo
oft das Ganze hinfallen würde, wenn wir die Abweichungen in einer
philosophischen Strenge nehmen würden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Erfindung der wichtigsten Wahrheiten hängt von einer feinen
Abstraktion ab, und unser gemeines Leben ist eine beständige
Bestrebung uns zu derselben unfähig zu machen, alle Fertigkeiten,
Angewohnheiten, Routine, bei einem mehr, als bei dem andern, und die
Beschäftigung der Philosophen ist es, diese kleinen blinden
Fertigkeiten, die wir durch Beobachtungen von Kindheit an uns erworben
haben, wieder zu verlernen. Ein Philosoph sollte also billig als ein
Kind schon besonders erzogen werden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Was mögen dieses wohl für verborgene Gesetze und Wege sein, durch
welche die Natur die Triebe in dem nämlichen Tier abändert und ihn
seine vorige vergessen macht. Das Hühnchen kriecht unter seine Glucke.
Es wird endlich selbst eine Glucke und kriecht nicht mehr unter,
sondern läßt unter sich kriechen. Bei allen Tieren ist der äußere
Zustand ihres Körpers und die Veränderung der sinnlichen Werkzeuge
derselben allzeit eine Funktion ihrer Handlungen und ihrer Lebensart.
Bei dem Menschen ist dieses zwar auch wahr, allein indem eine der
veränderlichen Größen zunimmt, kann die andere abnehmen und umgekehrt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Zu den Werken unsrer Kunst werden beständig Dinge verschwendet, alles
muß bei uns stärker gemacht werden, als der Gebrauch es erfordert,
weil wir nicht alle Umstände übersehen können, bei unsern Kleidern,
Schränken, Stühlen, Häusern müssen wir allzeit in die wahre Gleichung
der Dinge noch eine unbestimmte Größe hinzusetzen, die wir nach
Gefallen annehmen. Wenn ab hinlänglich wäre, etwas zu erreichen, ohne
daß man das geringste davon nehmen könnte, so müssen wir ab + x dafür
nehmen, da die Natur allemal ab + d setzt und auf einmal alles
bestimmt, durch Veränderung dieses d macht die Natur Varietäten und
befördert die nötige gänzliche Veränderung, wenn es negativ wird.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist mir sehr wahrscheinlich daß die meisten Irrtümer des Pöbels
aus der Sprache stammen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Argument gegen die Materialisten, welches Herr Untzer. Arzt T. VI
148 St. negiert, und welches von der Veränderung unseres Körpers
hergeholt ist, hat wirklich einiges Gewicht. Es ist klar, die Teile
sind nicht mehr wir, wenn wir einige Jahre älter sind, wie könnten
sukzessive Seelen so zu sagen sich ihr Bewußtsein mitteilen. Man kann
freilich antworten, daß die Veränderung sehr allmählich geschehe, so
wie sich in der ersten Welt Dinge durch Tradition fortgepflanzt haben,
ohneracht die Welt alle 80 Jahre eine andere war. So wird Lamettrie
antworten. Ein anderer Beweis, auf den Herr Fontenelle sehr viel hält,
daß nämlich sich die erstaunten Wirkungen eines Gedankens auf den
Körper nicht erklären ließen, wenn der Gedanke nach den Regeln der
Mechanik wirkte, ist nicht viel erheblicher. Es ist wahr, ein Mensch,
dem ich ganz sachte ins Ohr sage er werde arretiert werden, wenn er
sich nicht augenblicklich fortmachte, geht durch und lauft viele
Meilen mit der erschrecklichsten Bewegung fort. Allein nicht zu
gedenken, daß wir die Wirkung eines Dings nicht nach dem Schalle
schätzen müssen, den das Wort [macht], welches ihn erregt, so wenig,
als man ein Crimen laesae majest[atis]. nach dem Knalle schätzt, den
es tut, so wirkt der Gedanke beständig, und vielleicht auf eine Art,
wie der Funke auf das Pulver.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ein gewisser Philosoph sagt man müsse [bei] Zeiten den Geist mit
nützlichen Wahrheiten [speisen]. Herr N. hatte ihn zuweilen halbe
Jahre [hun]gern lassen und auf einmal wieder so gefüttert, daß man auf
allen Messen sagte: Mein Gott der Mensch hat sich übernommen (pm).
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Um ein Stückgen Fleisch wieder in Erde zu verwandeln, damit es andern
Vegetabilien oder Tieren nützen könne, läßt es die Natur nicht bloß
durch eine Verwesung auflösen, sondern hat lieber andere kleine
Kreaturen hervorgebracht, die es auffressen, sie hätte vielleicht
dieses ohne diese Tiere erhalten können, allein es ist dadurch die
Summe des Vergnügens in empfindenden Geschöpfen auf der Welt vermehrt
worden, und es läßt sich wahrscheinlich mutmaßen, daß allzeit das
Vergnügen der empfinden[en] Substanzen in der Welt ein Größtes ist, so
daß, wenn es bei einer Gattung wüchse, es bei den andern abnehmen
müßte.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn wir die abstrakten Wahreiten, die unsere Vernunft ohne viele
vorhergegangene Empfindungen erkennt, so ordnen könnten, daß wir den
Übergang zu den angewandten treffen könnten, so würde vieles eine
brauchbare Metaphorik geben, allein dieser Übergang fehlt noch jetzo
unserer Metaphorik.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Herr Home beantwortet in seinen Elements of Criticism (Kapitel 12) die
Frage, ob sich die Wahrheit durch das belachenswerte prüfen lasse, mit
Ja, und begegnet dem Einwurf: daß sich auch das ernsthafteste
lächerlich machen ließe, dadurch, daß er sagt, ein solcher Witz werde
die Prüfungen eines feinen Geschmacks nicht aushalten. Dennoch glaube
ich aber, daß das ernsthafteste öfters mit Geschmack kann lächerlich
gemachte werden, wenn man anders davon abstrahiert, daß es schon an
sich nicht viel Geschmack verrät, wenn man ernsthafte Sachen
lächerlich machen will.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Man hat bisher in der Abhandlung andrer Wahrheiten, als der
mathemat[ischen] und physikalischen, die Sätze, die man erweisen,
andern erläutern wollte gleich zu verwickelt angenommen, und man
geriet notwendigerweise in Verwirrungen. Wenn man den Ursprung der
Winde erläutern will, so betrachtet man eine Luftkugel, ohne auf
Wasser oder Erde zu sehen und sieht, was die anziehende Kraft des
Monds für Veränderungen in derselben hervorbringen kann. Wenn man die
Regeln des Geschmacks aussuchen will, sollte man erst überhaupt die
Veränderung einer empfinden[den] Substanz betrachten, hernach immer
Leidenschaften zusetzen, immer neues Interesse addieren, bis wir
endlich den Menschen heraus hätten.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn Plato sagt die Leidenschaften und die natürlichen Triebe seien
die Flügel der Seele, so drückt er sich sehr lehrreich aus, solche
Vergleichungen erläutern die Sache und sind gleichsam Übersetzung der
schweren Begriffe eines Mannes in eine jedermann bekannte Sprache,
wahrhafte Definitionen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Bauer, welcher glaubt, der Mond sei nicht größer als ein
Pflug-Rad, denkt niemals daran daß in einer Entfernung von einigen
Meilen eine ganze Kirche nur wie ein weißer Fleck aussieht, und daß
der Mond hingegen immer gleich groß scheint, was hemmt bei ihm diese
Verbindung von Ideen, die er einzeln alle hat? Er verbindet in seinem
gemeinen Leben auch wirklich Ideen vielleicht durch künstlichere
Bande, als diese. Diese Betrachtung sollte den Philosophen aufmerksam
machen, der vielleicht noch immer der Bauer in gewissen Verbindungen
ist. Wir denken früh genug aber wir wissen nicht daß wir denken, so
wenig als wir wissen daß wir wachsen oder verdauen, viele Menschen
unter den Gemeinen erfahren es niemals. Eine gnaue Betrachtung der
äußeren Dinge führt leicht auf den betrachtenden Punkt, uns selbst,
zurück und umgekehrt wer sich selbst einmal erst recht gewahr wird
gerät leicht auf die Betrachtung der Dinge um ihn. Sei aufmerksam,
empfinde nichts umsonst, messe und vergleiche; dieses ist das ganze
Gesetz der Philosophie.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Menschliche Philosophie überhaupt ist die Philosophie eines einzelnen
gewissen Menschen durch die Philosophie der andern selbst der
Menschliche Philosophie überhaupt ist die Philosophie eines einzelnen
gewissen Menschen durch die Philosophie der andern selbst der Narren
korrigiert und dieses nach den Regeln einer vernünftigen Schätzung der
Grade der Wahrscheinlichkeit. Sätze worüber alle Menschen
übereinkommen sind wahr, sind sie nicht wahr, so haben wir gar keine
Wahrheit. Andere Sätze für wahr zu halten zwingt uns oft die
Versicherung solcher Menschen, die in der Sache viel gelten, und jeder
Mensch würde das glauben, der sich in eben den Umständen befände, so
bald dieses nicht ist, so ist eine besondere Philosophie und nicht
eine die in dem Rat der Menschen ausgemacht ist, Aberglaube selbst ist
Lokal-Philosophie, er gibt seine Stimme auch.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Weiser werden heißt immer mehr und mehr die Fehler kennen lernen,
denen dieses Instrument, womit wir empfinden und urteilen, unterworfen
sein kann. Vorsichtigkeit im Urteilen ist was heutzutage allen und
jeden zu empfehlen ist, gewönnen wir alle 10 Jahre nur eine
unstreitige Wahrheit von jedem philosophischen Schriftsteller, so wäre
unsere Ernte immer reich genug.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Den Männern in der Welt haben wir so viel seltsame Erfindungen in der
Dichtkunst zu danken, die alle ihren Grund in dem Erzeugungstrieb
haben, alle die Ideale von Mädchen und dergleichen. Es ist schade, daß
die feurigen Mädchen nicht von den schönen Jünglingen schreiben dürfen
wie sie wohl könnten, wenn es erlaubt wäre. So ist die männliche
Schönheit noch nicht von denjenigen Händen gezeichnet, die sie allein
recht mit Feuer zeichnen könnten. Es ist wahrscheinlich, daß das
Geistige, was ein Paar bezauberte Augen in einem Körper erblicken, der
sie bezaubert hat, ganz von einer andern Art sich den Mädchen in
männlichen Körpern zeigt, als es sich dem Jüngling in weiblichen
Körpern entdeckt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten, mäßig entstellt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Bibel ist ein Buch, von Menschen geschrieben, wie alle Bücher. Von
Menschen, die etwas anders waren als wir, weil sie in etwas anderen
Zeiten lebten, etwas simpler in manchen Stücken waren als wir, dafür
aber auch sehr viel unwissender. Also ein Buch, worin manches Wahre
und manches Falsche, manches Gute und manches Schlechte enthalten ist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ein Buch ist ein Spiegel. Wenn ein Affe hineinguckt, so kann freilich
kein Apostel herausschauen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wir müssen uns freilich unsre gegenwärtigen Augenblicke allemal zu
Nutz zu machen suchen, und dieses wäre nicht sehr schwer, denn wir
dürften nur jeden Augenblick tun, was uns am meisten gefällt, allein
wer sieht nicht daß uns bald Stoff dazu fehlen würde. 2 Jahre so
hingebracht würden uns alle künftige verderben; jeder gegenwärtige
Augenblick ist ein Spiegel aller künftigen und unser gegenwärtiges
Vergnügen, verglichen mit dem daß er ein künftiger wird kann darin ein
größtes werden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich habe etliche mal bemerkt, daß ich Kopf-Weh bekam, wenn ich mich
lange in einem Hohl-Spiegel betrachtete.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wer sich selbst recht kennt, kann sehr bald alle anderen Menschen
kennenlernen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Mäßigkeit setzt Genuß voraus, Enthaltsamkeit nicht. Es gibt daher
mehr enthaltsame Menschen als solche, die mäßig sind.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Wohl mancher Länder wird nach der Mehrheit der Stimmen
entschieden, da doch jedermann eingesteht, daß es mehr böse als gute
Menschen gibt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Orakel haben nicht sowohl aufgehört zu reden als vielmehr die
Menschen ihnen zuzuhören.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Mensch liebt die Gesellschaft, und sollte es auch nur die von
einem brennenden Rauchkerzchen sein.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Neigung der Menschen kleine Dinge für wichtig zu halten hat sehr
viel großes hervorgebracht.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Menschen, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Alle Menschen schieben auf und bereuen den Aufschub.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es gibt wirklich viele Menschen die bloß lesen, damit sie nicht
zu denken brauchen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Gesichter der Menschen sind oft bis zum Ekelhaften häßlich. Warum
dieses? Vermutlich konnte die nötige Verschiedenheit der Gemüts-Arten
nicht erhalten werden ohne eine solche Einrichtung; man kann dieses
als eine Seelen-Charakteristik ansehen, welche zu lesen wir uns
vielleicht mehr befleißigen sollten. Um einigen Grund in dieser
schweren und weitläufigen Wissenschaft zu legen müßte man, bei
verschiednen Nationen, die größten Männer, die Gefängnisse und die
Tollhäuser durchsehen, denn diese Fächer sind so zu reden die 3
Hauptfarben, durch deren Mischung gemeiniglich die übrigen entstehen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Bei einem großen Genie gehet das in einem Augenblicke vor, was oft bei
einem andern ganze Stunden dauert. Ein gewisser Mensch, der eben keine
großen Gaben hatte, hielt einen zum Betrug mit der Feder nachgemachten
Druck eine Stunde wirklich dafür, andere sahen es im ersten
Augenblick.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist schwer anzugeben, wie wir zu den Begriffen gekommen sind die
wir jetzo besitzen, niemand, oder sehr wenige werden angeben können,
wenn sie den Herrn von Leibniz zum erstenmal haben nennen hören: weit
schwerer aber wird es noch sein, anzugeben, wenn wir zum erstenmal zu
dem Begriff gekommen, daß alle Menschen sterben müssen, wir erlangen
ihn nicht so bald, als man wohl glauben sollte. So schwer ist es den
Ursprung der Dinge anzugeben, wenn wir hierin (etwas) in Dingen außer
uns zustande bringen wollen?
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Da schon Herr Goguet leugnet, daß wir die Geometrie dem Nil zu danken
hätten, sondern vielmehr der frühzeitigen guten Einrichtung des
ägyptischen Staats, der unmöglich [ohne] eine Geometrie lang hätte
bestehen können, so ist die Frage, ob man wirklich durch die
Einteilung der Felder auf die Geometrie gekommen sei oder ob man eine
schon vorher gefundene Theorie angewendet habe? Diese Einteilung kann
freilich nicht ohne Geometrie verrichtet werden, und der dümmste Bauer
wird auf geometrische Lehrsätze verfallen, wenn er ein Feld in gleiche
Teile teilen wollte. Allein ein Volk kann es hierin sehr weit bringen
ohne ohne jemals auf den Satz von der Gleichheit der Dreiecke zu
verfallen. Unsere Kunstgärtner sind keine Geometers, allein sie wissen
sich aus allen Fällen oft sehr geschickt zu helfen. Es wäre eine
Frage, was wohl im gemeinen Leben am geschicktesten die Menschen auf
wichtige geometrische Sätze zu führen. Gewiß ist es, daß man nicht von
der graden Linie darauf gekommen sei.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
In Werken des Geschmacks ist es sehr schwer weiter zu kommen, wenn man
schon einigermaßen weit ist, weil leicht hierin ein gewisser Grad von
Vollkommenheit unser Vergnügen werden kann, so daß wir nur diesen Grad
zum Endzweck unserer Bemühungen setzen weil dieser unsern ganzen
Geschmack ausfüllt, in andern Stücken, die nicht bloß auf das
Vergnügen ankommen, verhält es sich ganz anders, daher haben wir in
den letzteren den Alten es weit zuvorgetan, in den ersten aber sind
wir noch tief unter ihnen, ohnerachtet wir sogar Muster von ihnen vor
uns haben. Dieses kommt daher, das Gefühl des neueren Künstlers ist
nicht scharf genug, es geht nur bis auf die körperliche Schönheiten
seines Musters, und nicht auf die moralischen wenn ich so reden darf.
Man kann das Gesicht eines redlichen Menschen sehen, man kann es aber
auch gewissermaßen fühlen, das letztere ist das erstere verbunden mit
einer Rücksicht auf das moralische Gute, womit wir in ihm oft die
Mienen begleitet sehen. Was ich hier sagen will wird wohl jeder
verstehen für den ich eigentlich schreibe. Solange der Künstler nur
bloß nach den Augen zeichnet, wird er nie einen Laokoon herausbringen,
der etwas mehr als Zeichnung hat, der mit Gefühl verfertigt ist.
Dieses Gefühl ist dem Künstler unumgänglich nötig, aber wo soll er es
lernen und wie? Unsre Ästhetiken sind bei weitem noch nicht praktisch
genug.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Da alle Glieder der Tiere eine sehr weisliche Absicht ihres großen
Schöpfers zeigen, so fragt sich, warum die Menschen oft Gewächse,
Glieder ohne Absicht bekommen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Esel haben die traurige Situation, worin sie jetzo in der Welt
leben, vielleicht bloß dem witzigen Einfall eines losen Menschen zu
danken, dieser ist schuld, daß sie zum verächtlichsten Tier auf immer
geworden sind und es auch bleiben werden, denn viele Eselstreiber
gehen deswegen mit ihren Eleven so fürchterlich um, weil es Esel,
nicht weil es träge und langsame Tier sind.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Aus den Träumen der Menschen, wenn sie dieselben gnau anzeigten, ließe
sich vielleicht vieles auf ihren Charakter schließen. Es gehörte aber
dazu nicht etwa einer sondern eine ziemliche Menge.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wir würden gewiß Menschen von sonderbarer Gemüts-Art kennen lernen,
wenn die großen Striche die jetzo Meer sind, bewohnt wären, und wenn
vielleicht in einigen Jahrtausenden unser gegenwärtiges festes Land
Meer und unsere Meere Länder sein werden, so werden ganz neue Sitten
entstehen, über die wir uns jetzo sehr wundern sollten.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Furcht vor dem Tod, die den Menschen eingeprägt ist, ist zugleich
ein großes Mittel, dessen sich der Himmel bedient, sie von Untaten
abzuhalten, vieles wird aus Furcht vor Lebensgefahr oder Krankheit
unterlassen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Daß der Mensch grob sündigen kann, daran ist mehr die Beschaffenheit
der äußeren Dinge als seine eigene Schuld, könnte er nicht die Wirkung
gewisser Dinge hindern, andere zerstören, wie könnte er stehlen, wenn
alles, was er gegen die Wesen außer ihm vornähme, denselben zum
Vorteil gereichte?
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Speisen haben vermutlich einen sehr großen Einfluß auf den Zustand
der Menschen, wie er jetzo ist, der Wein äußert seinen Einfluß mehr
sichtbarlich, die Speisen tun es langsamer, aber vielleicht ebenso
gewiß, wer weiß ob wir nicht einer gut gekochten Suppe die Luftpumpe
und einer schlechten den Krieg oft zu verdanken haben. Es verdiente
dieses eine gnauere Untersuchung. Allein wer weiß ob nicht der Himmel
damit große Endzwecke erreicht, Untertanen treu erhält, Regierungen
ändert und freie Staaten macht, und ob nicht die Speisen das tun was
wir den Einfluß des Klima nennen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wir arbeiten öfters daran einen lasterhaften Affekt zu dämpfen, und
wollen dabei unsere übrigen guten alle behalten, dieses kommt aus
unserer Methode her, womit wir den Menschen schildern, wir sehen den
Charakter desselben nicht als ein sehr richtig zusammengefügtes Ganzes
an, das nur in seinen Teilen verschiedene relative Stellungen annehmen
kann, sondern wir sehen die Affekte wie aufgeklebte Schönpflästerchen
an, die wir verlegen und wegwerfen könnten. Viele dergleichen Irrtümer
beruhen auf den dabei so nötigen Sprachen, weil diese keine Verbindung
notwendig unter sich haben, sondern sie erst durch die beigefügte
Erinnerungen bekommen, so kommt die gewöhnlichste Bedeutung uns immer
in den Sinn, sobald man die Erinnerung ein wenig nur aus der Acht
läßt, daher wenn eine allgemeine Charakteristik erfunden werden soll,
so muß notwendig erst eine solche Sprache hervorgesucht werden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Vorurteile sind so zu reden die Kunsttriebe der Menschen, sie tun
dadurch vieles, das ihnen zu schwer werden würde bis zum Entschluß
durchzudenken, ohne alle Mühe.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist in der Tat ein sehr blindes und unsern aufgeklärten Zeiten sehr
unanständiges Vorurteil, daß wir die Geographie und die römische
Historie eher lernen, als die Physiologie und Anatomie, ja die
heidnische Fabellehre eher, als diese für Menschen beinah so
unentbehrliche Wissenschaft daß sie nächst der Religion sollte
getrieben werden. Ich glaube daß einem höheren Geschöpfe, als wir
Menschen sind, dieses das reizendste Schauspiel sein muß, wenn er
einen großen Teil des menschlichen Geschlechts starr ein paar tausend
Jahre hinter sich gehen sähe, und aufs Ungewisse und unter dem
Freibrief Regeln für die Welt aufzusuchen sich und der Welt unnütz
sterben, [die] ihren Körper der doch ihr vornehmster Teil war nicht
kannten, da ein Blick auf ihn sie, ihre Kinder, ihren Nächsten, ihre
Nachkommen, hätte glücklich machen können.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Mensch scheint eine Kreatur zu sein, die sehr zur abgeänderten
Witterung gemacht zu sein scheint, weil er unter der Linie und an den
Polen dumm ist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist etwas Unbegreifliches, daß es uns schwer wird, in Komödien
natürlich zu schreiben, da uns doch das natürliche am natürlichsten
ist. Es kommt bloß daher, daß wir das natürliche mit einem Ausdrucke
zuweilen verbinden müssen, der nicht so ganz gemein ist, und man ist
sehr geneigt, wenn der Geschmack sich nicht auf Philosophie und
Vernunft und das menschliche Herz gründet, die Grenzen zu
überschreiten.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ein allgemeines Maß für das Verdienst oder für die Wichtigkeit einer
Verrichtung, das allen Ständen sogleich die Größe einer Tat angäbe,
wäre eine Erfindung, die eines moralischen Newton würdig wäre. Z.E.
eine Compagnie vor des Kommandanten Haus zu exerzieren ist gewiß nicht
so schwer als ein paar Schuh zu sohlen (ich weiß es freilich, daß die
Ehre eine Besoldung ist, sie auszuzahlen legt der Fürst eine Steuer
auf die Hüte und den Nacken der Untertanen. Wenn ein Handwerkspursche
vor dem Offizier den Hut zieht, so denke ich immer, dieser Pursche ist
eine Art von Kriegszahlmeister. Und wie ungeschliffen sind die
Offiziers, die sie ohne Quittung annehmen, ich meine die nicht wieder
an den Hut greifen) und ich behaupte ein Kleid gut zu schneiden ist
zuverlässig schwerer, als Hof-Kavalier zu sein, zuverlässig schwerer,
ich meine den Hof-Kavalier in abstracto. Eine solche Rangordnung, die
aber gewiß dem Verfasser und dem Verleger den Kopf kosten würde,
wünschte ich gedruckt zu sehen, sie existiert gewiß in dem Kopf jedes
rechtschaffenen Mannes. Man könnte zu einem solchen Maß das
Balancieren auf der Nase nehmen, weil dieses ohngefähr alle Menschen
mit gleicher Geschwindigkeit lernen, und durch die Länge der
Tabakspfeife in Zollen die Grade der Schwierigkeit messen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Plato hat schon den Gedanken geäußert, daß man die Menschen zu bessern
bei den Frauenzimmern anfangen müsse, Rousseau in der bekannten
Schrift über die Schädlichkeit der schönen Wissenschaften sagt in
einer Note eben das und wünscht, daß ein großer Mann den Anfang machen
möge, vielleicht hat Herr Fordyce mit seinen Frauenzimmerpredigten
diesen Wunsch erfüllt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Rousseau selbst (in einer Antwort auf eine Widerlegung der
vorhergehenden Schrift) gesteht, daß die schönen Wissenschaften etwas
göttliches seien, abstrakt betrachtet, aber nicht für den Menschen; so
entschuldigt er die Widersprüche, die sich in der Preisschrift
befinden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn sich das menschliche Geschlecht noch mehr vermehrt, so muß man
mehr als 2 oder drei Vornamen haben, um der Verwechslung vorzubeugen,
die Kinder der eigentlichen Huren bringen neue Namen herein, noch ein
Nutzen den sie haben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Man kann sich das menschliche Geschlecht als einen Polypen denken, so
kommt man schon auf mein System von Seelenwanderung.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn man die Charaktere der Menschen, oder besser, wenn man die
Menschen nach den Charakteren ordnen könnte, welches leicht möglich
wäre, wenn wir mehr Erfahrungen in diesem Stück sammelten, so würde
man die Klassen für die Künstler und Gelehrten leicht merken, und
würde sich alsdann nicht mehr bemühen einem aus dem Genere passerum
sprechen zu lernen, da es ausgemacht ist, daß dieses nur den Picis
zukommt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Welt ist ein allen Menschen gemeiner Körper, Veränderungen in ihr
bringen Veränderung in der Seele aller Menschen vor die just diesem
Teil zugekehrt sind.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Mit einem erstaunenden Vergnügen finde ich in des Herrn Lavaters
Aussichten in die Ewigkeit T.I. p. 43 seq., daß er vor dem Schlaf
ähnliche Empfindungen mit mir hat, ich habe jahrelang vorher ehe
dieses Buch erschien schon Herrn Ljungberg die Eröffnung getan, ja als
ich noch auf Schulen war habe ich meinem Freund Herrn Eßwein schon
etwas davon gesagt, aber nie gehört, daß er oder Herr Ljungberg jemals
etwas ähnliches empfunden, meine Betrachtungen in diesem Zustand gehen
gemeiniglich auf den Tod, oder die Seele überhaupt, und das was
Empfindung ist, und endigen sich in einer Bewunderung der Einrichtung
des Menschen, alles ist mehr Gefühl als Reflexion und unbeschreiblich.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Was ist es, das macht, daß wir uns zuweilen eines geheimen Kummers
standhaft entschlagen können, da die Vorstellung, daß wir unter dem
Schutz einer höchstgütigen Vorsicht stehen, die größte Wirkung auf uns
hat, und dennoch oft in der nächsten halben Stunde diesem nämlichen
Kummer beinah unterliegen. Mit mir ist es wenigstens so, ohne daß ich
sagen könnte, daß ich bei der 2ten Vorstellung meinen Kummer von einer
neuen Seite betrachte, andere Relationen einsehe, nichts weniger.
Fände dieses statt, so wurde ich diese Anmerkung nicht einmal
niedergeschrieben haben. Ich glaube vielmehr, daß die moralische
Empfindlichkeit im Menschen zu unterschiedenen Zeiten verschieden ist,
des Morgens stärker als des Abends.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es gibt Menschen, die sogar in ihren Worten und Ausdrücken etwas
Eigenes haben, (die meisten haben wenigstens etwas, das ihnen eigner
ist) da doch Redensarten durch eine lange Mode so und nicht anders
sind, solche Menschen sind allzeit einer Aufmerksamkeit würdig, es
gehört viel Selbstgefühl und Unabhängigkeit der Seele [dazu] bis man
so weit kommt. Mancher fühlt neu und sein Ausdruck womit der dieses
Gefühl andern deutlich machen will ist alt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist zum Erstaunen, wie wenig dasjenige oft, was wir für nützlich
halten, und was auch leicht zu tun wäre, doch von uns getan wird. Die
Begierde, geschwind viel wissen zu wollen, hindert oft die gnauen
Untersuchungen, allein es ist selbst dem Menschen, der dieses weiß,
sehr schwer etwas gnau zu prüfen, da er doch weiß, er kommt auch nicht
zu seinem Endzwecke viel zu lernen, wenn er nicht prüft.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wie glücklich viele Menschen wären, wenn sie sich genausowenig um die
Angelegenheiten anderer kümmern würden wie um die eigenen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Mein unerschütterliche Glaube an die Dummheit des Tieres Mensch hat
mich nie enttäuscht und ist mir im Lauf des Lebens oft zustatten
gekommen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ist es nicht seltsam, daß die Menschen so gern für ihre Religion
fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben?
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, das heißt vermutlich: Der
Mensch schuf Gott nach dem seinigen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Am 4ten Juli 1765 lag ich an einem Tag, wo immer heller Himmel mit
Wolken abwechselte, mit einem Buche auf dem Bette, so daß ich die
Buchstaben ganz deutlich erkennen konnte, auf einmal drehte sich die
Hand, worin ich das Buch hielt, unvermutet, ohne daß ich etwas
verspürte, und weil dadurch mir einiges Licht entzogen wurde, so
schloß ich es müßte eine dicke Wolke vor die Sonne getreten sein, und
alles schien mir düster, da sich doch nichts von Licht in der Stube
verloren hatte. So sind oft unsere Schlüsse beschaffen, wir suchen
Gründe in der Ferne, die oft in uns selbst ganz nahe liegen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Daß die Philosophie eine Frau ist, merkt man daran, daß sie
gewöhnlich an den Haaren herbeigezogen ist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Nichts kann mehr zu einer Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine
Meinung hat.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die großen Begebenheiten der Welt werden nicht gemacht, sondern sie
finden sich.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Träume führen uns oft in Umstände, und Begebenheiten hinein, in die
wir wachend nicht leicht hätten können verwickelt werden, oder lassen
uns Unbequemlichkeiten fühlen welche wir vielleicht als klein in der
Ferne verachtet hätten, und eben dadurch mit der Zeit in dieselben
verwickelt worden wären. Ein Traum ändert daher oft unsern Entschluß,
sichert unsern moralischen Fond besser als alle Lehren, die durch
einen Umweg ins Herz gehen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Bei jedem Streit ziehe die Versöhnung stets dem leichtesten Siege vor.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Widerwärtigkeiten sind Pillen, die man schlucken muß, und nicht
kauen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Gerade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das
Gegenteil nachahmen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist keine Kunst, etwas kurz zu sagen, wenn man etwas zu sagen hat.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn ich einen Nagel einschlage, nur um etwas anzuheften, so denke ich
immer: Was wird geschehen, ehe ich ihn wieder herausziehe.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf
die Klappe selbst.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wie geht's, sagte ein Blinder zu einem Lahmen. Wie Sie sehen,
antwortete der Lahme.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Belehrung findet man öfter in der Welt als Trost.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Witz und Laune müssen wie alle korrosiven Sachen mit Sorgfalt
behandelt werden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
An nichts muß man mehr zweifeln, als an Sätzen, die zur Mode geworden
sind.
		--  Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Leidenschaften machen die besten Beobachtungen und die elendsten
Schlüsse.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der gemeine Mann hält bei seinem Kirchengehen und Bibellesen die
Mittel für Zweck.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wer einen Engel sucht und nur auf die Flügel schaut, könnte eine Gans
nach Hause bringen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Meine Sprache ist allzeit simpel, enge und plan. Wenn man einen Ochsen
schlachten will, so schlägt man ihm gerade vor den Kopf.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es
anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muß anders werden, wenn
es gut werden soll.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen.
Allein um sicher Unrecht zu tun, muß man die Rechte studiert haben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse
Entdeckung.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Heutzutage machen drei Pointen und eine Lüge einen Schriftsteller.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten
Krankheiten der Seele.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn ein Buch und ein Kopf aneinanderstoßen, und es klingt hohl, ist
das allemal im Buch?
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Um eine allgemeine Charakteristik zustande zu bringen, müssen wir erst
von der Ordnung in der Sprache abstrahieren, die Ordnung ist eine
gewisse Musik, die wir festgesetzt, und die in wenigen Fällen (z. E.
femme sage, sage femme) einen sonderbaren Nutzen hat. Eine solche
Sprache die den Begriffen folgt müssen wir erst haben, oder wenigstens
für besondere Fälle suchen, wenn wir in der Charakteristik fortkommen
wollen. Weil aber unsere wichtigsten Entschlüsse, wenn wir sie ohne
Worte denken, oft nur Punkte sind, so wird eine solche Sprache ebenso
schwer sein zu entwerfen, als die andere, die daraus gefolgert werden
soll.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich kann mir eine Zeit denken, welcher unsere religiösen Begriffe so
sonderbar vorkommen werden als der unsrigen der Rittergeist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn man, wie die Metaphysiker oft verfahren, glaubt man verstehe
etwas, das man nicht versteht, so kann man dieses nennen affirmative
nescire.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Pythagoras konnte einer einzigen Erfindung halber hundert Ochsen
opfern, Kepler würde bei seinen vielen Entdeckungen zufrieden gewesen
sein, wenn er 2 gehabt hätte.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Elastizität der Körper (und es wird wohl keine völlig harten oder
völlig weichen geben) ist gleichsam das Leben derselben, wir bekommen
dadurch ein Gefühl ihrer Gegenwart durch das Gehör, Gesicht und öfters
das Gefühl, ein Körper, welcher dieses Lebens beraubt ist, würde,
unkenntlich und unbrauchbar, seine Lücke ausfüllen. Die elastischen
Kräfte der Körper sind die Dolmetscher wodurch sie so zu sagen mit uns
sprechen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn wir auf einen Gegenstand hinsehen, so sehen wir noch viele andere
zugleich mit, aber weniger deutlich. Es ist die Frage, ob dieses
Gewohnheit ist, oder ob es eine andere Ursache habe? Im ersten Fall
müßten wir uns auch angewöhnen können Dinge deutlich zu sehen,
ohnerachtet wir unsere Augen nicht unmittelbar darauf wenden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Man könnte in einer besonderen Wissenschaft die niedrigeren Stufen so
wohl als die höheren der Dinge betrachten, wie sie jetzo sind, und das
Größte und kleinste darinnen bestimmen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
So wie das Ohr Verhältnisse mißt, so berechnet vielleicht die Zunge
Flächen von Körpern.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Eine geringe Veränderung in der gemeinsten Verknüpfung der Dinge kann
unsere Abstraktion leicht so sehr verwirren, daß man mit leichter Mühe
Taschenspieler-Künste aus den gewöhnlichsten Dingen herauslockt, wenn
man kleine Umstände verändert.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Bemühung ein allgemeines Principium in manchen Wissenschaften zu
finden ist vielleicht öfters ebenso fruchtlos, als die Bemühung
derjenigen sein würde, die in der Mineralogie ein erstes Allgemeines
finden wollten durch dessen Zusammensetzung alle Mineralien entstanden
seien. Die Natur schafft keine genera und species, sie schafft
individua und unsere Kurzsichtigkeit muß sich Ähnlichkeiten aussuchen
um vieles auf ein Mal behalten zu können. Diese Begriffe werden immer
unrichtiger je größer die Geschlechter sind, die wir uns machen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die größten Dinge in der Welt werden durch andere zuwege gebracht, die
wir nichts achten, kleine Ursachen, die wir übersehen, und die sich
endlich häufen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist nicht so angenehm, wenn uns andere von einem Taschenspieler
erzählen, als ihn selbst zu sehen, weil uns bei dem ersten immer ein
Grad von Unglauben zurückbleibt, oder wir denken, die erzählende
Person sei nicht fein genug gewesen, wie sie die Sache betrachtet
habe.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Einfluß des Stils auf unsere Gesinnungen und Gedanken, von dem ich
an einem andern Ort geredet habe, zeigt sich sogar bei dem sonst
genauen Linnaeus, er sagt die Steine wachsen, die Pflanzen wachsen und
leben, die Tiere wachsen leben und empfinden, das erste ist falsch,
denn der Wachstum der Steine hat keine Ähnlichkeit mit dem Wachstum
der Tiere und Pflanzen. Vermutlich hat ihn das Steigende des
Ausdrucks, den er bei den letzten gespürt hat, auf den Gedanken
gebracht, auch die erstem mit unter diese Klasse zu bringen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Versart den Gedanken anzumessen ist eine sehr schwere Kunst, und
eine Vernachlässigung derselben ist ein wichtiger Teil des
Lächerlichen. Sie verhalten sich beide zusammen wie im gemeinen Leben
Lebens-Art und Amt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Plato sagt das poetische Genie werde durch die Harmonie und die
Versart rege gemacht, und dieses setze den Dichter in den Stand ohne
Überlegung seine Gedichte zu verfertigen. Plato thou reason'st well,
ein jeder wird dieses bei sich verspürt haben, wenn er mit Feuer Verse
gemacht hat, vielleicht könnten wir durch ähnliche Kunstgriffe unsre
übrige Fähigkeiten ebenso in Bewegung setzen, hauptsächlich auch die
Ausübung der Tugend. Eine große Fertigkeit im Dividieren und zwar nach
der Methode, die man über sich dividieren heißt, die ich bei jemand
bemerkte, brachte mir zuerst den Lusten zur Rechenkunst bei; ich
dividierte mehr der eiförmigen Gestalt der Auflösung willen, als aus
einer andern Absicht. Ich habe junge Mathematicos gekannt (Herrn
Klügel und Herrn von Hahn) die oft ein solches Vergnügen darin
(fanden) die Worte Calcul und Vues in dem Calcul auszusprechen, daß
ich nicht zweifle, daß kleine Neben-Ergötzlichkeiten, die sie in
dergleichen Vorstellungen fanden, ihren Fleiß munter erhalten haben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es gibt keine Synonyma, die Wörter die wir dafür halten haben ihren
Erfindern gewiß nicht Einerlei sondern vermutlich Species ausgedruckt.
Büttner.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Schnecke baut ihr Haus nicht, sondern es wächst ihr aus dem Leib.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Man könnte die Gewohnheit eine moralische Tradition nennen, etwas, was
den Geist nicht leicht über die Dinge hinstreichen läßt, sondern ihn
damit verbindet, so daß es ihm schwer wird, sich davon los zu machen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Jeder Gedanke hat gewiß bei uns eine besondere relative Stellung der
Teile unsers Körpers, die ihn allemal begleitet, allein Furcht oder
überhaupt Zwang ersticken und hemmen sie oft ohnerachtet sie freilich
nicht allemal so heftig sind, daß sie andern in die Sinne fallen, so
sind sie doch da und der Geist zeigt sich desto freier je weniger er
diese äußere Bewegungen an sich halten darf, denn ein solches
Zurückhalten schadet dem freieren Fortgang der Gedanken ebensosehr als
der Zorn, den man nicht darf ausbrechen lassen. Daher sieht man warum
in einer Versammlung von den vertrautesten Freunden die guten Gedanken
sich selbst nach und nach herbeiführen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
In den Fragen im gemeinen Leben, wie man etwas am besten tun könnte,
wird ein gewisses Maximum gesucht.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Beweis der Philosophen, daß es ein künftiges Leben gebe, wenn sie
sagen, Gott könne sonst den letzten Augenblick nicht belohnen, gehöret
mit unter die Beweise durch Exempel, wir belohnen immer nach der Tat,
daher belohnt Gott auch so, wir tun es aus Mangel der Voraussehung, wo
uns diese nicht hindert, so belohnen wir auch zum voraus, wir
praenumerieren ja auf Universitäten. Kann Gott nicht auch
praenumeriert haben? Wenn Plutarch sagt: Während dem Streit werden die
Sieger nicht gekrönt, sondern nach demselben; ist mit dem
vorhergehenden verdeckt einerlei, ein bloßes Gleichnis, eine Art zu
beweisen, die so falsch und so gemein ist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wir finden nur alsdann Vergnügen, wo wir Absicht bemerken, wenigstens
urteilt unser Auge und Ohr nach diesem Grundsatz, der Flügel des
Schmetterlings gefiel anfangs wegen der regelmäßigen Farben, dieses
ward man gewohnt, und jetzt gefällt er wieder von neuem, wenn man
sieht, daß er aus Federn besteht, der Quarz mehr als [der] unförmliche
Sandstein. Vergnügen zu erwecken müssen wir dieses aufsuchen in den
Dingen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Heftigen Ehrgeiz und Mißtrauen habe ich noch allemal beisammen
gesehen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn ich bisweilen viel Kaffee getrunken hatte und daher über alles
erschrak, so konnte ich ganz gnau merken, daß ich eher erschrak, ehe
ich den Krach hörte, wir hören also gleichsam noch mit anderen
Werkzeugen als mit den Ohren.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich träumte neulich an einem Morgen, ich läge wachend im Bette und
könnte keinen Atem bekommen, darauf erwachte ich ganz helle und
spürte, daß ich nur ganz mäßig Mangel nach meiner damaligen Lage daran
hatte, einem bloß fühlenden Körper kommen böse Empfindungen allzeit
größer vor, als einem, der mit einer denkenden Seele verknüpft ist, wo
selbst oft der Gedanke, daß die Empfindungen nichts zu bedeuten haben,
oder daß man sich, wenn man nur wollte, davon befreien könnte, vieles
vom unangenehmen vermindert. Wir liegen öfters mit unserm Körper so,
daß gedrückte Teile uns heftig schmerzen, allein, weil wir wissen, daß
wir uns aus dieser Lage bringen könnten, wenn wir nur wollten, so
empfinden wir wirklich sehr wenig. Dieses bestärkt eine Anmerkung, die
ich unten gemacht habe, nämlich, daß man sich durch drücken die
Kopfschmerzen vermindern kann.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Tod ist eine unveränderliche Größe, allein der Schmerz ist eine
veränderliche, die unendlich wachsen kann. Dieses ist ein Satz, den
die Verteidiger der Folter zugeben müssen, denn sonst foltern sie
vergeblich, allein in vielen wird der Schmerz ein Größtes und kleiner
als der Tod.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Herr Gunkel kann die Pupille willkürlich kleiner und größer machen, im
ersten Fall kann er kein Objekt mehr unterscheiden, ich [habe] mir
diesen Versuch von ihm 100mal machen lassen. Ob nun sein Wille
unmittelbar auf die Trauben-Haut wirkt, oder ob er sonst einen dem
Willen mehr unterworfenen Teil des Auges in Bewegung setzt, auf den
die Verengerung der Pupille mechanisch folgt, weiß ich nicht.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Eine Sprache, die allemal die Verwandschaft der Dinge zugleich
ausdrückte, wäre für den Staat nützlicher als Leibnizens
Charakteristik. Ich meine solche wie zum Ex. Seelsorger statt Prediger,
Dummkopf statt Stutzer, Wassertrinker statt Anakreontischer Dichter.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich wünschte mir an jedem Abend die Sekunde des vergangenen Tages zu
wissen, da mein Leben den geringsten Wert hatte, das ist, da, wenn
Reinigkeit der Absichten, und Sicherheit des Leben Geld wert sind, ich
am allermeisten würde gegolten haben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Debitum naturae reddere heißt auf lateinisch gemeiniglich sterben. O
es könnte noch mehr heißen! Viele Schwachheiten die wir begehen sind
Schulden, die wir der Natur bezahlen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Man muß sich in acht nehmen, daß man um die Möglichkeit mancher Dinge
zu erweisen nicht gar zu bald auf die Macht eines höchstvollkommenen
Wesens appelliert, denn sobald man z.E. glaubt [daß] Gott die Materie
denken mache, so kann man nicht mehr erweisen, daß ein Gott außer der
Materie sei.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der dreifache Punkt bei den krummen Linien ist wenigstens ein eben so
schickliches Bild der Dreieinigkeit, als die Leibnizsche 1 ein Bild
des Heiligen Geistes bei der Schöpfung ist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Unser Leben hängt so gnau in der Mitte zwischen Vergnügen und Schmerz,
daß uns schon zuweilen Dinge schädlich werden können, die uns zu
unserm Unterhalt dienen, wie ganz natürlich veränderte Luft, da wir
doch in die Luft geschaffen sind. Allein wer weiß, ob nicht vieles von
unserm Vergnügen von diesem Balancement aghängt, diese Empfindlichkeit
ist vielleicht ein wichtiges Stück von dem, was unsern Vorzug vor den
Tieren ausmacht.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Eine Empfindung die mit Worten ausgedruckt wird, ist allzeit wie Musik
die ich mit Worten beschreibe, die Ausdrücke sind der Sache nicht
homogen genug. Der Dichter, der Mitleiden erregen will, verweist doch
noch den Leser auf eine Malerei und durch diese auf die Sache. Eine
gemalte schöne Gegend reiße augenblicklich hin, da eine besungene erst
im Kopf des Lesers gemalt werden muß. Bei der ersten hat der Zuschauer
nichts mehr mit der Einrichtung zu tun, sondern er schreitet gleichsam
zum Besitz, wünscht sich die Gegend, das gemalte Mädgen, bringt sich
in allerlei Situationen, vergleicht sich mit allerlei Umständen bei
der Sache.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ein gewisses großes Genie fängt aus einem besondern Hang an eine
Verrichtung vorzüglich zu treiben, weil es schwer war, so wird er
bewundert, andere reizt dieses. Nun demonstriert man den Nutzen dieser
Beschäftigungen. So entstehen Wissenschaften.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wir empfinden nicht die unmittelbare Berührung äußerer Körper beim
Sehen und Hören, sagt Home, wie bei den übrigen Sinnen. (Wenn wir
keine Augen hätten, so würde vielleicht die Empfindung des Gefühls
ebenso innerhalb uns vorzugehen scheinen; allein unsere Augen machen,
daß wir die Empfindung dahin versetzen, wo wir sehen, daß der Grund
liegt p. m.)
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Um uns ein Glück, das uns gleichgültig scheint, recht fühlbar zu
machen müssen wir immer denken, daß es verloren sei, und daß wir es
diesen Augenblick wieder erhielten. Es gehört aber etwas Erfahrung in
allerlei Leiden dazu um diese Versuche glücklich anzustellen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Kritiker lehren uns, uns an die Natur zu halten, und die
Schriftsteller lesen es, sie halten es aber immer für sicherer sich an
Schriftsteller zu halten, die sich an die Natur gehalten haben. Die
meisten lesen die Regeln des Hume und wenn sie schreiben wollen denken
sie an eine Stelle des Shakespeare. Es ist freilich gut ein so großes
Original vor Augen zu haben, allein es ist klar, daß, wenn man eine
solche Kopie nicht erreicht, die Entfernung davon nach der Seite zu
geschieht die von der Natur noch weiter abweicht, oder es muß ein
großes Genie sein, das sich der Natur noch mehr nähert als die erste
Kopie derselben. Geschieht aber dieses, so muß notwendig der Verfasser
mehr die Natur als die Kopie zu erreichen gesucht haben, und man kann
eigentlich alsdann nicht mehr sagen, daß er nach einer Malerei
gezeichnet hat, sondern er bedient sich derselben nur so wie man sich
in der praktischen Geometrie des Augenmaßes zuweilen bedient Messungen
zu probieren, nicht um dadurch überhaupt zu sehen ob man gnau gemessen
hat, sondern zu sehen ob man nicht durch einen Irrtum in der Rechnung
einen Fehler begangen hat, der die Hälfte des Gesuchten beträgt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Entschuldigungen, die man bei sich selbst sich macht wenn man
etwas unternehmen will, sind ein vortrefflicher Stoff für Monologen,
denn sie werden selten anders gemacht, als wenn man allein ist und
sehr oft laut.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn man einen guten Gedanken liest, so kann man probieren, ob sich
etwas Ähnliches bei einer andern Materie denken und sagen lasse. Man
nimmt hier gleichsam an, daß in der andern Materie etwas enthalten sei
das diesem ähnlich sei. Dieses ist eine Art von Analysis der Gedanken,
die vielleicht mancher Gelehrter braucht ohne es zu sagen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Dinge, die man täglich vor Augen sieht von einer anderen Seite zu
betrachten, oder vielmehr durch ein Vergrößerungsglas anzusehen, ist
oft ein Mittel, die Welt mit Erfolg zu lehren. Lebermüllersche
Belustigungen ließen sich auch in der Moral schreiben. Ein solches
Mikroskop würde uns unglaubliche Dinge zeigen. Man sehe nur in den
Home. Rousseau sagt Heloise T. I. Lettre XII Le Gout est le Microscope
du Jugement.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Dante Alighieri nennt in seiner Komödie den Vergil mit einem Respekt
seinen Lehrer, und hat ihn, wie Herr Meinhard bemerkt, doch so
schlecht genützt, eine deutliche Probe, daß man schon damals die Alten
lobte, ohne zu wissen warum, sie zu loben und andere Sachen tun,
dieser Respekt gegen Dichter, die man nicht versteht und doch
erreichen will, ist die Quelle unserer schlechten Schriften.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn wir so vollständig sprechen könnten als wir empfinden, die Redner
würden wenige Widerspenstige, und die Verliebten wenig Grausame
finden. Unser ganzer Körper wünschet bei der Abreise eines geliebten
Mädgens, daß sie da bleiben möchte, kein Teil drückt es aber so
deutlich aus als der Mund: wie soll er sich aber ausdrücken, daß man
auch etwas von den Wünschen der übrigen Teile empfindet? Gewiß das ist
sehr schwer zu raten, wenn man noch nicht in dem Fall wirklich ist,
und noch schwerer wenn man nie darin war.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Bei einem Verbrechen ist das was die Welt das Verbrechen nennt selten
das was die Strafe verdient, sondern da ist es, wo unter der langen
Reihe von Handlungen womit es sich gleichsam als mit Wurzeln in unser
Leben hinein erstreckt diejenige ist, die am meisten von unserm Willen
dependierte, und die wir am allerleichtesten hätten nicht tun können.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wenn die Substanzen Eigenschaften besitzen, die sich andern
vergegenwärtigen lassen, so können wir zugleich Glieder in
verschiedenen Welten sehn ohne uns jedoch in mehr als einer bewußt zu
sein, denn Eigenschaften der Substanzen sind so zu reden
durchdringlich. So können wir sterben und in einer andern Welt
fortleben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Shakespear unterscheidet sich in seinen Ausdrücken häufig dadurch von
allen übrigen Schriftstellern, daß er nicht so leicht Metaphern wählt,
die im Gemeinleben rezipiert sind, als zum Exempel Triebfeder, der
G... sondern lieber statt dessen ein besonderes [Bild] aus eben
dieser Sache hergeholtes, wählt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Geschöpfe machen nicht sowohl eine Kette aus wie die Poeten (Pope)
öfters sich ausdrücken, sondern ein Netz, denn sie kommen auch öfters
von der Seite wieder zusammen. Wie die Übergänge der Tiere und Steine
aus einer Species in die andere und aus einem Genus in das andere
deutlich zeigen. Büttner.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Reim ist etwas, das mehr den nordlichern Ländern eigen ist, so wie
das Silben-Maß mehr in den südlichern verehrt wurde, bei diesen ist
alles Musik, da bei jenen nur zuweilen aber desto stärker die Kunst
und Harmonie sichtbar wird; ich zweifle nicht, daß die Griechen und
Römer nicht mannigmal auf Reime verfallen seien, es war aber dieses
Künstliche in ihnen allzu fühlbar und ihnen daher verhaßt, so wie uns
die Reime schmetterte und kletterte, dahingegen ihr zärteres Ohr schon
eher Füße zählen konnte, als wie unseres, das sich daher ein fühlbares
Silbenmaß, den Reim erfand. Daher haben die alten deutschen Verse oft
nur Reime und fast gar kein metrum.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Herr Fielding sucht in der Vorrede zu seinem Andrews den Grund des
Lächerlichen in einer gezwungenen Nachahmung, allein er hat nicht
bedacht, daß alsdann allemal das lächerliche nur im affektierten
bestünde, da es doch viele Handlungen gibt, die an sich ohne Beziehung
auf etwas anderes lächerlich sind; und auf diese Art fällt eine der
größten Quellen des lächerlichen weg, nämlich wenn jemand etwas für
sehr wichtig im Ernst hält, was nur eine Kleinigkeit ist, wie Orgon,
da er von einer Fliege gestochen wird, oder der Verweis des Don
Sylvio, den er dem Pedrillo gibt, weil er so frei im Palast der weißen
Katze schwatzt, und dergleichen mehr.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Home sagt in der Einleitung zu seinen Elements of Criticism, daß eine
gesunde Kritik die Tugend unterstütze, dieses ist sehr richtig, wenn
man eine Kritik versteht, die nach den feinen Grundsätzen des Herrn
Home agiert, allein es gibt oft eine angeborne Kritik, die ihrem
Subjekt das Schöne augenblicklich zeigt, ohne daß es merkt, auf was
für Regelmäßige Übereinstimmungen sich diese Empfindungen gründen. So
bald dieser feine Geschmack erworben ist, und nicht angeboren, so hat
Herr Home recht, und vielleicht versteht er auch nur einen solchen
erworbenen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Worte sind eine Art von Buchstabenrechenkunst für die natürlichen
Zeichen der Begriffe, welche in Gebärden und Stellungen besteht, die
Casus der Substantiven sind die Zeichen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Sind wohl solche Zahlzeichen möglich, die wenn ich das Blatt
herumkehre und alsdann ausspreche z.E. so viel bedeuten als die Hälfte
der vorhergehenden..
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Herr Home bemerkt (T. 1 Abschn. 3) daß man bei Erblickung einer
tugendhaften Handlung eben eine solche Bewegung fühlt, die eben die
Absicht hat, als wie der Trieb zur Fortpflanzung seines Geschlechts,
eine Empfindung, die derjenigen ähnlich ist, wie diejenige, die die
Handlung hervorgebracht hat.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das aimer par compagnie das Perrault, welches auch Home kennt, ist die
Seele der Mode, und eine Definition des Schönen würde sehr leicht
werden, wenn wir dieses von dem eigentlich gefallenden trennen
könnten.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die sonderbare Empfindung, die ich habe, wenn mit einem spitzigen
Instrument gegen die Augen zu fahre?
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Jedermann gesteht, daß schmutzige Historien, die man selbst aufsetzet,
lange nicht die gefährliche Wirkung auf uns tun, als die von Fremden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Maß des Wunderbaren sind wir, wenn wir ein allgemeines Maß
suchten, so würde das Wunderbare wegfallen und würden alle Dinge
gleich groß sein.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Die Einrichtung unserer Natur ist so weise, daß uns sowohl vergangener
Schmerz, als vergangene Wollust Vergnügen erweckt; da wir nun ferner
eher eine zukünftige Wollust voraussehen als einen zukünftigen
Schmerz, so sehen wir daß wirklich nicht einmal die traurige und
angenehme Empfindung in der Welt gleich verteilt sind, sondern daß
wirklich auf Seiten des Vergnügens ein größeres stattfindet.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Krämer, der etwas abwiegt, schafft so gut die unbekannten Größen
auf die eine Seite und die bekannten auf die andere als der
Algebraist.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Streit über bedeuten und sein, der in der Religion so viel Unheil
angestiftet hat, wäre vielleicht heilsamer gewesen, wenn man ihn über
andere Materien geführt hätte, denn es ist eine allgemeine Quelle
unsers Unglücks, daß wir glauben die Dinge seien das wirklich, was sie
doch nur bedeuten.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Leben kann als eine Linie angesehen werden, die mit verschiedenen
Krümmungen über einen Graben (der Grenze des Lebens) hinläuft. Der
plötzliche Tod ist ein perpendikulärer Lauf nach dieser Linie,
Krankheit auf Parallelen mit derselben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ein Narr, der sich einbildet, ein Fürst zu sein, ist von dem Fürsten,
der es in der Tat ist, durch nichts unterschieden, als daß jener ein
negativer Fürst und dieser ein negativer Narr ist, ohne Zeichen
betrachtet sind sie gleich.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es ist ein ganz unvermeidlicher Fehler aller Sprachen, daß sie nur
genera von Begriffen ausdrücken, und selten das hinlänglich sagen was
sie sagen wollen. Denn wenn wir unsere Wörter mit den Sachen
vergleichen, so werden wir finden daß die letzteren in einer ganz
andern Reihe fortgehen als die erstem. Die Eigenschaften die wir an
unserer Seele bemerken hängen so zusammen, daß sich wohl nicht leicht
eine Grenze wird angeben lassen, die zwischen zweien wäre, die Wörter,
womit wir sie ausdrücken, sind nicht so beschaffen, und zwei auf
einander folgende und verwandte Eigenschaften werden durch Zeichen
ausgedrückt, die uns keine Verwandtschaft zu erkennen geben. Man
sollte die Wörter philosophisch deklinieren können, das ist ihre
Verwandtschaft von der Seite durch Veränderungen angeben können. In
der Analysi nennt man einer Linie a unbestimmtes Stück x, das andere
nicht y wie im gemeinen Leben, sondern a - x. Daher hat die
mathematische Sprache so große Vorzüge für der gemeinen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es kann ohnstreitig Kreaturen geben, deren Organe so fein sind, daß
sie nicht imstande sind durch einen Lichtstrahl durchzugreifen, so wie
wir nicht durch einen Stein durchgreifen können, weil unsere Hände
eher zerstört werden würden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Vielleicht ist ein Gedanke der Grund aller Bewegung in der Welt, und
die Philosophen, welche gelehrt haben, daß die Welt ein Tier sei, sind
vielleicht durch diesen Weg darauf gekommen, sie haben sich vielleicht
nur nicht so eigentlich ausgedruckt wie sie vielleicht hätten tun
sollen. Unsere ganze Welt ist nichts als die Wirkung eines Gedankens
von Gott auf die Materie.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Nicht da sein heißt bei den Naturforschern, wenigstens bei einer
gewissen Klasse so viel als nicht empfunden werden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Für das Künftige sorgen, muß bei Geschöpfen die das Künftige nicht
kennen sonderbare Einschränkungen leiden. Sich auf sehr viele Fälle
zugleich schicken, wovon oft eine Art die andern zum Teil aufheben
muß, kann von einer vernünftigen Gleichgültigkeit gegen das Zukünftige
wenig unterschieden sein.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es gibt Grade des Verlierens, ein Ding in keiner einzigen gegebenen
Zeit wieder finden können, heißt dieses Ding verloren haben, zuweilen
läßt sich aus den Umständen nicht schließen, ob diese Zeit unendlich
werden wird oder nicht, wird aber oft endlich befunden. Man kann etwas
wirklich verloren haben, wenn man auch gleich weiß, daß man es nach
einer halben Stunde Fleiß wieder finden könnte.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Was man sieht, tut oder liest, suche man immer auf den Grad der
Deutlichkeit zurückzubringen, daß wir wenigstens die gemeinsten
Einwürfe dagegen beantworten können, alsdann läßt es sich zu dem
errichteten Fond unserer Wissenschaft schlagen. Kein streitiges
Vermögen muß je darunter gerechnet werden. Will sich etwas allgemein
angenommenes nicht mit unserem System vereinigen, so fehlen uns
vielleicht noch Grundideen, und Erlernung solcher ist ein großer
Gewinn.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Es donnert, heult, brüllt, zischt, pfeift, braust, saust, summet,
brummet, rumpelt, quäkt, ächzt, singt, rappelt, prasselt, knallt,
rasselt, knistert, klappert, knurret, poltert, winselt, wimmert,
rauscht, murmelt, kracht, gluckset, röcheln, klingelt, bläset,
schnarcht, klatscht, lispeln, keuchen, es kocht, schreien, weinen,
schluchzen, krächzen, stottern, lallen, girren, hauchen, klirren,
blöken, wiehern, schnarren, scharren, sprudeln. Diese Wörter und noch
andere, welche Töne ausdrücken, sind nicht bloße Zeichen, sondern eine
Art von Bilderschrift für das Ohr.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Zurücktreten von Personen die heftig mit andern zanken kann
zuweilen seinen Grund in einer Furcht vor der eigenen Unenthaltsamkeit
anzeigen. So tritt Apollo beim Homer zurück nachdem er den Diomed der
ihn bekämpfen wollte an seinen unermeßlichen Abstand von Göttern und
an seinen Raupenstand erinnert hat. Iliad. Book V. v. 539 Pope's
Übersetzung.
So spoke the God who darts celestial fires,
He dreads his fury and some steps retires.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Aus einer Menge von unordentlichen Strichen bildet man sich leicht
eine Gegend, aber aus unordentlichen Tönen keine Musik.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der
herrschenden Mode konform.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich möchte was darum geben, genau zu wissen, für wen eigentlich die
Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie wären für
das Vaterland getan worden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das
Übelste, was man tun kann.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Glaubt ihr denn, daß der liebe Gott katholisch ist?
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich danke es dem lieben Gott tausendmal, dass er mich zum Atheisten
hat werden lassen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter
auf ihnen nicht unnötig.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Wort Gottesdienst sollte verlegt und nicht mehr vom Kirchengehen,
sondern bloß von guten Handlungen gebraucht werden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg (Moralische Bemerkungen)
%
Kein Wort im Evangelium ist in unseren Tagen mehr befolgt worden als
das: Werdet wie die Kindlein.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Dann gnade Gott denen von Gottes Gnaden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird,
einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Ich glaube kaum, daß es möglich sein wird, zu erweisen, daß wir das
Werk eines höchsten Wesens und nicht vielmehr zum Zeitvertreib von
einem sehr unvollkommenen sind zusammengesetzt worden.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Du sollst deinen Nächsten seines Glaubens wegen nicht braten, zumal du
ihn nicht essen kannst.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert, und mehr als das
Blei in der Flinte jenes im Setzkasten der Drucker.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns bloß.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Das Gefühl für Gesundheit erwirbt man sich nur durch Krankheit.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Der Mensch, der sich vielen Glückes und seiner Schwäche bewußt ist,
wird abergläubisch, flüchtet zum Gebet.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
(Vermischte Schriften - Beobachtung über den Menschen)
%
Die meisten Gelehrten sind abergläubischer, als die selbst sagen, ja
als sie selbst glauben.
		-- Georg Christoph Lichtenberg (Sudelbücher)
%
Ich bin sehr abergläubisch, allein ich schäme mich dessen gar nicht,
sowenig ich mich schäme zu glauben, daß die Erde stille steht; es ist
der Körper meiner Philosophie, und ich danke nur Gott, daß er mir eine
Seele gegeben hat, die dieses korrigieren kann.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Jeder Mensch hat seinen individuellen Aberglauben, der ihn bald im
Scherz, bald im Ernst leitet.
		-- Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher
%
Viele, die über Ablaßkrämerei in der katholischen Kirche lachen, üben
sie doch täglich selbst. Wie mancher Mann von schlechtem Herzen glaubt
sich mit dem Himmel ausgesöhnt, wenn er Almosen gibt.
		-- Georg Christoph Lichtenberg (Vermischte Schriften II)
%
Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten
Krankheiten der Seele.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Wahre Achtung kann man nur verdienen; sie lässt sich nicht
erschleichen, nicht erpressen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg
%
Den eigentlichen Adel kann kein Gesetz abschaffen.
		-- Georg Christoph Lichtenberg (Sudelbücher)
%
Woher kommt es doch, daß man bei ähnlichen Gesichtern so oft ähnliche
Gesinnungen findet?
		-- Georg Christoph Lichtenberg (Sudelbücher)
%
Gott bevorzugt gewöhnliche Menschen. Darum schuf er so viele von
ihnen.
		-- Abraham Lincoln
%
Die Henne ist das klügste Geschöpf im Tierreich. Sie gackert erst,
nachdem das Ei gelegt ist.
		-- Abraham Lincoln
%
Willst du den Character eines Menschen kennen, gib ihm Macht.
		-- Abraham Lincoln
%
Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, und das ganze
Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die
ganze Zeit täuschen.
		-- Abraham Lincoln
%
Immer wenn ich jemanden die Sklaverei befürworten höre, fühle ich
einen starken Impuls, diese an ihm selbst auszuprobieren.
		-- Abraham Lincoln
%
Ausführungsbestimmungen sind Erklärungen zu den Erklärungen, mit denen
man eine Erklärung erklärt.
		-- Abraham Lincoln
%
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Leute ohne Laster auch sehr
wenige Tugenden haben.
		-- Abraham Lincoln
%
Staatskunst ist die kluge Anwendung persönlicher Niedertracht für das
Allgemeinwohl.
		-- Abraham Lincoln
%
Man hilft den Menschen nicht, wenn man etwas für sie tut, was sie
selbst tun können.
		-- Abraham Lincoln
%
Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst
vorgenommen haben.
		-- Abraham Lincoln
%
Besser schweigen und als Narr scheinen, als sprechen und jeden Zweifel
beseitigen.
		-- Abraham Lincoln
%
Die Welt hat nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden.
		-- Abraham Lincoln
%
Die Wahlversprechen von heute sind die Steuern von morgen.
		-- Abraham Lincoln
%
Was heißt konservativ? Heißt es nicht, dem Alten und Erprobten
anzuhängen gegen das Neue und Unerprobte?
		-- Abraham Lincoln
%
Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit,
aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht.
		-- Abraham Lincoln
%
Jemand, der immer lustig ist, ist was Unerträgliches.
		-- Loriot (eigentlich Vicco von Bülow)
%
Der Mensch ist das einzige Wesen, das im Fliegen eine warme Mahlzeit
zu sich nehmen kann.
		-- Loriot (eigentlich Vicco von Bülow)
%
Jeder Säugling sollte sich so früh und so gründlich wie möglich mit
einem Fernsehgerät beschäftigen, denn später hat er ja auch nichts
anderes.
		-- Loriot (eigentlich Vicco von Bülow)
%
Ich liebe Politiker auf Wahlplakaten. Sie sind tragbar, geräuschlos
und leicht zu entfernen.
		-- Loriot (eigentlich Vicco von Bülow)
%
Europa ist eine wunderbare Idee, nur sind die Völker längst nicht so
weit. Sie werden eifersüchtig in die Töpfe der Nachbarn sehen und sich
übervorteilt fühlen. Aus einem Europa befreundeter Staaten wird eine
zänkische, mißgünstige Großfamilie werden.
		-- Loriot (eigentlich Vicco von Bülow)
%
Von der Kirchensteuer, die ich zahle, könnte ich mir einen eigenen
Pastor halten.
		-- Loriot (eigentlich Vicco von Bülow)
%
Bei den diesjährigen Leichtathletikmeisterschaften der Zierpflanzen
siegte eine südbadische Kletterrose um Nasenlänge und wurde noch vor
dem Singen der Nationalhymne disqualifiziert: Sie war mit Kunstdünger
gedopt!
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Wie erst jetzt bekannt wird, stammen fast alle Ostereier von
unglücklichen Hasen in Legebatterien. Muttu nich essen! Hattu gehört?
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Alle Goldhamster Europas könnten sich zu einer Pyramide formieren, die
von der Erde bis zum Mond reicht, wenn sie nur nicht so dumm wären.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Das Schmieren von Politikern ist turnusmäßig durchzuführen, damit
eine festgefahrene Politik immer mal wieder ins Rutschen kommt.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Die Lebensjahre sämtlicher deutscher Kleinkinder betragen
zusammengerechnet etwa 4 Millionen Jahre. Das ist einfach zu alt.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000
Kalorien, diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter
weit zu tragen. Aber wozu?
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Warum steht Aschermittwoch eigentlich auf dem Kalender? Abgesehen von
Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Silvester, Geburtstag und drei Wochen
Urlaub ist doch immer Aschermittwoch.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Laut Horoskop der Woche haben im November Steinbock, Fische, Zwilling,
Stier, Jungfrau, Wassermann, Löwe, Krebs, Schütze, Widder, Skorpion
und Waage nichts zu lachen; das gleiche gilt für Igel, Bäcker und
Nähmaschinen.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Die Schutzgemeinschaft enttäuschter Wintersportfreunde e.V. fordert
für das gesamte Alpengebiet die Anbringung deutlich lesbarer
Gütesiegel auf der Rückseite der Neuschneedecke.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Ballspiele dienen der Körperertüchtigung - beim Fußball kennt man das
Ergebnis nach 90 Minuten, während es beim Fasching bis zu neun Monaten
auf sich warten läßt.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Die Eintagsfliege wird bereits zwölf Stunden nach ihrer Geburt von
ihrer Midlife-Crisis erwischt. Das muß man sich mal klarmachen!
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Hunde sind sprichwörtlich - zum Beispiel: Ein Hund wäscht den anderen,
oder: Morgenhund hat Gold im Mund oder: Der Glückliche schlägt keine
Hunde oder aber: Ich sei, gewährt mir die Bitte, bei euren Hunden der
Dritte.
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
In Deutschland feiern wir lieber weiße als grüne Weihnachten, in
Hongkong feiern mehr Gelbe als Weiße Weihnachten, in Afrika feiern
viele Farbige Weihnachten und nur wenige Weiße grüne Weihnachten!
		-- Loriot (Vicco von Bülow)
%
Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber predigt niemals über
vierzig Minuten.
		-- Martin Luther
%
Hier stehe ich, ich kann nicht anders; Gott helfe mir!
		-- Martin Luther
%
Für die Toten Wein, für die Lebenden Wasser, das ist eine Vorschrift
für Fische.
		-- Martin Luther
%
Wenn wir alt werden, so beginnen wir zu disputieren, wollen klug sein,
und doch sind wir die größten Narren.
		-- Martin Luther (Tischreden)
%
Du kannst nicht verhindern, daß ein Vogelschwarm über deinen Kopf
hinwegfliegt. Aber du kannst verhindern, daß er in deinen Haaren
nistet.
		-- Martin Luther
%
Auch wenn ich wüßte, daß morgen die Welt zugrunde geht, würde ich
heute noch einen Apfelbaum pflanzen.
		-- Martin Luther
%
Jugend ist wie ein Most. Der läßt sich nicht halten. Er muß vergären
und überlaufen.
		-- Martin Luther
%
Des Menschen Herz ist wie Quecksilber, jetzt da, bald anderswo, heute
so, morgen anders gesinnt.
		-- Martin Luther
%
Die Arznei macht kranke, die Mathematik traurige und die Theologie
sündhafte Leute.
		-- Martin Luther
%
Die Arznei macht Kranke, die Mathematik traurige, die Theologie
sündhafte Menschen.
		-- Martin Luther
%
Für Heuchelei gibt's Geld genug. Wahrheit geht betteln.
		-- Martin Luther
%
Die kirchlichen Bußsatzungen sind nur den Lebenden auferlegt; den
Sterbenden darf nach ihnen nichts auferlegt werden.
		-- Martin Luther (Aus den 95 Thesen, 1517)
%
Man lehre die Christen, daß wer dem Armen gibt oder dem Bedürftigen
leiht, besser handelt, als wer Ablass löst.
		-- Martin Luther (Aus den 95 Thesen, 1517)
%
Man predigt Menschenlehre, wenn man sagt: Sobald das Geld im Kasten
klingt, entflieht die Seele [dem Fegefeuer].
		-- Martin Luther (Aus den 95 Thesen, 1517)
%
Die Welt ist voll alltäglicher Wunder.
		-- Martin Luther
%
Ohne ein bißchen Bosheit kann man unmöglich witzig sein.
		-- Thomas Babington Macauly
%
Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
		-- Gustav Mahler
%
Die Sinne sind die Brücke vom Unfaßbaren zum Faßbaren.
		-- August Macke
%
Ich reiße mir die Bilder Stück für Stück aus dem Gehirn.
		-- August Macke
%
23 Menschen bewegen sich für die Dauer von 1 1/2 Stunden innerhalb
eines rechteckigen Feldes von etwa 100m Seitenlänge mit einer
durchschnittlichen Geschwindigkeit von 8 Metersekunden und halten eine
mit Luft gefüllte Lederhülle in ständiger Bewegung. Sie haben während
dieses Zeitraumes im Durchschnitt 296 mal Berrührung mit dem
Lederobjekt, 183 mal mit dem rechten Fuß, 106 mal mit dem linken Fuß,
7 mal mit dem Kopf. Es folgen Angaben über durchschnittlich
zurückgelegte Wegstrecke, durchschnittlichen Kalorienverbrauch usw.
Alle Exaktheit der Messung würde eine solche Beschreibung nicht davor
schützen, das Spiel vollständig zu verfehlen, davon wäre schlechthin
nichts darin. Diese aus den Naturwissenschaften übernommenen und dort
bestens bewährten 'exakten' Methoden sind eben zur Sinnerfassung
völlig ungeeignet. Hier gilt der Satz: 'Exaktheit schützt nicht vor
Sinnlosigkeit.'
		-- G. Mackenroth (Sinn und Ausdruck in der sozialen Formenwelt)
%
Nichts ist einfacher als beschäftigt zu sein, doch nichts ist schwerer
als effektiv zu sein.
		-- R. Alec Mackenzie
%
Die Frau liebt die Schwäche des Starken mehr als seine Stärke, die
Dummheit des Gescheiten mehr als seine Gescheitheit.
		-- Shirley MacLane
%
Takt ist eine schreckliche Sache. Wenn man ihn nicht hat, regt sich
jeder auf. Wenn man ihn hat, merkt das kein Mensch.
		-- Shirley MacLane
%
Wer jede Entscheidung zu schwer nimmt, kommt zu keiner.
		-- Harold Macmillan
%
Wenn man als Politker rechtzeitig zurücktritt, hat man das Vergnügen,
noch zu Lebzeiten die Nachrife lesen zu können.
		-- Harold Macmillan
%
Was hindert uns eigentlich daran, das zu tun, was wir von anderen
erwarten?
		-- Kurt Martin Magiera
%
Der Alltag der meisten Menschen ist stilles Heldentum in Raten.
		-- Anna Magnani
%
Wenn Männer sich mit ihrem Kopf beschäftigen, nennt man das 'denken'.
Wenn Frauen das gleiche tun, heißt das 'frisieren'.
		-- Anna Magnani
%
Männer wünschen eine Frau, mit der man Pferde stehlen kann. Frauen
wünschen einen Mann, mit dem man sich ein Auto kaufen kann.
		-- Anna Magnani
%
Ein Mann am Steuer eines Autos ist ein Pfau, der sein Rad in der Hand
hält.
		-- Anna Magnani
%
In Österreich wird jeder das, was er nicht ist.
		-- Gustav Mahler
%
Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.
		-- Gustav Mahler
%
Kalkulierter Gedächtnisverlust ist in der Politik ein
Überlebensmittel.
		-- Hans Maier
%
Eine friedliche und einträchtige Welt ist der geheime Alptraum der
Offiziere und Advokaten.
		-- Norman Mailer
%
Bei den meisten Erfolgsmenschen ist der Erfolg größer als die
Menschlichkeit.
		-- Curzio Malaparte (eigentlich: Kurt Erich Suckert)
%
Das Gefährlich an den Dummköpfen ist, daß sie oft das selbe denken
wie die Gescheiten.
Wie soll man sie das erkennen?
		-- Curzio Malaparte (eigentlich: Kurt Erich Suckert)
%
Manche Menschen tun nichts - aber sie tun es auf eine faszinierende
Weise.
		-- Curzio Malaparte (eigentlich: Kurt Erich Suckert)
%
Jedesmal, wenn ein Mensch lacht, fügt er seinem Leben ein paar Tage
hinzu.
		-- Curzio Malaparte (eigentlich: Kurt Erich Suckert)
%
Die Amerikaner lassen die brutalsten Gewaltszenen im Kino passieren,
aber sobald Nacktheit gezeigt wird, fangen sie an zu spinnen.
		-- Louis Malle
%
Die Hoffnung stirbt zuletzt - Aber sie stirbt.
		-- Jochen Malmsheimer
%
Dumm nickt gut.
		-- Jochen Malmsheimer
%
Auf das der Wind in Eurem Rücken nie Euer eigener sein mag.
		-- Jochen Malmsheimer
%
In der Politik ist es manchmal wie in der Grammatik: Ein Fehler, den
alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt.
		-- André Malraux
%
Niemand lebt davon, daß er das Leben verneint.
		-- André Malraux
%
Verständliche Sprache bei einem Poliker zeugt von gutem Gewissen.
		-- André Malraux
%
Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern.
		-- André Malraux
%
Jeder junge Mensch macht früher oder später die verblüffende
Entdeckung, daß auch Eltern gelegentlich Recht haben können.
		-- André Malraux
%
Mit der Macht kann man nicht flirten, man muß sie heiraten.
		-- André Malraux
%
Unglücklicherweise ist es völlig unmöglich, Gesetze, die in sich
ungerecht sind, gerecht anzuwenden.
		-- Nelson Rolihlahla Mandela
%
Politische Macht zu behalten, ist sehr viel schwerer als eine Wahl zu
gewinnen.
		-- Nelson Rolihlahla Mandela
%
Stehkneipen sind so beliebt, weil der Alkohol hier das beste Gefälle
hat.
		-- Jürgen von Manger
%
Je kompletter die Demokratie ist, desto durchschnittlicher werden ihre
Vertreter sein.
		-- Golo Mann
%
Netzsperren sind ähnlich wirksam wie eine Hundeleine aus Fleischwurst.
		-- Tobias Mann
%
Jede BILD-Zeitung die nicht gekauft und nicht gelesen wird ist ein Sieg
der Moral über die Niedertracht.
		-- Tobias Mann
%
Das Mißtrauen gegen den Geist ist Mißtrauen gegen den Menschen selbst,
ist Mangel an Selbstvertrauen.
		-- Heinrich Mann
%
Arbeit: die ewige Last, ohne die alle übrigen Lasten unerträglich
würden.
		-- Klaus Mann
%
Unklarheit und Gewalt ergänzen einander.
		-- Klaus Mann
%
Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.
		-- Thomas Mann
%
Die Sprache, dünkt mich, ist reich, ist überschwenglich reich
im Vergleich mit der Dürftigkeit und Begrenztheit des Lebens.
Der Schmerz hat seine Grenzen: der körperliche in der Ohnmacht,
der seelische im Stumpfsinn, -- es ist mit dem Glück nicht anders!
Das menschliche Mitteilungsbedürfnis aber hat sich Laute erfunden,
die über diese Grenzen hinweglügen.
		-- Thomas Mann, Enttäuschung
%
Nun kommt es im Leben darauf an, wer eine Wahrheit ausspricht. In
gewissen Munde wird auch Wahrheit zu Lüge.
		-- Thomas Mann
%
Man ist in Deutschland allzu bereit, sich offenkundig zum Bösen zu
bekennen, solange es so aussieht, als wollte diesem die Geschichte
recht geben.
		-- Thomas Mann
%
Das Positive am Skeptiker ist, daß er alles für möglich hält.
		-- Thomas Mann
%
Ironie heißt fast immer aus einer Not eine Überlegenheit zu machen.
		-- Thomas Mann
%
Die Liebe bringt auf Ideen und in Gefahren.
		-- Thomas Mann
%
Es gibt Menschen, mit denen zu leben nicht leicht und die zu lassen
unmöglich ist.
		-- Thomas Mann
%
Eine Applewatch funktioniert nur, wenn man auch das zugehörige Handy hat.
Das ist so sinnvoll wie ein Campingkocher, der nur funktioniert, wenn ein
Herd in der Nähe ist. 
		-- Tobias Mann
%
Gegensätze ziehen sich an - z.B. arme Mädchen und reiche Männer.
		-- Jayne Mansfield
%
Nicht das Bild einer nackten Frau, die ihre Schamhaare entblößt, ist
obszön, sondern das eines Generals in vollem Wichs.
		-- Herbert Marcuse
%
Nach Wissen verlangen heißt im tiefsten Grunde immer: nach einem Sinn
des Lebens suchen.
		-- Margolius
%
Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.
		-- George Marshall
%
Die Vergeßlichkeit des Menschen ist etwas anderes als die Neigung
mancher Politiker, sich nicht erinnern zu können.
		-- Marcel Mart
%
Moderne Kapitalisten sind freundliche Ausbeuter, moderne Sozialisten
unfreundliche Austeiler.
		-- Marcel Mart
%
Die beste Informationsquelle sind Leute, die versprochen haben, nichts
weiterzuerzählen.
		-- Marcel Mart
%
Leistung allein genügt nicht. Man muß auch jemanden finden, der sie
anerkennt.
		-- Marcel Mart
%
Es wäre ein Freude zu leben, wenn jeder die Hälfte von dem täte, was
er von den anderen verlangt.
		-- Valerie von Martens
%
Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, "Wo kämen wir hin?" und keiner
ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.
		-- Kurt Marti
%
Geschenke sind wie Angelhaken.
		-- Martial (40-103 n.Chr.)
%
Der moderne Mensch hat von wenig eine Ahnung, aber er redet überall
mit, obwohl er weiß, daß niemand ihm zuhört.
		-- Steve Martin
%
Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der
bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen.
		-- Groucho Marx
%
Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich
auch noch andere.
		-- Groucho Marx
%
Fernsehen bildet. Immer, wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein
anderes Zimmer und lese.
		-- Groucho Marx
%
Es gibt kein schöneres Geräusch als das Zähneknirschen eines Kumpels.
		-- Groucho Marx
%
Militärische Intelligenz ist ein Widerspruch in sich.
		-- Groucho Marx
%
Ich vergesse niemals ein Gesicht, aber in deinem Fall wäre ich froh,
eine Ausnahme machen zu können.
		-- Groucho Marx
%
Die Wahlphilosophie der Parlamentskandidaten besteht einfach darin,
daß sie ihrer linken Hand erlauben, nicht zu wissen, was ihre rechte
tut, und so waschen sie beide Hände in Unschuld.
		-- Karl Marx
%
Die Klasse, welche die herrschende materielle macht der Gesellschaft
ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.
		-- Karl Marx
%
Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer
herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das
Opium des Volkes.
		-- Karl Marx
%
Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich
vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen.
		-- Karl Marx
%
In Manufaktur und Handwerk bedient sich der Arbeiter des Werkzeugs, in
der Fabrik dient er der Maschine.
		-- Karl Marx
%
Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich
vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen.
		-- Karl Marx
%
Religion ist Opium für das Volk.
		-- Karl Marx
%
Um Selbstbestimmung zu erreichen, müssen wir "alle Verhältnisse umwerfen,
in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes,
ein verächtliches Wesen ist."
		-- Karl Marx (Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie)
%
Deutschland ist ein geheimnisvolles Land und muß es auch sein. Wegen
Nostradamus X,31.
		-- Norbert Marzahn
%
Genauigkeit ist noch lange nicht die Wahrheit.
		-- Henri Matisse
%
Man muß sicher auf festem Boden gehen können, ehe man mit dem
Seiltanzen beginnt.
		-- Henri Matisse
%
Oft sieht man etwas hundert Mal, bevor man merkt, wie uninteressant es ist.
		-- Henri Matisse
%
Willkommen in der Wüste Wirklichkeit.
		-- Die Matrix
%
Es ist ein Unterschied, den Weg zu kennen oder ihn zu beschreiten.
		-- Die Matrix
%
Ich kann Dir nur die Tür zeigen.
Durchgehen mußt Du selbst.
		-- Die Matrix
%
Das Orakel sagt Dir, was Du hören sollst.
		-- Die Matrix
%
Für Euch besteht Management darin, die Ideen aus den Köpfen der
Manager in die Köpfe der Mitarbeiter zu bringen. Wir hingegen sind
jenseits des Taylorismus. Wir wissen, daß das wirtschaftliche Umfeld
heute so komplex und schwierig, zunehmend unvorhersagbar und
gefährlich ist, daß das Überleben des Unternehmens letztendlich von
der alltäglichen Aktivierung des letzten Gramms von Intelligenz
abhängen wird. Nur unter Ausnutzung der kombinierten Denkleistung
aller Mitarbeiter kann sich ein Unternehmen den Turbulenzen und
Zwängen erfolgreich stellen und überleben. Für uns besteht Management
exakt in der Kunst, das intellektuelle Potential aller Mitarbeiter des
Unternehmens zu mobilisieren und zusammenzubringen.
		-- Konsuke Matsushita (1989)
%
Im Alltag siegt das Dringende über das Wichtige.
		-- Jean Remy von Matt
%
Die Regierung eines einzelnen ist eine Ungeheuerlichkeit. Das
eingeschränkte Wahlrecht ist eine Ungerechtigkeit. Das allgemeine
Wahlrecht ist eine Dummheit.
		-- Henri René Albert Guy de Maupassant
%
Wenn man frühjer unfähig war, wurde man Fotograf; heute wird man
Abgeordneter.
		-- Henri René Albert Guy de Maupassant
%
Wann wird man endlich aufhören, diese unnützigen Gesellen zu mästen,
die ihren Blechkrempel in den Straßen herumschleifen? Mir ist
jedenfalls ein Metzger lieber als ein Soldat. Wenn seine Schürze
blutig ist, dann ist es wenigstens Tierblut. Er ist zu etwas nütze und
das Messer, mit dem er hantiert, ist nicht zum Töten von Menschen
da. Ich kann es nicht verstehen, daß man länger zusieht, wie diese
staatlich besoldeten Totschläger ihre Mordinstrumente spazierenführen.
		-- Henri René Albert Guy de Maupassant ("Das Bett 29")
%
Der Bau von Luftschlössern kostet nichts, aber ihre Zerstörung ist
sehr teuer.
		-- Francois Mauriac
%
Die Frauen, die nicht käuflich sind, kosten am meisten.
		-- Francois Mauriac
%
Es nützt dem Menschen nichts, den Mond zu gewinnen, wenn er dabei die
Erde verliert.
		-- Francois Mauriac
%
Ein Mann, der liebt, vergißt sich selbst.
Eine Frau, die liebt, vergißt die anderen Frauen.
		-- Daphne du Maurier
%
Bei den meisten Erfolgsmenschen ist der Erfolg größer als die
Menschlichkeit.
		-- Daphne Du Maurier
%
Gutes Fernsehen ist besonders schlecht, weil es dazu verleitet, Zeit
vor dem Bildschirm zu verbringen.
		-- André Maurois
%
Man ist in den besten Jahren, wenn man die guten hinter sich hat.
		-- André Maurois
%
Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu
verteidigen, sondern ihn zu kennen.
		-- André Maurois
%
Es ist unser aller Fehler, daß wir die Worte für wichtiger halten als
die Taten.
		-- André Maurois
%
Die organisierte Kriminalität der besitzenden Klasse ist verrechtlicht worden.
		-- Rainer Mausfeld
%
Das Verhalten von Gates hatte mir bewiesen, daß ich auf ihn und seine
beiden Gefährten nicht rechnen durfte.
		-- Karl May, Winnetou Bd. 3
%
"Einen Weißen? ... Aber das ist fürchterlich!"
"Nicht fürchterlicher, als wenn man einen Schwarzen verkauft. Mensch
ist Mensch."
		-- Karl May (Waldröschen)
%
Weißt Du was, ich nenne Dich Harald.
		-- Biene Maya
%
Man halte sich ans fortschreitende Leben und prüfe sich bei
Gelegenheit, denn da beweist sichs im Augenblick, ob wir
lebendig sind, und bei späterer Betrachtung, ob wir lebendig waren.
		-- Hans Mayer
%
Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.
		-- Guiseppe Mazzini
%
Wenn Schlachthöfe Glaswände hätten, wäre jeder Mensch Vegetarier.
		-- Paul McCartney
%
Es gibt keine Passagiere auf dem Raumschiff Erde, jeder gehört zur
Besatzung.
		-- Marshall McLuhan
%
Das Produkt ist unwichtig, das Image ist entscheidend geworden.
		-- Herbert Marshall McLuhan
%
Das Management ist die schöpferischste aller Künste. Es ist die Kunst,
Talente richtig einzusetzen.
		-- Robert S. McNamara
%
Die durchschnittliche Internetseite ist etwa 46 Tage gültig.
		-- Kommunikationswissenschaftlerlin Miriam Meckel
%
Es gibt zwei Arten von Menschen: Jene, die nicht gern neue Dinge lernen,
und wer waren doch gleich die anderen?
		-- Michael Meeks
%
Fortschritt bedeutet, daß wir immer mehr wissen und immer weniger
davon haben.
		-- Josef Meinrad
%
Einige würden auch nach der Sonne schlagen, wenn sie sie beleidigte.
		-- Herman Melville
%
Einen Tropfen Glück möchte ich haben oder ein Faß Verstand.
		-- Menander (342-291 v. Chr.)
%
Gesundheit und Verstand sind die zwei großen Gaben des Lebens.
		-- Menander (342-291 v. Chr.)
%
Es lebt nur der, der lebend sich am Leben freut.
		-- Menander (342-291 v. Chr.)
%
Gibst du auf die kleinen Dinge nicht acht, wirst du Größeres
verlieren.
		-- Menander (342-291 v. Chr.)
%
In der Politik ist es wie in der Elektrizität.
Wo es Kontakt gibt, gibt es auch Spannung.
		-- Pierre Mendés-France
%
Die menschliche Natur gleicht einem Wasserstrudel. Öffnet man ihm
einen Ausweg nach Osten, so fließt das Wasser ostwärts; öffnet man
ihm einen Weg nach Westen, so fließt es westwärts.
		-- Meng-Tzu
%
Der Gütige läßt die Art, wie er einen geliebten Menschen behandelt,
auch den Ungeliebten zuteil werden.
		-- Meng-Tzu
%
Wem der Himmel eine große Aufgabe zugedacht hat, dessen Herz und
Willen zermürbt er erst durch Leid.
		-- Meng-Tzu
%
Gehen dem Menschen Hühner und Hunde verloren, so weiß er, wo er sie
suchen soll. Geht ihm sein Herz verloren, so weiß er nicht, wo er es
suchen soll.
		-- Meng-Tzu
%
Wenn es stimmt, daß Zeit Geld ist, ist es jetzt genau 7 Mark und 20 Pfennige
		-- John Ment, Radio Hamburg
%
Friede ist mehr als nur Nicht-Krieg.
		-- Mentessori
%
Auch für alles Geld der Welt bekommt man nicht, was wirklich zählt.
		-- Hans Menzel
%
Mit vierzig Jahren haben Männer fast nur noch Gewohnheiten: Eine davon
ist ihre Frau.
		-- George Meredith
%
Gut ist auch das Emporkommen von Linux als Herausforderer von Microsoft.
		-- CDU-Vorsitzende Angela Merkel im Interview mit der "Zeit" vom 4. Mai
%
Je schärfer man die Parteispendengesetze faßt, desto schwerer ist es ja,
sich daran zu halten.
		-- CDU-Vorsitzende Angela Merkel
Das sieht der Bundesverband der Berufsverbrecher ähnlich.
  (Anmerkung von Volker Pispers)
%
Es gibt keine Personaldiskussion in der CDU und deshalb wird sie jetzt
auch sofort eingestellt.
		-- CDU-Vorsitzende Angela Merkel bei der Verabschiedung von Ruprecht Polenz
%
Nachdem der Krieg ausgebrochen war, war er unvermeidlich.
		-- CDU-Vorsitzende Angela Merkel zum Irak-Krieg 2003
%
Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt
wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt
		-- Angela Merkel (2008)
		https://www.youtube.com/watch?v=vGuXVzgZ1u
%
Deutschland hat keinen Rechtsanspruch auf Demokratie
und soziale Marktwirtschaft für alle Ewigkeit.
		-- Angela Merkel
%
Wir dürfen die Märkte jetzt nicht beunruhigen.
		-- Angela Merkel
Georg Schramm:  Den Satz müssen sie sich zwei, drei Mal sagen und dann
hinterher sich dir Frage stellen: Wer regiert hier eigentlich?
%
Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich
christlich-sozial – und das macht die CDU aus.
		-- Angela Merkel (ARD-Sendung "Anne Will" am 22.März 2009)
%
Das Problem aller Religionen, ob Christentum, Judaismus oder Islam:
Heilige Bücher sind stets manipuliert worden, interpretiert nach den
Interessen der religiösen Machthaber.
		-- Fatima Mernissi
%
Solange Menschen denken, daß Tiere nicht fühlen,
Müssen Tiere fühlen, daß Menschen nicht denken!
		-- Meta-Ger
%
Je kaputter die Welt draußen, desto heiler muß sie zu Hause sein.
		-- Reinhard Mey
%
Ihr wißt von mir tausend Dinge, aber nicht wie ich sie schreib.
		-- Reinhard Mey
%
Älter werden bedeutet, mit Eleganz Dinge sein lassen zu können.
		-- Reinhard Mey
%
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt Du sie dumm, ich halt sie arm.
		-- Reinhard Mey
%
Hinter jeder Frau im Nerz steht eine andere, die darüber witzelt, wo
sie ihn her hat.
		-- Inge Meysel
%
Es ist doch schön, an der Elbe zu wohnen.  Und dann
muß man eine Überschwemmung auch mal in Kauf nehmen.
		-- Inge Meysel
%
Alles im Lot auf'm Boot, alles in Budder auf'm Kudder.
		-- mezzomix
%
Die Jahre meines Laufes sind am Ziel wie Pfeile, wenn sie stecken in
der Scheibe.
		-- Michelangelo
%
Die Idee ist da, in dir eingeschlossen. Du mußt nur den überzähligen
Stein entfernen.
		-- Michelangelo
%
Der Mensch ist ein merkwürdiges Wesen. Er arbeitet immer härter für
das Privileg, immer höhere Steuern zahlen zu dürfen.
		-- George Mikes
%
Ein Mann mit einer Überzeugung ist stärker als 99 Leute mit
Interessen.
		-- John Stuart Mill
%
Es ist zu bezweifeln, ob alle bisherigen technischen Erfindungen die
Tageslast auch nur eines menschlichen Wesens erleichtert haben.
		-- John Stuart Mill
%
Das ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen Erfindungen
die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens erleichtert haben.
		-- John Stuart Mill
%
Die einzige Freiheit, die diesen Namen verdient, ist das Recht, unser
Wohlergehen auf unserem eigenen Wege zu verfolgen, solange wir nicht
anderen das ihrige verkümmern oder ihre darauf gerichteten Bemühungen
durchkreuzen.
		-- John Stuart Mill
%
Das Leben ist eine Nuß. Sie läßt sich zwischen zwei weichen Kissen
nicht knacken.
		-- Arthur Miller
%
Ich glaube, daß alle Menschen, die das Böse in der Welt verurteilen,
auch verstehen müssen, daß dieses Böse ohne ihre eigene Mitschuld
nicht existieren könnte.
		-- Arthur Miller
%
Wir stehen immer noch vor der Tür, hinter der die großen Antworten
warten.
		-- Arthur Miller
%
80% der Amerikaner glauben, daß sie in den Himmel kommen. Aber die
meisten von ihnen glauben ebenso, daß sie dort niemanden treffen
werden, den sie kennen. Sie sehen, Religion hat in den Vereinigten
Staaten die geistige Tiefe eines Comicstrips.
		-- Arthur Miller (Stern-Interview im März 2000)
%
Wenn die Leute jemanden zu einer Dummheit verleiten wollen, dann sagen
sie: Sei doch vernünftig!
		-- Arthur Miller (Stern-Interview im März 2000)
%
Wenn die Katze ein Pferd wäre, könnte man die Bäume hinaufreiten.
		-- Rolf Miller
%
Für jede Lösung gibt's auch ein Problem.
		-- Rolf Miller
%
Hast Du eine Frau, läuft sie weg.  Hast Du keine, siehst Du sie auch nie.
		-- Rolf Miller
%
Frauen sind Luftschlösser ohne Fensterglas.
		-- Rolf Miller
%
Im nächsten Leben Frauen nicht mehr stationär, nur ambulant.
		-- Rolf Miller
%
Wer den Himmel auf Erden sucht, hat im Erdkundeunterricht nicht aufgepaßt.
		-- Rolf Miller
%
Eine Frau die schweigt soll man nicht unterbrechen.
		-- Rolf Miller
%
Ich interessiere mich für die Zukunft, denn ich werde den rest meines
Lebens mit ihr verbringen.
		-- Milva
%
Es gibt nur drei Methoden um leben zu können: Betteln, Stehlen oder
etwas Leisten.
		-- Honoré Graf von Mirabeau
%
Der Mann wird es wird bringen, denn er glaubt, was er sagt.
		-- Honoré Graf von Mirabeau über Robespierre
%
Zeitknappheit ist die Rache des Wohlstandes.
Die Navacho Indianer kannten 256 Gegenstände.  All unsere Gegenstände
erfordern unsere Zeit, das Resultat ist Hektik und Streß.
		-- Misereor --
%
Das Schönste im Leben ist der Wunsch, das Nächstschönste die
Erfüllung.
		-- Margaret Mitchell
%
Nichts macht so alt wie der ständige Versuch, jung zu bleiben.
		-- Robert Mitchum
%
Wenn man einen Tausendfüßler erklären lassen würde, nach welchem
Schema er eigentlich gehe, so wird dieser auf der Stelle unfähig sein,
auch nur einen einzelnen Schritt zu machen.
		-- Josef Mittendorfer
%
Man kann keine Einheit erzielen, wenn man sich gegenseitig auf die
Füße tritt.
		-- François Mitterand
%
Die sind damals noch richtig geil gestorben...
		-- Mittermeier
%
Ein christliches Kind gehört nicht in die Krippe.
		-- Bischhof Mixa
%
Die Rente ist durch die Ökosteuer nur dann gesichert, wenn die Natur
weiterhin durch hohen Energieverbrauch ruiniert wird. Also entweder
bekommen wir später eine halbwegs ausreichende Rente und kriegen in
der ramponierten Umwelt keine Luft mehr, oder wir werden Rentner sein
inmitten blühender Landschaften und gehen an einer kärglichen Rente
ein.
		-- Wolfgang Mocker
%
Die Ahnungslosen müssen sich mit Vorahnungen begnügen.
		-- Wolfgang Mocker
%
Mir könnte gar nichts Lieberes passieren, als von Zeit zu Zeit sechs
Wochen allein zu sein.
		-- Paula Modersohn-Becker
%
Leute mit Starallüren sind keine Stars. Ein Star hat keine Allüren.
		-- Anna Moffo
%
Jeder Satz manipuliert das Denken des anderen Menschen.
Dazu dient Kommunikation letzlich.
		-- Jörg Möllenkamp
%
Informationstransfer stellt immer eine subtile
Art der Manipulation dar.
		-- Jörg Möllenkamp
%
Ich brauche das Alleinsein, um den Weg nach innen zu suchen.
		-- Petter Moen
%
Wir wissen wenig und zweifeln an allem.
		-- Robert Mösbauer
%
Ändere Deine Einstellung zu den Menschen, und die Menschen ändern Ihre
Einstellung zu Dir.
		-- Samy Molcho
%
Abhängigkeit ist das Los der Frauen; Macht ist, wo die Bärte sind.
		-- Jean-Baptiste Molière (Die Schule der Frauen)
%
Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch
für das, was wir nicht tun.
		-- Jean-Baptiste Molière
%
Man macht an manchen Ort durch allzu freie Reden sich zum Gespött,
sein Wort zu Ärgernis für jeden.
		-- Jean-Baptiste Molière
%
Wie leicht doch bildet man sich eine falsche Meinung, geblendet von
dem Glanz der äußeren Erscheinung.
		-- Jean Baptiste Molière
%
Die meisten Menschen sterben an ihren Medikamenten und nicht an ihren
Krankheiten.
		-- Jean Baptiste Molière
%
Es trägt der echte Christ den Glauben nicht am Rocke und hängt die
Frömmigkeit nicht an die große Glocke.
		-- Jean Baptiste Molière
%
Die volle Wahrheit kann ein tapfres Herz ertragen,
doch nicht die Zweifel, die im finstren an ihm nagen.
		-- Jean Baptiste Molière
%
Die Radfahrer haben einen alten Wunsch der Menschheit verwirklicht:
Im Sitzen zu wandern.
		-- Franz Molnar
%
Der ewige Friede ist ein Traum, und nicht einmal ein schöner, solange
die Nationen ein gesondertes Dasein führen.
		-- Helmuth Graf von Moltke
%
Wir dürfen nicht vergessen, daß nur das Schwert das Schwert in der
Scheide hält und daß unter solchen Umständen für uns Abrüstung Krieg
ist, der Krieg, den wir gern vermeiden wollen.
		-- Helmuth Graf von Moltke (im Reichstag 14. April 1874)
%
Die Koalition ist vortrefflich, solange alle Interessen jedes
Mitgliedes dieselben sind.
		-- Helmuth Graf von Moltke
%
Alkohol ist keine Antwort, aber man vergißt beim Trinken die Frage.
		-- Henry Mon
%
Singen ist gefährlicher als Malen. Ein paar falsche Töne, und man wird
von der Kritik zerrissen - ein paar falsche Farben, und man bekommt
vielleicht einen Preis.
		-- Mario del Monaco
%
Eine Waffe ist nirgends gefährlicher als in der Hand eines Schwachen.
		-- Emmanuel Monier (vor der Unesco 1947)
%
Ein Geschenk ist genau so viel wert wie die Liebe, mit der es
ausgesucht worden ist.
		-- Thyde Monnier
%
Hollywood ist ein Ort, wo sie dir 50000 Dollar für einen Kuß und 50
Cent für deine Seele zahlen.
		-- Marylin Monroe
%
Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer
kalten Nacht an ihr wärmen.
		-- Marylin Monroe
%
Flittchen: Junge Dame, die, nachdem sie sich mit mir getroffen hat,
einem anderen den Vorzug gibt.
		-- Alfredo La Mont
%
Der Mensch kommt nie aus Vernunft zur Vernunft!
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Für seine Arbeit muß man Zustimmung suchen, aber niemals Beifall.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muß Gesetz sein,
weil es recht ist.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken
ausstatten.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Wer wünscht, daß man ihn fürchtet, erreicht nur, daß man ihn haßt.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Wo es den Rednern an Tiefe fehlt, da gehen sie in die Breite.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, begnügen sie
sich damit, ihre Schmeichler zu werden.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Geistliche sind daran interessiert, die Völker in Unwissenheit zu
erhalten, man würde sonst, da das Evangelium einfach ist, ihnen sagen:
Wir wissen das alles so gut wie ihr.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu (Gedanken, Über die Religion)
%
Tritt eine Idee in in den hohlen Kopf, so füllt sie ihn völlig aus -
weil keine andere da ist, die ihr den Rang streitig machen könnte.
		-- Charles-Louis Baron de Montesquieu
%
Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Dingen, die uns lieb sind,
immer ein wenig wärmer.
		-- Michel Evquem Seigneur de Montaigne
%
Jedem kann es mal passieren, daß er Unsinn redet, schlimm wird es
erst, wenn er es feierlich tut.
		-- Michel Evquem Seigneur de Montaigne
%
Um seine Kinder braucht sich heutzutage niemand zu sorgen. Wenn sie zu
nichts taugen, können sie noch immer in die Politik gehen.
		-- Michel Evquem Seigneur de Montaigne
%
Uns etwas verbieten heißt uns danach lüstern machen.
		-- Michel Evquem Seigneur de Montaigne
%
Reaktion ist Fortschritt nach hinten.
		-- Yves Montand
%
Frauen lügen nie.
Sie erfinden höchstens die Wahrheit, die sie gerade brauchen.
		-- Yves Montand
%
Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier.
		-- Yves Montand
%
In der Politik ist es wie im täglichen Leben: Man kann eine Krankheit
nicht dadurch heilen, daß man das Fieberthermometer versteckt.
		-- Yves Montand
%
Alle unsere Irrtümer übertragen wir auf unsere Kinder, in denen sie
untilgbare Spuren hinterlassen.
		-- Maria Montessori
%
Die Welt vergöttert die Jugend, aber regieren läßt sie sich von
den Alten.
		-- Henry de Montherlant
%
In der Moral zählt nur die Absicht, in der Kunst nur das Ergebnis.
		-- Henry de Montherlant
%
Die Menschen haben vor dem Tod zu viel Achtung, gemessen an der
geringen Achtung, die sie vor dem Leben haben.
		-- Henry de Montherlant
%
Man heilt sich am zuverlässigsten von einem Fehler, wenn man ihn bei
einem anderen sieht.
		-- Henry de Montherlant
%
Eine Religion, wie immer sie auch beschaffen sein möge, wird sich vor
der Lächerlichkeit immer durch 'gute Werke' retten.
		-- Henry de Montherlant
%
Die Ehe ist eine Hölle bei gemeinsamen Schlafzimmer; bei getrennten
Schlafzimmern ist sie nur noch ein Fegefeuer; ohne Zusammenwohnen wäre
sie vielleicht das Paradies.
		-- Henry de Montherlant
%
Einigen wir uns auf Unentschieden.
		-- Monty Python: Ritter der Kokusnuß
%
Ja und auf einmal kommt er angesaust und heilt mich. Eben noch ein
Leprakranker mit einem Gewerbe, im nächsten Moment war ich arbeitslos.
Er hat mich nichtmal gefragt, ob er darf. Er sagte nur:
'Du bist geheilt, Kumpel'. Verdammter Wohltäter.
		-- Monty Python: Das Leben des Brian"
%
Früher warteten Politiker, bis sie im Amt waren, bevor sie zu Gaunern
wurden. Diesen Gauner (George W. Bush) jedoch bekamen wir fix und fertig
geliefert.
		-- Michael Moore
%
Der Prätendent auf den amerikanischen Thron muß vor amerikanischen Bürgern
fliehen, die nur mit der Wahrheit und den Zutaten für ein leckeres Omelett
bewaffnet sind.
		-- Michael Moore
(Gorge W. Bush war nicht wie üblich die letzten Meter zu Fuß ins Weiße Haus
eingezogen sondern war angesichts der Demonstranten weitergefahren.)
%
Wer klug ist, sieht lieber die Leute seiner bedürftig als ihm dankbar
verbunden: Sie am Seile der Hoffnung führen, ist Hofmannsart, sich auf
ihre Dankbarkeit verlassen, Bauernart - denn Letztere ist so
vergeßlich als Erstere von gutem Gedächtnis. Man erlangt mehr von der
Abhängigkeit als von der verpflichteten Höflichkeit.
		-- Baltasar Gracián y Morales (Handorakel und Kunst der Weltklugheit)
%
Man soll nichts gleich rund abschlagen: Vielmehr lasse man die
Bittsteller Zug vor Zug von ihrer Selbsttäuschung zurückkommen. Auch
soll man nie etwas ganz und gar verweigern: Man lasse immer noch ein
wenig Hoffnung übrig, die Bitterkeit der Weigerung zu versüßen.
		-- Baltasar Gracián y Morales (Handorakel und Kunst der Weltklugheit)
%
Durch Abwesenheit seine Hochschätzung oder Verehrung befördern: Wie
die Gegenwart den Ruhm vermindert, so vermehrt ihn die Abwesenheit.
		-- Baltasar Gracián y Morales (Handorakel und Kunst der Weltklugheit)
%
Die Affekte sind die krankhaften Säfte der Seele, und an jedem
Übermaße derselben erkrankt die Klugheit: Steigt gar das Übel zum
Munde hinaus, so läuft die Ehre Gefahr.
		-- Baltasar Gracián y Morales (Handorakel und Kunst der Weltklugheit)
%
Gemeiniglich darf man, um sich die Achtung zu erhalten, nicht sehr
geliebt sein. Die Liebe ist verwegener als der Haß.
		-- Baltasar Gracián y Morales (Handorakel und Kunst der Weltklugheit)
%
Ein Gewerbe ist allen Männern und Frauen gemeinsam: der Ackerbau; den
versteht jeder. Darin werden alle von Kindheit an unterwiesen.
		-- Thomas More (Utopia)
%
Ruft den Ackerbau wieder ins Leben, erneuert die Wollspinnerei; das
gäbe ein recht ehrsames Geschäft, in dem sich mit Nutzen jener Schwarm
von Tagedieben betätigen könnte, die bisher die Not zu Dieben gemacht
hat.
		-- Thomas More (Utopia)
%
Wir vertrauen auf diese ganze Big-Data-Auswertung, um Menschen aufzuspüren,
die möglicherweise gefährlich sind. Statt über die Frage nachzudenken, warum
es so viele Menschen auf der Welt gibt, die unsere Gebäude in die Luft jagen.
Es könnte ja sein, dass sie das tun wollen, weil Amerika Drohnen schickt, um
Kinder im Jemen zu töten.
		-- Evgeny Morozov
%
Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.
		-- Thomas Morus
%
Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, schuf er Mann und Frau. Um das
Ganze vor dem Untergang zu bewahren, erfand er den Humor.
		-- Guillermo Mordillo
%
Man hat immer zwei Gründe, etwas zu tun:
Einen anständigen und den wahren.
		-- John Pierpont Morgan d.Ä.
%
Frisch erhält sich nur eine Liebe, der auch ein bißchen Kühle
beigemischt ist.
		-- Michèle Morgan (eig. Simone Roussel)
%
Keine Frau trägt gerne ein Kleid, das eine andere abgelegt hat. Mit
Männern ist sie nicht so wählerisch.
		-- Michèle Morgan (eig. Simone Roussel)
%
Die Menschen neigen zur falschen Auffassung, daß, da sich alle unsere
mechanischen Apparate so flink vorwärts bewegen, auch das Denken
schneller vor sich geht.
		-- Christopher D. Morley
%
Der wahre Zweck eines Buches ist es, den Geist hinterrücks zum eigenen
Denken zu verleiten.
		-- Christopher D. Morley
%
Man hat einen Menschen noch lange nicht bekehrt, wenn man ihn zum
Schweigen gebracht hat.
		-- Christopher D. Morley
%
Manche Menschen sprechen aus Erfahrung, andere sprechen aus Erfahrung
nicht.
		-- Christopher D. Morley
%
Du hast einen Menschen noch nicht überzeugt, bloß weil Du ihn zum
Schweigen gebracht hast.
		-- John Morley
%
Die Menschen verlieren zuerst ihre Illusionen, dann ihre Zähne und
ganz zuletzt ihre Laster.
		-- Hans Moser
%
Offenherzigkeit ist die Seele der Eintracht.
		-- Nannerl Mozart
%
Bei der Entwicklungshilfe handelt es sich um Geld, das von den armen
Menschen in den reichen Ländern aufgebracht wird für die reichen
Menschen in den armen Ländern.
		-- Alfred Mozer
%
Wer Pfefferminztee nachmacht oder verfälscht, nachgemachten oder
verfälschten sich verschafft oder in Umlauf bringt, ist ein Falschminzer.
		-- MTS
%
Zehn Deutsche sind blöder als fünf Deutsche.
		-- Heiner Müller
%
Wer keinen Feind mehr hat, begegnet ihm im Spiegel.
		-- Heiner Müller
%
Ich bin sehr vielen Menschen begegnet, die nicht abergläubisch
sein wollen, aber nur ganz wenigen, die es nicht sind.
		-- Johannes Müller
%
Durch längeres Zusammenleben können wir einen Freund verlieren,
durch Trennung nie.
		-- Johannes Müller
%
Friede, wie Freundschaft, setzt Achtung voraus.
		-- Johannes Müller
%
Jede Bedrängnis ist nur ein Engpass zu einer Weite.
		-- Johannes Müller
%
Ahnen sind für den nur Nullen, der als Null zu ihnen tritt;
Steh als Zahl an ihrer Spitze, und die Nullen zählen mit.
		-- Wilhelm Müller (Epigramme)
%
Es existiert für den Kunden nur das, was von ihm wahrgenommen wird.
Was ihm nicht bewußt wird, gibt es nicht.
		-- Müller Merbach
%
Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens.
		-- Armin Müller-Stahl
%
Wenn ein junger Mann ein Mädchen kennenlernt und ihr erzählt, was
für ein großartiger Kerl er ist, so ist das Reklame. Wenn er Ihr sagt,
wie reizend sie aussieht, so ist das Werbung. Wenn sie sich aber für
ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört habe, er sei ein feiner
Kerl, so sind das Public Relations.
		-- Alwin Muenchmeyer
%
Bei Ebbe macht es keinen Sinn, Wasser ins Meer zu schütten
		-- Franz Müntefering
%
Alles ist unsicher, so lange nicht alles klar ist.
		-- Franz Müntefering
%
Rot-Grün wurde eher eine zufällige Koalition.
		-- Franz Müntefering
%
Gut honorierte zornige junge Männer haben große Mühe, zornige junge
Männer zu bleiben.
		-- Malcolm Muggeridge
%
Manche Leute kennt man vom Wegschauen besser als vom Hinsehen.
		-- Fritz Muliar
%
Mit dem Aberglauben ist das so eine Sache. Ich habe noch keinen
Menschen getroffen, der sein 13. Monatsgehalt zurückgegeben hätte.
		-- Fritz Muliar
%
Nichts scheut der Mensch mehr als ein Rendezvous mit sich selbst.
Davon lebt die Unterhaltungsindustrie.
		-- Fritz Muliar
%
Ich beurteile eine Religion danach, ob seine Anhänger durch sie
bessere Menschen werden oder nicht.
		-- Joe Mullally
%
Für einen Künstler ist es vor allem gefährlich, gelobt zu werden.
		-- Edvard Munch
%
Pflicht und Auftrag sind die Handschellen des Alltags.
		-- Richard Munk
%
Alles, was uns wirklich nützt, ist für wenig Geld zu haben.
Nur das Überflüssige kostet viel.
		-- Axel Martin Fredrik Munthe
%
Die Grundsuppe der Dieberei sind unsere Fürsten und Herrren, nehmen
alle Creaturen zu ihrem Eigenthum, die Fisch im Wasser, die Vögel in
der Luft, das Gewächs auf Erden muß alles ihre seyn. Aber den Armen
sagen sie: Gott hat geboten, du sollst nicht stehlen. Sie selber
schinden und schaben alles, was da lebt; so aber ein Armer sich
vergreift am Allergeringsten, muß er henken. Dazu sagt denn der Doctor
Lügner Amen.
		-- Thomas Müntzer
%
Es gibt Kräfte zu wecken, die in uns stecken.
		-- Joseph Murphy
%
Mit einem schlechten Alleinherrscer aber kann niemand
sprechen, gegen ihn gibt es kein anderes Mittel als das Eisen.
		-- Niccolò Machiavelli (Vom Staat)
%
Was die Klugheit und Beständigkeit anbelangt, so behaupte
ich, daß das Volk klüger ist und ein richtigeres Urteil hat als ein
Alleinherrscer. Nicht ohne Grund vergleicht man die Stimme des Volkes
mit der Stimme Gottes.
		-- Niccolò Machiavelli (Vom Staat)
%
Wer sich zum Alleinherrscer erhebt und Brutus nicht tötet, oder wer
einen Freistaat gründet und die Söhne des Brututs nicht hinrichten
läßt, wird sich nicht lange halten.
		-- Niccolò Machiavelli (Vom Start)
%
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
		-- Niccolò Machiavelli
%
Nationen, die man unterworfen hat, muß man entweder glücklich machen
oder vernichten.
		-- Niccolò Machiavelli
%
Die Menschen vergessen schneller den Tod des Vaters als den Verlust
des Erbes.
		-- Niccolò Machiavelli
%
Man soll den Menschen entweder schmeicheln, oder sie sich unterwerfen.
		-- Niccolò Machiavelli
%
Man kann einen Krieg beginnen, aber niemals beenden, wenn man will.
		-- Niccolò Machiavelli
%
Wenn der Teufel die Menschen verwirren will,
bedient er sich dazu der Idealisten.
		-- Niccolò Machiavelli
%
Der unbewaffnete Reiche ist die Belohnung des armen Soldaten.
		-- Niccolò Machiavelli (Kriegskunst)
%
Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils,
sondern wer dazu nötigt.
		-- Niccolò Machiavelli
%
Schlagzeilen - das ist Weltgeschehen in Pillenform.
		-- Norman Mailer
%
Erfolg ist nur halb so schön, wenn es niemanden gibt, der einen
beneidet.
		-- Norman Mailer
%
Der Wohlstand beginnt genau dort, wo der Mensch aufhört, mit dem Bauch
zu denken.
		-- Norman Mailer
%
Sterben kann gar nicht so schwer sein - bisher hat es noch jeder
geschafft.
		-- Norman Mailer
%
Wenn der Mensch zuviel weiß, wird das lebensgefährlich. Das haben
nicht erst die Kernphysiker erkannt, das wußte schon die Mafia.
		-- Norman Mailer
%
Eine friedliche und einträchtige Welt ist der geheime Alptraum der
Offiziere und Advokaten.
		-- Norman Mailer
%
Im Leben kommt es darauf an, Hammer oder Amboß zu sein - aber niemals
das Material dazwischen.
		-- Norman Mailer
%
Die Geschichte ist ein Drehbuch von miserabler Qualität.
		-- Norman Mailer
%
Wer die Menschen gern hat, verbietet ihnen etwas, damit sie an der
Übertretung Spaß haben.
		-- Norman Mailer
%
Die meisten Memoiren sind ein Make-up aus Worten.
		-- Norman Mailer
%
Du hast die Wahl. Du kannst dir Sorgen machen, bis du davon tot
umfällst. Oder du kannst es vorziehen, das bißchen Ungewißheit zu
genießen.
		-- Norman Mailer
%
Besser sich allein langweilen als in Gesellschaft. Man kann
ungenierter g ä h n e n.
		-- Ludwig Marcuse
%
Originelle Formulierungen sind noch nicht originelle Einsichten.
		-- Ludwig Marcuse
%
In Kants Jahren konnte der Aufklärer nicht aufklären, weil man ihn
nicht ließ, zu unserer Zeit nicht, weil man ihn nicht liest.
		-- Ludwig Marcuse
%
Ironie ist keine Waffe, sondern eher ein Trost der Ohnmächtigen.
		-- Ludwig Marcuse
%
Denken ist eine Anstrengung, Glauben ein Komfort.
		-- Ludwig Marcuse
%
Nur wer im Wohlstand lebt, schimpft auf ihn.
		-- Ludwig Marcuse
%
Auf welcher Gesetzestafel steht: Die heiligen Gefühle der Theisten
müssen respektiert werden, die heiligen Gefühle der A-Theisten aber
nicht?
		-- Ludwig Marcuse
%
Ein Friedlicher ist einer, der sich totschießen lässt, um zu
beweisen, daß der andere der Aggressor gewesen ist.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Denken ist eine Anstrengung, Glauben ein Komfort.
		-- Ludwig Marcuse
%
Der Abenteurer ist unentbehrlich, das wird allerdings erst
erkannt, wenn sich herausstellt, daß er Amerika entdeckt hat.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Das Gedruckte übt einen mächtigen Druck aus, der besondere Glaube
ans Gedruckte ist einer der mächtigsten Aberglauben.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Der Glaube an das Gedruckte, ist seit Gutenberg einer der
mächtigsten Aberglauben der Welt.
		-- Ludwig Marcuse (Mein zwanzigstes Jahrhundert)
%
Wissenschaft ist ein vielseitiges Werkzeug. Sie kann auf jedem
harmlosen, freundlichen oder bösen Aberglauben das scharfsinnigste
Begriffsgebäude errichten.
		-- Ludwig Marcuse
%
Ein heißes Eisen, durch abstrakta sublimiert, wird kalter Kaffee.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Jede Unähnlichkeit mit Lebenden oder Verstorbenen ist nicht
beabsichtigt.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Es liegt im Wesen des Akademischen, nur das Tote zu berücksichtigen,
ganz sicher ist man nur dessen, was sich nicht mehr rühren kann.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Der Elfenbeinturm ist heute überfüllt mit Aktivisten. Sie sitzen dort
aktiv.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Autokraten lieben meist kleine Kinder. Sie schränken ihre Macht nicht
ein, dafür sind sie ihnen dankbar.
		-- Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte)
%
Du sollst nicht vor einem Argument in die Knie brechen. Vielleicht
überzeugt es nur, beweist aber nichts.
		-- Ludwig Marcuse
%
Jugendgefährdend heißt: Die Alten sind so gefährdet, daß sie sich
hinter der Jugend verstecken müssen.
		-- Ludwig Marcuse
%
Jede Generation lächelt über die Väter, lacht über die Großväter und
bewundert die Urgroßväter.
		-- William Somerset Maugham
%
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit.
		-- William Somerset Maugham
%
In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt, versäumt man sechzig
glückliche Sekunden.
		-- William Somerset Maugham
%
Man soll dort bleiben, wo man sich glücklich fühlt. Glück ist ein
transportempfindliches Möbelstück.
		-- William Somerset Maugham
%
Das Alter ist die Zeit, wo man das nicht mehr tun soll, wofür man
früher zu jung war.
		-- William Somerset Maugham
%
Die Zeit ist ein guter Arzt, aber ein schlechter Kosmetiker.
		-- William Somerset Maugham
%
Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.
		-- William Somerset Maugham
%
Wenn alle Leute nur dann redeten, wenn sie etwas zu sagen haben,
würden die Menschen sehr bald den Gebrauch der Sprache verlieren.
		-- William Somerset Maugham
%
Im Alter bereut man vor allen die Sünden, die man nicht begangen hat.
		-- William Somerset Maugham
%
Die meisten Menschen geben ihre Laster erst dann auf, wenn sie ihnen
Beschwerden bereiten.
		-- William Somerset Maugham
%
Zukunft ist etwas, das die Menschen erst lieben, wenn es Vergangenheit
geworden ist.
		-- William Somerset Maugham
%
Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform.
		-- William Somerset Maugham
%
Humor ist die Fähigkeit, an den Auswüchsen der menschlichen Natur
Gefallen zu finden.
		-- William Somerset Maugham
%
Es ist schon komisch, daß ein Mann, der sich um nichts auf der Welt
Sorgen machen muß, hingeht und eine Frau heiratet.
		-- William Somerset Maugham
%
Wenn man genug Erfahrung gesammelt hat, ist man zu alt, um sie
auszunutzen.
		-- William Somerset Maugham
%
Von einer Frau kann man alles erfahren, wenn man keine Fragen stellt.
		-- William Somerset Maugham
%
Eine Frau, die ihren Widerstand aufgibt, geht zum Angriff über.
		-- William Somerset Maugham
%
Ein Flirt ohne tiefere Absicht ist ungefähr so sinnvoll wie ein
Fahrplan ohne Eisenbahn.
		-- William Somerset Maugham
%
Nach den Vorstellungen einer amerikanischen Frau ist der ideale
Ehemann ein Butler mit dem Einkommen eines Generaldirektors.
		-- William Somerset Maugham
%
Bei einem Festmahl sollte man mit Verstand essen, aber nicht zu gut,
und sich aber nicht mit zuviel Verstand unterhalten.
		-- William Somerset Maugham
%
Es gibt drei goldene Regeln, um eine Novelle zu schreiben - leider
sind sie unbekannt.
		-- William Somerset Maugham
%
Gelegentliche Ausschweifungen wirken anregend. Sie verhindern, daß
Mäßigkeit zur Gewohnheit abstumpft.
		-- William Somerset Maugham
%
Viele erkennen zu spät, daß man auf der Leiter des Erfolgs einige
Stufen überspringen kann. Aber immer nur beim Hinuntersteigen.
		-- William Somerset Maugham
%
Ich bin der Überzeugung, daß es kaum jemanden gibt, dessen Intimleben
die Welt nicht in Staunen und Horror versetzte, wenn es übers Radio
gesendet werden würde.
		-- William Somerset Maugham
%
Das Gewissen ist eine Schwiegermutter, deren Besuch nie endet.
		-- Henry Louis Mencken (Vorurteile)
%
Gewissen ist die innere Stimme, die uns warnt, daß jemand zuschauen
könnte.
		-- Henry Louis Mencken
%
Hoffnung ist der krankhafte Glaube an den Eintritt des Unmöglichen.
		-- Henry Louis Mencken
%
Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können,
wenn man weiß, daß man an seiner Stelle lügen würde.
		-- Henry Louis Mencken
%
Der Hauptwert des Geldes besteht in der Tatsache, daß man in einer
Welt lebt, in der es überbewertet wird.
		-- Henry Louis Mencken
%
Eine Berühmtheit ist jemand, der sich freut, daß ihn viele kennen,
die er nicht kennen zu lernen braucht.
		-- Henry Louis Mencken
%
Ein Pessimist ist ein Mensch, der sofort nach dem Sarg Ausschau hält,
wenn er Blumen gerochen hat.
		-- Henry Louis Mencken
%
Je älter ich werde desto mehr zweifle ich an der altbekannten Tatsache,
daß das Alter die Weisheit bringt.
		-- Henry Louis Mencken
%
Unmoral ist die Moral derer, die sich amüsieren.
		-- Henry Louis Mencken
%
Puritanismus ist die quälende Furcht, daß irgendwer irgendwo
glücklicher sein könnte.
		-- Henry Louis Mencken
%
Wir müssen die religiösen Gefühle des anderen respektieren - aber nur
in der gleichen Art, wie wir seine Ansicht respektieren, daß seine
Frau schön und seine Kinder wohlerzogen sind.
		-- Henry Louis Mencken
%
Die Kirche ist ein Ort, wo Menschen vom Himmel Wunderdinge erzählen,
die niemals dort waren, und dies Menschen gegenüber, die nie dort
eintreffen werden.
		-- Henry Louis Mencken
%
Erzbischof: ein christlicher Kirchenmann, der im Rang höher steht als
Christus.
		-- Henry Louis Mencken
%
Der Zyniker ist ein Mensch, der sich beim Duft von Blumen nach dem
Sarg umsieht.
		-- Henry Louis Mencken
%
Für jedes menschliche Problem gibt es immer eine einfache Lösung:
klar, einleuchtend und falsch.
		-- Henry Louis Mencken
%
Der gewöhnliche Mensch ist in eine Handlung verwickelt, der Held
handelt. Der Unterschied ist gewaltig.
		-- Henry Miller
%
Ein Mann, der seine Frau liebt, achtet nicht auf ihr Kleid, sondern
auf seine Frau. Fängt er an, auf die Kleidung zu achten, hat seine
Liebe schon nachgelassen.
		-- Henry Miller
%
In sexuellen Dingen verwechseln viele das Stimmen der Instrumente mit
dem Konzert.
		-- Henry Miller
%
Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes.
		-- Henry Miller
%
Die Moral ist für Sklaven geschaffen, für Wesen ohne Geist.
		-- Henry Miller (Von der Unmoral der Moral)
%
Die Wahrheit liegt meist am Rande, nicht in der Mitte.
		-- Henry Miller
%
Ich bin sicher, käme Jesus heute, würde er von der Kirche nicht
erkannt, sondern wahrscheinlich verfolgt und wieder zu Tode gemartert
werden.
		-- Henry Miller
%
Sex-Leitfäden sind meist Parfümrezepte, verfaßt von Leuten, die einen
Stockschnupfen haben.
		-- Henry Miller
%
Friedhöfe, Friedhöfe... Bei Gott, ich weigere mich, mich auf einem
Friedhof begraben zu lassen. Ich will nicht, daß Schwachsinnige mit
einem Weihwasserwedel über mir stehen und ein kummervolles Gesicht
machen.
Nur das nicht!
		-- Henry Miller
%
Die wenigen, die ich kannte, die beinah die Bezeichnung Christen
verdienten, gehörten überhaupt keiner Kirche an. Und ich glaube,
existierte ein Christ, könnte er unmöglich Mitglied einer Kirche sein.
		-- Henry Miller
%
Ich bin kein Katholik, ich habe für den ganzen Mummenschanz und den
Humbug, alles, was mit dem Katholizismus verknüpft ist, nichts übrig.
		-- Henry Miller
%
Je reicher man an Urteilen ist, desto ärmer wird man an Vorurteilen.
		-- Henry Miller
%
Nur der Mensch allein unter den Geschöpfen Gottes ist fähig, zu
zerstören, was er liebt. Nur er ist fähig, sein eigenes Bild zu
zerstören.
		-- Henry Miller
%
Wer je einen guten Traum gehbat hat, klagt nie, daß er seine Zeit
verschwendet hat.
		-- Henry Miller
%
Leben ist das, was wir daraus machen.
		-- Henry Miller
%
Zivilisiert sein heißt, komplizierte Bedürfnisse haben.
		-- Henry Miller
%
Wenn man im Leben keinen Erfolg hat, braucht man sich deshalb nicht
ohne weiteres für einen Idealisten zu halten.
		-- Henry Miller
%
Leben ist, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes
vorgenommen haben.
		-- Henry Miller
%
Die richtige Einstellung zu Geld ist habgieriger Abscheu.
		-- Henry Miller
%
Tugend nennt man die Summe der Dinge, die wir aus Trägheit, Feigheit
oder Dummheit nicht getan haben.
		-- Henry Miller
%
Die Fenster der Seele sind zahllos, so sagt man.
Und mit den Augen der Seele wird das Paradies erblickt.
Wenn euer Paradies also Mängel hat, dann macht mehr Fenster auf.
		-- Henry Miller
%
Die Kunst wird immer sensationeller und unverständlicher und das Leben
immer langweiliger und hoffnungsloser.
		-- Henry Miller
%
Gibt es einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis? Es gibt ihn. In
der Tat.
		-- Werner Mitsch
%
Dumme Pferde sind beschlagen. Dumme Reiter nicht.
		-- Werner Mitsch
%
Eine schöne Frau wäre dumm, wenn sie auch noch klug wäre.
		-- Werner Mitsch
%
Dummheit ist keine Schande.
Hauptsache man hält den Mund dabei.
		-- Werner Mitsch
%
Nicht jeder Unternehmer, der stiften geht, ist ein Mäzen.
		-- Werner Mitsch
%
Mode ist die Uniform der Zivilisten.
		-- Werner Mitsch
%
Morgen ist auch ein Tag, sagt der Optimist.
		-- Werner Mitsch
%
Es kommt nicht drauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.
		-- Werner Mitsch
%
Es kommt nicht drauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.
		-- Werner Mitsch
%
Die Diktatur duldet Reden. Aber keine Widerreden.
		-- Werner Mitsch
%
Wo Kompromisse fehlen, dominieren die Faustregeln.
		-- Werner Mitsch
%
Das einzig Echte an manchen Menschen ist ihre Falschheit.
		-- Werner Mitsch
%
Viele Menschen hinterlassen Spuren; nur wenige hinterlassen Eindrücke.
		-- Werner Mitsch
%
Lebenskünstler sind Menschen, die sich auf das Überflüssige
beschränken.
		-- Werner Mitsch
%
Früher hatten die Menschen Angst vor der Zukunft. Heute muß die
Zukunft Angst vor den Menschen haben.
		-- Werner Mitsch
%
Wer heute auf die Demokratie schimpft, dem wird morgen der Marsch
geblasen.
		-- Werner Mitsch
%
Eine Gesellschaft, die sich mehr leistet, als sie sich leisten kann,
nennt man Leistungsgesellschaft.
		-- Werner Mitsch
%
Ein Mann, der seine Frau liebt, achtet nicht auf ihr Kleid, sondern
auf seine Frau. Fängt er an, auf die Kleidung zu achten, hat seine
Liebe schon nachgelassen.
		-- Werner Mitsch
%
Wer seinen Mund nicht halten kann, der wird auch sein Wort nicht
halten.
		-- Werner Mitsch
%
Früher hielten sich manche Könige einen Narren. Heute halten sich
manche Demokratien einen König.
		-- Werner Mitsch
%
Universitäten sind Bildungsstätten, die aus Neunmalklugen
Siebengescheite machen.
		-- Werner Mitsch
%
Wenn sich zwei männliche Wildschweine treffen, gibt es eine Keilerei.
		-- Werner Mitsch
%
Mit drei Prozent Zinsen versucht die Bank mein Kapital zu beleidigen.
		-- Werner Mitsch
%
Denken ist oft schwerer, als man denkt.
		-- Werner Mitsch
%
Erst das Böse gibt dem Guten seine Leuchtkraft.
		-- Werner Mitsch
%
Der Himmel ist nicht an einem bestimmten Ort. Der Himmel ist überall
dort, wo Harmonie ist.
		-- Werner Mitsch
%
Wer die Ursache nicht kennt, nennt die Wirkung Zufall.
		-- Werner Mitsch
%
Wie soll einer, der das Häßliche nicht kennt, wissen, was schön ist?
		-- Werner Mitsch
%
Wer sich frei entfalten will, muß viele Ratschläge in den Wind
schlagen können.
		-- Werner Mitsch
%
Ignoranz ist nicht wissen, sondern nicht wissen wollen.
		-- Werner Mitsch
%
Das Eis macht Flüsse im Winter begehbar und Whiskey im Sommer
trinkbar.
		-- Werner Mitsch
%
Kaum hat der Esel ein paar Streifen, schon nennt er sich Zebra.
		-- Werner Mitsch
%
Gedanken sind wie Haare. Die meisten sind wertlos, sobald sie den Kopf
verlassen haben.
		-- Werner Mitsch
%
Es gibt mehr Religionen, als es Wahrheiten geben kann.
		-- Werner Mitsch
%
Steuern müssen sein. Aber bei der Vergnügungssteuer hört der Spaß auf.
Das Wort Kirchensteuer suchte ich bisher in der Heiligen Schrift
vergebens.
		-- Werner Mitsch
%
Die toten Soldaten derer, die den Krieg gewonnen haben, nennt man
Helden.
		-- Werner Mitsch
%
Der Mensch hat die Atombombe erfunden. Keine Maus der Welt käme auf
die Idee, eine Mausefalle zu konstruieren.
		-- Werner Mitsch
%
Leute, die mit ihrer Unzufriedenheit zufrieden sind, nennt man
Nörgler.
		-- Werner Mitsch
%
Man sollte viel öfter nachdenken; und zwar vorher.
		-- Werner Mitsch
%
Alkohol löst Zungen, aber keine Probleme.
		-- Werner Mitsch
%
Trinker sind Menschen, die sich mit Alkohol über Wasser halten.
		-- Werner Mitsch
%
Alltag. Taten schrumpfen zu Tätigkeiten.
		-- Werner Mitsch
%
Solange man noch Pläne schmiedet, gehört man nicht zum alten Eisen.
		-- Werner Mitsch
%
Der Glaube an Wissenschaft hat viel von magischen und fetischistischen
Zügen an sich.
		-- Alexander Mitscherlich
%
Man kann Dummheit sorgfältig durch Erziehung zu Vorurteilen
herbeiführen.
		-- Alexander Mitscherlich
%
Zuviel Freizeit kann dazu führen, daß die Menschen in Zukunft dazu
übergehen, das zu tun, was sie schon immer getan haben, nämlich sich
gegenseitig umzubringen.
		-- Alexander Mitscherlich
%
Persönlichkeit haben heißt, die tausend Irrtümer einzugestehen, die
man im Laufe des Lebens gemacht hat.
		-- Alexander Mitscherlich
%
Was wäre aus dem Christentum als Religion der Liebe geworden - wir
wissen es nicht. Es ist in institutionalisierter Form als die Religion
des Schwertes und des Hasses alt geworden.
		-- Alexander Mitscherlich
%
Die erlaubte Bösartigkeit Andersgläubigen, Heiden, Atheisten gegenüber
ist ein fester Bestandteil der Regulative dieser Kultur, die sich bei
uns auf Christus beruft.
		-- Alexander Mitscherlich
%
Es gibt bis jetzt noch keinen Atheismus - und zwar als gelebte Kultur.
Es ist jedoch abzusehen, daß es eine atheistische Kultur geben wird -
die 'Evulution zum Bewußtsein'
		-- Alexander Mitscherlich
%
Wie viel Unsinn ist im Laufe der Zeit von Professoren gesagt worden!
Warum sollen Studenten nicht auch einmal dummes Zeug reden.
		-- Alexander Mitscherlich
%
Meine Albernheiten nehme ich selbst nicht wichtiger, als sie es
verdienen. Das ist ihr Glück.
		-- Michel Eyquem de Montaigne (Die Essais)
%
Niemand ist dagegen gefeit, daß er einmal etwas albernes sagt.
Ärgerlich ist das nur, wenn einer so etwas mit Pathos von sich gibt.
		-- Michel Eyquem de Montaigne (Die Essais)
%
Ich finde es noch erträglich, stets allein zu sein, als nie allein
sein zu dürfen.
		-- Michel Eyquem de Montaigne (Die Essais)
%
Der Junge soll seine Kraft auf die Vorbereitung, der Alte auf die
Nutzung verwenden.
		-- Michel Eyquem de Montaigne (Die Essais)
%
Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind,
immer ein wenig wärmer.
		-- Michel Eyquem de Montaigne (Die Essais)
%
Die Gewöhnung stumpft unsere Sinne ab.
		-- Michel Eyquem de Montaigne (Die Essais)
%
Die Achtung, die ein Mensch verdient, und sein Wert hängen ab von
seinem Mut und seinem Willen: Hierin liegt seine wahre Ehre.
		-- Michel Eyquem de Montaigne (Die Essais)
%
Wer klug wäre, würde den wahren Wert jeder Sache daran messen, wie
weit sie für sein Leben nützlich und verwertbar ist.
		-- Michel Eyquem de Montaigne
%
Nicht der Tod, sondern das Sterben beunruhigt mich.
		-- Michel Eyquem de Montaigne
%
Meine Albernheiten nehme ich selbst nicht wichtiger als sie es
verdienen.
Das ist Ihr Glück.
		-- Michel Eyquem de Montaigne
%
Tritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so füllt sie ihn aus - weil
keine andere da ist, die ihr den Rang streitig machen könnte.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der
Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Ich habe stets beobachtet, daß man, um Erfolg zu haben in der Welt,
närrisch scheinen oder weise sein muß.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Für seine Arbeit muß man Zustimmung suchen, aber niemals Beifall.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die
anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für
glücklicher halten, als sie sind.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muß Gesetz
sein, weil es recht ist.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Diskussionen haben lediglich einen Wert, daß einem gute Gedanken
hinterher einfallen.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Wo es den Rednern an Tiefe fehlt, da gehen sie in die Breite.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Bei seinem Tun und Lassen sollte es dem Menschen auf Billigung und
nicht auf Beifall ankommen.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Unbedingter Gehorsam setzt Unwissenheit bei den Gehorchenden voraus.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Man kann über alles spötteln, weil alles eine Kehrseite hat.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Wer wünscht, daß man ihn fürchte, erreicht nur, daß man ihn haßt.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Der Mensch kommt fast nie aus Vernunft zur Vernunft.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Glücklich ist das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Wir lieben die Leute je nach der Achtung, die sie uns bezeugen.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Obwohl mein Name weder gut noch schlecht ist, da er nicht mehr als
dreihundertfünfzig Jahre erwiesenen Adel aufweist, bin ich ihm doch sehr
verbunden und wäre durchaus geneigt, einen Erben für ihn anzunehmen.
		-- Charles-Louis de Montesquieu (Meine Gedanken)
%
Niemals wird die Akademie zu Fall kommen: Solange es Toren gibt, gibt
es auch Schöngeister.
		-- Charles-Louis de Montesquieu (Meine Gedanken)
%
Wie schade, daß so wenig Raum ist zwischen der Zeit, wo man zu jung,
und der wo man zu alt ist!
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Eine ewige Erfahrung lehrt, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu
getrieben wird, sie zu missbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an
Grenzen stößt.
		-- Charles-Louis de Montesquieu
%
Wenn die Passion fehlt, fehlt alles. Ohne Leidenschaft ist nichts zu
erreichen.
		-- Alberto Moravia
%
Dummheiten können reizend sein, Dummheit nicht.
		-- Alberto Moravia
%
Die Tür zur Vergangenheit ist ohne Knarren nicht zu öffnen.
		-- Alberto Moravia
%
Wo Nachrichten fehlen, wachsen die Gerüchte.
		-- Alberto Moravia
%
Diktaturen sind Einbahnstraßen. In Demokratien herrscht Gegenverkehr.
		-- Alberto Moravia
%
Wenn eines Schriftstellers Ruhm die Zeitläufe überdauert, dann nicht
wegen, sondern trotz seiner Überzeugungen.
		-- Alberto Moravia
%
Ideen sollte man empfangen wie Gäste - zuvorkommend, aber unter der
Voraussetzung, daß sie ihre Gastgeber nicht tyrannisieren.
		-- Alberto Moravia
%
Eine Diktatur ist ein Staat, in dem sich alle vor einem fürchten und
einer vor allen.
		-- Alberto Moravia
%
Man kann mit der Mode gehen oder mit der Mode laufen. Letzteres sollte
man aber nur dann, wenn man noch jung genug dazu ist.
		-- Jeanne Moreau
%
Falten machen einen Mann männlicher, eine Frau älter.
		-- Jeanne Moreau
%
Adam - der erste Entwurf für Eva.
		-- Jeanne Moreau
%
Wer eine Frau beim Wort nimmt, ist ein Sadist.
		-- Jeanne Moreau
%
In der Liebe fühlt sich der Mann als Bogen, er ist aber nur der Pfeil.
		-- Jeanne Moreau
%
Beim Liebesspiel ist es wie beim Autofahren. Die Frauen mögen die
Umleitung, die Männer die Abkürzung.
		-- Jeanne Moreau
%
Die meisten Männer, die Kluges über Frauen gesagt haben, waren
schlecht Liebhaber. Die großen Praktiker reden nicht, sondern
handeln.
		-- Jeanne Moreau
%
Alle Männer haben nur zwei Dinge im Sinn.
Geld ist das andere.
		-- Jeanne Moreau
%
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins sichtbare.
		-- Christian Morgenstern
%
Die Weltanschauungen mancher Menschen gleichen lächelnden Festungen.
		-- Christian Morgenstern
%
Ein Kunstwerk schön finden heißt, den Menschen lieben, der es
hervorbrachte.
		-- Christian Morgenstern
%
Es ist merkwürdig, daß ein mittelmäßiger Mensch oft vollkommen recht
haben kann und doch nichts damit durchsetzt.
		-- Christian Morgenstern
%
Vorsicht und Mißtrauen sind gute Dinge, nur sind auch ihnen gegenüber
Vorsicht und Mißtrauen nötig.
		-- Christian Morgenstern
%
Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient,
selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins
Ungemessene steigen.
		-- Christian Morgenstern
%
Jeder Mensch ist ein neuer Versuch der Natur, über sich ins Reine zu
kommen.
		-- Christian Morgenstern
%
Beim Menschen ist kein Ding unmöglich im Schlimmen wie im Guten.
		-- Christian Morgenstern
%
Manche Menschen machen sich vor andern so klein wie möglich,
um größer als diese zu bleiben.
		-- Christian Morgenstern
%
Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als wenn Du mit einer recht
großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.
		-- Christian Morgenstern
%
Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den
Menschen hineinhuschen kann.
		-- Christian Morgenstern
%
Der Mensch - ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur.
		-- Christian Morgenstern
%
Die meisten wissen gar nicht, was sie für ein Tempo haben könnten,
wenn sie sich nur einem den Schlaf aus den Augen rieben.
		-- Christian Morgenstern
%
Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.
		-- Christian Morgenstern
%
Den seelischen Wert einer Frau erkennst du daran, wie sie zu altern
versteht.
		-- Christian Morgenstern
%
Was ist das erste, wenn Herr und Frau Müller in den Himmel kommen? Sie
bitten um Ansichtskarten.
		-- Christian Morgenstern
%
Der Welt Schlüssel heißt Demut. Ohne ihn ist alles Klopfen, Horchen,
Spähen umsonst.
		-- Christian Morgenstern
%
Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Macht
euch nur von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden
uns zu neuem Leben ein.
		-- Christian Morgenstern
%
Das ist meine schlimmste Erfahrung: Der Schmerz macht die meisten
Menschen nicht groß, sondern klein.
		-- Christian Morgenstern
%
Jede gründliche Erfahrung muß mit eigenem Leben bezahlt werden - und
fremdem.
		-- Christian Morgenstern
%
Für mich gibt es nur ein Mittel, um die Achtung vor mir selbst nicht
einzubüßen: fortwährende Kritik.
		-- Christian Morgenstern
%
Einander kennenlernen heißt lernen, wie fremd man einander ist.
		-- Christian Morgenstern
%
Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.
		-- Christian Morgenstern
%
Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu
bleiben.
		-- Christian Morgenstern
%
Gedanken wollen wie Kinder und Hunde, daß man mit ihnen im Freien spazieren geht.
		-- Christian Morgenstern
%
Die Ameisen oder Emsen
sind so weit jetzt, daß sie Gemsen
sich als Sklaven halten (aus
Gründen ihres Körperbaus).
  Da sie selber sehr viel kleiner,
  so bedienen sie sich einer
  Gemse oder zweier Gemsen
  zu Gebirgspartien, die Emsen.
Ist sodann ein Adlernest
abgesucht bis auf den Rest,
gehn sie endlich, zog der Weih
schon den Ameisbären bei,
  wieder ihm aus Horst und Rock --
  und besteigen ihren Bock,
  der sie, wie ein Stein, der springt,
  heim zu ihrem Hügel bringt.
Angepflöckt, so stehn die Gemsen
In der Nähe dort der Emsen,
bei den Läusen u.s.w.
und verwünschen ihre Reiter.
		-- Christian Morgenstern
%
    Anto-logie
Im Anfang lebte, wie bekannt,
als größter Säuger der Gig-ant.
  Wobei gig eine Zahl ist, die
  es nicht mehr gibt, - so groß war sie!
Doch jene Größe schwand wie Rauch.
Zeit gab's genug -- und Zahlen auch.
  Bis eines Tags, ein winzig Ding,
  der Zwölef-ant das Reich empfing.
Wo blieb sein Reich? Wo blieb er selb?-
Sein Bein wird im Museum gelb.
  Zwar gab die gütige Natur
  den Elef-anten uns dafur.
Doch ach, der Pulverpavian,
der Mensch, voll Gier nach seinem Zahn,
  erschießt ihn, statt ihm Zeit zu lassen,
  zum Zehen-anten zu verblassen.
O »Klub zum Schutz der wilden Tiere«,
hilf, daß der Mensch nicht ruiniere
  die Sprossen dieser Riesenleiter,
  die stets noch weiter führt und weiter!
Wie dankbar wird der Ant dir sein,
läßt du ihn wachsen und gedeihn, --
  bis er dereinst im Nebel hinten
  als Nulel-ant wird stumm verschwinden.

		-- Christian Morgenstern
%
   Bim, Bam, Bum

Ein Glockenton fliegt durch die Nacht,
als hätt' er Vogelflügel,
er fliegt in römischer Kirchentracht
wohl über Tal und Hügel.

Er sucht die Glockontönin BIM,
die ihm vorausgeflogen;
d. h. die Sache ist sehr schlimm,
sie hat ihn nämlich betrogen.

»O komm« so ruft er, »komm, dein BAM
erwartet dich voll Schmerzen.
Komm wieder, BIM, geliebtes Lamm,
dein BAM liebt dich von Herzen!«

Doch BIM, daß ihr's nur alle wißt,
hat sich dem BUM ergeben;
der ist zwar auch ein guter Christ,
allein das ist es eben.

Der BAM fliegt weiter durch die Nacht
wohl über Wald und Lichtung.
Doch, ach, er fliegt umsonst! Das macht,
er fliegt in falscher Richtung.

		-- Christian Morgenstern
%
Bundeslied der Galgenbrüder

O schauerliche Lebenswirrn,
wir hängen hier am roten Zwirn!
Die Unke unkt, die Spinne spinnt,
und schiefe Scheitel kämmt der Wind.

O Greule, Greule, wüste Greule!
Du bist verflucht! so sagt die Eule.
Der Sterne Licht am Mond zerbricht.
Doch dich zerbrach's noch immer nicht.

O Greule, Greule, wüste Greule!
Hört ihr den Ruf der Silbergäule?
Es schreit der Kauz: pardauz! pardauz!
da taut's, da graut's, da braut's, da blaut's!

		-- Christian Morgenstern
%
Die Fingur

Es lacht die Nachtalp-Henne,
es weint die Windhorn-Gans,
es bläst der schwarze Senne
zum Tanz.

Ein Uhu-Tauber turtelt
nach seiner Uhuin.
Ein kleiner Sechs-Elf hurtelt
von Busch zu Busch dahin..

Und Wiedergänger gehen,
und Raben rufen kolk,
und aus den Teichen sehen
die Fingur und ihr Volk...

		-- Christian Morgenstern
%
Fisches Nachtgesang

                                     -
                                    U U
                                    -- -
                                  U U U U
                                    -- -
                                  U U U U
                                    -- -
                                  U U U U
                                    -- -
                                  U U U U
                                    -- -
                                    U U
                                     -

		-- Christian Morgenstern
%
Die beiden Flaschen

Zwei Flaschen stehn auf einer Bank,
die eine dick, die andre schlank.
Sie möchten gerne heiraten.
Doch wer soll ihnen beiraten?

Mit Ihrem Doppel-Auge leiden
sie auf zum blauen Firmament.
Doch niemand kommt herabgerennt
und kopuliert die beiden.

		-- Christian Morgenstern
%
Galgenbruders Frühlingslied

Es lenzet auch auf unserm Spahn,
o selige Epoche!
Ein Hälmlein will zum Lichte nahn
aus einem Astwurmloche.

Es schaukelt bald im Winde hin
Und schaukelt bald drin her.
Mir ist beinah, Ich wäre wer,
der ich doch nicht mehr bin.

		-- Christian Morgenstern
%
    Der Gaul
Es lautet beim Professor Stein.
Die Köchin rupft die Hühner.
Die Minna geht: Wer kann das sein? --
Ein Gaul steht vor der Türe.
   Die Minna wirft die Türe zu.
   Die Köchin kommt: Was gibt's denn?
   Das Fräulein kommt im Morgenschuh.
   Es kommt die ganze Familie.
»Ich bin, verzeihn Sie«, spricht der Gaul,
»der Gaul vom Tischler Bartels.
Ich brachte Ihnen dazumaul
die Tür und Fensterrahmen!«
   Die vierzehn Leute samt dem Mops,
   sie stehn, als ob sie träumten.
   Das kleinste Kind tut einen Hops,
   die andern stehn wie Bäume.
Der Gaul, da keiner ihn versteht,
schnalzt bloß mal mit der Zunge,
dann kehrt er still sich ab und geht
die Treppe wieder hinunter.
   Die dreizehn schaun auf lhren Herrn,
   ob er nicht sprechen möchte.
   Das war, spricht der Professor Stein,
   ein unerhörtes Erlebnis!..

		-- Christian Morgenstern
%
Das Gebet

Die Rehlein beten zur Nacht,
hab acht!
Halb neun!
Halb zehn!
Halb elf!
Halb zwölf!
Zwölf!
Dle Rehlein beten zur Nacht,
hab acht!
Sie falten die kleinen Zehlein,
die Rehlein.

		-- Christian Morgenstern
%
Der Gingganz

Ein Stiefel wandern und sein Knecht
von Knickebühl gen Entenbrecht.
Urplötzlich auf dem Felde drauß
begehrt der Stiefel: Zich mich aus!
Der Knecht drauf: Es ist nicht an dem;
doch sagt mir, lieber Herre, -- : wem?
Dem Stiefel gibt es einen Ruck:
Fürwahr, beim heiligen Nepomuk,
ich GING GANZ in Gedanken hin.
Du weißt, daß ich ein andrer bin,
seitdem ich meinen Herrn verlor.
Der Knecht wirft beide Arm' empor,
als wollt' er sagen: Laß doch, laß!
Und weiter zieht das Paar fürbaß.

		-- Christian Morgenstern
%
Das Hemmed

Kennst du das einsame Hemmed?
Flattertata, flattertata.
Der's trug, ist baß verdämmet!
Flattertata, flattertata.
Es knattert und rattert im Winde.
Windurudei, windurudei.
Es weint wie ein kleines Kinde.
Windurudei, windurudei.
Das ist das einsame
Hemmed.

		-- Christian Morgenstern
%
Himmel und Erde

Der Nachtwindhund weint wie ein Kind,
dieweil sein Fell von Regen rinnt.
Jetzt jagt er wild das Neumondweib,
das hinflicht mit gebognem Leib.
Tief unten geht, ein dunkler Punkt,
querüberfeld ein Forstadjunkt.
		-- Christian Morgenstern
%
  Das Huhn

In der Bahnhofhalle, nicht für es gebaut,
geht ein Huhn
hin und her...
Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh'r?
Wird dem Huhn
man nichts tun?
Hoffen wir es! Sagen wir es laut:
daß ihm unsre Sympathie gehört,
selbst an dieser Stätte, wo es -- stört'!
		-- Christian Morgenstern
%
  Die Hystrix

Das hinterindische Stachelschwein
(hystrix grotei Gray),
das hinterindische Stachelschwein
aus Siam, das tut weh.
Entdeckst du wo im Walde drauß
bei Siam seine Spur,
dann tritt es manchmal, sagt man, aus
den Schranken der Natur.
Dann gibt sein Zorn Ihm so Gewalt,
daß, eh' du dich versiehst,
es seine Stacheln jung und alt
auf deinen Leib verschießt.
Von eben bis hinab sodann
stehst du gespickt am Baum,
ein heiliger Sebastian,
und traust den Augen kaum.
Die Hystrix aber geht hinweg,
an Leib und Seele wüst.
Sie sitzt im Dschungel im Versteck
und büßt.
		-- Christian Morgenstern
%
  Igel und Agel

Ein Igel saß auf einem Stein
und blies auf einem Stachel sein.
Schalmeiala, schalmeialü!
Da kam sein Feinslieb Agel
und tat ihm schnigel schnagel
zu seinen Melodein.
Schnigula schnagula
schnaguleia lü!
Das Tier verblies sein Flötenhemd...
»Wie siehst Du aus so furchtbar fremd!?«
Schalmeiala, schalmeialü -- .
Feins Agel ging zum Nachbar, ach!
Den Igel aber hat der Bach
zum Weiher fortgeschwemmt.
Wigula wagula
waguleia wü
tü tü .
		-- Christian Morgenstern
%
Km 21

Ein Rabe saß auf einem Meilenstein
und rief Ka-em-zwei-ein, Ka-em-zwei-ein..
Der Werhund lief vorbei, im Maul ein Bein,
Der Rabe rief Ka-em-zwei-ein, zwei-ein.
Vorüber zottelte das Zapfenschwein,
der Rabe rief und rief Ka-em-zwei-ein.
»Er ist besessen!« - kam man überein.
»Man führe ihn hinweg von diesem Stein!«
Zwei Hasen brachten ihn zum Kräuterdachs.
Sein Hirn war ganz verstört und weich wie Wachs.
Noch sterbend rief er (denn er starb dort) sein
Ka-em-zwei-ein, Ka-em-Ka-em-zwei-ein.
		-- Christian Morgenstern
%
Das Knie

Ein Knie geht einsam durch die Welt.
Es ist ein Knie, sonst nichts!
Es ist kein Baum! Es ist kein Zelt!
Es ist ein Knie, sonst nichts.
Im Kriege ward einmal ein Mann
erschossen um und um.
Das Knie allein blieb unverletzt --
als wär's ein Heiligtum.
Seitdem geht's einsam durch die Welt.
Es ist ein Knie, sonst nichts.
Es ist kein Baum, es ist kein Zelt.
Es ist ein Knie, sonst nichts.
		-- Christian Morgenstern
%
Das Lied vom blonden Korken

Ein blonder Korke spiegelt sich
In einem Lacktablett --
allein er säh' sich dennoch nich',
selbst wenn er Augen hätt'!
Das macht, dieweil er senkrecht steigt
zu seinem Spiegelbild!
Wenn man ihn freilich seitwärts neigt,
zerfällt, was oben gilt.
O Mensch, gesetzt, du spiegelst dich
Im, sagen wir, -- im All!
Und senkrecht! -- wärest du dann nich'
ganz in demselben Fall?
		-- Christian Morgenstern
%
  Kronprätendenten

-- »Ich bin der Graf von Réaumur
und hass' euch wie die Schande!
Dient nur dem Celsio für und für,
Ihr Apostatenbande!«
Im Winkel König Fahrenheit
hat still sein Mus gegessen.
-- »Ach Gott, sie war doch schön, die Zeit,
die man nach mir gemessen!«
		-- Christian Morgenstern
%
  Das Weiblein mit der Kunkel

Um 'stille Stübel schleicht des Monds
barbarisches Gefunkel --
im Gäßchen hoch im Norden wohnt's,
das Weiblein mit der Kunkel.
Es spinnt und spinnt. Was spinnt es wohl?
Es spinnt und spintisieret...
Es trägt ein weißes Kamisol,
das seinen Körper zieret.
Um stille Stübel schleicht des Monds
barbarisches Gefunkel-
im Gäßchen hoch im Norden wohnt's,
Das Weiblein mit der Kunkel.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Lattenzaun

Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.
Ein Architekt, der dieses sah,
stand eines Abends plötzlich da --
und nahm den Zwischenraum heraus
und baute draus ein großes Haus.
Der Zaun indessen stand ganz dumm,
mit Latten ohne was herum,
Ein Anblick gräßlich und gemein.
Drum zog ihn der Senat auch ein.
Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri -- od -- Ameriko.
		-- Christian Morgenstern
%
Lunovis

Lunovis in planitie stat
Cultrumque magn' expectitat
Lunovis.
Lunovis herba rapta it
In montes, unde cucurrit.
Lunovis.
Lunovis habet somnium:
Se culmen rer' ess' omnium.
Lunovis.
Lunovis mane mortuumst.
Sol ruber atque ips' albumst.
Lunovis.
		-- Christian Morgenstern
%
  Die Mitternachtsmaus

Wenn's mitternächtigt und nicht Mond
noch Stern das Himmelshaus bewohnt,
läuft zwölfmal durch das Himmelshaus
die Mitternachtsmaus.
Sie pfeift auf ihrem kleinen Maul, --
lm Traume brüllt der Höllengaul.
Doch ruhig läuft ihr Pensum aus
die Mitternachtsmaus.
Ihr Herr, der große weiße Geist,
ist nämlich solche Nacht verreist.
Wohl ihm! Es hütet ihm sein Haus
die Mitternachtsmaus.
		-- Christian Morgenstern
%
  Möwenlied

Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.
Ich schieße keine Möwe tot,
Ich laß sie lieber leben --
und füttre sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.
O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.
		-- Christian Morgenstern
%
  Mondendinge

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.
Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien.
Heulend fletschen sie die Zähne
auf der schwefligen Hyäne.
Aus den Kratern aber steigt
Schweigen, das sie überschweigt.
Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.
Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien.
		-- Christian Morgenstern
%
  Das Mondschaf

Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.
Das Mondschaf rupft sich einen Halm
Und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.
Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
»Ich bin des Weltalls dunkler Raum.«
Das Mondschaf.
Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn' ist rot.
Das Mondschaf.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu-sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein A formierend und ein Z --
daß keiner groß zu denken hätt'.
Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.
		-- Christian Morgenstern
%
  Das Nasobém

Auf seinen Nasen schreitet
einher das Nasobém,
von seinem Kind begleitet.
Es steht noch nicht im Brehm.
Es steht noch nicht im Meyer.
Und auch im Brockhaus nicht.
Es trat aus meiner Leyer
zum ersten Mal ans Licht.
Auf seinen Nasen schreitet
(wie schon gesagt) seitdem,
von seinem Kind begleitet,
einher das Nasobém.
		-- Christian Morgenstern
%
  Nein!

Pfeift der Sturm?
Keift ein Wurm?
Heulen
Eulen
hoch vom Turm?
Nein!
Es ist des Galgenstrickes
dickes
Ende, welches ächzte,
glelch als ob
Im Galopp
eine müdgehetzte Mähre
nach dem nächsten Brunnen lechzte
(der vielleicht noch ferne wäre).
		-- Christian Morgenstern
%
  Palmström

Palmström steht an einem Teiche
und entfaltet groß ein rotes Taschentuch:
Auf dem Tuch ist eine Eiche
dargestellt, sowie ein Mensch mit einem Buch.
Palmström wagt nicht sich hineinzuschneuzen, --
er gehört zu jenen Käuzen,
die oft unvermittelt-nackt
Ehrfurcht vor dem Schönen packt.
Zärtlich faltet er zusammen,
was er eben erst entbreitet.
Und kein Fühlender wird ihn verdammen,
weil er unzeschneuzt entschreitet.
		-- Christian Morgenstern
%
  Philanthropisch

Ein nervöser Mensch auf einer Wiese
wäre besser ohne sie daran;
darum seh' er, wie er ohne diese
(meistens mindstens) leben kann.
Kaum daß er gelegt sich auf die Gräser
naht der Ameis, Heuschreck, Mück und Wurm,
naht der Tausendfuß und Ohrenbläser,
und die Hummel ruft zum Sturm.
Ein nervöser Mensch auf einer Wiese
tut drum besser, wieder aufzustehn
und dafür in andre Paradiese
(beispielshalber: weg) zu gehn.
		-- Christian Morgenstern
%
  Die Probe

Zu einem seltsamen Versuch
erstand ich mir ein Nadelbuch.
Und zu dem Buch ein altes zwar,
doch äußerst kühnes Dromedar.
Ein Reicher auch daneben stand,
zween Säcke Gold in jeder Hand.
Der Reiche ging alsdann herfür
und klopfte an die Himmelstür
Drauf Petrus sprach: »Geschrieben steht,
daß ein Kamel weit eher geht
durchs Nadelöhr, als Du, du Heid
durch diese Türe groß und breit!«
Ich, glaubend fest an Gottes Wort,
ermunterte das Tier sofort,
Ihm zeigend hinterm Nadelöhr
ein Zuckerhörnchen als Douceur.
Und in der Tat! Das Vieh ging durch,
obzwar sich quetschend wie ein Lurch!
Der Reiche aber sah ganz stier
und sagte nichts als: Wehe mir!
		-- Christian Morgenstern
%
  Das Problem

Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem
und sprach: Ich heiße unbequem.
Als hieß' ich etwa Drei-Vier
statt Sieben -- Gott verzeih mir!
Und siehe da, der Zwölf-Elf nannt' sich
von jenem Tag ab Dreiundzwanzig.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der heroische Pudel

Ein schwarzer Pudel, dessen Haar
des abends noch wie Kohle war,
betrübte sich so höllenheiß,
weil seine Dame Flügel spielte,
trotzdem er heulte; daß (o Preis
dem Schmerz, der solchen Sieg erzielte!)
er beim Gekräh der Morgenhähne
aufstand als wie ein hoher Greis --
mit einer silberweißen Mähne.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Purzelbaum

Ein Purzelbaum trat vor mich hin
und sagte: »Du nur siehst mich
und weißt, was für ein Baum ich bin:
Ich schieße nicht, man schießt mich.
Und trag' ich Frucht? Ich glaube kaum;
auch bin ich nicht verwurzelt.
Ich bin nur noch ein Purzeltraum,
sobald ich hingepurzelt.«
Jenun, so sprach ich, bester Schatz,
du bist doch klug und siehst uns; --
nun, auch für uns besteht der Satz:
wir schießen nicht, es schießt uns.
Auch Wurzeln treibt man nicht so bald,
und Früchte nun erst recht nicht.
Geh heim in deinen Purzelwald,
und lästre dein Geschlecht nicht.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Rabe Ralf

Der Rabe Ralf
will will hu hu
dem niemand half
still still du du
half sich allein
am Rabenstein
will will still still
hu hu
Die Nebelfrau
will will hu hu
nimmt's nicht genau
still still du du
sie sagt nimm nimm
's ist nicht so schlimm
will will still still
hu hu
Doch als ein Jahr
will will hu hu
vergangen war
still still du du
da lag im Rot
der Rabe tot,
will will still still
du du
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Schaukelstuhl
  auf der verlassenen Terrasse.

»Ich bin ein einsamer Schaukelstuhl
und wackel im Winde, im Winde.
Auf der Terrasse, da ist es kuhl,
und ich wackel im Winde, im Winde.
Und ich wackel und nackel den ganzen Tag.
Und es nackelt und rackelt die Linde
Wer weiß, was sonst wohl noch wackeln mag
		-- Christian Morgenstern
%
  Unter Schwarzkünstlern

Eines Mittags las man:
»Pfiffe zu mieten gesucht!
Hundertweis, zu jedem Preis!
Victor Emanuel Wasmann!«
Um sechs Uhr kam der erste Pfiff
von einem alten Kohlenschiff.
Um acht Uhr waren's tausend schon.
Um neun Uhr eine halbe Million.
Victor Emanuel Wasmann schlug
die Türe zu: Nun ist's genug!
Hört zu, ihr Pfiffe!
Ich habe einen Feind (hört! hört!),
der mir des nachts die Ruhe stört, -
auf den sollt ihr marschieren!
Er hat Gelächter angestellt,
die schickt er nachts mir an mein Bett,
da hocken sie auf der Decke,
mit Flügeln weiß und Flügeln rot,
und krähn und flattern mich zu Tod. --
Doch alles hat sein Ende.
Die Pfiffe pfiffen wie Ein Mann;
empfingen ihren Sold sodann.
(Ein Schusterjungenpfiff sogar
bot Wasmann sich als Bravo dar.)
Drauf ließ er sie durchs Ofenloch..
Doch lange stand er brütend noch,
schrieb Zeichen, hob die Hand und schwur,
ein schwarzer Meister der Natur..
*
Bald nach diesem ging
ein Herr Axel Ring
kurzerhand
außer Land. --
Wasmann hatte gesiegt.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Seufzer

Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis
und trämte von Liebe und Freude.
Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß
glänzten die Stadtwallgebäude.
Der Seufzer dacht' an ein Maidelein
und blieb erglühend stehen.
Da schmolz die Eisbahn unter ihm --
und er sank -- und ward nimmer gesehen.
		-- Christian Morgenstern
%
  Galgenbruders Lied an Sophie, die Henkersmaid

Sophie, mein Henkersmädel,
komm, küsse mir den Schädel!
Zwar ist mein Mund
ein schwarzer Schlund --
doch du bist gut und edel!
Sophie, mein Henkersmädel,
komm, streichle mir den Schädel!
Zwar ist mein Haupt
des Haars beraubt --
doch du bist gut und edel!
Sophie, mein Henkersmädel,
komm, schau mir in den Schädel!
Die Augen zwar,
sie fraß der Aar --
doch du bist gut und edel!
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Tanz

Ein Vierviertelschwein und eine Auftakteule
trafen sich im Schatten einer Säule,
die im Geiste Ihres Schöpfers stand.
Und zum Spiel der Fiedelbogenpflanze
reichten sich die zwei zum Tanze
Fuß und Hand.
Und auf seinen dreien rosa Beinen
hüpfte das Vierviertelschwein graziös,
und die Auftakteul' auf ihrem einen
wiegte rhythmisch ihr Gekrös.
Und der Schatten fiel,
und der Pflanze Spiel
klang verwirrend melodiös.
Doch des Schöpfers Hirn war nicht von Eisen,
und die Säule schwand, wie sie gekommen war;
und so mußte denn auch unser Paar
wieder in sein Nichts zurücke reisen.
Einen letzten Strich
tat der Geigerich-
und dann war nichts weiter zu beweisen.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Traum der Magd

Am Morgen spricht die Magd ganz wild:
Ich hab heut nacht ein Kind gestillt --
ein Kind mit einem Käs als Kopf --
und einem Horn am Hinterschopf!
Das Horn, o denkt euch, war aus Salz
und ging zu essen, und dann --
»Halt's --
halt's Maul!« so spricht die Frau, »und geh
an deinen Dienst, Zä-zi-li-é!«
		-- Christian Morgenstern
%
                                Die Trichter

                   Zwei Trichter wandeln durch die Nacht.
                    Durch ihres Rumpfs verengten Schacht
                          fließt weißes Mondlicht
                              still und heiter
                                 auf ihren
                                  Waldweg
                                   U. S.
                                     W.
		-- Christian Morgenstern
%
  Unter Zeiten

Das Perfekt und das Imperfekt
tranken Sekt.
Sie stießen aufs Futurum an
(was man wohl gelten lassen kann).
Plusquamper und Exaktfutur
blinzten nur.
		-- Christian Morgenstern
%
  Geiß und Schleiche

Die Schleiche singt ihr Nachtgebet,
die Waldgeiß staundend vor ihr steht.
Die Waldgeiß schüttelt ihren Bart,
wie ein Magister Hochgelahrt.
Sie weiß nicht, was die Schleiche singt,
sie hört nur, daß es lieblich klingt.
Die Schleiche fällt in Schlaf alsbald.
Die Geiß geht sinnend durch den Wald.
		-- Christian Morgenstern
%
       Der Werwolf
Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!
  Der Dorfschulmeister stieg hinauf
  auf seines Blechschilds Messingknauf
  und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
  geduldig kreuzte vor dem Toten:
"Der Werwolf" -- sprach der gute Mann,
"des Weswolfs", Genitiv sodann,
"dem Wemwolf", Dativ, wie man's nennt,
"den Wenwolf", -- "damit hat's ein End".
  Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
  er rollte seine Augenbälle.
  Indessen, bat er, füge doch
  zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!
Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb's in großer Schar,
doch "Wer" gäb's nur im Singular.
  Der Wolf erhob sich tränenblind --
  er hatte ja doch Weib und Kind!!
  Doch da er kein Gelehrter eben,
  so schied er dankend und ergeben.

		-- Christian Morgenstern
%
       Die Werwölfe

Doch als er so nach Hause kam
ward seine Frau mit ihm ganz gram.
"Was!", rief sie aus, "die Mehrzahl fehlt?
Das kann nicht sein! Wie mich das quält!
  Du hast den falschen Mann gefragt,
  der dumm geblieben bis in's Grab.
  Sofort zurück zum nächsten Ort,
  erneut gefragt und dann Rapport!"
Der Werwolf also schlich bekümmert
erneut zum Friedhof als es dämmert.
Dort findet er nach langem Suchen
das Grab von Meister Konrad Duden.
  Verneigt sich dort und bittet höflich
  um Beugung seiner Frau (falls möglich).
  Und auch sein Kind. - Sie all' mit Bangen
  nach Beugung Plural sie verlangen.
Zunächst Herr Duden ist empört,
im Grabe fühlt er sich gestört.
Doch als er das Problem vernommen,
ist Mitleid über ihn gekommen.
  Er legt die blasse Stirn in Falten,
  wirkt freundlich, nicht mehr ungehalten
  und spricht nach kurzer Überlegung
  (nicht ohne innere Erregung):
"Sag' deinem Weib und deinem Kind,
wo drei Werwölf zusammen sind
und Beugung aller drei erbeten,
ein Plural ist wie folgt vonnöten:
  Die Werwölfe", hob er dann an,
  "der Weswölfe, die folgen dann.
  Den Wemwölfen - man sieht sie selten,
  die Wenwölfe, als Spuk sie gelten."
Der Werwolf dankte hocherfreut
und rannte heim zu seiner Meut'.
Und seitdem feiern jedes Jahr
die Werwölfe auch im Plural.

		-- Udo Bahntje (Nachfahre Christian Morgensterns zu dessen Werwolf)
%
  Die Weste

Es lebt in Süditalien eine Weste
an einer Kirche dämmrigem Altar.
Versteht mich recht: Noch dient sie Gott aufs beste.
Doch wie in Adam schon Herr Häckel war,
(zum Beispiel bloß), so stockt in diesem Reste
Brokat voll Silberblümlein wunderbar
schon heut der krause Übergang verborgen
vom Geist von gestern auf den Wanst von morgen.
		-- Christian Morgenstern
%
  Die Westküsten

Die Westküsten traten eines Tages zusammen
und erklärten, sie seien keine Westküsten,
weder Ostküsten noch Westküsten-
»daß sie nicht wüßten!«
Sie wollten wieder ihre Freiheit haben
und für immer das Joch des Namens abschütteln,
womit eine Horde von Menschenbütteln
sich angemaßt habe, sie zu begaben.
Doch wie sich befreien, wie sich erretten
aus diesen widerwärtigen Ketten?
Ihr Westküsten, fing eine an zu spotten,
gedenkt ihr den Menschen etwan auszurotten?
Und wenn schon! rief eine andre schrill.
Wenn ich seine Magd nicht mehr heißen will? --
Dann blieben aber immer noch die Atlanten --
meinte eine von den asiatischen Tanten.
Schließlich, wie immer in solchen Fällen,
tat man eine Resolution aufstellen.
FünfhundertTintenfische wurden aufgetrieben,
und mit ihnen wurde folgendes geschrieben;
Wir Westküsten erklären hiermit einstimmig,
daß es uns nicht gibt, und zeichnen hoch-achtungsvoll:
Die vereinigten Westktüsten der Erde.-
Und nun wollte man, daß dies verbreitet werde.
Sie riefen den Walfisch, doch er tat's nicht achten;
sie riefen die Möwen, doch die Möwen lachten;
sie riefen die Wolke, doch die Wolke vernahm nicht;
sie riefen ich weiß nicht was, doch ich weiß nicht was kam nicht
Ja, wieso denn, wieso? schrie die Küste von Ecuador:
Wärst du etwa kein Walfisch, du grober Tor?
Sehr richtig, sagte der Walfisch mit vollkommener Ruh:
Dein Denken, liebe Küste, dein Denken macht mich erst dazu.
Da war's den Küsten, als säh'n sie sich im Spiegel;
ganz seltsam erschien ihnen plötzlich Ihr Gewiegel.
Still schwammen sie heim, eine jede nach ihrem Land.
Und die Resolution, die blieb unversandt.
		-- Christian Morgenstern
%
  Das
ästhetische
Wiesel

Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
Inmitten Bachgeriesel.
Wißt ihr
weshalb?
Das Mondkalb
verriet es mir
Im Stillen:
Das raffinier-
te Tier
tat's um des Reimes willen.
		-- Christian Morgenstern
%
  Der Würfel

Ein Würfel sprach zu sich: Ich bin
mir selbst nicht völlig zum Gewinn!
Denn meines Wesens sechste Seite,
und sei es auch Ein Auge bloß
sieht immerdar statt in die Weite,
der Erde ewig dunklen Schoß.
Als dies die Erde, drauf er ruhte,
vernommen, ward ihr schlimm zu Mute.
Du Esel, sprach sie, ich bin dunkel,
weil dein Gesäß mich just bedeckt!
Ich bin so licht wie ein Karfunkel,
sobald du dich hinweggefleckt.
Der Würfel, innerlichst beleidigt,
hat sich nicht weiter drauf verteidigt.
		-- Christian Morgenstern
%
  Die Beichte des Wurms

Es lebt in einer Muschel
ein Wurm gar seltner Art;
der hat mir mit Getusches
sein Herze offenbart.
Sein armes kleines Herze,
hei, wie das flog und schlug!
Ihr denket wohl, ich scherze?
Ach, denket nicht so klug.
Es lebt in einer Muschel
ein Wurm gar seltner Art;
der hat mir mit Getuschel.
sein Herze offenbart.
		-- Christian Morgenstern
%
  Die zwei Wurzeln

Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.
Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.
Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.
Die eine sagt: knig. Die andre sagt: knag.
Das ist genug für einen Tag.
		-- Christian Morgenstern
%
       Der Zwölf-Elf
Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:
Da schlägt es Mitternacht im Land.
Es lauscht der Teich mit offnem Mund
Ganz leise heult der Schluchtenhund.
Die Dommel reckt sich auf im Rohr
Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.
Der Schneck horcht auf in seinem Haus
Desglelchen die Kartoffelmaus.
Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast
auf einem windgebrochnen Ast-
Sophie, die Maid, hat ein Gesicht:
Das Mondschaf geht zum Hochgericht.
Die Galgenbrüder wehn im Wind.
Im fernen Dorfe schreit ein Kind.
Zwei Maulwürf küssen sich zur Stund
als Neuvermählte auf den Mund.
Hingegen tief im finstern Wald
ein Nachtmahr seine Fäuste ballt:
Dieweil ein später Wanderstrumpf
sich nicht verlief in Teich und Sumpf.
Der Rabe Ralf ruft schaurig: »Kra!
Das End ist da! Das End ist da!«
Der Zwölf-Elf senkt die linke Hand:
Und wieder schläft das ganze Land.
		-- Christian Morgenstern
%
      Der Glaube
Eines Tags bei Kohlhasficht
sah man etwas Wunderbares.
Doch daß zweifellos und wahr es,
dafür bürgt das Augenlicht.
  Nämlich standen dort zwei Hügel,
  höchst solid und wohl bestellt;
  einen schmückten Windmühlflügel
  und den andern ein Kornfeld.
Plötzlich eines Tags um viere
wechselten die Plätze sie;
furchtbar brüllten die Dorfstiere,
und der Mensch fiel auf das Knie.
  Doch der Bauer Anton Metzer,
  weit berühmt als frommer Mann,
  sprach: »Ich war der Landumsetzer,
  zeigt mich nur dem Landrat an.
Niemand anders als mein Glaube
hat die Berge hier versetzt.
Daß sich keiner was erlaube:
Denn ich fühle stark mich jetzt.«
  Aller Auge stand gigantisch
  offen, als er dies erzählt.
  Doch das Land war protestantisch,
  und in Dalldorf starb ein Held.

		-- Christian Morgenstern
%
   Gruselett

Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert,
und grausig gutzt der Golz.

		-- Christian Morgenstern
%
    Die Kugeln

Palmström nimmt Papier aus seinem Schube.
Und verteilt es kunstvoll in der Stube.

Und nachdem er Kugeln draus gemacht.
Und verteilt es kunstvoll, und zur Nacht.

Und verteilt die Kugeln so (zur Nacht),
daß er, wenn er plötzlich nachts erwacht,

daß er, wenn er nachts erwacht, die Kugeln
knistern hört und ihn ein heimlich Grugeln

packt (daß ihn dann nachts ein heimlich Grugeln
packt) beim Spuk der packpapiernen Kugeln ...

		-- Christian Morgenstern
%
    Der Schnupfen

Ein Schnupfen hockt auf der Terasse,
auf daß er sich ein Opfer fasse

- und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.

Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!"
und hat ihn drauf bis Montag früh.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Elster

Ein Bach, mit Namen Elster, rinnt
durch Nacht und Nebel und besinnt
inmitten dieser stillen Handlung
sich seiner einstigen Verwandlung,
die ihm vor mehr als tausend Jahren
von einem Magier widerfahren.

Und wie so Nacht und Nebel weben,
erwacht in ihm das alte Leben,
Er fährt in eine in der Nähe
zufällig eingeschlafene Krähe
und fliegt, dieweil sein Bett verdorrt,
wie dermaleinst als Vogel fort.

		-- Christian Morgenstern
%
  Entwurf zu einem Trauerspiele

Ein Fluß, namens Elster,
besinnt sich auf seine wahre Gestalt
und fliegt eines Abends
einfach weg.

Ein Mann, namens Anton,
erblickt ihn auf seinem Acker und schießt
ihn mit seiner Flinte
einfach tot.

Das Tier, namens Elster,
bereut zu spät seine selbstische 'Tat
(denn - Wassersnot tritt
einfach ein).

Der Mann, namens Anton,
(und das ist leider kein Wunder) weiß
von seiner Mitschuld
einfach nichts.

Der Mann, namens Anton,
(und das versöhnt in einigem Maß)
verdurstet gleichwohl
einfach auch.

		-- Christian Morgenstern
%
  Es ist Nacht

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

		-- Christian Morgenstern
%
  Gespenst

Es gibt ein Gespenst,
das frißt Taschentücher;
Es begleitet dich
auf deiner Reise,
es frißt dir aus dem Koffer,
aus dem Bett,
aus dem Nachttisch,
wie ein Vogel
aus der Hand,
vieles weg, -
nicht alles, nicht auf ein Mal.
Mit achtzehn Tüchern,
stolzer Segler,
fuhrst du hinaus
aufs Meer der Fremde,
mit acht bis sieben
kehrst du zurück,
ein Gram der Hausfrau.

		-- Christian Morgenstern
%
  Gruselett

Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert,
und grausig gutzt der Golz.

		-- Christian Morgenstern
%
  Palmström legt des Nachts sein Chronometer

Palmström legt des Nachts sein Chronometer,
um sein lästig Ticken nicht zu hören,
in ein Glas mit Opium oder Äther.

Morgens ist die Uhr dann ganz 'herunter'.
Ihren Geist von neuem zu beschwören,
wäscht er sie mit schwarzem Mokka munter.

		-- Christian Morgenstern
%
  Zäzilie

Zäzilie soll die Fenster putzen,
sich selbst zum Gram, jedoch dem Haus zum Nutzen.

"Durch meine Fenster muß man," spricht die Frau,
"so durchsehn können, daß man nicht genau,
erkennen kann, ob dieser Fenster Glas
Glas oder bloße Luft ist. Merk dir das."
Zäzilie ringt mit allen Menschen-Waffen ...
Doch Ähnlichkeit mit Luft ist nicht zu schaffen.
Zuletzt ermannt sie sich mit einem Schrei -
und schlägt die Fenster allesamt entzwei!
Dann säubert sie die Rahmen von den Resten,
und ohne Zweifel ist es so am besten.
Sogar die Dame spricht zunächst verdutzt:
"So hat Zäzilie ja noch nie geputzt"

Doch alsobald ersieht man, was geschehn,
und sagt einstimmig: "Diese Magd muß gehn!"

		-- Christian Morgenstern
%
  Auf dem Fliegenplaneten

Auf dem Fliegenplaneten,
da geht es dem Menschen nicht gut:
Denn was er hier der Fliege,
die Fliege dort ihm tut.

An Bändern voll Honig kleben
die Menschen dort allesamt,
und andere sind zum Verleben
in süßliches Bier verdammt.

In einem nur scheinen die Fliegen
dem Menschen vorauszustehn:
Man bäckt uns nicht in Semmeln,
noch trinkt man uns aus Versehn.

		-- Christian Morgenstern
%
Der Träumer

Palmström stellt ein Bündel Kerzen
auf des Nachttischs Marmorplatte
und verfolgt es beim Zerschmelzen.

Seltsam formt es ein Gebirge
aus herabgefloßner Lava,
bildet Zotteln, Zungen, Schnecken.

Schwankend über dem Gerinne
stehn die Dochte mit den Flammen
gleichwie goldene Zypressen.

Auf den weißen Märchenfelsen
schaut des Träumers Auge Scharen
unverzagter Sonnenpilger.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Enten laufen Schlittschuh

Die Enten laufen Schlittschuh
auf ihrem kleinen Teich.
Wo haben sie denn die Schlittschuh her -
sie sind doch gar nicht reich?

Wo haben sie denn die Schlittschuh her?
Woher? Vom Schlittschuhschmied!
Der hat sie ihnen geschenkt, weißt du,
für ein Entenschnatterlied.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Nabelschnur

Auch der Kaufmann hier in Babel
ist ein heimlicher Feldwabel,
treibt's in seinen Auslagscheiben,
wie's die Tempelhofer treiben,
  läßt die Waren aufmarschieren,
  sich in Reih und Glied formieren,
  rechts Console, links Console,
  mittendrin Tablett mit Bowle.
Weiter vorn am Rand der Rampe
links ne Lampe, rechts ne Lampe.
Oben in der Mitte Gips
und im Halbkreis unten Nippes.
  Steht so alles stramm gefüget,
  hat er seiner Pflicht genüget
  und beim Zwölfuhr-Wache-Schritt
  klirn sein Fenster lustig mit.
Ja, es trägt in diesem Babel
jeder noch die Schnur am Nabel,
welche zu dem Korporal
führt von anno dazumal.

		-- Christian Morgenstern
%
  Das Polizeipferd

Palmström führt ein Polizeipferd vor.
Dieses wackelt mehrmals mit dem Ohr
und berechnet den ertappten Tropf
logarhythmisch und auf Spitz und Knopf.

Niemand wagt von nun an einen Streich:
denn der Gaul berechnet ihn sogleich.
Offensichtlich wächst im ganzen Land
menschliche Gesittung und Verstand.

		-- Christian Morgenstern
%
  Von dem großen Elefanten

Kennst du den großen Elefanten,
du weißt, den Onkel von den Tanten,
den ganz ganz großen, weißt du, der -
der immer so macht, hin und her.

Der läßt dich nämlich vielmals grüßen,
er hat mit seinen eignen Füßen
hineingeschrieben in den Sand:
Grüß mir Sophiechen Windelband!

Du darfst mir ja nicht drüber lachen.
Wenn Elefanten so was machen,
so ist dies selten, meiner Seel!
Weit seltner als bei dem Kamel.

		-- Christian Morgenstern
%
  Der Sperling und das Känguruh

In seinem Zaun das Känguruh -
es hockt und guckt dem Sperling zu.

Der Sperling sitzt auf dem Gebäude -
doch ohne sonderliche Freude.

Vielmehr, er fühlt, den Kopf geduckt,
wie ihn das Känguruh beguckt.

Der Sperling sträubt den Federflaus -
die Sache ist auch gar zu kraus.

Ihm ist, als ob er kaum noch säße.
Wenn nun das Känguruh ihn fräße?!

Doch dieses dreht nach einer Stunde
den Kopf aus irgend einem Grunde,

vielleicht auch ohne tiefern Sinn,
nach einer andern Richtung hin.

		-- Christian Morgenstern
%
  Das Auge der Maus

Das rote Auge einer Maus
lugt aus dem Loch heraus.

Es funkelt durch die Dämmerung.
Das Herz gerät in Hämmerung.

"Das Herz von wem?" Das Herz von mir!
Ich sitze nämlich vor dem Tier.

O Seele, denk an diese Maus!
Alle Dinge sind voll Graus.

		-- Christian Morgenstern
%
  Nachtbild

Es horcht ein Hofhund hinterm Zaun -
("Achtung! Hunde!")
Es horcht ein Hofhund hinterm Zaun
zur mitternächtigen Stunde.
Mit glühenden Augen steht der Hund
an einem Möbelwagen.
Der Mensch ist fort. Die Nacht ist rund
mit Sternen ausgeschlagen.

		-- Christian Morgenstern
%
  Kleine Geschichte

Litt einst ein Fähnlein große Not,
halb war es gelb, halb war es rot
und wollte gern zusammen
zu einer lichten Flammen.

Es zog sich, wand sich, wellte sich,
es knitterte, es schnellte sich -
umsonst! es mocht nicht glücken,
die Naht zu überbrücken.

Da kam ein Wolkenbruch daher
und wusch das Fähnlein kreuz und quer,
daß Rot und Gelb, zerflossen,
voll Inbrunst sich genossen.

Des Fähnleins Herren freilich war
des Vorgangs Freudigkeit nicht klar -
indes, die sich besaßen,
nun alle Welt vergaßen.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die zwei Parallelen

Es gingen zwei Parallelen
ins Endlose hinaus,
zwei kerzengerade Seelen
und aus solidem Haus.
  Sie wollten sich nicht schneiden
  bis an ihr seliges Grab:
  Das war nun einmal der beiden
  geheimer Stolz und Stab.
Doch als sie zehn Lichtjahre
gewandert neben sich hin,
da wards dem einsamen Paare
nicht irdisch mehr zu Sinn.
  Warn sie noch Parallelen?
  Sie wußtens selber nicht, -
  sie flossen nur wie zwei Seelen
  zusammen durch ewiges Licht.
Das ewige Licht durchdrang sie,
da wurden sie eins in ihm;
die Ewigkeit verschlang sie
als wie zwei Seraphim.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

		-- Christian Morgenstern
%
  Der Ästhet

Wenn ich sitze, will ich nicht
sitzen, wie mein Sitz-Fleisch möchte,
sondern wie mein Sitz-Geist sich,
säße er, den Stuhl sich flöchte.

Der jedoch bedarf nicht viel,
schätzt am Stuhl allein den Stil,
überläßt den Zweck des Möbels
ohne Grimm der Gier des Pöbels.

		-- Christian Morgenstern
%
  Mägde am Sonnabend

Sie hängen sie an die Leiste,
die Teppiche klein und groß,
sie hauen, sie hauen im Geiste
auf ihre Herrschaft los.

Mit einem wilden Behagen,
mit wahrer Berserkerwut,
für eine Woche voll Plagen
kühlen sie sich den Mut.

Sie hauen mit splitternden Rohren
im infernalischen Takt.
Die vorderhäuslichen Ohren
nehmen davon nicht Akt.

Doch hinten jammern, zerrissen
im Tiefsten, von Hieb und Stoß,
die Läufer, die Perserkissen
und die dicken deutschen Plumeaus.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Vogelscheuche

Die Raben rufen: "Krah, krah, krah!
Wer steht denn da, wer steht denn da?
Wir fürchten uns nicht, wir fürchten uns nicht
vor dir mit deinem Brillengesicht.

Wir wissen ja ganz genau,
du bist nicht Mann, du bist nicht Frau.
Du kannst ja nicht zwei Schritte gehn
und bleibst bei Wind und Wetter stehn.

Du bist ja nur ein bloßer Stock,
mit Stiefeln, Hosen, Hut und Rock.
Krah, krah, krah!"

		-- Christian Morgenstern
%
  Das Geierlamm

Der Lämmergeier ist bekannt,
das Geierlamm erst hier genannt.

Der Geier, der ist offenkundig,
das Lamm hingegen untergrundig.

Es sagt nicht hu, es sagt nicht mäh
und frißt dich auf aus nächster Näh.

Und dreht das Auge dann zum Herrn.
Und alle habens herzlich gern.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Windhosen

Beim Windhosenschneider Amorf
erstehen sich Palmström und Korf
zwei Windbeinkleider aus best-
empfohlenem Nordnordwest.

So angetan wirbeln sie quer
und kreuz über Festland und Meer
und fassen die Schurken beim Schopf
und lassen die Guten beim Topf.

Der Wetterwart schaut sie und stutzt:
Zum ersten Mal sieht er verdutzt,
was sonst rein phänomenal,
im Dienst einer klaren Moral.

		-- Christian Morgenstern
%
  Fips

Ein kleiner Hund mit Namen Fips
erhielt vom Onkel einen Schlips
aus gelb und roter Seide.

Die Tante aber hat, o denkt,
ihm noch ein Glöcklein drangehängt
zur Aug- und Ohrenweide.

Hei, war der kleine Hund da stolz.
Das merkt sogar der Kaufmann Scholz
im Hause gegenüber.

Den grüßte Fips sonst mit dem Schwanz;
jetzt ging er voller Hoffart ganz
an seiner Tür vorüber.

		-- Christian Morgenstern
%
  Der Papagei

Es war einmal ein Papagei,
der war beim Schöpfungsakt dabei
und lernte gleich am rechten Ort
des ersten Menschen erstes Wort.

Des Menschen erstes Wort war A
und hieß fast alles, was er sah,
z.B. Fisch, z. B. Brot,
z.B. Leben oder Tod.

Erst nach Jahrhunderten voll Schnee
erfand der Mensch zum A das B
und dann das L und dann das Q
und schließlich noch das Z dazu.

Gedachter Papagei indem
ward älter als Methusalem,
bewahrend treu in Brust und Schnabel
die erste menschliche Vokabel.

Zum Schlusse starb auch er am Zips.
Doch heut noch steht sein Bild in Gips,
geschmückt mit einem grünen A,
im Staatsschatz zu Ekbatana.

		-- Christian Morgenstern
%
      Bahn frei!
Nur müßt ihr mich nicht halten wollen,
wenn die Rosse der Phantasie
vor meiner Geißel dahinrasen!
Wehe dem Schurken,
der mir in die Zügel fällt, -
siebenmal schleif ich ihn
um den Bezirk
meiner Welt.
Wehe vor allem dem Rezensenten,
der mir
mit höchst ungriechischem Feuer
den Weg bedräut.
Meine Peitsche ist länger noch
als seine Ohren,
von stärkerem Leder
als seine Hirnhaut,
die Schnur noch gespaltner
als seine Zunge.
Bahn frei!
Kurz ist zur Fahrt die Zeit.
Springt mit herauf,
wenn's euch lüstet!
Tausend gewähr ich Platz,
hier an den Mähnen,
hier an den Schweifen,
hier auf den Rücken der Rosse,
und hier oben bei mir
auf dem Wagen
weiteren tausend.
Herauf, Freunde!
Sturm um die Stirn,
Sonnen im Aug,
so laßt uns jauchzend
die tausendundein Weltwege
durchbrausen.
		-- Christian Morgenstern
%
  Die wirklich praktischen Leute

Es kommen zu Palmström heute
die wirklich praktischen Leute,
  die wirklich auf allen Zehen
  im wirklichen Leben stehen.
Sie klopfen ihm auf den Rücken
und sind in sehr vielen Stücken -
  so sagen sie - ganz die Seinen.
  Doch wer, der mit beiden Beinen
im wirklichen Leben stände,
der wüßte doch und befände,
  wie viel, so gut auch der Wille,
  rein idealistische Grille.
Sie schütteln besorgt die Köpfe
und drehn ihm vom Rock die Knöpfe
  und hoffen zu postulieren:
  er wird auch einer der Ihren,
ein Glanzstück erlesenster Sorte,
ein Bürger, mit einem Worte.

		-- Christian Morgenstern
%
  Herr Meier

Herr Meier hält sich für das Maß der Welt.
Verständlich ist allein, was ihm erhellt.

Herr Meier sagt, wozu doch eure Kunst,
wenn nicht für mich! Sonst ist sie eitel Dunst.

Noch mehr, bei weitem mehr: Herr Meier meint,
daß dann die Kunst im Grunde sträflich scheint.

Man muß sich eiligst von Herrn Meier wenden,
um nicht mit Mord und Raserei zu enden.

		-- Christian Morgenstern
%
  Wenn von links mich Feld und Dickicht riefe
und von rechts der Mensch der "bessern Kreise" -

zög ich meinen Hut in aller Tiefe
und begäbe mich zu Fuchs und Meise.

Denn was dort nicht dumm ist, ist verbogen.
Deutsche Bürgerwelt, du bist verlogen.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Behörde

Korf erhält vom Polizeibüro
ein geharnischt Formular,
wer er sei und wie und wo.
  Welchen Orts er bis anheute war,
  welchen Stands und überhaupt,
  wo geboren, Tag und Jahr.
Ob ihm überhaupt erlaubt,
hier zu leben und zu welchem Zweck,
wieviel Geld er hat und was er glaubt.
  Umgekehrten Falls man ihn vom Fleck
  in Arrest verführen würde, und
  drunter steht: Borowsky, Heck.
Korf erwidert darauf kurz und rund:
"Einer hohen Direktion
stellt sich, laut persönlichem Befund,
  untig angefertigte Person
  als nichtexistent im Eigen-Sinn
  bürgerlicher Konvention
vor und aus und zeichnet, wennschonhin
mitbedauernd nebigen Betreff,
Korf. (An die Bezirksbehörde in -.)"
  Staunend liests der anbetroffne Chef.

		-- Christian Morgenstern
%
  Der fromme Riese

Korf lernt einen Riesen kennen,
dessen Frau ihm alles in den Mund gibt,
was sie nicht mag.
  Nacht und Tag,
  wenn sie ihm solchen Willen kundgibt,
  sieht man ihn seine Lippen geduldig trennen
und vorsichtig hinter sein Zahngehege
alles schieben, was seiner Frau im Wege.
  Und es ist ihr viel im Wege, der Frau.
  Ganz unmöglich wäre, zu sagen genau,
was von Mücke bis Mammut gewissermaßen
ihr mißfällt. Man findet da ganze Straßen,
ganze Städte voll Menschen, man findet Gärten,
  Flüsse, Berge neben Perücken, Bärten,
  Stöcken, Tellern, Kleidern; mit einem Worte:
  eine Welt versammelt sich an gedachtem Orte.
v. Korf mißfällt und wird von dem frommen
Riesengatten still in den Mund genommen.
  Und nur, weil er ein "Geist", wie schon beschrieben,
  ist er nicht in diesem Gelaß verblieben.

		-- Christian Morgenstern
%
    Korfs Verzauberung
Korf erfährt von einer fernen Base,
einer Zauberin,
die aus Kräuterschaum Planeten blase,
und er eilt dahin,
eilt dahin gen Odelidelase,
zu der Zauberin.
  Findet wandelnd sie auf ihrer Wiese,
  fragt sie, ob sie sei,
  die aus Kräuterschaum Planeten bliese,
  ob sie sei die Fei,
  sei die Fei von Odeladelise.
  Ja, sie sei die Fei!
Und sie reicht ihm willig Krug und Ähre,
und er bläst den Schaum,
und sieh da, die wunderschönste Sphäre
wölbt sich in den Raum,
wölbt sich auf, als obs ein Weltball wäre,
nicht nur Schaum und Traum.
  Und die Kugel löst sich los vom Halme,
  schwebt gelind empor,
  dreht sich um und mischt dem Sphärenpsalme,
  mischt dem Sphärenchor
  Töne, wie aus ferner Hirtenschelme,
  dringen sanft hervor.
In dem Spiegel aber ihrer Runde
schaut v. Korf beglückt,
was ihm je in jeder guten Stunde
durch den Sinn gerückt:
Seine Welt erblickt mit offnem Munde
Korf entzückt.
  Und er nennt die Base seine Muse,
  und sieh da! sieh dort!
  Es erfaßt ihn was an seiner Bluse
  und entführt ihn fort,
  führt ihn fort aus Odeladeluse
  nach dem neuen Ort.
   -- Christian Morgenstern
%

    Ausflug mit der Eisenbahn
Puff-puff Eisenbahn -
jetzt fahren wir nach Wiesenplan!
  Wiesenplan, das ist die Stadt,
  die den Kohlweißling zum Bürger hat.
Der Kohlweißling bewohnt ein Haus,
das sieht wie eine Glocke aus -
  wie eine Glockenblume blau!
  Da wohnt der Kohlweißling mit seiner Frau.
Und weht der Wind, macht die Glocke kling, kling,
und da freuen sich Herr und Frau Schmetterling.
  Puff-puff Eisenbahn!
  Jetzt fahren wir wieder aus Wiesenplan
hinaus, hinaus, dem Walde zu ...
wohin? wohin? ... Nach - Quellwaldruh!
  Der Bahnwärter von Quellwaldruh,
  das ist ein Frosch und quakt dazu.
"Quak, quak, aussteigen! quak!
in Quellwaldruh ist heut Ostertag!
  In Quellwaldruh ist heut Osterfeier,
  da versteckt der Osterhas bunte Eier!
Rote und gelbe und allerlei,
und das Suchen steht allen Fahrgästen frei!
  Quak, quak, quak! Guten Tag!"
  Guten Tag! Schönen Dank! Herr Bahnwärter Quak!
Und jetzt wollen wir unter den Eichen und Buchen
und Tannen und Birken die Ostereier suchen!
  Und im Moos und unter den großen Wurzeln,
  darüber die kleinen Kinder purzeln.
Nicht wahr? Und haben wir alle gefunden
und in unsre Sacktücher eingebunden,
  dann fahren wir am Abend wieder nach Haus
  und packen das Wunder vor Großmutter aus! -
    -- Christian Morgenstern
%
  Waldmärchen

Es lebt ein Ries' im Wald,
der hat ein Ohr so groß,
wenn da ein Donner schallt,
ist's ihm ein Jucken bloß.

Er macht so mit der Hand,
als wie nach einer Hummel -
sein eigenes Gegrummel
erschreckt das ganze Land.

Und kommt die Regenzeit,
dann schläft er, und es wird
aus seinem Ohr ein Teich,
und dort sitzt dann der Hirt

und tränkt dran seine Schaf;
doch manchmal dreht, o Graus,
der Ries' sich um im Schlaf -
und dann ist alles aus.

		-- Christian Morgenstern
%
  Der Leu

Auf einem Wandkalenderblatt
ein Leu sich abgebildet hat.

Er blickt dich an, bewegt und still,
den ganzen 17. April.

Wodurch er zu erinnern liebt,
daß es ihn immerhin noch gibt.

		-- Christian Morgenstern
%
       Der Sündfloh

Als schauerlich und grausenvoll
die Sündflut um die Berge schwoll,
kam noch im siebenten Moment
ein junger Floh herzugerennt.

Doch da das obligate Paar
von Flöhen schon im Kasten war,
so mußte Noah ihn bestimmen,
ins nasse Grab zurückzuschwimmen.

Voll Eifer gleichfalls protestierten
die beiden, die bereits logierten,
weil - riefen sie (besonders er) -
ein dritter nicht gestattet wär.

Der Sündfloh (denn er war es) blieb,
obschon verborgen wie ein Dieb -
und zwar (trotz Jahwen in der Höhe)
von einem der zwei beiden Flöhe.

Von welchem braucht man nicht zu sagen.
Doch ward hierdurch aus Vorzeittagen
das Dreieck, von dem Ibsen schreibt,
der Neuzeit wieder einverleibt.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die beiden Esel

Ein finstrer Esel sprach einmal
zu seinem ehlichen Gemahl:

"Ich bin so dumm, du bist so dumm,
wir wollen sterben gehen, kumm!"

Doch wie es kommt so öfter eben:
Die beiden blieben fröhlich leben.

		-- Christian Morgenstern
%
  Eine Stimmung aus dem vierten Kreis

Zwei Hände, die so weiß, so weiß
als wie ein schlohweiß Laken,
vereinten sich im vierten Kreis,
während sie sonst gewohnterweis
in zwei verschiednen Taschen staken.

Sie zitterten, jedoch nur leis,
als ob sie vor sich selbst erschraken,
sie fühlten sich auf fremdem Gleis,
und dennoch taten sie mit Fleiß
sich ineinander haken.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Nähe

Die Nähe ging verträumt umher.
Sie kam nie zu den Dingen selber.
Ihr Antlitz wurde gelb und gelber,
und ihren Leib ergriff die Zehr.

Doch eines Nachts, derweil sie schlief,
da trat wer an ihr Bette hin
und sprach: "Steh auf, mein Kind, ich bin
der kategorische Komparativ!

Ich werde dich zum Näher steigern,
ja, wenn du willst, zur Näherin!" -
Die Nähe, ohne sich zu weigern,
sie nahm auch dies als Schicksal hin.

Als Näherin jedoch vergaß
sie leider völlig, was sie wollte,
und nähte Putz und hieß Frau Nolte
und hielt all Obiges für Spaß.

		-- Christian Morgenstern
%
  Das Löwenreh

Das Löwenreh durcheilt den Wald
und sucht den Förster Theobald.

Der Förster Theobald desgleichen
sucht es durch Pirschen zu erreichen,

und zwar mit Kugeln, deren Gift
zu Rauch verwandelt, wen es trifft.

Als sie sich endlich haben, schießt
er es, worauf es ihn genießt.

Allein die Kugel wirkt alsbald:
Zu Rauch wird Reh nebst Theobald.

Seitdem sind beide ohne Frage
ein dankbares Objekt der Sage.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Tagnachtlampe

Korf erfindet eine Tagnachtlampe,
die, sobald sie angedreht,
selbst den hellsten Tag
in Nacht verwandelt.

Als er sie vor des Kongresses Rampe
demonstriert, vermag
niemand, der sein Fach versteht,
zu verkennen, daß es sich hier handelt -

(Finster wirds am hellerlichten Tag,
und ein Beifallssturm das Haus durchweht.)
(Und man ruft dem Diener Mampe:
"Licht anzünden!") - daß es sich hier handelt

um das Faktum: daß gedachte Lampe,
in der Tat, wenn angedreht,
selbst den hellsten Tag
in Nacht verwandelt.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die zwei Turmuhren

Zwei Kirchturmuhren schlagen hintereinander,
weil sie sonst widereinander schlagen müßten.
Sie vertragen sich wie zwei wahre Christen.
Es wäre dementsprechend zu fragen:
warum nicht auch die Völker
hintereinander statt widereinander schlagen.
Sie könnten doch wirklich ihren Zorn
auslassen, das eine hinten, das andre vorn.
Aber freilich: Kleine Beispiele von Vernunft
änderten noch nie etwas am großen Narreteispiele der Zunft.

		-- Christian Morgenstern
%
  Gleichnis

Palmström schwankt als wie ein Zweig im Wind.
Als ihn Korf befrägt, warum er schwanke,
meint er: weil ein lieblicher Gedanke,
wie ein Vogel, zärtlich und geschwind,
auf ein kleines ihn belastet habe -
schwanke er als wie ein Zweig im Wind,
schwingend noch von der willkommnen Gabe.

		-- Christian Morgenstern
%
  Steine statt Brot

Ja, wenn die ganze Siegesallee
aus Mehl gebacken wäre -
das wäre eine gute Idee,
auf Ehre!

Man spräche zum Hungernden: Iß dich rund
(dein Landesvater will es!)
an Otto dem Faulen, an Siegismund,
an Cicero, an Achilles!

Zu Dank zerflösse bei arm und reich
des Mißvergnügens Wolke:
es wäre geholfen auf einen Streich
dem ganzen deutschen Volke.

Ein Loblied sänge der deutsche Geist
vom Pregel bis zum Rheine.
Gib Kunst, o Fürst, die nährt und speist!
Gib Brot, o Fürst, nicht Steine!

		-- Christian Morgenstern
%
  Muhme Kunkel

Palma Kunkel ist mit Palm verwandt,
doch im übrigen sonst nicht bekannt.
Und sie wünscht auch nicht bekannt zu sein,
lebt am liebsten ganz für sich allein.

Über Muhme Palma Kunkel drum
bleibt auch der Chronist vollkommen stumm.
Nur wo selbst sie aus dem Dunkel tritt,
teilt er dies ihr Treten treulich mit.

Doch sie trat bis jetzt noch nicht ans Licht,
und sie will es auch in Zukunft nicht.
Schon, daß hier ihr Name lautbar ward,
widerspricht vollkommen ihrer Art.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Brille

Korf liest gerne schnell und viel;
darum widert ihn das Spiel
all des zwölfmal unerbetnen
Ausgewalzten, Breitgetretnen.

Meistens ist in sechs bis acht
Wörtern völlig abgemacht,
und in ebensoviel Sätzen
läßt sich Bandwurmweisheit schwätzen.

Es erfindet drum sein Geist
etwas, was ihn dem entreißt:
Brillen, deren Energieen
ihm den Text - zusammenziehen!

Beispielsweise dies Gedicht
läse, so bebrillt, man - nicht!
Dreiunddreißig seinesgleichen
gäben erst - Ein - - Fragezeichen!!

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Mittagszeitung

Korf erfindet eine Mittagszeitung,
welche, wenn man sie gelesen hat,
ist man satt.
Ganz ohne Zubereitung
irgendeiner andern Speise.
Jeder auch nur etwas Weise
hält das Blatt.

		-- Christian Morgenstern
%
      Die Mausefalle
           I
Palmström hat nicht Speck im Haus,
dahingegen eine Maus.
  Korf, bewegt von seinem Jammer,
  baut ihm eine Gitterkammer.
Und mit einer Geige fein
setzt er seinen Freund hinein.
  Nacht ists, und die Sterne funkeln,
  Palmström musiziert im Dunkeln.
Und derweil er konzertiert,
kommt die Maus hereinspaziert.
  Hinter ihr, geheimerweise,
  fällt die Pforte leicht und leise.
Vor ihr sinkt in Schlaf alsbald
Palmströms schweigende Gestalt.
           II
Morgens kommt v. Korf und lädt
das so nützliche Gerät
  in den nächsten, sozusagen
  mittelgroßen Möbelwagen,
den ein starkes Roß beschwingt
nach der fernen Waldung bringt,
  wo in tiefer Einsamkeit
  er das seltne Paar befreit.
Erst spaziert die Maus heraus
und dann Palmström, nach der Maus.
  Froh genießt das Tier der neuen
  Heimat, ohne sich zu scheuen.
Während Palmström, glückverklärt,
mit v. Korf nach Hause fährt.
		-- Christian Morgenstern
%
Der Hecht

Ein Hecht, vom heiligen Anton
bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn,
am vegetarischen Gedanken
moralisch sich emporzuranken.

Er aß seit jenem nur noch dies:
Seegras, Seerose und Seegrieß.
Doch Grieß, Gras, Rose floß, o Graus,
entsetzlich wieder hinten aus.

Der ganze Teich ward angesteckt.
Fünfhunden Fische sind verreckt.
Doch Sankt Antön, gerufen eilig,
sprach nichts als: "Heilig! heilig! heilig!"

		-- Christian Morgenstern
%
Die Lampe

Es steht eine Lampe am weiten Meer.
Wo kommt denn die Lampe, die Lampe her?

Sie trägt ein Reformhemd aus grünem Tang
und steht auf der Insel Fragnichtlang.

Die Lampe, die Lampe, die Lampe, weh,
sie kommt aus der Werweißwosisee!

Da liegt ein Schiff ganz unten kaputt,
und aus seinen Fenstern schaun Molch und Butt.

Die Wellen, die Wellen, die haben sie geschwemmt?
Jetzt träumt sie, den Fuß auf die Küste gestemmt,

in ihrem Reformkleid aus grünem Tang.
Und im Hintergrund, da liegt - Fragnichtlang.

		-- Christian Morgenstern
%
  Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst

Soll i aus meim Hause raus?
Soll i aus meim Hause nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber nit raus?
Hausenitraus -
Hauseraus
Hauseritraus
Hausenaus
Rauserauserauserause.

(Die Schnecke verfängt sich in ihren eigenen Gedanken oder vielmehr
diese gehen mit ihr dermaßen durch, daß sie die weitere Entscheidung
der Frage verschieben muß.)

		-- Christian Morgenstern
%
  Der Vergeß

Er war voll Bildungshung, indes,
soviel er las
und Wissen aß,
er blieb zugleich ein Unverbeß,
ein Unver, sag ich, als Vergeß;
ein Sieb aus Glas,
ein Netz aus Gras,
ein Vielfraß -
doch kein Haltefraß.

		-- Christian Morgenstern
%
  Vormittag am Strand

Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte;
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.

Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis
dicht unter dem durchsonnten Spiegel.

		-- Christian Morgenstern
%
  Wenn es Winter wird

Der See hat eine Haut bekommen,
so daß man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.
  Und nimmst du einen Kieselstein
  und wirfst ihn drauf, so macht es klirr
  und titscher - titscher - titscher - dirr.
  Heißa, du lustiger Kieselstein!
  Er zwitschert wie ein Vögelein
  und tut als wie ein Schwälblein fliegen -
  doch endlich bleibt mein Kieselstein
  ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.
Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.
  Aber bald, aber bald
  werden wir selbst auf eignen Sohlen
  hinausgehn können und den Stein wiederholen.

		-- Christian Morgenstern
%

An meine Taschenuhr

Du schlimme Uhr, du gehst mir viel zu schnell;
und doch - dich schauend, sah ich selber hell.
Unschuldig Räderwerk, was schalt ich dich?
Ich geh zu langsam, ach zu langsam - ich.

		-- Christian Morgenstern
%
  Denkmalswunsch

Setze mir ein Denkmal, cher,
ganz aus Zucker, tief im Meer.

Ein Süßwassersee, zwar kurz,
werd ich dann nach meinem Sturz;

doch so lang, daß Fische, hundert,
nehmen einen Schluck verwundert. -

Diese ißt in Hamburg und
Bremen dann des Menschen Mund. -

Wiederum in eure Kreise
komm ich so auf gute Weise,

während, werd ich Stein und Erz,
nur ein Vogel seinen Sterz

oder gar ein Mensch von Wert
seinen Witz auf mich entleert.

		-- Christian Morgenstern
%
  Segelfahrt

Nun sänftigt sich die Seele wieder
und atmet mit dem blauen Tag,
und durch die auferstandnen Glieder
pocht frischen Bluts erstarkter Schlag.

Wir sitzen plaudernd Seit an Seite
und fühlen unser Herz vereint;
gewaltig strebt das Boot ins Weite,
und wir, wir ahnen, was es meint.

		-- Christian Morgenstern
%
  Es pfeift der Wind

Es pfeift der Wind. Was pfeift er wohl?
Eine tolle, närrische Weise.
Er pfeift auf einem Schlüssel hohl,
bald gellend und bald leise.

Die Nacht weint ihm den Takt dazu
mit schweren Regentropfen,
die an der Fenster schwarze Ruh
ohn End eintönig klopfen.

Es pfeift der Wind. Es stöhnt und gellt.
Die Hunde heulen im Hofe. -
Er pfeift auf diese ganze Welt,
der große Philosophe.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Unterhose

Heilig ist die Unterhose,
wenn sie sich in Sonn und Wind,
frei von ihrem Alltagslose,
auf ihr wahres Selbst besinnt.

Fröhlich ledig der Blamage
steter Souterränität,
wirkt am Seil sie als Staffage,
wie ein Segel leicht gebläht.

Keinen Tropus ihr zum Ruhme
spart des Malers Kompetenz,
preist sie seine treuste Blume
Sommer, Winter, Herbst und Lenz.

		-- Christian Morgenstern
%
  Sprachstudien

Korf und Palmström nehmen Lektionen,
um das Wetter-Wendische zu lernen.
Täglich pilgern sie zu den modernen
Ollendorffschen Sprachlehrgrammophonen.

Dort nun lassen sie mit vielen andern,
welche gleichfalls steile Charaktere
(gleich als obs ein Ziel für Edle wäre),
sich im Wetter-Wendischen bewandern.

Dies Idiom behebt den Geist der Schwere,
macht sie unstet, launisch und cholerisch.
Doch die Sache bleibt nur peripherisch.
Und sie werden wieder - Charaktere.

		-- Christian Morgenstern
%
  Der Papagei

Palma Kunkels Papagei
spekuliert nicht auf Applaus;
niemals, was auch immer sei,
spricht er seine Wörter aus.

Deren Zahl ist ohne Zahl:
denn er ist das klügste Tier,
das man je zum Kauf empfahl,
und der Zucht vollkommne Zier.

Doch indem er streng dich mißt,
scheint sein Zungenglied verdorrt.
Gleichviel, wer du immer bist,
er verrät dir nicht ein Wort.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Zirbelkiefer

Die Zirbelkiefer sieht sich an
auf ihre Zirbeldrüse hin;
sie las in einem Buche jüngst,
die Seele säße dort darin.

Sie säße dort wie ein Insekt
voll wundersamer Lieblichkeit,
von Gottes Allmacht ausgeheckt
und außerordentlich gescheit.

Die Zirbelkiefer sieht sich an
auf ihre Zirbeldrüse hin;
sie weiß nicht, wo sie sitzen tut,
allein ihr wird ganz fromm zu Sinn.

		-- Christian Morgenstern
%
  Erntelied

Wo gestern noch der Felder Meer
gewogt in allen Farben,
steht heut in Reih und Glied ein Heer
festlich gegürteter Garben.

Es will der goldne Heeresbann
vor Frost und Hungers Wüten
das ganze Dorf mit Maus und Mann
bis übers Jahr behüten.

Und liegen die Bataillone erst
im sichern Scheunquartiere,
du fändst, und wenn du der König wärst,
nicht bessre Grenadiere.

		-- Christian Morgenstern
%
  Nach Norden

Palmström ist nervös geworden;
darum schläft er jetzt nach Norden.

Denn nach Osten, Westen, Süden
schlafen, heißt das Herz ermüden.

(Wenn man nämlich in Europen
lebt, nicht südlich in den Tropen.)

Solches steht bei zwei Gelehrten,
die auch Dickens schon bekehrten -

und erklärt sich aus dem steten
Magnetismus des Planeten.

Palmström also heilt sich örtlich,
nimmt sein Bett und stellt es nördlich.

Und im Traum, in einigen Fällen,
hört er den Polarfuchs bellen.

		-- Christian Morgenstern
%
  Die Lämmerwolke

Es blökt eine Lämmerwolke
am blauen Firmament,
sie blökt nach ihrem Volke,
das sich von ihr getrennt.

Zu Bomst das Luftschiff "Gunther"
vernimmts und fährt empor
und bringt die Gute herunter,
die, ach, so viel verlor.

Bei Bomst wohl auf der Weide,
da schwebt sie nun voll Dank,
drei Jungfraun in weißem Kleide,
die bringen ihr Speis und Trank.

Doch als der Morgen gekommen,
der nächste Morgen bei Bomst, -
da war sie nach Schrimm verschwommen,
wohin du von Bomst aus kommst.

		-- Christian Morgenstern
%
      Zukunftssorgen
Korf, den Ahnung leicht erschreckt,
sieht den Himmel schon bedeckt
von Ballonen jeder Größe
und verfertigt ganze Stöße
von Entwürfen zu Statuten
eines Klubs zur resoluten
Wahrung der gedachten Zone
vor der Willkür der Ballone.
  Doch er ahnt schon, ach, beim Schreiben
  seinen Klub im Rückstand bleiben:
  Dämmrig, dünkt ihn, wird die Luft
  und die Landschaft Grab und Gruft.
  Er begibt sich drum der Feder,
  steckt das Licht an (wie dann jeder),
  tritt damit bei Palmström ein,
  und so sitzen sie zu zwein.
Endlich, nach vier langen Stunden,
ist der Alpdruck überwunden.
Palmström bricht zuerst den Bann:
"Korf", so spricht er, "sei ein Mann!
Du vergreifst dich im Jahrzehnt:
Noch wird all das erst ersehnt,
was, vom Geist dir vorgegaukelt,
heut dein Haupt schon überschaukelt."
  Korf entrafft sich dem Gesicht.
  Niemand fliegt im goldnen Licht!
  Er verlöscht die Kerze schweigend.
  Doch dann, auf die Sonne zeigend,
  spricht er: "Wenn nicht jetzt, so einst -
  kommt es, daß du nicht mehr scheinst,
  wenigstens nicht uns, den - grausend
  sag ichs -: unteren Zehntausend!"
Wieder sitzt v. Korf danach
stumm in seinem Schreibgemach
und entwirft Statuten eines
Klubs zum Schutz des Sonnenscheines.
		-- Christian Morgenstern
%
  Scholastikerprobleme
         I
Wieviel Engel sitzen können
auf der Spitze einer Nadel -
wolle dem dein Denken gönnen,
Leser sonder Furcht und Tadel!
  "Alle!" wirds dein Hirn durchblitzen.
  "Denn die Engel sind doch Geister!
  Und ein ob auch noch so feister
  Geist bedarf schier nichts zum Sitzen."
Ich hingegen stell den Satz auf:
Keiner! - Denn die nie Erspähten
können einzig nehmen Platz auf
geistlichen Lokalitäten.
         II
Kann ein Engel Berge steigen?
Nein. Er ist zu leicht dazu.
Menschenfuß und Menschenschuh
bleibt allein dies Können eigen.
  Lockt ihn dennoch dieser Sport,
  muß er wieder sich ver-erden
  und ein Menschenfräulein werden
  etwa namens Zuckertort.
Allerdings bemerkt man immer,
was darin steckt und von wo -
denn ein solches Frauenzimmer
schreitet anders als nur so.
		-- Christian Morgenstern
%
        Das Warenhaus
Palmström kann nicht ohne Post
leben:
Sie ist seiner Tage Kost.
  Täglich dreimal ist er ganz
  Spannung.
  Täglich ists der gleiche Tanz:
Selten hört er einen Brief
plumpen
in den Kasten breit und tief.
  Düster schilt er auf den Mann,
  welcher,
  wie man weiß, nichts dafür kann.
Endlich kommt er drauf zurück,
auf das:
"Warenhaus für Kleines Glück".
  Und bestellt dort, frisch vom Rost
  (quasi):
  ein Quartal - "Gemischte Post"!
Und nun kommt von früh bis spät
Post von
aller Art und Qualität.
  Jedermann teilt sich ihm mit,
  brieflich,
  denkt an ihn auf Schritt und Tritt.
Palmström sieht sich in die Welt
plötzlich
überall hineingestellt.
  Und ihm wird schon wirr und weh.
  Doch es
  ist ja nur das - "W. K. G."
    -- Christian Morgenstern
%
   Das Butterbrotpapier
Ein Butterbrotpapier im Wald, -
da es beschneit wird, fühlt sich kalt.
  In seiner Angst, wiewohl es nie
  an Denken vorher irgendwie
gedacht, natürlich, als ein Ding
aus Lumpen usw., fing,
  aus Angst, so sagte ich, fing an
  zu denken, fing, hob an, begann,
zu denken, denkt euch, was das heißt,
bekam (aus Angst, so sagt ich) - Geist,
  und zwar, versteht sich, nicht bloß so
  vom Himmel droben irgendwo,
vielmehr infolge einer ganz
exakt entstandnen Hirnsubstanz -
  die aus Holz, Eiweiß, Mehl und Schmer,
  (durch Angst) mit Überspringen der
sonst üblichen Weltalter, an
ihm Boden und Gefäß gewann -
  [(mit Überspringung) in und an
  ihm Boden und Gefäß gewann].
Mit Hilfe dieser Hilfe nun
entschloß sich das Papier zum Tun, -
  zum Leben, zum - gleichviel, es fing
  zu gehn an - wie ein Schmetterling ...
zu kriechen erst, zu fliegen drauf,
bis übers Unterholz hinauf,
  dann über die Chaussee und quer
  und kreuz und links und hin und her -
wie eben solch ein Tier zur Welt
(je nach dem Wind) (und sonst) sich stellt.
  Doch, Freunde! werdet bleich gleich mir! -
  Ein Vogel, dick und ganz voll Gier,
erblickts (wir sind im Januar ...) -
und schickt sich an, mit Haut und Haar -
  und schickt sich an, mit Haar und Haut -
  (wer mag da endigen!) (mir graut) -
(Bedenkt, was alles nötig war!) -
und schickt sich an, mit Haut und Haar - -
  Ein Butterbrotpapier im Wald
  gewinnt - aus Angst - Naturgestalt ...
Genug!! Der wilde Specht verschluckt
das unersetzliche Produkt ...
		-- Christian Morgenstern
%
      Der Droschkengaul
"Ich bin zwar nur ein Droschkengaul, -
doch philosophisch regsam;
der Freß-Sack hängt mir kaum ums Maul,
so werd ich überlegsam.
Ich schwenk ihn her, ich schwenk ihn hin,
und bei dem trauten Schwenken
geht mir so manches durch den Sinn,
woran nur Weise denken.
  Ich bin zwar nur ein Droschkengaul, -
  doch sann ich oft voll Sorgen,
  wie ich den Hafer brächt ins Maul,
  der tief im Grund verborgen.
  Ich schwenkte hoch, ich schwenkte tief,
  bis mir die Ohren klangen.
  Was dort in Nacht verschleiert schlief,
  ich konnt es nicht erlangen.
Ich bin zwar nur ein Droschkengaul, -
doch mag ich Trost nicht missen
und sage mir: So steht es faul
mit allem Erdenwissen;
es frißt im Weisheitsfuttersack
wohl jeglich Maul ein Weilchen,
doch nie erreichts - o Schabernack -
die letzten Bodenteilchen."
		-- Christian Morgenstern
%
Ein modernes Märchen
  I. Früchte der Bildung
Schränke öffnen sich allein,
Schränke klaffen auf und spein
Fräcke, Hosen aus und Kleider
nebst den Attributen beider.
  Und sie wandeln in den Raum
  wie ein sonderbarer Traum,
  wehen hin und her und schreiten
  ganz wie zu benutzten Zeiten.
Auf den Sofas, auf den Truhn
sieht man sitzen sie und ruhn,
auf den Sesseln, an den Tischen,
am Kamin und in den Nischen.
  Seltsam sind sie anzuschaun,
  kopflos, handlos, Männer, Fraun;
  doch mit Recht verwundert jeden,
  daß sie nicht ein Wörtlein reden.
Dieser Frack und jener Rock,
beide schweigen wie ein Stock,
lehnen ab, wie einst im Märchen,
sich zu rufen Franz und Klärchen.
  Ohne Mund entsteht kein Ton,
  lernten sie als Kinder schon:
  Und so reden Wams und Weste
  lediglich in stummer Geste.
Ein Uhr schlägts, die Schränke schrein:
"Kommt, und mög euch Gott verzeihn!"
Krachend fliegen zu die Flügel,
und - nur eins hängt nicht am Bügel!
		-- Christian Morgenstern
%
   Im Reich der Interpunktionen
Im Reich der Interpunktionen
nicht fürder goldner Friede prunkt:
  Die Semikolons werden Drohnen
  genannt von Beistrich und von Punkt.
Es bildet sich zur selben Stund
ein Antisemikolonbund.
  Die einzigen, die stumm entweichen
  (wie immer), sind die Fragezeichen.
Die Semikolons, die sehr jammern,
umstellt man mit geschwungnen Klammern
  und setzt die so gefangnen Wesen
  noch obendrein in Parenthesen.
Das Minuszeichen naht, und - schwapp!
da zieht es sie vom Leben ab.
  Kopfschüttelnd blicken auf die Leichen
  die heimgekehrten Fragezeichen.
Doch, wehe! neuer Kampf sich schürzt:
Gedankenstrich auf Komma stürzt -
  und fährt ihm schneidend durch den Hals,
  bis dieser gleich - und ebenfalls
(wie jener mörderisch bezweckt)
als Strichpunkt das Gefild bedeckt!
  Stumm trägt man auf den Totengarten
  die Semikolons beider Arten.
Was übrig von Gedankenstrichen,
kommt schwarz und schweigsam nachgeschlichen.
  Das Ausrufszeichen hält die Predigt;
  das Kolon dient ihm als Adjunkt.
Dann, jeder Kommaform entledigt,
stapft heimwärts man, Strich, Punkt, Strich, Punkt.
		-- Christian Morgenstern
%
     Die unmögliche Tatsache
Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.
  "Wie war" (spricht er, sich erhebend
  und entschlossen weiterlebend)
  "möglich, wie dies Unglück, ja -:
  daß es überhaupt geschah?
Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?
  Oder war vielmehr verboten,
  hier Lebendige zu Toten
  umzuwandeln, - kurz und schlicht:
  Durfte hier der Kutscher nicht -?"
Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!
  Und er kommt zu dem Ergebnis:
  "Nur ein Traum war das Erlebnis.
  Weil", so schließt er messerscharf,
  "nicht sein kann, was nicht sein darf."
    -- Christian Morgenstern
%
Neue Bildungen, der Natur vorgeschlagen

Der Ochsenspatz
die Kamelente
der Regenlöwe
die Turtelunke
die Schoßeule
der Walfischvogel
die Quallenwanze
der Gürtelstier
der Pfauenochs
der Werfuchs
die Tagtigall
der Sägeschwan
der Süßwassermops
der Weinpinscher
das Sturmspiel
der Eulenwurm
der Giraffenigel
das Rhinozepony
die Gänseschmalzblume
der Menschenbrotbaum.

		-- Christian Morgenstern
%
Schließlich, und endlich: was vermisse ich unter meinen Mitmenschen am
meisten: Wirkliche, wirkliche Phantasie.
		-- Christian Morgenstern
%
Schön ist eigentliches alles, was man mit Liebe betrachtet.
		-- Christian Morgenstern
%
Einen Krieg beginnen, heißt nicht weiter, als einen Knoten
zerschlagen, statt ihn aufzulösen.
		-- Christian Morgenstern
%
Unsere Zeit, welche die interessanten "Aberglauben" früherer Zeitalter
selbstbewußt entwertet, ist selbst nur weniger interessant,
keineswegs weniger abergläubisch, und wird einst ungleich anderer
Nachsicht der Betrachtung bedürfen, wenn spätere Geschlechter
eingesehen haben werden, daß dem Menschen, unbeschadet aller
begreiflichen und jeweils sogar notwendigen Vordergrundsoptiken, als
letzte Hintergrundstimmung doch nur eines ziemt: bei Gott kein Ding
für unmöglich zu halten.
		-- Christian Morgenstern (Stufen)
%
Eine Persönlichkeit ist der Ausgangspunkt und Fluchtpunkt alles
dessen, was gesagt wird und dessen, wie es gesagt wird.
		-- Robert Musil
%
Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze.
		-- Robert Musil
%
Alles, war wir denken, ist entweder Zuneigung oder Abneigung.
		-- Robert Musil
%
Nicht das Genie ist 100 Jahre seiner Zeit voraus, sondern der
Durchschnittsmensch ist um 100 Jahre hinter ihr zurück.
		-- Robert Musil
%
Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten
zu kaufen, obwohl es doch vernünftiger wäre, sich diese Karten kommen
zu lassen.
		-- Robert Musil
%
In der Nacht hat der Mensch nur ein Nachthemd an, und darunter kommt
gleich der Charakter
		-- Robert Musil
%
Man kann seiner eigenen Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu
nehmen.
		-- Robert Musil
%
Wer nicht weiß, was er selbst will, muß wenigstens wissen, was die
anderen wollen.
		-- Robert Musil
%
Es hat keinen Sinn, Sorgen im Alkohol ertränken zu wollen, denn
Sorgen sind gute Schwimmer.
		-- Robert Musil
%
Die täglichen Menschenerlebnisse sind die tiefsten, wenn man sie von
der Gewohnheit befreit.
		-- Robert Musil
%
Wenn die Geschichte der anthropologischen Forschung irgendetwas
bestätigt, so sind es die Fehler, die von Forschern begangen werden,
wenn sie menschliche Verhaltensweisen im Rahmen fremder Kulturen in
Kategorien interpretieren, die sie unkritisch aus ihrem begrenzten
persönlichen Leben abstrahieren.
		-- E. Nagel
%
Der Kleinaktionär ist das Kanonenfutter des Wertpapierhandels.
		-- Helmar Nahr
%
Allein ist der Zustand, in dem sich jeder Nachdenkliche befindet.
		-- Helmar Nahr
%
Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen.
		-- John Naisbitt
%
Wichtigtuer sind Leute, die nie etwas Wichtiges tun.
		-- Henri Nannen
%
Alles war so still, so still. Nur die Feder kratzte das Lebewohl an
die Heimat und die Freunde aufs Papier.
		-- Fridtjof Nansen (In Nacht und Eis)
%
Das gegenseitige Aufrechnen der Unmenschlichkeit entschuldigt nicht
für die eigene Barbarei.
		-- Harold Nash (engl. Bomber-Pilot im 2. Weltkrieg)
%
Es gab einmal eine Zeit, da war der Fortschritt eine gute Sache.
Doch das ist schon lange her.
		-- Ogden Nash
%
Wenn Beamte länger arbeiten, heißt das nicht automatisch, daß auch
mehr geleistet wird.
		-- Tyll Necker
%
Die Vernunft spricht leise, deshalb wird sie so oft nicht gehört.
		-- Nehru
%
Du bist wie ein Schmetterling.
Genießt die Leichtigkeit des Seins.
		-- Jule Neigel
%
Die Lösung für die Menschheit liegt in der richtigen Erziehung der
Jugend, nicht in der Heilung von Neurotikern.
		-- Alexander Sutherland Neill
%
Es gibt kein problematisches Kind, es gibt nur problematische Eltern.
		-- Alexander Sutherland Neill
%
Daseinszweck des Kindes ist es, sein eigenes Leben zu leben.
		-- Alexander Sutherland Neill
%
Dicht unter dem Alltag liegt die Poesie. Man braucht die Schicht des
Alltäglichen nur zu ritzen, dann kommt sofort Poesie zum Vorschein.
		-- Eugene O'Neill
%
England erwartet, daß jedermann seine Pflicht tut.
		-- Horatio Nelson
%
Abenteuer und Risiko gehören zu einem erfüllten Leben. Ohne Abenteuer
verdorren wir wie eine Primel. Auch für Einsätze in
Bürgerkriegsgebieten spielt die Neigung zum Risiko eine große Rolle.
		-- Rupert Neudeck
%
Es macht keinen Sinn, präzise zu sein, wenn man überhaupt nicht weiß,
wovon man spricht.
		-- John von Neumann
%
Die einzige abartige Veranlagung, die ich kenne, wird vom Finanzamt
verschickt.
		-- Wolfgang Neuss
%
Könnte man nicht die Todesstrafe einführen für Leute, die sie
vorschlagen?
		-- Wolfgang Neuss
%
Leben heißt, sich wandeln; und vollkommen sein heißt, sich oft
gewandelt haben.
		-- John Henry Newman
%
Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean.
		-- Isaac Newton
%
Wenn ich weiter als andere gesehen habe, dann nur deshalb, weil ich
auf der Schulter von Giganten stand.
		-- Isaac Newton
%
Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.
		-- Isaac Newton
%
Es gibt nur eines, was teurer ist als eine Frau - nämlich eine Ex-Frau.
		-- Jack Nicholson
%
Wir waren nie eine Spaßpartei.
		-- Dirk Niebel
%
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern
kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden. 
		-- Reinhold Niebuhr
%
Ein Mann mit dreißig steht einem mit fünfzig näher als einem mit
zwanzig.
		-- Thomas Niederreuther
%
Der Zweck heiligt die Mittel. Dies muß sich der liebe Gott gedacht
haben, als er das Weib erschuf.
		-- Thomas Niederreuther
%
Werbung ist die Mystik des 21. Jahrhundert.
		-- Thomas Niederreuther
%
Was nur gute Chefs entdecken: latente Talente.
		-- Thomas Niederreuther
%
Aus dem Wort "Fortschritt" hören die meisten Menschen "weniger Arbeit"
heraus.
		-- Thomas Niederreuther
%
Wer kein schlechtes Gewissen hat, hat wahrscheinlich gar keines!
		-- Thomas Niederreuther
%
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein
Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich
geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es
keinen mehr, der protestieren konnte.
		-- Martin Niemöller
%
Das Gefühl von Abenteuer ist für unsere Lebenskontinuität ungeheuer
wichtig, damit wir das Tragische, das Gefühl von etwas Tragischem und
Verluste überwinden können, wenn wir unseren Weg gehen.
		-- Anaïs Nin
%
Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.
		-- Anaïs Nin
%
Wir können nicht vergessen, daß jedes einzelne Leben ein Abenteuer
ist. In jedem Leben gibt es eine Möglichkeit zur Flucht, zur
Erweiterung, zur Entwicklung, zur Veredelung und zur Überwindung von
Hindernissen, die unverrückbar scheinen.
		-- Anaïs Nin, Vertrauliches Gespräch
%
Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.
		-- Nisami
%
Erst mit der Bereitschaft der Männer, im Sitzen zu pinkeln, waren die
Bemühungen der Frauen, die Männer in die Knie zu zwingen, vollendet.
		-- Petra Nitz
%
Wer sich dem Wechsel widersetzt, stirbt aus. Wer sich anpasst, überlebt.
Wer den Wechsel einleitet, ist Anführer.
Natürlich kann man sterben, wenn man einen Wechsel provoziert,
dann ist es aber ein viel aufregenderer Tod.
		-- Ray Noorda (Novell zur Open-Source-Initiative)
%
Schon in vorchristlicher Zeit haben heidnische Völker zwei oberste
Grundsätze im Leben erkannt: Achte die Naturgesetze und nimm dein
Leben selbst in die Hand! Nichts davon ist den Christen gemein. Sie
meinen im Gegensatz dazu, sich auf ebenso kurzsichtige wie
überhebliche Weise die Erde untertan machen zu müssen und legen dabei
ihr eigenes Schicksal in die "Hände" einer Phantasievorstellung.
		-- Claus Nordbruch
%
Bleiben wir fleißig, tätig, wach und aktiv. Tun wir etwas, handelnd,
vorwärtsstrebend für unsere und unserer Kinder Zukunft, und versinken
wir nicht in Wohlergehen und Üppigkeit, die noch nie die Menschen
glücklich gemacht haben.
		-- Heinrich Nordhoff
%
Man wird nicht dadurch besser, daß man andere schlecht macht.
		-- Heinrich Nordhoff
%
Die Gottheit läßt sich nicht photographieren. Die Wissenschaft
bedauert dies sehr.
		-- Emil Nolde
%
Aus den Träumen von gestern werden manchmal die Alpträume von morgen.
		-- Friedrich Nowottny
%
Wenn es den Politikern die Sprache verschlägt, halten sie eine Rede.
		-- Friedrich Nowottny
%
Wir Menschen unterscheiden uns doch nur dadurch von den Tieren,
daß wir bessere Ausreden für unsere eigene Jämmerlichkeit haben.
		-- Dieter Nuhr
%
Steve Jobs ist der Erlöser.  Er präsentierte uns das iPad - die Tafel.
Moses brauchte noch zwei.
		-- Dieter Nuhr
%
Die Menschen, die sich da in die Luft sprengen, haben immer zu wenig
gezweifelt.  Wer zweifelt, detoniert nicht.
		-- Dieter Nuhr
%
Es gibt Menschen, die sind so blöd, daß sie sich im Moment ihres Todes
geistig verbessern.
		-- Dieter Nuhr
%
Wer zweifelt, detoniert nicht.
		-- Dieter Nuhr
		zum Thema Selbstmordattentäter
%
Angeblich sind die in Sachsen ja gar nicht bekloppt, die wählen
NPD nur aus Protest.  Da frage ich mich nur, wie bekloppt muß man
da sein, um das zu tun.
Wenn ich Schwein bin und bin mit meinem Bauern unzufrieden, dann
wähle ich doch nicht den Metzger.
		-- Dieter Nuhr
%
Also daß Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen haben soll, das
finde ich persönlich ... knapp.  Da habe ich mit Handwerkern ganz
anderer Erfahrungen gemacht.
		-- Dieter Nuhr
%
Früher wußten die Philosophen: Ich denke, also bin ich.
Heute wissen wir: Komm - es geht auch so.
		-- Dieter Nuhr
%
Wenn man aus Sonnenstrahlen Bomben bauen könnte, gäbe es schon längst
wirtschaftlich arbeitende Sonnenkraftwerke.
		-- Helmar Nahr
%
Statistik ist ein Verfahren, welches gestattet, geschätzte Größen mit
der Genauigkeit von Hundertstelprozent auszudrücken.
		-- Helmar Nahr
%
Ich habe mich nie für ungebildet gehalten. Als gebildet wurden mir
immer Leute vorgestellt, die Latein oder Griechisch konnten, in die
Oper gingen und Jahreszahlen wußten. Die Vorgänge in einem
Kippschalter waren ihnen allerdings ein Mysterium.
		-- Helmar Nahr
%
Die Partei ist die Kampfgemeinschaft von Intimfeinden.
		-- Helmar Nahr
%
Die beste kurzfristige Erfolgsmeldung ist das Mienenspiel deines
Bankdirektors.
		-- Helmar Nahr
%
Idiot: beliebtes Argument.
		-- Helmar Nahr
%
Die Liebe ist unsere Strafe dafür, daß wir es nicht einfach bei der
Fortpflanzung bewenden lassen.
		-- Helmar Nahr
%
Beispiele sind die Schwimmbojen der Logik.
		-- Helmar Nahr
%
Organisieren besteht darin, weder den Dingen ihren Lauf noch den
Menschen ihren Willen zu lassen.
		-- Helmar Nahr
%
Ein Wissenschaftler ist jemand, dessen Einsichten größer sind als
seine Wirkungsmöglichkeiten. Gegenteil: Politiker.
		-- Helmar Nahr
%
Tatsachen stehen in der Politik oft nicht hoch im Kurs. Selbst
hartnäckige Mißerfolge gelten noch als Beweis für die Richtigkeit der
Theorie.
		-- Helmar Nahr
%
Eine Fehlentscheidung auf Anhieb spart immerhin Zeit.
		-- Helmar Nahr
%
Die große Koalition ist die formierte Gesellschaft des Parlaments zur
Abwehr mißgünstiger Wählereinflüße.
		-- Helmar Nahr
%
Gute Vorsätze sind vorsorgliche Bußübungen.
		-- Helmar Nahr
%
Abgeordneter: Bürger, der noch an der Abrundung seines Beamtenstatus
arbeitet.
		-- Helmar Nahr
%
Volksvertretung: Altertümliche Bezeichnung für eine Institution zur
Selbsterhaltung des Abgeordnetenstandes.
		-- Helmar Nahr
%
Volksvertretung: Repräsentativer Querschnitt der Verbandsfunktionäre.
		-- Helmar Nahr
%
Die Grundlage des Erfolges ist eine klare Linie mit hinreichend vielen
Abzweigungen.
		-- Helmar Nahr
%
Ich wäre lieber in irgendeinem Dorf der Erste als in Paris der Zweite.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Gelehrte und Intellektuelle sind für mich wie kokette Damen. Man
sollte sie besuchen, mit ihnen parlieren, aber sie weder heiraten noch
zu Ministern machen.
		-- Napoleon
%
Der wahre Heldenmut besteht darin, über das Elend des Lebens erhaben
zu sein.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Der Zufall ist der einzig legitime Herrscher des Universums.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Es ist der Erfolg, der die großen Männer macht.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden und doch dem
Menschen das Kostbarste stehlen: die Zeit
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Wenn eine verzweifelte Situation ein besonderes Können erfordert, dann
bringt man diesen Können auch auf, obwohl man vorher keine Ahnung
davon hatte.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Von den Gipfeln dieser Pyramiden blicken 40 Jahrhunderte auf uns
herab.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Der Reichtum besteht nicht im Besitz von Schätzen, sondern in der
Anwendung, die man von ihnen zu machen versteht.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Das sicherste Mittel, arm zu bleiben, ist, ein ehrlicher Mensch zu
sein.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Eine schöne Frau gefällt den Augen, eine gute dem Herzen, die eine ist
ein Kleinod, die andere ein Schatz.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Die beste Möglichkeit, Wort zu halten, ist, es nicht zu geben.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Man kann keinen Eierkuchen backen, ohne ein paar Eier zu zerschlagen.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Krieg mit Frauen ist der einzige, den man durch Rückzug gewinnt.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Es gibt keine Menschen, die sich besser verstehen als Priester und
Soldaten.
		-- Napoleon I. Bonaparte
%
Das Volk beurteilt die Macht Gottes nach der Macht seiner Priester.
		-- Napoleon  I. Bonaparte (Maximen und Gedanken)
%
Lang leben will halt alles, aber alt werden will kein Mensch.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Wahrheit ist das Erhabenste - drum kann man's auch nicht jedem auf die
Nase binden.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
In den ersten Lebensjahren eines Kindes bringen ihm die Eltern Gehen
und Sprechen bei, in den späteren verlangen sie dann, daß es
stillsitzt und den Mund hält.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Das Geld, was man für seine Hochzeit ausgibt, ist sehr häufig die
erste Einzahlung in die wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Der Mensch ist auch ein Federvieh. Denn gar mancher zeigt, sobald er
eine Feder in die Hand nimmt, was er für ein Vieh ist.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur
verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Ein Zensor ist ein menschgewordener Bleistift oder ein
bleistiftgewordener Mensch.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die
ältere heißt Inquisition.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Die Phönizier haben das Geld erfunden - aber warum so wenig?
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Kunst ist, wenn man's nicht kann, denn wenn man's kann, ist's keine
Kunst.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Überhaupt hat der Fortschritt, das an sich, daß er viel größer
aussieht, als er wirklich ist.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Nichts kann mehr zur Seelenruhe beitragen, als wenn man keine Meinung hat.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Über die Armut braucht man sich nicht zu schämen, es gibt mehr Leute,
die sich über ihren Reichtum schämen sollten.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Strenge Moralisten sagen: Um Glücklich zu sein, muß man alle
Leidenschaften aus sich verdammen. Dieser Rat ist ungefähr so gut, als
wie wenn man einem, der über enge Stiefel klagt, sagt, er soll sich
beide Füß' amputieren lassen, damit er kein Verdruß mehr mit dem
Schuster hat.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Das Glück ist eine leichtfertige Person, die sich stark schminkt und
von ferne schön ist.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen immer ein
Unglück.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Kaum ist die Ernte einer Erfahrung eingebracht, wird der Acker vom
Schicksal neu umgepflügt.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Zuviel plauschen die Weiber erst, wenn sie alt sind. Wenn sie jung
sind, verschweigen sie einem zuviel.
		-- Johann Nepomuk Nestroy
%
Der Asket macht aus der Tugend eine Not.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Der Weg zu allem Großen geht durch die Stille.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Die Mutter der Ausschweifung ist nicht die Freude, sondern die
Freudlosigkeit.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Ein Beruf ist das Rückgrat des Lebens.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber auch immer etwas
Vernunft im Wahnsinn.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Hat man Charakter, so hat man auch sein typisches Erlebnis, das immer
wieder kommt.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Im Lobe ist mehr Zudringlichkeit als im Tadel.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Zivilisation ist die erzwungene Tierzähmung des Menschen.
		-- Friedrich Nietzsche
%
Wenn ihr mehr an das Leben glaubtet, würdet ihr weniger euch dem
Augenblicke hinwerfen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Zu allem Handeln gehört Vergessen: wie zum Leben alles Organischen
nicht nur Licht, sondern auch Dunkel gehört.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Viele Menschen warten ihr Leben lang auf die Gelegenheit, auf ihre Art
gut zu sein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Bildung ist das Leben im Sinne großer Geister mit dem Zwecke großer
Ziele.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Durch Frauen werden die Höhepunkte des Lebens bereichert und die
Tiefpunkte vermehrt.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Aus der Kriegsschule des Lebens - Was mich nicht umbringt, macht mich
härter.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Götzendämmerung)
%
Solange man nicht die Moral des Christentums als Kapitalverbrechen am
Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Nicht, daß du mich belogst, sondern daß ich dir nicht mehr glaube,
hat mich erschüttert.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Auf dem Markt glaubt niemand an höhere Menschen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Angewöhnung geistiger Grundsätze ohne Gründe nennt man Glauben.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Menschliches, Allzumenschliches)
%
Bessere Lieder müßten sie mir singen, daß ich an ihren Erlöser glauben
lerne. Erlöster müßten mir seine Jünger aussehen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Zarathrusta II, Von den Priestern)
%
Glaube heißt nicht wissen wollen, was wahr ist.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Der Sinn in den Gebräuchen der Gastfreundschaft ist: das feindliche im
Fremden zu lähmen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wahnsinn bei Individuen ist selten, aber in Gruppen, Nationen und
Epochen die Regel.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran
zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen an diesem Tage eine
Freude machen könnte.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Viel von sich reden, kann auch ein Mittel sein, sich zu verbergen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Jenseits)
%
Erziehung: wesentlich das Mittel, die Ausnahme zu ruinieren zugunsten
der Regel.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Wille zur Macht)
%
Müßiggang ist aller Psychologie Anfang.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Geld ist das Brecheisen der Macht.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Lieber aus ganzem Holz eine Feindschaft, als eine geleimte
Freundschaft.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wer ihn als einen Gott der Liebe preist, denkt nicht hoch genug von
der Liebe selber. Wollte dieser Gott nicht auch Richter sein? Aber der
Liebende liebt jenseits von Lohn und Vergeltung.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Zarathrustra IV)
%
Nicht ihre Menschenliebe, sondern die Ohnmacht ihrer Menschenliebe
hindert die Christen von heute, uns zu verbrennen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse)
%
Eure falsche Liebe zur Vergangenheit ist ein Raub an der Zukunft.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Phantast verleugnet die Wahrheit vor sich, der Lügner nur vor
anderen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wer viel Freude hat, muß ein guter Mensch sein: aber vielleicht ist
er nicht der Klügste, obwohl er gerade das erreicht, was der Klügste
mit all seiner Klugheit erstrebt.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die Grausamkeit gehört zu den ältesten Festfreuden der Menschheit.
Folglich denkt man sich auch die Götter erquickt und festlich
gestimmt, wenn man ihnen den Anblick von Grausamkeit anbietet. Und so
schleicht sich die Vorstellung in die Welt, daß freiwillige Leiden,
die selbsterwälte Marter einen guten Sinn und Wert haben.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den
Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wer ein Warum hat, dem ist kein Wie zu schwer.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Man hört nur die Fragen, auf welche man imstande ist, eine Antwort zu
geben.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Mutige Leute überredet man dadurch zu einer Handlung, daß man
dieselbe gefährlicher darstellt, als sie ist.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in
dich hinein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die Dichter sind gegen ihre Erlebnisse schamlos: Sie beuten sie aus.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muß es
besitzen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Also sprach Zarathustra)
%
Unsere Meinungen: Die Haut, in der wir gesehen werden wollen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Gar nicht von sich zu reden ist eine vornehem Heuchelei.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
In Wahrheit heißt etwas wollen, ein Experiment machen, um zu
erfahren, was wir können.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ich begreife nicht, wozu man nötig hat, zu verleumden. Will man
jemanden schaden, so braucht man ja nur über ihn irgend eine Wahrheit
zu sagen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Es ist gut, eine Sache doppelt auszudrücken und ihr einen rechten und
linken Fuß zu geben. Auf einem Bein kann die Wahrheit zwar stehen; mit
zweien aber wird sie gehen und herumkommen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Geschichte handelt fast nur von schlechten Menschen, die später
gutgesprochen worden sind.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen, zumal wir
sie lange Zeit ernster genommen haben, als sie es verdienen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Erkennen heißt: Alle Dinge zu unserem Besten verstehen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr
maßzuhalten.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Auch der Mutigste von uns hat nur selten den Mut zu dem, was er
eigentlich weiß.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die Zeit für kleine Politik ist vorbei. Schon das nächste Jahrhundert
bringt den Kampf um die Erdherrschaft.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Beruf ist eine Schutzwehr, hinter welche man sich erlaubterweise
zurückziehen kann, wenn Bedenken und Sorgen allgemeiner Art einen
anfallen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die Massen sind erstens verschwimmende Kopien der großen Männer,
zweitens Widerstand gegen die Großen, drittens Werkzeuge der Großen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Das Gebet ist für solche Menschen erfunden, welche eigentlich nie von
sich aus Gedanken haben denen eine Erhebung der Seele ungekannt ist
oder unbemerkt verläuft.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Fröhliche Wissenschaft)
%
Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Alle Vorurteile kommen aus den Eingeweiden.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die größten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern
unsere stillsten Stunden.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Etwas kurz gesagtes kann die Frucht und Ernte von vielen
Lang-Gedachten sein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Menschliches, Allzumenschliches)
%
Man sagt nicht 'Nichts!', man sagt dafür 'Jenseits' oder 'Gott'.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Des Mannes Art ist Wille, des Weibes Art Willigkeit.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Die fröhliche Wissenschaft)
%
Selten denkt das Frauenzimmer / Denkt es aber, taugt es nichts!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ist Gott eine Erfindung des Teufels?
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Menschliches)
%
Gebildet sein heißt:
Sich nicht merken zu lassen, wie schlecht man ist.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die einen werden durch großes Lob schamhaft, die anderen frech.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
An die dumme Stirne gehört als Argument von Rechts wegen die geballte
Faust.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Menschliches)
%
Eine gute Ehe beruht auf dem Talent zur Freundschaft.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Menschliches)
%
Moral zu predigen ist ebenso leicht als Moral zu begründen schwer ist.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Unzeitgemäße Betrachtungen)
%
Moral ist eine Wichtigtuerei des Menschen vor der Natur.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen,
sondern um besser zu glänzen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Was ist das Menschlichste? - Jemandem Scham ersparen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Fanatismus ist die einzige 'Willensstärke', zu der auch die
Schwachen gebracht werden können.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, anderen weh
zu tun.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Man soll nicht in Kirchen gehn, wenn man reine Luft atmen will.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Da haben wir es also: Eine kirchliche Ordnung mit Priesterschaft,
Theologie, Kultus, Sakrament; kurz, alles das, was Jesus von Nazareth
bekämpft hatte...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Zum Christentum wird man nicht geboren, man muß dazu nur krank genug
sein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ein religiöser Mensch denkt nur an sich.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
"Richtet nicht!" sagen sie, aber sie schicken alles in die Hölle, was
ihnen im Wege steht.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Diese Evangelien kann man nicht behutsam genug lesen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Jesus ist das Gegenstück eines Genies: er ist ein Idiot.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebnis, noch weniger als
Ereignis: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig,
zu fragwürdig, zu übermütig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen
zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelikatesse gegen
uns Denker - im Grunde sogar ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt
nicht Denken!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Zuvieles mißriet ihm, diesem Töpfer, der nicht ausgelernt hatte! Daß
er aber Rache an seinen Töpfen und Geschöpfen nahm, dafür, daß sie ihm
schlecht gerieten, das war eine Sünde wider den guten Geschmack.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Zarathrustra IV)
%
Ihr führt Krieg? Ihr fürchtet euch vor einem Nachbarn? So nehmt doch
die Grenzsteine weg - so habt ihr keinen Nachbarn mehr. Aber ihr wollt
den Krieg und deshalb erst setztet ihr die Grenzsteine.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ein Politiker teilt die Menschheit in zwei Klassen ein: Werkzeuge und
Feinde. Das bedeutet, daß er nur eine Klasse kennt: Feinde.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Das Wesentliche an jeder Erfindung tut der Zufall, aber den meisten
Menschen begegnet der Zufall nicht.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die Bedingungen, unter denen man mich versteht und dann mit
Nothwendigkeit versteht <, -> ich kenne sie nur zu genau. Man muß
rechtschaffen sein in geistigen Dingen bis zur Härte, um auch nur
meinen Ernst, meine Leidenschaft auszuhalten. Man muß geübt sein, auf
Bergen zu leben - das erbärmliche Zeitgeschwätz von Politik und
Völker-Selbstsucht unter sich zu sehn. Man muß gleichgültig geworden
sein, man muß nie fragen, ob die Wahrheit nützt, ob sie Einem
Verhängniss wird ... Eine Vorliebe der Stärke für Fragen, zu denen
Niemand heute den Muth hat; der Muth zum Verbotenen ; die
Vorherbestimmung zum Labyrinth. Eine Erfahrung aus sieben
Einsamkeiten. Neue Ohren für neue Musik. Neue Augen für das Fernste.
Ein neues Gewissen für bisher stumm gebliebene Wahrheiten. Und der
Wille zur Ökonomie grossen Stils: seine Kraft, seine Begeisterung
beisammen behalten ... Die Ehrfurcht vor sich; die Liebe zu sich; die
unbedingte Freiheit gegen sich ...

Wohlan! Das allein sind meine Leser, meine rechten Leser, meine
vorherbestimmten Leser: was liegt am Rest? - Der Rest ist bloss die
Menschheit. - Man muß der Menschheit überlegen sein durch Kraft,
durch Höhe der Seele, - durch Verachtung ...

		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
1.
- Sehen wir uns ins Gesicht. Wir sind Hyperboreer, - wir wissen gut
genug, wie abseits wir leben. "Weder zu Lande, noch zu Wasser wirst du
den Weg zu den Hyperboreern finden": das hat schon Pindar von uns
gewusst. Jenseits des Nordens, des Eises, des Todes - unser Leben,
unser Glück ... Wir haben das Glück entdeckt, wir wissen den Weg, wir
fanden den Ausgang aus ganzen Jahrtausenden des Labyrinths. Wer fand
ihn sonst? - Der moderne Mensch etwa? "Ich weiss nicht aus, noch ein;
ich bin Alles, was nicht aus noch ein weiss" - seufzt der moderne
Mensch ... An dieser Modernität waren wir krank, - am faulen Frieden,
am feigen Compromiss, an der ganzen tugendhaften Unsauberkeit des
modernen ja und Nein. Diese Toleranz und largeur des Herzens, die
Alles "verzeiht", weil sie Alles "begreift", ist Scirocco für uns.
Lieber im Eise leben als unter modernen Tugenden und andren Südwinden!
... Wir waren tapfer genug, wir schonten weder uns, noch Andere: aber
wir wussten lange nicht, wohin mit unsrer Tapferkeit. Wir wurden
düster, man hiess uns Fatalisten. Unser Fatum - das war die Fülle, die
Spannung, die Stauung der Kräfte. Wir dürsteten nach Blitz und Thaten,
wir blieben am fernsten vom Glück der Schwächlinge, von der "Ergebung"
... Ein Gewitter war in unsrer Luft, die Natur, die wir sind,
verfinsterte sich - denn wir hatten keinen Weg. Formel unsres Glücks:
ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie, ein Ziel ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
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Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
2.
Was ist gut? - Alles, was das Gefühl der Macht, den Willen zur Macht,
die Macht selbst im Menschen erhöht.

Was ist schlecht? - Alles, was aus der Schwäche stammt.

Was ist Glück? - Das Gefühl davon, daß die Macht wächst, daß ein
Widerstand überwunden wird.

Nicht Zufriedenheit, sondern mehr Macht; nicht Friede überhaupt,
sondern Krieg; nicht Tugend, sondern Tüchtigkeit (Tugend im
Renaissance-Stile, virtù, moralinfreie Tugend)

Die Schwachen und Missrathnen sollen zu Grunde gehen: erster Satz
unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Was ist schädlicher als irgend ein Laster? - Das Mitleiden der That
mit allen Missrathnen und Schwachen - das Christenthum ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
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Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
3.
Nicht, was die Menschheit ablösen soll in der Reihenfolge der Wesen,
ist das Problem, das ich hiermit stelle (- der Mensch ist ein Ende -):
sondern welchen Typus Mensch man züchten soll, wollen soll, als den
höherwerthigeren, lebenswürdigeren, zukunftsgewisseren.

Dieser höherwerthigere Typus ist oft genug schon dagewesen: aber als
ein Glücksfall, als eine Ausnahme, niemals als gewollt. Vielmehr ist
er gerade am besten gefürchtet worden, er war bisher beinahe das
Furchtbare; - und aus der Furcht heraus wurde der umgekehrte Typus
gewollt, gezüchtet, erreicht: das Hausthier, das Heerdenthier, das
kranke Thier Mensch, - der

Christ ...

		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
4.
Die Menschheit stellt nicht eine Entwicklung zum Besseren oder
Stärkeren oder Höheren dar, in der Weise, wie dies heute geglaubt
wird. Der "Fortschritt" ist bloss eine moderne Idee, das heißt eine
falsche Idee. Der Europäer von Heute bleibt, in seinem Werthe tief
unter dem Europäer der Renaissance; Fortentwicklung ist
schlechterdings nicht mit irgend welcher Nothwendigkeit Erhöhung,
Steigerung, Verstärkung.

In einem andren Sinne giebt es ein fortwährendes Gelingen einzelner
Fälle an den verschiedensten Stellen der Erde und aus den
verschiedensten Culturen heraus, mit denen in der That sich ein
höherer Typus darstellt: Etwas, das im Verhältniss zur
Gesammt-Menschheit eine Art Übermensch ist. Solche Glücksfälle des
grossen Gelingens waren immer möglich und werden vielleicht immer
möglich sein. Und selbst ganze Geschlechter, Stämme, Völker können
unter Umständen einen solchen Treffer darstellen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
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Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
5.
Man soll das Christenthum nicht schmücken und herausputzen: es hat
einen Todkrieg gegen diesen höheren Typus Mensch gemacht, es hat alle
Grundinstinkte dieses Typus in Bann gethan, es hat aus diesen
Instinkten das Böse, den Bösen herausdestillirt, - der starke Mensch
als der typisch Verwerfliche, der "verworfene Mensch". Das
Christenthum hat die Partei alles Schwachen, Niedrigen, Missrathnen
genommen, es hat ein Ideal aus dem Widerspruch gegen die
Erhaltungs-Instinkte des starken Lebens gemacht; es hat die Vernunft
selbst der geistigstärksten Naturen verdorben, indem es die obersten
Werthe der Geistigkeit als sündhaft, als irreführend, als Versuchungen
empfinden lehrte. Das jammervollste Beispiel - die Verderbniss
Pascals, der an die Verderbniss seiner Vernunft durch die Erbsünde
glaubte, während sie nur durch sein Christenthum verdorben war! -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
6.
Es ist ein schmerzliches, ein schauerliches Schauspiel, das mir
aufgegangen ist: ich zog den Vorhang weg von der Verdorbenheit des
Menschen. Dies Wort, in meinem Munde, ist wenigstens gegen Einen
Verdacht geschützt: daß es eine moralische Anklage des Menschen
enthält. Es ist - ich möchte es nochmals unterstreichen - moralinfrei
gemeint: und dies bis zu dem Grade, daß jene Verdorbenheit gerade
dort von mir am stärksten empfunden wird, wo man bisher am
bewusstesten zur "Tugend", zur "Göttlichkeit" aspirirte. Ich verstehe
Verdorbenheit, man erräth es bereits, im Sinne von décadence: meine
Behauptung ist, daß alle Werthe, in denen jetzt die Menschheit ihre
oberste Wünschbarkeit zusammenfasst, décadence - Werthe sind.
  Ich nenne ein Thier, eine Gattung, ein Individuum verdorben, wenn es
seine Instinkte verliert, wenn es wählt, wenn es vorzieht, was ihm
nachtheilig ist. Eine Geschichte der "höheren Gefühle", der "Ideale
der Menschheit" - und es ist möglich, daß ich sie erzählen muß -
wäre beinahe auch die Erklärung dafür, weshalb der Mensch so verdorben
ist.
  Das Leben selbst gilt mir als Instinkt für Wachsthum, für Dauer, für
Häufung von Kräften, für Macht - wo der Wille zur Macht fehlt, giebt
es Niedergang. Meine Behauptung ist, daß allen obersten Werthen der
Menschheit dieser Wille fehlt, - daß Niedergangs-Werthe,
nihilistische Werthe unter den heiligsten Namen die Herrschaft führen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
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Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
7.
Man nennt das Christenthum die Religion des Mitleidens. - Das
Mitleiden steht im Gegensatz zu den tonischen Affekten, welche die
Energie des Lebensgefühls erhöhn: es wirkt depressiv. Man verliert
Kraft, wenn man mitleide<t>. Durch das Mitleiden vermehrt und
vervielfältigt sich die Einbusse an Kraft noch, die an sich schon das
Leiden dem Leben br<ingt.> Das Leiden selbst wird durch das Mitleiden
ansteckend; unter Umständen kann mit ihm eine Gesammt-Einbusse an
Leben und Lebens-Energie erreicht werden, die in einem absurden
Verhältniss zum Quantum der Ursache steht (- der Fall vom Tode des
Nazareners) Das ist der erste Gesichtspunkt; es giebt aber noch einen
wichtigeren. Gesetzt, man mißt das Mitleiden nach dem Werthe der
Reaktionen, die es hervorzubringen pflegt, so erscheint sein
lebensgefährlicher Charakter in einem noch viel helleren Lichte. Das
Mitleiden kreuzt im Ganzen Grossen das Gesetz der Entwicklung, welches
das Gesetz der Selection ist. Es erhält, was zum Untergange reif ist,
es wehrt sich zu Gunsten der Enterbten und Verurtheilten des Lebens,
es giebt durch die Fülle des Missrathnen aller Art, das es im Leben
festhält, dem Leben selbst einen düsteren und fragwürdigen Aspekt. Man
hat gewagt, das Mitleiden eine Tugend zu nennen (- in jeder vornehmen
Moral gilt es als Schwäche -); man ist weiter gegangen, man hat aus
ihm die Tugend, den Boden und Ursprung aller Tugenden gemacht, - nur
freilich, was man stets im Auge behalten muß<,> vom Gesichtspunkte
einer Philosophie aus, welche nihilistisch war, welche die Verneinung
des Lebens auf ihr Schil<d schr>rieb. Schopenhauer war in seinem
Rechte damit: durch das Mit<leid> wird das Leben verneint,
verneinungs-wü<rdiger> gemacht, - Mitleiden ist die Praxis des
Nihilismus. Nochmals gesagt: dieser depressive und contagiöse Instinkt
kreuzt jene Instinkte, welche auf Erhaltung und Werth-Erhöhung des
Lebens aus sind: er ist ebenso als Multiplikator des Elends wie als
Conservator alles Elenden ein Hauptwerkzeug zur Steigerung der
décadence - Mitleiden überredet zum Nichts! ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Man sagt nicht "Nichts": man sagt dafür "Jenseits"; oder "Gott"; oder
"das wahre Leben"; oder Nirvana, Erlösung, Seligkeit ... Diese
unschuldige Rhetorik aus dem Reich der religiös-moralischen
Idiosynkrasie erscheint sofort viel weniger unschuldig, wenn man
begreift, welche Tendenz hier den Mantel sublimer Worte um sich
schlägt: die lebensfeindliche Tendenz. Schopenhauer war
lebensfeindlich: deshalb wurde ihm das Mitleid zur Tugend
... Aristoteles sah, wie man weiss, im Mitleiden einen krankhaften und
gefährlichen Zustand, dem man gut thäte, hier und da durch ein
Purgativ beizukommen: er verstand die Tragödie als Purgativ. Vom
Instinkte des Lebens aus müsste man in der That nach einem Mittel
suchen, einer solchen krankhaften und gefährlichen Häufung des
Mitleides, wie sie der Fall Schopenhauers (und leider auch unsrer
gesammten litterarischen und artistischen décadence von St. Petersburg
bis Paris, von Tolstoi bis Wagner) darstellt, einen Stich zu
versetzen: damit sie platzt ... Nichts ist ungesunder, inmitten unsrer
ungesunden Modernität, als das christliche Mitleid. Hier Arzt sein,
hier unerbittlich sein, hier das Messer führen - das gehört zu uns,
das ist unsre Art Menschenliebe, damit sind wir Philosophen, wir
Hyperboreer! - - -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
8.
Es ist nothwendig zu sagen, wen wir als unsern Gegensatz fühlen - die
Theologen und Alles, was Theologen-Blut im Leibe hat - unsre ganze
Philosophie ... Man muß das Verhängniss aus der Nähe gesehn haben,
noch besser, man muß es an sich erlebt, man muß an ihm fast zu
Grunde gegangen sein, um hier keinen Spaass mehr zu verstehn (- die
Freigeisterei unsrer Herrn Naturforscher und Physiologen ist in meinen
Augen ein Spaass, - ihnen fehlt die Leidenschaft in diesen Dingen, das
Leiden an ihnen -) jene Vergiftung reicht viel weiter als man denkt:
ich fand den Theologen-Instinkt des Hochmuths überall wieder, wo man
sich heute als "Idealist" fühlt, - wo man, vermöge einer höheren
Abkunft, ein Recht in Anspruch nimmt, zur Wirklichkeit überlegen und
fremd zu blicken ... Der Idealist hat, ganz wie der Priester, alle
grossen Begriffe in der Hand (- und nicht nur in der Hand!), er spielt
sie mit einer wohlwollenden Verachtung gegen den "Verstand", die
"Sinne", die "Ehren", das "Wohlleben", die "Wissenschaft" aus, er
sieht dergleichen unter sich, wie schädigende und verführerische
Kräfte, über den<en> "der Geist" in reiner Für-sich-heit schwebt: -
als ob nicht Demuth, Keuschheit, Armut, Heiligkeit mit Einem Wort dem
Leben bisher unsäglich mehr Schaden gethan hätten als irgend welche
Furchtbarkeiten und Laster ... Der reine Geist ist die reine Lüge...
So lange der Priester noch als eine höhere Art Mensch gilt, dieser
Verneiner, Verleumder, Vergifter des Lebens von Beruf, giebt es keine
Antwort auf die Frage: was ist Wahrheit? Man hat bereits die Wahrheit
auf den Kopf gestellt, wenn der bewusste Advokat des Nichts und der
Verneinung als Vertreter der "Wahrheit" gilt...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
9.
Diesem Theologen-Instinkte mache ich den Krieg: ich fand seine Spur
überall. Wer Theologen-Blut im Leibe hat, steht von vornherein zu
allen Dingen schief und unehrlich. Das Pathos, das sich daraus
entwickelt, heißt sich Glaube: das Auge Ein-für-alle Mal vor sich
schliessen, um nicht am Aspekt unheilbarer Falschheit zu leiden. Man
macht bei sich eine Moral, eine Tugend, eine Heiligkeit aus dieser
fehlerhaften Optik zu allen Dingen, man knüpft das gute Gewissen an
das Falsch-sehen, - man fordert, daß keine andre Art Optik mehr Werth
haben dürfe, nachdem man die eigne mit den Namen "Gott" "Erlösung"
"Ewigkeit" sakrosankt gemacht hat. Ich grub den Theologen-Instinkt
noch überall aus: er ist die verbreitetste, die eigentlich
unterirdische Form der Falschheit, die es auf Erden giebt. Was ein
Theologe als wahr empfindet, das muß falsch sein: man hat daran
beinahe ein Kriterium der Wahrheit. Es ist sein unterster
Selbsterhaltungs-Instinkt, der verbietet, daß die Realität in irgend
einem Punkte zu Ehren oder auch nur zu Worte käme. So weit der
Theologen-Einfluss reicht, ist das Werth-Urtheil auf den Kopf
gestellt, sind die Begriffe "wahr" und "falsch" nothwendig umgekehrt:
was dem Leben am schädlichsten ist, das heißt hier "wahr", was es
hebt, steigert, bejaht, rechtfertigt und triumphiren macht, das heißt
"falsch" ... Kommt es vor, daß Theologen durch das "Gewissen" der
Fürsten (oder der Völker -) hindurch nach der Macht die Hand
ausstrecken, zweifeln wir nicht, was jedes Mal im Grunde sich begiebt:
der Wille zum Ende, der nihilistische Wille will zur Macht ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
10.
Unter Deutschen versteht man sofort, wenn ich sage, daß die
Philosophie durch Theologen-Blut verderbt ist. Der protestantische
Pfarrer ist Grossvater der deutschen Philosophie, der Protestantismus
selbst ihr peccatum originale. Definition des Protestantismus: die
halbseitige Lähmung des Christenthums - und der Vernunft ... Man hat
nur das Wort "Tübinger Stift" auszusprechen, um zu begreifen, was die
deutsche Philosophie im Grunde ist - eine hinterlistige Theologie ...
Die Schwaben sind die besten Lügner in Deutschland, sie lügen
unschuldig ... Woher das Frohlocken, das beim Auftreten Kants durch
die deutsche Gelehrtenwelt gieng, die zu drei Viertel aus Pfarrer- und
Lehrer-Söhnen besteht -, woher die deutsche Überzeugung, die auch
heute noch ihr Echo findet, daß mit Kant eine Wendung zum Besseren
beginne? Der Theologen-Instinkt im deutschen Gelehrten errieth, was
nunmehr wieder möglich war ... Ein Schleichweg zum alten Ideal stand
offen, der Begriff "wahre Welt", der Begriff der Moral als Essenz der
Welt (- diese zwei bösartigsten Irrthümer, die es giebt!) waren jetzt
wieder, Dank einer verschmitzt-klugen Skepsis, wenn nicht beweisbar,
so doch nicht mehr widerlegbar ... Die Vernunft, das Recht der
Vernunft reicht nicht so weit ... Man hatte aus der Realität eine
"Scheinbarkeit" gemacht; man hatte eine vollkommen erlogne Welt, die
des Seienden, zur Realität gemacht ... Der Erfolg Kant's ist bloss ein
Theologen-Erfolg: Kant war, gleich Luther, gleich Leibnitz, ein
Hemmschuh mehr in der an sich nicht taktfesten deutschen
Rechtschaffenheit - -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
11.
Ein Wort noch gegen Kant als Moralist. Eine Tugend muß unsre
Erfindung sein, unsre persönlichste Nothwehr und Nothdurft: in jedem
andren Sinne ist sie bloss eine Gefahr. Was nicht unser Leben bedingt,
schadet ihm: eine Tugend bloss aus einem Respekts-Gefühle vor dem
Begriff "Tugend" wie Kant es wollte, ist schädlich. Die "Tugend", die
"Pflicht", das "Gute an sich", das Gute mit dem Charakter der
Unpersönlichkeit und Allgemeingültigkeit - Hirngespinnste, in denen
sich der Niedergang, die letzte Entkräftung des Lebens, das
Königsberger Chinesenthum ausdrückt. Das Umgekehrte wird von den
tiefsten Erhaltungs- und Wachsthums-Gesetzen geboten: daß jeder sich
seine Tugend, seinen kategorischen Imperativ erfinde. Ein Volk geht zu
Grunde, wenn es seine Pflicht mit dem Pflichtbegriff überhaupt
verwechselt. Nichts ruinirt tiefer, innerlicher als jede
"unpersönliche" Pflicht, jede Opferung vor dem Moloch der Abstraktion.
...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Daß man den kategorischen Imperativ Kant's nicht als
lebensgefährlich empfunden hat! ... Der Theologen-Instinkt allein nahm
ihn in Schutz! - Eine Handlung, zu der der Instinkt des Lebens zwingt,
hat in der Lust ihren Beweis, eine rechte Handlung zu sein: und jener
Nihilist mit christlich-dogmatischen Eingeweiden verstand die Lust als
Einwand ... Was zerstört schneller als ohne innere Nothwendigkeit,
ohne eine tief persönliche Wahl, ohne Lustarbeiten, denken, fühlen?
als Automat der "Pflicht"? Es ist geradezu das Recept zur décadence,
selbst zum Idiotismus ... Kant wurde Idiot. - Und das war der
Zeitgenosse Goethes! Dies Verhängniss von Spinne galt als der deutsche
Philosoph, - gilt es noch! ... ich hüte mich zu sagen, was ich von den
Deutschen denke ... Hat Kant nicht in der französischen Revolution den
Übergang aus der unorganischen Form des Staats in die organische
gesehn? Hat er sich nicht gefragt, ob es eine Begebenheit gebt, die
gar nicht anders erklärt werden könne als durch eine moralische Anlage
der Menschheit, so daß mit ihr, Ein-für-alle Mal, die "Tendenz der
Menschheit zum Guten" bewiesen sei? Antwort Kant's: "das ist die
Revolution." Der fehlgreifende Instinkt in Allem und jedem, die
Widernatur als Instinkt, die deutsche décadence als Philosophie - das
ist Kant.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
12.
Ich nehme ein Paar Skeptiker bei Seite, den anständigen Typus in der
Geschichte der Philosophie: aber der Rest kennt die ersten Forderungen
der intellektuellen Rechtschaffenheit nicht. Sie machen es allesammt
wie die Weiblein, alle diese grossen Schwärmer und Wunderthiere, - sie
halten die "schönen Gefühle" bereits für Argumente, den "gehobenen
Busen" für einen Blasebalg der Gottheit, die Überzeugung für ein
Kriterium der Wahrheit. Zuletzt hat noch Kant, in "deutscher"
Unschuld, diese Form der Corruption, diesen Mangel an intellektuellem
Gewissen unter dem Begriff "praktische Vernunft" zu
verwissenschaftlichen versucht: er erfand eigens eine Vernunft dafür,
in welchem Falle man sich nicht um die Vernunft zu kümmern habe,
nämlich wenn die Moral, wenn die erhabne Forderung "du sollst" laut
wird. Erwägt man, daß fast bei allen Völkern der Philosoph nur die
Weiterentwicklung des priesterlichen Typus ist, so überrascht dieses
Erbstück des Priesters, die Falschmünzerei vor sich selbst, nicht
mehr. Wenn man heilige Aufgaben hat, zum Beispiel die Menschen zu
bessern, zu retten, zu erlösen, wenn man die Gottheit im Busen trägt,
Mundstück jenseitiger Imperative ist, so steht man mit einer solchen
Mission bereits ausserhalb aller bloss verstandesmässigen Werthungen,
- selbst schon geheiligt durch eine solche Aufgabe, selbst schon der
Typus einer höheren Ordnung! ... Was geht einen Priester die
Wissenschaft an! Er steht zu hoch dafür! - Und der Priester hat bisher
geherrscht! Er bestimmte den Begriff "wahr" und "unwahr"! ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
13.
Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind
bereits eine "Umwerthung aller Werthe", eine leibhafte Kriegs- und
Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von "wahr" und "unwahr". Die
werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die
werthvollsten Einsichten sind die Methoden. Alle Methoden, alle
Voraussetzungen unsrer jetzigen Wissenschaftlichkeit haben
Jahrtausende lang die tiefste Verachtung gegen sich gehabt, auf sie
hin war man aus dem Verkehre mit "honnetten" Menschen ausgeschlossen,
- man galt als "Feind Gottes", als Verächter der Wahrheit, als
"Besessener". Als wissenschaftlicher Charakter war man Tschandala ...
Wir haben das ganze Pathos der Menschheit gegen uns gehabt - ihren
Begriff von dem, was Wahrheit sein soll, was der Dienst der Wahrheit
sein soll: jedes "du sollst" war bisher gegen uns gerichtet ... Unsre
Objekte, unsre Praktiken, unsre stille vorsichtige misstrauische Art -
Alles schien ihr vollkommen unwürdig und verächtlich. - Zuletzt dürfte
man, mit einiger Billigkeit, sich fragen, ob es nicht eigentlich ein
ästhetischer Geschmack war, was die Menschheit in so langer Blindheit
gehalten hat: sie verlangte von der Wahrheit einen pittoresken Effekt,
sie verlangte insgleichen vom Erkennenden, daß er stark auf die Sinne
wirke. Unsre Bescheidenheit gieng ihr am längsten wider den Geschmack
... Oh wie sie das erriethen, diese Truthähne Gottes - -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
14.
Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden.
Wir leiten den Menschen nicht mehr vom "Geist", von der "Gottheit" ab,
wir haben ihn unter die Thiere zurückgestellt. Er gilt uns als das
stärkste Thier, weil er das listigste ist: eine Folge davon ist seine
Geistigkeit. Wir wehren uns anderseits gegen eine Eitelkeit, die auch
hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die grosse
Hinterabsicht der thierischen Entwicklung gewesen sei. Er ist durchaus
keine Krone der Schöpfung, jedes Wesen ist, neben ihm, auf einer
gleichen Stufe der Vollkommenheit ... Und indem wir das behaupten,
behaupten wir noch zuviel: der Mensch ist, relativ genommen, das
missrathenste Thier, das krankhafteste, das von seinen Instinkten am
gefährlichste<n> abgeirrte - freilich, mit alle dem, auch das
interessanteste!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Was die Thiere betrifft, so hat zuerst Descartes, mit
verehrungswürdiger Kühnheit, den Gedanken gewagt, das Thier als
machina zu verstehn: unsre ganze Physiologie bemüht sich um den Beweis
dieses Satzes. Auch stellen wir logischer Weise den Menschen nicht bei
Seite, wie noch Descartes that: was überhaupt heute vom Menschen
begriffen ist, geht genau so weit als er machinal begriffen ist.
Ehedem gab man dem Menschen als seine Mitgift aus einer höheren
Ordnung den "freien Willen": heute haben wir ihm selbst den Willen
genommen, in dem Sinne, daß darunter kein Vermögen mehr verstanden
werden darf. Das alte Wort "Wille" dient nur dazu, eine Resultante zu
bezeichnen, eine Art individueller Reaktion, die nothwendig auf eine
Menge theils widersprechender, theils zusammenstimmender Reize folgt:
- der Wille "wirkt" nicht mehr, "bewegt" nicht mehr ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ehemals sah man im Bewusstsein des Menschen, im "Geist", den Beweis
seiner höheren Abkunft, seiner Göttlichkeit; um den Menschen zu
vollenden, rieth man ihm an, nach der Art der Schildkröte, die Sinne
in sich hineinzuziehn, den Verkehr mit dem Irdischen einzustellen, die
sterbliche Hülle abzuthun: dann blieb die Hauptsache von ihm zurück,
der "reine Geist".  Wir haben uns auch hierüber besser besonnen: das
Bewusstwerden, der "Geist", gilt uns gerade als Symptom einer
relativen Unvollkommenheit des Organismus, als ein Versuchen, Tasten,
Fehlgreifen, als eine Mühsal, bei der unnöthig viel Nervenkraft
verbraucht wird, - wir leugnen, daß irgend Etwas vollkommen gemacht
werden kann, so lange es noch bewusst gemacht wird. Der "reine Geist"
ist eine reine Dummheit: rechnen wir das Nervensystem und die Sinne
ab, die "sterbliche Hülle", so verrechnen wir uns - weiter nichts! ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
15.
Weder die Moral noch die Religion berührt sich im Christenthume mit
irgend einem Punkte der Wirklichkeit. Lauter imaginäre Ursachen
("Gott", "Seele", "Ich" "Geist", "der freie Wille" - oder auch "der
unfreie"); lauter imaginäre Wirkungen ("Sünde", "Erlösung", "Gnade",
"Strafe", "Vergebung der Sünde"). Ein Verkehr zwischen imaginären
Wesen ("Gott" "Geister" "Seelen"); eine imaginäre Naturwissenschaft
(anthropocentrisch; völliger Mangel des Begriffs der natürlichen
Ursachen) eine imaginäre Psychologie (lauter Selbst-
Mißverständnisse, Interpretationen angenehmer oder unangenehmer
Allgemeingefühle, zum Beispiel der Zustände des nervus sympathicus mit
Hülfe der Zeichensprache religiös-moralischer Idiosynkrasie, - "Reue",
"Gewissensbiß", "Versuchung des Teufels", "die Nähe Gottes"); eine
imaginäre Teleologie ("das Reich Gottes", "das jüngste Gericht", "das
ewige Leben"). - Diese reine Fiktions-Welt unterscheidet sich dadurch
sehr zu ihren Ungunsten von der Traumwelt, daß letztere die
Wirklichkeit wiederspiegelt, während sie die Wirklichkeit fälscht,
entwertete, verneint. ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Nachdem erst der Begriff "Natur" als Gegenbegriff zu "Gott" erfunden
war, mußte "natürlich" das Wort sein für "verwerflich", - jene ganze
Fiktions-Welt hat ihre Wurzel im Hass gegen das Natürliche (- die
Wirklichkeit! -), sie ist der Ausdruck eines tiefen Missbehagens am
Wirklichen ... Aber damit ist Alles erklärt. Wer allein hat Gründe
sich wegzulügen aus der Wirklichkeit?  Wer an ihr leidet. Aber an der
Wirklichkeit leiden heißt eine verunglückte Wirklichkeit sein ... Das
Übergewicht der Unlustgefühle über die Lustgefühle ist die Ursache
jener fiktiven Moral und Religion: ein solches Übergewicht giebt aber
die Formel ab für décadence ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
16.
Zu dem gleichen Schlusse nöthigt eine Kritik des christlichen
Gottesbegriffs. - Ein Volk, das noch an sich selbst glaubt, hat auch
noch seinen eignen Gott. In ihm verehrt es die Bedingungen, durch die
es obenauf ist, seine Tugenden, - es projicirt seine Lust an sich,
sein Machtgefühl in ein Wesen, dem man dafür danken kann. Wer reich
ist, will abgeben; ein stolzes Volk braucht einen Gott, um zu opfern
... Religion, innerhalb solcher Voraussetzungen, ist eine Form der
Dankbarkeit. Man ist für sich selber dankbar: dazu braucht man einen
Gott. - Ein solcher Gott muß nützen und schaden können, muß Freund
und Feind sein können, - man bewundert ihn im Guten wie im Schlimmen.
Die widernatürliche Castration eines Gottes zu einem Gotte bloss des
Guten läge hier ausserhalb aller Wünschbarkeit. Man hat den bösen Gott
so nöthig als den guten: man verdankt ja die eigne Existenz nicht
gerade der Toleranz, der Menschenfreundlichkeit ... Was läge an einem
Gotte, der nicht Zorn, Rache, Neid, Hohn, List, Gewaltthat kennte? dem
vielleicht nicht einmal die entzückenden ardeurs des Siegs und der
Vernichtung bekannt wären? Man würde einen solchen Gott nicht
verstehn: wozu sollte man ihn haben? ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Freilich: wenn ein Volk zu Grunde geht; wenn es den Glauben an
Zukunft, seine Hoffnung auf Freiheit endgültig schwinden fühlt; wenn
ihm die Unterwerfung als erste Nützlichkeit, die Tugenden der
Unterworfenen als Erhaltungsbedingungen in's Bewusstsein treten, dann
muß sich auch sein Gott verändern. Er wird jetzt Duckmäuser,
furchtsam, bescheiden, räth zum "Frieden der Seele", zum
Nicht-mehr-Hassen, zur Nachsicht, zur "Liebe" selbst gegen Freund und
Feind. Er moralisirt beständig, er kriecht in die Höhle jeder
Privattugend, wird Gott für Jedermann, wird Privatmann, wird
Kosmopolit ... Ehemals stellte er ein Volk, die Stärke eines Volkes,
alles Aggressive und Machtdurstige aus der Seele eines Volkes dar:
jetzt ist er bloss noch der gute Gott ... In der That, es giebt keine
andre Alternative für Götter: entweder sind sie der Wille zur Macht -
und so lange werden sie Volksgötter sein - oder aber die Ohnmacht zur
Macht - und dann werden sie nothwendig gut...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
17.
Wo in irgend welcher Form der Wille zur Macht niedergeht, giebt es
jedes Mal auch einen physiologischen Rückgang, eine décadence. Die
Gottheit der décadence, beschnitten an ihren männlichsten Tugenden und
Trieben, wird nunmehr nothwendig zum Gott der
physiologisch-Zurückgegangenen, der Schwachen. Sie heißen sich selbst
nicht die Schwachen, sie heißen sich "die Guten" ... Man versteht,
ohne daß ein Wink noch Noth thäte, in welchen Augenblicken der
Geschichte erst die dualistische Fiktion eines guten und eines bösen
Gottes möglich wird. Mit demselben Instinkte, mit dem die Unterworfnen
ihren Gott zum "Guten an sich" herunterbringen, streichen sie aus dem
Gotte ihrer Überwinder die guten Eigenschaften aus; sie nehmen Rache
an ihren Herrn, dadurch daß sie deren Gott verteufeln. - Der gute
Gott, ebenso wie der Teufel: Beide Ausgeburten der décadence. - Wie
kann man heute noch der Einfalt christlicher Theologen so viel
nachgeben, um mit ihnen zu dekretiren, die Fortentwicklung des
Gottesbegriffs vom "Gotte Israels", vom Volksgotte zum christlichen
Gotte, zum Inbegriff alles Guten sei ein Fortschritt? ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wenn die Voraussetzungen des aufsteigenden Lebens, wenn alles Starke
Tapfere, Herrische, Stolze aus dem Gottesbegriffe eliminirt werden,
wenn er Schritt für Schritt zum Symbol eines Stabs für Müde, eines
Rettungsankers für alle Ertrinkenden heruntersinkt, wenn er
Arme-Leute-Gott, Sünder-Gott, Kranken-Gott par excellence wird, und
das Prädikat "Heiland", "Erlöser" gleichsam übrig bleibt als
göttliches Prädikat überhaupt: wovon redet eine solche Verwandlung?
eine solche Reduktion des Göttlichen? - Freilich: "das Reich Gottes"
ist damit grösser geworden.  Ehemals hatte er nur sein Volk, sein
"auserwähltes" Volk. Inzwischen gieng er, ganz wie sein Volk selber,
in die Fremde, auf Wanderschaft, er sass seitdem nirgendswo mehr
still: bis er endlich überall heimisch wurde, der grosse Cosmopolit, -
bis er "die grosse Zahl" und die halbe Erde auf seine Seite
bekam. Aber der Gott "der grossen Zahl", der Demokrat unter den
Göttern, wurde trotzdem kein stolzer Heidengott: er blieb Jude, er
blieb der Gott der Winkel, der Gott aller dunklen Ecken und Stellen,
aller ungesunden Quartiere der ganzen Welt! ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Und er [Gott] selbst, so blass, so schwach, so décadent ...
Selbst die Blassesten der Blassen wurden noch über ihn Herr, die
Herrn Metaphysiker, die Begriffs-Albinos. Diese spannen so lange um
ihn herum, bis er, hypnotisirt durch ihre Bewegungen, selbst Spinne,
selbst Metaphysicus wurde. Nunmehr spann er wieder die Welt aus sich
heraus - sub specie Spinozae -, nunmehr transfigurirte er sich ins
immer Dünnere und Blässere, ward "Ideal", ward "reiner Geist", ward
"absolutum", ward, Ding an sich ... Verfall eines Gottes: Gott ward
"Ding an sich"...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
18.
Der christliche Gottesbegriff - Gott als Krankengott, Gott als Spinne,
Gott als Geist - ist einer der corruptesten Gottesbegriffe, die auf
Erden erreicht worden sind; er stellt vielleicht selbst den Pegel des
Tiefstands in der absteigenden Entwicklung des Götter-Typus dar. Gott
zum Widerspruch des Lebens abgeartet, statt dessen Verklärung und
ewiges Ja zu sein. In Gott dem Leben, der Natur, dem Willen zum Leben
die Feindschaft angesagt! Gott die Formel für jede Verleumdung des
"Diesseits", für jede Lüge vom "Jenseits"! In Gott das Nichts
vergöttlicht, der Wille zum Nichts heilig gesprochen!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
19.
... Zwei Jahrtausende beinahe und nicht ein einziger neuer Gott!
Sondern immer noch und wie zu Recht bestehend, wie ein ultimatum und
maximum der gottbildenden Kraft, des creator spiritus im Menschen,
dieser erbarmungswürdige Gott des christlichen Monotono-Theismus! dies
hybride Verfalls-Gebilde aus Null, Begriff und Widerspruch, in dem
alle Décadence-Instinkte, alle Feigheiten und Müdigkeiten der Seele
ihre Sanktion haben! - -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
20.
Mit meiner Verurtheilung des Christenthums möchte ich kein Unrecht
gegen eine verwandte Religion begangen haben, die der Zahl der
Bekenner nach sogar überwiegt, gegen den Buddhismus. Beide gehören als
nihilistische Religionen zusammen - sie sind décadence-Religionen -,
beide sind von einander in der merkwürdigsten Weise getrennt. Daß man
sie jetzt vergleichen kann, dafür ist der Kritiker des Christenthums
den indischen Gelehrten tief dankbar. - Der Buddhismus ist hundert Mal
realistischer als das Christenthum, - er hat die Erbschaft des
objektiven und kühlen Probleme-Stellens im Leibe, er kommt nach einer
Hunderte von Jahren dauernden philosophischen Bewegung, der Begriff
"Gott" ist bereits abgethan, als er kommt. Der Buddhismus ist die
einzige eigentlich positivistische Religion, die uns die Geschichte
zeigt, auch noch in seiner Erkenntnisstheorie (einem strengen
Phänomenalismus -), er sagt nicht mehr "Kampf gegen Sünde", sondern,
ganz der Wirklichkeit das Recht gebend, "Kampf gegen das Leiden". Er
hat - dies unterscheidet ihn tief vom Christenthum - die
Selbst-Betrügerei der Moral-Begriffe bereits hinter sich, - er steht,
in meiner Sprache geredet, jenseits von Gut und Böse. ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die zwei physiologischen Thatsachen, auf denen er [der Buddhismus]
ruht und die er ins Auge fasst, sind: einmal eine übergrosse
Reizbarkeit der Sensibilität, welche sich als raffinirte
Schmerzfähigkeit ausdrückt, sodann eine Übergeistigung, ein
allzulanges Leben in Begriffen und logischen Prozeduren, unter dem der
Person-Instinkt zum Vortheil des "Unpersönlichen" Schaden genommen hat
(- Beides Zustände, die wenigstens Einige meiner Leser, die
"Objektiven", gleich mir selbst, aus Erfahrung kennen werden) Auf
Grund dieser physiologischen Bedingungen ist eine Depression
entstanden: gegen diese geht Buddha hygienisch vor. Er wendet dagegen
das Leben im Freien an, das Wanderleben, die Mässigung und die Wahl in
der Kost; die Vorsicht gegen alle Spirituosa; die Vorsicht insgleichen
gegen alle Affekte, die Galle machen, die das Blut erhitzen; keine
Sorge, weder für sich, noch für Andre. Er fordert Vorstellungen, die
entweder Ruhe geben oder erheitern - er erfindet Mittel, die andren
sich abzugewöhnen. Er versteht die Güte, das Gütig-sein als
gesundheitfördernd. Gebet ist ausgeschlossen, ebenso wie die Askese;
kein kategorischer Imperativ, kein Zwang überhaupt, selbst nicht
innerhalb der Klostergemeinschaft (- man kann wieder hinaus -) Das
Alles wären Mittel, um jene übergrosse Reizbarkeit zu verstärken.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Eben darum fordert er [der Buddhismus] auch keinen Kampf gegen
Andersdenkende; seine Lehre wehrt sich gegen nichts mehr als gegen das
Gefühl der Rache, der Abneigung, des ressentiment (- "nicht durch
Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende": der rührende Refrain des
ganzen Buddhismus ... ) Und das mit Recht: gerade diese Affekte wären
vollkommen ungesund in Hinsicht auf die diätetische Hauptabsicht. Die
geistige Ermüdung, die er vorfindet, und die sich in einer
allzugrossen "Objektivität" (das heißt Schwächung des
Individual-Interesses, Verlust an Schwergewicht, an "Egoismus")
ausdrückt, bekämpft <er> mit einer strengen Zurückführung auch der
geistigsten Interessen auf die Person. In der Lehre Buddha's wird der
Egoismus Pflicht: das "Eins ist Noth", das "wie kommst du vom Leiden
los" regulirt und begrenzt die ganze geistige Diät (- man darf sich
vielleicht an jenen Athener erinnern, der der reinen
"Wissenschaftlichkeit" gleichfalls den Krieg machte, an Sokrates, der
den Personal-Egoismus auch im Reich der Probleme zur Moral erhob.)
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
21.
Die Voraussetzung für den Buddhismus ist ein sehr mildes Klima, eine
grosse Sanftmuth und Liberalität in den Sitten, kein Militarismus; und
daß es die höheren und selbst gelehrten Stände sind, in denen die
Bewegung ihren Heerd hat. Man will die Heiterkeit, die Stille, die
Wunschlosigkeit als höchstes Ziel, und man erreicht sein Ziel. Der
Buddhismus ist keine Religion, in der man bloss auf Vollkommenheit
aspirirt: das Vollkommne ist der normale Fall. ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Im Christenthume kommen die Instinkte Unterworfner und Unterdrückter
in den Vordergrund: es sind die niedersten Stände, die in ihm ihr Heil
suchen. Hier wird als Beschäftigung, als Mittel gegen die Langeweile,
die Casuistik der Sünde, die Selbstkritik, die Gewissens-Inquisition
geübt; hier wird der Affekt gegen einen Mächtigen, "Gott" genannt,
beständig aufrecht erhalten (durch das Gebet); hier gilt das Höchste
als unerreichbar, als Geschenk, als "Gnade". Hier fehlt auch die
Öffentlichkeit; der Versteck, der dunkle Raum ist christlich. Hier
wird der Leib verachtet, die Hygiene als Sinnlichkeit abgelehnt; die
Kirche wehrt sich selbst gegen die Reinlichkeit (- die erste
christliche Massregel nach Vertreibung der Mauren war die Schliessung
der öffentlichen Bäder, von denen Cordova allein 270 besass).
Christlich ist ein gewisser Sinn der Grausamkeit, gegen sich und
Andre; der Hass gegen die Andersdenkenden; der Wille, zu verfolgen.
Düstere und aufregende Vorstellungen sind im Vordergrunde; die
höchstbegehrten, mit den höchsten Namen bezeichneten Zustände sind
Epilepsoïden; die Diät wird so gewährt, daß sie morbide Erscheinungen
begünstigt und die Nerven überreizt. Christlich ist die Todfeindschaft
gegen die Herren der Erde, gegen die "Vornehmen" - und zugleich ein
versteckter heimlicher Wettbewerb (- man lässt ihnen den "Leib", man
will nur die "Seele" ...) Christlich ist der Hass gegen den Geist,
gegen Stolz, Muth, Freiheit, libertinage des Geistes; christlich ist
der Hass gegen die Sinne, gegen die Freuden der Sinne, gegen die
Freude überhaupt ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
22.
Dies Christenthum, als es seinen ersten Boden verliess, die niedrigsten
Stände, die Unterwelt der antiken Welt, als es unter Barbaren-Völkern
nach Macht ausgieng, hatte hier nicht mehr müde Menschen zur Voraussetzung,
sondern innerlich verwilderte und sich zerreissende, - den starken Menschen,
aber den missrathenen. Die Unzufriedenheit mit sich, das Leiden an sich
ist hier nicht wie bei dem Buddhisten eine übermässige Reizbarkeit und
Schmerzfähigkeit, vielmehr umgekehrt ein übermächtiges Verlangen nach
Wehethun, nach Auslassung der inneren Spannung in feindseligen Handlungen
und Vorstellungen. Das Christenthum hatte barbarische Begriffe und
Werthe nöthig, um über Barbaren Herr zu werden: solche sind das
Erstlingsopfer, das Bluttrinken im Abendmahl, die Verachtung des Geistes und
der Cultur; die Folterung in allen Formen, sinnlich und unsinnlich; der
grosse Pomp des Cultus. Der Buddhismus ist eine Religion für späte Menschen,
für gütige, sanfte, übergeistig gewordne Rassen, die zu leicht Schmerz
empfinden (Europa ist noch lange nicht reif für ihn -): er ist eine
Rückführung derselben zu Frieden und Heiterkeit, zur Diät im Geistigen,
zu einer gewissen Abhärtung im Leiblichen. Das Christenthum will über
Raubthiere Herr werden; sein Mittel ist, sie krank zu machen, -
die Schwächung ist das christliche Rezept zur Zähmung, zur "Civilisation".
Der Buddhismus ist eine Religion für den Schluss und die Müdigkeit der
Civilisation, das Christenthum findet sie noch nicht einmal vor, -
es begründet sie unter Umständen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
23.
Der Buddhismus, nochmals gesagt, ist hundert Mal kälter, wahrhafter,
objektiver. Er hat nicht mehr nöthig, sich sein Leiden, seine
Schmerzfähigkeit anständig zu machen durch die Interpretation der
Sünde, - er sagt bloss, was er denkt "ich leide". Dem Barbaren dagegen
ist Leiden an sich nichts Anständiges: er braucht erst eine Auslegung,
um es sich einzugestehn, daß er leidet (sein Instinkt weist ihn eher
auf Verleugnung des Leidens, auf stilles Ertragen hin) Hier war das
Wort "Teufel" eine Wohlthat: man hatte einen übermächtigen und
furchtbaren Feind, - man brauchte sich nicht zu schämen, an einem
solchen Feind zu leiden. -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Das Christenthum hat einige Feinheiten auf dem Grunde, die zum Orient
gehören. Vor allem weiss es, daß es an sich ganz gleichgültig ist, ob
Etwas wahr <ist>, aber von höchster Wichtigkeit, sofern es als wahr
geglaubt wird. Die Wahrheit und der Glaube, daß Etwas wahr sei: zwei
ganz auseinanderliegende Interessen-Welten, fast Gegensatz - Welten -
man kommt zum Einen und zum Andren auf grundverschiednen Wegen.
Hierüber wissend zu sein - das macht im Orient beinahe den Weisen: so
verstehn es die Brahmanen, so versteht es Plato, so jeder Schüler
esoterischer Weisheit. Wenn zum Beispiel ein Glück darin liegt, sich
von der Sünde erlöst zu glauben, so thut als Voraussetzung dazu nicht
noth, daß der Mensch sündig sei, sondern daß er sich sündig fühlt.
Wenn aber überhaupt vor allem Glaube noth thut, so muß man die
Vernunft, die Erkenntniss, die Forschung in Misskredit bringen: der
Weg zur Wahrheit wird zum verbotnen Weg.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die starke Hoffnung ist ein viel grösseres Stimulans des Lebens, als
irgend ein einzelnes wirklich eintretendes Glück. Man muß Leidende durch
eine Hoffnung aufrecht erhalten, welcher durch keine Wirklichkeit
widersprochen werden kann, - welche nicht durch eine Erfüllung abgethan
wird: eine Jenseits-Hoffnung. (Gerade wegen dieser Fähigkeit, den
Unglücklichen hinzuhalten, galt die Hoffnung bei den Griechen als übel
der Übel, als das eigentlich tückische Übel: es blieb im Fass des Übels
zurück). - Damit Liebe möglich ist, muß Gott Person sein; damit die
untersten Instinkte mitreden können, muß Gott jung sein. Man hat für die
Inbrunst der Weiber einen schönen Heiligen, für die der Männer eine
Maria in den Vordergrund zu rücken. Dies unter der Voraussetzung, daß
das Christenthum auf einem Boden Herr, werden will, wo aphrodisische
oder Adonis-Culte den Begriff des Cultus bereits bestimmt haben. Die
Forderung der Keuschheit verstärkt die Vehemenz und Innerlichkeit des
religiösen Instinkts - sie macht den Cultus wärmer, schwärmerischer,
seelenvoller. - Die Liebe ist der Zustand, wo der Mensch die Dinge am
meisten so sieht, wie sie nicht sind. Die illusorische Kraft ist da
auf ihrer Höhe, ebenso die versüssende, die verklärende Kraft. Man
erträgt in der Liebe mehr als sonst, man duldet Alles. Es galt eine
Religion zu erfinden, in der geliebt werden kann: damit ist man über
das Schlimmste am Leben hinaus - man sieht es gar nicht mehr. - So
viel über die drei christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung: ich
nenne sie die drei christlichen Klugheiten. - Der Buddhismus ist zu
spät, zu positivistisch dazu, um noch auf diese Weise klug zu sein. -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
24.
... Die Juden sind das merkwürdigste Volk der Weltgeschichte, weil sie,
vor die Frage von Sein und Nichtsein gestellt, mit einer vollkommen
unheimlichen Bewusstheit das Sein um jeden Preis vorgezogen haben:
dieser Preis war die radikale Fälschung aller Natur, aller
Natürlichkeit, aller Realität, der ganzen inneren Welt so gut als der
äusseren. Sie grenzten sich ab gegen alle Bedingungen, unter denen
bisher ein Volk leben konnte, leben durfte, sie schufen aus sich einen
Gegensatz-Begriff zu natürlichen Bedingungen, - sie haben, der Reihe
nach, die Religion, den Cultus, die Moral, die Geschichte, die
Psychologie auf eine unheilbare Weise in den Widerspruch zu deren
Natur-Werthen umgedreht. Wir begegnen demselben Phänomene noch einmal
und in unsäglich vergrösserten Proportionen, trotzdem nur als Copie: -
die christliche Kirche entbehrt, im Vergleich zum "Volk der Heiligen",
jedes Anspruchs auf Originalität. Die Juden sind, ebendamit, das
verhängnissvollste Volk der Weltgeschichte: in ihrer Nachwirkung haben
sie die Menschheit dermaassen falsch gemacht, daß heute noch der
Christ antijüdisch fühlen kann, ohne sich als die letzte jüdische
Consequenz zu verstehn.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Um Nein sagen zu können zu Allem, was die aufsteigende Bewegung des
Lebens, die Wohlgerathenheit, die Macht, die Schönheit, die
Selbstbejahung auf Erden darstellt, mußte hier sich der Genie
gewordne Instinkt des ressentiment eine andre Welt erfinden, von wo
aus jene Lebens-Bejahung als das Böse, als das Verwerfliche an sich
erschien.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Javeh ist der Gott Israels und folglich Gott der Gerechtigkeit:
die Logik jedes Volks, das in Macht ist und ein gutes Gewissen davon hat.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Der alte Gott konnte nichts mehr von dem, was er ehemals konnte. Man
hätte ihn fahren lassen sollen. Was geschah? Man veränderte seinen
Begriff, - man entnatürlichte seinen Begriff: um diesen Preis hielt
man ihn fest. - Javeh der Gott der "Gerechtigkeit", - nicht mehr eine
Einheit mit Israel, ein Ausdruck des Volks-Selbstgefühls: nur noch ein
Gott unter Bedingungen ... Sein Begriff wird ein Werkzeug in den
Händen priesterlicher Agitatoren, welche alles Glück nunmehr als Lohn,
alles Unglück als Strafe für Ungehorsam gegen Gott, für "Sünde",
interpretiren: jene verlogenste Interpretations-Manier einer angeblich
"sittlichen Weltordnung", mit der, ein für alle Mal, der Naturbegriff
"Ursache" und "Wirkung" auf den Kopf gestellt ist. Wenn man erst, mit
Lohn und Strafe, die natürliche Causalität aus der Welt geschafft hat,
bedarf man einer widernatürlichen Causalität: der ganze Rest von
Unnatur folgt nunmehr.  Ein Gott, der fordert - an Stelle eines
Gottes, der hilft, der Rath schafft, der im Grunde das Wort ist für
jede glückliche Inspiration des Muths und des Selbstvertrauens ... Die
Moral, nicht mehr der Ausdruck der Lebens- und Wachsthums-Bedingungen
eines Volk<s>, nicht mehr sein unterster Instinkt des Lebens, sondern
abstrakt geworden, Gegensatz zum Leben geworden, - Moral als
grundsätzliche Verschlechterung der Phantasie, als "böser Blick" für
alle Dinge. Was ist jüdische, was ist christliche Moral? Der Zufall um
seine Unschuld gebracht; das Unglück mit dem Begriff "Sünde"
beschmutzt; das Wohlbefinden als Gefahr, als "Versuchung"; das
physiologische Übelbefinden mit dem Gewissens-Wurm vergiftet ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
26.
Der Gottesbegriff gefälscht; der Moralbegriff gefälscht: - die
jüdische Priesterschaft blieb dabei nicht stehn. Man konnte die ganze
Geschichte Israels nicht brauchen: fort mit ihr! - Diese Priester
haben jenes Wunderwerk von Fälschung zu Stande gebracht, als deren
Dokument uns ein guter Theil der Bibel vorliegt: sie haben ihre eigne
Volks-Vergangenheit mit einem Hohn ohne Gleichen gegen jede
Überlieferung, gegen jede historische Realität ins Religiöse
übersetzt, das heißt, aus ihr einen stupiden Heils-Mechanismus von
Schuld gegen Javeh und Strafe, von Frömmigkeit gegen Javeh und Lohn
gemacht. Wir würden diesen schmachvollsten Akt der
Geschichts-Fälschung viel schmerzhafter empfinden, wenn uns nicht die
kirchliche Geschichts-Interpretation von Jahrtausenden fast stumpf für
die Forderungen der Rechtschaffenheit in historicis gemacht hätte.
...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Und der Kirche sekundirten die Philosophen: die Lüge "der sittlichen
Weltordnung" geht durch die ganze Entwicklung selbst der neueren
Philosophie. Was bedeutet "sittliche Weltordnung"? Daß es, ein für
alle Mal, einen Willen Gottes giebt, was der Mensch zu thun, was er zu
lassen habe; daß der Werth eines Volkes, eines Einzelnen sich darnach
bemesse, wie sehr oder wie wenig dem Willen Gottes gehorcht wird; daß
in den Schicksalen eines Volkes, eines Einzelnen sich der Wille Gottes
als herrschend, das heißt als strafend und belohnend, je nach dem
Grade des Gehorsams, beweist.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die Realität an Stelle dieser erbarmungswürdigen Lüge heißt: eine
parasitische Art Mensch, die nur auf Kosten aller gesunden Bildungen
des Lebens gedeiht, der Priester, missbraucht den Namen Gottes: er nennt
einen Zustand der Dinge, in dem der Priester den Werth der Dinge bestimmt,
"das Reich Gottes"; er nennt die Mittel, vermöge deren ein solcher
Zustand erreicht oder aufrecht erhalten wird, "den Willen Gottes";
er misst, mit einem kaltblütigen Cynismus, die Völker, die Zeiten,
die Einzelnen darnach ab, ob sie der Priester-Übermacht nützten oder
widerstrebten. Man sehe sie am Werk: unter den Händen der jüdischen
Priester wurde die grosse Zeit in der Geschichte Israels eine
Verfalls-Zeit; das Exil, das lange Unglück verwandelte sich in eine
ewige Strafe für die grosse Zeit - eine Zeit, in der der Priester noch
nichts war ... Sie haben aus den mächtigen, sehr frei gerathenen Gestalten
der Geschichte Israels, je nach Bedürfniss, armselige Ducker und Mucker
oder "Gottlose" gemacht, sie haben die Psychologie jedes grossen
Ereignisses auf die Idioten-Formel "Gehorsam oder Ungehorsam gegen Gott"
vereinfacht.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ein Schritt weiter: der "Wille Gottes", das heißt die
Erhaltungs-Bedingungen für die Macht des Priesters, muß bekannt sein,
- zu diesem Zwecke bedarf es einer "Offenbarung". Auf deutsch: eine
grosse litterarische Fälschung wird nöthig, eine "heilige Schrift"
wird entdeckt, - unter allem hieratischen Pomp, mit Busstagen und
Jammergeschrei über die lange "Sünde" wird sie öffentlich gemacht. Der
"Wille Gottes" stand längst fest: das ganze Unheil liegt darin, daß
man sich der "heiligen Schrift" entfremdet hat ... Moses schon war der
"Wille Gottes" offenbart ... Was war geschehn? Der Priester hatte, mit
Strenge, mit Pedanterie, bis auf die grossen und kleinen Steuern, die
man ihm zu zahlen hatte (- die schmackhaftesten Stücke vom Fleisch
nicht zu vergessen: denn der Priester ist ein Beefsteak-Fresser) ein
für alle Mal formulirt, was er haben will, "was der Wille Gottes ist"
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Von nun an sind alle Dinge des Lebens so geordnet, daß der
Priester überall unentbehrlich ist; in allen natürlichen Vorkommnissen
des Lebens, bei der Geburt, der Ehe, der Krankheit, dem Tode, gar
nicht vom Opfer ("der Mahlzeit") zu reden, erscheint der heilige
Parasit, um sie zu entnatürlichen: in seiner Sprache zu "heiligen" ...
Denn dies muß man begreifen: jede natürliche Sitte, jede natürliche
Institution (Staat, Gerichts-Ordnung, Ehe, Kranken- und Armenpflege),
jede vom Instinkt des Lebens eingegebne Forderung, kurz Alles, was
seinen Werth in sich hat, wird durch den Parasitismus des Priesters
(oder der "sittlichen Weltordnung") grundsätzlich werthlos,
werth-widrig gemacht: es bedarf nachträglich einer Sanktion, - eine
werthverleihende Macht thut noth, welche die Natur darin verneint,
welche eben damit erst einen Werth schafft ... Der Priester
entwerthet, entheiligt die Natur: um diesen Preis besteht er
überhaupt. - Der Ungehorsam gegen Gott, das heißt gegen den Priester,
gegen "das Gesetz" bekommt nun den Namen "Sünde"; die Mittel, sich
wieder "mit Gott zu versöhnen", sind, wie billig, Mittel, mit denen
die Unterwerfung unter den Priester nur noch gründlicher gewährleistet
ist: der Priester allein "erlöst" ... Psychologisch nachgerechnet
werden in jeder priesterlich organisirten Gesellschaft die "Sünden"
unentbehrlich: sie sind die eigentlichen Handhaben der Macht, der
Priester lebt von den Sünden, er hat nöthig, daß "gesündigt" wird ...
Oberster Satz: "Gott vergiebt dem, der Busse thut" - auf deutsch: der
sich dem Priester unterwirft. -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
27.
Auf einem dergestalt falschen Boden, wo jede Natur, jeder Natur-Werth,
jede Realität die tiefsten Instinkte der herrschenden Klasse wider
sich hatte, wuchs das Christenthum auf, eine Todfeindschafts-Form
gegen die Realität, die bisher nicht übertroffen worden ist. Das
"heilige Volk", das für alle Dinge nur Priester-Werthe, nur
Priester-Worte übrig behalten hatte, und mit einer
Schluss-Folgerichtigkeit, die Furcht einflössen kann, Alles, was sonst
noch an Macht auf Erden bestand, als "unheilig", als "Welt", als
"Sünde" von sich abgetrennt hatte - dies Volk brachte für seinen
Instinkt eine letzte Formel hervor, die logisch war bis zur
Selbstverneinung: es verneinte, als Christenthum, noch die letzte Form
der Realität, das "heilige Volk", das "Volk der Ausgewählten", die
jüdische Realität selbst. Der Fall ist ersten Rangs: die kleine
aufständische Bewegung, die auf den Namen des Jesus von Nazareth
getauft wird, ist der jüdische Instinkt noch einmal, - anders gesagt,
der Priester-Instinkt, der den Priester als Realität nicht mehr
verträgt, die Erfindung einer noch abgezogneren Daseinsform, einer
noch unrealeren Vision der Welt, als sie die Organisation einer Kirche
bedingt. Das Christenthum verneint die Kirche ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ich sehe nicht ab, wogegen der Aufstand gerichtet war, als dessen
Urheber Jesus verstanden oder missverstanden worden ist, wenn es nicht
der Aufstand gegen die jüdische Kirche war, Kirche genau in dem Sinn
genommen, in dem wir heute das Wort nehmen. Es war ein Aufstand gegen
"die Guten und Gerechten", gegen "die Heiligen Israels", gegen die
Hierarchie der Gesellschaft - nicht gegen deren Verderbniss, sondern
gegen die Kaste, das Privilegium, die Ordnung, die Formel; es war der
Unglaube an die "höheren Menschen", das Nein gesprochen gegen Alles,
was Priester und Theologe war. Aber die Hierarchie, die damit, wenn
auch nur für einen Augenblick, in Frage gestellt wurde, war der
Pfahlbau, auf dem das jüdische Volk, mitten im "Wasser", überhaupt
noch fortbestand, die mühsam errungene letzte Möglichkeit, übrig zu
bleiben, das residuum seiner politischen Sonder-Existenz: ein Angriff
auf sie war ein Angriff auf den tiefsten Volks-Instinkt, auf den
zähesten Volks-Lebens-Willen, der je auf Erden dagewesen ist. Dieser
heilige Anarchist, der das niedere Volk, die Ausgestossnen und
"Sünder", die Tschandala innerhalb des Judenthums zum Widerspruch
gegen die herrschende Ordnung aufrief - mit einer Sprache, falls den
Evangelien zu trauen wäre, die auch heute noch nach Sibirien führen
würde, war ein politischer Verbrecher, so weit eben politische
Verbrecher in einer absurd-unpolitischen Gemeinschaft möglich waren.
Dies brachte ihn an's Kreuz: der Beweis dafür ist die Aufschrift des
Kreuzes. Er starb für seine Schuld, - es fehlt jeder Grund dafür, so
oft es auch behauptet worden ist, daß er für die Schuld Andrer starb.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
28.
...
Ich bekenne, daß ich wenige Bücher mit solchen Schwierigkeiten lese
wie die Evangelien. Diese Schwierigkeiten sind andre, als die, an
deren Nachweis die gelehrte Neugierde des deutschen Geistes einen
ihrer unvergesslichsten Triumphe gefeiert hat. Die Zeit ist fern, wo
auch ich, gleich jedem jungen Gelehrten, mit der klugen Langsamkeit
eines raffinirten Philologen das Werk des unvergleichlichen Strauss
auskostete. Damals war ich zwanzig Jahr alt: jetzt bin ich zu ernst
dafür. Was gehen mich die Widersprüche der "Überlieferung" an? Wie
kann man Heiligen-Legenden überhaupt "Überlieferung" nennen! Die
Geschichten von Heiligen sind die zweideutigste Litteratur, die es
überhaupt giebt: auf sie die wissenschaftliche Methode anwenden, wenn
sonst keine Urkunden vorliegen, scheint mir von vornherein verurtheilt
- blosser gelehrter Müssiggang ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Was mich angeht, ist der psychologische Typus des Erlösers. ...
Die Versuche, die ich kenne, aus den Evangelien sogar die Geschichte
einer "Seele" herauszulesen, scheinen mir Beweise einer verabscheuungswürdigen
psychologischen Leichtfertigkeit. Herr Renan, dieser Hanswurst in
psychologicis, hat die zwei ungehörigsten Begriffe zu seiner Erklärung
des Typus Jesus hinzugebracht, die es hierfür geben kann: den Begriff
Genie und den Begriff Held ("héros").  ...
Aus Jesus einen Helden machen! - Und was
für ein Missverständniss ist gar das Wort "Genie"! Unser ganzer
Begriff, unser Cultur-Begriff "Geist" hat in der Welt, in der Jesus
lebt, gar keinen Sinn. Mit der Strenge des Physiologen gesprochen,
wäre hier ein ganz andres Wort eher noch am Platz: das Wort Idiot.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Wir kennen einen Zustand krankhafter Reizbarkeit des Tastsinns, der dann
vor jeder Berührung, vor jedem Anfassen eines festen Gegenstandes
zurückschaudert. Man übersetze sich einen solchen physiologischen
habitus in seine letzte Logik - als Instinkt-Hass gegen jede Realität,
als Flucht in's "Unfassliche", in's "Unbegreifliche", als Widerwille
gegen jede Formel, jeden Zeit- und Raumbegriff, gegen Alles, was fest,
Sitte, Institution, Kirche ist, als Zu-Hause-sein in einer Welt, an
die keine Art Realität mehr rührt, einer bloss noch "inneren" Welt,
einer "wahren" Welt, einer "ewigen" Welt ... "Das Reich Gottes ist in
euch" ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Antichrist)
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
30.
Der Instinkt-Hass gegen die Realität: Folge einer extremen Leid- und
Reizfähigkeit, welche überhaupt nicht mehr "berührt" werden will, weil
sie jede Berührung zu tief empfindet.

Die Instinkt-Ausschliessung aller Abneigung, aller Feindschaft, aller
Grenzen und Distanzen im Gefühl: Folge einer extremen Leid- und
Reizfähigkeit, welche jedes Widerstreben, Widerstreben-Müssen bereits
als unerträgliche Unlust (das heißt als schädlich, als vom
Selbsterhaltungs-Instinkte widerrathen) empfindet und die Seligkeit
(die Lust) allein darin kennt, nicht mehr, Niemandem mehr, weder dem
übel, noch dem Bösen, Widerstand zu leisten, - die Liebe als einzige,
als letzte Lebens-Möglichkeit ...

Dies sind die zwei physiologischen Realitäten, auf denen, aus denen
die Erlösungs-Lehre gewachsen ist. Ich nenne sie eine sublime
Weiter-Entwicklung des Hedonismus auf durchaus morbider Grundlage.
Nächstverwandt, wenn auch mit einem grossen Zuschuss von griechischer
Vitalität und Nervenkraft, bleibt ihr der Epicureismus, die
Erlösungs-Lehre des Heidenthums. Epicur ein typischer décadent: zuerst
von mir als solcher erkannt. - Die Furcht vor Schmerz, selbst vor dem
Unendlich-Kleinen im Schmerz - sie kann gar nicht anders enden als in
einer Religion der Liebe ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
31.
Ich habe meine Antwort auf das Problem vorweg gegeben. Die
Voraussetzung für sie ist, daß der Typus des Erlösers uns nur in
einer starken Entstellung erhalten ist. Diese Entstellung hat an sich
viel Wahrscheinlichkeit: ein solcher Typus konnte aus mehreren Gründen
nicht rein, nicht ganz, nicht frei von Zuthaten bleiben. Es muß
sowohl das milieu, in dem sich diese fremde Gestalt bewegte, Spuren an
ihm hinterlassen haben, als noch mehr die Geschichte, das Schicksal
der ersten christlichen Gemeinde: aus ihm wurde, rückwirkend, der
Typus mit Zügen bereichert, die erst aus dem Kriege und zu Zwecken der
Propaganda verständlich werden. Jene seltsame und kranke Welt, in die
uns die Evangelien einführen - eine Welt, wie aus einem russischen
Romane, in der sich Auswurf der Gesellschaft, Nerven leiden und
"kindliches" Idiotenthum ein Stelldichein zu geben scheinen - muß
unter allen Umständen den Typus vergröbert haben: die ersten Jünger in
Sonderheit übersetzten ein ganz in Symbolen und Unfasslichkeiten
schwimmendes Sein erst in die eigne Crudität, um überhaupt Etwas davon
zu verstehn, - für sie war der Typus erst nach einer Einformung in
bekanntere Formen vorhanden ... Der Prophet, der Messias, der
zukünftige Richter, der Morallehrer, der Wundermann, Johannes der
Täufer - ebensoviele Gelegenheiten, den Typus zu verkennen ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Einstweilen klafft ein Widerspruch zwischen dem Berg-, See-
und Wiesen-Prediger, dessen Erscheinung wie ein Buddha auf einem sehr
wenig indischen Boden anmuthet, und jenem Fanatiker des Angriffs, dem
Theologen- und Priester-Todfeind, den Renan's Bosheit als "le grand
maitre en ironie" verherrlicht hat. Ich selber zweifle nicht daran,
daß das reichliche Maass Galle (und selbst von esprit) erst aus dem
erregten Zustand der christlichen Propaganda auf den Typus des
Meisters übergeflossen ist: man kennt ja reichlich die
Unbedenklichkeit aller Sektirer, aus ihrem Meister sich ihre Apologie
zurechtzumachen. Als die erste Gemeinde einen richtenden, hadernden,
zürnenden, bösartig spitzfindigen Theologen nöthig hatte, gegen
Theologen, schuf sie sich ihren "Gott" nach ihrem Bedürfnisse: wie sie
ihm auch jene völlig unevangelischen Begriffe, die sie jetzt nicht
entbehren konnte, "Wiederkunft", "jüngstes Gericht", jede Art
zeitlicher Erwartung und Verheißung ohne Zögern in den Mund gab. -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
32.
Ich wehre mich, nochmals gesagt, dagegen, daß man den Fanatiker in
den Typus des Erlösers einträgt: das Wort impérieux, das Renan
gebraucht, annullirt allein schon den Typus. Die "gute Botschaft" ist
eben, daß es keine Gegensätze mehr giebt; das Himmelreich gehört den
Kindern; der Glaube, der hier laut wird, ist kein erkämpfter Glaube, -
er ist da, er ist von Anfang, er ist gleichsam eine ins Geistige
zurückgetretene Kindlichkeit. Der Fall der verzögerten und im
Organismus unausgebildeten Pubertät als Folgeerscheinung der
Degenerescenz ist wenigstens den Physiologen vertraut. - Ein solcher
Glaube zürnt nicht, tadelt nicht, wehrt sich nicht: er bringt nicht
"das Schwert", - er ahnt gar nicht, in wiefern er einmal trennen
könnte. Er beweist sich nicht, weder durch Wunder, noch durch Lohn und
Verheißung, noch gar "durch die Schrift": er selbst ist jeden
Augenblick sein Wunder, sein Lohn, sein Beweis, sein "Reich Gottes".
Dieser Glaube formulirt sich auch nicht - er lebt, er wehrt sich gegen
Formeln.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Freilich bestimmt der Zufall der Umgebung, der Sprache, der
Vorbildung einen gewissen Kreis von Begriffen: das erste Christenthum
handhabt nur jüdischsemitische Begriffe (- das Essen und Trinken beim
Abendmahl gehört dahin, jener von der Kirche, wie alles jüdische, so
schlimm missbrauchte Begriff) Aber man hüte sich darin mehr als eine
Zeichenrede, eine Semiotik, eine Gelegenheit zu Gleichnissen zu sehn.
Gerade, daß kein Wort wörtlich genommen wird, ist diesem
Anti-Realisten die Vorbedingung, um überhaupt reden zu können. Unter
Indern würde er sich der Sankhyam-Begriffe, unter Chinesen der des
Laotse bedient haben - und keinen Unterschied dabei fühlen. - Man
könnte, mit einiger Toleranz im Ausdruck, Jesus einen "freien Geist"
nennen - er macht sich aus allem Festen nichts: das Wort tödtet, alles
was fest ist, tödtet. Der Begriff, die Erfahrung "Leben", wie er sie
allein kennt, widerstrebt bei ihm jeder Art Wort, Formel, Gesetz,
Glaube, Dogma. Er redet bloss vom Innersten: "Leben" oder "Wahrheit"
oder "Licht" ist sein Wort für das Innerste, - alles übrige, die ganze
Realität, die ganze Natur, die Sprache selbst, hat für ihn bloss den
Werth eines Zeichens, eines Gleichnisses. -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Man darf sich an dieser Stelle durchaus nicht vergreifen, so gross auch die
Verführung ist, welche im christlichen, will sagen kirchlichen Vorurtheil
liegt: Eine solche Symbolik par excellence steht ausserhalb aller Religion,
aller Cult-Begriffe, aller Historie, aller Naturwissenschaft, aller
Welt-Erfahrung, aller Kenntnisse, aller Politik, aller Psychologie,
aller Bücher, aller Kunst - sein "Wissen" ist eben, die reine
Thorheit darüber, daß es Etwas dergleichen giebt. Die Cultur ist ihm
nicht einmal vom Hörensagen bekannt, er hat keinen Kampf gegen sie
nöthig, - er verneint sie nicht ... Dasselbe gilt vom Staat, von der
ganzen bürgerlichen Ordnung und Gesellschaft, von der Arbeit, vom
Kriege - er hat nie einen Grund gehabt, "die Welt" zu verneinen, er
hat den kirchlichen Begriff "Welt" nie geahnt ... Das Verneinen ist
eben das ihm ganz Unmögliche. - Insgleichen fehlt die Dialektik, es
fehlt die Vorstellung dafür, daß ein Glaube, eine "Wahrheit" durch
Gründe bewiesen werden könnte (- seine Beweise sind innere "Lichter",
innere Lust-Gefühle und Selbstbejahungen, lauter "Beweise der Kraft"
-) Eine solche Lehre kann auch nicht widersprechen, sie begreift gar
nicht, daß es andre Lehren giebt, geben kann, sie weiss sich ein
gegentheiliges Urtheilen gar nicht vorzustellen ... Wo sie es
antrifft, wird sie aus innerstem Mitgefühle über "Blindheit" trauern,
- denn sie sieht das "Licht" -, aber keinen Einwand machen ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
34.
...
Ich schäme mich daran zu erinnern, was die Kirche aus diesem Symbolismus
gemacht hat: hat sie nicht eine Amphitryon-Geschichte an die Schwelle des
christlichen "Glaubens" gesetzt? Und ein Dogma von der "unbefleckten
Empfängniss" noch obendrein? ... Aber damit hat sie die Empfängniss
befleckt ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
35.
Dieser "frohe Botschafter" starb wie er lebte, wie er lehrte - nicht
um "die Menschen zu erlösen", sondern um zu zeigen, wie man zu leben
hat. Die Praktik ist es, welche er der Menschheit hinterliess: sein
Verhalten vor den Richtern, vor den Häschern, vor den Anklägern und
aller Art Verleumdung und Hohn, - sein Verhalten am Kreuz. Er
widersteht nicht, er vertheidigt nicht sein Recht, er thut keinen
Schritt, der das Äusserste von ihm abwehrt, mehr noch, er fordert es
heraus... Und er bittet, er leidet, er liebt mit denen, in denen, die
ihm Böses thun ... Die Worte zum Schächer am Kreuz enthalten das ganze
Evangelium. "Das ist wahrlich ein göttlicher Mensch gewesen, ein Kind
Gottes" sagt der Schächer. "Wenn du dies fühlst - anwortet der Erlöser
- so bist du im Paradiese, so bist auch du ein Kind Gottes ..." Nicht
sich wehren, nicht zürnen, nicht verantwortlich-machen ... Sondern
auch nicht dem Bösen widerstehen, - ihn lieben...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
36.
Erst wir, wir freigewordenen Geister, haben die Voraussetzung dafür,
Etwas zu verstehn, das neunzehn Jahrhunderte missverstanden haben, -
jene Instinkt und Leidenschaft gewordene Rechtschaffenheit, welche der
"heiligen Lüge" noch mehr als jeder andren Lüge den Krieg macht ...
Man war unsäglich entfernt von unsrer liebevollen und vorsichtigen
Neutralität, von jener Zucht des Geistes, mit der allein das Errathen
so fremder, so zarter Dinge ermöglicht wird: man wollte jeder Zeit,
mit einer unverschämten Selbstsucht, nur seinen Vortheil darin, man
hat aus dem Gegensatz zum Evangelium die Kirche aufgebaut ...

Wer nach Zeichen dafür suchte, daß hinter dem grossen Welten-Spiel
eine ironische Göttlichkeit die Finger handhabte, er fände keinen
kleinen Anhalt in dem ungeheuren Fragezeichen, das Christenthum
heißt. Daß die Menschheit vor dem Gegensatz dessen auf den Knien
liegt, was der Ursprung, der Sinn, das Recht des Evangeliums war, daß
sie in dem Begriff "Kirche" gerade das heilig gesprochen hat, was der
"frohe Botschafter" als unter sich, als hinter sich empfand - man
sucht vergebens nach einer grösseren Form welthistorischer Ironie -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum.
37.
- Unser Zeitalter ist stolz auf seinen historischen Sinn: wie hat es
sich den Unsinn glaublich machen können, daß an dem Anfange des
Christenthums die grobe Wunderthäter - und Erlöser-Fabel steht, - und
daß alles Spirituale und Symbolische erst eine spätere Entwicklung
ist? Umgekehrt: die Geschichte des Christenthums - und zwar vom Tode
am Kreuze an - ist die Geschichte des schrittweise immer gröberen
Missverstehns eines ursprünglichen Symbolismus. Mit jeder Ausbreitung
des Christenthums über noch breitere, noch rohere Massen, denen die
Voraussetzungen immer mehr abgiengen, aus denen es geboren ist, wurde
es nöthiger, das Christenthum zu vulgarisiren, zu barbarisiren, - es
hat Lehren und Riten aller unterirdischen Culte des imperium Romanurn,
es hat den Unsinn aller Arten kranker Vernunft in sich eingeschluckt.
Das Schicksal des Christenthums liegt in der Nothwendigkeit, daß sein
Glaube selbst so krank, so niedrig und vulgär werden mußte, als die
Bedürfnisse krank, niedrig und vulgär waren, die mit ihm befriedigt
werden sollten. Als Kirche summirt sich endlich die kranke Barbarei
selbst zur Macht, - die Kirche diese Todfeindschaftsform zu jeder
Rechtschaffenheit, zu jeder Höhe der Seele, zu jeder Zucht des
Geistes, zu jeder freimüthigen und gütigen Menschlichkeit. - Die
christlichen - die vornehmen Werthe: erst wir, wir freigewordnen
Geister, haben diesen grössten Werth-Gegensatz, den es giebt,
wiederhergestellt! - -
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ich unterdrücke an dieser Stelle einen Seufzer nicht. Es giebt Tage,
wo mich ein Gefühl heimsucht, schwärzer als die schwärzeste
Melancholie - die Menschen-Verachtung. Und damit ich keinen Zweifel
darüber lasse, was ich verachte, wen ich verachte: der Mensch von
heute ist es, der Mensch, mit dem ich verhängnissvoll gleichzeitig
bin. Der Mensch von heute - ich ersticke an seinem unreinen Athem ...
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Gegen das Vergangne bin ich, gleich allen Erkennenden, von einer
grossen Toleranz, das heißt grossmüthigen Selbstbezwingung: ich gehe
durch die Irrenhaus-Welt ganzer Jahrtausende, heiße sie nun
"Christenthum", "christlicher Glaube", "christliche Kirche" mit einer
düsteren Vorsicht hindurch, - ich hüte mich, die Menschheit für ihre
Geisteskrankheiten verantwortlich zu machen. Aber mein Gefühl schlägt
um, bricht heraus, sobald ich in die neuere Zeit, in unsre Zeit
eintrete. Unsre Zeit ist wissend ... Was ehemals bloss krank war,
heute ward es unanständig, - es ist unanständig, heute Christ zu sein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Und hier beginnt mein Ekel. - Ich sehe mich um: es ist kein Wort von
dem mehr übrig geblieben, was ehemals "Wahrheit" hiess, wir halten es
nicht einmal mehr aus, wenn ein Priester das Wort "Wahrheit" auch nur
in den Mund nimmt. Selbst bei dem bescheidensten Anspruch auf
Rechtschaffenheit muß man heute wissen, daß ein Theologe, ein
Priester, ein Papst mit jedem Satz, den er spricht, nicht nur irrt,
sondern lügt, - daß es ihm nicht mehr freisteht, aus "Unschuld", aus
"Unwissenheit" zu lügen. Auch der Priester weiss, so gut es Jedermann
weiss, daß es keinen "Gott" mehr giebt, keinen "Sünder", keinen
"Erlöser", - daß "freier Wille", "sittliche Weltordnung" Lügen sind:
- der Ernst, die tiefe Selbstüberwindung des Geistes erlaubt Niemandem
mehr, hierüber nicht zu wissen ... Alle Begriffe der Kirche sind
erkannt als das was sie sind, als die bösartigste Falschmünzerei, die
es giebt, zum Zweck, die Natur, die Natur-Werthe zu entwerthen; der
Priester selbst ist erkannt als das, was er ist, als die gefährlichste
Art Parasit, als die eigentliche Giftspinne des Lebens
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wir wissen, unser Gewissen weiss es heute -, was überhaupt jene unheimlichen
Erfindungen der Priester und der Kirche werth sind, wozu sie dienten,
mit denen jener Zustand von Selbstschändung der Menschheit erreicht
worden ist, der Ekel vor ihrem Anblick machen kann - die Begriffe
"Jenseits", "jüngstes Gericht", "Unsterblichkeit der Seele", die
"Seele" selbst; es sind Folter-Instrumente, es sind Systeme von
Grausamkeiten, vermöge deren der Priester Herr wurde, Herr blieb ...
Jedermann weiss das: und trotzdem bleibt Alles beim Alten. Wohin kam
das letzte Gefühl von Anstand, von Achtung vor sich selbst, wenn
unsere Staatsmänner sogar, eine sonst sehr unbefangne Art Menschen und
Antichristen der That durch und durch, sich heute noch Christen nennen
und zum Abendmahl gehn? ... Ein junger Fürst, an der Spitze seiner
Regimente<r>, prachtvoll als Ausdruck der Selbstsucht und
Selbstüberhebung seines Volks, - aber, ohne jede Scham, sich als
Christen bekennend! ... Wen verneint denn das Christenthum? was heißt
es "Welt"? Daß man Soldat, daß man Richter, daß man Patriot ist;
daß man sich wehrt; daß man auf seine Ehre hält; daß man seinen
Vortheil will; daß man stolz ist ... Jede Praktik jedes Augenblicks,
jeder Instinkt, jede zur That werdende Werthschätzung ist heute
antichristlich: was für eine Missgeburt von Falschheit muß der
moderne Mensch sein, daß er sich trotzdem nicht schämt, Christ noch
zu heißen!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Drücken wir das Abbild der Ewigkeit auf unser Leben!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Also sprach Zarathustra)
%
Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch - ein
Seil über dem Abgrunde.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Der Mut schlägt auch den Schwindel tot an Abgründen: Und wo stünde
der Mensch nicht an Abgründen! Ist Sehen nicht selber - Abgründe sehen?
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Also sprach Zarathustra)
%
Gipfel und Abgrund sind eins.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in
dich hinein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Alle Menschen machen sich, wie zu allen Zeiten, auch jetzt noch zu
Sklaven und Freien; denn wer von einem Tag nicht mindestens ein
Drittel für sich hat, ist ein Sklave, mag er Minister oder Arbeiter
sein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Gelobt sei, was hart macht!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Also sprach Zarathustra)
%
Von dem, was du erkennen und messen willst, mußt du Abschied nehmen,
wenigstens auf eine Zeit. Erst wenn du die Stadt verlassen hast,
siehst du, wie hoch sich ihre Türme über die Häuser erheben.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Menschliches, Allzumenschliches)
%
Du willst nach deinen Absichten bemessen sein und nicht nach deinen
Wirkungen? Aber woher hast du denn deine Absichten? Aus deinen Wirkungen!
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)
%
Für das, was einer ist, haben seine Vorfahren die Kosten bezahlt.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Der Wille zur Macht)
%
Je abstrakter die Wahrheit ist, die du lehren willst, umso mehr
mußt du noch die Sinne zu ihr verführen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse)
%
Damit der Mensch vor sich Achtung haben kann, muß er fähig sein,
auch böse zu sein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Aberglaube ist nämlich die Freigeisterei zweiten Ranges - wer sich ihm
ergibt, wählt gewisse ihm zusagende Formen und Formeln aus und erlaubt
sich ein Recht der Wahl. Der Abergläubische ist im Vergleich mit dem
Religiösen immer viel mehr "Person" als dieser, und eine
abergläubische Gesellschaft wird eine solche sein, in der es schon
viele Individuen und Lust am Individuellen gibt. Von diesem Standpunkt
aus gesehen, erscheint der Aberglaube immer als ein Fortschritt gegen
den Glauben und als Zeichen dafür, daß der Intellekt unabhängiger wird
und sein Recht haben will. Über Korruption klagen dann die Verehrer
der alten Religion und Religiosität - sie haben bisher auch den
Sprachgebrauch bestimmt und dem Aberglauben eine üble Nachrede selbst
bei den freiesten Geistern gemacht. Lernen wir, daß er ein Symptom der
Aufklärung ist.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Die fröhliche Wissenschaft)
%
Der große Vorzug adliger Abkunft ist, daß sie die Armut besser
ertragen läßt.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Morgenröte)
%
Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht, und vieles ist in
euch noch Wurm. Einst wart ihr Affen, und auch jetzt noch ist der
Mensch mehr Affe als irgendein Affe.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Also sprach Zarathustra)
%
Die gleichen Affekte sind bei Mann und Weib doch im Tempo verschieden:
deshalb hören Mann und Weib nicht auf sich mißzuverstehen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Gedanken sind Zeichen von einem Spiel und Kampf der Affekte.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
"Ähnliche Qualitäten", sollten wir sagen, statt "gleich".
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Ähnlichseherei und Gleichmacherei sind das Merkmal schwacher Augen.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Man nimmt die unerklärte dunkle Sache wichtiger als die erklärte
helle.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Durch Alkohol bringt man sich auf Stufen der Kultur zurück, die man
überwunden hat.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Die größte Almosenspenderin ist die Feigheit.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Tut Dir ein Freund Übles, so sprich: "Ich vergebe Dir, was Du mir tatest.
Daß Du es aber Dir tatest, wie könnte ich das vergeben!"
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Niemand kann Dir die Brücke bauen, auf der gerade Du über den Fluß des
Lebens schreiten mußt, niemand außer Dir allein.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche
%
Mancher wird auch für seine Wahrheiten und Siege zu alt; ein zahnloser
Mund hat nicht mehr das Recht zu jeder Wahrheit.
		-- Friedrich Wilhelm Nietzsche (Also sprach Zarathustra)
%
Unser Alltagsleben besteht aus lauter erhaltenden, immer
wiederkehrenden Verrichtungen. Dieser Zirkel von Gewohnheiten ist nur
Mittel zu einem Hauptmittel, unserem irdischen Dasein überhaupt, das
aus mannigfaltigen Arten zu existieren gemischt ist.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Wenn man einen Riesen sieht, so untersuche man erst den Stand der
Sonne und gebe acht, ob es nicht der Schatten eines Pygmäen ist.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Dem echt Religiösen ist nichts Sünde.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
                   (Fragmente)
Wissenschaft ist nur eine Hälfte, Glauben ist die andere.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Der Mann ist Lyrisch, die Frau Episch, die Ehe dramatisch
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Der Poet versteht die Natur besser als der wissenschaftliche Kopf.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Vernunft und Phantasie ist Religion - Vernunft und Verstand ist
Wissenschaft.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Wer die Wahrheit verrät, verrät sich selber. Es ist hier nicht die
Rede vom Lügen, sondern vom Handeln gegen die Überzeugung.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Wo Kinder sind, da ist ein goldnes Zeitalter.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Spielen ist Experimentieren mit dem Zufall.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Durch Gebet erlangt man alles. Gebet ist eine universelle Arznei.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Manche Menschen leben besser mit der vergangenen Zeit und der
zukünftigen als mit der gegenwärtigen.
		-- Novalis (eig. Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg)
%
Jeder ist entsprossen aus einem uralten Königsstamm. Aber wie wenige
tragen noch das Gepräge dieser Abkunft?
		-- Novalis (Glauben und Liebe)
%
Amerika ist wahrscheinlich das einzige Land, daß den Schritt von
der Barbarei zur Dekadenz ohne den Umweg über die Zivilisation
vollzogen hat.
		-- John O'Hara
%
Wer aus purer Berechnung sich windet und dreht, um es allen Leuten
recht zu machen, kann vielleicht im Glauben sein, nach einem
gewinnbringenden Rezept zu handeln, in Wirklichkeit erniedrigt er sich
nur.
		-- Emil Oesch (Menschen)
%
Möglichkeiten sind immer da, aber nur der Sehende wird sie gewahr.
		-- Emil Oesch
%
Kein stolzer Mensch läßt sich durch die Albernheit des Zeitalters
weg- oder mitschwemmen.
		-- Hermann Oeser
%
Die Kunst einem anderen das zu sagen, was er von sich glaubt, nennt
man Schmeichelei.
		-- Eric Ode
%
Schmeichelei ist eine Bestätigung nicht vorhandener Vorzüge.
		-- Erik Ode
%
Der ganze Unterschied zwischen einem der sich erhängt und einem
Trinker ist der, daß sich der Trinker etwas mehr Zeit nimmt, seinem
Leben ein Ende zu machen. Selbstmörder sind sie beide.
		-- W. J. Oehler
%
Das Schlimme am Pessimismus ist eigentlich, meistens Recht zu bekommen.
		-- Michael Olbricht
%
Niemand auf der Welt ist so wehrlos wie ein toter Autor gegen einen
lebenden Regisseur.
		-- Laurence Olivier
%
Gesellschaftliche Konversation ist die Kunst, an wichtiges zu denken,
während man Unwichtiges sagt.
		-- Laurence Olivier
%
Exklusivität ist ein Charakteristikum, das den Neureichen, der
High-Society und dem Stinktier eigen ist.
		-- Austin O'Malley
%
Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muß ihm entgegenkommen.
		-- Aristoteles Onassis
%
Wenn ein Mensch behauptet, mit Geld lasse sich alles erreichen, darf
man sicher sein, daß er nie welches gehabt hat.
		-- Aristoteles Onassis
%
Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld.
		-- Aristoteles Onassis
%
Man muß sich die Freiheit nehmen. Sie wir einem nicht gegeben.
		-- Meret Oppenheim
%
Der Liberale ist ein Anbeter der Macht ohne Macht.
		-- George Orwell
%
Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger
an ihr vorbei.
		-- George Orwell
%
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht,
anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
		-- George Orwell
%
Freiheit ist die Freiheit zu sagen, daß zwei und zwei gleich vier
ist. Sobald das gewährleistet ist, ergibt sich alles andere von
selbst.
		-- George Orwell
%
Alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher als andere.
		-- George Orwell
%
Der Zweck der Verfolgung ist die Verfolgung.
Der Zweck der Folter ist die Folter.
Der Zweck der Macht ist die Macht.
		-- George Orwell
%
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
		-- George Orwell
%
Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft;  wer die
Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit.
		-- George Orwell
%
Die Nachrichtendienste aller Länder würden sofort einen großen Teil
ihres Einflusses und ihrer Macht verlieren, wenn Seitensprünge von
Politikern nicht mehr als unanständig gelten würden.
		-- John Osborne
%
Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen:
Intelligenz ohne Moral.
		-- John Osborne
%
Die Historiker sind so etwas wie die Schminkmeister des großen
Welttheaters.
		-- John Osborne
%
Die Geschichte ist eine Buslinie mit Haltestellen, aber ohne Fahrplan.
		-- John Osborne
%
Erfahrungen - das sind die vernarbten Wunden unserer Dummheit.
		-- John Osborne
%
Wer ein schlechtes Gedächnis hat, erspart sich viele Gewissensbiße.
		-- John Osborne
%
Abrüstungekonferenzen sind die Feuerwehrübungen der Brandstifter.
		-- John Osborne
%
Auch das schlechteste Buch hat seine gute Seite: die letzte.
		-- John Osborne
%
Deutschland ist das einzige Land, wo Mangel an politischer Befähigung
den Weg zu den höchsten Ehrenämtern sichert.
		-- Carl von Ossietzky
%
Niemenad trägt auf einer Party so viel zur Unterhaltung bei, wie
diejenigen, die gar nicht da sind.
		-- Carl von Ossietzky
%
Die moderne Theologie ist die Schminke auf den erbleichenden Wangen
des Christentums der Gegenwart und darum nur ein Symptom des Alterns.
Die Kirchengeschichte ist die beste Schule, um an dem Dasein eines
Gottes als Weltenlenkers zu zweifeln.
		-- Franz Camille Overbeck
%
Die Absurdität der religiösen Dogmen macht es zu einer endlosen
Aufgabe, gegen sie polemisieren zu wollen.
		-- Arnulf Øverland
%
Die Religion ist ein System von Wunschphantasien, die sich über die
harte Wirklichkeit wie eine Decke legen soll.
		-- Arnulf Øverland
%
... Wenn ich aber nun den christlichen Glauben so wiedergebe, genau
wie er ist - und die Leute fangen an zu lachen, ist es dann so sicher,
daß ich daran schuld bin?
		-- Arnulf Øverland (Rede im Gericht)
%
Wenn meine Frage blasphemisch ist, dann ist diese Blasphemie schon
in der Behauptung enthalten, wir seien nach Gottes Bild geschaffen.
Die eigene Dogmatik der Christen ist es, die den Gott lächerlich
macht, den sie anbeten.
		-- Arnulf Øverland (Rede im Gericht)
%
Es hilft nichts, zu sagen, dies sei alles nur bildlich gesprochen; das
glaube ich mehr als gern. Gott ist überhaupt bildlich. Wenn wir aber
nach diesem Bild geschaffen sind, dann muß dies Bild dieselben Organe
haben, die wir haben, leider auch Geschlechtorgane. Ich kann nicht
begreifen, daß es frömmer oder weniger blasphemisch sei, sich den
lieben Gott als Kastraten vorzustellen.
		-- Arnulf Øverland (Rede im Gericht)
%
Die neunte Landplage, die Gott den Menschen schickte, war eine dichte
Finsternis. Sie brütete über Ägypten drei Tage lang. Die zehnte
Landplage war eine Finsternis, die sich über ganz Europa und Amerika
verbreitete, und sie hat 1900 Jahre gedauert. Das dürfte genug sein.
		-- Arnulf Øverland (Das Christentum, die zehnte Landplage)
%
Es ist den Kirchenvätern tatsächlich gelungen, die Menschen mit
einer solchen Sexualangst zu vergiften, daß das mittlealterliche
Europa, in perspektivischer Verkürzung gesehen, sich wie ein einziges,
reisengroßes Irrenhaus ausnimmt.
		-- Arnulf Øverland (Das Christentum, die zehnte Landplage)
%
Das Besondere an der christlichen Moral ist nicht ihr Altruismus, noch
weniger ihre Sanftheit und Humanität - das Besondere an der
christlichen Moral ist der sadistisch-masochistische Überbau, den sie
der Lehre der Stoiker verliehen hat ... Das masochistische Ideal ist
der dornengekrönte, gegeißelte und gekreuzigte Christus. Das
sadistische Ideal ist der Scharfrichter.
		-- Arnulf Øverland (Das Christentum, die zehnte Landplage)
%
Wenn die Kinder nicht nach dem fragen dürfen, was sie interessiert,
was sie seltsam oder unwahrscheinlich finden, wenn ihre Fragen
ausweichend, zweideutig oder verlogen beantwortet werden, wenn ihre
geistige Arbeitskraft dazu ausgenutzt wird, ihnen Kenntnisse
beizubringen, die weder kritisiert noch bezweifelt werden dürfen -
dann wirkt dies alles direkt und effektiv verdummend.
Die Kinder werden 'Arm im Geiste', sie werden feige, schläfrig,
gehorsam: - sie werden Christen!
		-- Arnulf Øverland (Das Christentum, die zehnte Landplage)
%
So verblaßt das Abwesende, und eine neue Liebe tritt ein.
		-- Ovid (Liebeskunst)
%
Wer verborgen bleibt, hat ein schönes Leben.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Wer würde Hektor kennen, wenn Troja glücklich gewesen wäre? Nur
allgemeines Unglück bahnt der Tüchtigkeit den Weg zum Ruhm.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Die Zeiten ändern sich, und wir mit mit ihnen.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Den Gewinn zu beschützen bedarf es soviel Kraft wie ihn erst zu
erwerben.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Wenn einer Geld hat, darf er so dumm sein wie er will-
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Auch wenn es Dich empört: Das Unerlaubte Vergnügen macht Spaß.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Wähl dir eine, der du sagst: Du nur gefällst mir allein.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr) (Liebeskunst)
%
Glaube nicht übereilt.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Nec tempora perde precando! - Verliere keine Zeit durch Beten!
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Nicht durch die Kraft höhlt der Tropfen den Stein, sondern durch
häufiges Fallen.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr)
%
Solange du glücklich bist, wirst du viele Freunde haben; in düsteren
Zeiten wirst du allein sein.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr, Gedichte der Trübsal)
%
Mit den späten Jahren kommt die Erfahrung.
		-- Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr, Metamorphosen)
%
Hoffnung bedeutet, überzeugt zu sein, daß es niemals zu spät ist.
		-- Ludek Pachmann
%
Marketing ist zu wichtig, um es allein der Marketingabteilung zu
überlassen.
		-- Dave Packard (von Hewlett-Packard)
%
Reklame ist die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu
treffen.
		-- Vance Packard (Die geheimen Verführer)
%
Wir leben in einer Zeit der Schnüffelei. Heutzutage bedroht man
Menschen nicht mit einem Dolch, sondern mit einem Dossier.
		-- Vance Packard
%
Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits die
Lösung.
		-- Marcel Pagnol
%
Im Leben lernt der Mensch zuerst das Gehen und Sprechen. Später lernt
er dann stillzusitzen und den Mund zu halten.
		-- Marcel Pagnol
%
Je mehr sich die Männer den Wünschen der Frauen anpassen, desto
weniger können die Frauen mit ihnen anfangen.
		-- Camille Paglia
%
Disziplin ohne Demokratie führt zur Gewalt, Demokratie ohne Disziplin
zur Anarchie.
		-- Reza Pahlewi
%
Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir älter werden. Wir altern,
weil wir zu spielen aufhören.
		-- Satchel Paige
%
Die Regierung, sogar die beste, ist nichts anderes als ein notwendiges
Übel; die schlechteste ist unerträglich.
		-- Thomas Paine
%
Haltung läßt sich leichter bewahren als wiedergewinnen.
		-- Thomas Paine
%
Die Geschichte ist eine Schule, in der die Stundenpläne selten
eingehalten werden.
		-- Olof Palme
%
Wenn wir heiraten, übernehmen wir ein versiegeltes Schreiben, dessen
Inhalt wir erst erfahren, wenn wir auf hoher See sind.
		-- Lilli Palmer
%
Die Träne ist die Sprache der Seele und die Stimme des Gefühls.
		-- Filippo Pananti
%
Interessiere dich für dein Leben. Du bist die einzige, die etwas
daraus machen kann.
		-- Else Pannek
%
Das Weltall zerfällt in zwei Teile: Ich und der Rest.
		-- Giovanni Papini
%
Der Arzt verbindet nur deine Wunden. Dein innerer Arzt aber wird dich
gesunden. Bitte ihn darum, sooft du kannst.
		-- Paracelsus
%
Allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift wird.
		-- Paracelsus
%
Tierärzte haben es leichter. Die werden wenigstens nicht durch
Äußerungen ihrer Patienten irregeführt.
		-- Louis Pasteur
%
Ich will euch mein Erfolgsrezept verraten: Meine ganze Kraft ist
nichts als Ausdauer.
		-- Louis Pasteur
%
Man soll den Menschen nie sagen, wie sie etwas tun sollen, sondern
nur, was sie tun sollen. Dann wird ihr Einfallsreichtum einen
verblüffen.
		-- George Patton
%
Tapferkeit ist die Fähigkeit, von der eigenen Furcht keine Notiz zu
nehmen.
		-- George Patton
%
In Deutschland ist ein Problem dann gelöst, wenn einer die Schuld hat.
		-- Wilhelm Pauli
%
Der einzige Fortschritt, den man in bisher in Abrüstungsfragen erzielt
hat, liegt darin, daß sich die früheren Kriegsminister jetzt
Verteidigungsminister nennen.
		-- Linus Pauling
%
Fast alles, was Menschen erfinden, wird früher oder später zur Waffe.
Ist das wirklich nicht zu verhindern?
		-- Linus Pauling
%
Argwöhnisch wacht der Mensch über alles, was ihm gehört - nur die Zeit
läßt er sich oft stehlen.
		-- Linus Carl Pauling
%
Man erlangt die Dinge dann, wenn man sie nicht mehr begehrt.
		-- Cesare Pavese
%
Schweigend Zeit vergehen lassen macht einzelne Menschen und Völker
wieder jung.
		-- Cesare Pavese
%
Die Christen lieben ihre Nächsten nicht. Und sie lieben sie nicht,
weil sie an den anderen nie wirklich geglaubt haben. Die Geschichte
lehrt uns, daß sie ihn, wo sie ihm begegnet sind, bekehrt oder
vernichtet haben.
		-- Octavio Paz (Essays I)
%
Gott müßte die Frömmigkeit so zuwider sein wie einem ehrenhaften
Menschen die Schmeichelei.
		-- Karl Peltzer
%
Erfahrung trügt so oft, weil niemals zwei Fälle ganz gleich gelagert
sind.
		-- Rosalie Perles
%
Diplomatie ist die Kunst, mit hundert Worten zu verschweigen, was man
mit einem einzigen Wort sagen könnte.
		-- Saint-John Perse
%
Toleranz kann man von den Rauchern lernen. Noch nie hat sich ein
Raucher über einen Nichtraucher beschwert.
		-- Sandro Pertini
%
Die beste Fitneßübung ist das rechtzeitige Aufstehen vom Eßtisch.
		-- Giorgio Pesetti
%
Jeder hat seinen Alkohol. Ich finde genügend Alkohol im Existieren.
		-- Fernando Antonio Nogueira de Seabra Pessoa
		(Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares)
%
Das Alltagsleben ist ein Heim. Der Alltag ist wie eine Mutter.
		-- Fernando Antonio Nogueira de Seabra Pessoa
		(Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares)
%
Weise ist, wer seine Existenz eintönig gestaltet. Denn dann besitzt jeder
kleine Zwischenfall das Privileg eines Wunders.
		-- Fernando Antonio Nogueira de Seabra Pessoa
%
Ein alter Mann ist ein Kind mit Vergangenheit.
		-- Zariko Petan
%
Deine Seelenruhe läßt sich stören durch des Pöbels Stimme, die nie
recht urtreilt, nie die Dinge bei ihrem rechten Namen nennt?
		-- Francesco Petrarca (Gespräche über die Weltverachtung)
%
Die Liebe die das Feuer weiß zu wecken, entgeht der kalten Eifersucht
doch nimmer.
		-- Francesco Petrarca
%
Alt ist man dann, wenn man nicht mehr zusammen mit seinen Zähnen
schläft.
		-- Enzo Petrucci
%
Besserwisser sind Leute, die einem Pferd die Sporen geben, auf dem sie
gar nicht sitzen.
		-- Alain Peyrefitte
%
Es ist eine besonders hübsche Kunst, sich in Dinge einweihen zu
lassen, über die man Bescheid weiß, und zwar von Leuten, die nicht
Bescheid wissen.
		-- Alain Peyrefitte
%
1,9 Prozent sind rechnerisch gesehen auch noch rund zwei Prozent.
		-- Bernd Pfaffenbach
(Chefökonom des	Bundeskanzleramtes, in der »Börsen-Zeitung« zu den
Aussichten für die Konjunktur in Deutschland)
%
So lenkt ein Irrwisch unsre Schritte,
Und erst in unsers Lebens Mitte
Steckt die Vernunft ihr Lämpchen an.
		-- Gottlieb Konrad Pfeffel
%
Ich halte dies alles überhaupt nicht für verwerflich.  Ganz im
Gegenteil:  Ich bin stolz auf das, was die 80000 hochqualifizierten
Arbeitskräfte, die in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie
in Deutschland unmittelbar beschäftigt sind, zustande bringen.
Diese Rüstungsexporte tragen nämlich auch zur Friedenssicherung
und zum Schutz der Menschenrechte auf dieser Welt bei.
		-- Joachim Pfeiffer (CDU) bei Rede im Bundestag
%
Abstinenzler sind Leute, die vom Verzichten nicht genug bekommen
können.
		-- Michael Pfleghar
%
Seinen guten Ruf verringert, wer sich mit Unwürdigem vergleicht.
		-- Phaedrus (Fabeln)
%
Wohlgeachtet ist der Mann, dessen Maß Rechtschaffenheit ist und
dessen Wandel sich danach richtet.
		-- Ptahhotep
%
Ob ein Mensch ein Gentleman ist, erkennt man an seinem Benehmen
denjenigen Menschen gegenüber, von denen er keinen Nutzen hat.
		-- William Lyon Phelps
%
Mein Lebensmotto ist: Mittagsschläfchen, Masturbation und Müßiggang.
		-- Hermes Phettberg
%
Alles auf der Welt läßt sich finden, wenn man nur das Suchen sich
nicht verdrießen läßt.
		-- Philemon
%
Achte einer den andren höher als sich selbst.
		-- Philipperbrief
%
Moral ist, wenn man so lebt, daß es gar keinen Spaß macht, so zu
leben.
		-- Edith Piaf
%
Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
		-- Francis Picabia
%
Nur der Schweigende hört.
		-- Josef Pieper
%
Kein Tag sei ohne einen Stich.
		-- Pilinius
%
Glaub' es nicht, wenn jemand Dir sagt, daß man mit dem Kopf nicht durch
die Wand kommt.
		-- Jozéf Pilsudski, Gründer des zweiten polnischen Staates
%
Kritiker sind Leute, die ursprünglich Henker werden wollten, diesen
Beruf aber knapp verfehlt haben.
		-- Harald Pinter
%
Puritaner handeln nach dem Motto: keinmal und nicht wieder.
		-- Harald Pinter
%
Die Zukunft ist die Ausrede aller jener, die in der Gegenwart nichts
tun wollen.
		-- Harald Pinter
%
Es ist unmöglich, Staub aufzuwirbeln, ohne daß einige Leute husten.
		-- Erwin Piscator
%
Das einzig Gute an Lichterketten: Mit Kerzen in den Händen kann man
nicht klatschen.
		-- Volker Pispers
%
Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend.
Opium ist eine bewußtseinserweiternde Droge.
		-- Volker Pispers
%
Kabarett ist ein Breitband-Antiidiotikum.
		-- Volker Pispers
%
Frau Merkel zitiere ich nur wörtlich.  Mir ist noch kein besseres
Mittel eingefallen, sie zu beleidigen.
		-- Volker Pispers
%
Kreutzfeld-Jakob ist der Osama bin Laden der Landwirtschaft.
		-- Volker Pispers
%
Wovor soll man mehr Angst haben: Vor dem Aussterben oder vor der Rentenlücke?
Das Schlimmste wäre, wenn wir Deutschen aussterben und es ist noch Rente über.
		-- Volker Pispers
%
Stellen Sie sich vor, was hier los wäre, wenn die Deutschen mitbekämen,
was hier los ist.
		-- Volker Pispers
%
Da muß man dann doch schon mal fragen, was ihr Herrgott sich dabei
gedacht hat. Unser schönes Öl bei den Moslems zu verbutteln. Macht sie
das überhaupt nicht stutzig? Haben sie noch nie Angst gehabt, das sie
vielleicht nicht doch vor dem falschen Altar rumrutschen? Überlegen sie
mal, unser Öl bei den Moslems, unser Gas bei den Kommunisten. Und was
haben wir? Die dreckige Kohle, die kommt nicht mal von selber hoch.
		-- Volker Pispers
%
Sie kriegen in einer Demokratie keine Politik, von der 90% aller
Menschen profittieren würden.
		-- Volker Pispers
%
Jeder Deutsche hat 25.000 Euro Schulden und 60.000 Euro Barguthaben.
Gut, die 25.000 Euro Schulden haben Sie wirklich kollektiv als Staat,
die 60.000 Euro Barguthaben besitzen Sie nur statistisch.
		-- Volker Pispers
%
NSA heißt für die Deutschen "Nikolaus sieht alles".
		-- Volker Pispers
%
Begehrst du sie, so sagen sie, du seist vulgär wie alle anderen
Männer; begehrst du sie nicht, so sagen sie, du seist impotent.
		-- Pitigrilli
%
Die Wahrheit triumphiert nie, ihre Gegner sterben nur aus.
		-- Max Planck
%
Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist,
bedeutet einen Schritt vorwärts.
		-- Max Planck
%
Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den
Wissenschaftler am Ende aller seiner Überlegungen.
		-- Max Planck
%
Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen,
den Glauben zum Handeln.
		-- Max Planck
%
Stets liegt, wo das Banner der Wahrheit wallt, der Aberglaube im
Hinterhalt.
		-- von Platen (Die neuen Propheten)
%
Deine Reue sei lebendiger Wille, fester Vorsatz, Klage und Trauer über
begangene Fehler sind zu nichts nütze.
		-- August Graf von Platen
%
Ein Scherz hat oft gefruchtet, wo der Ernst nur Widerstand
hervorzurufen pflegte.
		-- August Graf von Platen-Hallermünde
%
Hohle Gefäße geben mehr Klang als gefüllte. Ein Schwätzer ist meist
ein leerer Kopf.
		-- August Graf von Platen-Hallermünde
%
Die Redekunst ist die Kunst des Überredens.
		-- Plato
%
Ängste bleiben nie dieselben an einem Menschen: Die einen enstehen,
die anderen vergehen.
		-- Plato
%
Die Notwendigkeit ist die Mutter der Erfindung.
		-- Plato
%
Der Tugendhafte begnügt sich, von dem zu träumen, was der Böse im
Leben verwirklicht.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Ist der Mensch mäßig und genügsam, so ist auch das Alter keine
schwere Last, ist er es nicht, so ist auch die Jugend voller
Beschwerden.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Am allererdrückendsten sind doch die Leute, die Gesetze erlassen und
ständig erneuern, stets im Glauben, den Betrügereien im Geschäftsleben
Schranken setzen zu können, ohne zu ahnen, daß sie in Wirklichkeit
einer Hydra Köpfe abschneiden.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren,
werden dadurch bestraft, daß sie von Leuten regiert werden, die
dümmer sind als sie.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte
Gerechtigkeit.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Glaubst Du, man könne in Bewunderung mit etwas verkehren, ohne es
nachzuahmen?
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser
kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Ich habe kaum jemals einen Mathematiker kennengelernt, der in der Lage
war, vernünftige Schlußfolgerungen zu ziehen.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Einem Kind, das die Dunkelheit fürchtet, verzeiht man gern; tragisch
wird es erst, wenn Männer das Licht fürchten.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Jemand mit einer ruhigen, glücklichen Natur wird kaum unter dem Druck
des Alters zu leiden haben.
		-- Platon (427-347 v.Chr.)
%
Viel öfter kommt, was unverhofft, als man hofft.
		-- Plautus (Mostellaria)
%
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
		-- Plautus
%
Es gibt nichts ungünstigeres als einen trägen Freund.
		-- Titus Maccius Plautus
%
Die Götter handhaben uns Menschen gleichsam wie Wurfgeschosse.
		-- Titus Maccius Plautus (Die Gefangenen)
%
Man gebe mir sechs Zeilen, geschrieben von dem redlichsten Menschen,
und ich werde darin etwas finden, um ihn aufhängen zu lassen.
		-- Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu
%
Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen
Jahrhunderten noch finden? Bis wohin soll unsere Habgier noch
vordringen?
		-- Plinius der Ältere (23-79 n.Chr.)
%
Glück ist die Fähigkeit zum Verzicht.
		-- Plinius der Jüngere
%
Der Tod ist das Ende aller Dinge des menschlichen Lebens, nur des
Aberglaubens nicht.
		-- Plutarch (Moralia)
%
Es ist schon wünschenswert, von guter Abstammung zu sein, aber der
Ruhm dafür gebührt den Vorfahren.
		-- Plutarch (Über Kindererziehung)
%
Nachläßigkeit richtet selbst vorzügliche Anlagen der Natur zugrunde.
		-- Plutarch (45-125 n.Chr.)
%
Der höchste Grad von Ungerechtigkeit ist geheuchelte Gerechtigkeit.
		-- Plutarch (45-125 n.Chr.)
%
Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen
als im Gespräch in einem Jahr.
		-- Plutarch (45-125 n.Chr.)
%
Verunglimpfungen sind für den, der sie ausspricht, schimpflicher als
für den, dem sie gelten.
		-- Plutarch (45-125 n.Chr.)
%
Es ist schlimm, erst dann zu merken, daß man keine Freunde hat, wenn
man wirklich Freunde nötig hat.
		-- Plutarch (45-125 n.Chr.)
%
Das Gehirn ist nicht nur ein Gefäß, das gefüllt werden muß, sondern
ein Feuer, das gezündet werden will.
		-- Plutarch (45-125 n.Chr.)
%
Das Bewußtsein hoher Geburt ist eine moralische Kraft, deren Wert die
Demokraten und wären sie vollgestopft mit Mathematik nimmermehr zu
ermessen vermögen.
		-- Edgar Allan Poe (Marginalien)
%
Wenn ich es recht verstehe, ist in jedem 'Liebet eure Feinde' doch
auch ein 'Haßet eure Freunde' enthalten.
		-- Edgar Allan Poe
%
Die Eitelkeit der Logig ist ja imstande, eines Menschen Hirn gänzlich
zu verwirren.
		-- Edgar Allan Poe
%
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der
Erkenntnis.
		-- Edgar Allan Poe
%
Wer nur darauf baut, schön und begehrenswert zu sein, ja, der hat es
natürlich schwer beim Älterwerden.
		-- Witta Pohl
%
Mit Logik kann man Beweise führen, aber keine neuen Erkenntnisse
gewinnen. Dazu gehört Intuition.
		-- Henri Poincaré
%
Ein Leben ohne Amüsement ist nicht viel wert. Geht es aber
ausschließlich darum, läuft es für niemanden gut. Am Ende steht man
mit leeren Händen da.
		-- Roman Polanski
%
Jedes Problem erlaubt zwei Standpunkte: Unseren eigenen und den
falschen.
		-- Channing Pollock
%
Der Langweiler ist ein Mensch, der, wenn du dich nach seinem Befinden
erkundigst, es dir erklärt.
		-- Channing Pollock
%
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung
von Fachleuten.
		-- Georges Pompidou
%
Diplomatie gleicht einem Boxkampf mit Glacéhandschuhen, bei dem der
Gong durch das Klingen der Sektgläser ersetzt wurde.
		-- Georges Pompidou
%
Die Gemeinschaft darf keine Maske sein, unter der der eine lächelt und
der andere weint.
		-- Georges Pompidou
%
Prinzipien der Kriegspropaganda:
1. Wir haben diesen Krieg nicht gewollt.
2. Personifizierung des Feindes.
3. Unsere Zielstellungen sind humanitärer Art. Man muß die Tatsache
   verschweigen, daß es wirtschaftliche Ziele des Krieges gibt. Man
   stelle humanitäre Gründe in den Vordergrund.
4. Berichte über Grausamkeiten des Gegners. Vermeide ungünstige
   Berichte über die eigene Seite.
		-- Lord Ponsonby
%
Aberglaube ist der Spleen der Seele.
		-- Alexander Pope (Aphorismen)
%
In unserer Jugend schuften wir wie Sklaven, um etwas zu erreichen,
wovon wir im Alter sorgenlos leben könnten; und wenn wir alt sind,
sehen wir, daß es zu spät ist, so zu leben.
		-- Alexander Pope
%
Gesegnet sei der, der nichts erwartet. Er wird nie enttäuscht sein.
		-- Alexander Pope
%
Sei nicht der Erste, Neues zu Erfassen, der Letzte nicht, das Alte
gehen zu Lassen.
		-- Alexander Pope
%
Wer eine Lüge sagt, merkt nicht, welch große Aufgabe er übernimmt;
denn er wird gezwungen sein, zwanzig weitere zu erfinden, um diese
aufrecht zu erhalten.
		-- Alexander Pope
%
Man muß die Menschen so belehren, als ob man sie nicht belehrte, und
unbekannte Dinge vortragen, als seien sie nur vergessen.
		-- Alexander Pope
%
Immer mehr Frauen und Männer werden zu Aussteigern, die traditionellen
Erfolg gegen Lebensqualität eintauschen.
		-- Faith Popcorn
%
Der Atheismus ist ein Zeichen, daß man die Religion ernst nimmt.
		-- Sir Karl Raimund Popper
%
Wer's nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und
weiterarbeiten, bis er's klar sagen kann.
		-- Karl Popper
%
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu produziern, produzierte stets die
Hölle.
		-- Karl Popper
%
Durch unser Wissen unterscheiden wir uns nur wenig, in unserer
grenzenlosen Unwissenheit aber sind wir alle gleich.
		-- Karl Popper
%
Die Frage, wer an die Macht kommen soll, ist falsch gestellt. Es
genügt, wenn eine schlechte Regierung abgewählt werden kann.
		-- Karl Popper
%
Es sind nur zwei Gesellschaftsformen zu unterscheiden: Solche, in denen
es den Regierten ohne Gewalt möglich ist, die Regierenden auszutauschen
und solche, in denen das nicht möglich ist.
		-- Karl Popper ("Verbreitete Irrtümmer" zum Thema Demokratie)
%
Die Zeit ist nicht mehr fern, in der bei einem Wasserrrohrbruch genug
qualifizierte Akademiker in ihrem Wohnzimmer den steigenden
Wasserstand berechnen können, aber kaum jemand da ist, der imstande
wäre, den Schaden zu beheben.
		-- Klaus von Poppy, Vorsitzender des Juniorenkreises Handwerk
%
Wer das Unheil voraussieht, leidet zweimal.
		-- B. Porteus
%
Es ist nicht einzusehen, weshalb der selbe Mensch mit 18 und 48 Jahren
die selben Bücher schätzen sollte.
		-- Ezra Pound
%
Nächstenliebe findet man zum Beispiel bei Menschen, die
Dienstvorschriften nicht einhalten.
		-- Ezra Pound
%
Regieren ist die Kunst, Probleme zu schaffen, mit deren Lösung man das
Volk in Atem hält.
		-- Ezra Pound
%
Wenn ein Mann nicht bereit ist, für seine Überzeugungen Risiken
einzugehen, dann taugen entweder seiner Überzeugungen oder er selbst
nichts.
		-- Ezra Pound
%
"Mehrere Ausrufungszeichen," setzte er kopfschüttelnd fort, "sind ein
sicheres Zeichen für einen krankhaften Geist."
		-- Terry Pratchett, "Eric"
%
Logik ist eine wundervolle Sache, aber manchmal sind gewöhnliche
Überlegungen noch viel besser.
		-- Terry Pratchett, "Heiße Hüpfer"
%
Intelligenz ist wie Beine: zuviel davon, und man gerät ins Stolpern.
		-- Terry Pratchett, "Heiße Hüpfer"
%
Wissen ist gefährlich, deshalb greifen Regierungen manchmal hart gegen
Leute durch, die Gedanken oberhalb eines gewissen Kalibers denken können.
		-- Terry Pratchett, "Heiße Hüpfer"
%
Als sie feststellten, daß sie durch ein Versehen auf einer Insel festsaßen,
begriffen sie sofort, worauf es ankam: Wichtig war vor allem, jemandem die
Schuld zu geben.
		-- Terry Pratchett, "Heiße Hüpfer"
%
Das Universum hat zweifellos die Interessen der Menschheit im Sinn. Ein
deutliches Indiz dafür ist die Tatsache, daß morgens die Sonne aufgeht -
gerade dann, wenn die Menschen bereit sind, einen neuen Tag zu beginnen.
		-- Terry Pratchett, "Schweinsgalopp"
%
Denk immer daran, daß die Menge, die bei Deiner Krönung gejubelt hat,
auch klatschen wird, wenn man Dich köpft.
		-- Terry Pratchett, "Ab die Post"
%
Wenn Götter erscheinen, sind gerade die Priester besonders besorgt.
In ihrem Fall kann die göttliche Anwesenheit mit dem überraschenden
Besuch eines triumphierend lächelnden Buchprüfers verglichen werden.
		-- Terry Pratchett, "Pyramiden"
%
Die Gegenwart jener, die die Wahrheit suchen, ist unendlich viel besser
als die derjenigen, die glauben, die Wahrheit gefunden zu haben.
		-- Terry Pratchett, "Weiberregiment"
%
Das Leben ist eine Angewohnheit, von der man sich nicht gerne trennt.
		-- Terry Pratchett, "Alles Sense"
%
Aids macht uns bewußt, daß wir nicht unsterblich sind. Aids entlarvt
den Jugendkult, der nur gesunde, produktive und kräftige Menschen
zuließ, als Absurdität.
		-- Rosa von Praunheim
%
Ich verstehe nichts von Musik. In meinem Fach ist das nicht nötig.
		-- Elvis Presley
%
Relativ ist, wovon wir keine Ahnung haben.
		-- Gunter Preuß
%
Der Mann hat hauptsächlich deshalb einen Kopf, damit eine Frau ihn
verdrehen kann.
		-- Jacques Prevert
%
Nur der hat Glück bei den Frauen, den diese nicht beachten.
		-- Marcel Prevost
%
Eine Diktatur ist ein Staat, in dem man all das tun muß, was nicht
verboten ist.
		-- John B. Priestley
%
Unter einem Dementi versteht man in der Diplomatie die verneinende
Bestätigung einer Nachricht, die bisher lediglich ein Gerücht gewesen
ist.
		-- John B. Priestley
%
Ein Optimist ist in der Regel der Zeitgenosse, der am ungenügendsten
informiert ist.
		-- John B. Priestley
%
Das Ideal der Gleichheit ist deshalb so schwer, weil die Menschen
Gleichheit nur mit jenen wünschen, die über ihnen stehen.
		-- John B. Priestley
%
Je hohler das Schlagwort ist, desto mehr Lärm kann man damit erzeugen.
		-- John B. Priestley
%
Im Wort Regierung steckt das Wörtchen Gier schon drin.
		-- Urban Priol
%
Von jeder Sache gibt es zwei einander widersprechende Auffassungen.
		-- Protagoras
%
Glück ist gut für den Körper, aber Kummer stärkt den Geist.
		-- Marcel Proust
%
Von allen Frauen, deren Charme ich erlegen bin, habe ich hauptsächlich
Augen und Stimme in Erinnerung.
		-- Marcel Proust
%
Klar nennen wir die Gedanken, die den gleichen Grad von Konfusion
haben wie unsere eigenen.
		-- Marcel Proust
%
Gemeinsame Erinnerungen sind manchmal die besten Friedensstifter.
		-- Marcel Proust
%
Das einzige, was noch schwieriger ist, als ein geordnetes Leben zu
führen: es nicht anderen aufzuzwingen.
		-- Marcel Proust
%
Das einzige, das noch schwieriger ist, als ein geordnetes Leben zu
führen: es andern nicht aufzuzwingen.
		-- Marcel Proust
%
Wenn ein Mann über eine Frau nachzudenken beginnt, gehört er Ihr schon
halb.
		-- Marcel Proust
%
Frauen sind austauschbare Instrumente für ein stets identisches
Vergnügen.
		-- Marcel Proust
%
Unterlegen ist man im Leben erst dann, wenn man seine Selbstachtung
definitiv verloren hat.
		-- Marcel Proust
%
Die Achtung, die uns die Mitmenschen einflößen, läßt sich an der Art
unserer Vertraulichkeit ermessen.
		-- Sully Prudhomme (Intimes Tagebuch)
%
Bringen wir einander doch mehr Liebe entgegen,
und die Erde hat ein anderes Gesicht.
		-- Sully Prudhomme
%
Feinfühligkeit beim Almosengeben ist die Anmut des Wohltuns.
		-- Sully Prudhomme
%
Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht.
		-- Publilius Syrus
%
Was immer Du schreibst:
Schreibe es kurz, und sie werden es lesen.
Schreibe klar, und sie werden es verstehen.
Schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächnis behalten.
		-- Joseph Pulitzer
%
Jedes geglückte Kompliment besteht aus Dichtung und Wahrheit. Und man
sollte dem Urheber dankbar dafür sein, daß er sich mit der Dichtung
Mühe gegeben hat.
		-- Liselotte Pulver
%
Im Prinzip bin ich ja nicht abergläubisch, aber wenn wir heute
Freitag den 13. hätten, käme ich doch lieber ein andermal wieder.
		-- Alexander Segejewitsch Puschkin
%
Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.
		-- Pythagoras (um 570 - 496 v. Chr.)
%
Die kürzesten Wörter, nämlich 'ja' und 'nein', erfordern das meiste
Nachdenken.
		-- Pythagoras (um 570 - 496 v. Chr.)
%
Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das
Schweigen.
		-- Pythagoras (um 570 - 496 v. Chr.)
%
Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.
		-- Pythagoras (Fragmente der Vorsokratiker)
%
"Aber eine Milliarde Microsoft Nutzer können sich nicht irren!"
Das ist ein Zitat aus dem echten Leben, ausgesprochen von einem erfahrenen
Datenanalysten mit dem ich zusammenarbeitete.  Ich antwortete:  "Es gibt
1.5 Milliarden Muslime und 1.2 Milliarden Katholiken.  Alle können nicht
recht haben."  Folglich irrt sich höchst wahrscheinlich eine Milliarde
Menschen.  (In diesem speziellen Fall irren sich 2.7 Milliarden Menschen.)
		-- http://www.pg-versus-ms.com/
%
Karriere: Beförderung bis zur absoluten Inkompetenz.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
In jeder Organisation gibt es eine Person, die Bescheid weiß. Diese
Person muß entdeckt und gefeuert werden, sonst kann die Organisation
nicht funktionieren.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
Das Merkwürdige an den Statussymbolen ist, daß die Symbole den
Menschen wichtiger sind als der Status.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
Bürokraten bekämpft man am besten, indem man ihre Vorschriften genau
befolgt.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
Unter Rationalisierung verstehen die meisten Postminister, daß man
die Gebühren laufend erhöht und die Zustellung ständig verschlechtert.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
Computer sind die neueste technische Errungenschaft zur wirksamen
Verzögerung der Büroarbeit.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
Daß man mit Dienst nach Vorschrift die Urheber der Vorschriften
lächerlich machen kann, ist eine herrliche Pointe der Bürokratie.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
Die Bürokraten sind die Militaristen des Papierkriegs.
		-- Cyril Northcote Parkinson
%
Die Macht der Könige ist auf die Vernunft und auf die Torheit des
Volkes gegründet - und viel mehr auf die Torheit.
		-- Blaise Pascal
%
In der Liebe gilt Schweigen oft mehr als Sprechen.
		-- Blaise Pascal
%
Wir suchen niemals die Dinge, sondern das Suchen nach ihnen.
		-- Blaise Pascal
%
Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, deren Abbild er in der
großen Welt sucht.
		-- Blaise Pascal (Pensées)
%
Das heißt abergläubisch sein, wenn man seine Hoffnungen auf Formeln
und Zeremonien setzt; es heißt aber hochmütig sein, wenn man sich
ihnen nicht unterwerfen will.
		-- Blaise Pascal (Pensées)
%
Die Frömmigkeit ist vom Aberglauben verschieden. Sie bis zum
Aberglauben treiben, heißt sie zerstören.
		-- Blaise Pascal
%
Es gibt sehr viele Leute, die glauben - aber aus Aberglauben.
		-- Blaise Pascal
%
Es heißt abergläubisch sein, wenn man seine Hoffnung auf die
Formalitäten setzt; aber es heißt hochmütig sein, wenn man sich ihnen
nicht unterwerfen will.
		-- Blaise Pascal (Pensées)
%
Wer weiß nicht, daß der Anblick von Katzen, Ratten, das
Zermalmen einer Kohle usw. die Vernunft aus den Angeln hebt?
		-- Blaise Pascal (Pensées)
%
Wir rennen unbekümmert in den Abgrund, nachdem wir irgendetwas vor
uns hingestellt haben, das uns hindern soll, ihn zu sehen.
		-- Blaise Pascal (Pensées)
%
Beschreibung des Menschen: Abhängigkeit, Wunsch nach Unabhängigkeit,
Bedürfnisse.
		-- Blaise Pascal
%
Niemand redet so, wenn wir zugegen sind, wie er in unserer
Abwesenheit redet.
		-- Blaise Pascal (Pensées)
%
Das ganze Glück des Menschen besteht darin, bei anderen Achtung zu
genießen.
		-- Blaise Pascal
%
Die besten Bücher sind die, von denen jeder Leser meint, er hätte sie
selbst machen können.
		-- Blaise Pascal
%
Ich behaupte, wenn alle Menschen wüßten, was die einen über die
anderen reden, es gäbe keine vier Freunde auf Erden.
		-- Blaise Pascal
%
Ich stelle als Tatsache fest, daß, wenn alle Menschen wüßten, was
jeder über den anderen sagt, es keine vier Freunde in der Welt gäbe.
		-- Blaise Pascal
%
Alles Unheil dieser Welt geht davon aus, daß die Menschen nicht still
in ihrer Kammer sitzen können.
		-- Blaise Pascal
%
Das Wichtigste im Leben ist die Wahl des Berufes. Der Zufall
entscheidet darüber.
		-- Blaise Pascal
%
Der eigentliche Sinn des Reichtums ist, freigiebig davon zu spenden.
		-- Blaise Pascal
%
Man läßt sich lieber durch Gründe überzeugen, die man selber erfunden
hat, als durch solche, die anderen in den Sinn gekommen sind.
		-- Blaise Pascal
%
Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
		-- Blaise Pascal
%
Es gibt zwei gefährliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen
und außer der Vernunft nichts anzuerkennen.
		-- Blaise Pascal
%
Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall, dessen Umfang
nirgends ist.
		-- Blaise Pascal
%
Beredsamkeit ist die Kunst, so von den Dingen zu sprechen, daß
jedermann gern zuhört.
		-- Blaise Pascal
%
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Gott der
Philosophen und Gelehrten.
		-- Blaise Pascal
%
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr - das schwächste der Natur; aber er
ist ein denkendes Schilfrohr.
		-- Blaise Pascal
%
Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt
		-- Blaise Pascal
%
Der Mensch, welcher nur sich liebt, fürchtet nichts so sehr,
als mit sich allein zu sein.
		-- Blaise Pascal
%
Die letzte Erkenntnis bei der Erledigung einer Arbeit ist die,
was man zuerst hätte tun sollen.
		-- Blaise Pascal
%
Wenn ich nur mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich Dir einen kürzeren
Brief geschrieben.
		-- Blaise Pascal
%
Wir erfassen ein Bild der Wahrheit und besitzen nichts als Falschheit.
		-- Blaise Pascal, "Gedanken"
%
Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding; er muß einen zweiten
finden, um glücklich zu sein.
		-- Blaise Pascal
%
Wessen die Tugend eines Menschen fähig ist, soll nicht an der Spitze,
sondern am Alltag gemessen werden.
		-- Blaise Pascal (Pensées)
%
Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil
unsere Hoffnungen aufhören.
		-- Jean Paul
%
Die Probe eines Genusses ist die Erinnerung.
		-- Jean Paul
%
Fern von Menschen wachsen Grundsätze, unter ihnen Handlungen.
		-- Jean Paul
%
Jeder Fachmann ist in seinem Fach ein Esel.
		-- Jean Paul
%
Man gibt seine Kinder auf die Schule, daß sie still werden, auf die
Hochschule, daß sie laut werden.
		-- Jean Paul
%
Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch für
die kalte Welt haushalten.
		-- Jean Paul
%
Wer die Laterne trägt, stolpert leichter als wer ihr folgt.
		-- Jean Paul
%
Die schlimmsten Fehler macht man in der Absicht, einen Fehler
gutzumachen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Ich begreife sehr wohl, warum manche ihren Körper so wenig den
Befehlen der Weisheit untertänig machen können. Der, dessen Herz bei
jedem neuen Vorfall zu pochen anfängt, wird über dasselbe anfangs
wenig mit seiner Weisheit vermögen. Denn das Bestreben, den Fehler zu
vermeiden, bringt ihn hervor.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wenn der andre sich mit allen seinen Fehlern, die er noch besser kennt
als ich, erträgt, warum sollte ich ihn nicht ertragen?
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Den Unmut über unsre Fehler lassen wir an der Art aus, mit der der
Freund sie uns entdeckte. Geschah es frei, so zürnen wir über seine
Unbescheidenheit, Plumpheit und Grobheit; geschah es fein, über seine
Verstellung.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wenn einer an einem großen Mann einen Fehler, den er selbst nicht hat,
wahrnimmt, so wünschet er sich sofort Glück, daß er solcher nicht ist.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Er lobt mit Vergnügen die Tugenden des andern und rügt mit Vergnügen
seine Fehler.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Fehler aus relativen Schlüssen: z.B. das Übel und den Wert eines
Menschen verkleinern, indem man beide mit größern vergleicht.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man sollte untersuchen: was eigentlich in uns die Wahrheit entdeckt?
Scharfsinn ist's nicht, ein gutes Herz mehr - Mangel des Scharfsinns
ist's nicht, wenn man die feinsten Irrtümer begeht und doch nicht auf
die feinere Widerlegung kommt, aber vielleicht Fehler des Herzens.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Ein Hauptfehler, daß man d(em) andern nicht zutrauet, zu bemerken, was
wir bemerken.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Ein Genie, das nachgeahmt wird, hat ebendeswegen viele Fehler: denn
sonst schreckt' es ab. (Ramler, Goethe jetzt und sonst)
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man schämt sich eines Sprachfehlers mehr als eines Denkfehlers - eines
Gedächtnisfehlers mehr als eines Schluß-Fehlers.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Ich wäre am begierigsten, die Fehler der Engel zu wissen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Friedrich II. hätte vielleicht keinen Fehler gehabt und wäre ein
größerer Mann gewesen, wär er kein König gewesen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man entschuldigt seinen Fehler bei sich dadurch, daß man ihn sogleich
bereuet, und setzt doch bei [einem] andern nicht voraus, daß er den
kleinen sogleich nach dem Begehen bereue.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Es ist ebenso fehlerhaft, nicht überall die Sinnlichkeit, als überall
ihren Sieg voranzusetzen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Fehler, daß man den andern nur widerlegen, nicht überreden will.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Keine Fehler sind von den Besten schwerer zu verzeihen als die der
besten Menschen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Jedes Geschlecht vergibt bloß die Fehler des seinigen dem andern
Geschlecht nicht.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wenn man sich eines Fehlers anklagt, so hat man ihn stets größer, als
man ihn malt.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wie Deutsche Straßenraub außer Landes für erlaubt hielten, so Mord im
Krieg 18/12; so überall; Fehler, die man sich nicht gegen seine
Familie etc. und Anhänger erlaubt, verstattet man sich gegen Fremde.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man begeht entweder Fehler des Stolzes oder des Kriechens, wenn man
nicht die Anerkennung des eignen Werts voraussetzt.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Natur bestraft alles, an den Besten auch die kleinsten Fehler und
gerade diese am härtesten.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Es ist der größte Fehler in einem Leben, das man entweder schreibt
oder führt, in der Ferne eine unentwickelte Knoten-Dunkelheit zu sehen
und nicht jetzt gehörig zu entwickeln, sondern mit zugedrückten Augen
zu hoffen, sie gebe sich schon.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Mensch hat mehr Scham über einen scheinbaren (unwirklichen)
Fehler, den der andere ihm vorwirft, als über einen wahren, den man
sich selber endlich eingesteht.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
In der Ehe gibt's keine größern Fehler als die wiederkommenden.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Um zu sehen, welche Fehler deine Braut als Frau am meisten haben wird,
gib auf den Tadel der Eltern gegen sie acht, der sie nennen wird.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Ein Dichter hat zwar die schnellsten Irrtümer, aber auch dafür die
schnellsten Bekehrungen. Andere haben keinen Standort, um ihre Fehler
zu übersehen, die sich von einem Tal ins andere verlieren.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Oft gehört nichts dazu, den Ehemann zu stillen, der 100 Fehler
vorwirft, als sie alle rein-denkend zuzugestehen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Ein Lehrer, Hausvater ärgert sich gerade über die wiederkommenden
Fehler am meisten, da ers als über in der Natur gegründete am
wenigsten sollte.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Kurz nach einem Fehler ist der bereuende Mensch am besten, weil er
demütig ist.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Hagestolz hat das Unglück, daß ihm niemand seine Fehler frei sagt;
aber der Ehemann hat dies Glück.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Leider gewöhnt man sich immer mehr an die Tugenden des Bekannten und
haßt entwöhnt immer mehr dessen Fehler, je länger man mit ihm umgeht.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Was Freundschaft, Ehe, Dienstbotenliebe so bald schwächt, ist, daß man
alle die Tugenden, womit jemand anfängt, nur kurz im Anfange, aber
später nur als notwendige Basis schätzt, von der man anfängt, die
Fehler und die Tugenden zu berechnen. Ein kleiner Fehler oder Abgang
wird einem Tugendreichen schwerer verziehen als einem Tugendarmen
seine ganze Armut. An nichts leichter gewöhnt sich der Mensch bis zur
Vergessenheit und Undankbarkeit als an den Wert des andern. - So
können 2 Eheleute ihre Verdienste steigern; da es aber beide tun,
rechnet es kein Teil dem andern zum Verdienst an.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man hüte sich, irgendeinen Vorzug, z.B. die Dienstfertigkeit der
Barner, zu einem ganzen Charakter zu erheben - jede bedeutende
Eigenschaft ist im Zusammenklang mit dem Ganzen zu erklären und zu
würdigen; und so wird manche Tugend bleicher werden und mancher Fehler
sanfter sich verflößen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Satiren können in der großen Welt nicht an der moralischen Seite
bessern, weil die Unsittlichkeit das Lächerliche verloren oder doch
leicht verschmerzt; höchstens an der intellektuellen, zu welcher auch
die moralische umzudrehen ist; denn Fehler des Verstandes bleiben
immer den Pfeilen der Satire frei. Aber Darstellung großer moralischer
Kräfte hebt die gesunknen der großen Welt.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Das Höchste der Humanität: über keinen Vorzug einen Fehler zu
übersehen - und über keinen Fehler einen Vorzug - und so sich falsch
weder erwärmen noch erkälten zu lassen, sondern alles einzuschichten.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Alle Stärke liegt innen, nicht außen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die größere Stärke wäre, bei der Kraft, wie ein ungewöhnlicher Mensch
zu leben, der Entschluß, zu leben wie ein gewöhnlicher.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Schwätzer von lohnendem Bewußtsein guter Taten haben wenig getan -
sie hätten sie sonst vergessen -, sie hätten sich sonst erinnert, daß
die Gewissensbisse mit der Stärke des Gewissens steigen und daß die
besten Menschen sich mehr vorwerfen als die schlimmsten.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Nichts ist an Rousseau so groß - der sich selber kleiner darstellet,
als er war, wie bei jedem großen Mann der Fall sein müßte, wenn er uns
in alle Ecken seiner Seele blicken ließe - als dieses, daß er mitten
im Leben der großen Welt und in Paris seine hohen Grundsätze
entwickelte und behielt. Diese Festigkeit gegen die untergrabende
Zerstörung der äußern Welt ist die höchste Stärke der Seele.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Bei dem Jüngling, der sich an einen neuesten Lehrer hängt, ist's ein
Zeichen der Schwäche; des Greis(es), ders tut, ein Zeichen der Stärke.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Ehen werden so schlecht, weil die Männer sich nicht entschließen
können, Liebe an die Stelle der Kraft und der Gründe zu setzen und nur
mit Recht und Stärke wirken wollen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man (z.B. der Gelehrte, Dichter) gewinnt in Gesellschaft nicht so
viel, wenn man durch Stärke die Feinheit ersetzen will, als andere,
die es umkehren.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust
unglücklich macht.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wurst ist eine Götterspeise. Denn nur Gott weiß, was drin ist.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der schönste, reichste, beste und wahrste Roman, den ich je gelesen,
ist die Geschichte.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Geschichten, die man in der Kindheit las, nehmen etwas vom Zauber
unserer eignen Kindheit an.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Das erste Mal liest man einen Roman etc. der Geschichte wegen, das 2.,
3. etc. des Inhalts (Gehalts), Bemerkungen etc. wegen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Mensch wird wie der Stahl hart - durch öfteres Abkühlen nach
Erhitzung.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Das Alter ist trüber als die Jugend, nicht, weil seine Freuden,
sondern weil die Hoffnungen erloschen sind.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Mensch genießet den jetzigen Augenblick nicht, wenn er nicht gewiß
weiß, daß der künftige auch Glück zuführt. Daher quälet er sich mit
der Jagd nach Hoffnungen und mit der Flucht vor Befürchtungen. Um nun
eine störende Befürchtung loszuwerden, bequemet er sich lieber zu den
tollsten Hoffnungen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Zeit ist eine Larve der Ewigkeit.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Nur wer irgendein Ideal, das er ins Leben ziehen will, in seinem
Inneren hegt und nährt, ist verwahrt gegen die Gifte und Schmerzen der
Zeit.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man leicht die Fiedel auf den
Kopf.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Kinder und Uhren dürfen nicht ständig aufgezogen werden, man muß sie
auch gehen lassen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man muß seine Frau lieben - oder seinen Mann - wie die Kinder; man
findet bessere und schönere; aber man vertauscht doch nicht. Man
schlägt die Kinder und verläßt sie doch nicht.
		-- Jean Paul
%
Man fordert von Kindern das Unmögliche, daß sie Ehe, Kinder und alles
sehen, und rein nichts erraten, auch von weitem her.
		-- Jean Paul
%
Das große unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Spaß ist unerschöpflich, nicht der Ernst.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Den Verstand, Witz etc. des andern (Ehe) kriegt man satt, nie sein
gutes Herz: nur dieses ist unerschöpflich.
		-- Jean Paul
%
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben
werden können.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Flamme der ehelichen Liebe gibt oft nur Kohle, einander zu
schwärzen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Um zur Wahrheit zu gelangen, sollte jeder die Meinung seines Gegners
zu verteidigen suchen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der Feige in ihr, der Mutige
nach ihr.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Mut besteht nicht darin, daß man die Gefahr blind übersieht, sondern
darin, daß man sie sehend überwindet.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort
benutzte, war der Begründer der Zivilisation.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Das Ansehen der Großen beruht auf der Ehrfurcht der Kleinen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Es ist der Wahrheit nicht zuträglich, wenn ein großer Kopf mit einem
dummen Gegner streitet. Da jener diesen für zu gering ansieht, so wird
er ihm auch da nicht Recht lassen, wo er's hat.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wenn der Feige vor andern sich an seinem Feinde zu rächen drohet oder
schon gerächt zu haben lüget, so folget er hierin weniger seinem
Stolze, für tapfer zu gelten, als seinem Zorne, zu dessen Auslassung
der ganze Körper kein anderes Glied als die Zunge anbietet, und der
sich mutig zu machen sucht, indem er's scheinen will.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man hat nicht bei jeder Person denselben Witz. Es gibt Leute, bei
denen es unmöglich ist, witzig zu sein. Ein Witziger ist es selten bei
einem Witzigen, am wenigsten bei höheren Personen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Man lobt den andern lieber in Briefen als ins Gesicht.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wer nicht den Mut hat, auf seine eigne Art närrisch zu sein, hat ihn
schwerlich, auf seine eigne klug zu sein.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Skeptiker liebt den Orthodoxen mehr als den Heterodoxen.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Nur recht berühmte Leute kann man leicht fein loben.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Das System, das ein großer Mann erfunden, können kleine nicht
verteidigen; auch zum letzteren gehört ein großer.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Wir suchen der Nachwelt bekannt zu werden und grämen uns doch nicht,
es der Vorwelt nicht zu sein.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der Professor schreibt seine Lektionszettel flüchtig, weil er seine
Unabhängigkeit von Studenten zeigen will.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Der lügt am sichersten, der die Wahrheit nur verfälscht und keine
ganze Lüge erdichten darf; bei jedem nimmt er ein andres Stück
Wahrheit weg und setzt eine andre Lüge hinzu.
		-- Jean Paul (eig. Johann Paul Friedrich Richter)
%
Die Nacht ist so zu Träumen eingerichtet, daß man auch wachend in
Träume gerückt wird; man wird von ihr traumtrunken.
		-- Jean Paul
%
Jeder Mensch hat seine Lieblingsausdrücke, das Schöne zu loben.
		-- Jean Paul
%
Die Satire bessert selten. Darum sei sie nicht bloß lächelnd, sondern
bitter, um die Toren, die sie nicht bessern kann, wenigstens zu
bestrafen.
		-- Jean Paul
%
Kritik lernt man mehr von eignen Arbeiten als von Kunstrichtern.
		-- Jean Paul
%
Die Schriftsteller, welche ihre Schriften mit der Feile in der Hand
verfertigen, werden im gemeinen Leben wenig oder schlecht sprechen.
Sie sind zu sehr gewohnt, gut zu sprechen, um geschwind zu sprechen.
		-- Jean Paul
%
Ein Autor sollte unter die Schönheiten, die nur Kenner fühlen, immer
solche mit mischen, die auch der schlechte Leser fühlt.
		-- Jean Paul
%
Man erwartet in den Anmerkungen eines Buches schlechtern Stil.
		-- Jean Paul
%
Vor Frauenzimmern darf man bloß Männer loben.
		-- Jean Paul
%
In einer schlechten Kleidung gelingt das Artigtun weniger als in einer
guten.
		-- Jean Paul
%
Der gefällt nicht, der fürchtet, nicht zu gefallen; denn die
Ungezwungenheit, die allen übrigen Schönheiten des Umgangs erst ihren
Wert und oft ihr Dasein gibt, verschwindet mit der Furcht.
		-- Jean Paul
%
Eine witzige Schmeichelei verzeiht sogar der Bescheidenste.
		-- Jean Paul
%
Bei der Geliebten nur darf man von sich reden.
		-- Jean Paul
%
Die Verstellung hilft unter Leuten, denen wir ähnlich sind, nichts.
		-- Jean Paul
%
Welcher Unterschied, ob wir mit dem abgenommenen Hute einen Halbzirkel
beschreiben oder ihn senkrecht bis zur Brust herunternehmen.
		-- Jean Paul
%
In unsern Gesprächen verweilen wir bei einem witzigen Gedanken und
bestreiten den ernsthaften, anstatt es umzukehren.
		-- Jean Paul
%
Ein einziger Geruch weckt ganze Gruppen von alten Empfindungen wieder
auf; wirkt mehr auf die Phantasie als selbst das Auge.
		-- Jean Paul
%
Man freuet sich über die Standhaftigkeit des Missetäters, weil er
dadurch unser Gefühl der Unterwürfigkeit unter die Obrigkeit mildert.
		-- Jean Paul
%
Man verteidiget oft eine Sache mit schwachen Gründen, weil man die
stärksten sich nicht zu sagen getraut.
		-- Jean Paul
%
Mit zu großer Traurigkeit sympathisieren wir leichter als mit zu
großer Freude, die Sympathie wächst mit jener, nicht mit dieser.
		-- Jean Paul
%
Ganz anders und besser versteht und goutiert man einen Autor, wenn man
ihn über eine Sache lieset, über deren Aufklärung man eben jetzt
verlegen ist.
		-- Jean Paul
%
Man ist neugierig, die Stellen im Buche zu lesen, die ein andrer
unterstrichen hat.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch gehet allezeit, wenn er sich noch so lange gegen eine
Meinung gesträubt, endlich zu ihr mit Leidenschaft über.
		-- Jean Paul
%
Man läßt sich herunter zu denen, die man liebt, wenn sie klein sind,
bis auf einen gewissen Grad, zu dem man sich nie aus Liebe gegen
Größere herablassen würde, und Sokrates ritt wohl mit seinen Kindern,
aber nicht mit Größern auf dem Steckenpferd.
		-- Jean Paul
%
Wenn man die Verteidigung nicht widerlegen kann, tadelt man die Art
derselben.
		-- Jean Paul
%
Ein Dummer mit Lebhaftigkeit ist das lächerlichste Geschöpf.
		-- Jean Paul
%
Wenn einer alle die Hindernisse überdenkt, die sein ganzes Leben durch
seine Entwicklung bestritten hatten, so ruft er aus: »Was hätt ich
nicht werden können!«
		-- Jean Paul
%
Es ist falsch, daß gewisse Laster einen großen Geist beweisen. Nicht
das Laster selbst, sondern die Mittel, durch die man es ausübt,
bestätigen die Größe.
		-- Jean Paul
%
Wenn Seneca sagt, Gott könne nichts lieber sehen als einen
tugendhaften Mann im Widerstande gegen das Unglück, so setzte ich
hinzu: als einen im Genusse einer erlaubten Freude.
		-- Jean Paul
%
Es ärgert einen, wenn man ihm die zu lesende Zeitung voraussagt.
		-- Jean Paul
%
Man kann gegen ein Laster mit dem größten Nachdruck predigen und es
doch ausüben, ohne zu heucheln.
		-- Jean Paul
%
Es gibt Leute, die, um tugendhaft zu sein, erst Gelegenheit brauchen.
		-- Jean Paul
%
Die Republik zeugt und ermordet große Männer; die Monarchie tut das
erstere nicht; jene lässet sie große Taten tun und belohnet mit
Undank, diese verbeut große Taten.
		-- Jean Paul
%
Niemand denkt über den verschiedenen Wert großer Autoren verschiedener
als große selbst.
		-- Jean Paul
%
Eine Frau kann einem Achtung für ihr Geschlecht einflößen, aber
mehrere auf einmal vermindern sie.
		-- Jean Paul
%
Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eignen berichtigen.
		-- Jean Paul
%
Wenn man von gewissen Sekten etc. höret: glaubt man, sie wären
unsinnig, so etwas zu glauben. Aber wenn man mit ihnen bekannt wird:
findet man wenigstens Zusammenhang in ihren Irrtümern.
		-- Jean Paul
%
Zuviel Enthusiasmus in der Tugend macht auf den folgenden Augenblick
desto kälter und schadet also.
		-- Jean Paul
%
Wenn ich in der Jugend jemand seine Nase mit Geräusch reinigen sah,
hoffte ich es einst auch tun zu können und beneidete ihn.
		-- Jean Paul
%
Bei den gemeinen Leuten ist man vornehm delikat, bei den Vornehmen
zynisch.
		-- Jean Paul
%
Die Personen können sich am leichtesten verstellen, die vorher gut
waren; wie Schauspieler die Rollen, die ihrer natürlichen am nächsten
kommen, gut spielen.
		-- Jean Paul
%
In der Einsamkeit wird der gute Teil des Menschen, in der Menge der
schlechte vergrößert; jener bekommt dort die Waffen, dieser fühlt sie
hier. In der Gesellschaft lernt man die Tugend nicht.
		-- Jean Paul
%
Wenn man fragt: »Würde mit der Leidenschaft nicht manche gute Tat
wegfallen?« so heißt das: »Würde der, der, weil er keinen Zorn hätte,
eine gute Tat unterließe, nicht Trägheit an dessen Statt haben?« Das
heißt aber: »Welches ist besser, dieses oder jenes Laster?« und unsre
Frage war doch: »Ist's nicht überhaupt besser, kein Laster zu haben?«
		-- Jean Paul
%
Die Gewohnheit der Vollkommenheit des Freundes macht gegen ihn
ungerecht. Man denke sich dieselbe an einem andern, wie würde man ihn
lieben!
		-- Jean Paul
%
Wenn man in einem wirksamen Helfen begriffen ist, wird man von den
Seufzern des Leidenden minder gerührt.
		-- Jean Paul
%
Wenn der andre ein wenig Genie zeigt, so werden wir neidisch und
ungerecht gegen ihn sein; wenn er aber uns zu sehr übertrifft, nicht.
		-- Jean Paul
%
Je sinnlicher die Seelenkraft, worin man hervorsticht, desto
origineller; daher sind am meisten originell die Musiker, weniger die
Maler, noch weniger die Poeten, und am wenigsten die Philosophen.
		-- Jean Paul
%
Das Schönste, was wir in der Vergangenheit antreffen, ist die
Hoffnung.
		-- Jean Paul
%
Wenn man sich etwas erinnern will, hebt man den Kopf in die Höhe.
		-- Jean Paul
%
Kleiner Schmerz ist in Augenblicken leidlich, aber nicht in der
Fortdauer; also liegt die Ursache unserer Ungeduld darin, daß er uns
immer unterbricht.
		-- Jean Paul
%
Die Vernunft kann, wenn sie einer Leidenschaft oder Empfindung ihren
Ungrund und ihre Narrheit noch so deutlich zeigt, sie doch nie
aufheben, sondern höchstens schwächen.
		-- Jean Paul
%
Jeder Mensch ist in einer Sache ordentlich.
		-- Jean Paul
%
Jeder bewundert den Mut des andern und findet seine Freiheit edel;
treffen beide ihn, dann erregen sie seinen Zorn.
		-- Jean Paul
%
Mit wieviel tausend kleinen Mitteln muß sich der Mensch abgeben, ehe
er mit etwas Großem sich beschäftigen kann.
		-- Jean Paul
%
Man würde die Menschen leichter kennen, wenn man nicht jede Handlung
als die Folge von Grundsätzen ansähe; man hält zu selten eine für
Kaprize, aus der nicht auf den Hauptcharakter zu schließen ist.
		-- Jean Paul
%
Ein großer Schritt zur Tugend ist, daß man nicht alles an sich liebt,
seine Kleinigkeiten, Geschmack im Essen etc.
		-- Jean Paul
%
Jede Verleumdung, wenn man sie auch verwirft, läßt eine geringere
Meinung vom Verleumdeten auf kurze Zeit zurück.
		-- Jean Paul
%
Wenn man beim Erzählen eines fremden Scherzes selbst sehr lacht, so
gewinnt er; bei dem eines eignen, so verliert er.
		-- Jean Paul
%
Man wird mit weniger Anstoß über Glaubenssachen spotten als streiten,
weil man im ersteren Falle doch noch daran zu glauben scheint.
		-- Jean Paul
%
Das Lob einer besondern Eigenschaft setzet dem Verdachte der
Schmeichelei aus, da der andre sich seiner Schwäche darin vielleicht
bewußt ist; aber ein allgemeines Lob wird für keine gehalten, weil
jeder sich vortrefflich im Ganzen hält.
		-- Jean Paul
%
Die Mutter liebt der Art Menschen, von der ihr Sohn ist; gibt dem
Handwerksburschen, wenn ihr Sohn einer, mehr.
		-- Jean Paul
%
Jeder Mensch wünscht sich im Frühling zu verlieben.
		-- Jean Paul
%
Die Finger, wenn sie beschmutzt sind, auseinandergebreitet tragen.
		-- Jean Paul
%
Der Wirt ist stets aufrichtiger als der Gast.
		-- Jean Paul
%
Wer in einer Gesellschaft ein Bonmot erklärt, hat seine Feinheit nicht
verstanden.
		-- Jean Paul
%
Die Bewunderung nützt nicht sowohl dem Gegenstande als dem Subjekt am
meisten; man freuet sich über die Größe des Menschen und daß man sie
empfindet.
		-- Jean Paul
%
Wenn ich mit einem Freunde zürne, werd ich sogleich wieder gut, sobald
ich eine Gelegenheit bekomme, ihm einen Dienst zu erweisen etc.
		-- Jean Paul
%
An andern liebt man Vollkommenheiten, an sich sich.
		-- Jean Paul
%
Alles Vergnügen kommt von ungefähr und fället aus den Wolken; an dem,
das man lange erwartet, ist selten viel.
		-- Jean Paul
%
Wir schämen uns mehr vor uns selber, wenn wir uns einer Torheit, als
eines Lasters erinnern.
		-- Jean Paul
%
Jeder sieht nun ein, daß die Verleumdung von ihm lüge; und doch
vermutet er nicht, daß sie auch von andern Leuten lügen könne.
		-- Jean Paul
%
Ein witziger Kopf ist nirgends vergnügter und glänzender, als wo ein
Narr mit ist.
		-- Jean Paul
%
Wenn euch ein feiner Kopf etwas Alltägliches zu sagen scheint: so
glaubt gewiß, daß ihr ihn nicht verstanden und daß er zu fein gewesen.
		-- Jean Paul
%
Nach einer großen Sünde begeht jeder die kleine, die sie verdeckt,
ohne alles Bedenken.
		-- Jean Paul
%
Er hatte Lebensart, nicht um sie zu zeigen, sondern aus Menschenliebe
und Schonung: denn Lebensart ist die Tugend auf kleine Gegenstände
angewandt.
		-- Jean Paul
%
Solang einer noch kein System hat und die Wahrheiten ungeordnet in
seinem Kopfe liegenlässet, so lange liebt [er] schwerlich die
Wahrheit: ich glaube, zuweilen ist ihm wahrhaftig eine Lüge noch
lieber.
		-- Jean Paul
%
Nicht alle Menschen bedürfen notwendig des Wechsels der Moden (denn
die Araber sind auch Menschen); aber wohl die Franzosen unter ihnen.
		-- Jean Paul
%
Kein Autor sollte sich über etwas zu schreiben hinsetzen, dem es nicht
unbeschreiblich ärgert, daß er keinen Folioband darüber schreiben
kann. Wehe ihm, wenn er einen Gedanken sucht und nicht jede Minute 10
abweiset.
		-- Jean Paul
%
Jeder hat eine andre Art, das Geld zu zählen; der eine nach 4, der
andre nach 5 Groschen.
		-- Jean Paul
%
Es ist beinahe noch schwerer, gut zu schreiben, als ebensogut zu
reden: denn zu jenem hab ich nicht mehr Zeit als bei diesem, weil gute
Gedanken doch schnell entstehen.
		-- Jean Paul
%
Habe für alle menschl(iche) Meinungen eine Ehrfurcht und glaube, daß
ihr zu sehr Wesen einerlei Art seid, als daß du über eine ganz lachen
könntest, die ein Wesen deiner Art geglaubt und zu der es gewiß Gründe
nötigten. Der Weise spüret alle Tage mehrere Irrtümer der Menschen und
mehrere Scheingründe, durch die sich jene Irrtümer einschmeichelten,
zum Gegengifte der Selbstgenügsamkeit auf.
		-- Jean Paul
%
Sich eines philosophischen Satzes zu erinnern, braucht man mehr Zeit
als eines historischen: jenen schafft man beinahe wieder mit.
		-- Jean Paul
%
Wenn uns das Böse als Böses Reue macht und nicht als Wirkung der
Strafe: warum bereuen wir einen bösen Willen, einen bösen Entschluß,
der nicht ausgeführt wurde, nicht ebensosehr als eine böse Handlung?
		-- Jean Paul
%
Er zog sein schlechtestes Kleid an, wenn er mit einem ausging, der
ärmer als er war.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch ist gut und will nicht, daß man vor einem andern als ihm
selber krieche.
		-- Jean Paul
%
Es gehört schon zu den Widersprüchen des Menschen, daß er welche zu
haben glaubt.
		-- Jean Paul
%
Der Dumme denkt, man hat keine andern Wege, ihn auszulisten, als
seine.
		-- Jean Paul
%
Man will nicht nach seinem Äußerlichen geschätzt sein, und andre
schätzt man doch mit den Augen.
		-- Jean Paul
%
Die 11. Gefälligkeit für den, dem du 10 erwiesen, ist die Gelegenheit,
dir eine zu vergelten.
		-- Jean Paul
%
Gestorbne Freunde sind Ketten, die uns von der Erde ziehen und fester
mit einer bessern Welt verknüpfen.
		-- Jean Paul
%
Die Empfindungen sind nur mit Empfindungen zu besiegen.
		-- Jean Paul
%
Wienach kann im Traume die Seele über eine Person nachdenken, indessen
s(elber) die Person ein Gedanke von ihr ist? -
		-- Jean Paul
%
Wer nicht immer weiser wird, der ist nicht einmal weise.
		-- Jean Paul
%
Es ist Eitelkeit, wenn man denkt, gute Bücher nützen nicht; wir bilden
uns ein, andre könnten nicht den Epiktet so gut nützen wie wir.
		-- Jean Paul
%
Wer weiß, daß er uns gefället, dem gefallen wir.
		-- Jean Paul
%
Schwere Bücher machen eben denen Vergnügen, die sonst das wenigste
genießen, eklen Kennern.
		-- Jean Paul
%
Unbeständigkeit gegen seinen Vorsatz heißet sich selber das Wort
brechen, welches man sowenig wie gegen einen andern darf: da dieselbe
schädliche Folge des Mißtrauens daraus entsteht.
		-- Jean Paul
%
Was hat man für Recht dazu, dem Pöbel, dem größern Teil der Menschen,
die Aufklärung vorzuenthalten? Wer gab uns das Recht, der Richter
seiner Einsicht und seines Schicksals zu sein? Wenn er die Aufklärung
mißbraucht: so wird er es nicht mehr tun als die, die jetzt aufgeklärt
sind. Freilich der Übergang von Finsternis zu Licht geschieht allemal
in einem Orkan. - Man regiert, um sie dumm zu erhalten: und erhält sie
dumm, um sie zu beherrschen.
		-- Jean Paul
%
Den Schlimmen vertritt der Argwohn die Stelle des Verstandes, und
[sie] sind eben darum vor Überlistung beschützt.
		-- Jean Paul
%
Schlimme Leute befinden die guten am ersten falsch, weil diese jene
nicht bei andern billigen können.
		-- Jean Paul
%
Verwandtschaft d(er) besten mit d(en) falschen Syst(emen): Es gibt
schwerlich einen wahren Satz, um den nicht verwandte Bastarde stehen;
um den Stoizismus steht der Quietismus und Foismus. Wie nahe grenzt
die Enthaltung des Mönchtums an das Christentum! Dies gibt uns die
Regel: da, wo wir einen wahren Satz so weit treiben, daß er mit allen
unsern Empfindungen und Denkart zu kriegen anfängt, zu stutzen und
zurückzukehren.
		-- Jean Paul
%
Worauf gründen denn die höhern Stände ihr Vorrecht an alle Wahrheiten,
die dem Volk entstehen? Etwan, weil sie schon die Vorkenntnisse haben,
die sie vor dem Mißbrauche neuer Wahrheit bewahren? Nun so gebe man
dem Volke die Vorkenntnisse. Oder darum, weil sie regieren und nicht
gehorchen dürfen? Unmöglich kann Aufklärung den Gehorsam gegen
nützliche und gerechte Befehle aufheben: aber wohl gegen ungerechte.
Sie sagen, sie können nicht regieren, wenn das Volk aufgeklärt würde,
und sie regieren bloß, damit es es wird. Freilich gehorcht das mündige
Kind dem Vater nicht mehr, sondern seinem eignen Verstand, den eben
der Gehorsam dazu bildete.
		-- Jean Paul
%
Jeder hat etwas, worin er selbst denkt, und etwas, worin er nachbetet.
		-- Jean Paul
%
Es gibt verbindende und trennende Köpfe. Jene erfinden Systeme oder
Epopäen, kurz, sie reißen mit schöpferischer Hand auseinanderstehende
Ideen zusammen. Der philosophische Erfinder braucht so gut die Flügel
der Dichtungskraft als der poetische. Die trennenden Köpfe brauchen
bloß Scharfsinn, sie werfen ähnlich scheinende Ideen auseinander und
sind keine Systematiker, lieber Skeptiker, Bayle.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch schneidet nicht seine Handlungen und Neigungen nach seinen
Grundsätzen, sondern diese nach jenen zu, und die Neigung ist eher als
die Maxime da. Der Mann nach und der ohne Grundsätze sind nur darin
verschieden, daß jener seine Neigung in e(inen) allgemeinen Satz
verdolmetscht.
		-- Jean Paul
%
Nicht die wenigen Strahlen von Vergnügen, die in dieses Leben fallen,
machen es uns so wert: sondern das unnennbar süße Gefühl, zu sein, das
Leiden kaum stören, machts.
		-- Jean Paul
%
Feigheit macht so gut dem Menschen das Schlimmste zutrauen als Argwohn
und eigne Bosheit.
		-- Jean Paul
%
Nichts hasset man so, als die erste Äußerung eines Lasters, das man
nicht erwartet.
		-- Jean Paul
%
Die Tugend des andern fühlen und ehren seine Untergebnen am meisten,
weil sie sie beglückt - seine Gleichen und Obern nicht, weil sie ihnen
widersteht.
		-- Jean Paul
%
Bloß die Großen schreiben wie die Alten, ohne Brotgier, ohne Rücksicht
auf Leser, bloß in den Gegenstand versenkt.
		-- Jean Paul
%
Indem man oft zu neuen Erfahrungen und Kenntnissen den Namen suchen
will: findet man, daß man den Namen schon längst, aber ohne Idee, bei
sich getragen.
		-- Jean Paul
%
Von der Gleichförmigkeit der Seele. Dem Witzigen wird es ebensoschwer,
einen Einfall eines Dummen zu verstehen als umgekehrt. Für jeden
Menschen gibt es nur eine gewisse Art Menschen, die für ihn passet;
bei den andern befindet er sich immer in einem Grade unbehaglich und
gedrückt. Der mit einem großen Herzen leidet in den
Alltagsgesellschaften mehr als diese von ihm; denn diesen macht er
wenig(er) Langeweile, weil sie ihn für neu und närrisch halten.
		-- Jean Paul
%
Um in Gesellschaft etwas zu erfahren, muß man die Antwort nicht durch
eine Frage, sondern eine Veranlassung herauslocken.
		-- Jean Paul
%
Dem Fürsten durch ein Gesetz die gesetzgebende Gewalt geben heißt sich
selber vernichten - soviel, als wollt einer seiner Geliebten alles
aufopfern, sogar seine Liebe. Man kann nichts bewilligen und geben,
als was man kannte und wollte; man kann also dem Fürsten keine Gewalt
zu den Gesetzen gegeben haben, die man nicht wußte und die uns
schaden. Aber auf der andern Seite: wie weit erstreckt sich der
Nachkommenschaft Verbindlichkeit, unter Gesetze sich zu bücken, die
sie nicht gegeben? Sowenig ein Volk einem andern Volk Gesetze geben
kann: sowenig die Mitwelt der Nachwelt.
		-- Jean Paul
%
Ironie ist der Weg und Übung zur Laune.
		-- Jean Paul
%
Wir können keine Leidenschaft etc. ohne ihre immerwährende Dauer
fühlen. Wir können nicht glauben, jemand aufhören zu lieben, den wir
lieben. Vielleicht ist's das nämliche, als was man >glauben< oder für
wahr halten hält.
		-- Jean Paul
%
Je mehr man sich in seine Materie hineinarbeitet und jede Ideenfaser
wieder zerfasert: desto origineller und ungenießbarer wird man, z.B.
Sterne.
		-- Jean Paul
%
Je mehr man mit einer Empfindung, Bemerkung vertraut ist: desto
allegorischer und versteckter drückt man sie aus.
		-- Jean Paul
%
Da kein Geschmack früher als der Gegenstand da sein kann, den er
genießt und der ihn bildet: so muß die Tristramische Laune erst
mißfallen, eh sie gefället, und den Geschmack zeugen, der sie
goutiert.
		-- Jean Paul
%
Wir haben nichts darwider, was der andre von sich hält, wenn er nur
von uns noch mehr hält.
		-- Jean Paul
%
Wenn es keine Freiheit [gibt] und unsre Triebe bloß uns stoßen: woher
kömmt's denn, daß uns der erste beste Trieb nicht fortreis[s]et? was
ist denn das Vermögen, Entschließungen abzuwägen, oder vielmehr das
Vermögen, sich zur Anwendung jenes Vermögens ins Äquilibrium zu
setzen?
		-- Jean Paul
%
Oft sind am besten Menschen dessen größte Tugenden und größte Flecken
unbekannt.
		-- Jean Paul
%
Wir sagen >das Leben nehmen<, während nur Jahre genommen werden.
		-- Jean Paul
%
Nichts macht die Menschen vertrauter und gegeneinander gutgesinnter
als gemeinschaftliche Verleumdung eines dritten.
		-- Jean Paul
%
Die Leute hassen am wenigsten, die ihren Haß in Spott und Laune
auslassen.
		-- Jean Paul
%
Man muß seine Behauptungen nie entscheidend in Gesellschaft
aufstellen, weil man sonst andern Mut und Lust benimmt, sie
anzufechten. Einer, der alle seine Sätze mit einem >vielleicht<
entkräftet, lockt aus andern ihre Widersprüche und Meinungen.
		-- Jean Paul
%
Außer der Einsamkeit macht nichts so stolz als eine Gesellschaft, die
sich immer untereinander lobt.
		-- Jean Paul
%
Gegen den Bekanntesten fühlt man größere Achtung, wenn andre sie ihm
erzeigen.
		-- Jean Paul
%
Zeige nie in Reden Trotz und Mut, sondern in Taten - weniger Feinde
machst du.
		-- Jean Paul
%
Wenn es keine Freiheit gibt: wie kömmt denn der ganz Lasterhafte zum
Gefühl, daß er sie verloren? »Bloß weil er das starke Gewicht der
einen Gründe fühlt« - allein der Tugendhafte fühlt auch seines, aber
keinen Freiheitsverlust.
		-- Jean Paul
%
Wenn das, was du dem andern sagst, nicht entweder ein Merkwort zur
Erinnerung oder ein Funke zur Erfindung ist: so versteht er dich
nicht; ihr müßt euch voneinander bloß in der Zeit der Erfindung
unterscheiden.
		-- Jean Paul
%
Jeder hat mehr Selbstliebe, als man ihm zutraut.
		-- Jean Paul
%
Alle große Torheiten, Schwärmereien etc. kamen daher, daß man - zu
konsequent war, immer fortschloß, ohne Rücksicht auf Menschenverstand;
z.B. Mönchtum; Skeptizismus etc.
		-- Jean Paul
%
Nicht die Fühlsamkeit und der Enthusiasmus der jüngern Jahre ist in
ältern vermindert, sondern man kann nur, bei erweitertem Ideenkreis,
von andern, bessern, also seltnern Gegenständen gerührt werden.
		-- Jean Paul
%
Nichts erkältet Liebe so leicht als Beschämung.
		-- Jean Paul
%
Die toleranten Menschen haben nicht die meiste Liebe.
		-- Jean Paul
%
Freude macht aufrichtig.
		-- Jean Paul
%
Große Seelen fallen am ersten in Selbstverachtung.
		-- Jean Paul
%
Keine Absichten werden leichter und allgemeiner erraten als die des
Eiteln. Dies setzt allgemeine Eitelkeit voraus.
		-- Jean Paul
%
Denken lernt man nicht an Regeln zum Denken, sondern am Stoff zum
Denken.
		-- Jean Paul
%
Wie verschieden, ob man sich in die Ober- oder Unterlippe beißet!
		-- Jean Paul
%
In jeder neuen Lage tritt man ein wenig aus der Philosophie heraus.
		-- Jean Paul
%
Man wird am leichtesten verschwiegen unter Leuten, die es nicht sind.
		-- Jean Paul
%
Beredsamkeit ist bloß Deutlichkeit.
		-- Jean Paul
%
Im nämlichen poetischen Kopf verschönert sich neben der Tugend auch
das Laster.
		-- Jean Paul
%
Der Autor vermengt das Vergnügen, das ihm ein Buch als Künstler gibt,
mit dem, das es andern als Lesern gibt.
		-- Jean Paul
%
Alle, die nur für Leute eines Fachs schreiben, z.B. Theologen,
schreiben deswegen elend.
		-- Jean Paul
%
Solang ein Mensch ein Buch schreibt, kann er nicht unglücklich sein.
		-- Jean Paul
%
Aus Instinkt übt man die feinsten Umgangsregeln aus, über die man
erstaunt, wenn man sie liest.
		-- Jean Paul
%
Was man selbst erfahren, kann man auch andern vortragen, obgleich es
ihnen etwas Altes ist.
		-- Jean Paul
%
Es ist die größte Weisheit, sich über die Menschen hinauszusetzen,
ohne sie zu hassen oder zu verachten.
		-- Jean Paul
%
Mit manchen Dingen muß man prahlen, um sich ihrer nicht zu schämen.
		-- Jean Paul
%
Der denkende Teil in mir entdeckt in der Welt überall Ordnung, nur der
empfindende nicht, der nicht der Zuschauer, sondern ein Glied dieser
Kette ist.
		-- Jean Paul
%
Bloß darum müssen wir soviel lesen, weil wir alles in 10 Büchern lesen
müssen, anstatt es aus 1 zu merken.
		-- Jean Paul
%
Der neueste Gedanke altert unter der Hand eines gemeinen
Schrift(stellers), der älteste verjüngt sich unter der Hand eines
guten.
		-- Jean Paul
%
Dem Talent und Körper verzeiht man alles, der Tugend nichts.
		-- Jean Paul
%
Man hat eine Wahrheit lange gehört, verstanden, gelobt, eh man sie
verdauet und zum Teil seines Ichs macht.
		-- Jean Paul
%
Die Kunst des Arztes wohnt zwischen der Ohn- und Allmacht der Natur
mitten.
		-- Jean Paul
%
Die Situation wird nicht durch die Worte gehoben, sondern diese durch
jene.
		-- Jean Paul
%
Zur Freundschaft gehört: daß wir einander gleichen, einander in
einigem übertreffen, einander in einigem nicht erreichen.
		-- Jean Paul
%
Ich habe nie eine einzige Bemerkung allein gemacht, sondern es fiel
mir allezeit noch eine zweite ein.
		-- Jean Paul
%
Ich bedaure nichts, was ich auf der Erde verloren, keine Jugend und
keine Freude - außer dem Verlust der hohen Vorstellung, die ich von
allen diesen gehabt.
		-- Jean Paul
%
Es gibt nichts Wollüstigeres, als einen Freund zu loben.
		-- Jean Paul
%
Wenn ein Jüngling und ein Mädgen miteinander einen Fehltritt begehen,
so werden beide nur von dem Geschlecht entschuldigt, zu dem sie nicht
gehören.
		-- Jean Paul
%
Man verdirbt unter Leuten, die einen nicht übertreffen.
		-- Jean Paul
%
Man fühlt das Bedürfnis zu unterhalten nie, wenn man interessante
Gedanken hat oder zutraut; - nicht bloß in der Liebe.
		-- Jean Paul
%
Das Gefühl findet, der Scharfsinn wägt die Gründe.
		-- Jean Paul
%
Eitelkeit ist darum so schwer abzulegen, weil man sie, unter allen
Lastern allein, den ganzen Tag genießen kann.
		-- Jean Paul
%
Zwischen dem Betragen eines orientalischen und eines monarchischen
Untertanen ist ein geringerer Unterschied als zwischen dem eines
monarchischen und eines republikanischen.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch hält jede Veränderung seines Innern, jede Verbesserung und
sogar jede Verschlimmerung für größer, als sie ist; er wird klüger,
aber nicht weiser, er ändert mehr seine Handlungen als seine Gefühle,
mehr seine Einsichten als seine Meinungen, und bloß sein Gedächtnis
ändert sich am meisten. Gleichwohl ist einer, der nicht den Tag, die
Stunde angeben kann, wo er gut geworden, es auch nicht. Die Besserung
gibt oder nimmt uns nicht Gefühle, sondern beherrscht nur die eignen -
und in jedem Menschen hat die Tugend andere Neigungen zu ordnen.
		-- Jean Paul
%
Man glaubt, man erhebe sich über alle die Leute, über die man
nachdenkt und Reflexionen macht.
		-- Jean Paul
%
Es ist schöner, eine schöne Gegend zu betrachten als zu betreten.
		-- Jean Paul
%
Wenn man sich in Kleidern niederlegt, fällt die Melancholie der Nacht
weg.
		-- Jean Paul
%
Wir wollen gern den Wert des Genies anerkennen, aber es selbst soll's
nicht.
		-- Jean Paul
%
Jeder hat in seiner Jugend etwas von einem poetischen Genie, seine
Narrheit und seine Entzückung; - das poetische Genie selbst aber lebt
in einer ewigen Jugend.
		-- Jean Paul
%
Man kann die feinsten Bemerkungen über den Menschen und über
Individuen machen und doch von ihnen betrogen werden, d. h. sie nicht
kennen.
		-- Jean Paul
%
Die Sucht, seinen Charakter zu zeigen, sieht oft ebenso falsch aus als
die, ihn zu verbergen.
		-- Jean Paul
%
Im kraftvollen Zustand ist man am meisten ärgerlich, z.B. bei
Arbeiten des Geistes.
		-- Jean Paul
%
An der größten Tugend ist nichts zu bewundern, weil uns das Gefühl
ihrer Erreichung bleibt - aber am Talent.
		-- Jean Paul
%
Es ist leichter, eine Tugend zu übertreiben, als sie zu haben,
leichter, das Gelübde immerwährender Keuschheit zu tun, als in der Ehe
zu leben.
		-- Jean Paul
%
An alles Körperliche ist Geistiges geknüpft, an Eigennutz
Freundschaft, an Wollust Liebe, an den Gaumen Erinnerung, an Trank
Tugend.
		-- Jean Paul
%
Eine Freude darüber, daß man was Neues entdeckt, heißt eine über einen
6000jährigen Irrtum.
		-- Jean Paul
%
Ohne Philosophie steigen und sinken die Gefühle zu weit.
		-- Jean Paul
%
Es sind verschiedene Talente, eines Charakter und eines Gesinnungen
und Gedanken zu erraten.
		-- Jean Paul
%
Man drückt lieber die Augen zu, als daß man die Finsternis sähe.
		-- Jean Paul
%
Gerade Unparteiische, die alle Seiten sehen, finden weniger Beifall
und Freunde, als die gegen eine Seite heftig sind.
		-- Jean Paul
%
Leute mit offenliegenden Vorzügen - Schöne, Witzige und Kenner vieler
Sprachen - sind eitel; mit verborgenen - Tugend, Weisheit - sind
stolz.
		-- Jean Paul
%
Man widerlegt lieber den, der zu schwer, als der zu leicht zu
widerlegen ist.
		-- Jean Paul
%
Daß Verstand erst mit den Jahren kommt, sieht man nicht eher ein, als
bis der Verstand und die Jahre da sind.
		-- Jean Paul
%
Der hohe Haß ist wie die Tugend, ohne Worte und Hitze, aber handelnd.
		-- Jean Paul
%
Die Erde als Erde ist auch dem Sinnlichsten nichts, sondern seine
Ideen darüber.
		-- Jean Paul
%
Es ist ein Irrtum, daß die edlern Neigungen vernünftiger seien als die
unedlern.
		-- Jean Paul
%
Kleine Seelen fühlen in ihrem Unglück nur ihren Zustand, große noch
Zusammenhang, ihr Ich.
		-- Jean Paul
%
Der Blinde kann keine solchen Schrecken haben wie wir, da er keine
Finsternis kennt.
		-- Jean Paul
%
Aufopferung ist leichter als Rechtschaffenheit.
		-- Jean Paul
%
Man kann keinen Gedanken gut ausdrücken, als den man oft gehabt.
		-- Jean Paul
%
Eine humoristische Stelle glänzt am meisten in einem ernsthaften Buch
zitiert.
		-- Jean Paul
%
Ein Roman ist eine veredelte Biographie.
		-- Jean Paul
%
Jeder Autor dient in seinem ersten Buch bloß seinen Neigungen - im
zweiten dem Geschmack.
		-- Jean Paul
%
Der vollkommene Philosoph muß ein Dichter mit sein und umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Von einem in Begeisterung könnte man sogar das drucken, was er denkt.
		-- Jean Paul
%
Keiner denkt mehr frei, der ein System hat.
		-- Jean Paul
%
Warum sollt es verwegen sein, dem Kant zu widersprechen? Dann wär's
auch, ihm zu glauben; weil zu einem, der seine Gründe fassen will,
ebenso viel gehört als zu einem, der sie widerlegen will.
		-- Jean Paul
%
Es gehört zur Tugend und Lebensart, von andern nicht zu sehr sein
Recht zu fordern.
		-- Jean Paul
%
E. lobt am andern nichts, was er nicht glaubt; aber um es zu loben,
glaubt er's vorher.
		-- Jean Paul
%
Gewisse Menschen wären Engel, wenn sie stärker wären, und gewisse
keine Teufel, wenn sie schwächer wären.
		-- Jean Paul
%
Ein Prophet (Autor) wird von seinem Vaterland zuwenig, von seinen
Freunden zuviel geschätzt.
		-- Jean Paul
%
Es stärkt einen fast, daß einem die Eitelkeit der Dinge kleiner
vorkömmt, wenn wir sie geschildert, d. h. durch das Medium der Poesie
erblicken.
		-- Jean Paul
%
Feine Menschenkenntnis und Beobachtung ist verschieden von
ausgebreiteter und vollständiger.
		-- Jean Paul
%
Ein gewöhnlicher Kopf wagt selten etwas Kindisches.
		-- Jean Paul
%
Man errät den andern mehr durch Vermutungen als durch Beobachtungen.
		-- Jean Paul
%
Die Dummen halten alle Feinen für falsch.
		-- Jean Paul
%
Eine starke Phantasie ist jed(es) großen Entschluss(es) fähig, aber
sie macht auch - weil sie die Sache auf einer andern Seite betrachtet
- desto unfähiger, ihn auszuführen.
		-- Jean Paul
%
Sanfte, weiche Menschen beweisen zum Schutz anderer einen größeren
Zorn und Mut als für sich, z.B. Mütter.
		-- Jean Paul
%
Wir zeigen mit weniger Scham die Leidenschaften des Hassens als des
Liebens.
		-- Jean Paul
%
Man hört, wegen der Gewöhnlichkeit, das Prügelgeschrei eines Kindes
mit weniger Rührung als eines Hunds.
		-- Jean Paul
%
Wenn ein Buch nicht wert ist, 2 mal gelesen zu werden, so ist's auch
nicht wert, 1 mal gelesen zu werden.
		-- Jean Paul
%
Jakobi(s) Schriften verstand ich mehr, indem ich mich ihrer erinnerte,
als indem ich sie las.
		-- Jean Paul
%
Ein Jüngling, der mit dem bürgerlichen Leben zufrieden wäre, wäre sehr
mittelmäßig.
		-- Jean Paul
%
Mehr Sachen auf einmal merkt man leichter als eine.
		-- Jean Paul
%
Für einen von viel Witz und Belesenheit gibt's gar keine
Unähnlichkeiten mehr.
		-- Jean Paul
%
Bei manchen zerfließet alles so sehr ins Ganze, daß sie bei eignen
Fehltritten die Schwäche der menschlichen Natur bedauern.
		-- Jean Paul
%
Manche wollen nur, daß, nicht wie, man sich entschuldige.
		-- Jean Paul
%
Die Eitelkeit des Umgangs wächst am meisten durch Leute, an denen man
kein Interesse nimmt und mit denen man doch spricht.
		-- Jean Paul
%
Er hält sich noch nicht für tugendhaft genug, um sich kleine Sünden zu
verbieten.
		-- Jean Paul
%
Der Weise rechnet das Mißvergnügen zu seinen Sünden.
		-- Jean Paul
%
Der schönste, edelste, freimachende Gehorsam ist der gegen sich - man
muß nicht wollen, was man tut, sondern tun, was man will.
		-- Jean Paul
%
Übertriebner Tadel schadet Guten mehr als übertriebnes Lob.
		-- Jean Paul
%
Wenn man bei Mädgen etwan wie bei Männern auf ein schneidendes Ja oder
Nein dringt: so gewinnt man sicher das Unangenehmere - sie haben eine
aus Ja und Nein zusammengesetzte Antwort gewohnt.
		-- Jean Paul
%
Ferne Berge sind erhabner als nahe.
		-- Jean Paul
%
An ungebildeten Leuten ärgert e(inen) Eigennutz nicht.
		-- Jean Paul
%
Eine gewisse Seelengröße macht zur Menschenkenntnis unfähig.
		-- Jean Paul
%
Liebe ist ein Auszug aus allen Leidenschaften auf einmal.
		-- Jean Paul
%
Wenn man lang ein Kleidungsstück ansieht, kömmt's einem närrisch vor.
		-- Jean Paul
%
Eine einzige Selbstüberwindung stärkt mehr als 20 Gefühle und
200000 Predigten.
		-- Jean Paul
%
Es gibt 2 ganz verschiedene Satiren, eine gegen Laster, eine gegen
Torheiten.
		-- Jean Paul
%
Eltern schlagen stärker, wenn das Kind nicht schreiet.
		-- Jean Paul
%
Unsre schlimmen Taten bleiben uns mehr im Gedächtnis als unsre guten.
		-- Jean Paul
%
Um sich von einer zu großen Liebe oder Duldsamkeit für etwas zu
heilen, muß man nicht die Feinde davon lesen, sondern die Freunde.
Lavater
		-- Jean Paul
%
Wenn man keine besondere Gelegenheit hat, jemand seine Liebe zu
zeigen: denkt man zuletzt, man fühle sie schwächer.
		-- Jean Paul
%
Manche wollen ihre Freunde nur von sich gelobt wissen.
		-- Jean Paul
%
In der Jugend hält man von hinten jede für schön.
		-- Jean Paul
%
Die meisten reden origineller, als sie schreiben.
		-- Jean Paul
%
In Leidenschaft machen wir nicht falsche Beobachtungen, sondern
falsche Schlüsse daraus.
		-- Jean Paul
%
Jede Freude füllt, jeder Schmerz leert dich, aber in jener hat noch
Sehnsucht Platz, in diesem noch Zuversicht.
		-- Jean Paul
%
Jeder Zustand, den eine gegenwärtige äußere Lage uns gibt, ist nicht
rein, sondern ein Gemisch aus ihr und d(er) vergangnen - daher kann
uns die gemeinste Lage einen ungewöhnlichen Zustand nach einer
ungewöhnlichen Vergangenheit geben.
		-- Jean Paul
%
Ein Mensch, der uns bloß in unsern eignen Talenten übertrifft, erhebt
uns - einer, der in ganz fremden groß ist, demütigt uns.
		-- Jean Paul
%
Man muß etwas Bessers sein als sein Stand, um ihn zu erfüllen.
		-- Jean Paul
%
Je mehr man mit d(em) andern bekannt wird, desto mehr hört man auf,
den Verstand zu zeigen, und beginnt, das Herz zu zeigen.
		-- Jean Paul
%
Kleine Mädgen grüßen mehr als Knaben.
		-- Jean Paul
%
Ein Narr ist nie so lächerlich, als man ihn macht.
		-- Jean Paul
%
Ein Staat ist leichter zu regieren als ein Mensch.
		-- Jean Paul
%
Warum lieben wir die Tugend an andern zehnmal mehr als an uns? Warum
fühlen wir so viel Wärme gegen einen Aufopfernden und halten's für
Schuldigkeit bei uns? Einmal müssen wir uns irren.
		-- Jean Paul
%
Das, was er nicht verbergen konnte, ließ er nicht erst erraten,
sondern sagte es selbst, um das Opfer der Aufrichtigkeit zu bringen.
		-- Jean Paul
%
Manche Menschen macht man durch die größten Wohltaten nicht so warm
als durch das kleinste Lob.
		-- Jean Paul
%
Einer kann uns ohne Egoismus sein Leben mit Interesse nur schriftlich,
aber nicht mündlich erzählen.
		-- Jean Paul
%
4erlei gute Mädgen, die mit, die ohne Ehre - mit, ohne allgemeine
Betrachtungen.
		-- Jean Paul
%
Wenn ein Mensch eine gewisse Anzahl Wohltaten empfangen: hört er auf,
sie zu zählen.
		-- Jean Paul
%
Wenn die Menschen immer Versuchungen zu großen Sünden hätten: sie
blieben gut; aber die täglichen Kämpfe gegen kleine gewöhnen an
Niederlagen.
		-- Jean Paul
%
Scharfsinn ohne Empfindung ist Mühlstein ohne Korn.
		-- Jean Paul
%
Manche geben allen großen Wahrheiten Kleinheit, wenn sie sie nur
sagen.
		-- Jean Paul
%
Man wird zuletzt tolerant, denkt man, gegen die Menschen; aber man ist
nur gleichgültig.
		-- Jean Paul
%
Bei jeder neuen Lage fängt man eine neue Jugend an, man verjüngt sich,
wenn man sich verändert. Ein Konrektor ist älter als ein Rektor, der
er wird.
		-- Jean Paul
%
Man kann Liebe selten zu spät, immer zu bald gestehen.
		-- Jean Paul
%
Man gewinnt mehr, wenn man Mädgen etwas für sich tun lässet, als wenn
man etwas für sie tut.
		-- Jean Paul
%
Schwerlich kennt die Frau unter der Liebe etwas größers als die Liebe
- der Mann kennt mitten darunter noch seine Lieblingsarbeit, seine
Philosophie als das Größere. Bei ihr ist sie Ziel; bei uns ist sie
Spaliergewächs an den Schranken zum Ziel.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch erträgt ein neues Übel darum unwilliger als ein größeres
altes, weil sie es, aus Mangel an Wiederholung, noch für kein
notwendiges halten.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch kann nicht eher wissen, wie gut er ist, als bis einmal sein
halbes Glück von einer großen Sünde abhing.
		-- Jean Paul
%
Wem eine Frau gleichgültig wird, bei dem fängt die Sinnlichkeit an.
		-- Jean Paul
%
Feinheit des Ausdrucks ist verschieden von Feinheit der Gesinnung.
		-- Jean Paul
%
Man errät die Menschen am besten, wenn man sie bei Erzählungen um ihre
Vermutungen der unerzählten Zukunft fragt.
		-- Jean Paul
%
Keinem Gesichte steht ein häßliches übler als einem schönen.
		-- Jean Paul
%
Wenn man etwas hört, das einen in Erstaunen und zugleich in Verwirrung
wegen der Antwort setzt: so muß man kalt eine kurze einsilbige Frage
tun, die eine lange Antwort braucht.
		-- Jean Paul
%
Wenn man bezahlt wird, denkt man, man arbeitete zu wenig - wenn man
arbeitet, man bekomme zu wenig.
		-- Jean Paul
%
Ich begreife nicht, wie ein Mann sagen oder glauben kann, er sei
schön, ohne rot zu werden.
		-- Jean Paul
%
Wenn sich einer nur einmal zwingt nachzugeben: so sieht er, daß er
nicht viel nachzugeben braucht und daß der andere auch nachgibt.
		-- Jean Paul
%
Es ist unbegreiflich, wenn man in den höhern Ständen sieht, wie viel
eine Frau braucht, um keine Langweile zu haben - in unsern, wie wenig.
		-- Jean Paul
%
Man unterlässet zu viel Gutes, weil der Nutzen, und begeht so viel
Böses, weil der Schaden zweifelhaft ist.
		-- Jean Paul
%
Man verbindet sich oft einen Menschen, wenn man nach dem Namen seines
Hundes fragt.
		-- Jean Paul
%
Nur ein Mann, keine Frau, kann eine Stunde vor einem Ball in einem
philosophischen Buche lesen, oder darin gar daran denken.
		-- Jean Paul
%
Voltaire widerlegt den Pascal und hat überall recht - nur darin nicht,
daß er ihn nicht verstand.
		-- Jean Paul
%
Derselbe Scharfsinn findet an allen Behauptungen das Wahre, der an
allen das Falsche entdeckt - er weiß kaum, wo er anfangen soll, zu
widerlegen oder beizutreten.
		-- Jean Paul
%
Im Sommer ist man menschlicher, im Winter bürgerlicher.
		-- Jean Paul
%
Bei Mangel an Talent ist's besser zu sprechen als zu schreiben.
		-- Jean Paul
%
Sogar in unserer Erinnerung ist uns die Vergangenheit als Fülle
früherer Erinnerung schön.
		-- Jean Paul
%
Manche können leichter die Lehrer der besten als der guten Menschen
sein.
		-- Jean Paul
%
Leidenschaft macht, daß man besser und schlechter handelt als die
Vernunft täte.
		-- Jean Paul
%
Der Stand erhebt die Großen über die Urteile, die die Kleinen über
ihre Tugenden fällen - aber nicht über ihre Vorzüge. Sie rächen nicht
die beleidigte Achtung, sondern die beleidigte Eitelkeit.
		-- Jean Paul
%
Kluge halten das Gewöhnliche, Dumme das Ungewöhnliche für toll.
		-- Jean Paul
%
Wir täuschen uns über den Wert eines Autors, da wir nicht an die
vielen Minuten denken, wie er das Werk Glied vor Glied
zusammengeschoben.
		-- Jean Paul
%
In einem Vormittage, wo man reiset, ein ungewöhnliches Geschäft hat -
kurz in jeder neuen Lage - lebt man mehr, sieht das Leben anders,
fühlt sich mehr als in 4 gewöhnlichen Wochen.
		-- Jean Paul
%
Feinheit überall wirkender als Kraft.
		-- Jean Paul
%
Ich ärgerte mich über den Menschenlärm unter mir und konnte nicht eher
schlafen, als bis ich wußte, es seien Pferde.
		-- Jean Paul
%
Jede Arbeit, auch philosophische, poetische, lenkt den Menschen vom
Ich und oft vom Bessern ab.
		-- Jean Paul
%
Gegen Liebe ist man nie undankbar, nur gegen Wohltaten.
		-- Jean Paul
%
Eigentlich müßte man für jedes Individuum ein besonderes Buch
schreiben.
		-- Jean Paul
%
Menschen beweisen sich in Gesellschaft Sachen, die jeder glaubt.
		-- Jean Paul
%
Es verlohnt sich nicht, daß man alle Bücher widerlegt. Exzerpieren
isoliert und hebt eine Sache heraus.
		-- Jean Paul
%
Der Gelehrte erwirbt sich mehr blindes Zutrauen als der Scharfsinnige,
weil jenem nur der Gelehrtere, diesem jeder widersprechen kann.
		-- Jean Paul
%
Es ist leichter, die Menschen zu lieben, als zu ertragen - viele
heftig zu lieben, als keinen zu hassen.
		-- Jean Paul
%
Ein ganz Tugendhafter muß viel Geist oder Feuer haben, um nicht
langweilig zu sein.
		-- Jean Paul
%
Man legt leicht die großen Unarten ab und hat noch immer die kleinen
der Gewohnheit und Erziehung.
		-- Jean Paul
%
Uns greift ein auf der Straße verwesetes Vogelgerippe an, aber keines,
das auf unserm Teller liegt.
		-- Jean Paul
%
Man liebt die Menschen mehr, wenn man den Entschluß, ihnen eine
Wohltat zu erweisen, fässet, als nachdem er ausgeführt ist.
		-- Jean Paul
%
Ein Volk kann nicht auf seine Genies, sondern auf das Volk, auf die
Menge stolz sein - die Genies können auf die Genies es sein.
		-- Jean Paul
%
Bei der Besserung sieht man, daß man eine Menge Dinge im Umgang, die
man aus Höflichkeit und Mode tat, aus Tugend nun tut und leichter.
		-- Jean Paul
%
Ein Mann von Verstand gibt Leuten von Verstand zu leicht sein Herz.
		-- Jean Paul
%
An Weibern ist alles Herz, sogar der Kopf.
		-- Jean Paul
%
Man sagt zu Ochsen "dummer Esel" und umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Man liebt noch den Ort der Liebe, wenn man gegen die Person keine mehr
hat.
		-- Jean Paul
%
Man sollte nie mit dem Edeln zugleich einen unschuldigen, aber
nied(rigen) Zweck erreichen - es ist nichts gefährlicher für die Moral
(Tugend), als von ihr zu leben.
		-- Jean Paul
%
Menschen erraten heißet nichts als sich ähnl(icher) Erfahrungen
besinnen. Mit einem ganz neuen Charakter kömmt der größte
Menschenkenner nicht aus.
		-- Jean Paul
%
Es ist leichter zu schmeicheln, als zu loben.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen, besonders die Weiber, wollen lieber gelobt als geliebt
sein.
		-- Jean Paul
%
Ein anderes ist der Mut, d(er) Gefahr nicht zu achten, ein anderes,
sie nicht zu sehen, zu verachten, ihr zu trotzen.
		-- Jean Paul
%
Zwischen 4 Wänden sind alle Menschen Sonderlinge, nur nicht offen.
		-- Jean Paul
%
Man sagt leise: »ich empfehle mich Ihnen«, wenn man den Hut von weitem
zieht.
		-- Jean Paul
%
Es ist ein geringer Unterschied zwischen dem Stolz auf wahre Vorzüge
und dem auf keine.
		-- Jean Paul
%
Man glaubt oft, man könne nicht gut sprechen, da einem doch nichts
fehlt als der Stoff zu sprechen.
		-- Jean Paul
%
Genuß der Ehre hindert den der Natur.
		-- Jean Paul
%
Goethe, so dramatisch und in fremdem Namen redend, daß er sich nicht
finden kann, wenn er etwas im eignen sagen soll.
		-- Jean Paul
%
Wenn zwei körp(erlich) zusammenstoßen, denkt jeder, nur der andere
habe Schmerz und Recht - bei moralischem Zusammenstoßen das Gegenteil.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen wären alle bescheidener und demütiger, trieben sie alle
nur eine Kunst.
		-- Jean Paul
%
Jeder kömmt sich selber leer und mager vor (ausgenommen wenn er sich
vergleicht), weil er sich ganz auskernt und erschöpft mit der Idee.
Keiner kann seine eigne Gelehrsamkeit bewundern, weil er sie ganz
kennt.
		-- Jean Paul
%
Die höchste Liebe glaubt und fordert höchste Vollkommenheit, daher ist
sie ihrem Ende am nächsten.
		-- Jean Paul
%
Ehrgeiz ist verschieden von Ehrliebe - diese sündigt nie gegen die
Ehre, aber jener, der nach Schande nichts fragt, um berühmt zu sein -
diese will eigne Achtung, jener fremde, diese ist bei Weibern, jener
[bei] Männern.
		-- Jean Paul
%
Die Keuschheit wohnt weder in den obern noch untern Ständen - sondern
in den mittlern.
		-- Jean Paul
%
Das Einfältigste sagt man im Anfang in einer Gesellschaft, das Beste
zuletzt.
		-- Jean Paul
%
Ein rechtschaffener Menschenf(ein)d sagt im Zorn mehrere und
nützlichere Wahrheiten als in der Liebe.
		-- Jean Paul
%
Man glaubt einem Mann von Talent mehr, was er versichert, als was er
beweiset - Hier untersucht man erst seine Beweise, dort ist er einer.
		-- Jean Paul
%
Wir sind begieriger, fremde Menschen zu observieren und auszuspähen
als tägliche und nahe.
		-- Jean Paul
%
Man kann gewiß sein, dem andern nicht viel Vergnügen gemacht zu haben,
wenn man lauter Sachen sagte, die uns eines machten und so umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Nonnen mager, Mönche fett, Beweis der weiblichen Mäßigkeit.
		-- Jean Paul
%
Niemand ändert sich schwerer, als der stets unter andern oder in
Geschäften lebt, d. i. träumt - die andringende, überhäufende
Gegenwart ersticket jeden stillen Keim.
		-- Jean Paul
%
Ein Autor bringt durch Selbstdefension(en) seine Anklagen auf und in
die Nachwelt. Für die Mitwelt sind sie entbehrlich; seine Freunde
glauben den Anklagen nicht, seine Feinde den Defensionen nicht.
		-- Jean Paul
%
Man denkt, jeder gehe dahin, wohin man geht.
		-- Jean Paul
%
Die Schwachheiten großer Menschen werden von kleinen so leicht erraten
als die der Lehrer von Kindern.
		-- Jean Paul
%
Nichts führt von aller innerer Beschauung weiter ab und vom Blick
gegen die verschleierte Welt als Ehrgeiz.
		-- Jean Paul
%
Niemand könnte sich verhaßter und langweiliger machen als einer, der
in allen Sozietäten Menschen nur lobte.
		-- Jean Paul
%
Man ist gerechter gegen seine Feinde als gegen seine Freunde.
		-- Jean Paul
%
Um froh zu sein, muß man einen langen Geschäftsplan haben, der doch
die Freuden nicht aussperret, sondern einschließet: am besten wenn die
Geschäfte und Freuden in eins fallen (bei mir).
		-- Jean Paul
%
Wenn an den Großen alles erstirbt, sogar der Ehrgeiz, grünet doch die
Eitelkeit noch.
		-- Jean Paul
%
Es hilft wenig, daß uns das Schicksal reich macht: unsere Wünsche
machen uns wieder arm.
		-- Jean Paul
%
Der Schlechteste kennt einen Preis, wofür er seine Rechtschaffenheit
nicht hingibt; er unterscheidet sich vom Guten durch den kleinern
(nicht vom Besten).
		-- Jean Paul
%
Man tut oft bloß stolz, weil man vermutet, der andere denke stolz.
		-- Jean Paul
%
Der aus dem gemeinen kriechenden Stand Emporgekommene will stolz sein
und kann es nicht, und ihm entfährt immer Höflichkeit gegen die alten
Gegenstände.
		-- Jean Paul
%
Ein berühmter Autor sollte auch Sätze, die andere gesagt, wiederholen,
um der Wahrheit sein Gewicht hinzuzutun.
		-- Jean Paul
%
Je mehr man Menschen kennt, desto weniger schildert man Individuen.
		-- Jean Paul
%
In den Augen des Bewunderten ist der Bewunderer nicht stets klug, wie
Helvetius sagt, aber doch gut.
		-- Jean Paul
%
Jeder hält seine Verstellung für feiner als die fremde und wird daher
betrogen.
		-- Jean Paul
%
Den meisten Menschen gilt Bewunderung, Schätzung so viel als Liebe,
sie vermengen beide.
		-- Jean Paul
%
Werke, die man schreibt und die man tut, kann man erst lange nach
ihrer Vollendung korrigieren.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen hassen und merken in der Liebe leicht das Gefühl der
Unabhängigkeit.
		-- Jean Paul
%
Die erste Wiedererblickung lang ersehnter Menschen gibt diesen etwas
von der Idealität der Vorstellung.
		-- Jean Paul
%
Nichts ist bei der häufigen Lektüre schädlicher, als daß uns die
Lehren der Weisheit - ohne daß eine gegenwärtige Erfahrung sie auf uns
bezöge - so wiederholet werden, daß wir sie nie auf uns anwenden.
		-- Jean Paul
%
Man muß nicht seine Vorzüge auskramen, um den andern zu gewinnen,
sondern ihn gewinnen, um jene auszukramen. Die Höflichkeit etc., womit
ich jemand aufnehme, ist die Grundierung, worauf er mein Bild
aufträgt.
		-- Jean Paul
%
Gewisse Dinge (Mode, Kleider, Lebensart) muß man früher verachten als
achten.
		-- Jean Paul
%
Wir halten die Leichtigkeit zu sündigen für die Erlaubnis dazu.
		-- Jean Paul
%
Der Spott über Abscheulichkeit (wenn es nicht juvenalischer ist), z.B.
Päderastie, mindert den Abscheu mehr, als er ihn mehrt.
		-- Jean Paul
%
Ein berühmter Autor und ein Fürst brauchen nur zu reden, nicht gut zu
reden, um zu gefallen.
		-- Jean Paul
%
Die Weiber ändern ihre Meinungen schwerer als die Männer, weil sie
mehr Gefühle als Schlüsse sind.
		-- Jean Paul
%
Kein Enthusiasmus der Liebe ist so groß als der der Zusammengewöhnung,
der auf jenen folgt.
		-- Jean Paul
%
In der Sprache der Liebe gibt es keine Pleonasmen.
		-- Jean Paul
%
Weiber sprechen lieber von als in ihrer Liebe, Männer umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Den berühmten Mann freuet kein anderes Lob weiter als ein größeres.
		-- Jean Paul
%
Sanftmut muß stets nach der Kraft (Jugend) kommen, sonst Schlaffheit.
		-- Jean Paul
%
Mit Intoleranz muß der Jüngling anfangen, nicht enden, nicht
umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Wenn man zuviel wichtige Dinge zu sagen hat, fängt man mit den
unwichtigen an.
		-- Jean Paul
%
In einer ewigen Meßstadt würde alle Menschenliebe aufhören.
		-- Jean Paul
%
Man ist in der Liebe darum ungerecht, weil man den andern für
vollkommen hielt.
		-- Jean Paul
%
Das Reden mehrt die eigne Rührung mehr als fremde.
		-- Jean Paul
%
Ein wiederholtes Abschiednehmen entkräftet das letzte.
		-- Jean Paul
%
Manche halten ihre veränderte Ansicht eines Menschen für eine
Veränderung desselben.
		-- Jean Paul
%
Man kann wohl einen Schwarm Mücken im Zimmer sumsen hören, aber nicht
eine.
		-- Jean Paul
%
In einer neuen Stadt sind die ersten begegnenden Mädgen am
interessantesten.
		-- Jean Paul
%
Die kleinen Gründe erschaffen den Entschluß nicht, sondern man waffnet
sich mit ihnen nur gegen äußere Anfechtungen desselben.
		-- Jean Paul
%
Ewige Unart, aus Gelehrsamkeit oder Tugend in einem Falle [und] Fache,
auf sie in andern Fällen und Teilen zu schließen.
		-- Jean Paul
%
Statt einen Scheffel Salz(es) mit einem Freund zu essen, braucht man
nur 6 Meilen mit ihm zu reisen.
		-- Jean Paul
%
Das Landleben ist in, nicht außer uns.
		-- Jean Paul
%
Äußerer gemäßigter Stolz gibt dem Verdienst einen größern Schein.
		-- Jean Paul
%
Ein Torheit, über die viele Satiren gemacht worden und bei der jede
neue Satire verliert, ist in der Wirklichkeit desto komischer.
		-- Jean Paul
%
Gewisse Dinge, z.B. Entführung, sind uns in Büchern alt und [im]
Leben neu und letzt(ere) wund(ern) uns dann.
		-- Jean Paul
%
Der Pöbel achtet Pedanten.
		-- Jean Paul
%
1 Kuß ist mehr wert als 2 oder gar 20.
		-- Jean Paul
%
Man beruft sich immer auf die Nachwelt, als ob sie nicht oft
ebensoviel Lob nähme als gäbe.
		-- Jean Paul
%
Man muß sich immer einen Rat geben lassen - wenn man ihn auch nicht
befolgt, so benützt man ihn doch.
		-- Jean Paul
%
Die Höflichkeiten der gemeinen Leute sind immer vom nächsten Stande
über ihnen geborgt.
		-- Jean Paul
%
Der Uneigennützige hasset Egoisten nicht so sehr als der Egoist.
		-- Jean Paul
%
Vernunftgründe wirken nur auf Affekt, wenn sie ihn befödern.
		-- Jean Paul
%
In unserer Menschenliebe ist nicht bloß die Süßigkeit des Gefühls der
Liebe, sondern auch die Süßigkeit des Gefühls des Rechttuns.
		-- Jean Paul
%
Es ist oft sehr gefährlich, von seinem Verstande und Herzen zu
schlecht zu denken - der Irrtum schafft die Wahrheit.
		-- Jean Paul
%
Man schreibt sich leichter falsche Vorzüge zu, als man seine wahren
errät.
		-- Jean Paul
%
In feinen Gesellschaften wird nur der abwesende persifliert, in
gemeinen spaßet man über d(en) gegenwärtigen.
		-- Jean Paul
%
Verachtung ist mehr als Haß; jene kann der Weise haben, sie ist
unwillkürlich.
		-- Jean Paul
%
Die Wettergespräche [kommen] nicht von Langweile, sondern weil der
Mensch immer eine starke fortdauernde Empfindung mit Worten äußern und
geben will - wäre Krieg, so gäb's Kriegsgespräche.
		-- Jean Paul
%
Berühmte Leute, Fürsten, Schöne kann man selten durch ein Lob
einnehmen, aber durch jeden Tadel erzürnen.
		-- Jean Paul
%
In höhern Ständen wirken die Weiber mehr auf fremde Männer, in
nied(ern) auf eigne.
		-- Jean Paul
%
Die Verstellung und Eitelkeit durchgreift manche so, daß sie unbewußt
es tun und es nicht mehr anders machen können.
		-- Jean Paul
%
In einer großen Stadt sein, heißet Reisen und umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Ein Mensch, dem zu lang die Liebe verweigert worden ist, findet dann
in einer wirklichen zu wenig Reiz, aus Mangel an Verweigern.
		-- Jean Paul
%
Warum will der Mensch, wenn er nicht alle bekehren kann, nicht
wenigstens einige Menschen ändern?
		-- Jean Paul
%
Mancher ist im Namen eines Lieblingsautors eifersüchtig - freuet sich
über jedes Lob auf ihn -, aber bloß, weil er in sich eine Ähnlichkeit
mit diesem ahnet.
		-- Jean Paul
%
Man glaubt stets, nur dieser Autor sei in der persönlichen Erscheinung
schlecht, aber alle ungesehene herrlich.
		-- Jean Paul
%
Anfangs macht man das Buch nach sich, dann sich nach dem Buch.
		-- Jean Paul
%
Weiber sind rein menschlicher, weil der Staat ihnen keine einseitige
Bildung aufdringt.
		-- Jean Paul
%
Je älter man wird, desto toleranter gegen das Herz und intoleranter
gegen den Kopf.
		-- Jean Paul
%
Nichts wird weniger in Gesellschaft erraten als die Empfindsamkeit,
besonders die männliche.
		-- Jean Paul
%
Die Kinder erraten die Eltern besser als diese jene.
		-- Jean Paul
%
Tätige Leute weniger Ordnung als müßige.
		-- Jean Paul
%
Ein Wirt >Zum Erbprinzen< denkt nie, wenn er seinen Erbprinz sieht,
daß er dessen Namen [führt] - so verschiedne Bedeutungen hat 1 Wort.
		-- Jean Paul
%
Ich will lieber lieben, ohne geliebt zu werden - als ohne zu lieben,
geliebt werden.
		-- Jean Paul
%
Weiber behalten eigne Geheimnisse, Männer fremde.
		-- Jean Paul
%
Die Männer machen sich von großen Männern eben jene romanhaften
Vorstellungen als die Mädgen von ihren künftigen Romanhelden.
		-- Jean Paul
%
Das Verstecken der Eitelkeit ist eine größere (gehaßtere) als jede.
		-- Jean Paul
%
Ungleich den Franzosen und Engländern, loben die Deutschen nichts (an
einem Autor, Menschen), ohne alles zu loben; sie glauben parteiisch
sein zu müssen.
		-- Jean Paul
%
Die Eitelkeit besteht nicht in der Kleidung, oft kaum im Handeln,
sondern in der ewigen unmerklichen Stellung jedes Worts, damit es
höheres Lob abwerfe.
		-- Jean Paul
%
Da die Männer viel origineller sind, was kein Mädgen errät: so sind
oft diese in der Ehe unglücklich, weil sie es nicht voraussehen und
fassen.
		-- Jean Paul
%
Wenn das Schicksal 10 günstige Umstände vereinigt, so wundert man sich
über den Mangel des 11., nicht das Dasein der 10.
		-- Jean Paul
%
Weiber gewöhnen sich Gleichgültigkeit und Unaufmerksamkeit gegen
Wissenschaft und Taubheit an, weil die Männer zu oft vor ihnen von
wissenschaftlichen Dingen reden, die ihnen unbekannt.
		-- Jean Paul
%
Der geheimste Geist eines Autors verrät sich nicht in den bösen,
sondern in den schönsten Charakteren, die er immer mit der Schwäche
seiner Natur unwillkürlich begabt.
		-- Jean Paul
%
Selber Kinder haben wieder etwas Kindisches, worüber sie selber
lachen.
		-- Jean Paul
%
Bei den Ursachen unbekannter wichtiger Begebenheiten raten wir immer
auf angenehme oder unangenehme, selten auf wahrscheinliche und
natürliche.
		-- Jean Paul
%
Wir irren in nichts mehr als in unsern Prophezeiungen, daß künftig
etwas werde schlimmer (z.B. kränker) oder besser (reicher) werden. Die
Neigung, systematisch zu schließen (sein), schieben wir der Natur
unter; und diese leichtere Verkettung halten wir für
Wahrscheinlichkeit.
		-- Jean Paul
%
In den besten Reisebeschreibungen interessiert uns doch der Reisende
am meisten, wenn er sich nur zeigen mag. Wer eine Reise beschreibt,
beschreibt damit sich immer auch selber.
		-- Jean Paul
%
Es ist nicht halb so ungesund, Philosophie zu lehren, als zu lernen,
e(ine) Philos(ophie) zu machen als zu lesen.
		-- Jean Paul
%
Es gibt Menschen, die man nicht hasset und nicht sehr liebt, aber ein
wenig, die verschwinden, ohne daß man es merkt, wiederkommen ohne
Freude - Für Große gibt es keine andern, und sie sind keine andern.
		-- Jean Paul
%
Man fragt den andern um Rat, nicht, weil man nicht weiß, was man tun
soll, sondern weil man es weiß, aber nicht gern tut - der andere soll
dann einer guten oder bösen Neigung den Ausschlag [geben].
		-- Jean Paul
%
Die Deutschen nennen alle ihre Freuden ausländisch: Ressource, Casino,
Klub, Cercle etc. Assemblée, Hôtel, Table d'Hôte, Harmonie, Museum.
		-- Jean Paul
%
Die Engländer gefallen uns in Büchern, weil uns der Stolz in der
Darstellung gefällt, aber nicht in der Wirklichkeit.
		-- Jean Paul
%
Das Beste in einem Menschen ist das, was er selber nicht kennt.
		-- Jean Paul
%
Niemand hat die Kraft - wenn er auch will -, in einem fort unglücklich
zu sein, sondern er wird glücklich.
		-- Jean Paul
%
Je älter, desto mehr entschuldigt, desto weniger achtet man d(ie)
Menschen.
		-- Jean Paul
%
Man spricht und dichtet viel eher von der Leerheit und Nichtigkeit des
Lebens, als man sie kennt; man spricht ungern oder nicht freudig
davon, wenn man sie kennt.
		-- Jean Paul
%
Der Dichter ist freier als der Philosoph.
		-- Jean Paul
%
Die Liebe ist, ihr Ende ausgenommen, sich überall gleicher, als man
sagt.
		-- Jean Paul
%
Das Lob, das man im Enthusiasmus einer Frau über eine Eigenschaft
gibt, gefällt ihr wenig, wenn man diese für eine der Weiblichkeit, des
Geschlechts, ausgibt.
		-- Jean Paul
%
Weiber haben große Kräfte für, aber kleine gegen die Liebe etwas zu
tun.
		-- Jean Paul
%
Jeder modisch Gekleidete hält sich für den Repräsentanten des
Jahrhunderts oder Dezenniums.
		-- Jean Paul
%
Wer die Menge unbedeutender ungenial(ischer) Bücher sieht, hält die
Menschen für noch unbedeutender.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen haben überall die Neigung, alles auf etwas Höheres zu
deuten, so die Linien in der Hand.
		-- Jean Paul
%
Die Jugend ist die Periode der Nachahmung.
		-- Jean Paul
%
Anfangs verträgt der Autor Lob mit Tadel vermischt. Dann hat er das
Lob so oft gehört, daß er ein neues fodert und liebt; und so soll
immer mehr vom Tadel aufgehoben werden, bis er gar keinen mehr leidet.
(Gilt auch für Leute in Ämtern.)
		-- Jean Paul
%
Manche drücken durch lautes Lachen ihren Enthusiasmus, z.B. über
herrliche Musik, aus.
		-- Jean Paul
%
Im Traum kann man (wenigstens ich) sich der tiefsten Gefühle aus der
Kindheit erinnern.
		-- Jean Paul
%
Um ein guter Gesellschafter zu sein, ist es sehr gut, etwas zu
treiben, was die Gesellschaft selbst interessiert. Daher ist ein
Jurist, Kaufmann unter Bürgerlichen an und für sich ein besserer als
ein Philosoph oder gar Dichter.
		-- Jean Paul
%
Die Weiber sind mitleidiger bei männlichen Schmerzen als bei
weiblichen.
		-- Jean Paul
%
Begebenheiten, die im Roman nicht mehr romantisch sind, sind's in der
Wirklichkeit, z.B. Entführung.
		-- Jean Paul
%
Um die Menschen recht zu lieben, muß man sie immer aus einem noch
höhern Punkt als dem unserer Verhältnisse (der Freundschaft etc.)
ansehen, nämlich aus dem der Menschheit oder Moralität.
		-- Jean Paul
%
Bei schönen Stellen im Theater hustet niemand, es ist also
willkürlich.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen glauben sich nach einem zu richten, indes sich der eine
nach ihnen richtet.
		-- Jean Paul
%
Der stille Egoismus der jetzigen Gefühlsmänner liegt schon darin, daß
sie dem Helden Briefe an einen Freund diktieren, gegen den er keine
Liebe zeigt und den er nur hat, um eine Adresse für seine
Publikums-Briefe zu haben.
		-- Jean Paul
%
Ein witziger, launiger Autor ist's am Anfang des Buchs am meisten.
		-- Jean Paul
%
Man denkt beim Spotten und Widerlegen mehr daran, es denen, die schon
auf unserer Seite, deutlich zu machen, als den Widersachern.
		-- Jean Paul
%
Nur der Hofmann könnte bürgerliche Sitten schildern und wir seine.
		-- Jean Paul
%
Die Liebe der Menschen ist leichter zu erlangen als wiederzuerlangen.
		-- Jean Paul
%
In den alten deutschen Anleitungen zur Höflichkeit stehen ebenso viele
Chesterfield Gebote der Falschheit etc.; aber bei ihrer Dummheit merkt
man die Immoralität nicht.
		-- Jean Paul
%
Bücher wirken wenig auf Individuen, aber doch auf das Jahrhundert und
mithin auch auf jene.
		-- Jean Paul
%
Ein Mensch kann so wenig den ganzen Geschmack haben als ein Mensch die
Wahrheit - die Menschheit hat beides.
		-- Jean Paul
%
In einer kleinen Stadt ist es hart zu heiraten, die Lotterie ist klein
und d(er) Nieten viel - es ist schwer, unter wenigen das Beste zu
finden. 30. Jun./1801.
		-- Jean Paul
%
Um sich etwas zu erklären, nimmt die große Welt lieber die
entsetzlichste Sünde als eine gewöhnliche an.
		-- Jean Paul
%
Da man bei der Lektüre geistreicher Werke seinen Verstand tätiger und
leichter-wirkend fühlt: so trägt man diese Leichtigkeit in den Autor
über, es sei ihm leicht und süß geworden - umgekehrt, wenn es einem
schwer wird.
		-- Jean Paul
%
Autoren vermengen Freude am Hervorbringen mit der am Hervorgebrachten
und denken eine kurze Zeit von sich zu gut.
		-- Jean Paul
%
Wie wenig der Mensch Anteil an fremdem Unglück nimmt: sieht man, weil
der gefällt, der eines erzählt.
		-- Jean Paul
%
In der großen Liebe glaubt man alles opfern zu können; und das kann
sie auch, wenn das Opfer sie zugleich nährt und befriedigt. Aber die
andern Opfer - z.B. des Verzeihens etc. - entkräften die Liebe selbst,
die opfern will; und daher hängt das Glück nicht von der Heftigkeit
der Liebe, sondern von der Energie des ganzen Charakters ab.
		-- Jean Paul
%
In die Stelle eines andern sich zu setzen - oder in die eigne vorige -
ist zu schwer, weil die Phantasie nicht bloß einige Handlungen etc. zu
erneuern oder nachzuahmen hat, sondern dessen ganze körperliche Lage,
dunkle Ideen, unbewußte Einflüsse.
		-- Jean Paul
%
Der eitle, selbstgefällige Autor verrät sich durch den Helden, den er
zuviel Rücksicht auf sich selber nehmen lässet.
		-- Jean Paul
%
Man hält es halb für unmöglich, wie man einen Fürsten etc. durch seine
Gewohnheiten, Launen regieren könne, da er sie und diese Absicht doch
kennen müsse; allein in der Minute der Laune etc. ist er so von ihr
befangen, daß er sie für keine hält, und wenn es ist, doch keine Kraft
des Widerstehens hat. Die Frau sagt es ihrem Manne und regiert ihn
doch.
		-- Jean Paul
%
Der kalte Mensch - immer, in Wahrheit - ist viel seltner als man
glaubt.
		-- Jean Paul
%
Der Liebende ist so strenge-fordernd gegen die Liebende nicht
seinetwegen, sondern (ihretwegen) damit die rechte Liebe und (oder)
ihr Gegenstand sei.
		-- Jean Paul
%
Jeder kennt noch ein Zeremoniell, über das er schimpft, und eines, das
er behalten wissen will.
		-- Jean Paul
%
Die Trunkenheit vermehrt schön 2 schöne Dinge, Mut und Liebe.
		-- Jean Paul
%
Man muß bei den andern voraussetzen - was man selber so oft tut - daß
die Ungereimtheiten, die ihnen entfahren, von ihnen in der Stille
gemißbilligt, zurückgenommen werden.
		-- Jean Paul
%
Der Kopf ändert sich ewig, das gute Herz wenig.
		-- Jean Paul
%
Ein großes Unglück darf man leichter unmotiviert dem Helden begegnen
lassen als ein großes Glück, so sehr setzt man das Mißverhältnis
zwischen Glück und Wert voraus.
		-- Jean Paul
%
Am Tage, wo man Geld bezahlt bekommt, gibt man ein wenig mehr aus.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen werden mehr voneinander verschieden durch die inn(ern)
Anlag(en) zur Freude als durch die äußern Verhältnisse, in denen jene
wirken.
		-- Jean Paul
%
Die bloße, nackte Wahrheit wird für die meisten Unwahrheit; durch ihr
Kleid wird sie wahrer.
		-- Jean Paul
%
Man will von fremden Wesen sein Ich recht geliebt haben, nicht aus
Eigennutz, sondern um es wieder recht lieben zu können.
		-- Jean Paul
%
Man hofft, daß der andere glauben soll, unser Gesicht sei nicht
getroffen, da wir selber doch immer fremden Kupferstichen glauben; so
Rezension und Verleumdung.
		-- Jean Paul
%
Manchen gibt man das Gefühl, wodurch man es andern nimmt, durch
Schlüsse.
		-- Jean Paul
%
Sich selber Wort halten schwerer als andern.
		-- Jean Paul
%
Die Philosophen halten immer im stillen den Wert und die Ausdehnung
ihres Objekts für die ihrer Kraft und ihres Amts und ihre Anstrengung
für die größte, weil diese alle andern deduziert.
		-- Jean Paul
%
Jeder Autor, auch sogar [der] mißfallende, reißet uns in sein
Lehrgebäude hinein, daß wir vor dessen Mauern die ganze Welt eine
Zeitlang nicht sehen; schon das lange feurige Vorstellen seiner Sätze
verdunkelt uns fremde und wird ein halb(es) Glauben.
		-- Jean Paul
%
Man imponiert und gewinnt mehr, wenn man über eine Sache lange
spricht, als viel (kurz); die Ausdehnung der Rede gilt für Ausdehnung
der Kenntnis.
		-- Jean Paul
%
Wer sich nur halb verstellt: hat zugleich den Nachteil der Verstellung
und der Offenherzigkeit.
		-- Jean Paul
%
Es gibt eine Zeit in der Jugend, wo - wegen der Kraft etc. - uns der
Skeptizismus gefällt, der uns nachher, näher am Grabe, peinigt.
		-- Jean Paul
%
Ein Rezensent lieset alle Satiren gegen Rezensenten, die früher als er
geschaffen worden, kalt.
		-- Jean Paul
%
Weit mehr sind aus Schwäche Schmeichler der Fürsten und a(nderer) als
aus Eigennutz; die Wahrheit ist leichter zu hören als zu sagen.
		-- Jean Paul
%
Um die Aristokraten, Großen recht zu erraten, betrachte man ihr
Betragen gegen ihre Bediente; es gibt mehr großmütige Bediente und
Arme als Herren und Reiche.
		-- Jean Paul
%
Wir fühlen den Weg zum Bösewicht schwerer hinab als zum Heiligen
hinauf.
		-- Jean Paul
%
Dichterinnen klüger als Dichter.
		-- Jean Paul
%
Nicht gegen die Treulosigkeit der Menschen sollte man eifern, sondern
gegen die anfängliche Blindheit auf der einen und Verstellung auf der
andern Seite; allmählig trägt der schönblühende Freund giftige
Früchte, und dann fliehen wir ihn freilich.
		-- Jean Paul
%
Weiber sind weder Realisten noch Idealisten, sondern verbinden beides.
		-- Jean Paul
%
Anfangs treiben sie das Haushalten des Geliebten wegen, dann des
Haushaltens wegen.
		-- Jean Paul
%
Nichts ist gefährlicher als eine unvollendete Versöhnung, sie
erschwert die vollendete mehr als keine.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen sind nie schlaffer, als wenn sie sich oder andere
trösten; ihr absichtlich kahles Gemenge von Widersprüchen.
		-- Jean Paul
%
"Unter den Männern sind die meisten gemein, nur jede Frau hat etwas
Eigenes" - Die Frau hingegen sagt wieder dasselbe von den Männern.
		-- Jean Paul
%
Nicht durch Angreifen, sondern durch Behaupten zeigt man die eigne
Kraft und Individualität am besten. Bei jenem muß man sich zu sehr
nach den andern richten und verliert bei Sieg und Niederlage.
		-- Jean Paul
%
Die Stöße, die uns der Wagen des Schicksals gibt, lassen unser Inneres
noch in Ruhe und Gleichmut. Aber Wunden, die uns der Mensch, seine
Meinung und Betragen gegen uns gibt, wirren in uns alles
durcheinander. Das Ich fühlt sich von seinesgleichen erschüttert.
		-- Jean Paul
%
An einem Glück oder Unglück ist man nie schuld, aber am
wiederkehrenden.
		-- Jean Paul
%
Zerstreuete Gedanken lieset man wieder zerstreuet und blättert in
ihnen herum.
		-- Jean Paul
%
Je kürzer solche sind, desto noch kürzer will man sie haben; und
Längen, die uns in andern Büchern Kürzen wären, sind uns zu große.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch findet nichts dagegen, daß in der Vergangenheit immer eine
Veränderung der Gesetze und Staaten nach der andern kommt - nur in der
Gegenwart will er nicht daran.
		-- Jean Paul
%
Jedes uns erzählte Menschenleben hat etwas Erbärmliches,
Eingeschränktes. Wir wundern uns, als müss ein gehörtes anders sein
als ein geführtes.
		-- Jean Paul
%
Je mehr man getrunken, desto mehr lobt man den Wirt und sein Bier.
		-- Jean Paul
%
Vollendete Rechtschaffenheit ist fast Genialität (erhebt ohnehin über
jede Gemeinschaft) oder doch ein Ersatz derselben.
		-- Jean Paul
%
Die Ordnung wie der Geiz keine Grenzen.
		-- Jean Paul
%
So viele fingen mit der Liebe an, mit der sie wirken wollten, und
mußten aufhören mit der Furcht, die sie gaben.
		-- Jean Paul
%
Viele Tugenden des Alters sind nur Folgen gestillter Wünsche und
verengter oder erweiterter Schranken.
		-- Jean Paul
%
Wer einen nur zum Werkzeug gebraucht, sei sicher, daß ihn dieser auch
nur dazu brauche.
		-- Jean Paul
%
Im Alter ist einem der Nutzen des Ruhms lieber als der Ruhm.
		-- Jean Paul
%
Aus der bloßen Begierde zu gefallen ist der weibliche Sinn für
Kleidung und Schönheit nicht abzuleiten, der Mann hat jene ohne
diesen.
		-- Jean Paul
%
Der Eitle ließe in der Minute seine Stellung, Kleidung weg, wo er
wüßte, daß man sie als Eitelkeit bemerkte.
		-- Jean Paul
%
Wenn man über etwas spricht oder schreibt, sieht man, daß man mehr
weiß, als man dachte.
		-- Jean Paul
%
Ordnung und Unordnung kann man lernen, es ist Gewohnheit.
		-- Jean Paul
%
Die französischen, gallischen Irrtümer über Gott, Uneigennützigkeit,
Unsterblichkeit etc. müßten unglücklich machen, wenn sie nicht das
Schicksal aller Ideen, auch der Wahrheiten teilten, wenig gegen
Gefühle zu wirken.
		-- Jean Paul
%
Die größere Kraft gegen Verleumdung zeigt man, nicht wenn man sie
verachtet, sondern nicht zu hören sucht, wenn man's haben könnte.
		-- Jean Paul
%
Eine lange Zeit lernt man darum die Menschen nicht kennen, weil man
sie überall für besser hält als sich.
		-- Jean Paul
%
In großen Städten vergisset man den eignen Tod so leicht und kalt wie
den fremden.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen wollen einen niederdrücken, und dann wollen sie ihm erst
Gutes tun - aber nie, ihn erheben und dann bekränzen.
		-- Jean Paul
%
Das Lob darf man nicht hinter dem Rücken des Gegenstands ändern, aber
den Tadel.
		-- Jean Paul
%
Wenn der Mensch etwas Edles am andern findet, so träumt er ihm gleich
sein eignes Edle gar an.
		-- Jean Paul
%
Auch der reiche Autor stiehlt oft, weil er denkt, er hätt es ebensogut
erfinden können, und der andere denk auch das.
		-- Jean Paul
%
Nichts zeigt die Menschen falscher und schöner als d(ie) Leiden; im
Glück werfen sie die Schleier weg.
		-- Jean Paul
%
Die Besonnenheit richtet sich nach dem geistigen Reichtum d(es)
Menschen.
		-- Jean Paul
%
Wer wahr sein will, ist's schon nicht ganz mehr, er muß es gar nicht
wissen.
		-- Jean Paul
%
Wir müssen Hoffnung haben, um die Gegenwart zu genießen. Wir wollen
lieber eine schlimme Gegenwart mit schöner Aussicht als umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Man ist zu oft bescheiden und denkt nicht daran, wie oft ein eignes
Wort als ein Menschen Wort lange über unsere Meinungen hinaus
fortwirke. Man betrachte immer, wie stark der Redende - wie schwach
(jung, eingenommen) der Hörende sei.
		-- Jean Paul
%
Ein Weiberfeind ist auch ein Menschenfeind.
		-- Jean Paul
%
Um nicht veränderlich zu scheinen, muß man nur seine Entschlüsse so
lange verschweigen, bis man einen davon ausführt.
		-- Jean Paul
%
Nach einer kühnen Tat muß man fort kühn sein, sonst geht man unter.
		-- Jean Paul
%
Menschenhaß und Härte verträgt sich mit weich(em) liebend(en) Gefühl.
		-- Jean Paul
%
Die Bischöfe etc. (Clerus) des Mittelalters ließen sich so leicht wie
Höfe jetzt, ihre Verderblichkeit verlachen; aber es war nicht
Toleranz, sondern vollend(ete) Verderbnis.
		-- Jean Paul
%
Man kann sehr ehren-fein sein und doch keine Ehre haben.
		-- Jean Paul
%
Warum halten sich die Menschen für scharfsichtiger, wenn sie das
geheime Böse entdecken, als das geheime Gute?
		-- Jean Paul
%
Je älter man wird, desto gesünder, glaubt man, wolle (werde) man sich
immer machen, da man doch nur Krankheiten entgegenlebt.
		-- Jean Paul
%
Es gibt feige Nachsprecher an Höfen und in der Literatur, durch die
man die stillen Meinungen ihrer Herren errät.
		-- Jean Paul
%
Im Alter liebt man Personalien, in der Jugend Realien.
		-- Jean Paul
%
In der moralischen Welt verbreitet sich Licht langsamer als Wärme;
anders als in der physischen.
		-- Jean Paul
%
Wenn der Major ein Oberst wird, wundert er sich bloß, daß er etwas
anders zu tun hat; an die Charge dacht er gar nicht, nur an die
Pension.
		-- Jean Paul
%
Die Aufklärung, Licht etc. wirkt bei Fürsten und einzelnen Menschen
immer wohltätig für Moralität, wenn sie eben ankommt - sieh
katholische Länder - aber dauert die Einsicht, Klugheit etc. lange,
wird sie gerade zu einem Werkzeug der Immoralität verbraucht.
		-- Jean Paul
%
Ein Gelehrter gilt so lange für unfehlbar, bis er vor uns den ersten
Irrtum begangen und nachgeben müssen; dann tritt man ihm ohne Gnade
keck entgegen.
		-- Jean Paul
%
An gewissen verstellten Menschen ist nichts so unerträglich als ihre
halb un- und halb willkürliche Herzlichkeit.
		-- Jean Paul
%
Um zu wissen, wie gut oder schlimm eine Nation (deutsche) von sich
denkt, muß man nicht auf das Schlimme hören, das sie von sich, sondern
auf das, das sie von fremden Nationen sagt.
		-- Jean Paul
%
Ein Autor wird am dunkelsten, wenn er Sätze sagt, die er 1000mal
dachte und die, in seinem Innern lang erzogen, er nicht erst auf dem
Pulte erfand, wo er sie gab. Andere entwickeln sich und dem Leser
zugleich die Sache.
		-- Jean Paul
%
Die Bücher machen nicht gut oder schlecht, nur besser oder schlechter.
		-- Jean Paul
%
Schlechte Autoren sollte man vor, gute nach ihren Büchern
kennenlernen, um jenen die Bücher zu vergeben, und diese den Büchern.
		-- Jean Paul
%
Die Kinder sagen unzählige zarte Gefühle heraus, die die Erwachsenen
auch haben, aber nicht sagen.
		-- Jean Paul
%
Was die Kraft-Menschen so wild gegen ihre Gegner macht - Herder,
Fichte - ist, daß sie nie mit ihresgleichen kriegen müssen, sondern
mit den untergeordneten.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch schenkt am leichtesten nach dem Schenken.
		-- Jean Paul
%
Die zu gewissenhaften Autoren, die nichts wagen, haben den fast nicht
bescheidnen Glauben, daß ihnen kein zweiter Autor entgegenarbeiten daß
man ihnen aufs Wort glaube - dem Schreiber wie dem Sprecher steht
stets ein anderer entgegen.
		-- Jean Paul
%
Wenn man nur einmal recht ins Bewundern hineingekommen - Moritz gegen
Goethe - so gewinnt man so viel, als sei man selber der Gegenstand und
mehr und reiner, weil man seine höchste Idee nun außer sich realisiert
antrifft.
		-- Jean Paul
%
Wer bloß bürgerliche Steigerungen seines Glücks hat, muß immer
größ(eres) wünschen; der Dichter etc. hat gleich das unendliche Glück
vor sich.
		-- Jean Paul
%
Weltumgang gibt nicht Erfahrung, höchstens diese jenen.
		-- Jean Paul
%
Die kleine Stadt sagt von der kleineren, sie sei noch nicht so
verdorben - und so Tugend immer im Verhältnis der Kleinheit.
		-- Jean Paul
%
Wer ein rechtes Ideal, das er ins Leben ziehen will, im Geiste hegt,
ist gegen d(as) Gift der Mode geschirmt, wie Schwangere gegen
ansteckende Krankheiten.
		-- Jean Paul
%
Feststehende philosophische Worte sind gefährlich - man bringt sein
ganzes Anschauungssystem darunter - und dann versteht man fremde Worte
nicht, die man sonst verstände.
		-- Jean Paul
%
Wer sagt, er verachte, fängt's kaum an und hasset noch.
		-- Jean Paul
%
Wo die Menschen an Verstand übertroffen werden, glauben sie, es sei
nur an Wissenschaft.
		-- Jean Paul
%
Der gute Mensch sogar drückt seine guten Maximen noch schärfer aus,
als er sie übt.
		-- Jean Paul
%
Wenn die Verleumdung oder das Gerücht schon das Unschuldigste falsch
auslegt: wie schlimm (verdreht) muß sie erst sorglose Handlungen der
Menschen, die sich absichtlich um keinen Schein bekümmern, ja gegen
den Schein leben, aufnehmen und zusammensetzen. Glaube, Sorgloser, sie
wird noch etwas Schlimmeres daraus machen als du scheinen wolltest.
		-- Jean Paul
%
Glückliche Mädgen in der Ehe lieben schon Romane nicht mehr, weil sie
nichts mehr auf sich beziehen können.
		-- Jean Paul
%
Eine Handlung ist fast eher durch eine entgegengesetzte aufzuheben als
ein Wort durch ein Wort, wovon man das erste wieder für eine Handlung
erst ausgeben muß.
		-- Jean Paul
%
Gelehrsamkeit auch darum so imponierend, weil man sie sich nicht durch
eine willkürliche Anstrengung ersetzen (verschaffen) kann als das
Gefühl, Genieblick usw.
		-- Jean Paul
%
Ein Schmeichler ist's selten aus bloßem Eigennutz, sondern aus
Charakter; denn er schmeichelt Niedrigen wie Hohen.
		-- Jean Paul
%
Die Fürsten und alle Menschen lieben es weit mehr, wenn man etwas aus
persönlicher als allgemeiner Rücksicht für sie tut, weil das
Allgemeine leicht ebensogut ihr Feind werden kann.
		-- Jean Paul
%
Eigne Anmerkungen findet man zum Aufzeichnen oft bloß darum zu
unbedeutend, weil man sie durch langes Herumtragen und Handeln darnach
sich selber gemein gemacht.
		-- Jean Paul
%
Daß sich die Männer wundern über weibliche Niederlage, ist ein Lob für
die Weiber; diese wundern sich nicht über den Angriff, ein Tadel für
uns.
		-- Jean Paul
%
Man gebe manchem Selbstvertrauen, so ist er ein Weltmann.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen widerlegen einander ewig nur Irrtümer, die der Gegner
nicht behauptet.
		-- Jean Paul
%
Alle Menschen suchten die Wahrheit, wenn sie nur gewiß wüßten, daß sie
sie fänden - z.B. in einem von einem Engel geschriebnen Buch.
		-- Jean Paul
%
Erstlich zur Seltenheit muß man sich machen, und damit man es bleibe
in der Gesellschaft, zuweilen hintereinander keine Seltenheit sein.
		-- Jean Paul
%
Viele Handlungskühnheiten (z.B. Konferenz) kommen uns nur kühn und
schwer vor, weil wir in der Ruhe sind, wie schlechtes Wetter
unerträglich, wenn man aus der warmen Stube hinaussieht - ist man
draußen, fragt man nichts darnach, weil man die Rüstung entgegensetzt.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe ist es schädlich, wenn man, wegen Zank, sich seine Liebe,
die man doch hat, zu äußern schämt, wie gegen Eltern.
		-- Jean Paul
%
Gerade die Menschen, die nicht verstanden werden, sprechen nicht gern
davon oder doch traurig - hingegen die Jugend prahlt damit.
		-- Jean Paul
%
Bedeutende Menschen, die uns aber böse geschildert worden, nehmen uns,
da wir ihnen stets ein unmoralisches Äußeres dazu liehen, stets bei
der ersten Bekanntschaft ein wenig ein.
		-- Jean Paul
%
Man liebt am schönsten und reinsten die Wesen, die nicht wiederlieben,
Hunde, Kinder; Geliebte, von denen man nichts fordern kann.
		-- Jean Paul
%
Jede gute Neigung wirkt stärker, wenn sie sich durch Tun, als wenn
[sie] sich durch Meiden zeigen muß.
		-- Jean Paul
%
Gerade der Freie sucht den Schein der Freiheit am wenigsten.
		-- Jean Paul
%
Die meisten achten sich nicht eher, als bis andere sie achten.
		-- Jean Paul
%
Kein Autor hört so gern das Lob eines fremden Autors als der, der ihn
nachahmt.
		-- Jean Paul
%
Wer nicht sucht, wird bald nicht mehr gesucht.
		-- Jean Paul
%
Der rechte Charakter ist nicht mit Standhaftigkeit anfangen und nach
den Umständen sich zu fügen - sondern wie die Römer, in jeder
Verschlimmerung nicht um einen Fußbreit zu weichen.
		-- Jean Paul
%
Zur Lebensart gehört, daß man auch gegen sich höflich sei.
		-- Jean Paul
%
Nicht Dicke, aber 1 Fuß Länge mehr gibt immer ein Übergewicht des
Ansehens.
		-- Jean Paul
%
Eine kurze Enthaltsamkeit ist schwerer als eine lange. Besser, von
Sachen als von Menschen abzuhängen.
		-- Jean Paul
%
Nur in der höchsten Gleichgültigkeit oder höchsten Wärme (Hasse) kann
man sich über Menschen irren; in beiden bemerkt man zu wenig.
		-- Jean Paul
%
Man vergibt ungern dem Demütigen ein gerechtes höheres Gefühl bei
seinem Glückswechsel.
		-- Jean Paul
%
Die Eitelkeit nur hassenswert, wenn sie große Gegenstände zu ihrem
Dienst mißbraucht, das Große um ihrentwillen affektiert; mit Kleinem
darf man eitel sein, mit einer Schnalle, nicht mit einer großen
Empfindung oder mit Mangel an Eitelkeit; daher man sie kleinen
Menschen eher vergibt.
		-- Jean Paul
%
Das Individuelle entscheidet überall. Wie wenig kann jeder vom besten
Helden brauchen! - Der Dichter gibt überall nur sittliche Momente, die
jeder anwende!
		-- Jean Paul
%
Seltner und schwerer streitet man, um den andern zu bessern, als um
die Wahrheit zu befriedigen (daher das Feindliche), als ob man nicht
durch jenes sie am meisten befriedigte.
		-- Jean Paul
%
Alle weiche gegen Fremde nachgebende Menschen suchen sich eine Lüge
ihrer Selbständigkeit durch Härte gegen die Ihrigen weiszumachen.
		-- Jean Paul
%
Wo viel Ehrgefühl, da ist viel Ehrgeiz; aber gar nicht umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Die kühnsten Autoren im Urteil über andere oder über Wissenschaften
sind junge, die dadurch Autorität zu erlangen hoffen; da die alten
dadurch ihre zu verscherzen fürchten.
		-- Jean Paul
%
Nirgends noch Vaterlandsliebe als bei gemeinen Leuten.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch nimmt es schon übel (im ersten Anstoß), wenn man ihm
überhaupt etwas übelnimmt.
		-- Jean Paul
%
Manche handeln poetischer als sie schreiben.
		-- Jean Paul
%
Man glaubt es gar nicht für möglich - daher die Zuversicht -, daß man
etwas vergessen werde, wenn man sich dess(elben) eben erinnert.
		-- Jean Paul
%
Wenn die Mädgen früher in der Liebe Gründe anzunehmen scheinen: so
handeln sie doch nur aus Liebe gegen den Gegenstand, der sie gibt,
nicht aus Überzeugung - Ohne Liebe keine Gründe.
		-- Jean Paul
%
Man scheuet sich, dem jungen Kind den lateinischen Namen eines Tiers
zu sagen, als wär ihm der erste deutsche Name nicht ebenso fremd.
		-- Jean Paul
%
Man kann vom Menschen Geschlechte zu schlecht denken und doch vom
einzelnen immer zu gut.
		-- Jean Paul
%
Vielleicht wirft sich niemand mehr Schwäche vor als ein starker
Mensch.
		-- Jean Paul
%
Die feinste Aufgabe im tätigen Leben ist die, ob man einer Sache
zuvor-, oder erst nachzukommen habe.
		-- Jean Paul
%
Eine Frau läßt Geld herumliegen, nicht Kaffee.
		-- Jean Paul
%
Der, der einen Rat begehrt, hat meistens - schon durch die Zeit - eine
Sache von allen Seiten beschauet; der Ratgeber von der ersten, die
vortrat, da man ihn fragte. Und doch muß man fragen, um eben alle
Seiten durch mehre(re) Augen kennenzulernen.
		-- Jean Paul
%
Der erste Bettler nach einer Feuersbrunst bekommt am meisten.
		-- Jean Paul
%
Man muß nie einen Tadel in ein Schimpf- oder Entscheidungswort
kleiden, weil ein Wort - z.B. Schurke - den ganzen Menschen umfaßt
und ein Leben abspricht, da der Mensch sich doch so vieler besserer
Ziele bewußt ist und überhaupt, weil hier der Prozeß mit der Exekution
angefangen und der Beweis vorausgesetzt wird, der erst bei dem
Menschen zu führen ist. So muß man nie sagen: ich habe dir etwas
Unangenehmes zu sagen, weil dieses die ganze Welt des Jammers umfaßt,
von der uns doch nur eine glühende Kohle gegeben wird.
		-- Jean Paul
%
Gegen den Egoismus - zumal den feinsten - gibt es nun kein Mittel
weiter als - Republik, Anteil an allem.
		-- Jean Paul
%
Wenn sich ein großer Kopf euch zu unbedeutend darstellt: so glaubt
nur, daß ers ist, weil er euch dafür hält.
		-- Jean Paul
%
Wer die Menschen nicht mehr liebt, findet wieder Liebe und Interesse
an einem, der leidet. Der Schmerz führt uns die alte Liebe des ganzen
Geschlechts zurück.
		-- Jean Paul
%
Die Begierde nach Geld kann sich sogar in einer edeln Seele
entschuldigen - um nämlich von Menschen (nicht bloß von Sachen) frei
zu bleiben, um gegen jene niederwerfende Ungleichheit eine Stütze zu
haben.
		-- Jean Paul
%
Unter allen Arten von Liebe, die der Mensch hat - Eigen-, Kinder-,
Menschen-Liebe - ist keine so schwach als die Wahrheitsliebe, für die
er nicht einmal kleine Wunden der Eitelkeit sich gefallenläßt.
		-- Jean Paul
%
Wenn man in sich eine Veränderung gegen Irrtümer der vorigen Zeit
bemerkt: so hält man sich nicht für irrfähiger darum, sondern jetzt
für kräftiger, als ob die Vergangenheit nicht der Zukunft drohe.
		-- Jean Paul
%
Die Schwachheit (das Nachgeben, Verändern) der Männer macht die Weiber
listig.
		-- Jean Paul
%
Man kann vieles als so scharfe Axiomen sagen, wodurch durch ein Leben
gehandelt worden und werden soll, wenns recht geht, und welche
unmöglich gerade bei Anlaß des Gesprächs können erfunden sein und
werden - und die es doch sind.
		-- Jean Paul
%
Durch übertriebnes Lob (aus wahrem Herzen) wird niemals vor dem
Gegenstand übertriebner Tadel (aus wahrem Herzen) gut und süß gemacht.
		-- Jean Paul
%
Alles ist eher in einem Staate ins Reine und Vollkommene zu bringen,
Ausübung der Justiz - Rechte - Kammer -; nur die Besetzung der
Stellen, zumal der hohen, offenbart sich als Fleck jedes Staats.
		-- Jean Paul
%
Nicht Mangel an Ideen - denn man hat immer welche -, sondern an neuen
macht Langweile.
		-- Jean Paul
%
Der Wegreisende glaubt stets, weiter zu sein als der Dableibende.
		-- Jean Paul
%
Nicht sowohl der Verstand kommt nicht vor den Jahren als die rechte
geistige DenkFreiheit.
		-- Jean Paul
%
Derselbe Mann, der uns anfangs mit seinem Nachsprechen unserer Ideen
Freude macht, wird uns in schwierigen Fällen lästig und verhaßt, wo er
unserer Furcht nicht widerspricht und uns keinen Rat erteilt oder
keine Hoffnung.
		-- Jean Paul
%
Mangel an Verschwiegenheit entsteht meistens aus Mangel an Redestoff.
		-- Jean Paul
%
Die Worte des Ehemanns wirken höchstens auf die Ehefrau, wenn er sie
einer fremden vorsagt.
		-- Jean Paul
%
Das Altertum schrieb reiche, große, edle Worte auf - die Neuen mehr
witzige. - Die jetzigen moralischen Anekdoten zeichnen mehr die
Menschenliebe; die alten die Tapferkeit und jede Größe. Wir können
überhaupt jetzt leichter einen Historiker als einen Plutarch ernähren.
		-- Jean Paul
%
Nicht die Frau, die Kinder binden den wagenden Mut, weil wohl jene mit
uns tragen kann, da sie sich mit uns entschließt, diese aber noch
keine Kräfte zum Entschließen und Tragen haben.
		-- Jean Paul
%
Menschen von einigem Talent (wie Erhard) haben sich so sehr mit den
gestickten Gewändern des Jahrhunderts umhangen, so viel Fremdes, was
schön ist, umlegt ihr Eignes, das auch schön ist, daß man kaum zum
eigentlichen Wesen durchdringen kann. Nehmt ihnen die Zeit ab: wie
wenig sind sie von denen verschieden, auf die sie herabsehen! - Es
sollte eine Abschälungstheorie geben, um den, der viel von der Zeit
geborgt, doch nicht über den zu setzen, der wenig geborgt.
		-- Jean Paul
%
Eine Stadt imponiert anfangs, als wären ihre großen Häuser und Gassen
eine Masse zum Befehlen - bis man endlich sieht (und zu ihr gehört),
daß alles sich wie im Dorfe in Einzelne zerteilt.
		-- Jean Paul
%
Keinen Titel zu haben schadet oft darum bei Bekannten, weil sie nicht
mit unserer Freundschaft prahlen können.
		-- Jean Paul
%
Die Urteile der Männer über Menschen wägen den Gehalt bloß ab, um
Kenntnis zu haben; die der Weiber über Menschen, um zu lieben oder zu
hassen; daher jene vielseitiger sind.
		-- Jean Paul
%
Leichter heiratet ein Mann eine Frau aus niederem Stande hinauf als
eine aus höherem herab; die Hof-(Stadt-)kunst ist bald gelernt, aber
nicht so die Küchen- und Haushaltungskunst, sogar bei der Lehre des
Vaters.
		-- Jean Paul
%
In Gesellschaft macht der Witz eine Lücke und Finsternis durch
Blenden; hingegen Laune ergötzt in einem fort.
		-- Jean Paul
%
Gäb es nur eine höhere Gattung Tiere: schwerlich würden wir sie
martern; so sehr nimmt uns die herabsteigende Stufenfolge oder d(ie)
Grenzenlos(igkeit) den Maßstab.
		-- Jean Paul
%
Ich kenne sehr geschmackvolle Leute, welche die langweiligsten
Gesellschafter sind, weil sie immer nur zu fühlen und zu schmecken
gewohnt sind und andern folglich nichts zu fühlen und zu schmecken
geben.
		-- Jean Paul
%
Jeder Freund hält es für den größten Genuß, dem andern die Wahrheit zu
sagen - am Hören findet keiner einen sonderlichen.
		-- Jean Paul
%
Es ist schlimm, daß man vor lauter heißerer Liebe zu Freunden ihnen
gerade das Bestimmteste über ihre ganze Lage zu sagen wagt.
		-- Jean Paul
%
Keine Frau könnte durch das Ankleiden so viel gewinnen als sie
verliert, wenn man ihr dabei zusieht.
		-- Jean Paul
%
Die einfachsten Menschen hör ich die feinsten Vermutungen äußern, wenn
der Schritt etc. eines Gesandten, Ministers politisch zu erklären ist.
		-- Jean Paul
%
Einer kann stets sein Wort halten, seine Vorsätze ausführen und doch
veränderlich sein; er führt nämlich nur die gesagten aus; aber in den
gedachten ist er veränderlich; und niemand weiß es.
		-- Jean Paul
%
Man muß, um einen Menschen zart und fein zu behandeln, nicht bloß nach
der hohen Achtung messen, die man für ihn hat, sondern auch die
(vielleicht irrige) Achtung erraten, die er für uns hegt und nach
deren Größe ihn unsere Vernachlässigungen schmerzen.
		-- Jean Paul
%
Es gibt gewiß bloß darum vieler glücklichen Ehen mehr, weil der Mann
nicht mit zu erziehen suchte.
		-- Jean Paul
%
Nirgends ist mehr Kriegsenthusiasmus als in der Hauptstadt, weil nie
oder selten der Krieg dahin kommt. Eine Provinzialstadt voll
Kriegslust wäre etwas Höheres.
		-- Jean Paul
%
Man tadelt den eignen Hund, der an jedem Fremdling aufhüpft, liebt es
aber, wenn es uns geschieht; so hassen wir unsern Schmeichler nicht so
sehr als einen fremden.
		-- Jean Paul
%
Durch Tadel wird man öfter mehr vorsichtig und klug als besser.
		-- Jean Paul
%
D(er) Treulose macht Treulose; wer kein Wort hält, findet keinen
Worthalter mehr.
		-- Jean Paul
%
Wenn man in Gesellschaft ein lobendes Urteil fällt, darf man es in
starke Ausdrücke zusammenfassen. Hingegen bei einem Tadel muß man nur
die Gründe, keine Benennungen sagen, 1) weil man dem fremden Urteil
vorgreift 2) weil der andere leicht an unsern frohen, aber nicht [an]
zornigen Ausbrüchen Anteil nimmt 3) weil der Gegenstand des Tadels
nicht Gründe, nur Namen rächt. Man darf sagen: A. ist ein Engel! - nie
aber: A. ist ein Teufel!
		-- Jean Paul
%
Ein Mann wie Voltaire taugt(e) zu keinem ewigen Hofmann, weil seine
Kraft die Ebene und Leichtigkeit der Geselligkeit unterbrach.
		-- Jean Paul
%
Durch Trinken vor der Ehe gewöhnt der Mann die Geliebte an übermäßige
Liebeszeichen; in ihr hat es entgegengesetzte Folgen.
		-- Jean Paul
%
Weiber hassen an Weibern, nicht an Männern Eitelkeit und Stolz.
		-- Jean Paul
%
Fiel einer einmal in den Verdacht der Eitelkeit: so wickelt er sich
nicht mehr daraus heraus, er handele, wie er will.
		-- Jean Paul
%
Die Toleranz ist leichter gegen den, der schlecht handelt und sich
dafür hält, als gegen den, der gemein egoistisch etc. handelt und sich
für edel nimmt.
		-- Jean Paul
%
Durch übermäßiges Lob wird der Autor nicht für übermäßigen Tadel
entschädigt. Jenes nimmt das halbe Vergnügen (und gibt weniger als
gerechtes Lob) durch die Unvollkommenheit des Lobredners und durch die
Erinnerung an die gelobten Vorzüge, deren man eben entbehrt.
Überm(äßiger) Tadel verwundet 1) durch Nachsprechen 2) fremde
Unvollkommenheit 3) eigne Geneigtheit, ihm zu glauben 4) Gefühl der
Beleidigung.
		-- Jean Paul
%
Man muß nie dem einen leidenschaftlichen Ausbruch zeigen, der dessen
Ursache nicht kennt.
		-- Jean Paul
%
Ein berühmter Mann schreibe ein Buch mit Gründen, z.B. gegen den Eid
- man vergißt, zitiert, widerlegt das Buch - aber er lasse in einem
ganz davon fremden Werke, z.B. wie Lessing, Schiller etc. ein Wort
dagegen fallen ohne Gründe: man zitiert ihn als Autorität.
		-- Jean Paul
%
Dies ist die Probe, wie hoch man einen andern Menschen stelle und
liebe, inwieweit man von ihm in Rücksicht der Glücksgüter abhängig
sein will. Nur dies Gefühl entscheidet über die Ansicht fremden
Gehalts.
		-- Jean Paul
%
Darum, weil es eine erste Liebe gibt - und Flitterwochen - und Ideal
der Jugend und Kindesliebe: so gibt es auch erste Freundschaft; aber
der Gegenstand ist nicht sein Wert.
		-- Jean Paul
%
Kein Mensch nennt sich dümmer als den andern; kein Zeitalter nennt ein
voriges klüger, sich bloß schlimmer und klüger.
		-- Jean Paul
%
Nicht nur zu einem Lügner - oder zu einem Spieler - gehört Gedächtnis,
sondern besonders zu einem Weltmann und Gesellschafter.
		-- Jean Paul
%
Man fühlt in sich zweierlei Tugenden 1) moralische Anlagen
(Tendenzen), welche man (dies ist man sich bewußt) in allen andern
Verhältnissen und Umgebungen erhalten und bewahrt hätte -
2) gewonnene, gleichsam klimatische Sittlichkeit, für deren Bestand in
ganz anderem Boden der Erziehung etc. uns unser Gefühl nichts
verbürgen will.
		-- Jean Paul
%
Man denkt sich fremden Haß gegen uns viel heller und ergreifender als
das fremde Lieben. Besonders stellt man sich in der Ehe jenen heller
vor als dieses.
		-- Jean Paul
%
Man bereuet mehr die Feigheit als die Kühnheit des Handelns, insofern
jede von beiden echt gewesen.
		-- Jean Paul
%
Warum hängt auch dem redlichst-liebenden Mann, der sein Seelenglück in
einer weiblichen Seele gefunden, noch etwas von dem Bestreben an, auch
eine zweite ebenso edle Seele für sich zu haben, als obs nicht an
einer genug wäre?
		-- Jean Paul
%
Die größte Schlechtigkeit der Menschen hab ich in Predigten gefunden -
nicht über jene, sondern an diesen. In Kant, Fichte, Schelling find
ich nichts, als was rein stärkt oder erhebt oder begeistert.
		-- Jean Paul
%
Bücher und Anstalten etc. wirken zwar wenig auf einzelne Menschen,
aber dadurch, daß sie zur Sitte arten, auf Völker.
		-- Jean Paul
%
Man idealisiert jeden, den man zum ersten Male sieht - entweder auf-
oder abwärts.
		-- Jean Paul
%
Nie sollte der Mann zärter gegen die Frau sein als nach einem
Geschenk, um ihr jetzt das Gefühl der Verbindlichkeit zu erleichtern.
		-- Jean Paul
%
Entweder das Neueste oder das Älteste (aus der Jugend) gefällt auf
Reisen. Am Ende gibts kein Neuestes mehr, aber das Älteste wird älter.
		-- Jean Paul
%
Bei weiblichen Gesprächen hört man von weitem ewig(es) Lachen.
		-- Jean Paul
%
Ich habe wohl eine männliche Gesellschaft nacheinander reden hören,
aber keine weibliche.
		-- Jean Paul
%
Der bessere Sonntagsanzug gibt bei dem Volke der Kirche Heiligkeit und
predigt früher als der Mantel des Pfarrers.
		-- Jean Paul
%
Oft besteht die größ(ere) Kraft eines Mannes weniger darin, wie er ein
Amt verwaltet, als wie [er] in dasselbe gelangte.
		-- Jean Paul
%
Man läßt in (nach) langen Disputationen so gern die Beisätze und Sätze
des andern gelten, wenn unsere vorher gegolten.
		-- Jean Paul
%
Jeder, der Unsterblichkeit auf seinem Wege errang, begreift nicht die
Anstrengungen eines andern, z.B. Bonaparte, der sie auf einem andern
sucht, und tadelt die Anstrengung.
		-- Jean Paul
%
Der Geizige ist eine beinah poetische Besonnenheit der Gegenwart; er
sieht alles, wenn auch zu anderm Zweck als der Naturforscher und
Dichter.
		-- Jean Paul
%
Wie anders ist die Bewunderung im 20. und die im 40. Jahre! Jene nimmt
man oft zurück, und sogar bei dem höchsten Grade hat man noch eine
geheime Hoffnung, den Gegenstand zu erreichen. Wen ich aber jetzt
bewundere, hoff ich nie zu erreichen und bewundere ihn desto mehr.
		-- Jean Paul
%
Die rechte unwillkürliche Originalität ärgert sich, daß nicht jeder
ist wie sie -, die scheinbare will gar nicht, daß andere sind wie sie.
		-- Jean Paul
%
Man kann ziemlich seinen eignen innern Menschen - den moralischen,
sogar den intellektuellen - kennen; aber [nicht] das Ensemble unsers
äußern, den Eindruck, den unser ganzes Reden und Erschein(en) auf
andere macht.
		-- Jean Paul
%
Auch die größten Menschen, die uns jetzt mit ihrer Kühnheit und
Gleichgültigkeit gegen Urteile ergreifen, waren als Jünglinge
furchtsam - man kommt nur allmählich zu Mut gegen und über Urteile
hinaus.
		-- Jean Paul
%
Wenn von 2 Menschen der eine [ich] zum andern [Cloeter] sagt: wir
verstehen uns nicht: so hat er sich eben verstanden.
		-- Jean Paul
%
Die Ärzte haben auch darum weniger Schein des Mitleids, weil sie
Anschläge des Helfens haben; die Trostlosigkeit, nicht helfen zu
können, hat keinen Trost als den zu weinen.
		-- Jean Paul
%
Eheweiber nehmen (vom Manne) wohl eine Belehrung, eine Voraussagung
an, nie eine Widerlegung.
		-- Jean Paul
%
Zwei Irrtümer setzen unsere Handlungen für (vor) den andern in
falsches Licht. 1) Je mehr wir unser Ich und den rächenden Stolz
desselben genießen und zeigen, desto mehr glauben wir, unsere Freude
erzeuge die fremde. 2) Je weher uns Nachgeben und Zuvorkommen tut,
desto weniger setzen wir voraus, daß es den andern oder den Feind um
so mehr gewinne und befriedige, und wir glauben nicht, daß unserem
Gefühle gerade das entgegengesetzte antworte.
		-- Jean Paul
%
Man fürchtet den Gerechten, noch mehr den Ungerechten.
		-- Jean Paul
%
Fast alle Menschen sind gut, wenn man ihnen die Qual des Bedürfnisses,
der Verhältnisse, oder der Not wegnimmt. Sie wollen alle das Beste,
ohne die Kraft, es zu holen.
		-- Jean Paul
%
Ein anderes ist, wenn ein Mensch das Geld häuft, um etwas zu brauchen
- ein anderes, wenn er's häuft, um es noch höher zu häufen; denn hier
beginnt der Geiz; das Aufhäufen hat keine Grenze, da es selber das
Ziel ist.
		-- Jean Paul
%
Es ist nicht Stolz, daß der Negersklave gegen seine Frau so herrisch
ist oder jeder Oberbediente gegen den Unterbedienten - Wut und Zorn
ist's gegen die höhere Ungerechtigkeit und Ungleichheit. - Der
Kutscher und Jäger peitschet seine Tiere am meisten, wenn er
ausgescholten worden - so die Mutter die Kinder.
		-- Jean Paul
%
Es ist physisch viel leichter, eine Nonne zu sein als ein Mönch;
moralisch viel schwerer.
		-- Jean Paul
%
Nichts ist unbegreiflicher als die Ursache, warum dasselbe Weib - zu
verschiednen Zeiten - so viel versagt und gewährt.
		-- Jean Paul
%
Weswegen jetzt die Ehen unglücklicher sind gegen sonst, ist, weil die
mehr empfindsamen Männer die Frauen mehr zur Empfindung aufregen, die
dann nach ihrer Ungemessenheit ins Unendliche geht. Sonst zeigte ein
Mann seine Empfindung durch Tat im Leben; und da war es vorbei; jetzt
fordert ein Wort das andere.
		-- Jean Paul
%
Der edlere Mensch verschlimmert sich mehr durch das Unterlassen guter
Menschen (Freunde) als das Unternehmen böser.
		-- Jean Paul
%
Auch in der Ehe etc. gilt's, ein Wort ist giftig-durchgreifender als
eine Tat, weil diese viel-, jenes nur eindeutig ist. Jene offenbart
nur den Augenblick, dieses das Herz. Es gibt in der Ehe etc. Worte,
die man zu entschuldigen nicht braucht, aber auch nie vermag und denen
[man] nichts vorwerfen kann als ihr Dasein. Doch die rechten
eigentlichen Donnerworte sind nicht die in Leidenschaft - dann gehören
[sie] ja zur Tat selber -, sondern die in der Ruhe und Unbefangenheit
gesagten.
		-- Jean Paul
%
Je älter man wird, desto mehr schätzt man Ordnung.
		-- Jean Paul
%
So treulos auch die Frauen gegen Männer scheinen, so sind sie es doch
mehr gegen Frauen. - Keine ist gegen die andre ehrlich (auf Kosten der
Männer und ihrer). - Kurz, sie wissen doch zu schweigen.
		-- Jean Paul
%
Eine Gattin verzeiht leichter Untreue und Freude an fremden Reizen,
als Kälte gegen ihre.
		-- Jean Paul
%
Man erzürnt sich immer mehr gegen einen, für den man erst den Zorn
einige Zeit aufheben muß - und genade ihm dann Gott!
		-- Jean Paul
%
Ich begreife, wie man ein Tyrann sein kann; aber nicht, wie man einer
einen ganzen Tag lange sein kann.
		-- Jean Paul
%
Das Unrecht, das dir geschieht, treibe rächend ab, aber nicht als
Individuum, sondern als Menschheit; diese soll sich nichts gefallen
lassen.
		-- Jean Paul
%
In der Politik errät sogar das Publikum stets das Listige und Feine;
nur das Große und Reine allein ist dazu gemacht, nicht geahnet zu
werden.
		-- Jean Paul
%
So lange man lieset, besinnt man sich auf all(es), nur nicht auf sich.
		-- Jean Paul
%
Man sollte niemand über Furchtsamkeit tadeln, bis man weiß, wie wenig
oder viel er dagegen gearbeitet.
		-- Jean Paul
%
Ein Buch ist für das Volk ein Stück Kirche oder Religion.
		-- Jean Paul
%
Je älter man wird, desto mehr will man gewöhnlicher erscheinen, um nur
nicht die Mühe zu haben, bemerkt zu werden.
		-- Jean Paul
%
Was der Mensch von Menschen erfährt, erträgt er weniger, weil ers mehr
der Freiheit als dem Schicksal zuschreibt.
		-- Jean Paul
%
Wenn du in der Hitze glaubst, du sprächest stark in der Gesellschaft
oder zu einem Menschen: so sei versichert, du sprichst zu stark.
		-- Jean Paul
%
Die Weiber sind verdrüßlich (eigentlich herrisch und auffahrend wie
bei dem Anputz, daher die Römerinnen da so viele Grausamkeiten
verübten), wenn sie Wäsche haben; die Männer, wenn sie nur waschen
sehen, besonders die Zimmer.
		-- Jean Paul
%
Man hält so oft den Vorsatz des Autors, nicht mehr so zu schreiben wie
in der Jugend, für Unvermögen, so fortzufahren.
		-- Jean Paul
%
Im jüngsten Kinde ist am meisten zu gewinnen durch Gewohnheit -
unterwegs bis zur Mannbarkeit ist, glaub ich, weder durch Gewöhnen
noch sonst viel zu bestimmen. - Hingegen mit der Mannbarkeit oder der
Jünglingsschaft fängt ein neuer Frühling an, der nicht einmal im Manne
wiederkehrt und der alles bestimmt, oft in einem Tage oder durch einen
Menschen. Die Lebenszeiten der Menschen gleichen Jahreszeiten; in
ihrem Anfange säe; der Fortgang reift bloß.
		-- Jean Paul
%
Man sage nicht, daß man einen Menschen kenne, geschweige eine Frau,
ohne in ein Handels Verhältnis damit gekommen zu sein. Schaue eine
schöne, milde, liebende Frau wochenlang an; und höre ihre Worte: sie
sagt doch nur ihre Vorsätze, Poesien, Wünsche und alles, was sie in
ihrer Kraft selber glaubt. Aber sie handle im Ungestüm der
Verhältnisse und im Widerstreit zwischen sich und außen und dir: dann
zeigt sichs.
		-- Jean Paul
%
Die schwachen Menschen widersetzen sich einem Ent- und Einwurf gegen
ihr Leben am stärksten, aus Bewußtsein ihrer ewigen Nachfolgsamkeit; -
schweigt man darauf, so tun sie, was sie verneinten.
		-- Jean Paul
%
Das meiste und Gewöhnlichste, was Jugendfreunde nach spätem
Wiedersehen aneinander bemerken, ist, daß sie dicker geworden.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch fodert nach jeder Unterwerfung noch eine tiefere;
unrechtm(äßiger) Widerstand ist ihm verhaßter als unrecht(mäßiges)
Nachgeben.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe gilt Verstand (zumal des Weibs) weit mehr als Liebe. Diese
hält nicht lange nach, wird leicht gestört und bringt nie in Ordnung.
Also bildet eure Töchter verständig, nicht bloß liebend.
		-- Jean Paul
%
Vielleicht entsteht Menschen-Verachtung weniger aus Beobachtung ihrer
Schlechtigkeit als ihrer ewigen Wiederholung, nämlich der Wiederkehr
von Glanz in Schatten.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen und Kinder bedecken beschämt nicht das Gesicht, um es
andern zu verbergen, sondern um andere sich zu verbergen, da in der
Scham menschliche Gegenwart zu hart anfaßt.
		-- Jean Paul
%
Daß im Ganzen die Menschen nicht im Glücke besser, sondern schlechter
werden - leichter umgekehrt im Unglück - beweist hart gegen sie.
		-- Jean Paul
%
Bei den Menschen löscht die letzte Handlung tausend vorhergehende
Wohltaten aus, so sehr sind die Gefühle nur Geschöpfe des neuesten
Augenblicks.
		-- Jean Paul
%
Es gibt Menschen, denen jedes Lob Tadel ist, das nicht das größte ist.
		-- Jean Paul
%
Im Moralischen darf man um keinen Rat fragen; nur fragen, wie, nicht
ob man zu handeln habe. Aber der Mensch versteckt gern das Ob und Wie
hintereinander. So will er stets nur Bestätigungen (Ratifizierungen)
seines Entschlusses, nicht Angaben desselben.
		-- Jean Paul
%
Einen Menschen beobachten heißt nicht, sehr aufmerken auf ihn, sondern
ihn rück- und vorwärts mit seiner Gegenwart vergleichen - und ihn
nicht mit mir und umgekehrt vergleichen.
		-- Jean Paul
%
Das Entscheidende bei Autoren und Fürsten ist weder die Kenntnis der
Menschen noch die des Menschen, noch weniger die des einzelnen,
sondern die Vereinigung davon.
		-- Jean Paul
%
Jedes Tun in der Ehe und Gesellschaft wird stärker, wenn man den
andern nicht darauf hinweist und ihm die eigne Reflex(ion) darauf
verrät; eigne Handlungen soll man so wenig erklären als eigne Bonmots.
		-- Jean Paul
%
Woher kömmt's, daß das gelesene oder erlebte Beispiel der größten
moralischen Aufopferung etwas Süßes und bloß Liebenswürdiges und
Anziehendes für uns hat, das Gebot selber aber in einer Sittenlehre
etwas Zurückstoßendes?
		-- Jean Paul
%
Wie man kein Prophet im eignen Vaterland ist, so auch kein Redner und
Beredner gegen die eigne Frau.
		-- Jean Paul
%
Man kommt in der Ehe am besten aus, wenn man nicht liebt; sowie am
besten, wenn man bloß liebt.
		-- Jean Paul
%
Viel läßt sich von einem Mann erraten, wenn man ihn das einem andern
erzählen hört, was man mit ihm selbst erlebte als Augenzeuge.
		-- Jean Paul
%
Die Liebe will 1 Menschen; die Wollust alle Menschen; nur hat diese
dann nicht genug; jene aber an 1 die Unendlichkeit.
		-- Jean Paul
%
Man muß, schon aus Welt, dem andern auch nicht das geringste
Unangenehme sagen, sobald man nicht ihn oder sich bessern damit will
oder kann. »Sage nicht zum Mietsherrn, deine Zimmer haben keine
Morgensonne.«
		-- Jean Paul
%
Im Buche oder Lebensbeschreibung verliert ein Corneille oder
Lafontaine nichts dadurch, daß er im wirklichen Leben nicht reden
kann; aber im Leben können wir uns nicht daran gewöhnen und tragen
mehr den Menschen in den Autor als diesen in den Menschen hinein.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen rechnen einem nicht an, wo man ihnen Recht gibt, sondern
nur, wo man ihnen Unrecht gibt.
		-- Jean Paul
%
100 000 etc. gute Handlungen können das Herz nicht für eine böse
entschädigen, schuldlos machen oder beruhigen - so sehr sind wir zum
Guten geboren.
		-- Jean Paul
%
Wer Ruhm hat, fragt nach der Ehre weniger.
		-- Jean Paul
%
Die körperliche Liebe begehrt Wechsel, die geistige dieselbe Person.
		-- Jean Paul
%
Manche suchen aus Eitelkeit stolz zu sein.
		-- Jean Paul
%
Um geistreich zu sprechen, habe man - wenn man es auf irgendeine Art
ist - nur den Mut, alles auszusagen. An der Furcht stirbt das Genie.
		-- Jean Paul
%
In bösen Augenblicken der Ehe rechnet der Mann immer die eignen
Tugenden auf 1 Summe zusammen; nun so rechne er auch die seiner Frau
so auf.
		-- Jean Paul
%
Viel Zänkereien in der Ehe kommen davon, daß man verlangt (fordert),
der Gatte soll die Liebe erraten, die man auszusprechen zu stolz oder
zu schamhaft ist.
		-- Jean Paul
%
Für Kinder fällt Lob und Liebe der Eltern in eins: 'das ist schön, daß
du den Schlüssel aufhebst.' Hier zugleich Gefühl fremder Achtung und
Liebe und eignen Werts.
		-- Jean Paul
%
Der Kritikus sollte bloß das einzelne oder die Werk-Teilchen tadeln,
aber den Werkmeister möglichst loben. Der einzelne Tadel samt dem Lobe
des Verfassers erhebt diesen zu höherem; das Übrige ist umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Willst du die männlichen Deutschen zu einem ordentlichen Gespräche
bringen: veranlasse eine Disputation über eine Wissenschaft etc. -
Rein, gesellig sprechen können sie nicht. Nur die Weiber höchstens
können in einigen Gegenden (z.B. sächsischen) ein Gespräch über alles
spielend führen wie ein Franzose.
		-- Jean Paul
%
Noch keine fromme, alle Pflichten treu erfüllende Hausfrau hat je
gesagt: ich bin zu gut für die Erde - höchstens: ich verdiene sie
nicht ganz -, aber die empfindsam zarten, die nichts tun, sagen es.
		-- Jean Paul
%
Es ist ein fast unvermeidlicher Trug, daß man desto mehr auf den
andern zu wirken (wärmen) glaubt mit Zornfeuer, weil uns dies selber
so viel zu genießen gibt - indes den andern gerade unsere größte Ruhe
und Kälte am meisten erwärmt und für uns gewinnt.
		-- Jean Paul
%
Seltsam sind die Weiber! Kein Mann wird sich eine schönere Weste von
einem andern erborgen, um mit seinem Bauche gesellig zu glänzen. Aber
eine Frau trägt ohne Bedenken entlehnte Perlen, Hüte etc.
		-- Jean Paul
%
Schwerlich wird irgendein Ehemann die Minute für schön und liebevoll
empfinden, wo er mit ihr nach ihrem Anziehen in eine große
Gesellschaft geht - aus dieser zurück, denkt sichs leichter.
		-- Jean Paul
%
Was am Menschen das Reinste ist, ist vielleicht sein Streben nach
immer schärferem Wissen, wobei er sich vergißt und jeden Ruhm. Nur
hier erscheint die Menschheit im großen Schritt zur Größe.
		-- Jean Paul
%
Der große Unterschied zwischen Weibern, 1) die Talent, Scharfsinn,
Philosophie sogar haben, ja Empfindung und 2) die Verstand,
Hausverstand haben, Berechnung zwischen sich und Mann und Kind, und
überhaupt Berechnung. Nr. 1 gefällt vor, Nr. 2 in der Ehe.
		-- Jean Paul
%
Den (inländischen) Ruhm großer Minister, Feldherrn, Fürsten stürzt
eine einzige Staatsumwälzung oder Eroberung.
		-- Jean Paul
%
Man hat oft eine prosaische Unterredung selber mit fortspinnen helfen,
die man ungerecht tadelt, daß sie der andere fortsetzt, wenn man in
einer poetischen Stimmung ist.
		-- Jean Paul
%
Man wird zwar für die Verhältnisse, worin man betrogen wurde, künftig
klüger; aber man bildet sich dann fälschlich ein, man sei es auch für
die geworden, worin man noch nicht betrogen worden.
		-- Jean Paul
%
Wenn das Genie schon in seiner Jugend, vor der Erfahrung so viele
Erfahrungen antizipiert hat: was wird es erst im Alter zu sagen haben
nach den Erfahrungen; aber es sagt eben da leider so wenig mehr, und
das Seltenste wird eingesargt.
		-- Jean Paul
%
Auch die geistreichen Menschen suchen - sobald sie einander nur einige
Male zuerst gesehen - dann mehr die Bücher als deren Verfasser.
		-- Jean Paul
%
Ist man einmal aus dem rechten Gesichtspunkte (Fokus) eines Menschen
gekommen: so werden, zumal in der Ehe, gerade Strahlen seine Flecken -
z.B. Festigkeit gegen Freunde und Fremde und dann wieder
Nachgiebigkeit sonst, beide Dinge werden so abgeleitet, daß eines
Egoismus heißt, das andere Schlaffheit.
		-- Jean Paul
%
Die Arbeit ist ein Vergnügen, das als Widerspiel schlecht anfängt und
dann immer mehr erfreuet und das am Ende gerade zu allen andern
Vergnügen einlädt.
		-- Jean Paul
%
Wenn man bei einem Fürsten durch große Sittlichkeit den höchsten
Posten eines Günstlings erobert; so fodert jener leise und spät, daß
man ihn durch einige Flecken oder Abweichungen von jener behaupte.
		-- Jean Paul
%
Man glaubt immer, der Mensch, der eine neue, die erste Meinung über
das ganze Ideen-System gehabt, z.B. Leibniz, müsse auch eine neue
über jedes einzelne, z.B. den Stiefelknecht, haben; daher die Liebe
zu Biographien.
		-- Jean Paul
%
Ein Jüngling ist viel kühner und furchtsamer als ein Mann. Kühn tritt
er z.B. ins Publikum oder vor jeden großen Mann; ein Nein macht ihn
oft auf immer zaghaft. Der Mann hingegen wagt weniger, und nach Nein
fragt er weniger.
		-- Jean Paul
%
Argwohn argwöhnen ist nicht darum immer selber einer.
		-- Jean Paul
%
Wer irgendeinen tiefen Verstand herauswittert, hat den tieferen; jener
schrieb ungebildeter, dieser las gebildeter.
		-- Jean Paul
%
Die Weiber sind gut, aber schwer werden sie besser.
		-- Jean Paul
%
Vielleicht erriete man gewisse Menschen besser, wenn man sich dächte,
als Dichter sie darstellen zu müssen.
		-- Jean Paul
%
Ist man in der Liebe und Freundschaft darin, so rechnet man ihr sogar
gewöhnliche Tugenden als Reize an - dem Unbekannten aber fordert man
sie ab ohne Dank.
		-- Jean Paul
%
Ein ganz neues Verhältnis zwischen 2 unverheirateten Freunden und so
zwischen 10 - wenn alle heiraten; denn die Weiber und ihre eheliche
Liebe und außereheliche Abneigung kommen doch auch in das frühere
leichte, feste, warme Verhältnis.
		-- Jean Paul
%
Es gibt 2erlei ganz verschiedne Töne, um nach dem Lobe den Tadel
folgen zu lassen. Der erste macht das Lob zur Hauptsache, nicht zur
Entschuldigung und ist weitläufig; dann fügt er vorbeiläufig den Tadel
an. Der zweite ist, daß man - im Tone liegt schon ein Zwar für das
künftige Aber - das Lob als Entschuldigung des nahenden Tadels
ausspricht.
		-- Jean Paul
%
Jeder hat für seine Besonnenheit seine besondern Gegenstände; der eine
schweigt darüber, der andere darüber.
		-- Jean Paul
%
Gegenwärtiges Unglück verdau ich in wenig(en) Stunden; aber künftiges
bleibt mir im Magen liegen.
		-- Jean Paul
%
Bei allem Rechte zu Achtung und Lob ertrotze diese nicht gewaltsam -
nichts wird leichter der Gewalt versagt als dies.
		-- Jean Paul
%
Die Koketten gewinnen - wenigstens für einen Abend - sogar ernste
Männer nicht durch ihre Reize oder das starke Vorspiegeln derselben,
sondern durch das Vorspiegeln ihres Liebens. Dem Geliebtsein
widersteht man sogar in einem Alter schwer, wo man der Schönheit
widersteht.
		-- Jean Paul
%
Gerade dem, der vielen Ruhm hat, erlaubt man nicht die Anmaßung
irgendeines kleinsten Verdienstes (Nebenrühmchens), das vielleicht
andere haben, sobald er es nicht wirklich verdient. Man hält es für
Geiz und Raubsucht.
		-- Jean Paul
%
Die Einmischung der französischen Sprache soll den Adeligen in ihrer
platten deutschen so etwas sein wie Witz; sie ekeln sich selber ihres
Gesprächs.
		-- Jean Paul
%
Man sollte nie schweigen, wenn man nur einigen Ruf hat; Schweigen wird
für Verachtung und Zurückziehen angesehen, und man [wird] gehaßt bloß
für Schüchternheit.
		-- Jean Paul
%
In kleinen Städten, Hof weiß man die neuesten Moden in Kleidern, nicht
in Büchern.
		-- Jean Paul
%
Die Freundschaft hat so gut ihre Blüte - die aber Jahrzehnte lange
steht - als die Liebe, die kürzer ist. - Aber ist jene abgebrochen: so
ist viel und unersetzliches dahin, und Gott bewahre jeden davor.
		-- Jean Paul
%
Wenn ein Lehrer immer weiter lehrt und lernt; wenn er das Gelesene
sogleich zu einem Gelehrten vor Schülern machen kann: so muß ihn jedes
neue Buch unendlich heben, weil er damit andere hebt und die erkauften
Gewinste für kräftige Eroberungen ansieht.
		-- Jean Paul
%
Habe dasselbe Entzücken über 2 Bücher, aber über das eine in der
Jugend, über das andere im Mannsalter: nur dort bei dem ersten hängt
sich dem Buche ein Glanz an, den das zweite nie bekommt.
		-- Jean Paul
%
Langweile ist nicht, wenn man nichts Besonderes hat, sondern wenn man
es erwartet. - Ruhig, ja seelig liegt der Türke ohne ein fremdes Wort;
aber sobald es ihm versprochen ist, kann er kaum mehr sitzen.
		-- Jean Paul
%
Fände der gute Mensch oder Ehemann nur immer das Gute: o wie würd er
sich gleichbleiben! - Aber im Kampfe gegen das Böse wird er sich
selber unkenntlich und am Ende - wegen der Ausweichungen des Bösen -
selber zu diesem und sich unähnlich.
		-- Jean Paul
%
Je mehr eine weibliche Physiognomie der männlichen [sich] nähert -
desto richtiger schließt sich aus ihr. Hingegen die echt weibliche,
milde, schöne verbirgt den starken Engel oder schwachen Teufel
zugleich.
		-- Jean Paul
%
Der Jüngling habe einen lebendigen Großen-Mann, aber nicht in seinem
Fache und Triebe vor sich - sondern nur Größen seitwärts in andern
Wissenschaften; denn jener gäb ihm ewige Richtung und verschläng ihn.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen wollen immer vom Autor etwas Großes im Stoffe, um sich zu
entschuldigen, daß sie kein Großes in der Form finden; und um zu
verhehlen, daß sie eben das rechte Große, das überall sein kann, nicht
kennen.
		-- Jean Paul
%
Je höher die Stände, desto mehr hat der Mann zu tun und desto weniger
die Frau. Der König muß doch wenigstens bedenken und unterschreiben.
Die Königin lebt von ihm. In untern Ständen ist es wie bei Wilden fast
umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Nichts ist leichter, als die Kinder dazu zu erziehen, daß sie
gehorchen, gefallen, aufwarten und alles tun, was Eltern und andere
Erwachsene begehren. Freilich sind dann die Kinder nichts, nicht mehr
als die Eltern. Aber schwerer ist es, Gehorsam und Freiheit zu
vereinigen, die Kraft dazulassen und doch zu lenken und sich selber
einen Gegner der besten Art zu erziehen.
		-- Jean Paul
%
Wer sich der Eitelkeit recht bewußt ist, verbirgt sie stark und doch
ohne Erfolg; wer nicht, ist geradehin und vielleicht angenehmer eitel.
		-- Jean Paul
%
Keine Frau ist zur Vernunft zu bekehren; doch die gutmütige durch
Liebe ohne Gründe; die geniale durch beides nicht.
		-- Jean Paul
%
Ich habe zuweilen gefunden, daß das einzige Gute, was noch in großen
adeligen Familien nachwuchs - z.B. bei Gieg - bloß dem bürgerlichen
Hofmeister zu danken war.
		-- Jean Paul
%
Noch mehr Kinder gehen verloren durch zu vieles Erziehen als durch zu
weniges. Grönländer, Wilde, Goten etc., Hake's Kind gut, trotz aller
Vernachlässigung.
		-- Jean Paul
%
Um sich recht zu erkennen, muß man nur sich seiner Jugend recht scharf
erinnern, ohne Gegenwart etc. einzumischen. Dort gab sich dir dein
Umriß.
		-- Jean Paul
%
Die Probe des Feinen ist nicht, gegen den Feinen fein zu sein - sie
wäre zu leicht - aber wohl gegen den Groben es zu bleiben.
		-- Jean Paul
%
Der Eitelkeit oder ihrem Scheine entgeht niemand, wenn ihn nicht eine
große Idee erfüllt, die ihn gegen sein Selbst verblendet.
		-- Jean Paul
%
Wer Kraft hat, aber keine, mit der er ein Werk erschüfe, gebe nur, wie
Arndt, Reisebeschreibungen. Alles ist hier zufällig - was begegnet -
und unter dem Begegnenden noch, was der Verfasser nur aufnehmen will
-, und dann kann er über jedes Individuelle, das ihm als Folie dient,
seinen, kleinen Juwel von Gedanken legen. Ein Reisebeschreiber kann
der unterhaltendste witzigste Mann mit den kleinsten Kosten des Kopfes
sein, wenn er's recht macht.
		-- Jean Paul
%
Der Unsinn: daß man durch alle Vorsicht und Glücksfälle je dahin
gelangen könne, daß einem eine zufriedne schon gefundne Lage nicht
mehr gestört werde - Aus höherem Glück erwächst höheres Unglück usw.
		-- Jean Paul
%
Jeder hat seine Weise, sagt man. Aber man wundert sich weniger, daß
man nicht die fremde, als daß der andere nicht die unsrige hat.
		-- Jean Paul
%
Wer kein Weiberhasser werden will, höre nie 2 Weiber miteinander
zanken.
		-- Jean Paul
%
Gewissen Menschen, z.B. dem Fischer, die Verachtung auszudrücken, die
man gegen sie hat, müßte man ihnen erst alle die Kenntnisse und
Gesinnungen geben und beibringen, die uns eben von ihnen
unterscheiden.
		-- Jean Paul
%
Alle Klarheit, die man über fremde Charaktere habe, gibt doch noch
keine Sicherheit vor Selbsttäuschung und fremder Schmeichelei; das
Unglück ist eben, daß man drei schwere seltene Kenntnisse haben muß,
die von sich, die von andern, die von der Ansicht des andern gegen
uns. - Man sollte geradezu voraus-[setzen, daß] einem jeder ein wenig
mehr Gutes sage, als wir glauben.
		-- Jean Paul
%
Zur Ehe gehört nicht bloß, daß man das Mädchen, sondern auch, daß man
sich prüfe - ob nämlich 2 Vortreffliche dennoch sich einander nicht
fügen.
		-- Jean Paul
%
In der Liebe wird der Ernst der Jungfrau bezaubern; in der Ehe, die
selber ein langer Ernst ist, möchte leichtes Scherzen und Bescherzen
der Welt besser einschlagen.
		-- Jean Paul
%
Durch manche Gesichter scheinet jede innere Bewegung so hell durch,
daß es nicht genug ist, wenn sie nichts äußern; zu ihrer Verstellung
ist sogar das Anstellen des Entgegengesetzten nötig.
		-- Jean Paul
%
War man zu sanft und stoisch im ehlichen Zank, so braust's nachher
auf, und man vergibt schwerer. War man zu wild: so bereuet man und
vergibt leichter.
		-- Jean Paul
%
Je länger man lebt, desto kürzer werden uns die Jahre. Denke an das
Reisen: ein Vormittag auf der Reise zugebracht ist länger als
10 Vormittage zu Hause; aber warum? Die Menge neuer Gegenstände
vervielfacht die Aufmerksamkeiten oder die Ideen, als Zeitmesser.
Ebenso scheint uns die Jugend länger, weil in ihr alles neu ist und
also die Zeit verdoppelt, im Alter aber alles einförmig wiederkehrt.
		-- Jean Paul
%
Wenn nur eine erste Liebe recht glühend da war: so schadet ihr
Untergang, ihr Töten mit Wasser nichts; ewig ragen die Türme der
überfluteten Stadt empor. Aber es gibt Menschen, die keine erste Liebe
hatten.
		-- Jean Paul
%
Ich weiß nicht, was Eifersucht ist in der Ehe beim Manne -; in der
Minute der Einsicht hätt er b(ei) d(er) Entscheid(ung), nur sich oder
die Frau zu verachten -
		-- Jean Paul
%
Es ist unendlich verschieden, einen Menschen lieben und etwas an ihm
lieben, und sei dieses Etwas das Edelste; er wird doch Mittel; aber
das Lieben des ganzen Menschen macht ihn mir nur zum Ziel seiner und
meiner selber.
		-- Jean Paul
%
Je älter ich werde, desto mehr glaub ich, wer äußerlich auf lange
unglücklich ist - denn ein Brand, Krieg gehört nicht hieher - der
verdient's durch Mangel an Klugheit und Beharrlichkeit.
		-- Jean Paul
%
Tod und Geburt lernt man nur in einem Dorfe kennen, in keiner Stadt.
		-- Jean Paul
%
Wollt ihr Originale im Handeln, sucht sie bei Leuten, die nicht ihre
Kraft wegschreiben und die ohne Reflekt(ieren) forthandeln - die
schreibenden Genies sind matte Handler.
		-- Jean Paul
%
Erst dann, wenn der Gelehrte weiß, daß er einsam bleibt, fühlt er sich
recht und genießend einsam.
		-- Jean Paul
%
Um froh, frei, leicht und reich Einfälle in Gesellschaft zu haben, muß
man nicht mit einem andern wetteifern oder gar kämpfen, sondern ohne
Gegner über das Allgemeine sprechen. Repartien sind ein lästiger,
aufhaltender Zwang. Sogar der fremde Witz regt mehr unser Genießen als
unser Erfinden an.
		-- Jean Paul
%
Jeder Jüngling glaubt, ein Philosoph oder ein Dichter zu werden, weil
beide zu den Kräften der allg(emeinen) menschlichen Natur gehören, und
es kommt auf Akademien oder in der Lektüre nur auf den Reiz an, den
vorwiegend das eine oder das andere macht. Erst später macht er dies
Allgemeine bloß zur Unterlage seiner besondern andern Kräfte, sobald
jenes nicht zugleich auch seine Individualität ist.
		-- Jean Paul
%
Das Gespräch der meisten Humanisten (Gelehrten) untereinander ist
weiter nichts als ein gegenseitiges heimliches, höfliches Examen;
daher colloquium sogar bei den Theologen = Examen.
		-- Jean Paul
%
Die ewigen langweiligen leeren Vorübungen zum Kriege müssen dem
Soldaten ordentlich Sehnsucht nach einem freiern und treffenden
Realschießen machen.
		-- Jean Paul
%
Die meisten Ehekriege [kommen] nicht davon, daß man die Wahrheit der
Person sagt, sondern daß man sie, unbekümmert um jede Zeit, sogleich
sagt.
		-- Jean Paul
%
Wer sagt, daß die schönen Weiber im Alter häßlich werden, vergißt bloß
die guten schönen.
		-- Jean Paul
%
Gerade die Idyllenfreude, die nur aus Kleinigkeiten besteht, leidet so
leicht von den Kleinigkeiten die Unterbrechung.
		-- Jean Paul
%
Imponieren kann mir niemand anders als moralisch, weil er hier den
ganzen Menschen trifft; hingegen jede einzelne Übermacht z.B. des
Scharfsinns, Gelehrsamkeit etc. trifft auch an mir nur einen Teil.
		-- Jean Paul
%
Wir Menschen lieben nicht, um zu hassen; aber wohl hassen wir, um zu
lieben.
		-- Jean Paul
%
Ich mag mit niemand umgehen, der mich nicht wenigstens in etwas
übertrifft, in Kenntnissen, Erfahrung etc. oder im Moralischen. Die
mir ähnlichen oder meinesgleichen sind nicht meine Leute.
		-- Jean Paul
%
Ein Trost besteht nicht darin, daß man dem andern Gründe gegen sein
Unglück sagt - denn er wußte sie alle selber vorher und konnte
ebensogut zurücktrösten -, sondern darin, daß eine fremde Seele durch
Darstellen sie alle in der andern belebte und beseelte, damit sie
durch Empfindung das Gleichgewicht hielten der leidenden Empfindung.
		-- Jean Paul
%
Unter allen Eigenschaften einer Braut sieht man am wenigsten auf die
größte, ob sie Kinder erziehen kann - und freilich ist sie am
schwersten zu erraten.
		-- Jean Paul
%
Ein Mann deutet recht deutlich (als sein Selbst-Rhapsodist) seinen
Charakter durch das Tragen seines Stockes an, sobald er ihn,
unwissend, bemerkt zu werden, trägt und schwenkt und hält.
		-- Jean Paul
%
Ein berühmter Mann verliert nicht, gewinnt vielmehr durch eine
Lächerlichkeit, die man von ihm erzählt oder lieset -; aber begeht er
sie vor unsern Augen, so verliert er. Allein warum? Hier wirkt die
Gegenwart zu mächtig, und der Mann, erscheinend darin, nur stückweise
aufglänzt; hingegen in der Erzählung herrscht und glänzt die Idee des
Ganzen über den Mann.
		-- Jean Paul
%
Hat man eine kleine Bitte: muß man mit dem Allgemeinen anfangen, man
habe was zu bitten, weil der andere dann froh ist, daß es nichts
Größeres ist. Eine große Bitte aber tue man ohne dies.
		-- Jean Paul
%
Man habe sich noch so frei gemacht, und noch so gleichgültig gegen die
Welt und alle Feinde; wer kann uns denn noch tiefe Schmerzen geben?
Eine Gattin durch ein Wort, man müßte sie denn nicht lieben.
		-- Jean Paul
%
Daß die Menschen einen Kerker für eine Strafe halten, beweist, daß sie
Geselligkeit für Belohnung halten; denn sonst wäre ja im Kerker alles
zu haben, wenn man Menschen ausnimmt.
		-- Jean Paul
%
Einer Liebhaberin wird die Treue viel leichter als einer Gattin.
		-- Jean Paul
%
Warum werden uns denn Menschen, welche einzeln wir übersehen und
überwinden, in einer Gesellschaft so wichtig und herrschend? Die bloße
Bestechung der Augen durch eine längere Reihe entschiede nicht bei den
kräftigern Menschen; und wo liegt diese Vielheit nicht vor ihm. -
Schon ein Grund: der Mensch, obwohl sich seiner und seiner Gründe
recht sehr bewußt, will sogar von einem tiefern den Beifall; es muß
also durch das fremde Ich etwas Höheres ausgesprochen werden, das nun
durch die Vervielfältigung noch bedeutender wird.
		-- Jean Paul
%
Man muß sich, um den andern gerecht zu beurteilen, nicht in dessen
nächste Minute an die Stelle setzen, sondern in sein Jahr, Leben,
Wochen.
		-- Jean Paul
%
Man erfreuet sich nicht an den äußern Zuständen d(er) Vergang(enheit),
sondern an den innern, man wünscht nicht das alte Leben zurück, das
meist seichter ist und das man jetzt gar nicht ertrüge, sondern die
alte Seele.
		-- Jean Paul
%
Wenn man ein Kind einen Menschen hassen lehrt, der ihm nichts getan:
so lernt es die übrigen Menschen daran hassen.
		-- Jean Paul
%
Ein Autor bringt sich darum nicht ganz in seinen Roman, weil [er] eine
Menge Züge von sich übriglassen muß, um sie andern Leuten darin zu
leihen.
		-- Jean Paul
%
Wer für Freiheit ficht und spricht (z.B. der Ungar), dem ist der
Gegenstand und Anlaß gleichgültig - er streitet nicht für das Haar,
woran manch(er) hängt, sondern für oder wider den Kopf, woraus es
kommt.
		-- Jean Paul
%
Es ist mir bei der Kinderfreude zu Weihnachten nicht an der
gegenwärtigen Freude gelegen - so groß und innig sie wegen der noch
eingehüllten Natur auch ist -, sondern an der unvergänglichen,
unzerstörlichen Über- und Zauberfreude künftigen Erinnerns, das nicht
die Gegenstände verschönert (nur entfärbt), sondern die höchsten
Gefühle zum zweiten Mal erhöht und verschönert.
		-- Jean Paul
%
Für das Volk ist freilich Essen bei Festen die Hauptsache, aber darum,
weil eben die Ruhe zugleich zum Genusse tritt - die Losgebundenheit
zum Sprechen und von Arbeit.
		-- Jean Paul
%
Das Unmoralische, was man an sich am meisten tadelt, sieht die Welt
gar nicht, oder es fällt ihr nicht auf; aber Handlungen, die man vor
dem Gewissen auf Kosten des Verstandes verantwortet, trägt die Welt
uns als unsittlich nach.
		-- Jean Paul
%
Die Fremden hören in der Ehe wohl den Sturm, aber nicht die Windstille
oder den Zephyr.
		-- Jean Paul
%
Wenn einem ein Werk am Ende gefällt wie mir Tristram, so kann man sich
gar nicht erklären, warum es einem früher mißfallen. Hingegen, warum
uns ein später mißfallendes Werk anfangs gefallen, erklärt sich
leicht.
		-- Jean Paul
%
Allgemeine Amtnamen wie die Polizei, die Regierung wirken mehr auf die
Furcht und Achtung als die einzelnen Namen der Beamten. So auch
L[iteratur] Z[eitung] statt eines genannten Rezensenten.
		-- Jean Paul
%
Gefährlich für die Menschenliebe, das Talent zu sehr zu achten und in
jedem Herzen, das man lieben will, einen besondern Kopf zu suchen. Das
Talent zeigt sich bald erschöpft - und dann wird's die Liebe auch.
Eine festhaltende Liebe ist die gegen Menschen, gegen Tugend, die
nicht wie das Talent bei Wiederholung (Wiederkehr) verliert, sondern
gerade gewinnt.
		-- Jean Paul
%
Der Stolz und die Eigensucht mancher edeln Menschen verbirgt und
erträgt sich leichter in ihrem Glücke als in ihrem Unglück. -
		-- Jean Paul
%
Etwas anders ist, wenn ein Begeisterter sich lobt oder wenn ein
Kalter; jener ist nicht eitel, er vermischt [sich] mit der Sache,
dieser macht die Sache zu sich.
		-- Jean Paul
%
Daran erkenne deine historische oder poetische Kraft: was dir so
leicht wird, daß du ordentlich nach einer andern Kraftübung dich
umsiehst, dies ist deine Kraft - Und das Angeborne achtet eben nicht
das Angeborne, sondern das Anerzogne.
		-- Jean Paul
%
Wenn eine Frau sagt, sie habe diesen Mann schon von weitem am Gang
erkannt: so haben beide den Genuß einer kleinen Selbergefälligkeit,
jene, daß sie so erkannte, dieser über seine Eigenheit.
		-- Jean Paul
%
Man ist leichter standhaft, wenn das Unglück zu höherem steigt, als
wenn man von einer großen Hoffnung auf einmal zu einer kleinen Furcht
herabgeworfen wird.
		-- Jean Paul
%
Wie Erfinden angenehmer als Ausarbeiten, so ist's Sprechen mehr als
Schreiben.
		-- Jean Paul
%
Es ist lächerlich, wenn ein Trunkner sein Zu-viel-Trinken verbergen
will; denn sobald er selber es merkt, so merken es andere gewiß noch
eher.
		-- Jean Paul
%
Die Hölle läßt sich als ein unendliches ewiges Schmachten nach
Errettung leichter in und durch ihre Schrecken malen, als der Himmel
in einem Dasein fester Wonne, welche auch die Hoffnung endigt, da sie
jede übertrifft.
		-- Jean Paul
%
Es gibt eine doppelte sehr verschiedne Hoffnung, die, welche auf
Ankunft neuer Güter hinweiset und wartet; die andere wichtigere,
welche Heilung und Vorübergang der Übel erwartet.
		-- Jean Paul
%
Unter allen Menschen hat ein Fürst die meiste Veranlassung und
Entschuldigung, ein Menschenfeind zu werden; die Menschen taugen
nichts, wenn man sie, anstatt zu Freunden, zu Untertänigen, Suchenden
hat.
		-- Jean Paul
%
Ich kann keine Freude über mein Rechttun haben - z.B., daß ich einem
andern sein Eigentum zurückgebe -, dies setzte etwas Schlimmes voraus;
aber ich kann eine Freude über mein Wohltun haben; aber dann ist's
nicht etwan eine über mein Tun und Gutsein, sondern über das fremde
Glück und insofern ein Wert mehr.
		-- Jean Paul
%
Liebe, es sei eheliche oder jungfräuliche, ist ein noch besseres
Schirm(Sieg)mittel gegen jeden Anfall auf ihre Tugend als diese
selber.
		-- Jean Paul
%
Die deutschen Damen lassen das französische Sprechen schon darum
nicht, weil es das einzige Wissenschaftliche ist, womit sie glänzen
können; so auch der gemeine Edelmann.
		-- Jean Paul
%
Wenn die Namen der Soldaten abgelesen werden; antwortet jeder mit
einer andern Stimme: hier!, die bezeichnend ist.
		-- Jean Paul
%
Was dem berühmtesten Manne wie dem mittelmäßigsten es so schwer macht,
einen andern so zu behandeln, daß dieser zufrieden ist, ist, daß er
selten bestimmt wissen kann, was dieser andere nicht bloß für eine
Meinung von sich selber hat, sondern auch von ihm. Denn nach dieser
zweifachen Schätzung richtet sich das Urteil über das Behandeln.
Derselbe berühmte Mann kann bei einem anstoßen, bei welchem er eine
große Verehrung voraussetzt, bei einem andern, wo er eine zu kleine
annimmt usw.
		-- Jean Paul
%
Fürstinnen regierten immer gut, weil sich Weiber von niemand lieber
Rat geben lassen als von Männern, die eignen ausgenommen.
		-- Jean Paul
%
Je größer die Stadt, desto mehr Enthusiasmus für einzelne
(individuelle) Fälle - sowie desto mehr Kälte für allgemeine.
		-- Jean Paul
%
Ist einer als ein Mann von großem Verstande bekannt: so gewinnt er in
Gesellschaft durch Schweigen mehr als durch Reden; fängt er aber
dieses an, so muß er mit dem Besten beginnen.
		-- Jean Paul
%
Verdorbne Frauen reden untereinander oder mit Männern tadelnd von
fremden unkeuschen Handlungen, bloß um sie länger sich vorzustellen
und vorstellen zu hören.
		-- Jean Paul
%
Eigentlich bestechen gegen die Wahrheit rechtlose Beleidigungen weit
mehr als rechtlose Schmeicheleien.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch ist nie besser und wärmer, als wenn er dem andern eine
Freude vorbereitet.
		-- Jean Paul
%
Kinder über Eltern ausfragen spionierend: heißt Briefe erbrechen, ja
noch schlimmer, da man (in Briefen) gegen den Freund nicht so viel
Schwachheiten zeigt als gegen Kinder.
		-- Jean Paul
%
Wie anders ist das Los eines Helden oder Kollegiumsmenschen oder
Fürsten, welcher seine schönsten Ideale nur mit fremden Beihülfen
erreichen kann, gegen den Dichter und Weltweisen, der nur eigne
braucht. Ein Held ist in ewigem Doppelzank mit außen.
		-- Jean Paul
%
Nicht die einzelnen Anreden, sondern die zufälligen Äußerungen der
Eltern und die absichtlose Fortsetzung und Offenbarung eines
Charakters wirken so unglaublich auf die Kinder, denen durch ihre
Verehrung alles so fest anfliegt.
		-- Jean Paul
%
Kleine Mädchen scheinen am leichtesten gut erzogen, weil ihre Natur
nicht heftig, sondern immer furchtsam ist und also jeden Schein der
Erziehung leichter nachspiegelt.
		-- Jean Paul
%
Zum Ausführen braucht man 1 Mann (General), der die Entschlüsse von
hundert realisiert; aber zum Entwerfen, zur Ansicht einer ganzen Zeit
ist 1 Fürst nicht hinlänglich; an 1 falschen Idee gehen Völker
verloren. Daher von jeher Konsilien; daher Republiken. 100 Augen sehen
mehr als 2; aber 2 Arme tun mehr als 100.
		-- Jean Paul
%
Wer seine Gesinnungen verbergen will, langt mit bloßem Verstellen
(dissim(ulare)) nicht aus, sondern er muß Anstellen (simul(are))
dazunehmen; ihr Ausdruck wird am besten durch einen Widerschein und
Annäherung der entgegengesetzten verborgen.
		-- Jean Paul
%
Ich erziehe Kinder nicht zu etwas, sondern in etwas.
		-- Jean Paul
%
Den meisten Menschen, besonders den Gelehrten, fehlt zum Gutsprechen
nichts als die Freiheit zu sprechen.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe besonders - aber eigentlich überall - ist der große Irrtum,
daß man glaubt, sobald man seinen Wert, sei es schreibend oder
handelnd, dem andern feurig gezeigt und eingeprägt, man habe in den
matten Tagen des Lebens dieselbe feurige Darstellung des Innern nicht
zu wiederholen, sondern auf die erste zu bauen. Das Wiederkommen der
Zeit fodert Erneuerung des ersten Eindrucks und um so mehr, je größer
er war.
		-- Jean Paul
%
Ich fühle im Hassen des Bösen meine Seele so sehr erhoben als im
Lieben des Guten. Und jenes Hassen hat nicht(s) Unangenehm(es) bei
sich, sondern nur Kraft.
		-- Jean Paul
%
Wie man durch Beisammensein fortliebt unter der Rinde die Frau, so
auch den Freund; nur die Unterbrechung zeigt uns, wie so stark wir
lieben.
		-- Jean Paul
%
Das größte Vorurteil, daß Dichter, die sich selber hingeben und
vergessen, nicht das fremde Sich auffaßten und bemerkten. Sie sehen
alles, weil sie sich sehen lassen; der andere sieht wenig, weil er
wenig sehen läßt.
		-- Jean Paul
%
Wenn das bloße Lesen die Leser so ausbildete: so müßte man im
6. Jahrtausend zehn mal besser schreiben als im 2. Jahrtausend.
		-- Jean Paul
%
Jedes Leben, zumal eines Autors, ist wert, beschrieben zu werden, aber
nicht jeder ist wert und fähig, es selber zu beschreiben.
		-- Jean Paul
%
Knechtschaft der Völker ist nicht so schlimm als Knechtschaft ihrer
Herrscher unter einem Oberherrscher, denn seine Knechtschaft müssen
sie bei ihrer alten unter ihm tragen.
		-- Jean Paul
%
Feinheit setzt Verständnis voraus, [ist] also nur gegen Feine möglich
und zu üben.
		-- Jean Paul
%
In jedem Falle wird bei gleicher Anlage das falsche Vertrauen auf
Talente mehr hervorbringen als das falsche Mißtrauen in sie; jenes
spannt, dieses lähmt.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe helfen große geistige Vorzüge wenig zum Glück, da sie nur
selten einwirken; aber kleine Achtsamkeiten und Angewohnheiten und
nachgebender Verstand bereiten Glück.
		-- Jean Paul
%
Man sagt doch seine Meinung, die dem andern entgegen ist, sanfter,
mäßiger, wenn man sie in dessen Hause sagt, als wenn man mit ihm im
fremden ist.
		-- Jean Paul
%
Die Männer müssen den Weibern egoistischer erscheinen, weil sie
behaupten, erkämpfen, bekämpfen, herschaffen müssen und diese nur
benützen. Jede Kraft nimmt den Schein der Ichsucht an, denn im Ich
wohnt sie ja.
		-- Jean Paul
%
An Kindern sieht man am öftersten und stärksten, wie wenig die
Vorstellung der Zukunft über anreizende Gegenwart siegt.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe schämt man sich mehr, der Gattin die geistige Liebe zu
offenbaren als die körperliche; vor der Ehe natürlich umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Jeder Mensch (z.B. Einsiedel) bildet in seiner Persönlichkeit auch
bei allem Wert etwas feines Komisches für d(ie) andern.
		-- Jean Paul
%
Ich kann mir denken, daß ein reiner Dichter einen reinen Kaufmann
begreift und schätzt sogar; aber nicht umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Wenn der Mensch seine schlimmen Anteile der Natur untersucht: so wird
er sie immer klein und fast nicht unmoralisch finden, z.B. Hitze,
Bequemlichkeit, Genußliebe, Lobsucht, und er wird mit Recht von sich
denken, daß er damit nie dem andern recht verhaßt oder gefährlich sein
könne. Indes, wenn diese schlimmen Partikeln durch Umstände, Zeit,
Menschen sich verdichten, durch Zorn, Übereilung aufbrausen, so kann
er den andern verhaßt scheinen, ohne es sich selber zu werden; oder er
kann bereuen und doch seine alte Achtung sich bewahren. Daher denn
sein Selbbewußtsein. Wir bedenken gar nicht, wie die kleinste
unsittliche Partikel in uns durch Zusammenströmen mehrerer Umstände zu
einer Lastertat sich ausdehnen kann.
		-- Jean Paul
%
Bloß bei den Tieren kann ich rein rechnen, daß sie je besser gegen
mich sind, je besser ich gegen sie; bei den Menschen nicht, ja oft
umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Das Schöne, was man für den Freund im Enthusiasmus ausgedacht, gebe
man ihm nachher.
		-- Jean Paul
%
Schrittschuhfahren = jeder Schuh ist ein Schrittschuh; aber der
eiserne Schlittenschuh ist eben ein Schlittschuh.
		-- Jean Paul
%
Der Leser leiht dem Autor gewöhnlich die schöne etc. Lage, in der er
ihn zum ersten Male las.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen - dies beweiset die Liebe der Kinder - werden nicht zu
den Menschen erst hingewöhnt, sondern nur spät(er) von ihnen
abgewöhnt.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe will jeder Teil, daß bloß der andere anfange, pflichtmäßig
und edel zu sein, dann woll er sehr erwidern, ja mehr geben als nur
gegeben werde; - und unter diesem Wollen zanken sich beide fort, und
keines fängt an.
		-- Jean Paul
%
Einer kann bloß dadurch, daß er alle Wetterinstrumente, Regenmesser in
jeder Stunde bemerkt und aufschreibt, sich gegen alle Wetter
gleichgültig machen und froh erhalten.
		-- Jean Paul
%
Die Kinder sind nie so gehorsam, als wenn sie den Eltern etwas
geschenkt oder sonst eine Freude gemacht haben.
		-- Jean Paul
%
Das Streben nach Wahrheit macht uns zu sehr offen für jede neue
Ansicht.
		-- Jean Paul
%
Ein Kritiker verdeckt seine Dürftigkeit des Urteils am besten, wenn er
ein ganzes ästhetisches Jahrhundert mustert und durch kurze Urteile
über bedeutende Größen deren Motivierung verbirgt oder ersetzt, weil
man das Interesse an seinem Gegenstande mit dem Interesse an ihm
vermengt.
		-- Jean Paul
%
Man denkt vom Verstand eines Menschen zu hoch, dessen Idiom man nur
halb versteht.
		-- Jean Paul
%
Mancher sollte sich fragen, was er mit dem Leben machte, wenn ihm Gott
Hunger, Durst und alle Lust- und Schmerzgefühle nähme, ob er es nur
begehrte oder ob er nicht lieber Lücken begehrte, um sie nur zu
füllen.
		-- Jean Paul
%
Man darf nur grob sein, so wird's der andere auch; nichts wird
leichter auf der Stelle sogar dem Feinde nachgeahmt als Grobheit.
		-- Jean Paul
%
Man verteile und zersäe eine schwere Arbeit nicht in verschiedne
Zeiträume - die Wichtigkeit beginnt und drückt immer von neuem -,
sondern man mache sie auf einmal ab, da die Räume ohnehin mehr
neuanfangenden Kraftaufwand begehren.
		-- Jean Paul
%
Nicht durch Dichter, sondern durch Leben muß man sich zum Dichter
bilden, wie man nicht auf dem glatten Eise zu schnellem Fahren
ausholt, sondern auf dem holper(ichten) Boden.
		-- Jean Paul
%
Das eigentlich Originelle am äußern Leben ist alles, was man Fremdes
tut, ohne das Gefühl, daß es andern fremd vorkommen werde.
		-- Jean Paul
%
Ich komme leichter mit wahren Spitzbuben aus zu meinem Vorteil als mit
wahren liberalen Menschen, welche mich zu meinem Nachteile bezaubern;
denn ich kann ihnen nicht unähnlich sein.
		-- Jean Paul
%
Die meisten Menschen schließen aus einer Begebenheit und Handlung die
Zukunft; aber die rechten Historiker schließen daraus die
Vergangenheit. Jene gehen nur vor-, diese rückwärts, erraten aber
desto mehr vorwärts.
		-- Jean Paul
%
Die meisten glauben durch die Heftigkeit ihrer Behauptung, diese
stärker dem andern einzudrücken - und ihr eignes heftiges Gefühl
mitzuteilen -; aber umgekehrt, durch einfach kaltes Behaupten teilt
man das eigne stärker mit.
		-- Jean Paul
%
Im Leben ist der Engländer freier, im Schreiben pedantischer als der
Deutsche, der gerade auf dem Papier die republikanische Rolle spielt.
		-- Jean Paul
%
Bei Leidenschaft errat ich den Menschen mehr aus dem Ton als aus der
Rede, der Stimme-Ton ist schwer zu verbergen oder zu verheucheln.
		-- Jean Paul
%
Freiheit.
Ich fühle etwas in mir, daß ich sogar der Religion und des Himmels
wegen nicht sklavisch sein wie ein Hermes, sondern Freiheit behalten
würde, auf Kosten verdammt zu werden. Kein Wesen mit Bewußtsein kann
seinen Wert - woher er auch sei - verleugnen, und sogar das Hingeben
ist nur freier und also freibleibender Entschluß.
		-- Jean Paul
%
Zehn Küsse werden leichter vergessen als ein Kuß.
		-- Jean Paul
%
An und für sich ist jeder originell, weil er individuell ist; aber
nicht jeder hat den Mut, er selber zu sein und zu scheinen; nur der
Kräftige oder Berühmte oder Reiche hat ihn, weil er des Scheins
entübrigt sein kann.
		-- Jean Paul
%
Junge Leute sehen in ihrer Entwicklung das Neue des Zeitalters auch
für Entwicklung an und verwechseln sich mit der Zeit und halten daher
alles Neue für so gut als sich und ergreifen es.
		-- Jean Paul
%
Jeder weiß es, wo er sein Rechtes Kräftiges hat - und daraus wär er
auch nicht zu treiben - aber eben darum will er von seiner Höhe herab
noch fremde Ebenen erobern, zu seinem Höchsten noch allerlei dazu
gewinnen - und dadurch, durch ohnmächtiges Streben einer vorigen
Macht, wird er lächerlich.
		-- Jean Paul
%
Der Gelehrsamkeit ist keine Grenze d(er) Vergröß(erung)
vorgeschrieben; aber wohl dem Scharfsinn.
		-- Jean Paul
%
Man sollte denken, wenn ein Professor die ganze Woche in abstrakten
Lehren zubringt, daß sein Tiefsinn unendliche Tiefe gewinnen müßte und
der Scharfsinn Schärfe; aber es trifft nicht zu; Jahre, nicht Übungen
setzen die Grenze.
		-- Jean Paul
%
Die Weiber gehen gern, um bessern Platz zu gewinnen, eine Stunde
früher in Konzert und Theater; aber eigentlich fangen beide für sie
schon an, sobald sie nur ankommen und sich niedersetzen; denn ihr
Sprechen verfrühet ihnen die Musik und das allmähliche Ankommen der
Zuschauer das Schauspiel.
		-- Jean Paul
%
Kinder lieben am meisten in Märchen Vergrößerungen und Verkleinerungen
gewohnter Gegenstände; sie können dann leicht diese in alle neue
Verhältnisse setzen und der Phantasie den weitesten Spielraum auftun.
		-- Jean Paul
%
Gegen eine Fehlschlagung eines Plans gibt's keinen bessern Trost, als
auf der Stelle einen neuen zu machen oder bereitzuhalten.
		-- Jean Paul
%
Nur die Ehe wird am glücklichsten, wo man die größten Vorzüge in ihr,
nicht vor ihr entdeckt. Daher d(as) Heirat(en) eines Dichters so
mißlich.
		-- Jean Paul
%
Das gemeine Volk, die Mägde etc. wollen durch ihre Kleidung nicht
verführen, sondern nur glänzen; daher der Stoff ihnen zehnmal lieber
als die Form.
		-- Jean Paul
%
Bei Schriftstellern in einer großen Stadt (Berlin) und Zirkeln ist
schwer nachzuweisen - sogar von ihnen selber -, wieviel ihnen von
ihren Ideen gehört, da sie täglich gedruckte kommentiert hören, neue
darüber, dagegen etc.
		-- Jean Paul
%
Sich an die Stelle eines andern setzen - wird so allgemein ohne nähere
Einschränkung gesagt. Wohl kann man sich in eine einzelne fremde
Eigenschaft und Lage setzen, z.B. eines Zornigen; aber jenes Wort
bedeutet noch 2erlei, a) sich in den ganzen moralischen Charakter
eines andern setzen, was nur ein Dichter kann, b) sich in dessen
intellektuellen setzen, was ebenso schwer; setze dich z.B. in den
ganzen Umfang gelehrter, philosophischer, ästhetischer Anschauungen
eines Menschen.
		-- Jean Paul
%
Jeder sollte sich eine Überseh-Stunde seines Tags oder Treibens
wählen, und zwar nicht eine spazierende im Freien, sondern eine dunkle
in der Dämmerung, wo nichts ihn durch seine Sinnen unterbricht.
		-- Jean Paul
%
Gründe (z.B. bei Max über kurzen Rock) wirken nur gegen Gründe, aber
nicht gegen Empfindungen, gegen die wieder nur Empfindungen wirken.
		-- Jean Paul
%
Manche Autoren zeigen sich der Welt kälter und schärfer, als ihr
Mensch ist, z.B. Lichtenberg; desto wärmer bleibt die bedeckte
Quelle. Andere treiben ihre Wärme heraus und erkälten sich durch
fremdes Erwärmen.
		-- Jean Paul
%
Kein Mensch kann durch sein Leben so viel intensive Freude machen als
sein Verlust intensiven Schmerz, weil das Leben jene ausdehnt, der Tod
diesen konzentriert. Alle Freuden, die einer gegeben, und die
zukünftigen dazu vereinigen sich bei dem Verlust zu 1 Schmerz.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe (wie in der Freundschaft und überall) hilft kein Wohltun
und Beschenken, sobald die Persönlichkeit beleidigt ist anstatt
verehrt. Keine langen Geschenke machen wörtliche Verkennungen des
Augenblicks gut.
		-- Jean Paul
%
Nur die Jugend ist offenherzig über sich und wahr; das Alter verbirgt
aus Anstand.
		-- Jean Paul
%
Man ist nie liebenswürdiger, als wenn man geliebt wird.
		-- Jean Paul
%
Nicht die Freuden, sondern die Leiden verbergen die Leere des Lebens.
		-- Jean Paul
%
Bemerkungen über den Menschen.
Alle die in Rochefouc(auld), la Bruyère sind unmöglich zu behalten, zu
ordnen, anzuwenden, sondern sie sollen bloß im allgemeinen den Blick
schärfen und ihm eine gewisse Richtung geben.
		-- Jean Paul
%
- Schnee, der sich leicht ballen läßt, schmilzt bald.
		-- Jean Paul
%
Das Selblob mißfällt, sogar wenn es die Wahrheit ausspricht, doch
darum, weil man voraussetzt, der Sprecher verberge aus Bescheidenheit
noch etwas, nämlich ein größeres Lob, als ihm gehört.
		-- Jean Paul
%
Man muß nie vor einem ein Wortspiel mit seinen Namen (z.B. Markus)
machen, da jedes ihm längst im Leben vorgekommen sein muß.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen wollen immer, die Zeiten (Länder) sollen besser werden
(sich bessern), und klagen doch, sobald sie anders werden (sich
ändern), als könnte eines ohne das andere sein.
		-- Jean Paul
%
Zum bestechendsten Beweis einer Meinung wird uns oft ihre Neuheit,
sobald diese alte Ansichten nicht verschließt, sondern weiter öffnet.
		-- Jean Paul
%
Die Tugend, sogar eines gemeinen Mädchens, ist verschieden, ob man
sich für verheiratet oder unverheiratet ausgibt.
		-- Jean Paul
%
Einer, der aus stillem Egoismus uns überall lobt und alles an uns,
verlöre alle seine Unparteilichkeit, die wir ihm wegen seines Lobs für
uns zuschreiben, wenn wir ihn die andern loben hörten, d. h. jeden.
		-- Jean Paul
%
Kurz vor dem Abreisen sowie kurz nach dem Ankommen verschönert sich
uns unser Wohnort.
		-- Jean Paul
%
Sogar nach Belügen traut man doch wieder Wahrheit zu. Aber nach
Grausamkeit erwartet man keine Milde mehr.
		-- Jean Paul
%
Alte, wie Montaigne, sprechen leicht zu obszön, weil sie keine
Versuchung mehr fühlen und überhaupt mit den Ideen zu vertraut und
dabei alt geworden sind.
		-- Jean Paul
%
Gerade dies beweist die Kraft des Kopfes, was er aus einem kleinen
Gegenstande witzig, philosophierend macht ohne fremde Belehrung; nicht
aber sein Hinzutun von Kenntnissen, Erläuterungen usw. - z.B. über
Mädchen wird der Jurist, Arzt, etc. zu sprechen wissen; aber anders
der Witzige und Umsichtige.
		-- Jean Paul
%
Man darf immer Mißtrauen haben, nur keines zeigen.
		-- Jean Paul
%
Nicht geniale Einseitigkeit, sondern talentvolle Mehrseitigkeit (wie
bei Stainlein) führt im Geschäftleben zu hohen Posten; jene schließt
aus.
		-- Jean Paul
%
Ach das Alter gibt Einsamkeit, geistige; nur die Jugend Geselligkeit.
		-- Jean Paul
%
An d(er) Geliebten wird der alltägliche wiederkommende Wert für hoch
gehalten, die dazwischenfallenden Ausnahmen davon für klein oder nur
Laune. An der Frau - wie überhaupt an Mann und Magd und Freund - wird
das Gute, was seinen Charakter ausmacht und immer erscheint, für
notwendig gehalten und kaum berechnet (außer nach dem Tode etc.), aber
die Ausnahmen desto mehr und fast allein und überwiegend.
		-- Jean Paul
%
In der Ehe das Mißverhältnis, daß die Begeisterungen des Mannes und
der Frau nicht ineinandertreffen; der Mann von der Arbeit begeistert,
sie davon erschöpft, und so nach Tagzeiten umgekehrt.
		-- Jean Paul
%
Jeder wird wider Willen originell, der sich's bequem macht und nach
dem Scheine nichts fragt.
		-- Jean Paul
%
Die närrischen Menschen! Zum anerkannten Genie kommen sie, nicht um zu
hören, sondern um sich hören zu lassen. Zum Dunse, gleichfalls um zu
reden. Wann will denn einer hören? - Da, wo er eine Lücke findet, die
ihn am weiteren Reden hindert.
		-- Jean Paul
%
Keine schmerzhaftere Empfindung, als wenn man froh zu machen suchte
und doch nicht froh machte (wie bei Weihnachtgeschenk).
		-- Jean Paul
%
Nichts ist schöner im Enthusiasmus zu lieben, als Kinder; denn die
Liebe verlangt von ihnen nicht einmal die Liebe, sondern ihr Glück.
		-- Jean Paul
%
Der Mensch hat ein eignes selbgefälliges Wohlgefühl, wenn er eine
Beleidigung erzählen kann, die man ihm angetan.
		-- Jean Paul
%
Wer die Welt nicht kennt, setzt bei jeder, zumal scharf und gut
ausgedrückten Meinung oder Satz voraus, ihr stehe im Hinterhalte ein
langes System und Prüfen, indes sie eben jetzo erst gefunden, wiewohl
doch auch in solchem Falle viel Vorrat im Hinterhalte liegt.
		-- Jean Paul
%
Die juristische Regel, sich mit keinem überflüssigen Beweise zu
beladen, lernt man später auch in unjuristischen Fällen und Briefen
befolgen, wo man andere bestimmtere Äußerungen, die nicht eben zur
Sache gehören, unterläßt und allem noch freien Spielraum läßt.
		-- Jean Paul
%
Den mißtrauischsten Egoisten kann man stundenlang von sich zu sprechen
veranlassen, ohne daß er das Veranlassen merkt.
		-- Jean Paul
%
Was am leichtesten hartherzig macht, wenigstens das Abschlagen zu sehr
erleichtert, ist, wenn man gewiß ist, daß man nicht allen helfen kann.
		-- Jean Paul
%
Den Weibern merkt man nie die geheimen stolzen Ansprüche an - leichter
die eiteln -, weil sie alles gemildert und schüchtern zeigen.
		-- Jean Paul
%
Lichtenbergisch.
Wenn man nur einmal alle die allgemeinen Bemerkungen der Diener und
Kammerjungfern über ihre Herrschaften sammelte, über ihre
Vergeßlichkeit, Unredlichkeit etc.: so wäre doch etwas von der
Ab(Gegen)seite der Welt da.
		-- Jean Paul
%
In den Aufsätzen der Primaner wird die Flucht des Lebens, die Sorge
der Männlichkeit etc. so stark geschildert, als sei der Schüler selber
darin; aber die Jugend malt die Eitelkeit und das Sterben, ohne es
anders als poetisch und nachgelesen zu empfinden. - Aber eben dies
bezeugt das Nachsprechen der Leserei; ein lebensfroher Jüngling
spricht so lebensatt wie ein Alter, indes er gerade unter dem
Schildern des Abblühens mehr erblüht. - Wie anders der Mann oder
Greis, der ungern davon spricht, weil er's schon fühlt.
		-- Jean Paul
%
Eine moralische Schamhaftigkeit - und eine der Gewohnheit. Letzte hat
der unverschämteste Mann, der sich von einem Unbekannten oder gar
einer Unbekannten nur mit Schrecken in einer natürlichen, an sich
unschuldigen Handlung betreffen läßt.
		-- Jean Paul
%
Man genießt und fühlt den Reichtum nur in der Minute, wo man ihn
unverhofft bekommt; darauf wird er zu Armut.
		-- Jean Paul
%
Nichts vermehrt die Liebe gegen eine ferne Person mehr, als wenn
Fremde, andere von ihr sprechen, lobend, ja nur erzählend.
		-- Jean Paul
%
Je mehr Vorzüge an einem Menschen anerkannt werden, desto mehr neue
will er dazusetzen und dichten, aus Gefühl seiner Unvollendung.
		-- Jean Paul
%
Die Gleichheit der modischen Kleidung bildet den Trägern auch
Gleichheit der Ausbildung ein.
		-- Jean Paul
%
Vergleiche einmal die Opfer und Liebezeichen, die dir die Ehefrau
bringt, und deine kalten Billigungen davon, mit den Opfern, die eine
Geliebte bringt, und mit deinem Enthusiasmus darüber.
		-- Jean Paul
%
Man wird in der Freundschaft und der Liebe leicht Heuchler, der
übertreibt, wenn man das stärkste Bedürfnis und Gefühl beider hat und
den Gegenstand dazu entbehrt; und doch falschen dafür sucht und nimmt.
		-- Jean Paul
%
Wie sehr auch jeder den Künstler, Philosophen, Helden achte (und ihm
sich opfern will) und den Weltwohltäter: so bringt er doch, sobald er
dessen Freund, Gatte etc. wird, nicht mehr das Allgemeine in Anschlag,
sondern nur sein bestimmtes Verhältnis; und derselbe Leser, der für
den Dichter sterben will, wird, wenn er dessen Freund, Frau etc. ist,
nicht die kleinste Unlust ihm ersparen. Selten weihen sich die
Menschen dem Allgemeinen, noch seltener opfern sie sich denen, die
sich ihm weihen. Daher frage kein Autor nach Briefen voll Lob.
		-- Jean Paul
%
Wenn ihr verbietet, das zu tadeln, was man nicht besser machen kann:
so darf man auch nicht loben, was man nicht nachmachen kann; denn das
Lob setzt die Kraft zu tadeln voraus.
		-- Jean Paul
%
Nur der steigende, nicht der stehende Ruhm erfreuet; während des
letzten sind nur die Schmerzen des angegriffnen.
		-- Jean Paul
%
Je kleiner die Stadt, desto kleiner erscheint darin der Größere; sie
hat einen zu kleinen Maßstab.
		-- Jean Paul
%
Gefallsucht und wahre Erhebung über den Schein können beide bei drei
verschiednen Außenseiten herrschen - denn es kommt eben nur auf das
Innen an -, a) bei Schön-, b) bei Mittel-, c) bei Nieder-Anzug und
Äußerliches.
		-- Jean Paul
%
Um sich besser kennenzulernen als aus den eignen Handlungen, muß man
auf die erste plötzliche Freude oder Betrüb(nis) merken, die uns bei
einem Antrag, Erzähl(ung) etc. aufsteigt und die wir gewöhnlich
schnell besiegen.
		-- Jean Paul
%
Nur der Dichter und Philosoph sieht die Torheit im Allgemeinen und
überall - der Geschäftmann sieht nur die Torheiten und Abweichungen
seines Gewerbs, seiner Kaste, der Jurist juristische; aber nicht das
allgemeine Törichte, das allen Menschen zum Grunde liegt.
		-- Jean Paul
%
Der Mathematiker, Philosoph, Linguist etc. kann, so berühmt er auch
sei, doch nicht mit seinen Gaben jedermann und augenblicklich
erscheinen; aber von einem berühmten Dichter allein fodert man die
ganze Erscheinung des Menschen; warum? - weil er immer den Menschen
schildert, und jedes beste Geschilderte sein soll - als ob er
persönlich und augenblicklich das höchste äußerlich darstellen könnte,
was er in Begeisterung schwer aus dem Innern unter den günstigsten
Verhältnissen emporhebt. vid. 14.
		-- Jean Paul
%
Ein lange Reisender kann am leichtesten in der Verblendung über seinen
Wert bei andern bleiben, weil er bei diesen nur kurz, in wenigen
Verbindungen ist und sich sein Miß[ver]hältnis nicht so steigern kann,
daß man es ihm offenbart.
		-- Jean Paul
%
Unmittelbar nach der Ausübung eines Amtes - z.B. nach Ende einer
Predigt, einer Vorlesung, einer Gassenausrufung - hat der Mensch ein
närrisches Gefühl der Selbstausdehnung und kann gar nicht wieder recht
zu seiner vorigen kleinen Zusammenfaltung kommen, wie Regenschirme
nach dem Gebrauch ausgespannt dastehen.
		-- Jean Paul
%
Wenn ein Ehemann oder Vater mit dem Tadel bei kleinen
un[ab]änderlichen Unannehmlichkeiten herausfährt, der, wie er selber
weiß, zu nichts nützt: so ist diese Explosion nur die kleinere eines
Fluchs, der auch nicht helfen, nur erleichtern soll.
		-- Jean Paul
%
Die Männer haben im Zorn mehr Mitleid, die Weiber vor- und nachher.
Habt ihr je eine Frau mitten im Zorne einhalten sehen?
		-- Jean Paul
%
Seltsam ist's, daß die nied(ern) Menschen noch desto mehr Tugenden
erwarten, je höher der Stand ist, und daß sie sich über die
Ausschweifungen eines Fürsten etc. wundern, anstatt sie
vorauszusetzen. Gerade im nied(ern) Stande sollte man sich über alles
Schlechte verwundern.
		-- Jean Paul
%
Am leichtesten lernst du einen Menschen kennen, wenn du ihn tadelst,
oder - da der andere Weg offner steht - wenigstens in geringerem
Grade, wenn du ihn lobst.
		-- Jean Paul
%
Kein großer Philologe hat ein poetisches oder philosophisches
Meisterstück geschaffen; man ist nur froh, wenn er seine Sprache halb
so gut schreibt, als er die fremde versteht.
		-- Jean Paul
%
Man ist dem andern, den man tadelt, ähnlicher und dem, den man lobt,
unähnlicher, als man glaubt.
		-- Jean Paul
%
Stets rechnet und berechnet der Mensch in seine Gegenwart die Zukunft
hinein. Nach dem längsten Tage spürt er nicht die halbe Freude, als er
nach dem kürzesten fühlt, weil dort die Zukunft die Verkürzungen der
Tage, hier die Verlängerungen ansagt.
		-- Jean Paul
%
Es ist der größte Irrtum, zu lebhafte Menschen (wie Messerschmidt) für
unbefangen und wahrhaft zu halten.
		-- Jean Paul
%
Eine Sache vermögen die Weiber nicht, dieselbe Drohung 12mal
hintereinander zu erfüllen.
		-- Jean Paul
%
Den allerwenigsten Menschen ist beizubringen, daß Bücher, die viele
andere nicht verstehen, von ihnen gleichfalls unverstanden bleiben.
		-- Jean Paul
%
"Daß mein Sohn immer fleißig, rechne ich ihm gar nicht an bei der
Berechnung seiner Vorzüge - ein anderer Vater würde, wenn der Sohn
sich zum Fleiß bekehrte, die Bekehrung unter die größten Vorzüge
setzen." So nehmen stets die Menschen in die Rechnung der Vorzüge
nicht einen alten langen Wert hinein, sondern erst von diesem datieren
sie die Rechnung.
		-- Jean Paul
%
Von Feinden Vorwürfe hören, lehrt und bekehrt und wirkt nicht; aber
wohl von Freunden. Ein Mann wie Emanuel kann jahrelang die härtesten
Vorwürfe seiner Feinde erfahren, sie können nicht auf ihn wirken, da
er sie verachtet und vernichtet. Aber dieselbe Rede eines
gleichgestimmten Freundes griffe anders an.
		-- Jean Paul
%
Zwei Menschen begleiten einander im Finstern gegen die
Gespensterfurcht; aber eigentlich das geheime Gefühl nicht, daß einer
dem andern gegen d(ie) Geist(er) beistehen könnte, sondern dies, daß
die Gegenwart eines Menschen die Phantasie hindert, ihre Gespenster
auszuweben und zu lebhaft auszumalen.
		-- Jean Paul
%
In der ganzen Gelehrtenhistorie noch kein Beispiel, daß in einem
Streite - z.B. Leibniz und Clarke - einer sich von dem andern für
widerlegt erklärt hätte, nicht einmal zur Hälfte widerlegt.
		-- Jean Paul
%
In Rücksicht der Geschlechtsünden scheint auch der offenste Mensch ein
Heuchler zu sein; aber bloß weil er verbirgt, was alle verbergen,
sogar das Erlaubte, und weil jeder weniger sinnlich scheinen muß, als
er ist.
		-- Jean Paul
%
Derselbe Mann, der mich besucht, zeigt sich ganz anders, als wenn ich
ihn besuche. Beide Verhältnisse geben erst den Durchschnitt seines
Charakters. Ja wieder anders zeigt er sich im Begegnen auf der Reise,
wo er weder Gast noch Wirt ist, sondern nur Erdbürger.
		-- Jean Paul
%
Es ist weit mehr Heuchelei in der Welt, als man glaubt und als selber
die Heuchler glauben; denn sie halten nicht andere für Heuchler.
		-- Jean Paul
%
Zweimal lügen die Menschen, so oft sie sagen: »ich habe über soundso
viel verloren«, das zweite Mal: »ich habe weit unter 100 fl.
eingenommen.« Überall ist bei über, unter, nahe, weit und an gerade
das Gegenteil zu verstehen. Nur die gerade Zahl würde das Richtige
sein.
		-- Jean Paul
%
Das Übertreiben liebender Worte macht in der Ehe gar nicht das
Übertreiben tadelnder gut, sondern dieses Übermaß vernichtet die
Wirkung des andern; von allen Aufwallungen lassen nur die zornigen den
dickern Bodensatz.
		-- Jean Paul
%
Das erste, wornach ein Mensch bei irgendeinem Unfall sucht - sei er
durch Tiere, Materien oder Menschen geschehen -, ist ein lebend(es)
freies Wesen, dem er etwas davon schuld geben kann, um sich dann zu
rächen.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen geben auf den oben herab bellenden Hund acht, nicht auf
den unten.
		-- Jean Paul
%
Von der Glut eines jungen Autors - zumal mitten in seinen Schöpfungen
- hat gar kein Großer in seinem abmattenden und abgematteten Leben nur
einen Begriff; und jeder fürchtet sich doch vor der kräftigen
Erscheinung.
		-- Jean Paul
%
Der Veränderliche macht und findet Veränderliche gegen sich selber.
		-- Jean Paul
%
Wenn ein Jüngling den Taufnamen der Geliebten nicht weiß, Zeichen, daß
er sie noch nicht recht liebt.
		-- Jean Paul
%
Gerade in kleinen Städten wird der gute bescheidene Mensch am
stolzesten, weil er doch niemand hat, womit er sich vergleichen will.
		-- Jean Paul
%
Um überall geliebt zu werden, schone man nur die schwachen Seiten
d(er) Menschen; die starken schonen hälfe nichts und wäre sogar
unrecht, im Falle diese böse sind.
		-- Jean Paul
%
Man würde jedem seine Eigenheiten gern hingehen lassen, wenn er sie
nur nicht zugleich zu seinen Vorzügen adelte; erst dann fängt der
Tadel an.
		-- Jean Paul
%
Die stärksten und gefährl(ichsten) Streitigkeiten in der Ehe sind in
den ersten Jahren - teils über Kindererziehung, teils, weil die ersten
hohen Foderungen der Liebe sich noch nicht ins Gleichgewicht mit dem
Alltäglichen gesetzt haben -; später werden die Stürme kleiner und
verschwinden endlich in Ruhe oder in Gleichgültigkeit.
		-- Jean Paul
%
Man sollte glauben, da ein Leser mit solcher Teilnahme die stärksten
Liebereden zweier Liebenden aufnimmt, es müss' ihm ebenso bei dem
Anhören ähnlicher in der Wirklichkeit sein; er müsse gar vor
Entzückung nicht zu bleiben wissen, wenn er hinter einer Laube den
wahrsten Feuerstrom der Liebe anhört, oder wenn endlich der Liebende
zum Kusse gelangt. Inzwischen wird er so wenig warm davon, daß er sich
bloß erkältet. Aber der Unterschied ist: nicht bei der gehörten,
sondern nur bei der gelesenen Liebe kann er sich zum Liebhaber machen
und das Mädchen zur Geliebten. Daher kann eine gedruckte Liane
1000 Albanos beglücken - so ein gedruckter Werther 1000 Lotten.
		-- Jean Paul
%
Zur sinnlichen Liebe ist bei den meisten leicht zu gelangen; aber
schwer bei wenigen ist die rechte zu erwerben.
		-- Jean Paul
%
Wie wenig könnt ihr euch auf die moralische Kraft und Fortwirkung auch
der stärksten Empfindungen verlassen, wenn ihr die Entzückungen des
Wiedersehens und neuen Wiederliebens nach einer Abwesenheit
zusammenhaltet gegen den nächsten Frost und Zank der Gegenwart.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen denken sich, um den andern zu etwas zu überreden, nur in
dessen äußere Lage mit ihrer Seele hinein, aber nicht in dessen innere
oder Seele; daher kein Begreifen und kein Einwirken.
		-- Jean Paul
%
Nur Reisen verwandelt das Spießbürgerliche und Kleinstädtische in
unserer Brust in etwas Weltbürgerliches und Großstädtisches.
		-- Jean Paul
%
Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist.
		-- Jean Paul
%
Eine Religion nach der anderen löscht aus, aber der religiöse Sinn,
der sie alle schuf, kann der Menschheit nicht getötet werden.
		-- Jean Paul
%
Das Unglück der Erde war bisher, daß zwei den Krieg beschlossen und
Millionen ihn ausführten und ausstanden, indes es besser, wenn auch
nicht gut gewesen wäre, das Millionen beschlossen hätten und zwei
gestritten.
		-- Jean Paul
%
Im längsten Frieden spricht der Mensch nicht so viel Unsinn und
Unwahrheit als im kürzesten Kriege.
		-- Jean Paul (Friedenspredigt)
%
Nichts ist gefährlicher als zwei Menschen auszusöhnen; sie zu
entzweien ist viel sicherer und leichter.
		-- Jean Paul
%
Wenn einem Schriftsteller andere bedeutende Leute recht ihren Wert zu
zeigen suchen und des seinigen gar nicht erwähnen; so glaub er nicht,
daß sie ihn nicht achten, sondern umgekehrt glaub er, daß sie aus
Achtung für ihn, die seinige für sich zu erwerben trachten.
		-- Jean Paul
%
Man sollte nur die Gegenmeinungen des andern nicht entgegengesetzt den
eignen betrachten, sondern als Meinungen für sich: so würde man sie
ebenso leicht dulden, als man allen Aberglauben der Wilden und der
Kirchengeschichte vergibt.
		-- Jean Paul
%
Dem Aberglauben wachsen die Federn, der Zufall mag ihm dienen
oder schaden.
		-- Jean Paul (Leben Quintus Fixlein)
%
Der Aberglaube ist das ungeheure, fast hilflose Gefühl, womit der
stille Geist gleichsam in der wilden Riesenmühle des Weltalls betäubt
steht und einsam.
		-- Jean Paul (Vorschule der Ästhetik)
%
Der so genannte Aberglaube verdient als Frucht und Nahrung des
romantischen Geistes eine eigne Heraushebung.
		-- Jean Paul (Vorschule der Ästhetik)
%
Der Körper ist der Panzer und Kürass der Seele. Nun, so werde
dieser vorerst zu Stahl gehärtet, geglüht und gekältet.
		-- Jean Paul (Levana)
%
Körperliche Abhärtung ist, da der Körper der Ankerplatz des Mutes
ist, schon geistig nötig.
		-- Jean Paul (Levana)
%
Nur in den Minuten des Wiedersehens und der Trennung wissen es die
Menschen, welche Fülle der Liebe ihr Busen verbarg, und nur darin
wagen sie es, der Liebe eine zitternde Zunge und ein überfließenden
Auge zu geben.
		-- Jean Paul
%
Die Menschen verraten ihre Absichten nie leichter und stärker, als
wenn sie sie verfehlen.
		-- Jean Paul (Titan)
%
Der Adel kann uns in allem übertreffen, nur nicht in der Mehrheit.
		-- Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland
%
Evolution ist die Entwicklung vom Tümpel in den Fernsehsessel.
		-- Erwin Pelzig
%
Der Weitsprungweltrekord hat sich in hundert Jahren um 1.50m verbessert.
Ist das Entwicklung?
Wenn das so weitergeht brauchen wir etwa noch 180000 Jahre, um nennenswerte
Strecken springen zu können.
Besser ist es beim Hammerwerfen.  Da beträgt der Zuwachs 40m.
Das ist aber auch wieder typisch menschlich, denn Hammerwerfen
ist wohl eine der sinnlosesten Tätigkeiten.
Wer wirft schon Hämmer?
		-- Erwin Pelzig
%
Bill Gates wird nicht wiedergeboren.  Der wird nur neu formatiert.
		-- Erwin Pelzig
%
Wenn Bill Gates stirbt ist das wie ein Warmstart.
		-- Erwin Pelzig
%
Ethik ist wie Religion, nur ohne Weihnachten.
		-- Erwin Pelzig
%
Ethik ist wie Religion.  Beides klug eingesetzt, macht den Beschiß mehrheitsfähig.
		-- Erwin Pelzig
%
Verlassen Sie bitte das Universum so, wie sie es vorfinden möchten.
		-- Erwin Pelzig
%
Pädagogik ist die Art, wie man zuschlägt.
		-- Erwin Pelzig
%
Toleranz ist eine Geisteshaltung, die andere annehmen müssen, damit sie
endlich so denken wie ich.
		-- Erwin Pelzig
%
Image ist das, was man braucht, wenn man für andere so aussehen will,
wie man gerne wär.
		-- Erwin Pelzig
%
Marketing ist ein englisches Wort.  Zu deutsch heißt das:
Hauptsache 's Maul wackelt.
		-- Erwin Pelzig
%
Wenn die Kriege und Katastrophen sind, dann kommen immer die Experten.
Ich frage mich nur: Wo waren die alle vorher?
Und was das dann für Leute sind.  Jeder, der einmal eine Postkarte
aus Ägypten bekommen hat, kann sich bei der Christiansen in den Sessel
flacken.
		-- Erwin Pelzig
%
Ich hab' schon noch Vertrauen aber das schenk ich nicht mehr so leicht her,
weil dann ist es weg und ich brauchs doch für mich selbst.
		-- Erwin Pelzig
%
Meine Geburt ist der einzige Event in diesem Jahrtausend, von dem ich
wirklich jeden Tag was hab. Nein, ich freu mich, daß es mich gibt.
		-- Erwin Pelzig
%
Politik ist die fröhliche Moderation der eigenen traurigen Bedeutungslosigkeit.
		-- Erwin Pelzig
%
Wenn ich Optimist wäre, würde ich an den Weltuntergang glauben.
		-- Erwin Pelzig
%
Die Heimat, aufgemerkt, gerade ihr jungen Leut, ihr habt ja keine Heimat mehr,
nur noch a Standort, die Heimat is des, wo ich her komm. Wo mich jeder kennt.
Wo ich über die Strasse geh und jeder sagt: Hau ab!
		-- Erwin Pelzig
%
Schön wäre es, wenn sich die großen Weltreligionen auch zusammen
schließen täten, von mir aus zu einer einzigen großen
Aktiengesellschaft. Die Christen, die Juden, die Moslems, die Hindhus -
nimmst du noch Aral dazu, wäre es ein Mischkonzern. Sprit and spirit -
hier tankt Gott!
		-- Erwin Pelzig
%
Wissen sie, worauf ich stolz bin? Ich hab' die Atombombe nicht erfunden.
Und da bin ich stolz drauf. Und außerdem hab' ich ja noch viel mehr
nicht gemacht: Kein Giftgas, keine Landminen. Vielleicht gibt es später
mal an meinem Haus außen ein Täfelchen, wo drauf steht: Hier lebte Erwin
Pelzig und er entdeckte Nichts.
		-- Erwin Pelzig
%
Ich war nicht gerade ein erwünschtes Kind. Ich bin geboren worden, der
Arzt hat mich so hoch gehalten, hat mir eine gebatscht, aus
medizinischen Gründen, meine Mutter hat dann aber auch noch mal
zugeschlagen, aus persönlichen Gründen.
		-- Erwin Pelzig
%
Ich möchte schon, dass in meinem Hirn Ordnung herrscht. Gut, ich brauch
mein Hirn nicht immer. Aber auf dem Dachboden bin ich ja auch nicht
jeden Tag, und trotzdem will ich nicht, dass da oben zuviel Gerümpel
runsteht.
		-- Erwin Pelzig
%
Früher gab es auch Idioten, aber ohne das Internet wußten die nichts
voneinander.
		-- Erwin Pelzig
%
Ohne Bildung kann man ja heutzutage überhaupt nichts mehr werden -
außer vielleicht amerikanischer Präsident.
		-- Erwin Pelzig
%
Warum sich schon heute aufhängen, wenn es nächstes Jahr viel bessere
Gründe gibt.
		-- Erwin Pelzig
%
Das Problem an den sozialen Medien ist die unglückliche Kombination
aus Denkfaulheit, Rechtschreibschwäche und Internetanschluß.
		-- Erwin Pelzig
%
Das Gehirn ist ein Apparat zur Abwehr von Fakten.
		-- Erwin Pelzig
%
Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat
er recht, das heißt, desto seltener stimmen seine Aussagen und
Behauptungen mit der Wahrheit überein.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
Zweifeln ist Suchen, nicht Ratlosigkeit.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
In den Bau der Welt taugt nur der abgeschliffene Stein.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi (Entwicklung des Menschengeschlechts)
%
Es ist das Los der Menschheit, daß die Wahrheit keiner hat. Sie haben
sie alle, aber verteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt
nie, was die anderen wissen.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
Heimat und Vaterland sind etwas grundsätzlich anderes.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
Die Wahrheit ist eine Arznei, die angreift
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
Man muß das Unglück mit Händen und Füßen und nicht mit dem Maul
angreifen.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
Wenn der Mensch sich etwas vornimmt, so ist ihm mehr möglich, als man
glaubt.
		-- Johann Heinrich Pestalozzi
%
Wer A sagt, wird auch Au sagen.
		-- Zarko Petan
%
Volksmassen sind wie Lawinen, schon ein Schrei kann sie in Bewegung
setzen.
		-- Zarko Petan
%
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter.
		-- Zarko Petan
%
An Kindern gefällt mir der Produktionsprozeß am besten.
		-- Zarko Petan
%
Impotenz ist die beste Form der Empfängnisverhütung.
		-- Zarko Petan
%
Die Historiker verfälschen die Vergangenheit, die Ideologen die
Zukunft.
		-- Zarko Petan
%
In einer dirigierten Wirtschaft leben nur die Dirigenten gut.
		-- Zarko Petan
%
Der Weg zum Erfolg ist mit fremden Mißerfolgen gepflastert.
		-- Zarko Petan
%
Der ehrgeizige Bürokrat träumt davon, daß seine Feder eines Tages zur
Lanze befördert wird.
		-- Zarko Petan
%
Augen sind für gewöhnlich ein Vergrößerungsglas für fremde Fehler.
		-- Zarko Petan
%
Das einzige, was ich in meinem Leben bedauere, ist, keine Comics
gezeichnet zu haben.
		-- Pablo Picasso
%
Frauen, die wenig Reize haben, neigen besonders zur Tugendhaftigkeit.
		-- Pablo Picasso
%
Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.
		-- Pablo Picasso
%
Das Flüstern einer schönen Frau hört man weiter als den lautesten Ruf
der Pflicht.
		-- Pablo Picasso
%
Ich würde gern leben wie ein armer Mann mit einem Haufen Geld.
		-- Pablo Picasso
%
Eine Kunstrichtung hat sich erst dann durchgesetzt, wenn sie auch von
den Schaufensterdekorateuren praktiziert wird.
		-- Pablo Picasso
%
Ein Maler ist ein Mann, der malt, was er verkauft. Ein Künstler ist
dagegen ein Mann, der das verkauft, was er malt.
		-- Pablo Picasso
%
Genie ist Persönlichkeit mit zwei Groschen Talent
		-- Pablo Picasso
%
Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.
		-- Pablo Picasso
%
Wenn ich wüßte, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten.
		-- Pablo Picasso
%
Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit leigt darin, als
Erwachsener einer zu bleiben.
		-- Pablo Picasso
%
Man braucht sehr lange, um jung zu werden.
		-- Pablo Picasso
%
Der Idealist geht glatt durch Mauern und stößt sich wund an der Luft.
		-- Alfred Polgar
%
Für die meisten Menschen ist Leben wie schlechtes Wetter. Sie treten
unter und warten, bis es vorüber ist.
		-- Alfred Polgar
%
Mancher hat Opern und Sinfonien geschrieben und lebt doch nur weiter
in einer Fußnote.
		-- Alfred Polgar
%
Schlaf ist das einzige Glück, das man erst genießt, wenn es vorbei
ist.
		-- Alfred Polgar
%
Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf
das Schlechte zu verlassen.
		-- Alfred Polgar
%
Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal
gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.
		-- Alfred Polgar
%
Eine eigene Meinung ist ein Luxus, den sich nicht viele Menschen
leisten.
		-- Alfred Polgar
%
Es ist schwierig, Menschen hinters Licht zu führen, sobald es ihnen
aufgegangen ist.
		-- Alfred Polgar
%
Wahrheitsliebe ist die seltenste aller amourösen Bindungen.
		-- Alfred Polgar
%
Ruhm bedeutet vor allem, daß man zum richtigen Zeitpunkt stirbt.
		-- Alfred Polgar
%
Manchmal muß man im Leben zwischen dem guten Ruf und dem Vergnügen
wählen - und stellt fest, daß der gute Ruf kein Vergnügen ist.
		-- Alfred Polgar
%
Der größte Einwand gegen jede Lehre sind die Lehrer. Religionsstifter
wählen deshalb gern die Methode der göttlichen Offenbarung. Da ist
dann die Lehre vom Himmel gefallen, was alle Kritik an ihr
ausschließt.
		-- Alfred Polgar
%
Eine eigene Meinung ist ein Luxus, den sich nicht viele leisten.
		-- Alfred Polgar
%
Wien bleibt Wien - und das ist wohl das schlimmste, was man über diese
Stadt sagen kann.
		-- Alfred Polgar
%
Schriftsteller, die ununterbrochen nach Tiefgang suchen, kommen mir
vor wie Taucher in einer Badewanne.
		-- Alfred Polgar
%
Witz ist das Niesen des Gehirns. Dabei ist ein immer witziger Mensch
genauso unausstehlich und unappetitlich wie ein Kerl mit chronischem
Schnupfen, aber ohne Taschentuch.
		-- Alfred Polgar
%
Wie sich die Gegensätze gleichen!
		-- Alfred Polgar
%
Die Zukunft kommt in Raten, das ist das Erträgliche an ihr.
		-- Alfred Polgar
%
Gewohnheiten sind die Fingerabdrücke des Geistes.
		-- Alfred Polgar
%
Wenn dich alles verlassen hat, kommt das Alleinsein.
Wenn du alles verlassen hast, kommt die Einsamkeit.
		-- Alfred Polgar
%
Das Gute an der Senilität ist, daß sie einen selbst hindert, sie zu
bemerken.
		-- Alfred Polgar
%
Das Menschenleben ist seltsam eingerichtet: Nach den Jahren der Last hat
man die Last der Jahre.
		-- Alfred Polgar
%
Biathlon-Weltcup: Sieben Deutsche unter den ersten Fünf

Im Männer-Rennen kamen sogar fünf Deutsche unter den ersten Sieben ins
Ziel. Hinter dem Olympiasieger von 1998, dem Norweger Halvard Hanevold
(1:00:38,4 Stunden) erkämpften sich Carsten Heymann (Altenberg), Sven
Fischer (Oberhof), Marco Morgenstern (Altenberg) und Peter Sendel
(Oberhof) die Plätze zwei bis fünf. Ricco Groß (Ruhpolding)
komplettierte das hervorragende Abschneiden mit dem siebten Platz.
		--  www.spiegel.de (9. März 2000)
%
Ich habe das Problem, daß ich zuviel weiß.
		-- Prof. Informationssysteme, FH Schweinfurt
%
So -- und das glauben wir jetzt mal auf religiöser Basis, d.h. wir
sehen es nicht, glauben es aber trotzdem!
		-- Prof Technische Mechanik, FH-Furtwangen
%
Ich sehe heute wieder viele, die nicht da sind.
		-- Professor am Anfang einer Vorlesung
%
Die Menschheit ist auf dem Wege, Gott das Rohmaterial für eine neue
Welt zu liefern: das Chaos
		-- Robert Quillen
%
Ich bewundere Frauen, aber sie sind mir nicht ebenbürtig.
		-- Anthony Quinn
%
Italienisch ist eine Gebärdensprache, deren Verständnis durch Worte
erschwert wird.
		-- Anthony Quinn
%
Es ist das Herz, das beredt Macht.
		-- Marcus Fabius Quintilianus
%
Jeder will lieber fremde Fehler verbessert haben als eigene.
		-- Marcus Fabius Quintilian (30-96 n.Chr.)
%
Abwesenheit tötet den Liebenden oder die Liebe.
		-- Quitard
%
Sorgen sind wie Babies: Je mehr man sie hätschelt, desto besser
gedeihen sie.
		-- Helmut Qualtinger
%
Vor dem Gesetz sind alle gleich, aber einige möchten halt gleicher
sein.
		-- Helmut Qualtinger
%
Der Zweck heiligt höchstens noch die Waschmittel.
		-- Helmut Qualtinger
%
Es gibt Leute, die nur deshalb keiner Fliege etwas zuleide tun, weil
sie nicht imstande sind, eine zu fangen.
		-- Helmut Qualtinger
%
Witze sind wie Obst: Druck vertragen die wenigsten.
		-- Helmut Qualtinger
%
Seitdem es Flugzeuge gibt, sind die entfernten Verwandten auch nicht
mehr das, was sie einmal waren.
		-- Helmut Qualtinger
%
Österreich ist ein Labyrinth, in dem sich jeder auskennt.
		-- Helmut Qualtinger
%
Es gibt nichts Schöneres, als dem Schweigen eines Dummkopfes
zuzuhören.
		-- Helmut Qualtinger
%
Moralische Entrüstungen ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.
		-- Helmut Qualtinger
%
Phantasie ist etwas, das sich viele gar nicht vorstellen können.
		-- Helmut Qualtinger
%
Sorgen sind wie Babys: Je mehr man sie hätschelt, desto besser
gedeihen sie.
		-- Helmut Qualtinger
%
Wenn ein Kopf besonders hoch getragen wird, ist er wahrscheinlich
hohl.
		-- Helmut Qualtinger
%
Wenn keiner weiß, was geschehen soll, sagen alle: Es muß etwas
geschehen.
		-- Helmut Qualtinger
%
Satire ist die Kunst, einem anderen so auf den Fuß zu treten, daß er
es merkt, aber nicht aufschreit.
		-- Helmut Qualtinger
%
Wer sich verheizt fühlt, ist meistens auch versucht, mit Alkohol zu
löschen.
		-- Helmut Qualtinger
%
Frage nicht mehr nach dem Wert des Lebens, sondern nach dem Werte, den
du deinem Leben geben kannst!
		-- Bô Yin Râ (eigentlich: Joseph Anton Schneiderfranken)
%
Nimm dein Leben, wie es ist! Denke nicht: "So könnt' es sein." Fluche
keinem deiner Tage, was du tragen mußt, ertrage!
		-- Bô Yin Râ (eigentlich: Joseph Anton Schneiderfranken)
%
Es kommt immer anders! Das ist das wahrste Wort und im Grunde zugleich
auch der beste Trost, der dem Menschen in seinem Erdenleben mit auf
den Weg gegeben worden ist.
		-- Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus)
%
Erkenntnis macht frei, Bildung fesselt, Halbbildung stürzt in
Sklaverei.
		-- Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus)
%
Sprichwörter sind ein öffentlicher Unterstützungsverein für Leute ohne
eigene Gedanken.
		-- Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus)
%
Wir tragen eben den Frieden wie ein Gewand, an dem wir vorn flicken,
während es hinten reißt.
		-- Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus)
%
Freue Dich, daß du in der Welt bist
und zu den Wundern mitgehörst!
		-- Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus)
%
Wer mit mir reden will, der darf nicht bloß seine eigene Meinung hören
wollen.
		-- Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus)
%
Erst durch lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann.
		-- Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus)
%
Computer ermöglichen das Begehen von Fehlern schneller als jede andere
Erfindung in der Geschichte der Menschheit, mit Ausnahme vielleicht
von Pistolen und Tequila.
		-- Mitch Radcliffe
%
Was in der Jugend ein Abenteuer war, wird in späteren Jahren nur
noch ein teurer Abend.
		-- Fritz Joachim Raddatz
%
Ist Liebe ohne Ehe ungesetzlich, dann ist Ehe ohne Liebe unmoralisch.
		-- Sarwapalli Radhakristan
%
Wohl dem, der seine Träume lange liebt!
Traum schenkt noch Glück, wenn Wirklichkeit zerstiebt.
		-- Ferdinand Raimund
%
Da streiten sich die Leut' herum oft um den Wert des Glücks.
Der eine heißt den andern dumm, am End' weiß keiner nix.
		-- Ferdinand Raimund
%
Ein Mächtiger, der mit dem Schwächeren spricht, verlangt nur Beifall,
Wahrheit nicht.
		-- Karl Wilhelm Ramler
%
Nichts gibt ein größerer Vergügen als den Betrüger zu betrügen.
		-- Karl Wilhelm Ramler
%
Die glücklichen Zeiten der Menschheit sind die leeren Blätter im Buch
der Geschichte.
		-- Leopold von Ranke
%
Wollt ihr die Unterschiede vernichten, hütet euch, daß ihr nicht das
Leben tötet.
		-- Leopold von Ranke
%
Jedes Jahrhundert hat die Tendenz, sich als das fortgeschrittenste zu
betrachten und alle andern nur nach seiner Idee abzumessen.
		-- Leopold von Ranke
%
Es ist in der Regel das Schicksal der zum Siege gelangten Parteien,
über den Sieg zu zerfallen.
		-- Leopold von Ranke
%
Zwischen Gelingen und Mißlingen, in Streit, Anstrengung und Sieg
bildet sich der Charakter.
		-- Leopold von Ranke
%
Einen Krieg kann man ebensowenig gewinnnen wie ein Erdbeben.
		-- Jeannnette Rankin
%
Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor. Der Papst stellt sich Gott als
Mann vor.
		-- Uta Ranke-Heinemann
%
Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist
nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.
		-- Walther Rathenau
%
Entrüstung ist Bekenntnis der Hilflosigkeit.
		-- Walther Rathenau
%
Wehe dem, der ein Kind in Furcht erzieht, und wenn es die Furcht vor
Gott wäre! Denn er schändet unabsehbare Menschengeschlechter.
		-- Walther Rathenau
%
Die persönlichen Lehren Christi: Demut, Feindesliebe, Unweltlichkeit
werden nirgends befolgt. Vielmehr ist es im gesamten Abendlande Sitte,
sich mit seinem Nächsten nicht zu befassen, gegen Feinde vorzugehen,
das Leben auf die Sorge für den kommenden Tag zu stellen, den, der
einem auf den rechten Backen schlägt, niederzuschießen und die geistig
Armen als minderwertig anzusehen.
		-- Walther Rathenau
%
In Deutschland wählte der Patriotismus die aggressive Form. Die Liebe
zum Heimischen kleidete sich in Haß gegen Fremdes.
		-- Walther Rathenau
%
Die Erfindung des Problems ist wichtiger als die Erfindung der Lösung;
in der Frage liegt mehr als in der Antwort.
		-- Walter Rathenau
%
Wer nicht begreifen kann, daß die Welt nicht anders als zwecklos sein
kann, den frage, ob das Allegro einer Symphonie das Adagio zum Zweck
habe oder ob das ganze Werk des Schlußakkords wegen da sei.
		-- Walter Rathenau
%
Verschmilzt die Wirtschaft Europas zur Gemeinschaft, und das wird
früher geschehen, als wir denken, so verschmilzt auch die Politik.
		-- Walter Rathenau
%
Irren ist menschlich.
Aber wenn man richtig Mist bauen will, braucht man einen Computer.
		-- Dan Rather
%
Es gibt Menschen, die, wenn sie das Licht am Ende des Tunnels sehen,
ein neues Stück Tunnel kaufen.
		-- Johannes Rau
(vor Schülern über die Zukunftsängste der Gesellschaft)
%
Gewalt ist der untrennbare Zwilling des Materialismus gewesen der
Echtsheitstempel seiner Größe.
		-- Johannes Rau
%
Das stärkt die Bodenhaftung, wenn man die Welt nicht nur aus
Aktennotizen kennt.
		-- Johannes Rau
%
Wer den Neid nicht ertragen kann, muß auch den Ruhm nicht wollen.
		-- Ernst Raupach
%
Alles wird teuerer, nur die Ausreden werden immer billiger.
		-- Hans-Joachim Rauschenbach
%
Das wahre Nettogewicht einer Dame ist erst meßbar,
wenn sie ihr Make-up abgetragen hat.
		-- Hans-Joachim Rauschenbach
%
Informatikausbildung kann niemanden zum Experten für Programmierung
machen genau so wie das Studium von Pinsel und Farben niemanden zu
einem Maler macht.
		-- Eric Raymond
%
Eine Regierung löst keine Probleme, sie läßt sie abklingen.
		-- Ronald Reagan
%
Es ist ein Merkmal gesetzten Alters, wenn man von zwei Versuchungen
jene wählt, die es erlaubt, um neun Uhr wieder zu Hause zu sein.
		-- Ronald Reagan
%
Die besten Köpfe gibt es nicht in der Regierung. Die Wirtschaft holt
sie weg.
		-- Ronald Reagan
%
Jimmy Carter hat zu mir gesagt: "Ich habe dich im Fernsehen wieder
einmal auf einem Pferd gesehen. Wie kommt es bloß, daß du so jung
aussiehst?"
Darauf ich: "Das ist ganz einfach, Jimmy - ich nehme nur alte Pferde."
		-- Ronald Reagan
%
Was nutzt einem ein Dach über dem Kopf, wenn ein unzufriedenes Weib darunter hockt?
		-- Andreas Rebers
%
Im Laufe des Lebens nimmt die Vergangenheit quantitativ zu.
		-- Andreas Rebers
%
Man soll die Kritiker nicht für Mörder halten, sie stellen ja nur den
Totenschein aus.
		-- Marcel Reich-Ranicki
%
Es gibt Menschen, die auf eine hinreißende Weise Blödes von sich
geben.
		-- Marcel Reich-Ranicki
%
Schriftsteller verzeihen ihren Kollegen alles, nur nicht den Erfolg.
		-- Marcel Reich-Ranicki
%
Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu
weinen als in der Straßenbahn.
		-- Marcel Reich-Ranicky
%
Das Fernsehen macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer.
		-- Marcel Reich-Ranicky
%
Die Ankunft schließt immer schon den Abschied mit ein.
		-- Brigitte Reimann
%
Wir sind nicht mehr die, die wir mal waren, sondern die,
vor denen wir immer gewarnt wurden.
		-- Thomas Reis
%
Für mich ist jemand psychisch labil, der nicht den Drang verspürt,
Berlusconi eins auf's Maul zu hauen.
		-- Thomas Reis
%
Schönheit kommt von innen - aber wie kommt sie rein?
		-- Thomas Reis
%
Guido Westerwelle erinnert mich immer stark an das Glühwürmchen,
das als Berufswunsch Flutlicht angab.
		-- Thomas Reis
%
Worüber man nicht mehr schwiegen kann, muß man reden.
		-- Reißwolf
%
Eine neue Erkenntnis muß so gesagt sein, daß man glaubt, die Spatzen
auf dem Dach hätten nur durch einen Zufall versäumt, sie zu pfeifen.
		-- Reißwolf
%
Für den Heroismus von wenigen ist das Elend von Millionen zu teuer.
		-- Erich Maria Remarque
%
Erst wenn man genau weiß, wie die Enkel ausgefallen sind, kann man
beurteilen, ob man seine Kinder gut erzogen hat.
		-- Erich Maria Remarque
%
Den Charakter eines Menschen erkennt man dann, wenn er Vorgesetzter
geworden ist.
		-- Erich Maria Remarque
%
An meinen Bildern müßt ihr nicht schnüffeln, die Farben sind
ungesund.
		-- Rembrandt
%
Diese penetrante Fröhlichkeit, der verlogene Mitmachzwang: Das hat
nichts mit Volksmusik zu tun, es ist nur zum Kotzen.
		-- Stephan Remmler
%
Man bewahrt immer die Merkmale seiner Abstammung.
(frz.: On garde toujours la marque de ses origines.)
		-- Ernest Renan (Das Leben Jesu)
%
In einer Gesellschaft von Menschen gleichen Glaubens genügt es, daß
einer behauptet, etwas Übernatürliches zu sehen oder zu hören, damit
die anderen es auch sehen oder hören.
		-- Ernest Renan
%
Niemals ist jemand weniger Priester gewesen als Jesus, niemals ein
größerer Feind der Formen, welche die Religion unter dem Vorwände, sie
zu beschützen, ersticken.
		-- Ernest Renan
%
In der Liebe ist es wie beim Verbrechen - ohne den richtigen Komplizen
wird es nichts.
		-- Christian Reuter
%
Auf einmal in einem ganzen Wirbel drin von Aventüren. Ach, wie ist
es gut, wenn einem der moralische Halt so gänzlich fehlt.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow (Tagebücher)
%
Es ist doch unter aller Menschenwürde, krank und abhängig zu sein.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow (Tagebücher)
%
Bleibe allein, dann spuckt dir niemand ins Zimmer.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow
%
Es ist so gut allein zu sein. Mit Menschen ist's mir, als ob man
innerlich zusammengeschnürt würde, und allein weitet sich's wieder.
		-- Franzsika Gräfin zu Reventlow
%
Mit einem Kinde sollte man immer allein sein. Es gehört nicht unter
mehrere große Menschen.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow
%
Nein, ich gehöre nicht zu diesen Menschen, ich bin ganz allein, und
es ist eine Mauer zwischen uns, über die hinweg wir uns manchmal miteinander
unterhalten.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow
%
Forcierte Jugendlichkeit macht nur noch viel älter.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow
%
Manchmal wollt ich, ich wäre alt, und alles schwiege schon in mir.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow
%
Wenn ich auch alt würde und einmal mit alten Augen das alles schauen
müßte - ich bin doch durch das Leben gegangen, habe alle seine Rätsel und
Schauer und Tiefen gelernt und gelebt und vielleicht gelöst und möchte
nie mehr wünschen, nicht gelebt zu haben.
		-- Franziska Gräfin zu Reventlow
%
In den Fabriken stellen wir Kosmetikartikel her; über die Ladentheke
verkaufen wir Hoffnung auf Schönheit.
		-- Charles Revson
%
Keiner weiss, ob die Höflichkeit nicht eine Tochter der Berechnung ist.
		-- Art van Rheyn
%
Die Natur verteilt ihre Gaben gerecht.
Die mit dem wenigsten Verstand bekommen die lauteste Stimme.
		-- Art van Rheyn
%
Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt.
		-- Jean-Claude Riber
%
Man gebe mir sechs Zeilen, geschrieben von dem redlichsten Menschen,
und ich werde darin etwas finden, um ihn aufhängen zu lassen.
		-- Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

%
Die Rentenreform ist der grüne Punkt auf dem Arbeitnehmer.
		-- Mathias Richling
%
Im Leben ist das Böse oft preiswerter als das Dumme.
		-- Mathias Richling
%
Ich bin ein Deutscher. Holt mich hier raus!
		-- Mathias Richling
%
Was alt ist, hat bewiesen, daß es lebensfähig ist.
		-- Edward V. Rickenbacker
%
Man kompromittiert sich weniger, wenn man von der Kanzel gegen
unkeusche Bademode und gegen die Bordelle loszieht als gegen
faschistische Diktatur und Konzentrationslager.
		-- Paul Ricoeur
%
Also ein Ministerium läuft so, daß wir uns auf die verlassen,
die die Arbeit tun.
		-- Forschungsminister Heinz Riesenhuber
%
Ein Psychiater, das ist ein Mann, der in die Striptease-Show der
Folies-Bergeres geht und sich die Zuschauer ansieht.
		-- Jean Rigeaux
%
Wenn der Alltag dir arm erscheint, klage ihn nicht an - klage dich
an, daß du nicht stark genug bist, seine Reichtümer zu rufen, denn für
den Schaffenden gibt es keine Armut.
		-- Rainer Maria Rilke
%
Ein Leben bei dem nicht von Zeit zu Zeit alles auf dem Spiel steht,
ist nichts wert.
		-- Luise Rinser
%
Was zählt, ist unser Mut zu leben.
		-- Luise Rinser
%
In den Diktaturen darf man nichts sagen, muß alles nur denken. In der
Demokratie darf man alles sagen, aber keiner ist verpflichtet, sich
dabei etwas zu denken.
		-- Willi Ritschard
%
Auf hundert Besserwisser gibt es nur einen Bessermacher.
		-- Willi Ritschard
%
In dem Maße, wie der Aberglaube bei einem Volk abnimmt, muß die
Regierung die Vorsichtsmaßnahmen steigern und die Zügel der Autorität
und Ordnung straffer ziehen.
		-- Antoine Comte de Rivarol (Maximen und Reflexionen)
%
Die Adligen von heute sind nur die Gespenster ihrer Vorfahren.
		-- Antoine Comte de Rivarol (Maximen und Reflexionen)
%
Ein Bürger wird den Vergleich mit einem Schuhflicker mit weniger
Verdrossenheit hinnehmen als ein Adliger den Vergleich mit einem
Bürger.
		-- Antoine Comte de Rivarol (Maximen und Reflexionen)
%
Wer das Alphabet erschaffen hat, hat uns den Faden unserer Gedanken
und den Schlüssel der Natur in die Hand gegeben.
		-- Antoine Comte de Rivarol (Maximen und Reflexionen)
%
Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er
lebt froher.
		-- Charlie Rivel
%
Applaus ist eines der wenigen Dinge, die heute noch mit der Hand
gemacht werden.
		-- Charlie Rivel
%
Zu dem Adler sprach die Taube:
Wo das denken aufhört, da beginnt der Glaube;
Recht, sprach jener, mit dem Unterschied jedoch,
Wo du glaubst, da denk' ich noch.
		-- Ludwig Robert
%
Wir sind Diplomaten. Das heißt: Wenn wir sagen, was wir denken, haben
wir uns versprochen.
		-- Henry Morton Robinson (Der Kardinal)
%
Kluge Leute erkennt man daran, daß sie bei einem Anfall von Dummheit
schweigen.
		-- Robert Rocca
%
Alle Menschen lassen ein wenig von sich selbst zurück, wenn sie
weggehen.
		-- David Rochford
%
Ich arbeite nach dem Prinzip, daß man niemals etwas selbst tun soll,
was ein anderer für einen erledigen kann.
		-- John D. Rockefeller
%
Wer viele Sprachen spricht, kann in vielen Sprachen Unsinn reden.
		-- Alexander Roda Roda
%
Psychiater unterscheiden sich von den Verrückten nur durch die
Ausbildung.
		-- Alexander Roda Roda
%
Der Journalist hat zwei Augen und zwei Ohren, um doppelt soviel zu
sehen und zu hören, wie geschieht.
		-- Alexander Roda Roda
%
Gib dein Bestes und du bist selbst der Beschenkte.
		-- Margarete Rode
%
Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein
Auto braucht Liebe.
		-- Walter Röhrl
%
Die Einkommensteuer hat mehr Menschen zu Lügnern gemacht als der
Teufel.
		-- William P. Rogers
%
Alles ist komisch, solange es jemand anderem passiert.
		-- William P. Rogers
%
Die Chance klopft öfter an, als man meint, aber meistens ist niemand
zu Hause.
		-- William P. Rogers
%
Den Fortschritt erkennt man schon daran, daß in jedem neuen Krieg die
Menschen auf andere Art getötet werden.
		-- William P. Rogers
%
Weniger ist mehr.
		-- Ludwig Mies van der Rohe
%
Das ist eines der tragischen Mißverständnisse unserer Zeit: Wir
glauben, wenn etwas unzweifelhaft als falsch bewiesen ist, müsse das
Gegenteil richtig sein.
		-- Salvador de Madariaga y Rojo
%
Fernsehen - Rundfunk für Phantasielose
		-- Rudolf Rolfs
%
Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen
und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter
Hirten die Wolle abzuscheren.
		-- Romain Rolland
%
Der Blitz schlägt ein, wo er will und wann er will. Aber es gibt
Gipfel, die ihn anziehen.
		-- Romain Rolland
%
Man soll die Wahrheit mehr als sich selbst lieben, aber seinen
Nächsten mehr als die Wahrheit.
		-- Romain Rolland
%
Wer leichthin glaubt, wird leicht betrogen.
		-- Georg Rollenhagen
%
Das Ideal mancher Autoren ist offensichtlich eine Literatur ohne
Leser.
		-- Jules Romains
%
Vorurteile sterben ganz langsam, und man kann nie sicher sein, daß
sie wirklich tot sind.
		-- Jules Romains
%
Die Abstumpfung ist der Feind des Glücks. Niemals kann ein Blasierter
glücklich sein.
		-- Jules Romains
%
Es ist unmöglich, nur den Augenblick zu leben. Man steht immer mit
einem Bein in der Vergangenheit, mit dem anderen in der Zukunft.
		-- Jules Romains
%
Ein Politiker wird nicht dadurch zum Experten, daß er etwas über
etwas sagt.
		-- Manfred Rommel
%
Wir vermissen die Toleranz eher bei den anderen, als daß wir sie
selbst üben.
		-- Manfred Rommel
%
Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber er hat kein Anrecht
darauf, daß andere sie teilen.
		-- Manfred Rommel
%
Akademische Bildung verringert nicht die Neigung zu
Vernunftwidrigkeiten, sondern potenziert sie.
		-- Manfred Rommel
%
Wäre die deutsche Politik ein Auto, ich fürchte, sie käme schon seit
Jahren nicht mehr durch den TÜV.
		-- Manfred Rommel
%
Nostalgie ist die Fähigkeit, darüber zu trauern, daß es nicht mehr so
ist, wie es früher nicht gewesen ist.
		-- Manfred Rommel
%
Rhetorik ist die Kunst, Unverständliches so feierlich vortragen zu
können, daß jeder einzelne Zuhörer meint, der Nachbar verstehe alles,
bloß er selber sei zu dumm, und damit dies die anderen nicht merken,
tue er am besten so, als habe auch er alles verstanden.
		-- Manfred Rommel
%
Die Summe der Einzelinteressen ergibt nicht Gemeinwohl, sondern Chaos.
		-- Manfred Rommel
%
Ach, man schlägt sich, man verträgt sich,
und ganz plötzlich ist man sechzig.
Ein Jahr ins andre schiebt sich,
und auf einmal ist man siebzig.
Kaum noch viel Gedanken macht sich,
wer sich zubewegt auf achtzig.
Schafft ers wohl auch noch bis neunzig?
Günstig wärs, denns reimt sich.
		-- Manfred Rommel
%
Kein Mensch kauft heute mehr Schuhe, um seine Füße warm und trocken zu
halten, sondern wegen des Gefühls, das er mit diesen Schuhen
verbindet: Man fühlt sich darin männlich, weiblich, naturverbunden und
geländesicher, 'anders', kultiviert, jung, elegant oder 'in'. Der Kauf
von Schuhen ist zum 'Gefühlserlebnis' geworden. Heutzutage verkaufen
wir eher eine Gefühlswelt als einfach nur Schuhe.
		-- Francis C. Rooney
%
Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik
haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.
		-- Franklin Delano Roosevelt
%
Der Krieg ist eine Seuche. Er kann Staaten und Völker verschlingen,
die vom ursprünglichen Schauplatz der Feindseligkeiten weit entfernt
sind.
		-- Franklin Delano Roosevelt
%
Der Reaktionär ist ein Nachtwandler, der rückwärts geht.
		-- Franklin Delano Roosevelt
%
Ein Radikaler ist ein Mann, der mit beiden Beinen fest in der Luft
steht.
		-- Franklin Delano Roosevelt
%
Das Einzige, was wir fürchten müssen, ist die Furcht selbst.
		-- Franklin Delano Roosevelt
%
Wir müssen uns der alten Feinde erwehren – Wirtschafts- und Finanzmonopole,
Spekulation, rücksichtslose Banken, Kriegsgewinnler. Sie betrachten die
Regierung schon als ein bloßes Anhängsel ihrer eigenen Geschäfte ...
		-- Franklin Delano Roosevelt (Wahlkampfrede 1936)
%
Nie drohe man zuerst mit der Faust und dann mit dem Finger.
		-- Theodore Roosevelt
%
Sprich leise und höflich, aber trage stets einen dicken Knüppel bei
dir.
		-- Theodor Roosevelt
%
Kluge Leute verstehen es, den Abschied von der Jugend auf mehrere
Jahrzehnte zu verteilen.
		-- Robert Rosay
%
Der Sport ist eine völkerverbindende Sache.
Vor allem die Ärzte haben viel zu verbinden.
		-- Herbert Rosendorfer
%
Ein Mann ist jung, wenn eine Frau ihn glücklich oder unglücklich
machen kann.
Er kommt in die besten Jahre, wenn eine Frau ihn zwar glücklich, aber
nicht mehr unglücklich machen kann.
Er ist alt und verbraucht, wenn eine Frau ihn weder glücklich noch
unglücklich machen kann.
		-- Monz Rosenthal
%
Wenn beim Menschen die Muskeln versagen, merkt er das selbst. Wenn es im
Kopf nachläßt, merken es zuerst die anderen.
		-- Philip Rosenthal
%
Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
		-- Philip Rosenthal
%
Die schönsten Abendkleider würden nur nach der praktischen Funktion
(also Bedecken und Warmhalten) schlecht abschneiden, denn sie
enthüllen mehr, als sie bedecken, und wenn Wärme erzeugt wird, dann
eher beim bewundernden Gegenüber.
		-- Philip Rosenthal (über die Funktion des Design)
%
Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.
		-- Philip Rosenthal
%
Die Selbstzufriedenheit ist der Sargdeckel jeden Fortschritts.
		-- Philip Rosenthal
%
Menschen mit unbeirrbaren Grundsätzen sind wie Autos, die auf Schienen
fahren.
		-- Roberto Rossellini
%
Ich halte nichts vom Recht auf Arbeit; ich halte es lieber für das
größte Recht des Menschen, nichts zu tun.
		-- Gioacchino Rossini
%
Töte einen Menschen, und du bist ein Mörder.
Töte Millionen, und du bist ein Eroberer.
Töte alle, und du bist Gott.
		-- Edmond Rostand
%
Sicher können Maschinen Probleme lösen, Informationen speichern,
kombinieren und Spiele spielen - aber es macht ihnen keinen Spaß!
		-- Leo Rosten
%
Krisen meistert man am besten, indem man ihnen zuvorkommt.
		-- Walt Whitman Rostow
%
Mit Hartz IV haben wir hundertausende von Sozialhilfeempfängern aus
der Sozialhilfe herausgeholt.
		-- Claudia Roth
%
Der Begriff "Fortschritt" allein setzt bereits die Horizontale voraus.
Er bedeutet ein Weiterkommen und keine Höherkommen.
		-- Joseph Roth
%
Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.
		-- J. M. de Rothschild
%
Aber ich will Weltbürger sein, ein Mann, der überall oder vielmehr
nirgends zu hause ist.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
%
Von den Schlechten Verlacht zu werden ist fast ein Lob.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
%
Niemand ist weiter von der wahren Religion entfernt, als wer sich
selbst für sehr religiös hält.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
%
Sei dessen eingedenk, daß zwischen einem Verrückten und einem, der
vor Zorn rast, kein größerer Unterschied ist, als zwischen einer
vorübergehenden und einer dauernden Tollheit.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
%
Doch der Mensch führt nicht mit dem Menschen Krieg, sondern mit sich
selbst, und gerade aus dem eigenen Inneren fällt uns die feindliche
Schlachtreihe an.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
		   (Handbüchlein eines christlichen Streiters)
%
Wahrer Adel ist es, den nichtigen Adel zu verachten.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
		   (Handbüchlein eines christlichen Streiters)
%
Ähnliches wird von ähnlichem ergriffen.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
		   (Handbüchlein eines christlichen Streiters)
%
Die Allgemeinheit war ja wohl immer schon der schlechteste Lehrer für
das Leben und Fühlen. Und niemals stand es so gut um die menschlichen
Dinge, daß nicht der großen Menge gerade das Schlechtteste gefiel.
		-- Desiderius Erasmus von Rotterdam
		   (Handbüchlein eines christlichen Streiters)
%
Ein Mensch, am Ende seines Lebens, sieht ein, daß der Erfolg des
Strebens nur dürftig war, an dem gemessen, was er versoffen und
verfressen.
		-- Eugen Roth
%
Ein Intellektueller ist einer, der in eine Bibliothek geht, selbst
wenn es nicht regnet.
		-- Andre Roussin
%
Es gibt zwei Arten von Menschen: Die toten und die tödlichen.
		-- Helen Rowland
%
Kleinigkeiten sind es, die Perfektion ausmachen, aber Perfektion ist
alles andere als eine Kleinigkeit.
		-- Henry Royce
%
Die meisten Menschen machen das Glück zur Bedingungen. Aber das Glück
findet sich nur ein, wenn man keine Bedingungen stellt.
		-- Arthur Rubinstein
%
Es kann nicht mehr das Wünschbare gemacht werden, sondern nur noch das
Notwendige.
		-- Jürgen Rüttgers
%
Du wirst der Achtung aller würdig sein, sobald du angefangen hast,
dich selbst zu achten.
		-- Musonius Rufus
%
Das Ideal der lockeren Bindungen entspricht dem der fettarmen
Quarkspeise. Man will den Geschmack, aber nicht das Gewicht.
		-- Michael Rumpf
%
Die einzig gute Malerei ist es, die Wangen der Kinder rosig zu färben.
		-- John Ruskin
%
Sonnenschein wirkt köstlich, Regen erfrischend, Wind aufrüttelnd,
Schnee erheiternd. Wo bleibt da das schlechte Wetter?
		-- John Ruskin
%
Alle Baukunst bezweckt eine Einwirkung auf den Geist, nicht nur einen
Schutz für den Körper.
		-- John Ruskin
%
Nichts großes Geistiges wurde je durch eine Anstrengung
hervorgebracht; Großes kann nur von einem Großen geschaffen werden,
und er tut es ohne Anstrengung.
		-- John Ruskin
%
Abnehmen ist ganzfach: Man darf nur Appetit auf Dinge bekommen, die
man nicht mag.
		-- Jane Russel
%
In der Wissenschaft sollte man niemals gegen etwas wetten, daß
unwahrscheinlicher als 10^12 zu 1 ist.
		-- Ernest Rutherford
%
Wir sollten uns mit den großen Problemen beschäftigen, solange sie
noch ganz klein sind.
		-- Jadwiga Rutkowska
%
Wir mussten niemals die Bomben abwerfen, um den Krieg zu gewinnen.
		-- Bud Ryan
%
Ich stehe nicht dafür ein, eine bestimmte Neigung zu haben, aber ich
habe sehr sichere Abneigungen.
		-- Jules Renard (Ideen, in Tinte getaucht)
%
Der Abscheu vor dem Bürger ist bürgerlich.
		-- Jules Renard (Ideen, in Tinte getaucht)
%
Die Menschen! Oje! Da muß ich pinkeln.
		-- Jules Renard (Ideen, in Tinte getaucht)
%
Die Stunden voller Abscheu, in denen man nichts mehr mit sich zu tun
haben möchte.
		-- Jules Renard (Ideen, in Tinte getaucht)
%
Zuletzt steckt in jedem Patriotismus der Krieg, und deshalb bin ich
kein Patriot.
		-- Jules Renard (Ideen, in Tinte getaucht)
%
Was wird uns retten? Der Glaube?
Ich will keinen Glauben haben und lege auch keinen Wert darauf,
gerettet zu werden.
		-- Jules Renard (Ideen, in Tinte getaucht)
%
In meiner Kirche gibt es kein Gewölbe zwischen mir und dem Himmel.
		-- Jules Renard (Ideen, in Tinte getaucht)
%
Endlich weiß ich, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Geldsorgen.
		-- Jules Renard
%
Faulheit ist die Angewohnheit, sich auszuruhen, bevor man müde wird.
		-- Jules Renard
%
Ein Pedant ist ein Mensch, der geistig schlecht verdaut.
		-- Jules Renard
%
Die Arbeit gleicht manchmal dem Angeln in Gewässern, in denen noch nie
Fische gewesen sind.
		-- Jules Renard
%
Man müßte einem Verein ganz allein angehören.
		-- Jules Renard
%
Oh! Seine Hochzeitsreise ganz allein machen!
		-- Jules Renard
%
Was wäre, wenn es keine Autos, Computer und Telefone mehr gäbe?
Wir würden den ganzen Tag fernsehen.
		-- Hagen Rether
%
Der Mensch ist die Dornenkrone der Schöpfung.
		-- Hagen Rether
%
Das ist doch Demokratie, wenn man sich aussuchen darf, wer einen verarscht.
		-- Hagen Rether
%
Wir haben der SPD viele guten Sachen zu verdanken: Die Grünen und die Linken.
		-- Hagen Rether
%
Wir sind ein Haufen selbstgerechter Arschlöcher und jeder, der uns daran
erinnert wird hingerichtet.
		-- Hagen Rether
%
Irgendwann hat so ein Blödmann mal gesagt, daß wir ja alles verlieren könnten
außer unseren Humor.  Und genau so ist es ja auch gekommen.
		-- Hagen Rether
%
Wußten Sie, daß Sie wenn Sie einen Polizisten tätlich angreifen bis
zu zwei Jahre Haft bekommen können?  Wenn Sie aber das Polizeiauto
beschädigen, gibt es bis zu fünf Jahren.
		-- Hagen Rether
%
Energiesparlampen ist der reine Ablaß.  Bloß damit man der Autolobby
kein Tempolimit zumuten muß wie in jedem anderen Land auch.  Damit
die Leute auch weiterhin dreimal im Jahr nach Mallorca fliegen können
weil sie acht Energiesparlampen zu Hause haben.  Da sparst Du auch CO2
wie verrückt.  Dieser ganze Energiesparlampenzinober der spart so viel
CO2 wie ein Manövertag der Luftwaffe in Deutschland kostet.  Aber wer
will schon einen Manövertag weniger.  Du Jungs müssen üben, sonst
treffen die in Kundus nur Tankwagen.
		-- Hagen Rether
%
Brot für die Welt aber die Wurscht bleibt hier.
		-- Hagen Rether
%
Sind Sie auch so froh, daß Sie bei den Guten sind?
		-- Hagen Rether
%
Terror ist nicht staatsgefährdend.  Der Umgang mit Terror ist staatsgefährdend.
		-- Hagen Rether
%
Wählen ist wie Zähneputzen:  Wenn Du es nicht machst, wird's braun.
		-- Hagen Rether
%
Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind die,
aus denen man trinkt.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Der Stein der Weisen sieht dem Stein der Narren zum Verwechseln
ähnlich.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Militaristen sind Leute, die gerne schießen, vor allem ins Kraut.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Paßbilder sind die Rache der Photographen.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Sicher ist, daß nichts sicher ist. Selbst das nicht.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Versuchungen bekämpft man am besten mit Geldmangel und Rheumatismus.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Eine Jungfrau ist etwas Schönes, vorausgesetzt, sie bleibt es nicht.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Auch die fanatischesten Vegetarier beißen nicht gerne ins Gras.
		-- Joachim Ringelnatz
%
Damit wir immer gut sein können, müßten die anderen glauben, niemals
ungestraft gegen uns böse sein zu können.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Das beste Mittel, um getäuscht zu werden, ist, sich für schlauer zu
halten als die anderen.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Es ist beschämender, seinen Freunden zu mißtrauen, als von ihnen
getäuscht zu werden.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Es gibt viele Mittel gegen die Liebe, aber keins ist unfehlbar.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Greise geben gern gute Lehren, um sich zu trösten, daß sie nicht mehr
imstande sind, schlechte Beispiele zu geben.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Man darf sich nicht kränken, wenn uns andere nicht die Wahrheit sagen,
denn wir sagen sie uns oft selber nicht.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Man gibt Ratschläge, aber die Ausführung bringt man keinem bei.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Wenn wir unseren Leidenschaften widerstehen, danken wir es mehr ihrer
Schwäche als unserer Stärke.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Wir würden uns oft unserer schönsten Taten schämen, wenn die Welt alle
Beweggründe sähe, aus denen sie hervorgehen.
		-- François Duc de La Rochefoucauld
%
Der Eigennutz, dem man alle unsere Vergehen aufbürdet, verdient oft
das Lob für unsere guten Handlungen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Die Großmut ist durch ihren Namen hinlänglich bezeichnet; gleichwohl
könnte man sagen, sie sei der Scharfsinn des Stolzes und das edelste
Mittel, bewundert zu werden.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Wir verzeihen oft denen, die uns langweilen, aber niemals denen, die
wir langweilen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
In der Freundschaft wie in der Liebe ist man oft glücklicher durch
das, was man nicht weiß, als durch das, was man weiß.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Wiederangeknüpfte Freundschaften erfordern größere Sorgfalt als jene,
die nie gebrochen worden sind.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Allzu große Eile, sich von Verbindlichkeiten zu befreien, ist eine
Art Undank.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Wenn wir keine Fehler hätten, würden wir nicht mit so großem
Vergnügen Fehler bei anderen entdecken.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Alle Fehler, die man macht, sind eher zu verzeihen als die Mittel, die
man anwendet, um sie zu verbergen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Die meisten unserer Fehler sind verzeihlicher als die Mittel, die wir
anwenden, um sie zu verbergen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn
heilen will.
		-- François de La Rochefoucault
%
Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in der Welt, weil ihre Fehler
die Fehler der Gesellschaft sind.
		-- François de La Rochefoucault
%
Kleine Fehler geben wir gern zu, um den Eindruck zu erwecken, wir
hätten keine großen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Mit nichts ist man freigiebiger als mit Ratschlägen, und mit nichts
sollte man zurückhaltender sein.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Man kann schlauer sein als ein anderer, aber nicht schlauer als alle
anderen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Der Beifall, der neuen Größen gespendet wird, entstammt nur zu oft
dem Neid auf die bereits vorhandenen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Aus manchen schwierigen Lebenslagen kann man sich nur mit ein wenig
Tollheit retten.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Die Torheit begleitet uns in allen Lebensperioden. Wenn einer weise
scheint, liegt es daran, daß seine Torheiten seinem Alter und seinen
Kräften angemessen sind.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Das Alter ist ein Tyrann, der bei Lebensstrafe alle Vergnügungen der
Jugend verbietet.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Oft verliert man sich nur deshalb nicht in einem Laster, weil man
mehrere hat.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Warum können wir uns an die kleinste Einzelheit eines Erlebnisses
erinnern, aber nicht daran, wie oft wir es ein und derselben Person
erzählt haben?
		-- François de La Rochefoucauld
%
Man weist ein Lob zurück in dem Wunsch, nochmals gelobt zu werden.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Es ist viel leichter, einen ersten Wunsch zu unterdrücken, als sich
die Wünsche zu erfüllen, die der erste nach sich zieht.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Nichts hindert so sehr daran, natürlich zu sein, wie der Wunsch, es zu
scheinen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Mit der wahren Liebe ist's wie mit den Geistererscheinungen: Alle Welt
spricht darüber, aber wenige haben etwas davon gesehen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Würde ist eine körperliche Kunst, erfunden um die Mängel des Geistes
zu verbergen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Das Vertrauen gibt dem Gespräch mehr Stoff als Geist.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren
Horizont geht.
		-- François de La Rochefoucault
%
Wie es das Kennzeichen großer Geister ist, mit wenig Worten viel zum
Ausdruck zu bringen, so haben die kleinen Geister hingegen die Gabe,
viel zu reden und nichts zu sagen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Die Trägheit unseres Geistes ist größer als die unsres Körpers.
		-- François de La Rochefoucault
%
Vollendete Tapferkeit besteht darin, ohne Zeugen zu tun, was man vor
aller Welt zu tun vermöchte.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Der Gleichmut der Weisen ist nichts als die Kunst, seine Erregung im
Herzen zu verschließen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Wir lieben immer die, welche uns bewundern, aber nicht immer die,
welche wir bewundern.
		-- François de La Rochefoucault
%
Jeder klagt über sein Gedächnis, aber niemand über seinen Verstand.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Die Philosophen verdammen den Reichtum nur, weil wir ihn schlecht
gebrauchen.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Ein geistreicher Mensch wäre oft recht in Verlegenheit ohne die
Gesellschaft der Dummköpfe.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Gekünstelte Einfalt ist eine feine Heuchelei.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Die Bescheidenheit ist wie die Enthaltsamkeit: man würde wohl gerne
mehr essen, fürchtet aber, daß es einem übel bekommt.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Wer ohne jede Narrheit lebt, ist weniger weise als er glaubt.
		-- François de La Rochefoucault
%
Wir sprechen fast nur denen gesunden Menschenverstand zu, die unserer
Meinung sind.
		-- François de La Rochefoucault
%
Jedermann beklagt sich über sein Gedächtnis, aber niemand über seine
Urteilsfähigkeit.
		-- François de La Rochefoucault
%
Wenige sind weise genug, fördernden Tadel trügendem Lobe vorzuziehen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Schmeichelei ist eine falsche Münze, die ihren Kurswert nur durch
unsere Eitelkeit erhält.
		-- François de La Rochefoucault
%
Es gibt wenig Frauen, deren Wert ihre Schönheit überdauert.
		-- François de La Rochefoucault
%
Es gibt nur eine Liebe, aber tausend verschiedene Nachahmungen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Die meisten Menschen haben wie Pflanzen verborgene Eigentümlichkeiten,
welche der Zufall aufdeckt.
		-- François de La Rochefoucault
%
Trennung läßt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Die Liebe kann, wie das Feuer, nicht ohne ständigen Antrieb bestehen;
sie hört auf zu leben, sobald sie aufhört zu hoffen oder zu fürchten.
		-- François de La Rochefoucault
%
Es ist die gleiche Festigkeit, mit der wir der Liebe zu widerstehen
vermögen und durch welche diese erstarkt und dauert; daher sind
schwache Menschen, die immer von Leidenschaften getrieben werden, fast
niemals wirklich von ihnen erfüllt.
		-- François de La Rochefoucault
%
Die wahre Beredsamkeit besteht darin, das zu sagen, was zur Sache
gehört, und eben nur das.
		-- François de La Rochefoucault
%
Alte Narren sind närrischer als junge.
		-- François de La Rochefoucault
%
Wir haben alle Kraft genug, um die Leiden anderer zu ertragen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Zu viel Fleiß im Kleinen macht meistens unfähig zum Großen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Es erfordert größere Tugenden, das gute Geschick zu ertragen als das
Böse.
		-- François de La Rochefoucault
%
Wir würden kaum etwas glühend verlangen, wenn wir das Verlangte ganz
kennen.
		-- François de La Rochefoucault
%
Meister der Beredsamkeit ist der, der alles Nötige sagt und nur dies.
		-- François de La Rochefoucault
%
Es ist schwerer, Gefühle, die man hat, zu verbergen, als solche, die
man nicht hat, zu heucheln.
		-- François de La Rochefoucault
%
Was man auch Gutes über uns sagen mag: Man sagt uns nichts Neues.
		-- François de La Rochefoucault
%
Wer ohne die Welt auszukommen glaubt, irrt sich. Wer aber glaubt, daß
die Welt nicht ohne ihn auskommen könne, irrt sich noch viel mehr.
		-- François de La Rochefoucault
%
Man sollte sich darüber wundern, daß man sich überhaupt noch wundern
kann.
		-- François de La Rochefoucault
%
Man ist nie so lächerlich durch die Eigenschaften, die man besitzt,
wie durch jene, die man zu haben vorgibt.
		-- François de La Rochefoucault

%
Es ist kein großes Unglück, sich Undankbare zu verpflichten, aber ein
unerträgliches, einem schlechten Menschen verpflichtet zu sein.
		-- François de La Rochefoucauld
%
Es ist schwer, die zu lieben, die wir nicht achten, aber nicht weniger
schwer, jene zu lieben, die wir mehr achten als uns selbst.
		-- François de La Rochefoucauld (Reflexionen)
%
Mancher erzielt durch geschickte Anwendung seiner mittelmäßigen
Fähigkeiten eher Achtung und Ansehen als ein anderer durch wahre
Leistung.
		-- François de La Rochefoucauld (Reflexionen)
%
Wer auf den Adel seiner Familie zu stolz ist, der ist zu wenig stolz
auf den Grund, warum sie ihn erhielt.
		-- François de La Rochefoucauld (Nachgelassene Maximen)
%
Ruhe oder Unrast unserer Seele hängen nicht so sehr von großen
Ereignissen ab als von der reibungslosen oder fehlerhaften Ordnung des
Alltagslebens.
		-- François de La Rochefoucauld (Reflexionen)
%
Wenig verstehen es, alt zu sein.
		-- François de La Rochefoucauld (Reflexionen)
%
Die alten Leute geben gerne gute Verhaltungsmaßregeln, um sich darüber
zu trösten, daß sie nicht mehr imstande sind, schlechte Beispiele zu
geben.
		-- François de La Rochefoucauld (Reflexionen)
%
Immer lernt der Kluge vom Dummen mehr als der Dumme vom Klugen.
		-- Peter Rosegger (Heimgärtners Tagebuch)
%
Nicht so sehr jenen Patriotismus liebe ich, der unsere Söhne auf das
Schlachtfeld jagt und sie dort sterben heißt, sondern jenen, der für
das Vaterland leben lehrt.
		-- Peter Rosegger
%
Wenn du recht betrübt bist, daß du meinst, kein Mensch auf der Welt
könne dich trösten, so tue jemandem etwas Gutes, gleich wird es besser
sein.
		-- Peter Rosegger
%
Es ist leichter, alle zu lieben als einen. Die Liebe zur ganzen
Menschheit kostet gewöhnlich nichts als eine Phrase; die Liebe zum
Nächsten fordert Opfer.
		-- Peter Rosegger
%
Wer nicht schon in der Arbeit Genugtuung findet, der wird nie zur
Zufriedenheit gelangen.
		-- Peter Rosegger
%
Manches Vergnügen besteht darin, daß man mit Vergnügen darauf
verzichtet.
		-- Peter Rosegger
%
Man kann sich viel leichter krankfaulenzen als krankarbeiten.
		-- Peter Rosegger
%
Über drei Dinge wird in unseren Tagen zuviel geschrieben und geredet:
Über Kunst, Gesundheit und Erziehung. Folge davon, daß wir
unkünstlerisch, kränkelnd und ungezogen geworden sind.
		-- Peter Rosegger
%
Alles Große, das Menschen je geleistet haben, geht aus der
Einsamkeit, aus der Vertiefung geistigen Schauens hervor.
		-- Peter Rosegger
%
Das Dasein ist köstlich, man muß nur den Mut haben, sein eigenes
Leben zu führen.
		-- Peter Rosegger
%
Vor Gott muß man sich beugen, weil er so groß ist, vor dem Kinde,
weil es so klein ist.
		-- Peter Rosegger
%
Alle Ketten der Meinung sind für mich zerbrochen; ich kenne nur die
Ketten der Notwendigkeit.
		-- Jean-Jaques Rousseau
%
Wieviel Unrecht kann die Umarmung eines Freundes wiedergutmachen.
		-- Jean-Jaques Rousseau
%
Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Menschenwürde,
Menschenrechte, selbst auf seine Pflichten verzichten.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Mit der Freiheit ist es nicht anders als mit derben und saftigen
Speisen oder starken Weinen. Für gesunde und starke Naturen sind sie
nahrhaft und stärkend. Sie überladen, verderben und berauschen jedoch
schwache und zarte Menschen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem
man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er
will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
In der Schule der Welt wie in der Schule der Liebe muß man alsbald
mit der Ausübung dessen, was man zu lernen gedenkt, den Anfang machen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Beleidigungen sind die Argumente derer, die unrecht haben.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Die Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente
verfügen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Der Ehrenmann hierzulande ist nicht der, welcher rechtschaffen
handelt, sondern der, welcher schöne Dinge sagt.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Welche Weisheit kannst du finden, die größer ist als Güte?
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Warum sollte man einem Liebhaber treuer sein als einem Ehemann?
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Der Geschmack ist die Kunst sich auf Kleinigkeiten zu verstehen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Der Mensch ist frei geboren, und liegt doch überall in Ketten.
		-- Jean Jacques Rousseau (Der Gesellschaftsvertrag)
%
Wollen wir in Frieden leben, muß der Friede aus uns selbst kommen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Warum die Hölle im Jenseits suchen? Sie ist schon im Diesseits
vorhanden, im Herzen der Bösen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten
zeigt sich die Natur des Menschen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als
gelegentlich ihre Bewunderung.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Vor allem der Seele wegen ist es nötig, den Körper zu üben.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Schneller als der Blitz erfüllt das Gefühl meine Seele, aber anstatt
mir Klarheit zu schaffen, entflammt und blendet es mich. Ich fühle
alles und begreife nichts.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Es liegt in der Natur der Menschen, die Notwendigkeit der Dinge
geduldig zu ertragen, nicht aber den bösen Willen des anderen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert,
sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu
genießen.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Man muß viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu
können.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Seitdem sich die Menschen herausgenommen haben, Gott eine Sprache zu
verleihen, hat ihn jeder auf seine Weise sprechen und sich von ihm
sagen lassen, was er gewollt hat.
		-- Jean Jacques Rousseau (Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars)
%
Der Gott, den ich anbete, ist nicht ein Gott der Finsternis; er hat
mir den Verstand nicht gegeben, um mir den Gebrauch desselben zu
untersagen. Von mir verlangen, meine Vernunft gefangen zu geben, heißt
ihren Schöpfer beleidigen.
		-- Jean Jacques Rousseau (Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars)
%
Das Christentum predigt nur Knechtschaft und Unterwerfung. Sein Geist
ist der Tyrannei nur zu günstig, als daß sie nicht immer Gewinn daraus
geschlagen hätte. Die wahren Christen sind zu Sklaven geschaffen.
		-- Jean Jacques Rousseau (Der Gesellschaftsvertrag IV,
                   Über die staatsbürgerliche Religion)
%
Die Protestanten sind im allgemeinen viel unterrichteter als die
Katholiken, und das erklärt sich dadurch, daß die Lehre der einen die
kritische Besprechung verlangt, die Lehre der anderen hingegen blinde
Unterwerfung fordert.
		-- Jean Jacques Rousseau (Bekenntnisse)
%
Wenn man nur dem Gehör geschenkt hätte, was Gott zum Herzen der
Menschen gesagt hat, so hätte es niemals mehr als eine Religion auf
der Erde gegeben.
		-- Jean Jacques Rousseau
%
Der Schein einer Religion überhebt sie der Mühe, wirklich eine zu
besitzen.
		-- Jean Jacques Rousseau (Brief an Erzbischof Beaumont, 1762)
%
Glücklich, wer sich am Rande des Abgrundes erkennt und den Sturz
vermeidet! Soll man aber mitten im schnellen Lauf darauf hoffen, daß man
innehalten kann?
		-- Jean Jacques Rousseau (an d'Alembert)
%
Es gibt für denjenigen keine abscheulichen Gegenstände mehr, der
solche alle Tage sieht.
		-- Jean Jacques Rousseau (Émile)
%
Willst du dich in Abhängigkeit von Menschen begeben, die du
verachtest?
		-- Jean Jacques Rousseau (Émile)
%
Der Wurf mag zuweilen nicht treffen, aber die Absicht verfehlt
niemals ihr Ziel.
		-- Jean Jacques Rousseau (Träumereien eines einsamen Spaziergängers)
%
Es gibt so viele Leute, die nach oben steigen wollen, daß es
allezeit leicht ist, abzusteigen.
		-- Jean Jacques Rousseau (Julie oder Die neue Héloïse)
%
Um eine junge Person folgsam zu machen, muß man sie nicht
unglücklich machen; um sie sittsam zu machen, muß man sie nicht abstumpfen.
		-- Jean Jacques Rousseau (Émile)
%
Es mag zu meinem Vorteil oder Nachteil ausfallen, ich fürchte nicht,
so gesehen zu werden, wie ich bin.
		-- Jean Jacques Rousseau (an Malesherbes, 1762)
%
Indem ich mich bemüht habe, meine eigene Achtung zu verdienen, habe
ich gelernt, auf die der anderen, die in der Mehrzahl gut ohne die meine
auskommen, zu verzichten.
		-- Jean Jacques Rousseau (Narcisse)
%
Nehmen Sie der Liebe die Achtung, so ist sie nichts mehr.
		-- Jean Jacques Rousseau (Julie oder Die neue Héloïse)
%
Wer wahre Achtung für sich selbst hat, ist gegenüber der ungerechten
Verachtung andrer wenig empfindlich und fürchtet nichts, als sie zu verdienen.
		-- Jean Jacques Rousseau (Julie oder Die neue Héloïse)
%
Solange der Ackerbau geehrt wurde, gab es weder Elend noch Müßiggang,
und es gab weit weniger Laster.
		-- Jean Jacques Rousseau (Letzte Antwort)
%
Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die im
Irrtum verharren, das sind die Narren
		-- Friedrich Rückert
%
Der Adler fliegt allein,
der Rabe scharenweise;
Gesellschaft braucht der Tor,
und Einsamkeit der Weise.
		-- Friedrich Rückert (Die Weisheit des Brahmanen)
%
Je höher du wirst aufwärts gehn,
Dein Blick wird immer allgemeiner;
Stets einen größeren Teil wirst du vom Ganzen sehn,
Doch alles einzelne immer kleiner.
		-- Friedrich Rückert (Vierzeilen)
%
Am Abend wird man klug
Für den vergangenen Tag,
Doch niemals klug genug
Für den, der kommen mag.
		-- Friedrich Rückert (Gedichte, Pseudonym: Freimund Raimar)
%
Vom Aberglauben ist Unglauben stets begleitet,
Und Aberglauben hat zum Glauben oft geleitet.
So im Unglauben ist der Glaube schon enthalten;
Durch Gottes Kraft geweckt, wird er sich draus entfalten.
		-- Friedrich Rückert (Gedichte, Pseudonym: Freimund Raimar)
%
Wuchern wird der Aberglaube,
Wo man weg den Glauben warf.
		-- Friedrich Rückert (Gedichte, Pseudonym: Freimund Raimar)
%
Der Erfolg ist offenbar,
Die Absicht aber ist niemals klar.
Drum wird man alle Menschengeschichten
Ewig nach dem Erfolge richten.
		-- Friedrich Rückert (Vierzeilen, Pseudonym: Freimund Raimar)
%
Je mehr es abwärts geht, je reicher wird das Leben.
		-- Friedrich Rückert (Die Weisheit des Brahmanen)
%
Gesellschaft braucht der Tor, und Einsamkeit der Weise.
		-- Friedrich Rückert (Pseudonym: Freimund Raimar)
%
Der Teufel hat die Welt verlassen, weil er weiß, daß die Menschen
selbst einander die Hölle heiß machen.
		-- Friedrich Rückert (Pseudonym: Freimund Raimar)
%
Erfahren wird seit tausend Jahren, doch du verfolgst umsonst die Spur.
Dir paßt nicht, was für dich ein anderer erfuhr, du mußt es wieder
für dich selbst erfahren.
		-- Friedrich Rückert (Pseudonym: Freimund Raimar)
%
Die Stücke werden immer länger, die Regisseure scheinen sich immer
mehr selbst verwirklichen zu wollen.
		-- Heinz Rühmann
%
Hobbies sind Steckenpferde, die den Reitern die Sporen geben.
		-- Heinz Rühmann
%
Ich erschrecke bei dem Gedanken, wie weit die Unendlichkeit reicht und
frage mich, was wohl hinter der Unendlichkeit kommt.
		-- Heinz Rühmann
%
Sorgen ertrinken nicht in Alkohol, sie können schwimmen.
		-- Heinz Rühmann
%
Alle Frauen sind Meister des geflüsterten Wunschzettels.
		-- Heinz Rühmann
%
Ein Optimist ist ein Mensch, der alles halb so schlimm oder doppelt so
gut findet.
Ein Pessimist ist ein Mensch, der sich über schlechte Erfahrungen
freut, weil sie ihm recht geben!
		-- Heinz Rühmann
%
Wann verläßt ein Zuschauer schon einmal das Kino und wurde in seiner
Seele angerührt?
		-- Heinz Rühmann
%
Die Stücke werden immer länger, die Regisseure scheinen sich immer
mehr selbst verwirklichen zu wollen.
		-- Heinz Rühmann
%
Erst wenn ein Anzug abgetragen ist, beginnt seine Glanzzeit.
		-- Heinz Rühmann
%
Man kann Humor nicht auftragen wie auf einem Servierteller. Der Ton
macht die Musik - und der Resonanzboden muß das Herz sein.
		-- Heinz Rühmann
%
Die Zeit ist zu kostbar, um sie mit falschen Dingen zu verschwenden.
		-- Heinz Rühmann
%
Keulen sind als Vernichtungswerkzeuge etwas aus der Mode. Aber das
Schicksal bedient sich ihrer noch.
		-- Heinz Rühmann
%
Lächeln ist das Kleingeld des Glücks.
		-- Heinz Rühmann
%
Erfüllte Wünsche bedeuten Stillstand. Solange wir leben, müssen wir
unterwegs bleiben.
		-- Heinz Rühmann
%
Es kann so schön sein, alt zu werden, das Gefühl zu haben, das fast
schon ein Glück ist, mehr von jenen Dingen zu wissen, an die man
früher nicht einmal gedacht hat. Weil man angeblich keine Zeit hatte.
		-- Heinz Rühmann
%
Ich bin dem Lieben Gott dankbar, daß er mich so alt werden ließ. In den
letzten Jahren habe ich Dinge erlebt, die ich so noch nicht kannte.
		-- Heinz Rühmann
%
Die meisten und schlimmsten Übel, die der Mensch dem Menschen zugefügt
hat, entsprangen dem felsenfesten Glauben an die Richtigkeit falscher
Überzeugungen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Einzelne, die den überlieferten Anschauungen entgegentraten, sind die
Quelle aller moralischen und geistigen Fortschritte gewesen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Manche Menschen würden eher sterben als nachdenken.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Schulen lehren Patriotismus, Zeitungen produzieren aufregende
Sensationen, Politiker kämpfen für ihre Wiederwahl. Darum können alle
drei für die Rettung der menschlichen Rasse nichts tun.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Wir leiden an unverdautem Wissenschaftsbrei.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Freiheit ist eine schöne Sache, aber nicht dann, wenn sie mit
Einsamkeit erkauft wird.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Vollständige Freiheit ist mit organisierter Gesellschaft unvereinbar,
aber das Ausmaß möglicher Freiheit in einer beliebigen Gemeinschaft
hängt davon ab, wieviel Spielraum für Toleranz in ihrer allgemeinen
Weltanschauung bleibt.
		-- Bertrand A. W. Russel
%
Die Frage heute ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr
eigenes Überleben einzuwilligen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Es ist möglich, daß sich die Menschheit an der Schwelle eines goldenen
Zeitalters befindet, wenn dies jedoch der Fall ist, muß zuerst der
Drache getötet werden, der den Eingang bewacht, und dieser Drache ist
die Religion.
		-- Bertrand A. W. Russell (Warum ich kein Christ bin)
%
Wenn alle Experten einig sind, ist Vorsicht geboten.
		-- Bertrand A. W. Russel
%
Selbst wenn alle Fachleute einer Meinung sind, können sie sehr wohl im
Irrtum sein.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Die Weltgeschichte ist die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Was die Welt braucht, ist nicht ein Dogma, sondern eine Bejahung der
wissenschaftlichen Forschung zusammen mit dem Glauben, daß die Qualen
von Millionen nicht wünschenswert sind, ob sie nun von Stalin oder
einer Gottheit, die sich der Gläubige als sein Ebenbild vorstellt,
verhängt werden.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Wenn man sich auf der Welt umsieht, so muß man feststellen, daß jedes
bißchen Fortschritt im humanen Empfinden, jede Verbesserung der
Strafgesetze, jede Maßnahme zur Verminderung der Kriege, jeder Schritt
zur besseren Behandlung der farbigen Rassen oder jede Milderung der
Sklaverei und jeder moralische Fortschritt auf der Erde durchweg von
den organisierten Kirchen der Welt bekämpft wurde. Ich sage mit
vollster Überzeugung, daß die in ihren Kirchen organisierte
christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschrittes in
der Welt war und ist.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Die Welt, in der wir leben, läßt sich als das Ergebnis von Wirrwarr
und Zufall verstehen; wenn sie jedoch das Ergebnis einer Absicht ist,
muß es die Absicht eines Teufels gewesen sein. Ich halte den Zufall
für eine weniger peinliche und plausiblere Erklärung.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
In der Weltpolitik spritzt mancher, der sich als Feuerwehrmann
ausgibt, mit Benzin.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Mehrheiten zementieren das Bestehende, Fortschritt ist nur über
Minderheiten möglich.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Traditionalismus bedeutet, daß man einem silbernen Salzstreuer, aus
dem kein Salz kommt, den Vorzug gibt vor einem aus Plastik, der
tatsächlich Salz streut.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Die Wissenschaftler bemühen sich, das Unmögliche möglich zu machen.
Die Politiker bemühen sich oft, das Mögliche unmöglich zu machen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
So kann also die Mathematik definiert werden als diejenige
Wissenschaft, in der wir niemals das kennen, worüber wir sprechen, und
niemals wissen, ob das, was wir sagen, wahr ist.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Religionen, wenn sie nicht von Zeit zu Zeit erneuert werden, altern
wie Bäume. Das Christentum in der uns bekannten Form hat seine Zeit
gehabt. Wir wollen eine neue Form, die in Übereinstimmung steht mit
der Wissenschaft und dennoch für ein gutes Leben hilfreich ist.
		-- Bertrand A. W. Russell (Autobiographie)
%
Wir haben eine doppelte Moral: eine, die wir predigen, aber nicht
anwenden, und eine andere, die wir anwenden, aber nicht predigen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Unsere Instinkte wirken nach zwei Richtungen - die eine strebt die
Förderung unseres eigenen Lebens und das unserer Nachkommen an, die
andere will das Dasein vermeintlicher Konkurrenten beeinträchtigen.
Die erste umfaßt Lebensfreude, Liebe und Kunst, die, psychologisch
gesehen, in der Liebe wurzelt. Zur zweiten gehören Wetteifer,
Patriotismus und Krieg. Die herkömmliche Moral tut alles, um die erste
zu unterdrücken und die zweite zu fördern.
		-- Bertrand A. W. Russell (Anleitungen zur Skepsis)
%
Die gängige Moral will stets unterdrücken.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Die Regeln der Moral sollten so sein, daß sie nicht das natürliche
Glück unmöglich machen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Von jeher sind die Christen eher der Masse gefolgt als dem Stifter
ihrer Religion.
		-- Bertrand A. W. Russell (Moral)
%
Die Behauptung, das Christentum habe einen erhebenden Einfluß auf die
Moral, kann nur aufrechterhalten werden, wenn man sämtliche
historischen Beweise ignoriert oder fälscht.
		-- Bertrand A. W. Russell (Warum ich kein Christ bin)
%
Moralisten sind Leute, die sich jedes Vergnügen versagen, außer jenem,
sich in das Vergnügen anderer Leute einzumischen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Bei uns sind diejenigen, die als moralische Leuchten gelten, Menschen,
die selber auf gewöhnliche Freuden verzichten und, um sich selbst
schadlos zu halten, anderen die Freude verderben.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Was das Glück betrifft, so haben weder Erfahrung noch Beobachtung in
mir den Eindruck erweckt, daß Gläubige im Durchschnitt glücklicher
oder unglücklicher seien als Glaubenslose.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Man sollte eigentlich im Leben niemals die gleiche Dummheit zweimal
machen, denn die Auswahl ist so groß.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Der Mensch ist ein Teil der Natur und nicht etwas, das zu ihr im
Widerspruch steht.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Mißerfolg - ein kleiner Umweg auf dem Weg zum Erfolg.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Wir brauchen eine Sittlichkeit, die sich auf Liebe zum Leben, auf
Freude am Wachstum und wirklichen Erfolgen, nicht aber auf
Unterdrückung und Verbote gründet.
		-- Bertrand A. W. Russell (Anleitungen zur Skepsis)
%
Der moderne Mensch betrachtet Geld als ein Mittel, zu mehr Geld zu
kommen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Wer wirklich Autorität hat, wird sich nicht scheuen, Fehler zuzugeben.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Die Fähigkeit, seine Muße klug auszufüllen, ist die letzte Stufe der
persönlichen Kultur.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Es ist ein Jammer, daß die Dummköpfe so selbstsicher sind und die
Klugen voller Zweifel.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Manche Menschen würden eher sterben als nachzudenken.
Und sie tun es auch.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Ein Prozeß, der von der Amöbe zum Menschen geführt hat, schien den
Philosophen augenscheinlichen Fortschritt zu bedeuten - aber ob die
Amöbe dieser Auffassung zustimmen würde, ist nicht bekannt.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Ein Mathematiker weiß nie, wovon er spricht, noch ob das, was er sagt,
wahr ist.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Furcht macht fanatisch.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Die Religion stützt sich vor allen und hauptsächlich auf die Angst.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Ich betrachte die Religion als Krankheit, als Quelle unnennbaren
Elends für die menschliche Rasse.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Es gibt keinen Unsinn, den man der Masse nicht durch geschickte
Propaganda mundgerecht machen könnte.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Das schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und
unnatürliche Einstellung zur Sexualität.
		-- Bertrand A. W. Russell (Warum ich kein Christ bin)
%
Soweit ich weiß, wird in keinem Kirchenlied das hohe Lied der
Intelligenz gesungen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Als Christus die Menschen lehrte, einander zu lieben, erregte er eine
solche Empörung, daß die Menge schrie: 'Kreuzige ihn!'
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Alles wohl erwogen glaube ich nicht, daß religiöser Glaube eine Kraft
zum Guten gewesen ist.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Ich bin selbst gegenüber allen bekannten Religionen Dissident, und ich
hoffe, daß jede Art religiöser Gläubigkeit ausstirbt.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Das Christentum unterscheidet sich von anderen Religionen durch seine
größere Bereitschaft zu Verfolgungen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Das ist der Grundgedanke: daß wir alle schlecht wären, hielten wir uns
nicht an die christliche Religion. Mir scheint es, daß der größte Teil
der Menschen, dier sich daran gehalten hatte, außerordentlich schlecht
war. Es ergibt die seltsame Tatsache, daß die Grausamkeit um so gräßer
und die allgemeine Lage um so schlimmer waren, je stärker die Religion
in ihrer vollen einer Zeit und je fester der dogmatische Glaube war.
		-- Bertrand A. W. Russell (Warum ich kein Christ bin)
%
Die Christen versichern uns, daß ihre Religion eine Religion der Liebe
sei, aber die Annahme des Christentums durch den römischent Staat zu
Zeiten Konstantins trug nichts zur Verminderung der Kriege bei, und in
unseren Tagen waren viele der fanatischsten Kriegshetzer Christen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Es ist gut zu wissen, daß Gott auf unserer Seite steht, aber es
verwirrt ein wenig, wenn man herausfindet, daß der Feind gleichermaßen
vom Gegenteil überzeugt ist.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Als Benjamin Franklin den Blitzableiter erfand, verdammte ihn der
Klerus sowohl in England wie in Amerika, leidenschaftlich unterstützt
von Georg III, als einen frevelhaften Versuch, den Willen Gottes zu
besiegen. Denn alle rechtdenkenden Menschen wußten, der Blitzschlag
wird von Gott geschickt, um die Gottlosigkeit oder eine andere schwere
Sünde zu bestrafen...
		-- Bertrand A. W. Russell (Essays in skepticism)
%
Es ist lange her, daß sich die menschliche Phantasie die Hölle
ausgemalt hat, aber erst durch ihre jüngst erworbenen Fertigkeiten ist
sie in die Lage versetzt worden, ihre einstigen Vorstellungen zu
verwirklichen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Menschen, die immer daran denken, was andere von ihnen halten, wären
sehr überrascht, wenn sie wüßten, wie wenig die anderen über sie
nachdenken.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen
der Grausamkeit.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Wahre Sittlichkeit im Geschlechtsleben ... beruht im Wesentlichen auf
Achtung der Persönlichkeit des andern und einem inneren Widerstreben,
diesen ohne Rücksicht auf seine eigenen Wünsche lediglich als Mittel
zum Zwecke persönlicher Triebsättigung zu gebrauchen.
		-- Bertrand A. W. Russell
%
Alles ist schwierig, bevor es leicht wird.
		-- Moslik Saadi
%
Der Alkohol ist eine Brücke, aber kein Weg.
		-- Alexander von Sacher-Masoch
%
Die Menschen nehmen Dinge in der Bibel hin, die sie im gewöhnlichen
Leben verabscheuen.
		-- Vita Sackville-West (Erloschenes Feuer)
%
Nichts verschafft einem so schnell Achtung, wie wenn man seine
Mitmenschen wissen läßt, daß man ihnen gewachsen ist.
		-- Vita Sackville-West (Erloschenes Feuer)
%
Frieden ist viel wertvoller als ein Stück Land.
		-- Muhamad Anwar Al Sadat
%
Ich freue mich über Verleumdungen, denn sie lenken von der Wahrheit
ab.
		-- Marquis de Sade
%
Eine Liebeserklärung ist wie eine Eröffnung beim Schach: Die
Konsequenzen sind unübersehbar.
		-- Hans Sähnker
%
Eine Dame trägt keine Kleider. Sie erlaubt den Kleidern, von ihr
getragen zu werden.
		-- Yves Saint-Laurent
%
In feierlichen Augenblicken schreitet jeder auf Stelzen einher. Erst
im alltäglichen Leben zeigen wir uns, wie wir sind.
		-- Robert Saitschick
%
Entwicklungshilfe nimmt das Geld der Armen in den reichen Ländern und
gibt es den Reichen in den armen Ländern.
		-- Achmed Mohamed Saleh
%
Mit Adleraugen sehen wir die Fehler anderer, mit Maulwurfaugen unsere
eigenen.
		-- Franz von Sales
%
Laß dich gut beraten, bevor du beginnst. Doch wenn du dich
entschieden hast, handle sofort.
		-- Sallust
%
Wo man arbeitet, da ist genug; wo man aber mit Worten umgeht, da ist
Mangel.
		-- Salomo
%
Potente Offenbarungs-Religionen kennen - wenn man ihnen den Freiraum
läßt - allzu häufig nur eine Maxime, den Umgang mit dem Andersdenkenden
betreffend: Du wirst dran glauben - oder: Du wirst dran glauben! Eine
Maxime, die nicht nur zur Zeit der Kreuzzüge brutal umgesetzt wurde.
		-- M.S. Salomon (eigentl. Michael Schmidt-Salomon)
%
Ist Weltfrieden ohne religiöse Abrüstung überhaupt möglich?
		-- M.S. Salomon (eigentl. Michael Schmidt-Salomon)
%
Es ist falsch, mit dem Zahnstocher an Probleme heranzugehen, wenn der
Abbruchhammer verlangt wird.
		-- M.S. Salomon (eigentl. Michael Schmidt-Salomon)
%
Fängst du dir zu beweisen an,
daß du noch jung geblieben bist, dann,
lieber Freund, denk stets daran,
daß dies ein Alterszeichen ist.
		-- Wolfgang Salpeter
%
Sie sind ein gutes Beispiel dafür, warum manche Tiere ihre Jungen auffressen.
		-- Jim Samuels zu einem Zwischenrufer
%
Es ist ungerecht, Priestern in unserer Zeit immer noch das Heiraten zu
verbieten. Womit haben sie dieses Privileg verdient?
		-- Ramon Sanchez
%
Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen
Kunden nur raten, Efeu zu pflanzen.
		-- George Sand (eigentl. Amandine-Aurore-Lucie Gräfin de Dudevant)
%
Zum Heiraten gehören immer zwei:
Ein Mädchen und seine Mutter.
		-- Adele Sandrock
%
Das Kind hat den Verstand meistens vom Vater, weil die Mutter ihren
noch besitzt.
		-- Adele Sandrock
%
Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die
niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren.
		-- George Santayana (1863-1952)
%
Dem Mutigen gehört die Welt - aber der Feige lebt länger!
		-- Carlo Santuzzi
%
Eine Frau kann vielleicht wunschlos glücklich sein, aber niemals
sprachlos glücklich.
		-- Moritz Saphir
%
Ahnungslosigkeit ist eine gute Waffe.
		-- Nathalie Sarraute
%
Teamwork ist, wenn fünf Leute für etwas bezahlt werden, was vier
billiger tun können, wenn sie nur zu dritt wären und zwei davon
verhindert.
		-- Charles Saunders
%
Frauen vereinfachen unseren Schmerz, verdoppeln unsere Freude und
verdreifachen unsere Ausgaben.
		-- James Saunders
%
Das Gute an einer Glatze ist, daß man immer adrett aussieht.
		-- Telly Savalas
%
Der beste Schutz gegen Haarausfall ist eine Glatze.
		-- Telly Savalas
%
Eine fortschrittliche Frau fortgeschrittenen Alters kann keine Macht
der Welt im Zaum halten.
		-- Dorothy L. Sayers
%
Wer auf Erden jemals Chef einer Koalitionsregierung war, dem bleibt
nach dem Tode das Fegefeuer erspart.
		-- Mario Scelba
%
Absurd ist, wenn ein konfessionsloser Richter einen gottlosen Gauner
ins Gebet nimmt.
		-- Fritz-J. Schaarschuh
%
Es ist ein grobes Missverständnis und eine Fehlwahrnehmung, dem Staat
im Internet Zensur- und Überwachungsabsichten zu unterstellen.
		-- Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble (10. Juli in Berlin)
%
Alkohol ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Nun
hat sie daran zu beißen.
		-- Hardy Scharf
%
Lieber ein Rücktritt als zwei, die vorne bremsen.
		-- Rudolph Scharping
%
Gehen wir freiwillig oder werden wir gerufen?
		-- Rudolf Scharping
%
Das Vorhandensein unwürdiger Repräsentanten erweist die
Lebensfähigkeit einer Organisation.
		-- Richard Schaukal
%
Es gehört schon unwahrscheinliches Glück dazu, eine Drehtür, die man
als Dritter betreten hat, als zweiter zu verlassen.
		-- Walter Scheel
%
Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche
Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des
Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.
		-- Walter Scheel
%
Wer sich nicht achtet, ehrt die Frauen nicht;
Wer nicht die Frauen ehrt, kennt er die Liebe?
		-- Leopold Schefer (Laienbrevier)
%
Der Narr stolpert über den Abgrund, in den der Weise regelrecht
fällt.
		-- Joseph Victor von Scheffel (Ekkehard)
%
Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter.
Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt.
		-- Joseph Victor von Scheffel (Lieder Jung Werners)
%
Höre geduldig den an, der mit dir spricht, und beeile dich nicht, ihn
zu unterbrechen. Man fängt keine Unterhaltung mit Antworten an.
		-- Schehersad (Tausend und Eine Nacht)
%
Eine Diskussion mit dem Regisseur beginnen Schauspieler immer dann,
wenn sie den Text nicht können.
		-- Otto Schenk
%
Nie verzeiht dir eine Frau, daß sie dir etwas verzeihen muß.
		-- Maria Schell
%
Wer am morgen ein Stunde verliert, muß ihr den ganzen Tag nachlaufen.
		-- Josef Konrad Scheuber
%
Früher gab es Märchenerzähler, heute Politiker.
		-- Hans Bernhard Schiff
%
Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht todzukriegen
sind.
		-- Hans Bernhard Schiff
%
Eine Betriebsanalyse ist eine kostspielige Methode, durch
betriebsfremde Fachleute das ermitteln zu lassen, was man im Betrieb
seit 20 Jahren weiß.
		-- Michael Schiff
%
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
		-- Ferdinand von Schill
%
Schwarz-gelb ist eine Warnfarbe.
		-- Otto Schily
%
Es ist ein Widerspruch in sich selbst, wenn man zum Schutz der Verfassung
unveräußerliche Grundsätze der Verfassung preisgibt.
		-- von Schlabrendorff, Geller und Rupp
		(Richter im Abhörurteil des Verfassungsgerichts 1971)
%
Die katholische Kirche begeht wieder einmal den strategischen Irrtum,
mit kämpferischem Mut die gestrigen Barrikaden zu besteigen.
		-- William S. Schlamm
%
In der Politik ist nicht alles richtig, was rechtens ist.
		-- Rezzo Schlauch
%
Aberglaube ist die Form der Ehrfurcht, die selbst den Zufall als
eine Anordnung höherer Mächte anerkennt.
		-- Carl Ludwig Schleich
%
Ein Glaube, der unruhig macht, ist Aberglaube.
		-- Carl Ludwig Schleich
%
Nur derjenige Staat verdient Aristokratie genannt zu werden, in
welchem wenigstens die kleinere Masse, welche die größere
despotisiert, eine republikanische Verfassung hat.
		-- Friedrich Schlegel (Athenäumsfragmente)
%
Ein Geistlicher ist, wer nur im Unsichtbaren lebt, für wen alles
Sichtbare nur die Wahrheit einer Allegorie hat.
		-- Friedrich Schlegel (Ideen)
%
Wer nicht verachtet, der kann auch nicht achten.
		-- Friedrich Schlegel (Lucinde)
%
Tugend ist zur Energie gewordene Vernunft.
		-- Friedrich Schlegel
%
Verbindet die Extreme, so habt Ihr die wahre Mitte.
		-- Friedrich Schlegel
%
Mysterien sind weiblich; sie verhüllen sich gern, aber sie wollen doch
gesehen und erraten sein.
		-- Friedrich Schlegel
%
Die Religion ist das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit.
		-- Friedrich Schleiermacher
%
Laß dir keine Grenzen setzen in deiner Liebe, nicht Maß, nicht Art,
nicht Dauer!
Ist sie doch dein Eigentum: Wer kann sie fordern?
		-- Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
%
Die Phantasie aber ist das eigentlich Individuelle und Besondere eines
jeden.
		-- Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
%
Ein Kamel ist ein Rennpferd, das von einem Komitee entworfen wurde.
		-- B. Schleppey
%
Jeder kann seine eigene Meinung haben, aber manche verdient Prügel.
		-- B. Schleppey
%
Der Unterschied zwischen Psychiater und Patient: Der eine hat die
Schlüssel.
		-- B. Schleppey
%
Talent bedeutet Energie und Ausdauer. Weiter nichts.
		-- Heinrich Schliemann
%
Wer immer auf sein Recht pocht, bekommt wunde Finger.
		-- Volker Schlöndorff
%
Ideologie: Philosophie aus Fertigbauteilen.
		-- Horst Dieter Schlosser
%
Ältere Leute haben oft das Gefühl, sie würden in einem fremden
Land leben.
		-- Wendelin Schlosser
%
Unsere abendländische Kultur, auf Altertum und Renaissance beruhend,
ist im härtesten Kampf gegen die ausgesprochen kulturhemmenden Kräfte
des Christentums entstanden!
		-- Arno Schmidt
%
Ich kenne niemanden, der so oft Recht hat wie ich.
		-- Arno Schmidt
%
Je mehr wir planen, regeln, reglementieren, desto mehr nimmt das Chaos
zu. Das mußte man einmal einsehen: Das Chaos ist die Ordnung.
		-- Aurel Schmidt
%
Männer werden nicht schwul, weil sie keine Frau abkriegen - das ist
nicht so wie bei Lesben.
		-- Harald Schmidt
%
Kirchen und Telekom - haben sie nicht viel gemeinsam? Haben sie nicht
beide ihr Monopol verloren?
		-- Harald Schmidt
%
Moralisch schwächelnde Menschen haben in der katholischen Kirche schon
immer ihren Platz gefunden.
		-- Harald Schmidt
%
Es ist wunderbar, daß man im Fernsehen seine Defekte ausleben kann und
dafür auch noch bezahlt wird.
		-- Harald Schmidt
%
Wer Kritik übelnimmt, hat etwas zu verbergen.
		-- Helmut Schmidt
%
Der wahre Sieger ist der, der die Niederlage erträgt.
		-- Josef Friedrich Schmidt (Erfinder Mensch-Ärgere-Dich-Nicht)
%
Wer sich ständig kontrolliert und anpaßt, hat keine Ausstrahlung.
		-- Renate Schmidt
%
Je älter die Fregatte, desto wichtiger die Takelage.
		-- Siegfried Schmidt
%
Nach der kirchlichen Morallehre wäre es nur konsequent, wenn der Papst
das Zölibat für alle Menschen fordert.
		-- Ulla Schmidt
%
Meine These ist: Die scheinbar neuen Herausforderungen sind so neu
nicht. Wir haben sie nur jahrelang vor dem Hintergrund einer blühenden
Weltkonjunktur verdrängen können. Wir sind von der Konjunktur verwöhnt
worden.
		-- Heyo Schmiedeknecht
%
Erst der Alltag bringt das Nichts des Tages zutage.
		-- Thomas Schmitz
%
Vor dem Sieg des Christentums verlangt man, daß der Staat keinen zu
einer bestimmten Gottesverehrung zwingen darf, dann aber verlangt man
im dem gleichen Ton, daß er alle zur eigenen Gottesverehrung der
Christen zwingen muß, und zwar mit Anwendung aller Gewalt.
		-- Carl Schneider
%
Eine richtige Frau wirkt voll bekleidet auf einen Mann anziehender als
ein nacktes Weib.
		-- Romy Schneider
%
Alle Menschen, die sonst nicht verhindern, wollen nun Aids verhindern.
		-- Werner Schneider
%
Man müßte sich die Unbestechlichkeit bezahlen lassen können.
		-- Werner Schneyder
%
Wir machen immer einen Fehler: Wir investieren Gefühle, statt sie zu
verschenken.
		-- Werner Schneyder
%
Einsamkeit ist Belästigung durch sich selbst.
		-- Werner Schneyder
%
Wenn Karrieren schwindelnde Höhen erreichen, ist der Schwindel häufig
nicht mehr nachzuweisen.
		-- Werner Schneyder
%
Die Zeiten der Wettkämpfer sind die einzigen, die immer besser
geworden sind.
		-- Werner Schneyder
%
Die Feministinnen zäumen die Sache vom Schwanz her auf.
		-- Werner Schneyder
%
Religiös wäre einer, der versucht, das Nachleben nach dem Tod vor dem
Tod vorzuleben.
		-- Werner Schneyder
%
Das große Verdienst der Weltreligionen ist, daß sie den Soldaten die
Angst vor dem Jenseits genommen haben.
		-- Werner Schneyder
%
Venedig und Wien versinken - aber bei Venedig weiß man wenigstens,
wohin.
		-- Werner Schneyder
%
Wir leben im Zeitalter der medialen Massenverblödung.
		-- Peter Scholl-Latour
%
Es ist falsch zu sagen: Der alte Mensch würde wieder zum Kinde. Er ist
immer Kind geblieben, nur zeigte er es auf der Mittelstufe des Lebens
nicht, weil er sich da dessen schämte.
		-- Wilhelm von Scholz
%
Jeder erbärmliche Tropf, der nichts auf der Welt hat, worauf er stolz
sein kann, ergreift das letzte Mittel, die Nation, der er gerade angehört,
um darauf stolz zu  sein, und er ist dankbar bereit, alle Fehler und
Torheiten, die ihr eigen sind, zu verteidigen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Es geht darum, daß man seine Gedanken nicht direkt vom Bauch
auf die Zunge bringt.  Der Umweg über den Kopf ist dringend notwendig.
		-- Friedrich Schorlemmer 23.3.1992
%
Schon in der Formulierung "Das ungeborene Leben" wird die Frau
als Person ausgeblendet.
		-- Luise Schotthoff
%
Ihr Deutsch ist das superlativste, das ich kenne.
		-- Georg Schramm
%
Wenn ich sagen würde, daß Ihre Vergleiche hinken, wäre das eine
Beleidigung für jeden Gehbehinderten.
		-- Georg Schramm
%
Wenn mich bei gut gelaunten Menschen etwas auf die Palme treibt,
dann ist es die Gnade des schlichten Gemüts.
		-- Georg Schramm
%
Der Pöbel soll gar nicht vergleichen, zögern, nachdenken.  Er soll
einfach den erstbesten Dreck kaufen, der angeboten wird.  Das hat doch
eine innere Logik.  Mir hat das geholfen.  Die Wut wird zwar noch
größer, aber die intellektuelle Verwirrung lässt nach.
		-- Georg Schramm
%
Es hat bei mir lange gedauert, bis ich den Niedergang des allgemeinen
Bildungsniveaus und den Verfall unseres Schulsystems nicht mehr als
fahrlässige Vernachlässigung einer Säule unserer Zivilgesellschaft
gesehen habe, sondern als beabsichtigte Verblödung einer wachsenden
Unterschicht.
		-- Georg Schramm
%
Ich lese jeden Tag die Bildzeitung, damit ich weiß, was ich glauben soll.
		-- Georg Schramm
%
Herr Jung handelt aus einer permanenten geistigen Notsituation heraus.
		-- Georg Schramm
%
Ist die Bundesregierung "das Böse"?  Natürlich nicht!  Das Böse müssen
wir uns als etwas Großes vorstellen - da kann es die Bundesregierung schon
mal nicht sein.  Da würden wir dem Bösen nicht gerecht.
		-- Georg Schramm
%
Wir leben nicht in einem wohlhabenden Land sondern in einem Land der
Wohlhabenden.
		-- Georg Schramm
%
Ab 50 denkt man beim Schuhe zubinden darüber nach, was man sonst noch
alles erledigen kann, wenn man schon einmal hier unten ist.
		-- Horst Schrodt
%
Wie oft steckt das Wort Rechte im Grundgesetz: 76 mal.
Wie oft steckt das Wort Linke im Grundgesetz: Kein mal.
Darum schützt der Verfassungschutz auch die Rechten.
		-- Florian Schröder
%
Wie oft steht das Wort Liebe im Grundgesetz: Ein mal in
Kriegshinterbliebenen.
		-- Florian Schröder
%
Bei Facebook heiße ich "Keinem".  Dan steht da immer
"Keinem gefällt das."
		-- Florian Schröder
%
Arbeitsplätze sind wichtiger als Menschen, denn jeder Arbeitsplatz
bekommt einen Menschen aber nicht jeder Mensch bekommt einen
Arbeitsplatz.
		-- Florian Schröder
%
Ich will das Revue kapitulieren lassen.
		-- Bundeskanzler Gerd Schröder
%
Man kann es so oder so machen. Ich bin für so.
		-- Gerhard Schröder
%
Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.
		-- Gerhard Schröder
%
Die höchste Stufe der Vernunft ist, wenn man das im Wesentlichen unterstützt,
was ich für richtig halte.
		-- Gerhard Schröder
%
Sex will einen Körper, Liebe einen Menschen.
		-- Jörg Schröder
%
Alle Menschen sind Brüder - schon seit Kain und Abel.
		-- Ulla Schröder
%
In Deutschland gibt es zwar immer weniger Kinder aber die werden immer
schwerer.  Das heißt, von der Netto Fleischeinwage, also dem Abtropfgewicht,
werden es mehr Kinder, aber es kommt auf die Anzahl an.
		-- Olaf Schubert
%
So ehrlich kann ein Mensch gar nicht sein, daß er sich nicht selbst
belügt.
		-- Rupert Schützbach
%
Auf der untersten Sprosse der Erfolgsleiter ist die Unfallgefahr am
geringsten.
		-- Rupert Schützbach
%
Aus Überzeugung schweigen ist die freiwillige Art, auf den Mund
gefallen zu sein.
		-- Rupert Schützbach
%
Kein Kleidungsstück ist so stark modischen Einflüssen unterworfen wie
ein Deckmantel.
		-- Rupert Schützbach
%
Immer und überall seinen guten Willen zu bekunden ist ein Zeichen von
Willensschwäche.
		-- Rupert Schützbach
%
Wer sich keine Illusionen macht, kann es sich leisten, welche zu
besitzen.
		-- Rupert Schützbach
%
Nichts ist endgültiger als vorläufig.
		-- Sigrid Schulze
%
Wer sich zu sicher ist, gerät leicht in einen alltäglichen Trott.
		-- H. und S. Schumacher
%
Wir leben in einer Demokratie, und jeder kann frei entscheiden,
welche Sportart er machen möchte.
		-- Michael Schumacher
%
Aktivisten sind selten. In der Mehrzahl sind doch die Passivisten,
die, die vom Leben gelebt werden.
		-- Peter E. Schumacher
%
Die erste Konzeption ist immer die natürlichste und beste.
Der Verstand irrt, das Gefühl nicht.
		-- Robert Schumann
%
Ideale sind wie Sterne, man kann sie nicht erreichen,
aber man kann sich nach ihnen orientieren.
		-- Carl Schurz
%
Wer nicht aus Liebe zur Sache arbeitet, sondern nur des Geldes willen,
der bekommt gar nichts: Weder Geld noch Glück.
		-- Charles Michael Schwab
%
Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef.
		-- Hans Schwarz
%
Es gibt auch so etwas wie genozidalen Pazifismus.
		-- Stefan Schwarz
%
Die Schuhfabrikanten machen Frauenschuhe zum Stehenbleiben. Dabei
brauchen wir eher Schuhe zum Davonlaufen.
		-- Alice Schwarzer
%
Frauen begnügen sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen
die Hälfte der Welt.
		-- Alice Schwarzer
%
Frauen sind nicht etwa die besseren Menschen, sie hatten bisher nur
nicht soviel Gelegenheit, sich die Hände schmutzig zu machen.
		-- Alice Schwarzer
%
Keine Automation wird die Büroarbeit je so vereinfachen wie der
Papierkorb.
		-- Karl Schwarzer
%
Chefs sind auch nur Menschen - sie wissen es nur nicht.
		-- Karl Schwarzer
%
Moderne Journalisten erkennt man daran, daß sie schreiben können, aber
nicht denken.
		-- Karl Schwarzer
%
Übergewicht ist nur eine Frage der Größe.
		-- Karl Schwarzer
%
Die Natur macht Frauen verschieden - die Mode macht sie gleich.
		-- Christina von Schweden
%
Ich liebe den Sturm und fürchte die Stille.
		-- Christina von Schweden
%
Geduld ist die Tugend der Kraft- o. Mutlosen.
		-- Christina von Schweden
%
Das Leben ist ein Spiel. Man macht keine größeren Gewinne, ohne
Verluste zu riskieren.
		-- Christina von Schweden
%
Die Güte darf nur bis zu dem Punkt reichen, wo sie in Dummheit
umschlägt.
		-- Hans Schweizer
%
Wer eigentlich hat unsere alte Erde wie einen fetten Braten nur mit
soviel Absurdität gespickt?
		-- Christa Schyboll
%
Karikaturen sind geistige Akupunktur ohne therapeutische Absicht.
		-- Ronald Searle
%
Eine treffende Karikatur ist optisches Juckpulver.
Sie zwingt den Betroffenen sich zu kratzen.
		-- Ronald Searle
%
Der wahre Humor ist schwarz mit einer schmalen weißen Borte.
		-- Ronald Searle
%
Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen,
die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.
		-- Horst Seehofer (Pelzig hält sich, 20. Mai 2010)
%
Ein moderner Kritiker ist ein Mann, der sehr böse wird, wenn dem
Publikum etwas gefällt, was er nicht mag.
		-- Erich Segal
%
Kunst ist das Fenster, durch das Mensch seine höhere Fähigkeit
erkennt.
		-- Giovanni Segantini
%
Arme Menschen, die schon von Geburt an sehr alt sind!
		-- Ina Seidel
%
Entrüstung - ein Gallenwespenprodukt, das im wesentlichen aus Schaum
besteht.
		-- Heinrich Wolfgang Seidel
%
Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der Vorteil
aufhört.
		-- Haile Selassie I.
%
Wenn man die Inschriften auf den Friedhöfen liest, fragt man sich
unwillkürlich, wo denn eigentlich die Schurken begraben liegen.
		-- Peter Sellers
%
Ein Gentleman ist ein Mann, der eine Frau so lange beschützt, bis er
mit ihr allein ist.
		-- Peter Sellers
%
Den Mächtigsten in de Familie erkennt man darn, daß er bestimmt,
welches Fernsehprogramm eingeschaltet wird.
		-- Peter Sellers
%
Chirurgen sind die einzigen Menschen, die ohne fremden Blinddarm und
ohne fremde Mandeln nicht leben können.
		-- Peter Sellers
%
Es gibt das Wort Liebe im Grundgesetz einmal – und zwar im Wort
Kriegshinterbliebenen.
		-- Nico Semsrott
%
Die Kirche ist eine ausgeflippte Braut, die mitten auf dem Marktplatz
mit Bankiers und Diplomaten hurt und kleinen onanierenden Kindern das
Leben sauer macht.
		-- W. Senakowsky
%
Das X ist der Klappstuhl des Alphabets.
		-- Ramòn Gómez de la Serna
%
Das Üble am Sparen ist, daß man nicht weiß, ob man für das Leben
oder Tod spart.
		-- Ramón Gómez de la Serna
%
Pressefreiheit ist in Deutschland die Freiheit von zweihundert reichen
Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.
		-- Paul Sethe (Gründungsmitglied Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
%
Belaste dich nicht mit Haß. Es ist eine schwerere Bürde, als du
denkst.
		-- Marie de Sévigné
%
Ich will zugeben, daß eine einzige Vorhersage Jesu Christi
unbestreitbar eingetroffen ist: Ich komme nicht Frieden zu bringen auf
Erden, sondern das Schwert.
		-- Percy Bysshe Shelley
%
Das Blut, welches die Bekenner des Gottes der Barmherzigkeit und des
Friedens seit der Einführung seiner Religion vergossen haben, würde
wahrscheinlich genügen, um die Anhänger aller anderen Sekten, die
jetzt auf der Erdkugel wohnen, zu ersäufen.
		-- Percy Bysshe Shelley
%
Ich behaupte, daß die Religion das Kind des kalten Vorurteils und der
egoistischen Angst ist. Liebe zu Gott, zu Christus und zum Heiligen
Geist (das ist alles dasselbe) entspringt gewiß letzterem Motiv.
		-- Percy Bysshe Shelley
%
Barbarische und unzivilisierte Völker haben übereinstimmend, unter
verschiedenen Namen, einen Gott angebetet, dessen Modell sie selber
waren; rachsüchtig, blutdürstig, kriecherisch und launisch.
		-- Percy Bysshe Shelley
%
Eigentlich wollten sie ja wieder einen Affen in den Weltraum schießen,
aber dann erschien ihnen das doch zu grausam - und sie haben mich
genommen.
		-- Alan Shephard
%
Aus seinem inneren Wesen heraus muß der Verkäufer dem Kunden als
Mensch Achtung und Interesse entgegenbringen - und nicht nur das
Interesse, das man an einem Geldautomaten hat, den man ausnehmen will.
		-- Paul Sherlock (Unternehmen als Kunden)
%
Hören Sie nicht auf das, was die Kritiker sagen. Für einen Kritiker
ist noch nie ein Denkmal errichtet worden.
		-- Jean Sibelius
%
Das Credo des heutigen Menschen lautet:
'Ich glaube an das Image, an den Computer und an die Demoskopie.'
		-- Vittorio de Sica
%
Fernsehen ist das einzige Schlafmittel, das mit den Augen eingenommen
wird.
		-- Vittorio de Sica
%
Wenn der Preis zur Maxime wird bleibt der Wert auf der Strecke.
		-- Christoph Sieber
%
Der Bezug einer Zeitung oder der Kauf eines Buches gibt niemandem das
Recht, an die Verfasser von Artikeln oder Büchern dreiste Briefe zu
schreiben.
		-- Friedrich Sieburg
%
Wir arbeiten um der Arbeit willen, weil uns das Talent zum Glück
fehlt.
		-- Friedrich Sieburg
%
Man muß den Mut haben, laut auszusprechen, daß es für die Menschen
besser ist, keinen Glauben zu haben, als nur einen Glauben um des
Glaubens willen.
		-- Friedrich Sieburg
%
Wie leicht wäre die Welt zu regieren, wenn sie nicht aus Menschen
bestünde.
		-- Friedrich Sieburg
%
Obwohl es keine Oberschicht mehr gibt, wollen immer mehr Leute ihr
angehören.
		-- Friedrich Sieburg
%
Je jünger ein Land, um so mehr bemüht es sich darum, eine Geschichte
zu haben.
		-- Friedrich Sieburg
%
Prominenz ist eine Eigenschaft, die nicht durch Auslese, sondern durch
Beifall zustande kommt.
		-- Friedrich Sieburg
%
Das Leben ist zu wichtig, um es ernstzunehmen.
		-- Corky Siegel
%
Man wird alt, wenn man spürt, daß die Neugierde nachlässt.
		-- Andre Siegfried
%
Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das
Durchhalten.
		-- Katharina von Siena (1347-1380)
%
Wer vor fünfzig Jahren lebte, hatte zwar auch Probleme, aber er wußte
zugleich auch die richtige Antwort.
		-- Georges Simenon
%
Jeder Mensch hat das Recht auf schlechte Laune. Man sollte das in die
Verfassung aufnehmen.
		-- Georges Simenon
%
Wir sind alle potentielle Romanfiguren - mit dem Unterscheid, daß
sich Romanfiguren wirklich ausleben.
		-- Georges Simenon
%
Die Faulen haben keine Ahnung vom Reiz der Faulheit. Nur die Fleißigen
können den Müßiggang genießen.
		-- Georges Simenon
%
Sehr viele Menschen leben davon, daß die Wahrheit auf Erden so schwer
zu finden ist: die Detektive, Rechtsanwälte, Richter, Schriftsteller,
Wissenschaftler, Philosophen, Geistliche und viele andere.
		-- Georges Simenon
%
Gebildet ist, wer weiß, wo er findet, was er nicht weiß.
		-- Georg Simmel
%
Vergessen und Schweigen sind die Grundpfeiler von Angela Merkels Politik.
Eher untypisch für eine Frau.
		-- Philip Somin
%
Eitelkeit ist der Wunsch, bei dem, was man tut, gesehen zu werden.
		-- Heide Simonis
%
Alkohol - Der Ursprung und die Lösung sämtlicher Lebensprobleme.
		-- Homer Simpson
%
Man empfängt Menschen nach dem Kleide, und entläßt ihn nach dem Verstand.
		-- Karl Simrock
%
Für die Frau ist die Ehe immer ein Lotteriespiel. Für den Mann beginnt
mit der Heirat der unwiderrufliche Abstieg.
		-- Frank Sinatra
%
Wenn sich ein Laster genügend verbreitet hat, wird eine Tugend daraus.
		-- Frank Sinatra
%
So mancher, der den Wunsch hat, ewig zu leben, weiß oft nicht, wie er
eine kurze Stunde ausfüllen soll.
		-- Upton Sinclair
%
Kultur ist, was der Metzger hätte, wäre er Chirurg.
		-- Conrad Singer
%
Halbwissen reicht für Männer aus.
		-- Hella von Sinnen
%
Wir werden alt, wenn die Erinnerung uns zu freuen beginnt. Wir sind
alt, wenn sie uns schmerzt.
		-- Peter Sirius
%
Großstadt-Bahnhofsbezirk: erogene Zone
Touristen: laufendes Kapital
		-- Hans-Horst Skupy
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Alter - Auszeichnung, die man sich in der Jugend verdient.
		-- Hans-Horst Skupy
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Entwöhnungskur: Ende einer Schnapsidee.
		-- Hans-Horst Skupy
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Junggesellen sind Männer, die wissen, wie klein die Chance ist, daß
man in einer Auster eine Perle findet.
		-- Bill Slater
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Vertrauen Sie mir. Ich weiß was ich tue.
		-- Sledge Hammer
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Der Krieg ist zu langsam für das Medium Fernsehen.
		-- Peter Slotterdijk
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Achten die Menschen sich selbst, so achten sie gewöhnlich auch die
fremde Persönlichkeit.
		-- Samuel Smiles (Charakter)
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Wer selbst geachtet werden will, der muß die Eigenart seiner
Mitmenschen achten.
		-- Samuel Smiles (Charakter)
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Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der
weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist.
		-- Adam Smith
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Was man Zuneigung nennt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als
Sympathie der Gewohnheit.
		-- Adam Smith
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Der Mensch ist das einzige Tier, das Geschäfte macht.
Kein anderes Tier tut dies; kein Hund tauscht Knochen mit einem anderen.
		-- Adam Smith
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Männer sind gar nicht so primitiv, wie Frauen meinen - sie sind noch
viel primitiver.
		-- Kim Snolden
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Die Aussage, daß Dir Überwachung egal ist, weil Du nichts zu verbergen
hast, bedeutet nichts anderes als, daß Dir freie Rede egal ist, weil Du
nichts zu sagen hast.
		-- Edward Snowden
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Nicht jeder, der fest im Sattel sitzt, kann auch reiten.
		-- Kim Snolden
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Das beste an modernen Schlagern ist, daß sie nicht lange modern
bleiben.
		-- Kees Snyder
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Takt ist vor allem die Kunst des Überhörens.
		-- Hans Söhnker
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Schließlich erreicht jeder Mensch jedes Ziel. Er muß es nur genügend
weit zurückstecken.
		-- Hans Söhnker
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Alles Wichtige lernt man von den Frauen, alles Unwichtige vergißt
man bei ihnen.
		-- Hans Söhnker
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Religion ist für die meisten etwas, woran man glaubt, weil man glaubt,
daß der andere daran glaubt.
		-- Hjalmar Söderberg
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Tief in seinem Inneren weiß jeder Mann, daß er ein wertloser
Misthaufen ist. Er ist geil wie ein Vieh und schämt sich deswegen
zutiefst.
		-- Valerie Solanas (Radikalfeministin)
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Den Mann ein Tier zu nennen heißt ihm zu schmeicheln.
		-- Valerie Solanas
(Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung des Mannes - Society for
Cutting Up Men, S.C.U.M.)
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Daß Politiker ihre Wähler für blöd halten, ist nicht neu. Aber die
Ausgangslage war nie schwieriger.
		-- Simone Solga
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Ich glaube Männer sterben nur eher als Frauen, weil sie ihre Ruhe
haben wollen.
		-- Simone Solga
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Toleranz wächst mit der Entfernung zum Problem.
		-- Simone Solga
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Schulbildung schadet niemanden, sofern er sich später die Mühe macht,
etwas Ordentliches zu lernen.
		-- Karel Soltan
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Eine Konferenz ist eine Veranstaltung, wo viele hingehen und wenig
herauskommt.
		-- Karel Soltan
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Journalisten benutzen mehr Wörter, als sie brauchen, um mehr zu sagen,
als sie wissen.
		-- Karel Soltan
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Die schlechten Menschen helfen einander.  Das ist ihre größte Stärke.
		-- Alexander Issajewitsch Solschenizyn
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Gerüchte soll man erst ernst nehmen, wenn sie dementiert werden.
		-- Carl Sommer
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Klatschspalten sind die Jungbrunnen der Prominenz.
		-- Carl Sommer
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Mit Unternehmen und dem Internet ist es wie mit Teenagern und Sex.  Alle sind
besessen davon.  Alle glauben, daß die anderen es machen.  Alle wollen auch,
daß alle anderen glauben, sie machten es.  Aber die wenigsten tun es wirklich
... und dann klappt es noch nicht einmal.
		-- Ron Sommer
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Erfolge nehmen alle in Anspruch, Mißerfolge werden einem einzigen
zugeschrieben.
		-- Sophokles (496-406 v.Chr.)
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Befehle nicht, wo dir die Macht gebricht.
		-- Sophokles (496-406 v.Chr.)
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Das harte Wort schmerzt immer, seis auch ganz gerecht.
		-- Sophokles (496-406 v.Chr.)
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Achtung verdient, wer vollbringt, was er vermag.
		-- Sophokles (496-406 v.Chr.)
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Es ist besser, in Ehren zu versagen, als durch Betrug erfolgreich zu
sein.
		-- Sophokles (496-406 v.Chr.)
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Abenteuerurlaub besteht aus siebzig Prozent Vorfreude und aus dreißig
Prozent Nachsorge.
		-- Alberto Sordi
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Eine moderne Regierungserklärung ist wie eine Speisekarte: Niemand
weiß, was nicht alles noch gestrichen wird.
		-- Alberto Sordi
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Selig ist der, der nichts zu sagen hat und trotzdem schweigt.
		-- Kurt Sowinetz
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Die Dummheit ist die sonderbarste aller Krankheiten. Der Kranke leidet
niemals an ihr. Aber die anderen leiden.
		-- Paul-Henri Spaak
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Die Engländer haben das Öl, die Franzosen die Kernkraft und die
Deutschen die Diskussion erfunden.
		-- Lothar Späth
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Mode ist gelegentlich eine andere Bezeichnung für kollektive Dummheit.
		-- Sulamith Sparre
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Hitler lobte Adenauer seiner Starrköpfigkeit wegen, in Wirklichkeit
wäre er mit dem unbequemen Mann sofort zusammengeraten.
		-- Albert Speer (Spandauer Tagebücher, 1949)
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Wer mit den Wölfen heult, wird kurz oder lang von ihnen zerrissen.
		-- Adolf Spemann
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Selbstlosigkeit ist ausgereifter Egoismus.
		-- Herbert Spencer
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Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln.
		-- Herbert Spencer
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Selbstlosigkeit ist ausgereifter Egoismus.
		-- Herbert Spencer
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Alle Abstraktion ist anthropomorphes Zerdenken.
		-- Oswald Spengler (Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß)
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Was Schicksal ist, läßt sich nicht definieren, nur sehend erleben.
		-- Oswald Spengler
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Friede - die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.
		-- Oswald Spengler
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Wer Gott definiert, ist schon Atheist.
		-- Oswald Spengler (Gedanken, Von der Religion)
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Es ist selten, daß ein Mensch weiß, was er eigentlich glaubt.
		-- Oswald Spengler (Gedanken, Von der Religion)
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Ob man jetzt zwei Stunden CNN sieht oder die gleiche Zeit in ein Aquarium
glotzt, ist, was den Informationsgehalt angeht, vollkommen identisch.
		-- Wilfried Spickler
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Heucheln, das Wort klingt schlecht, drum nennt man es Takt.
		-- Carl Spittler
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Kleider machen Leute, sagen die Leute, die Kleider machen.
		-- Daniel Spitzer
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Für den Altgewordenen wird alles dringend.
		-- Eduard Spranger
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Aus dem Leben eines Systemberaters:
Sorge für die rasche Behebung des Symptoms, nicht des Problems, denn
nichts lenkt besser ab als eine rasche Reaktion an der falschen Stelle.
		-- R. K. Sprenger ("Das Prinzip Selbstverantwortung")
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Leider sind meines Erachtens nicht zu vernachlässigende Teile der
Bevölkerung potentiell bis akut ausreichend 'vertrottelt'.
		-- Helmut Springer
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Die genialen Menschen aller Länder sind sehr wohl imstande, einander
zu verstehen und zu achten.
		-- Germaine de Staël (Über Deutschland)
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Es gehört viel Kraft dazu, Gefühle zu zeigen, die ins Lächerliche
gezogen werden können.
		-- Germaine de Staël
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Die Heiden haben das Leben vergöttert, die Christen den Tod.
		-- Germaine de Staël
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In Deutschland kann es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen
betreten müßte.
		-- Joseph Stalin
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Das Schlimmste an der Einsamkeit ist, daß man sich selbst bemitleidet.
		-- Sylvester Stalonne
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Je mehr man sich mit der lateinischen Sprache befaßt, desto klarer
wird es einem, warum das Römische Reich untergegangen ist.
		-- Edward Stanley
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Drohlärm ist Eselsgeschrei.
		-- Friedrich II. von Staufen
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Beurteile niemals deine Möglichkeiten danach, was deine Augen sehen
können, sondern danach, was dein Geist sich vorstellen kann.
		-- Walter Staples
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Das wird sicher ein Spaß
		-- Star Treck, Der erste Kontakt,
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Es läßt sich nicht bestreiten: Witwen leben länger als ihre Männer.
		-- Ingrid Steeger
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Es kommt nicht darauf an, die Welt zu verändern, sondern sie zu
vermenschlichen.
		-- Karl Steinbuch
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In der DDR haben wir uns wenigstens offen dazu bekannt, daß wir in
einer Diktatur des Proletariats leben.  Jetzt leben wir in einer
Diktatur des Euro - die Demokratie ist nur eine inszenierte
Mediendemokratie.
		-- Uwe Steinecke
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Aus der Art wie ein Kind spielt, kann man erahnen, wie es als
Erwachsener seine Lebensaufgabe ergreifen wird.
		-- Rudolf Steiner
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Kann man etwas nicht verstehen, dann urteile man lieber gar nicht, als
daß man verurteile.
		-- Rudolf Steiner
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Es gibt Tiere, die kein Fleisch fressen, z.B. unsere Kühe. Wenn wir
das Experiment machen könnten, eine Ochsenherde mit Fleisch zu
füttern, so würden die Ochsen verrückt.
		-- Rudolf Steiner
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Ein großer Mann gleicht einem Adler; je höher er sich aufschwingt,
desto schwieriger ist er zu erkennen, und so muß er seine Größe mit
der Einsamkeit seiner Seele bezahlen.
		-- Stendhal (Über die Liebe)
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Der Verliebte hat keine Zeit, geistreich zu sein.
		-- Stendhal (eig. Marie-Henri Beyle)
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Alles kann man sich in der Einsamkeit aneignen, außer Charakter.
		-- Stendhal (eig. Marie-Henri Beyle)
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Wer die Frauen im Allgemeinen liebt, sollta aufpassen, nicht einer
speziell zu verfallen.
		-- Stendhal (eig. Marie-Henri Beyle)
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Je höher gestimmt die Seele einer Frau, desto fürchterlicher ihre Ausbrüche.
		-- Stendhal (eig. Marie-Henri Beyle)
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Die Macht einer Frau wird an dem Maß des Unglücks gemessen,
das sie über ihren Geliebten verhängen kann.
		-- Stendhal (eig. Marie-Henri Beyle)
%
Das wahre Vaterland ist das Land, wo man die meisten Menschen trifft,
die einem gleichen.
		-- Stendhal (eig. Marie-Henri Beyle)
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Der Gedanke, daß jedes Mißgeschick
außerordentlich häufig vorkommt, nimmt ihm die Bedenklichkeit.
		-- Stendhal (eig. Marie-Henri Beyle)
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Es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird -
das bißchen besser wär das Warten nicht wert.
		-- Die Sterne
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Heutzutage kennen die Leute den Preis von allem und den Wert von
nichts.
		-- Horst Stern
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Nirgends strapaziert sich der Mensch so sehr wie bei der Jagd nach
Erholung.
		-- Laurence Sterne
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Es liegt in der Natur der Hypothese, daß sie, einmal gefaßt, alles
und jedes als Nahrungsstoff an sich reißt.
		-- Laurence Sterne
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Es ist einfacher, für ein Prinzip zu kämpfen, als ihm gerecht zu
werden.
		-- Adlai Ewing Stevenson
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Eine Revolution muß man am Anfang, nicht am Ende abbremsen.
		-- Adlai Ewing Stevenson
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Der Mensch lebt nicht von Wörtern allein, ungeachtet der Tatsache,
daß er sie manchmal schlucken muß.
		-- Adlai Ewing Stevenson
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Der Schmerz ist ein heiliger Engel, und durch ihn sind die Menschen
größer geworden als durch alle Freuden dieser Welt.
		-- Adalbert Stifter
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Was je Gutes oder Böses über die Menschen gekommen ist, haben Menschen
gemacht.
		-- Adalbert Stifter
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Das ist das Merkmal des großen und guten Menschen, daß er immer
zuerst auf das Ganze und auf andere sieht, auf sich zuletzt.
		-- Adalbert Stifter
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Der Mensch kann nicht leben ohne das sittlich Große, ja, wenn es ihm
entzogen wird, verlangt er danach mit heftigerem Hunger als nach jedem
anderen Ding dieser Erde.
		-- Adalbert Stifter
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Es gibt Dinge, die jeder leicht haben kann, nur bücken muß er sich
danach.
		-- Adalbert Stifter
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Ich habe Ahnungen nie geleugnet, da dem Menschen ein Wissen auch ohne
die Sinne, die Untersuchung, die Erfahrung und dergleichen zukommen
kann, welches Wissen so gewiss ist wie jedes andere, ja gewisser, da
der Verstand irren kann.
		-- Adalbert Stifter (an Amalia Stifter, 1866)
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Wenn ich so zurückdenke an meine einstige Jugend, es ist es mir: Wo
sind denn die Jahre hingekommen, und wie bin ich denn so alt geworden?
Da ist noch alles so schön wie gestern - die Berge stehen noch, die
Sonne strahlt auf sie herunter, und die Jahre sind dahin als wie ein
Tag.
		-- Adalbert Stifter (Der Hagstolz)
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Hast du schon einen Geist gesehen? Nein, ich nicht, aber meine
Großmutter.
		-- Max Stirner (Der Einzige und sein Eigentum)
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Als Pythagoras gefragt wurde, was ein Freund sei, antwortete er: 'ein
zweites Ich.
		-- Stobäus
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Als der Humor den Karneval sah, zweifelte er an sich.
		-- Norbert Stoffel
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Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.
		-- Edmund Stoiber
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Im deutschen Fernsehen gibt es nur noch kaputte Familien.  Außer den Simpsons
gibt es keine normale Familie mehr im TV.
		-- Edmund Stoiber
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Was mich besorgt, ist dass unsere Gesellschaft eher an schnellen Antworten
denn an gründlichem Nachdenken und Überlegen interessiert ist.
		-- Clifford Stoll
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Wer je gelebt in Liebesarmen, der kann im Leben nie verarmen.
		-- Theodor Storm
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Was du immer kannst zu werden, Arbeit scheue nicht und Wachen; aber
hüte deine Seele vor dem Karrieremachen!
		-- Theodor Storm
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Autorität wie Vertrauen werden durch nichts mehr erschüttert als durch
das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden.
		-- Theodor Storm
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Wenn der Pöbel aller Sorte tanzet um die goldnen Kälber, halte fest:
Du hast vom Leben doch am Ende nur dich selber.
		-- Theodor Storm
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Gesunder Menschenverstand ist das Talent, die Dinge zu sehen, wie sie
sind, und Dinge zu tun, wie sie getan werden sollten.
		-- Calvin Ellis Stowe
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Einer Zeit der grenzenlosen Entdeckungen folgt vielleicht eine Zeit
der Entdeckung der Grenzen.
		-- Bernd Stoy
%
Geld macht nicht glücklich, aber es erlaubt einem, sich sein Elend
auszusuchen.
		-- Kurt Strachwitz
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Ein Mann, den niemand achtet, verliert dadurch seine Würde, und so
zählt dieser Mann nur noch halb, auch wenn er unversehrt ist.
		-- Gottfried von Straßburg (Tristan)
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Alterserscheinungen sind Drohbriefe des Todes.
		-- Eleonore van der Straten-Sternberg
%
Niemand nimmt in einem Hause so einen gewaltigen Platz ein wie ein
Toter.
		-- Eleonore van der Straten-Sternberg
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Wenn ein Zug in die falsche Richtung fährt, sind alle Stationen
falsch.
		-- Franz Josef Strauß
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Politik wird mit dem Kopf, nicht mit dem Kehlkopf gemacht.
		-- Franz Josef Strauß
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Wer für Harmonie ist, muß auch bereit sein, das Harmonium zu spielen.
		-- Franz Josef Strauß
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Wisse am Morgen, daß die Gestalt deines Tages nicht schön werden
kann, wenn deine ersten Gedanken und Regungen es nicht sind! Wisse am
Abend, daß dein letzter wacher Hauch die Kraft hat, diese Gestalt zu
vollenden oder zu zerstören!
		-- Ludwig Strauss
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Moderne Musik ist Instrumentenstimmen nach Noten.
		-- Igor Strawinsky
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Es ist der Traum jeder Frau, der Traum eines Mannes zu sein.
		-- Barbra Streisand
%
Heutzutage gilt ein Mann schon als Gentleman, wenn er die Zigarette
aus dem Mund nimmt, bevor er eine Frau küßt.
		-- Barbara Streisand
%
Persönlich ist Adenauer für Köln unzweifelhaft glänzend, ob immer
im Reichsinteresse handelnd, wohl zu bezweifeln.
		-- Gustav Stresemann (Rede, 1925)
%
Aus Niederlagen lernt man leicht.
Schwieriger ist es aus Siegen zu lernen.
		-- Gustav Stresemann
%
Es gibt zwei Dinge, die ich nicht mag: Vorurteile und Frauen am
Steuer.
		-- Kommissar Strobel
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Wenn du kein Make-up trägst, gibst du den Männern das Gefühl,
ehrlich mit dir sein zu müssen, weil du ehrlich mit ihnen bist.
		-- Sharon Stone
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Gesunder Menschenverstand ist das Talent, die Dinge zu sehen, wie sie
sind, und Dinge zu tun, wie sie getan werden sollten.
		-- Calvin Ellis Stowe
%
Freiwillig abzusteigen ist nicht peinlich, wenn sich die Zuschauer nur
überzeugen lassen, daß es freiwillig geschieht; stürzen aber ist
bitter, zumal ein Sturz stets vom Beifall der Untenstehenden begleitet
wird.
		-- August Strindberg (Der Sohn der Magd)
%
Ich verachte Leute, die Hunde halten. Das sind Feiglinge, die sich
nicht trauen, die Leute selber zu beißen.
		-- August Strindberg
%
Der Morgen bringt etwas, das Jugend verleiht. Wenn die, welche den
Morgen verschlafen, wüßten, was sie verlieren.
		-- August Strindberg
%
Ältere Menschen glauben gern an sich selbst.
		-- August Strindberg
%
In kritischen Lagen soll man nicht Sündenböcke suchen, sondern einen
Ausweg.
		-- Hanna Suchocka
%
Dein tägliches Quantum Sonnenschein mußt du dir täglich selbst
verdienen.
		-- Hermann Sudermann
%
Meist legen wir Fehler erst dann ab, wenn wir entdeckt haben, wie sie
anderen stehen.
		-- Peggi Sue
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Der Fuchs wechselt den Balg, nicht den Charakter.
		-- Gaius Suetonius (70 n.Chr.-?)
%
Nur tote Fische schwimmen immer mit dem Strom.
		-- Rita Süßmuth
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Eine Frau ist wie ein Gummibaum. Ist sie älter als 30, taugt sie
nichts mehr.
		-- Achmed Sukarno
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Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit
Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer
wieder mit Blut abgewaschen werden.
		-- Bertha von Suttner
%
Schönheit sollte besteuert werden, und jede schöne Frau sollte ihre
Steuer selbst festsetzen. Eine solche Steuer würde gerne gezahlt und
hätte die besten Wirkungen.
		-- Dean Swift
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Eine Erfolgsformel kann ich dir nicht geben; aber ich kann dir sagen,
was zum Mißerfolg führt: Der Versuch, jedem gerecht zu werden.
		-- Herbert Swope
%
Der Zorn beginnt mit Wut und schließt mit Reue.
		-- Publilius Syrus (1. Jh. v. Chr.)
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Oft habe ich meine Worte bereut, doch niemals mein Schweigen.
		-- Publilius Syrus (1. Jh. v. Chr.)
%
Ich glaube, daß Gott in der Geschichte nicht anwesend ist. Andernfalls
müßte ich ihn belasten mit Auschwitz und mit dem Stalinismus. Aber
jeder von uns hat den eigenen Engel und den eigenen Teufel. Nur sind
die Engel faul und machen oft Urlaub, während die Teufel stets fleißig
sind.
		-- Andrzej Szczypiorski
%
Meiner Meinung nach ist Gott ein Pole, denn er hat die Schöpfung ein
bißchen verpfuscht.
		-- Andrzej Szczypiorski
%
Eine Entdeckung besteht darin, etwas zu sehen, was jederman gesehen
hat, und sich dabei etwas zu denken, was noch niemand gedacht hat.
		-- Albert von Szent-Györgi
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Takt ist wohl keine Tugend der Satire. Nur wenn man schneidet, heilt
man Geschwüre.
		-- Jan Sztaudynger (Polnische Pointen)
%
Wir können nicht das geringste tun, um das Eindringen einer
fortgeschrittenen Zivilisation in unser Sonnensystem zu verhindern,
denn sie wäre uns wissenschaftlich und technologisch turmhoch
überlegen.  Bösartige Absichten jedoch brauchen wir ihr dennoch
nicht zu unterstellen, scheint doch allein schon ihr langer
Bestand darauf hinzudeuten, daß ihre Vertreter mit ihresgleichen
und anderen leben gelernt haben.
		-- Carl Sagan (Unser Kosmos)
%
Wir bewältigen unseren Alltag fast ohne das geringste Verständnis der
Welt.
		-- Carl Sagan
%
Leute, die auf Rosen gebettet sind, verraten sich dadurch, daß sie
immerzu über die Dornen jammern.
		-- Françoise Sagan
%
Aus einem tiefen Weltschmerz reißt uns zuweilen sehr wohltätig ein
kleines Alltagsärgernis.
		-- Françoise Sagan
%
Es gibt ein Alter, in dem eine Frau schön sein muß, um geliebt zu
werden. Und dann kommt das Alter, in dem sie geliebt werden muß, um
schön zu sein.
		-- Françoise Sagan
%
Keine Frau trägt gerne ein Kleid, das eine andere abgelegt hat. Mit
Männern ist sie nicht so wählerisch.
		-- Françoise Sagan
%
Das Glück ist eine Gnade, unerbittlich und mit unabsehbaren Folgen.
		-- Françoise Sagan
%
Hin und wieder verlieren Mädchen ihren besten Freund, wenn sie ihn
heiraten.
		-- Françoise Sagan
%
Wenn ein Mann sich für unwiderstehlich hält, liegt es oft daran, daß
er nur dort verkehrt, wo kein Widerstand zu erwarten ist.
		-- Françoise Sagan
%
Am meisten freut man sich über den guten Ruf, den man nicht verdient
hat.
		-- Françoise Sagan
%
Man weiß selten was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war.
		-- Françoise Sagan
%
Wer ohne Grund traurig ist, hat Grund, traurig zu sein.
		-- Françoise Sagan
%
Für das Wohlbefinden einer Frau sind bewundernde Männerblicke
wichtiger als Kalorien und Medikamente.
		-- Françoise Sagan
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Der Krieg ist kein Abenteuer. Der Krieg ist eine Krankheit. Wie der
Typhus.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Der niedrige Mensch hat die Verachtung erfunden, da seine Wahrheit die
anderen ausschließt.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Die Intelligenz verdirbt den Sinn für das Wesentliche.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Mein Freund, ich brauche dich - wie eine Höhe, in der man anders
atmet.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Um klarzusehen genügt ein Wechsel der Blickrichtung.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Mancher denkt gar nicht.  Das erspart es ihm, falsch zu denken.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Deine Männer
zusammen, um Holz zu beschaffen und um die Arbeit zu verteilen,
sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Die schönste Freude erlebt man immer da, wo sie am wenigsten erwartet
wird.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Es gibt nur eine wahrhafte Freude, den Umgang mit Menschen.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt, zu
leben.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen
unsichtbar.
		-- Antoine de Saint-Exupéry (Der kleine Prinz)
%
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Wenn es Dir gelingt, über Dich selbst Gericht zu sitzen, dann bist Du
ein wirklicher Weiser.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Die Sprache ist ein unvollkommenes Werkzeug. Die Probleme des Lebens
sprengen alle Formulierungen.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Leben heißt langsam geboren zu werden. Es wäre allzu bequem, wenn man
sich fix und fertige Seeln besorgen könnte.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Der Mensch der nicht geachtet ist, bringt um.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Man soll die lieben, über die man befielt, aber man soll es ihnen
nicht sagen.
		-- Antoine de Saint-Exypery
%
Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt zu leben.
		-- Antoine de Saint-Exypery
%
Man muß lange leben, um ein Mensch zu werden.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Wenn man eine Eiche pflanzt, darf man nicht die Hoffnung hegen,
nächstens in ihrem Schatten zu ruhen.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Man kann die Welt nur nach dem verstehen, was man erlebt.
		-- Antoine de Saint-Exupéry
%
Der Jüngling, der keine Tränen vergossen hat, ist ein Wilder. Der
Greis, der nicht lachen will, ist ein Narr.
		-- George de Santayana
%
Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt,
sie zu wiederholen.
		-- George Santayana
%
Fanatismus besteht im Verdoppeln der Anstrengung, wenn das Ziel
vergessen ist.
		-- George de Santayana
%
Vielleicht besteht die einzige Würde des Menschen in seiner Fähigkeit,
sich achten zu können.
		-- George de Santayana
%
Das Gedächtnis der Menschen ist das Vermögen, den Bedürfnissen der
Gegenwart entsprechend die Vergangenheit unzudeuten.
		-- George de Santayana
%
Gesellschaft ist wie die Luft: notwendig zum Atmen, aber nicht
ausreichend, um davon zu leben.
		-- George de Santayana
%
Die höchste Form der Eitelkeit ist die Ruhmesliebe.
		-- George de Santayana
%
Skepsis ist die Keuschheit des Intellekts; es ist beschämend sie zu
zeitig aufzugeben oder gegenüber dem, der zuerst kommt.
		-- George de Santayana
%
Die Minderheiten sind die Mehrheiten der nächsten Generation.
		-- Jean Paul Sartre
%
Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht.
		-- Jean Paul Sartre
%
Der Weise sagt niemals, was er tut - aber er tut niemals etwas, was
er nicht sagen könnte.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Die Ehe ist eine lebenslange Doppelhaft ohne Bewährung.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich
groß genug.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Der Eigensinn ist die Energie der Dummen.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Alles ist erlaubt.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Wenn man nichts tut, glaubt man, daß man für alles die Verantwortung
trägt.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Alles hat man herausgefunden, nur nicht wie man lebt.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Auch Götter sterben, wenn niemand mehr an sie glaubt.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Wenn zwei Philosophen zusammentreffen, ist es am vernünftigsten, wenn
sie zueinander bloß 'Guten Morgen' sagen.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Wenn jemand eine Theorie akzeptiert, führt er erbitterte
Nachhutgefechte gegen die Tatsachen.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Die Gewalt lebt davon, daß sie von anständigen Leuten nicht für
möglich geahlten wird.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern
ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Der Mensch ist nichts anderes, als was er selbst aus sich macht.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Viele ereifern sich über Anschauungen die sie in 20 Jahren haben
werden.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Viele junge Leute ereifern sich über Anschauungen, die sie in 20
Jahren haben werden.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Die Hölle, das sind die anderen.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Eine Partei kann immer nur ein Mittel sein. Und immer gibt es nur
einen einzigen Zweck: die Macht.
		-- Jean-Paul Sartre
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Nach der Verzweiflung beginnt ein neues Leben.
		-- Jean-Paul Sartre
%
Bin ich meinem Amte in der Tat nicht gewachsen, so ist der Chef zu
tadeln, der es mir anvertraut.
		-- Friedrich Schiller
%
Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort.
		-- Friedrich Schiller
%
Und die Sonne Homers, siehe! Sie lächelt auch uns.
		-- Friedrich Schiller
%
Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.
		-- Friedrich Schiller
%
Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren.
		-- Friedrich Schiller
%
Wer in Unglück fällt, verliert sich leicht aus der Erinnerung der
Menschen.
		-- Friedrich Schiller
%
Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in
voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er
spielt.
		-- Friedrich Schiller (Über die ästhetische Erziehung des Menschen)
%
Was hat der Mensch dem Menschen Größeres zu geben als Wahrheit?
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Was wir als Schönheit hier empfunden, wird bald als Wahrheit uns
entgegengehn.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Die Künstler)
%
Des Menschen Wille, das ist sein Glück.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Wallensteins Lager)
%
Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht,
nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann, und
preiszugeben mit Würde, was er nicht retten kann.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Einfachheit ist das Resultat der Reife.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Keine Kriege werden zugleich so ehrlos und unmenschlich geführt als
die, welche Religionsfanatismus und Parteihaß im Inneren eines
Staates entzünden.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Adel ist auch in der sittlichen Welt. Gemeine Naturen zahlen mit dem,
was sie tun, edle mit dem, was sie sind.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen
Nachbarn nicht gefällt.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Wilhelm Tell)
%
Der Augenblick ist kostbar, wie das Leben eines Menschen!
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Nie in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife! Der ist dein.
		-- Friedrich Schiller
%
Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Das Ärgste weiß die Welt von mir, und ich kann sagen, ich bin besser
als mein Ruf.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Es ist nichts als die Tätigkeit nach einem bestimmten Ziel, was das
Leben erträglich macht.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Lebe mit deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf; leiste
deinen Zeitgenossen, aber was sie bedürfen, nicht was sie loben.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Der Staat muß untergehn, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und
Unverstand entscheidet.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Demetrius)
%
Der Schein regiert die Welt.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Der Parasit)
%
Der Ring macht Ehen, und Ringe sind's, die eine Kette machen!
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Der Mensch ist ein nachahmendes Geschöpf, und wer der Vorderste ist,
führt die Herde.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Wallenstein)
%
Der gnädigste von allen Richtern ist der Kenner.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Wilhelm Tell)
%
Den Zufall gibt die Vorsehung - Zum Zwecke muß ihn der Mensch
gestalten.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Don Carlos)
%
Das Äußere ist das sich offenbarende Innere.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Aus Gemeinem ist der Mensch gemacht, und die Gewohnheit nennt er seine
Amme.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Wallenstein)
%
Alles wiederholt sich nur im Leben, ewig jung ist nur die Phantasie.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (An die Freunde)
%
Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Die Bürgschaft)
%
Unser Gefühl für Natur gleicht der Empfindung des Kranken für die
Gesundheit.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Ein Wort macht alles ungeschehen. Ich warte darauf. O laßt mich's
nicht zu lang erharren.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller
%
Die Kunst gibt sich selbst Gesetze und gebietet der Zeit: der
Dilettantismus folgt der Neigung der Zeit.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Über Dilettantismus)
%
Astronomen seit ihr kennet viele Gestirne. Aber der Horizont decket
manch Sternbild euch zu.
		-- Friedrich Johann Christoph Schiller (Die Vielwisser)
%
Wer über alles lachen könnte, würde die Welt beherrschen.
		-- Friedrich Schiller
%
Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.
		-- Friedrich Schiller (Wilhelm Tell)
%
Das Mädel ist schön, schlank, führt einen netten Fuß. Unterm Dach
mag's aussehen, wie's will. Darüber guckt man bei euch Weibsleuten
weg, wenn's der liebe Gott Parterre nicht hat fehlen lassen.
		-- Friedrich Schiller (Kabale und Liebe)
%
Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung.
		-- Friedrich Schiller
%
Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück ist, lerne Schmerz.
		-- Friedrich Schiller
%
Welcher Religion ich bekenne? - Keine von allen, die du mir nennst. -
Und warum keine? Aus Religion.
		-- Friedrich Schiller (Mein Glaube)
%
Die goldene Zeit der Geistlichkeit fiel immer in die Gefangenschaft
des menschlichen Geistes.
		-- Friedrich Schiller
%
Die Geistlichkeit war von jeher eine Stütze der königlichen Macht und
mußte es sein. Ihre goldene Zeit fiel immer in die Gefangenschaft des
menschlichen Geistes, und wie jene sehen wir sie vom Blödsinn und von
der Sinnlosigkeit ernten.
		-- Friedrich Schiller
%
Man sollte sich zur heiligsten Pflicht machen, dem Kinde nicht zu früh
einen Begriff von Gott beibringen zu wollen. Die Forderung muß von
innen heraus geschehen, und jede Frage, die man beantwortet, ehe sie
aufgeworfen ist, ist verwerflich. Das Kind hat vielleicht seine ganze
Lebenszeit daran zu wenden, um jene irrigen Vorstellungen wieder zu
verlieren.
		-- Friedrich Schiller
%
Ein frohes, heiteres Gemüt ist die Quelle alles Edlen und Guten; das
Grösste und Schönste, was je geschah, floss aus einer solchen
Stimmung.
		-- Friedrich Schiller
%
Hinter dem U kommt gleich das Weh,
Das ist die Ordnung im Abc.
		-- Friedrich Schiller (Wallensteins Lager)
%
Im Abgrund wohnt die Wahrheit.
		-- Friedrich Schiller (Sprüche des Konfuzius II)
%
Die letzte Wahl steht auch dem Schwächsten offen.
Ein Sprung von dieser Brücke macht mich frei.
		-- Friedrich Schiller (Wilhelm Tell)
%
Was man vor der Minute ausgeschlagen gibt keine Ewigkeit zurück.
		-- Friedrich Schiller (Resignation)
%
Mit meinem Glücke schloß er den Bund und bricht ihn, nicht mit mir.
War ich ihm was, er mir? Das Schiff nur bin ich, auf das er seine
Hoffnung hat geladen, mit dem er wohlgemut das freie Meer
durchsegelte; er sieht es über Klippen gefährlich gehn und rettet
schnell die Ware.
		-- Friedrich Schiller (Wallensteins Tod III)
%
Was nicht zusammen kann bestehen, tut am besten, sich zu lösen.
		-- Friedrich Schiller (Die Jungfrau von Orleans)
%
Wir lassen uns abtrotzen durch Gewalt,
Was wir der Güte weigerten!
		-- Friedrich Schiller (Wilhelm Tell II)
%
Eifersüchtig sind des Schicksals Mächte.
Voreilig Jauchzen greift in ihre Rechte.
		-- Friedrich Schiller (Wallensteins Tod I)
%
Achtung ist der Freundschaft unfehlbares Band.
		-- Friedrich Schiller
%
Adel ist auch in der sittlichen Welt. Gemeine Naturen zahlen mit dem,
was sie tun, edle mit dem, was sie sind.
		-- Friedrich Schiller (Unterschied der Stände)
%
In der Not allein Bewährt sich der Adel großer Seelen.
		-- Friedrich Schiller (Turandot)
%
Mir ahnet ein unglückvoller Augenblick.
		-- Friedrich Schiller (Don Carlos)
%
Trink ihn aus, den Trank der Labe,
Und vergiß den großen Schmerz!
Wundervoll ist Bacchus' Gabe,
Balsam fürs zerissne Herz.
		-- Friedrich Schiller (Das Siegesfest)
%
Der Starke ist am mächtigsten allein.
		-- Friedrich Schiller (Wilhelm Tell)
%
So viel Geld läßt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem verdienen.
		-- Friedrich Schiller (Kabale und Liebe)
%
Ehret ihr immer das Ganze,
Ich kann nur einzelne achten
Immer in einzelnen nur hab' ich das Ganze erblickt.
		-- Friedrich Schiller (Das Ehrwürdige)
%
Das Auto ist jene technische Erfindung, welche die Anforderungen an
die Reaktionsgeschwindigkeit der Fußgänger beträchtlich gesteigert
hat.
		-- Lothar Schmidt
%
Charme ist Charakter, der sich von seiner schönsten Seite zeigt.
		-- Lothar Schmidt
%
Am leichtesten trifft man Leute, denen man aus dem Weg gehen will.
		-- Lothar Schmidt
%
Die Geschichte wiederholt sich, wenn auch nicht so oft wie das
Fernsehen.
		-- Lothar Schmidt
%
Opportunisten sind Prinzipienreiter, die leicht umsatteln.
		-- Lothar Schmidt
%
Karikaturen sind gezeichnete Leitartikel.
		-- Lothar Schmidt
%
Eitelkeit ist die Seele der Diskussion.
		-- Lothar Schmidt
%
Die höchsten Kilometerkosten von allen Wagentypen hat immer noch ein
Einkaufswagen im Supermarkt.
		-- Lothar Schmidt
%
Korruption ist die tägliche Gesetzesänderung.
		-- Lothar Schmidt
%
Wohlstand ist der Überfluß des Notwendigen.
		-- Lothar Schmidt
%
Alt wird man von heute auf morgen.
		-- Lothar Schmidt
%
Jeder hat Grund, den Beginn des neuen Jahres zu feiern. Er hat ja das
alte überlebt.
		-- Lothar Schmidt
%
Ideen sind wie Kinder: Die eigenen liebt man am meisten.
		-- Lothar Schmidt
%
Große Ereignisse werfen ihre Dementis voraus.
		-- Lothar Schmidt
%
Das Mißverständnis ist die diplomatische Form der Ausrede.
		-- Lothar Schmidt
%
Aphorismen sind geistige Vitaminpillen: Einnahme beliebig, keine
schädlichen Nebenwirkungen.
		-- Lothar Schmidt
%
Der Mensch hat viele Bedürfnisse. Das Geltungsbedürfnis steht obenan.
		-- Lothar Schmidt
%
Das Los der Parteien wird von den Parteilosen bestimmt.
		-- Lothar Schmidt
%
Wenn uns die Mächtigen ihre Zuneigung bekunden, dann ist Wahlzeit.
		-- Lothar Schmidt
%
Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt, das ist
Verzeihen ohne zu vergessen.
		-- Arthur Schnitzler
%
Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst: Den rechten
Augenblick nützen können ist alles.
		-- Arthur Schnitzler
%
Hüte dich vor Bescheidenen; du ahnst nicht, mit welch gerührtem Stolz
sie ihre Schwächen hegen.
		-- Arthur Schnitzler
%
Toleranz heißt, die Fehler der anderen zu entschuldigen.
Takt heißt, sie nicht bemerken.
		-- Arthur Schnitzler
%
Aufgabe der Erziehung wäre es, den metaphysischen Hunger der
Menschheit durch Mitteilung von Tatsachen mit weisem Maß zu stillen,
statt ihnen durch Märchen, was ja die Dogmen sind, zu betrügen.
		-- Arthur Schnitzler
%
Man weiß von manchem Strenggläubigen, daß er Gott irre ward, weil ihn
ein großes Unglück traf - mochte er es auch selbst verschuldet haben;
doch man hat noch keinen gesehen, der seinen Glauben darum verlor,
weil ihm ein unverdientes Glück zuteil wurde.
		-- Arthur Schnitzler (Buch der Sprüche und Bedenken)
%
Ein Hauch von Zweifel schon macht den Glauben zum Unsinn, ja hebt ihn
gewissermaßen auf, während gelegentliche Anfälle von Gläubigkeit dem
Zweifel im Wesentlichen kaum etwas anhaben können, ja ihn eigentlich
erst recht zu bestätigen scheinen.
		-- Arthur Schnitzler
%
Stärke des Charakters ist oft nichts anderes als eine Schwäche des
Gefühls.
		-- Arthur Schnitzler
%
Diejenigen Tugenden werden am lautesten gepriesen, zu deren Ausübung
weder Gedankenarbeit, noch Energieentfaltung, noch Selbstüberwindung
gehört, vor allem also diese beiden: Patriotismus und Gottesfurcht.
		-- Arthur Schnitzler (Buch der Sprüche und Bedenken)
%
Deine schlimmsten Feinde sind keineswegs die Leute, die anderer
Ansicht, sondern die der gleichen sind wie du, aber aus verschiedenen
Gründen, aus Vorsicht, Rechthaberei, Feigheit verhindert sind, sich zu
dieser Ansicht zu bekennen.
		-- Arthur Schnitzler
%
Daß du ihn völlig durchschautest, das hat dir noch keiner verziehen,
er mag noch so gut dabei weggekommen sein.
		-- Arthur Schnitzler
%
Es ist keine Höflichkeit, dem Lahmen den Stock tragen zu wollen.
		-- Arthur Schnitzler
%
Lebensklugheit bedeutet: Alle Dinge möglichst wichtig, aber keines
völlig ernst zu nehmen
		-- Arthur Schnitzler (Pseudonym: Anatol)
%
Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt - und nicht, was wir
ersehnt haben.
		-- Arthur Schnitzler
%
Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf
freut.
		-- Arthur Schnitzler
%
Die Kennworte des Wieners: Wie komm denn i dazu? Es zahlt sich ja net
aus! Tun S' Ihnen nix an!
		-- Arthur Schnitzler
%
Vernünftige Leute, die den Standpunkt ihrer Partei bis in die letzten
Konsequenzen zu vertreten versuchen, erwecken immer den Eindruck, als
seinen sie konfus oder unehrlich geworden.
		-- Arthur Schnitzler
%
Auch das Chaos gruppiert sich um einen festen Punkt, sonst wäre es
nicht einmal als Chaos da.
		-- Arthur Schnitzler
%
Wer Humor hat, der hat beinahe schon Genie. Wer nur Witz hat, der hat
meistens nicht einmal den.
		-- Arthur Schnitzler
%
Lebensklugheit bedeutet: Alle Dinge möglichst wichtig, aber keines
völlig ernst zu nehmen.
		-- Arthur Schnitzler (Pseudonym: Anatol)
%
Es ist ein Glück, daß wir im Allgemeinen Genaueres nur von unseren
Eltern, bestenfalls noch von unseren Großeltern wissen. Wäre uns auch
von unseren entfernteren Ahnen so viel bekannt, dann gäbe es wohl
keinen Charakterfehler und keine Schurkerei, die wir nicht mit unserer
erblichen Belastung zu rechtfertigen suchten.
		-- Arthur Schnitzler (Buch der Sprüche und Bedenken)
%
Ein geschickter Akrobat kann von Tag zu Tag geschwindere Purzelbäume
schlagen und immer mehr. Das hat aber mit Vervollkommnung oder mit
Entwicklung nichts zu tun.
		-- Arthur Schnitzler (Aphorismen und Betrachtungen aus dem Nachlaß)
%
Willst du wissen, wie alt du bist, so frage nicht die Jahre, die du
gelebt hast, sondern den Augenblick, den du genießt.
		-- Arthur Schnitzler (Kriegspatenschaft-Kalender, 1917)
%
Jede gefühlsmäßige Beziehung zu Gott ist sinnlos, Auflehnung nicht
minder als Ergebung, denn der Altar vor dem wir im Staube liegen, wie
der, den wir zertrümmern wollen - wir sind es immer selbst, die ihn
aufgerichtet haben.
		-- Arthur Schnitzler (Buch der Sprüche und Bedenken)
%
Nichts gibt Frauen eine königlichere Haltung als das Bewußtsein, daß
sie ihr Alter besiegt haben.
		-- Arthur Schnitzler (Aphorismen und Betrachtungen aus dem Nachlaß)
%
Beklagte man ehemals die Schuld der Welt, so sieht man jetzt mit
Grausen auf die Schulden der Welt.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Die Freiheit besteht darin, daß man alles tun kann, was einem anderen
nicht schadet.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Die Geschichte ist eine Fortsetzung der Zoologie.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Die eigene Erfahrung hat den Vorteil völliger Gewißheit.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Durch viele Zitate vermehrt man seinen Anspruch auf Gelehrsamkeit,
vermindert den auf Originalität, und was ist Gelehrsamkeit gegen
Originalität? Man soll Zitate also nur gebrauchen, wo man fremder
Autorität wirklich bedarf.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Für die Eitelkeit ist selbst die Pfütze ein wohlgefälliger Spiegel.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Ganz ehrlich meint ein jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und
höchstens noch mit seinem Kinde.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Jedes überflüssige Wort wirkt seinem Zweck gerade entgegen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Die ersten vierzig Jahre unseres Lebens liefern den Text, die
folgenden dreißig den Kommentar dazu.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Wer da will, daß sein Urteil Glauben finde, spreche es kalt und ohne
Leidenschaftlichkeit aus.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Man wird in der Regel keinen Freund dadurch verlieren, daß man ihm
ein Darlehen abschlägt, aber sehr leicht dadurch, daß man es ihm
gibt.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der schlimmste Mißbrauch ist der Mißbrauch des Besten.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen
ein Kind.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Für das praktische Leben ist das Genie so brauchbar wie ein
Stern-Teleskop im Theater.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Je mehr der Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann
er lachen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der Heiterkeit sollen wir, wann immer sie sich einstellt, Tür und Tor
öffnen, denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.
		-- Arthur Schopenhauer
%
In unserem monogamischen Weltteile heißt heiraten, seine Rechte
halbieren und seine Pflichten verdoppeln.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Die Freunde nennen sich aufrichtig. Die Feinde sind es.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Vergeben und vergessen heißt, gemachte kostbare Erfahrungen zum
Fenster hinauswerfen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Was dem Herzen widerstrebt, läßt der Kopf nicht ein.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Ganz ehrlich meint ein jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und
höchstens noch mit seinem Kinde.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto
durstiger wird man.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Ein geistreicher Mensch hat, in gänzlicher Einsamkeit an seinen
eigenen Gedanken und Phantasien vortreffliche Unterhaltung.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Daß die niedrigste aller Tätigkeiten die arithmetische ist, wird
dadurch belegt, daß sie die einzige ist, die auch durch eine Maschine
ausgeführt werden kann. Nun läuft aber alle analysis finitorum et
infinitorum im Grunde doch auf Rechnerei zurück. Dana
		-- Arthur Schopenhauer
%
Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer andern Welt.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Alles Unangenehme soll man vielmehr höchst prosaisch und nüchtern
auffassen, damit man es möglichst leicht nehmen könne.
		-- Arthur Schopenhauer
%
All unser Übel kommt daher, daß wir nicht allein sein können.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Höflichkeit ist wie ein Luftkissen. Es mag wohl nichts drin sein, aber
es mildert die Stöße des Lebens.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Vom Standpunkt der Jugend aus gesehen, ist das Leben eine unendlich
lange Zukunft; vom Standpunkt des Alters aus, eine sehr kurze
Vergangenheit.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Zum Denken sind wenige Menschen geneigt, obwohl alle zum Rechthaben.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Man muß denken, wie die wenigsten und reden wie die meisten.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Was die Leute gemeiniglich als Schicksal nennen, sind meistens nur
ihre eigenen dummen Streiche.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Meistens belehrt uns erst der Verlust über den Wert der Dinge.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Ein Ruhm, der schnell erfolgt, erlischt auch früh.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Das Beispiel wirkt als Beförderungsmittel der guten und schlechten
Charaktereigenschaften: Aber es schafft sie nicht.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Für eine gelungene Rede gebrauche gewöhnliche Worte und sage
ungewöhnliche Dinge.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Auch das Zufälligste ist nur ein auf entfernterem Wege herangekommenes
Notwendiges.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Viel zuviel Wert auf die Meinung anderer zu legen ist ein allgemein
herrschender Irrwahn.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren
der Welt können keinen herstellen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Das Gehirn denkt, wie de Magen verdaut.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der Mensch ist vollkommen verstrickt in seinen Willen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Es ist nicht genug, der Natur die Daumenschrauben anzulegen.
Man muß auch hinhören, wenn sie aussagt.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Gerade bei Kleinigkeiten, bei welchen der Mensch sich nicht zusammennimmt,
zeigt sich sein Charakter.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber
keine Bildung den natürlichen Verstand.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Viele verlieren den Verstand deshalb nicht, weil sie keinen haben.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der Bart als Geschlechtszeichen mitten im Gesicht ist obszön. Daher
gefällt er den Weibern.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige
Geschlecht das schöne zu nennen - dies konnte nur der vom
Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt fertigbringen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Alle Formen nimmt die Geistlosigkeit an, um sich dahinter zu
verstecken: sie verhüllt sich in Schwulst, in Bombast, in den Ton der
Überlegenheit und Vornehmigkeit und in hundert anderen Formen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der Wechsel allein ist das Beständige.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist der
Frauenarzt.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Glauben und Wissen verhalten sich wie zwei Schalen einer Waage: in dem
Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen,
mitkaufen könnte.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Bescheidenheit bei mittelmäßigen Fähigkeiten ist bloße Ehrlichkeit.
Bei großen Taten ist sie Heuchelei.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Aller Eigensinn beruht darauf, daß der Wille sich an die Stelle der
Erkenntnis gedrängt hat.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Daß uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf,
daß es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehn.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Schwierige und pomphafte Phrasen verhüllen winzige, nüchterne oder
alltägliche Gedanken.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Religion ist die Metaphysik des Volkes.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Die Religion ist eine Krücke für schlechte Staatsverfassungen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Religionen sind Kinder der Unwissenheit, die ihre Mutter nicht lange
überleben.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Glauben und Wissen vertragen sich nicht wohl im selben Kopfe: sie sind
darin wie Wolf und Schaf in einem Käfig; und zwar ist das Wissen der
Wolf, der den Nachbar aufzufressen droht.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena II)
%
Der Glaube ist wie die Liebe: er läßt sich nicht erzwingen.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena II)
%
Wenn ich aber suche, mir vorstellig zu machen, daß ich vor einem
individuellen Wesen stände, zu dem ich sagte: "Mein Schöpfer! Ich bin
einst nichts gewesen: du aber hast mich hervorgebracht, so daß ich
jetzt etwas und zwar ich bin;" - und dazu noch: "ich danke dir für
diese Wohlthat;" - und am Ende gar: "Wenn ich nichts getaugt habe, so
ist das MEINE Schuld;" - so muß ich gestehn, daß in Folge
philosophischer und indischer Studien mein Kopf unfähig geworden ist,
einen solchen Gedanken auszuhalten.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena II)
%
In frühern Jahrhunderten war die Religion ein Wald, hinter welchem
Heere halten und sich decken konnten. Aber nach so vielen Fällungen
ist sie nur noch ein Buschwerk, hinter welchem gelegentlich Gauner
sich verstecken.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena II)
%
Es gibt keine andere Offenbarung, als die Gedanken der Weisen; wenn
auch diese, dem Loose alles Menschlichen gemäß, dem Irrtum
unterworfen, auch oft in wunderliche Allegorien und Mythen
eingekleidet sind, wo sie dann Religionen heißen.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena II)
%
Du weißt es, die Religionen sind wie die Leuchtwürmer: Um zu leuchten,
bedürfen sie der Dunkelheit.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Endlich kommt noch hinzu, daß der Gott, welcher Nachsicht und
Vergebung jeder Schuld, bis zur Feindesliebe, vorschreibt, keine übt,
sondern vielmehr ins Gegenteil verfällt ... bis auf jene wenigen
Ausnahmen, welche durch die Gnadenwahl, man weiß nicht warum, gerettet
werden. Diese aber beiseite gesetzt, kommt heraus, als hätte der liebe
Gott die Welt geschaffen, damit der Teufel sie holen solle; wonach er
denn viel besser getan haben würde, es zu unterlassen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat in
seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen
Dummheit.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena)
%
Jedes Ding erscheint zuerst lächerlich, dann wird es bekämpft,
schließlich ist es selbstverständlich.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Skepsis ist wie die Opposition im Parlament. Sie ist ebenso wohltätig
wie notwendig.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Ethik kann so wenig zur Tugend verhelfen, als eine vollständige
Ästhetik lehren kann, Kunstwerke hervorzubringen.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Hingegen ist der Abend das Alter des Tages: Wir sind abends matt,
geschwätzig und leichtsinnig.
		-- Arthur Schopenhauer (Aphorismen zur Lebensweisheit)
%
Jeden Abend sind wir um einen Tag ärmer.
		-- Arthur Schopenhauer (Nachträge zur Lehre von der Nichtigkeit des Daseins)
%
Das Leidende und Geschwächte ist keiner Abhärtung fähig.
		-- Arthur Schopenhauer (Aphorismen zur Lebensweisheit)
%
Man härte sich dadurch ab, daß man dem Körper sowohl im Ganzen wie in
jedem Teile, solange man gesund ist, recht viel Anstrengung und
Beschwerde auflege und sich gewöhne, widrigen Einflüssen jeder Art zu
widerstehen.
		-- Arthur Schopenhauer (Aphorismen zur Lebensweisheit)
%
Borniert und lächerlich ist es, nicht darauf sehn zu wollen, wessen
Sohn einer ist.
		-- Arthur Schopenhauer (Zur Rechtslehre und Politik)
%
Es gibt drei Aristokratien:
1) die der Geburt und des Ranges,
2) die Geldaristokratie,
3) die geistige Aristokratie.
Letztere ist eigentlich die vornehmste.
		-- Arthur Schopenhauer (Aphorismen zur Lebensweisheit)
%
Die eigentlich großen Geister horsten, wie die Adler, in der Höhe
allein.
		-- Arthur Schopenhauer (Aphorismen zur Lebensweisheit)
%
Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat
in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena)
%
Das Affektieren irgendeiner Eigenschaft, das Sichbrüsten damit ist
ein Selbstgeständnis, daß man sie nicht hat.
		-- Arthur Schopenhauer (Parerga und Paralipomena)
%
Der einleuchtendste und zugleich einfachste Beweis der Idealität des
Raumes ist, daß wir den Raum nicht, wie alles andere, in Gedanken
aufheben können.
		-- Arthur Schopenhauer
(Den Intellekt überhaupt und in jeder Beziehung betreffende Gedanken)
%
Man muß alt geworden sein, also gelebt haben, um zu erkennen, wie kurz
das Leben ist.
		-- Arthur Schopenhauer (Aphorismen zur Lebensweisheit)
%
Nur wer alt wird, erhält eine vollständige und angemessene Vorstellung
vom Leben.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Ob einer mehr Ursache hat, die Menschen zu suchen oder zu meiden,
hängt davon ab, ob er mehr die Langeweile oder den Verdruß fürchtet.
		-- Arthur Schopenhauer
%
Wer könnte den Gedanken des Todes ertragen, wenn das Leben eine Freude
wäre? So aber hat jener immer noch das Gute, das Ende des Lebens zu
sein, und wir trösten uns über die Leiden des Lebens mit dem Tode und
über den Tod mit den Leiden des Lebens.
		-- Arthur Schopenhauer (Von der Richtigkeit und den Leiden des Lebens)
%
Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er
nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.
		-- Albert Schweitzer
%
Ethik ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung gegenüber allem,
was lebt.
		-- Albert Schweitzer
%
Jahre runzeln die Haut, aber den Enthusiasmus aufgeben runzelt die
Seele.
		-- Albert Schweitzer
%
Niemand wird alt, weil er eine bestimmte Anzahl von Jahren gelebt hat.
Menschen werden alt, wenn sie ihre Ideale verraten.
		-- Albert Schweitzer
%
Das Verhängnis unserer Kultur ist, daß sie sich materiell viel
stärker entwickelt hat als geistig.
		-- Albert Schweitzer
%
Menche Menschen gleichen einem eingerollten Igel, der sich mit den
eigenen Stacheln peinigt.
		-- Albert Schweitzer
%
Das Christentum kann das Denken nicht ersetzen, sondern muß es
voraussetzen.
		-- Albert Schweitzer
%
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.
Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht.
		-- Albert Schweitzer
%
Humanität besteht darin, daß niemals ein Mensch einem Zweck geopfert
wird.
		-- Albert Schweitzer
%
Die Liebe stirbt meist an den kleinen Fehlern, die man am Anfang so
entzückend findet.
		-- Albert Schweitzer
%
Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch
höhere, die man außer acht läßt.
		-- Albert Schweitzer
%
Keine Zukunft vermag gutzumachen, was du in der Gegenwart versäumst.
		-- Albert Schweitzer
%
Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die
Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
		-- Albert Schweitzer
%
Wer sich vornimmt, Gutes zu wirken, darf nicht erwarten, daß die
Menschen ihm deswegen Steine aus dem Weg räumen, sondern muß auf das
Schicksalhafte gefaßt sein, daß sie ihm welche draufrollen.
		-- Albert Schweitzer
%
Die großen Flüsse brauchen die kleinen Wasser.
		-- Albert Schweizer
%
Sittlichkeit ist nicht nur ein Verhalten gegen Menschen, sondern ein
Verhalten gegen das Lebendige überhaupt.
		-- Albert Schweitzer
%
Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, die Sittlichkeit des
Gottesreiches verkündete, das Himmelreich auf Erden gründete und
starb, um seinem Werke die Weihe zu geben, hat nie existiert. Es ist
eine Gestalt, die vom Rationalismus entworfen, vom Liberalismus belebt
und von der modernen Theologie in ein geschichtliches Gewand gekleidet
wurde.
		-- Albert Schweitzer
%
Vertrauen ist für alle Unternehmungen das Betriebskapital, ohne
welches kein nützliches Werk auskommen kann.
		-- Albert Schweizer
%
Wer viel Schönes im Leben bekommen hat, muß entsprechend viel dafür
zahlen.
		-- Albert Schweitzer
%
Die Demokratie beginnt in der Familie, im Alltag, in der tätigen
Ehrfurcht vor allem Lebenden, sei es Mensch oder Tier.
		-- Albert Schweitzer
%
Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito
bleiben will.
		-- Albert Schweitzer
%
Demut ist die Fähigkeit, auch zu den kleinsten Dingen emporzusehen.
		-- Albert Schweitzer
%
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.
		-- Albert Schweitzer
%
Als unverlierbaren Kinderglauben habe ich mir den an die Wahrheit
bewahrt. Ich bin der Zuversicht, daß der aus der Wahrheit kommende
Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse.
		-- Albert Schweitzer
%
Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es, was Menschen erst wirklich
zum Menschen macht.
		-- Albert Schweitzer
%
Es kommt fast für jeden Menschen der Augenblick, wo die überkommene
und angelernte Religion von ihm abfällt wie der Mörtel von der Wand.
Erziehung, Haus und Familie, religiöses Milieu, alles kann nichts
helfen, denn es muß so kommen, damit der Mensch er selbst wird.
		-- Albert Schweitzer
%
Die Wissenschaft, richtig verstanden, heilt den Menschen von seinem
Stolz; denn sie zeigt ihm seine Grenzen.
		-- Albert Schweitzer
%
Die großen Flüsse brauchen die kleinen Wasser.
		-- Albert Schweitzer
%
Die Abstraktion ist der Tod der Ethik, denn Ethik ist lebendige
Beziehung zu lebendigem Leben.
		-- Albert Schweitzer (Kultur und Ethik)
%
Der größte Feind der Sittlichkeit ist die Abstumpfung.
		-- Albert Schweitzer (Straßburger Predigten 1900-1919)
%
Es steht uns nicht frei, den Völkern Afrikas Wohltaten zu erweisen
oder nicht zu erweisen. Es ist unsere Pflicht. Alles, was wir ihnen
geben, ist keine Wohltat, sondern eine Sühne.
		-- Albert Schweitzer
%
Non scholae sed vitae discimus.
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr., Epistulae)
%
Ein Zwerg ist klein, selbst wenn er auf einem Berge steht;
ein Riese bleibt groß, selbst wenn er in einem Tal steht.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Es ist nicht wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben, sondern es ist
viel Zeit, die wir nicht nutzen.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es
nicht wagen, ist es schwierig.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Eher muß man darauf achten, mit wem man ißt und trinkt, als was man
ißt und trinkt.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Lang ist der Weg durch Lehren, kurz und wirksam durch Beispiele.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Die Menschen glauben den Augen mehr als den Ohren. Lehren sind ein
langweiliger Weg, Vorbilder ein kurzer, der schnell zum Ziele führt.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Es steht mit dem Leben ähnlich wie mit einem Theaterstück: Nicht auf
die Länge kommt es an, sondern auf die Güte des Spiels.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Jede Rohheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Dem Schlechten mißfallen heißt, gelobt zu werden.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Wer auf Grund seines Reichtums und seiner Ehrenstellung einen höheren
Rang einnimmt, ist nicht groß. Warum erscheint er aber als groß? Weil
man ihn mit dem Sockel mißt.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Der gemeine Mann betrachtet die Religion als richtig, der Weise als
falsch und der Politiker als nützlich.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Niemand ist zufällig gut, die Tugend muß man lernen.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Auf seinem eigenen Misthaufen ist der Hahn der Mächtigste.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Wenn ein Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muß, dann ist
kein Wind der richtige.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Fang jetzt zu leben an, und zähle jeden Tag als ein Leben für sich.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Das beste Mittel gegen Zorn ist Abstand
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Die Rede eines Menschen entspricht seinem Leben.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Den guten Steuermann lernt man erst im Sturme kennen.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Sich selbst beherrschen ist die größte Herrschaft.
Imperare sibi maximum imperium est.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Wer ängstlich fragr, lehrt abzulehnen.
		-- Lucius Annaeus Seneca
%
Es gibt keinen zuverlässigeren Beweis von Geistesgröße, als wenn man
sich durch nichts, was begegnen kann, in Aufruhr bringen läßt.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Tausch nicht das Leben gegen den Traum. Besiegen kann man nur die
Wirklichkeit.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es
nicht wagen, ist es schwer
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst
dafür hält.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, aber ganz
wenige nur sich selbst.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Wo die Natur nicht will, ist die Arbeit umsonst.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Die höchsten Güter der Menschheit sind menschlicher Willkür entzogen.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Keiner kennt die Härte eines Kiesels besser, als wer auf ihn
einschlägt!
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Meinung
über die Dinge.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Ein wirksames Heilmittel gegen Angst ist Milde.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Manche weisen Männer haben den Zorn als eine vorübergehende
Geistesstörung bezeichnet.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Wer sich zwischen den Sternen bewegt, kann nur noch lächeln über die
kostbaren Fußböden der Reichen.
		-- Lucius Annaeus Seneca (4-65 n.Chr.)
%
Nur eine Kette ist es, die uns gebunden hält: Die Liebe zum Leben.
		-- Lucius Annaeus Seneca (an Lucilius)
%
Abgehärtet werden muß die Seele und von den Verführungen der Genüsse
weit fern gehalten.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Briefe über Ethik)
%
Die, welche sie liebt, härtet die Gottheit ab, prüft und übt sie.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Von der Vorsehung)
%
Den Platon hat die Philosophie nicht als Adligen aufgenommen, sondern
dazu gemacht.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Briefe über Ethik)
%
Die richtige Seelenhaltung ist allen zugänglich, alle sind wir im
Hinblick auf diesen Maßstab adlig.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Briefe über Ethik)
%
Die Seele macht adlig, die sich aus jeder beliebigen Situation über
das Schicksal zu erheben vermag.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Briefe über Ethik)
%
Wer ist von Adel? Der zur sittlichen Vollkommenheit von der Natur gut
veranlagt ist.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Briefe über Ethik)
%
Das schlimmste Übel ist ausscheiden aus der Schar der Lebendigen, ehe
man stirbt.
		-- Lucius Annaeus Seneca
%
Niemand ist so alt, daß er unbilligerweise einen weiteren Tag erhofft.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Briefe über Ethik)
%
Selten ist derselbe Mensch glücklich und alt.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Herkules auf dem Oeta)
%
Bevor ich ein alter Mann wurde, war ich darauf bedacht, würdig zu
leben. Jetzt, im Alter, richtet sich mein Streben darauf, würdig zu
sterben.
		-- Lucius Annaeus Seneca (an Lucilius)
%
Der Tod muß dem alten Mann so vor Augen sein wie dem jungen: Nicht
nämlich werden wir aufgerufen nach der Altersliste.
		-- Lucius Annaeus Seneca (Briefe über Ethik)
%
Es sind in der Welt viele Mittel, ehrlich zu leben, und wenn keines
mehr ist, finden sich doch einige, nicht mehr zu leben. Wer nach
meiner Überzeugung seine Pflicht getan hat, darf sich am Ende, wenn
ihn die Kräfte verlassen, nicht schämen, abzutreten.
		-- Johann Gottfried Seume (Spaziergang nach Syrakus)
%
Privilegien aller Art sind das Grab der Freiheit und Gerechtigkeit.
		-- Johann Gottfried Seume
%
Dem Beobacher ist das kommende Jahr immer der Kommentar des
vergangenen.
Wer etwas heller sieht, hat ihn oft nicht nötig.
		-- Johann Gottfried Seume
%
Die Edeln und der Adel stehen gewöhnlich im Gegensatze.
		-- Johann Gottfried Seume, Apokryphen
%
Ein Glück für die Despoten, daß die eine Hälfte der Menschen nicht
denkt und die andere nicht fühlt.
		-- Johann Gottfried Seume
%
Wer die anderen neben sich klein macht, ist nie groß.
		-- Johann Gottfried Seume
%
Mißtrauen kommt nie zu früh, aber oft zu spät.
		-- Johann Gottfried Seume
%
Unsere Zweifel sind Verräter am Guten, das wir oft erzwingen könnten,
wenn wir den Versuch nicht scheuten.
		-- William Shakespeare
%
Wenn alle Leute nur dann redeten, wenn sie etwas zu sagen haben,
würden die Menschen sehr bald den Gebrauch der Sprache verlieren.
		-- William Shakespeare
%
Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr
ist.
		-- William Shakespeare (Wie es euch gefällt)
%
Besser ein weiser Tor als ein törichter Weiser.
		-- William Shakespeare
%
Jedes Ding wird mit mehr Genuß erjagt als genossen.
		-- William Shakespeare
%
Der bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht.
		-- William Shakespeare
%
Wo Worte selten sind, haben Sie Gewicht.
		-- William Shakespeare (Hamlet)
%
Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.
		-- William Shakespeare (Hamlet)
%
An sich ist nichts weder gut noch böse. Erst das Denken mach es dazu.
		-- William Shakespeare (Hamlet)
%
Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.
		-- William Shakespeare (König Heinrich IV.)
%
Bedenke Mensch, daß Dein Satz eine Tat ist.
Ich sage wenig, denke desto mehr.
		-- William Shakespeare (König Heinrich IV.)
%
Wer stets zu Hause bleibt, hat auch nur Witz fürs Haus.
		-- William Shakespeare
%
Niemand heilt durch Jammern seinen Harm.
		-- William Shakespeare
%
Der Feind hat uns zum Abgrund hingetrieben;
Es ziemt sich mehr, von selbst hineinzuspringen,
Als zu erwarten seinen letzten Stoß.
		-- William Shakespeare (Cäsar)
%
Abhängigkeit ist heiser, wagt nicht, laut zu reden.
		-- William Shakespeare (Romeo und Julia)
%
"Nein" sagt ein Mädchen, weil's die Sitte will
Und wünscht, daß es der Freier deut' als "Ja".
		-- William Shakespeare (Die beiden Veroneser)
%
Der echte Adel weiß von keiner Furcht.
		-- William Shakespeare (Heinrich VI.)
%
Du hättest nicht alt werden sollen,
ehe du klug geworden warst.
		-- William Shakespeare (King Lear)
%
Uns Alten ist's so eigen, wie es scheint,
Mit unsrer Meinung übers Ziel zu gehn,
Als häufig bei dem jungen Volk der Mangel
An Vorsicht.
		-- William Shakespeare (Hamlet)
%
Die Moden sind eigentlich nur eingeführte Epidemien.
		-- George Bernard Shaw
%
Die Jugend ist etwas Wundervolles. Es ist eine wahre Schande, daß man
sie an Kinder vergeudet.
		-- George Bernard Shaw
%
Warum bekommt der Mensch die Jugend in einem Alter, in dem er nichts
davon hat?
		-- George Bernard Shaw
%
Man hat Zeit genug, an die Zukunft zu denken, wenn man keine Zukunft
mehr hat.
		-- George Bernard Shaw
%
Alte Männer sind gefährlich, ihnen ist die Zukunft egal.
		-- George Bernard Shaw
%
Nicht das Vergnügen macht das Leben lebenswert. Das Leben ist es, das
das Vergnügen vergnügenswert macht.
		-- George Bernard Shaw
%
Liebe ist die einzige Sklaverei, die als Vergnügen empfunden wird.
		-- George Bernard Shaw
%
Schriftsteller: einer, der Leuten Vergnügen liefert, die selbst nicht
genug Witz haben, sich zu unterhalten.
		-- George Bernard Shaw
%
Vernunft ist manchmal nichts anderes als Mut zur Feigheit.
		-- George Bernard Shaw
%
Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an, der unvernünftige
versucht das Gegenteil.  Deshalb geht Fortschritt mit Unvernunft einher.
		-- (frei nach) George Bernard Shaw
%
Frauen sind wie Übersetzungen: Die schönen sind nicht treu, und die
treuen sind nicht schön.
		-- George Bernard Shaw
%
Demokratie ist eine Einrichtung, die garantiert, daß wir nicht besser
regiert werden, als wir es verdienen.
		-- George Bernard Shaw
%
Demokratie ist eine Form der Regierung bei der durch die Wahl einer
inkompetenten Masse eine korrupte Minderheit ernannt wird.
		-- George Bernard Shaw
%
Das Gesetz ist für jedermann gleich. Nur da Einkommen müßte geändert
werden.
		-- George Bernard Shaw
%
Hätte man bei der Erschaffung der Welt eine Kommission eingesetzt,
dann wäre sie heute noch nicht fertig.
		-- George Bernard Shaw
%
Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen
zwei andere setzen will.
		-- George Bernard Shaw
%
Wir haben nicht mehr Recht, Glück zu empfangen, ohne es zu schaffen,
als Reichtum zu genießen, ohne ihn zu produzieren.
		-- George Bernard Shaw
%
Wer Zahnweh hat, hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich.
Der an Armut leidende begeht denselben Irrtum den Reichen gegenüber.
		-- George Bernard Shaw
%
Es stimmt, daß Geld nicht glücklich macht. Allerdings meint man damit
das Geld der anderen.
		-- George Bernard Shaw
%
Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 zehnmal so reich
sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet,
er sei zehnmal so glücklich.
		-- George Bernard Shaw
%
Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so
reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen
behauptet, er sei zehnmal so glücklich.
		-- George Bernard Shaw
%
Glück ein Leben lang?
Niemand könnte es ertragen. Es wäre die Hölle auf Erden!
		-- George Bernard Shaw
%
Wer ein lebenslängliches Glück mit einem schönen Weibe wünscht,
gleicht einem Trinker, der den Geschmack des Weines dadurch dauernd zu
genießen sucht, daß er seinen Mund immer voll davon behält.
		-- George Bernard Shaw
%
Die Tatsache, daß ein Gläubiger glücklicher ist als ein Zweifler ist
damit vergleichbar, daß ein Betrunkener glücklicher ist als ein
Nüchterner.
		-- George Bernard Shaw
%
Zu großes Ansehen ist für die geistige Gesundheit nicht gut.
		-- George Bernard Shaw
%
Bildung zeigt sich bei Mann und Weib darin, wie sie sich streiten.
		-- George Bernard Shaw
%
Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, daß man die kompliziertesten
Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.
		-- George Bernard Shaw
%
Die Liebe zur Ehrlichkeit ist die Tugend des Zuschauers, nicht die der
handelnden Personen.
		-- George Bernard Shaw
%
Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker gebracht
haben.
		-- George Bernard Shaw
%
Patriotismus ist die Überzeugung, daß unser Vaterland allen anderen
Ländern überlegen ist, weil wir darin geboren wurden.
		-- George Bernard Shaw
%
Inmitten eines beschränkten Volkes wird ein Genie zu einem Gott:
Jedermann betet es an, und niemand tut, was es will.
		-- George Bernard Shaw
%
Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an; der unvernünftige
besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller
Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab.
		-- George Bernard Shaw
%
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider.
Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen
immer die alten Maßstäbe anlegen, in der Meinung, sie paßten auch
heute noch.
		-- Georg Bernhard Shaw
%
Es ist eine leichte Sache, hungernde Menschen zu bekehren, wenn man
ihnen entgegenkommt mit der Bibel in der einen und einem Stück Brot
in der anderen Hand.
		-- George Bernard Shaw
%
Zigaretten sind wie Frauen. Am Anfang ziehen sie gut, aber zum Schluß
sammelt sich leider auch bei der Zigarette das ganze Gift im
Mundstück.
		-- George Bernard Shaw
%
Frauen sind wie Zigaretten: Zuletzt sammelt sich das ganze Gift im
Mundstück.
		-- George Bernhard Shaw
%
Alte Leute sind gefährlich: Sie haben keine Angst mehr vor der
Zukunft (o. es ist ihnen völlig egal, was aus der Welt wird).
		-- George Bernhard Shaw
%
Darin besteht ja die Teufelei weiblicher Reize, daß sie einen
zwingen, sein eigenes Verderben herbeizusehnen.
		-- George Bernard Shaw
%
Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, daß ein Mensch viele gute
Taten tun muß, um zu beweisen, daß er tüchtig ist, aber nur einen
Fehler zu begehen braucht, um zu beweisen, daß er nichts taugt.
		-- George Bernard Shaw
%
Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst
du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast.
		-- George Bernard Shaw
%
Du kannst nicht Schlittschuhlaufen lernen, ohne dich lächerlich zu
machen. Auch das Eis des Lebens ist glatt.
		-- George Bernard Shaw
%
Wenn ich scherzen will, sage ich die Wahrheit. Das ist immer noch der
größte Spaß auf Erden.
		-- George Bernard Shaw
%
Alle großen Wahrheiten waren anfangs Blasphemien.
		-- George Bernard Shaw
%
Um die Wahrheit zu erfahren, muß man den Menschen widersprechen.
		-- George Bernard Shaw
%
Für einen Politiker ist es gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Die
Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.
		-- George Bernard Shaw
%
Solange die Menschen Lügen über uns erzählen, heißt das nicht viel,
schlimm wird es erst, wenn sie anfangen die Wahrheit zu erzählen.
		-- George Bernard Shaw
%
Liebe auf dem ersten Blick ist ungefähr so zuverlässig wie Diagnose
auf den ersten Händedruck.
		-- George Bernard Shaw
%
Schönheit wirkt auf den ersten Blick angenehm, aber wem fällt sie auf,
wenn sie drei Tage im Haus ist?
		-- George Bernard Shaw
%
Menschen, die sich überall zu Hause fühlen, wenn sie verreisen,
verdienen auch sonst nicht viel Vertrauen.
		-- George Bernard Shaw
%
Auch Schlafen ist eine Form der Kritik, vor allem im Theater.
		-- George Bernard Shaw
%
Kritik kann keinen absolut richtigen und genauen Bericht über einen
Künstler geben; bestenfalls kann sie ihren Standpunkt erklären und
dann den Künstler nach diesen Standpunkt beschreiben.
		-- George Bernard Shaw
%
Wer den Mund hält, weil er unrecht hat, ist ein Weiser. Wer den Mund
hält, obwohl er recht hat, ist verheiratet oder Pfeifenraucher.
		-- George Bernard Shaw
%
Gedanken springen wie Flöhe von einem zum anderen, aber sie beißen
nicht jeden.
		-- George Bernard Shaw
%
Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit; das ist der Grund, warum die
meisten Menschen sich vor ihr fürchten.
		-- George Bernard Shaw
%
Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von
New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht
gekommen.
		-- George Bernard Shaw
%
Geld ist nichts.
Aber viel Geld, das ist etwas anderes.
		-- George Bernard Shaw
%
Wenn die Regierung das Geld verschlechtert, um alle Gläubiger zu
betrügen, so gibt man diesen Verfahren den höflichen Namen Inflation.
		-- George Bernard Shaw
%
Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin
uns die normalen gebracht haben.
		-- George Bernard Shaw
%
Der Historiker ist ein Reporter, der überall dort nicht dabei war, wo
etwas passiert ist.
		-- George Bernard Shaw
%
Urlaub ohne Unterlaß wäre ein gutes Training für den Aufenthalt in
der Hölle.
		-- George Bernard Shaw
%
Die besten Reformer, die die Welt je gesehen hat, sind jene, die bei
sich selbst anfangen.
		-- George Bernard Shaw
%
Wenn ein Mensch einen Tiger tötet, spricht man von Sport. Wenn ein
Tiger einen Menschen tötet, ist das Grausamkeit.
		-- George Bernard Shaw
%
Wer behauptet, die Frauen zu kennen, ist kein Gentleman.
		-- Georg Bernhard Shaw
%
Ein hundertprozentiger Amerikaner ist eine neunundneunzig prozentiger Idiot.
		-- George Bernard Shaw
%
Mode ist eine unerträgliche Häßlichkeit, die wir alle sechs Monate ändern
müssen.
		-- George Bernard Shaw
%
Von der Geschichte können wir lernen,
daß wir von der Geschichte nichts lernen.
		-- George Bernard Shaw
%
Es gibt drei Arten der Lüge, die gewöhnliche Lüge,
die Statistik und den Wetterbericht.
		-- George Bernard Shaw
%
Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen
kann er dort nicht lange.
		-- George Bernard Shaw
%
Die Kirchen müssen Demut lernen, wie sie es lehren.
		-- George Bernard Shaw (Warum für Puritaner)
%
Die Weisheit eines Menschen mißt man nicht nach seinen Erfahrungen,
sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen.
		-- George Bernard Shaw
%
Ich glaube, alle Empfängnisse sind unbefleckt.
		-- George Bernard Shaw
%
Der Ehehafen ist wie alle anderen Häfen. Je länger die Schiffe in
ihnen liegen, um so größer ist die Gefahr, daß sie rosten.
		-- George Bernard Shaw
%
Der Wilde kniet vor Götzenbildern aus Holz und Stein, der Zivilisierte
vor solchen aus Fleisch und Blut.
		-- George Bernard Shaw
%
Ich glaube nicht an Zufall.
Die Menschen, die in der Welt vorwärtskommen, sind die Menschen, die
aufstehen und nach dem von ihnen benötigten Zufall Ausschau halten.
		-- George Bernard Shaw
%
Es ist gefährlich, aufrichtig zu sein, außer, wenn man auch dumm ist.
		-- George Bernard Shaw
%
Nur ein Narr feiert, daß er älter wird.
		-- George Bernard Shaw
%
Ihr aber seht und sagt: Warum?
Aber ich träume und sage: Warum nicht?
		-- George Bernard Shaw
%
Die Ehe ist beliebt, weil sie ein Höchstmaß an Versuchung mit einem
Höchstmaß an Gelegenheit verbindet.
		-- George Bernard Shaw
%
Die Strafe des Lügners ist nicht, daß ihm niemand mehr glaubt,
sondern, daß er selbst niemandem mehr glauben kann.
		-- George Bernard Shaw
%
Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer.
		-- George Bernard Shaw
%
Hass ist die Rache des Feiglings dafür, daß er eingeschüchtert ist.
		-- George Bernard Shaw (Major Barbara)
%
Der niederträchtigste Fruchtabtreiber ist der, welcher versucht, den
Charakter eines Kindes zu formen.
		-- George Bernard Shaw (Katechismus für Umstürzler)
%
Ich zitiere mich oft selbst. Das würzt meine Unterhaltung.
		-- George Bernard Shaw
%
Mord und Todesstrafe sind nicht Gegensätze, die einander aufheben,
sondern Ebenbilder, die ihre Art fortpflanzen.
		-- George Bernard Shaw
%
Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht.
		-- George Bernard Shaw
%
Erfahrungen sind Wegweiser - keine Lagerplätze.
		-- George Bernard Shaw
%
In der Einfalt eines Tieres liegt große Weisheit mit Verlaub - und
manchmal liegt große Torheit in der Weisheit der Gelehrten.
		-- George Bernard Shaw
%
... ein unproduktiver Trunkenbold.
		-- George Bernard Shaw (über Oscar Wilde)
%
Der Glaube eines Menschen kann durch kein Glaubensbekenntnis, sondern
durch die Beweggründe seiner gewöhnlichen Handlungen festgestellt
werden.
		-- George Bernard Shaw
%
Schweigen ist der vollkommenste Ausdruck der Verachtung.
		-- George Bernard Shaw
%
Ich wünschte ein Shakespeare zu sein und wurde ein Shaw.
		-- George Bernard Shaw
%
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte
Meinung hat.
		-- George Bernard Shaw
%
Wir lernen aus Erfahrung, daß die Menschen nichts aus Erfahrung
lernen.
		-- George Bernard Shaw
%
Es gibt zwei Tragödien im Leben. Die eine: daß dir dein Herzenswunsch
nicht erfüllt wird. Die andere: daß er es wird.
		-- George Bernard Shaw
%
Die Ehe, die wahre Festung der bürgerlichen Moral.
		-- George Bernard Shaw
%
Kein Mensch kann ein reiner Spezialist sein, ohne im buchstäblichen
Sinn ein Idiot zu sein.
		-- George Bernard Shaw
%
Je mehr ein Mensch sich schämt, desto anständiger ist er.
		-- George Bernard Shaw
%
Der Roulette-Tisch lohnt sich für keinen, ausgenommen für seinen
Besitzer; trotzdem ist die Leidenschaft des Spielens allgemein, die
Leidenschaft, Roulette-Tische zu halten, dagegen unbekannt.
		-- George Bernard Shaw
%
Je mehr ein Mann weiß und je weiter er reist, desto wahrscheinlicher
wird es, daß er einmal ein Mädchen vom Lande heiratet.
		-- George Bernard Shaw
%
Das größte Übel, das wir unseren Mitmenschen antun können, ist nicht,
sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein. Das ist
absolute Unmenschlichkeit.
		-- George Bernard Shaw
%
Der Glaube eines Menschen kann durch kein Glaubensbekenntnis, sondern
nur durch die Beweggründe seiner gewöhnlichen Handlungen festgestellt
werden.
		-- George Bernard Shaw
%
Sag mir all meine Fehler, von Mann zu Mann. Ich kann alles ertragen,
außer Schmeichelei.
		-- George Bernard Shaw
%
Derjenige, der etwas kann, tut etwas.
Der nichts kann, lehrt etwas.
		-- George Bernard Shaw
%
Das Alter hat zwei große Vorteile: Die Zähne tun nicht mehr weh, und
man hört nicht mehr all das dumme Zeug, das ringsum gesagt wird.
		-- George Bernard Shaw
%
Es kommt darauf an, sich von anderen zu unterscheiden; ein Engel im
Himmel fällt niemandem auf.
		-- George Bernard Shaw
%
Es ist für mich ebenso leicht, zu glauben, daß das Weltall sich selber
geschaffen hat, als daß ein Schöpfer des Weltalls sich selber schuf,
nein vielleicht sogar leichter, denn das Weltall existiert in
sichtbarer Form und schafft sich selbst im Fortschreiten ständig neu,
während ein Schöpfer dieses Weltalls eine Hypothese ist.
		-- George Bernard Shaw
%
Ein verheirateter Mann kann tun, was er will, wenn seine Frau nichts
dagegen hat.
		-- George Bernard Shaw
%
Ein Schlagwort ist eine heruntergekommene Idee.
		-- Ignazio Silone
%
Viele Politiker, die in der Opposition geschmeidige Düsenjäger waren,
werden an der Macht bedächtige Segelflieger.
		-- Ignazio Silone
%
Schicksal ist eine Erfindung der Feigen und Resignierten.
		-- Ignazio Silone
%
Miteinander zu sprechen ist besser als gegeneinander zu schweigen.
		-- Ignazio Silone
%
Der Bürger des Wohlfahrtsstaates sehnt sich, wenn er satt ist, nicht
nach der Moral, sondern nach der Siesta.
		-- Ignazio Silone
%
Der Ruhm vieler Propheten beruht auf dem schlechten Gedächtnis ihrer
Zuhörer.
		-- Ignazio Silone
%
Entweder man muß sich auflehnen, oder man macht sich mitschuldig.
		-- Ignazio Silone
%
Je weniger einer braucht, desto mehr nähert er sich den Göttern, die
gar nichts brauchen.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Bedenke, daß die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig
sind, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu
traurig sein.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Nur der ist weise, der weiß, daß er es nicht ist.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Vier Eigenschaften gehören zu einem Richter: höflich anzuhören, weise
zu antworten, vernünftig zu erwägen und unparteiisch zu entscheiden.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Wie zahlreich sind doch die Dinge, deren ich nicht bedarf.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Denn das Wort ist wahr, daß ein Extrem regelmässig das
entgegengesetzte Extrem auslöst. Das gilt so beim Wetter, in unseren
Körpern und erst recht bei den Staaten.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und
verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die
Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Leichter läßt sich eine glühende Kohle auf der Zunge halten als ein
Geheimnis.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Wen das Wort nicht schlägt, den schlägt auch der Stock nicht.
		-- Sokrates (470-399 v.Chr.)
%
Ich weiß, daß ich nichts weiß.
		-- Sokrates (Apologie, 470-399 v.Chr.)
%
Die Ursache, die den Aberglauben hervorbringt, erhält und ernährt, ist
die Furcht.
		-- Baruch de Spinoza (Tractatus theologico-politicus)
%
So leicht es ist, den Menschen jede Art des Aberglaubens einzuflößen,
so schwer läßt sich dagegen erreichen, daß sie in ein und derselben
Art verharren.
		-- Baruch de Spinoza (Tractatus theologico-politicus)
%
Weil die große Menge immer gleich elend bleibt, bleibt sie nie lange
demselben Aberglauben ergeben; vielmehr wird sie immer wieder von
einem neuen Aberglauben angezogen, von welchem sie noch niemals
getäuscht worden ist.
		-- Baruch de Spinoza (Tractatus theologico-politicus)
%
Die Ohnmacht des Menschen in Mäßigung oder Hemmung der Affekte nenne
ich Knechtschaft; denn der von seinen Affekten abhängige Mensch ist
nicht Herr über sich selbst, sondern dem Schicksal untertan.
		-- Baruch de Spinoza (Nachlaß)
%
Das Unvermögen eines Menschen, seine Affekte zu zügeln und
einzuschränken, nenne ich Knechtschaft.
		-- Baruch de Spinoza (Ethik)
%
Denn jeder lenkt alles gemäß seinem Affekt.
		-- Baruch de Spinoza (Ethik)
%
Der von seinen Affekten abhängige Mensch ist nicht Herr über sich
selbst, sondern ein Sklave des Schicksals.
		-- Baruch de Spinoza
%
Alle Dinge geschehen aus Notwendigkeit. Es gibt in der Natur kein
Gutes und kein Schlechtes.
		-- Baruch de Spinoza
%
Jeder hat so viel Recht, wie er Gewalt hat.
		-- Baruch de Spinoza
%
Jede Erscheinung beweist ihre Notwendigkeit durch ihr Dasein.
		-- Baruch de Spinoza
%
Sicherlich würde das menschliche Leben weit glücklicher verlaufen,
wenn der Mensch ebenso gut zu schweigen wie zu reden vermöchte. Aber
die Erfahrung lehrt uns mehr als genug, daß der Mensch nichts so
schwer beherrscht wie seine Zunge.
		-- Baruch de Spinoza
%
Ich weiß nicht, wie ich Philosophie lehren soll, um nicht zum Störer
herbeigebrachter Religion zu werden.
		-- Baruch de Spinoza
%
Das Ziel der Philosophie ist einzig und allein die Wahrheit, das Ziel
des Glaubens einzig und allein Gehorsam und Frömmigkeit.
		-- Baruch de Spinoza (Theologisch-politisches Trakat 14)
%
Die gewöhnlichen Menschen trachten, so scheint es mir wenigstens, nach
nichts weniger als nach einem der heiligen Schrift entsprechenden
Leben. Vielmehr sehen wir, daß sie fast alle ihre Hirngespinste für
Gottes Wort ausgeben und nur darauf bedacht sind, unter dem Deckmantel
der Religion andere Leute zu zwingen, daß sie denken wie sie selbst.
		-- Baruch de Spinoza (Theologisches Traktat)
%
Der Drang, die göttliche Religion auszubreiten, sank zur schmutzigen
Habgier und Ehrsucht und das Gotteshaus selbst zum Theater herab, in
dem sich nicht mehr Kirchenlehrer, sondern Redner hören leißen, denen
es nicht darauf ankam, das Volk zu belehren, sondern bloß es zur
Bewunderung hinzureißen und die Andersdenkenden öffentlich anzugreifen
und nur das Neue und Ungewohnte zu lehren, wei es eben das Volk am
meisten bewunderte.
		-- Baruch de Spinoza (Theologisch-politisches Trakat)
%
Solange sich ein Mensch einbildet, etwas nicht tun zu können, solange
ist es ihm unmöglich, es zu tun.
		-- Baruch de Spinoza
%
Früher schauten die Schriftsteller durch das Fenster in den Salon,
jetzt schauen sie durch das Schlüsselloch in das Schlafzimmer.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Früher war der Mensch Herr seines Wissens. Heute ist das Wissen sein
Gebieter.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Auf jede Frage eine Antwort wissen nur Dummköpfe.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Die größte und dauerhafteste Revolution, die wir kennen, fand statt,
als der Mensch seine Seele entdeckte und lernte, daß jede Seele für
sich allein einen individuellen Wert hat.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Vielleicht verdirbt Geld tatsächlich den Charakter. Auf keinen Fall
aber macht ein Mangel an Geld ihn besser.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Ein Diplomat ist ein Gentleman, der zweimal überlegt, bevor er nichts
sagt.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Eine selbstbewußte Gesellschaft kann viele Narren ertragen.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Wenn einem Autor der Atem ausgeht, werden die Sätze nicht kürzer,
sondern länger.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Es ist merkwürdig, wie fern ein Unglück ist, wenn es uns nicht selbst
betrifft.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Die Managerkrankheit ist eine Epidemie, die durch den Uhrzeiger
hervorgerufen und durch den Terminkalender übertragen wird.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Man verliert die meiste Zeit damit, daß man Zeit gewinnen will.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Die Kunst des Ausruhens ist Teil der Kunst des Arbeitens.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Das Leben besteht hauptsächlich darin, daß man mit dem
Unvorhergesehenen fertig werden muß.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Für alles im Leben muß man bezahlen. Und je später man es tut, um so
höher werden die Zinsen.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Alle die Züge, die wir an Menschen bewundern, Freundlichkeit und
Großzügigkeit, Offenheit, Anstand, Verständnis und Mitgefühl,
garantieren in unserem System das Scheitern.  Und die Eigenschaften,
die wir verachten, Härte, Gier, Raffsucht, Gemeinheit, Egoismus und
Eigeninteresse, sind die Faktoren des Erfolgs.  Aber während
ersteren die Bewunderung der Menschen gilt, lieben sie die
Erträge der letzteren.
		-- John Ernst Steinbeck (Straße der Ölsardinen)
%
Mit Propheten muß man sich dreißig Jahre später unterhalten.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Fachleute sind immer böse, wenn einem Laien etwas einfällt, was ihnen
nicht eingefallen ist.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Namen - damit hat es eine sehr geheimnisvolle Bewandtnis. Ich bin mir
nie ganz klar darüber geworden, ob der Name sich nach dem Kinde formt,
oder ob sich das Kind verändert, um zu dem Namen zu passen.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Die jüngere Generation ist der Pfeil, die ältere der Bogen.
		-- John Ernst Steinbeck
%
Den Sinn des Lebens finden geht nicht, dem Leben einen Sinn
geben schon.
		-- Benjamin Stramke
%
Realität ist das Ergebnis aller vergangenen
Entscheidungen.
		-- Benjamin Stramke
%
Teile deine Welt mit anderen. Wenn du dies nicht tust,
wundere dich nicht darüber, daß du einsam bist.
		-- Benjamin Stramke
%
Zeit ist ein mächtiger Verbündeter, aber auch der größte
Feind.
		-- Benjamin Stramke
%
Liebe ist die gesellschaftlich anerkannte Form des
Wahnsinns.
		-- Benjamin Stramke
%
Das Licht/das Gute sind die Löcher im Leichentuch, das über
der Welt liegt.
		-- Benjamin Stramke
%
Das Herz ist das Sprachrohr der Seele.
		-- Benjamin Stramke
%
Jeden Tag stirbt ein Teil von mir, nur um wieder neu
geboren zu werden.
		-- Benjamin Stramke
%
Jeder Weg führt zum Glück. Die Frage ist, wieviel Trauer
auf dem Weg liegt.
		-- Benjamin Stramke
%
Trauer ist eine Haltung zu etwas. Aber es ist keine
Grundhaltung.
		-- Benjamin Stramke
%
Aufgeben heißt am eigenen Willen gescheitert zu sein.
		-- Benjamin Stramke
%
Wer weiß wie man richtig fühlen kann, der weiß, was er
vorher doch verpasst hat.
		-- Benjamin Stramke
%
Der Himmel leuchtet des Nachts für die Blinden so hell wie
am Tage.
		-- Benjamin Stramke
%
Je näher man jemanden kennt, desto weniger versteht man
ihn.
		-- Benjamin Stramke
%
Der eigene Körper ist der Tempel des eigenen Geistes. Der
Körper eines geliebten Menschen ist der Tempel des eigenen
Herzens.
		-- Benjamin Stramke
%
Großes Licht wirft großen Schatten. Drum sollten große
Leuchten nicht alleine glühen.
		-- Benjamin Stramke
%
Man sollte Gefühle schenken. Wer keine Gefühle schenken
kann sollte Wissen schenken. Wer auch das nicht kann, der
sollte Geld schenken.
		-- Benjamin Stramke
%
Durch die zunehmende Globalisierung wird die Welt kleiner,
aber die Menschen die in ihr leben entfernen sich immer mehr
voneinander.
		-- Benjamin Stramke
%
Kraft kommt aus der Beschleunigung, sagt der Physiker.
Kraft kommt aus den Muskeln sagt der Biologe. Kraft kommt
aus dem Herzen und dem Geist. So spricht der Poet.
		-- Benjamin Stramke
%
Die Trauer eines Menschen reicht für die ganze Welt. Warum
kann das Glück eines Menschen nicht auch für die ganze Welt
reichen?
		-- Benjamin Stramke
%
Schaffe etwas Großes solange dich niemand kennt. Denn
sobald dich jemand kennt wird er große Dinge von dir
erwarten.
		-- Benjamin Stramke
%
Nur ein unerkannter Poet kann warhaftig große Werke tun.
		-- Benjamin Stramke
%
Das wahrhaft größte Geschenk ist es, wenn man sein eigenes
Herz verschenken will.
		-- Benjamin Stramke
%
Frauen sind ganz einfach. Zumindest solange man sie nicht
kennt.
		-- Benjamin Stramke
%
Weder die Zukunft noch die Gegenwart quält uns. Es ist die
Vergangenheit von der wir uns lösen müssen um den Qualen zu
entgehen.
		-- Benjamin Stramke
%
Das Chaos ist die Ordnung der Natur. Die Physik versucht
das Chaos zu ordnen. Somit ist die Physik der Todfeind der
natürlichen Ordnung.
		-- Benjamin Stramke
%
In einer Welt ohne Zeit wäre nichts unmöglich. Die
Möglichkeiten hängen nur von der Zeit ab.
		-- Benjamin Stramke
%
Liebe ist ein Extrem. Entweder sie ist einfach, oder
kompliziert. Dazwischen gibt es nichts.
		-- Benjamin Stramke
%
Entdeckt eure Fähigkeiten. Dann: Setzt sie ein. Es gibt
nichts mächtigeres als jemanden, der sich seiner eigenen
Fähigkeiten bewusst ist.
		-- Benjamin Stramke
%
Glaubt an euch. Wer an sich selbst glaubt überwindet
jegliches Hindernis, das er sich selbst in den Weg stellt.
		-- Benjamin Stramke
%
Ein gescheiterter Versuch kann besser sein, als niemals den
Versuch begangen zu haben.
		-- Benjamin Stramke
%
Sobald man beginnt mit dem Herzen zu denken, mit der Seele
zu lieben und mit dem Geist zu fühlen wird man die Welt
anders sehen.
		-- Benjamin Stramke
%
Zitate zu lesen ist das eine. Zitate verstehen, die
Tragweite davon zu begreifen, das andere.
		-- Benjamin Stramke
%
Ein Mensch ohne Träume ist wie ein Boot ohne Segel und
Ruder.
		-- Benjamin Stramke
%
Das Problem der Menschheit ist, das nicht mehr den Träumen,
sondern dem Geld nachgeeifert wird.
		-- Benjamin Stramke
%
Tränen sind das, was uns zu Menschen macht.
		-- Benjamin Stramke
%
Nichts ist unmöglich, solange man an sich selbst glaubt und
versucht seine Träume zu verwirklichen.
		-- Benjamin Stramke
%
Das Herz begehrt etwas. Der Geist kontrolliert etwas. Die
Seele glaubt etwas. Der Trick an der Sache ist, die
Gewichtungen zwischen den dreien richtig zu verteilen!
		-- Benjamin Stramke
%
Höre immer auf dein Herz. Denn dein Herz spricht immer die
Wahrheit.
		-- Benjamin Stramke
%
Gefühle sind stärker als alles andere. Sie lassen uns Dinge
tun, die wir nicht verstehen können.
		-- Benjamin Stramke
%
Die Zeit ist das Maß aller Dinge. Doch man sollte die Dinge
nicht nach der Zeit, die man für sie braucht bewerten.
		-- Benjamin Stramke
%
Arm und Reich ist keine Sache des Geldes, es ist eine Sache
des Herzens.
		-- Benjamin Stramke
%
Ein Moment des Glücks ist mehr wert als eine Ewigkeit der
Trauer. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, sollte
man diesem Moment noch viele weitere Momente hinzufügen.
		-- Benjamin Stramke
%
Die Aufgabe des Menschen sollte es sein, andere Menschen
glücklich zu machen.
		-- Benjamin Stramke
%
Sprachen können Menschen trennen. Doch Gefühle bringen
Menschen auch trotz unterschiedlicher Sprachen
zusammen. Alle Gefühle bedeuten dasselbe auf der
ganzen Welt.
		-- Benjamin Stramke
%
Den Frieden mit Waffen zu sichern ist wie die Liebe mit
Hass zu sichern.
		-- Benjamin Stramke
%
Um etwas Neues zu schaffen muss man den Weg der Zerstörung
gehen.
		-- Benjamin Stramke
%
Wer viel weiß, der sehnt sich die Zeit zurück da er wenig
wusste. Wer wenig weiß wünscht sich mehr zu wissen.
		-- Benjamin Stramke
%
Gott gibt nicht nur, sondern nimmt auch.
		-- Benjamin Stramke
%
Liebe ist wie Sonnenschein bei klarem Himmel.
		-- Benjamin Stramke
%
Erst wenn Menschen den Worten Glauben schenken werden die
Worte stärker. Nicht durch Taten.
		-- Benjamin Stramke
%
Man muss durch die Hölle gegangen sein um festzustellen ob
man im Himmel war oder ist.
		-- Benjamin Stramke
%
Wenn der Geist den Körper kontrolliert heißt das nicht,
dass der Geist das Herz unter Kontrolle halten kann.
		-- Benjamin Stramke
%
Das Weltall ist unendlich groß, aber für jeden Menschen ist
jeder Ort dort gleich: fremd.
		-- Benjamin Stramke
%
Kunst ist der jämmerliche Versuch, die Schönheit der Natur
nachzuahmen.
		-- Benjamin Stramke
%
Um das eigene Herz zu öffnen muss es manchmal gebrochen
werden.
		-- Benjamin Stramke
%
Wer eins wird mit dem Moment, der wird eins mit der
Ewigkeit.
		-- Benjamin Stramke
%
Musik ist der Weg, auf dem die Menschen ihre Gefühle
verstehen können. Nur durch Zuhören können sie die tiefste
Verbindung zwischen Geist, Seele und Herz erlangen, eins mit
sich selbst werden. Aufgehen im unendlichen Glück des
Moments.
		-- Benjamin Stramke
%
Das Glück ist wie eine Blume. Es kommt darauf an, immer
wieder an sie zu denken und sich um sie zu kümmern.
		-- Benjamin Stramke
%
Die Ziele der Menschen sind Reichtum an Materiellem.
Reichtum an Glück sollte das Ziel sein.
		-- Benjamin Stramke
%
Die Kunst zu leben ist nicht zu existieren, sondern den
anderen zu zeigen, dass man existiert!
		-- Benjamin Stramke
%
Zitate in Büchern sind weniger präsent als Zitate in den
Köpfen der Menschen.
		-- Benjamin Stramke
%
Jeder hält sein Glück in den eigenen Händen. Doch wenn wir
das Glück zu fest anpacken, dann wird es sich nie entfalten
können.
		-- Benjamin Stramke
%
Wenn die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen,
werden dann die Träume real oder wird die Realität zum
Traum?
		-- Benjamin Stramke
%
Kein Weiser hat sich je gewünscht, jünger zu sein.
		-- Jonathan Swift
%
Über eine Spur von Geist in einer Frau freuen wir uns ebenso wie über
ein paar Worte, die ein Papagei richtig herausbringt.
		-- Jonathan Swift
%
Taucht ein Genie auf, verbrüdern sich die Dummköpfe.
		-- Jonathan Swift (Gullivers Reisen)
%
Der Mensch sollte sich niemals genieren einen Irrtum zuzugeben, zeigt
er doch damit, daß er sich entwickelt, daß er gescheiter ist als
gestern.
		-- Jonathan Swift
%
Ihr könnt Menschen durch Gewinn oder Strafen dazu zwingen, daß sie
sagen oder schwören, sie glauben, und daß sie so tun, als ob sie
glaubten. Aber weiter könnt ihr nichts.
		-- Jonathan Swift (Gedanken über Religion)
%
Wir haben gerade Religion genug, um einander zu hassen, aber nicht
genug, um einander zu lieben.
		-- Jonathan Swift
%
Die beste Methode, das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee
zu trinken. Und wenn man keinen haben kann, so soll man versuchen, so
heiter und gelassen zu sein, als hätte man guten Kaffee getrunken.
		-- Jonathan Swift
%
Die besten Ärzte der Welt sind: Dr. Diät, Dr. Ruhe und Dr.
Fröhlichkeit.
		-- Jonathan Swift
%
Die meisten Menschen sind wie Stecknadeln: Nicht der Kopf ist das
Wichtigste an ihnen.
		-- Jonathan Swift
%
Satire ist eine Art Spiegel, in dem der Betrachter alle anderen Gesichter
erkennt, nur nicht das eigene.
		-- Jonathan Swift
%
Engstirnige Menschen sind wie Flaschen mit einem engen Hals; je
weniger darin ist, desto mehr Geräusch entsteht beim Ausschütten.
		-- Jonathan Swift
%
Jeder will lange leben, aber keiner will alt sein.
		-- Jonathan Swift
%
Kein Weiser hat sich je gewünscht, jünger zu sein.
		-- Jonathan Swift
%
Alte Herren und Kometen werden aus dem gleichen Grund verehrt:
Wegen ihrer langen Bärte und der Behauptung, daß sie die Ereignisse
voraussagen.
		-- Jonathan Swift
%
In den verdorbensten Staaten gibt es die meisten Gesetze.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Je korrupter der Staat, desto mehr Gesetze braucht er.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Früher litten wir an Verbrechen, heute an Gesetzen.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, daß sie verdient war.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Sie schaffen eine Wüste und nennen es Frieden.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Erfolge nehmen alle in Anspruch, Mißerfolge werden einem einzigen
zugeschrieben.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Alles Unbekannte gilt für groß.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Glänzten durch ihre Abwesenheit.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Achtung ist größer aus der Entfernung.
		-- Publius Cornelius Tacitus (55-120)
%
Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude. Ich erwachte und sah,
das Leben ist Pflicht. Ich tat meine Pflicht, und siehe da, das Leben
ward Freude.
		-- Rabindranath Tagore
%
Wenn die Zufälligkeiten des täglichens Lebens anfangen, den Menschen
zu beherrschen, so sieht er die Wahrheit nicht mehr und verliert seine
Freiheit.
		-- Ranbindranath Tagore
%
Schöne Tage - nicht weinen, daß sie vergangen, sondern lächeln, daß
sie gewesen.
		-- Rabindranath Tagore
%
Jedes Kind gibt uns die Gewißheit, daß Gott an der Menschheit nicht
verzweifelt.
		-- Rabindranath Tagore
%
Wer eine Sünde zweimal begangen hat, der hält sie für keine Sünde
mehr.
		-- Talmud (Literaturwerk des Judentums)
%
Verurteile niemanden, bevor du nicht in seiner Lage warst.
		-- Talmud (Literaturwerk des Judentums)
%
Wer andere kennt, ist klug.
Wer sich selber kennt, ist weise.
		-- Tao te king
%
Das gute an Standards ist, daß man unter so vielen wählen kann.
		-- Andrew S. Tanenbaum
%
Sowenig es Reinrassigkeit gibt, so wenig gibt es Adel, der seinen
Namen verdient. Er ist ein Spielball des Zufalls. Nur eine weitere
ironische Form der Fatalität.
		-- Vizconte de Lascano Tegui
%
Ein Optimist ist ein Mensch, der glaubt, daß die Zukunft ungewiß ist.
		-- Edward Teller
%
Die Schwierigkeit liegt darin, daß wir als Menschen nicht nur
Probleme lösen, sondern auch Probleme schaffen.
		-- Edward Teller
%
Der Wissenschaftler ist verantwortlich für die Erklärung seines
Wissens, nicht aber dafür, wie dieses Wissen angewendet wird.
		-- Edward Teller
%
Einbildungskraft ist das, was manchen Politiker glauben macht,
er sei ein Staatsmann.
		-- Roberta Tennes
%
Das Wissen kommt und geht, die Weisheit bleibt.
		-- Alfred Lord Tennyson
%
Erfolg ist im Grunde nichts anderes, als die Überwindung der Angst vor
dem Versagen.
		-- Kurt Tepperwein
%
Der Erfolgreiche fängt gerade da an, wo der Erfolglose aufhört!
Mißerfolge sind immer nur Zwischenergebnisse.
		-- Kurt Tepperwein
%
Liebe das Leben, und das Leben wird dich lieben!
		-- Kurt Tepperwein
%
Wer spricht, was er will, der hört, was er nicht will.
		-- Terenz
%
Geographie ist Schwerkraft mit Bäumen drauf
		-- P. Terry
%
Die Amis haben schon alles zusammen was man für einen
Krieg braucht, fehlt nur noch der Feind.
		-- Erik Tews
%
Schön zu sein ist ausreichend.  Was will man mehr von einer Frau?
Wozu muß eine Rose singen können?
		-- Thackeray
%
Das Seltenste, was ich gesehen: ein alter Tyrann.
		-- Thales von Milet (650-560 v.Chr.)
%
Wenn ich etwas in der Politik verabscheue, dann den Typ des Aals, der
sich vor lauter Geschmeidigkeit am liebsten selbst in sein Hinterteil
beißen würde.
		-- Margaret Thatcher
%
Das Rückgrat ist bei manchen Politikern unterentwickelt - vielleicht
weil es sowenig benutzt wird.
		-- Margaret Thatcher
%
Es ist nicht Sache des Politikers, allen zu gefallen.
		-- Margaret Thatcher
%
Geld fällt nicht vom Himmel. Man muß es sich hier auf Erden
verdienen.
		-- Margaret Thatcher
%
Es stört mich nicht, was meine Minister sagen, - solange sie tun, was
ich ihnen sage.
		-- Margaret Thatcher
%
Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste
Leben, das es geben kann.
		-- Hl. Theresia vom Kinde Jesu
%
Frauen über Männer:  Ihr Mannsbilder seid's narrisches Volk.  Ihr
betet uns an wegen unserer Tugend, und wenn wir sie behalten wollen,
seid's ihr böse.
		-- Maria Theresia
%
Die Ungeduld ist die einzige Eigenschaft der Jugend, deren Verlust man
im Alter nicht beklagt.
		-- Frank Thieß
%
Angst haben wir alle.
Der Unterschied lieget in der Frage: Wovor ?
		-- Frank Thieß
%
Pessimisten sind Leute, die nur ein einziges Instrument blasen:
Trübsal.
		-- Wim Thoelke
%
Man muß die Leute an ihren Einfluß glauben lassen...
Hauptsache ist, daß sie keinen haben.
		-- Ludwig Thoma
%
Arbeit nennt man heute die Kur, bei der man sich von der Erholung
erholt.
		-- Georg Thomalla
%
Wir haben ein etwas gestörtes Verhältnis zum unbeschwerten Lachen,
weil man unsinnigerweise glaubt, wo gelacht wird, fehle das kulturelle
Niveau.
		-- Georg Thomalla
%
Pünktlichkeit ist ein gutes Training für das Alleinsein.
		-- Georg Thomalla
%
Amors Streifschüsse nennt man Flirt.
		-- Georg Thomalla
%
Ist es nicht interessant, daß die selben Leute, die über Science-Fiction
lächeln, der Wettervorhersage und Ökonomen glauben schenken?
		-- Kelvin Throop III
%
Ich habe noch nie eine Frau kennen gelernt, die so über ihr Alter
gestöhnt hätte wie etliche Männer die ich kenne.
		-- James Thurber
%
Liebe ist das, was man mit einem anderen durchgemacht hat.
		-- James Grover Thurber
%
Ein Mann, der über sechzig Jahre ist und dem Arzt noch die Hand
hinhält, ist belachenswert.
		-- Tiberius
%
Die sorgfältige Feigherzigkeit hält uns immer von Taten zurück, deren
wir uns freuen würden, wenn nur der Augenblick de Ausübung erst
vorüber wär.
		-- Ludwig Tieck
%
Wer alles machen will, wird als Meister des Nichts enden.
		-- Bruno Tietz
%
Alkohol zieht den Horizont auf den Umfang eines Bierdeckels
zusammen.
		-- Peter Tille
%
Wer mit dem Strom schwimmt, erreicht die Quelle nie.
		-- Peter Tille
%
Mensch sein heißt Utopien haben.
		-- Paul Johannes Tillich
%
Weisheit ist die Anerkennung der eigenen Grenzen.
		-- Paul Johannes Tillich
%
Jedes menschliche Werk ist zugleich Sache und Symbol.
		-- Paul Johannes Tillich
%
Nur wer allein ist, kann behaupten, ein Mensch zu sein. In dem
alleinsein liegt Leid und Größe des Menschen.
		-- Paul Johannes Tillich
%
Auch Nichtraucher müssen sterben.
		-- Friedrich Torberg
%
Die Parzen weben anderswo. Du, Österreich, hast Grillen.
		-- Friedrich Torberg
%
Man muß mit seinen Feinden leben, da man ja nicht jedermann zum
Freund haben kann.
		-- Alexis de Tocqueville
%
Wenn Adam auf die Erde zurückkäme, würde er nichts wiedererkennen -
ausgenommen die Witze.
		-- Ugo Tognazzi
%
Hoppla, wir leben!
		-- Ernst Toller
%
Es gilt der Satz, der mich noch nie gereut:
Der beste Freund des Menschen ist die Einsamkeit.
		-- Horst Tomayer
%
Anderer Menschen Leid trösten ist der beste Trost für eigenes Leid.
		-- Niccolò Tommaseo
%
Es ist nicht angängig, alles auszusprechen, was man denkt, doch sollte
man sich bemühen, stets so zu sprechen, wie man denkt.
		-- Niccolò Tommaseo
%
Phantsie - ein Reisender, der alles aufsucht, auch verbotenes Gelände.
		-- De Torres
%
Wenn man seinem Paßbild ähnlich zu sehen beginnt, sollte man
schleunigst Urlaub machen.
		-- Vico Torriani
%
Wenn Du sagst: "Ich habe ein Programm geschrieben, daß Windows zum
Absturz bringt", so werden Dich die Menschen verständnislos anstarren
und sagen: "Hey, ich bekam soetwas mit dem Betriebssystem und zwar
*kostenlos*."
		-- Linus Torvalds
%
In einer Welt, in der die Freiheit durch Regierungen zerstört wird,
werden diejenigen, die Freiheit schaffen, als Feinde angesehen.
		-- Zlatan Todoric (Debian Entwickler)
%
Im Leben muß man zu rechnen verstehen, aber nicht auf die anderen
		-- Paul Jean Toulet
%
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, wahr zu sein und nicht
idealistisch.
Vielleicht ist das ein Fehler, aber es ist mir unmöglich Warzen zu
übersehen.
		-- Henri de Toulouse-Lautrec
%
Die Ehe ist eine lange Mahlzeit, die mit dem Dessert beginnt.
		-- Henri Toulouse-Lautrec
%
Das Bemerkenswerte an der derzeitigen Lage ist, daß Einverständnis
darüber herrscht, nichts an einem Status quo zu verändern, der von
allen als unerträglich kritisiert wird.
		-- Alain Touraine
%
Wenn man Intelligenz als die Fähigkeit definiert, neue Dinge zu lernen
und Lösungen für Probleme zu finden, die das erste Mal auftauchen -
wer ist dann intelligenter als das Kind?
		-- Michel Tournier
%
Der erste Schritt zum Glück ist der Entschluß, glücklich sein zu
wollen.
		-- Ralph Waldo Trine
%
Hätten die Neandertaler Atomkraftwerke besessen, wir hätten heute noch
damit zu tun.
		-- Jürgen Trittin
%
Laurenz Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das
Aussehen.
		-- Jürgen Trittin
%
Alle in theologischen Werken üblichen Verherrlichungen des
Christentums, daß es im Mittelalter wenigstens die Sklaverei
abgeschafft habe, beruhen auf krasser Unwissenheit oder verlogender
Apologetik. Ungefähr das Gegenteil ist wahr... Wo sie in Europa
aufhörte, sind politische und ökonomische Verhältnisse die Ursache;
niemals aber ein Verbot der Kirche. Ja, die Sklaverei nimmt in
Südeuropa gegen Ende des Mittelalters einen Aufschwung, und die Kirche
ist nicht bloß am Sklavenbesitz beteiligt, sondern verhängt auch
geradezu Versklavung als Strafe in den verschiedensten Fällen.
		-- Ernst Troeltsch (ev. Theologe, 1865-1923)
%
Nicht wenige Experten sehen ihre Daseinsberechtigung darin, einen
relativ einfachen Sachverhalt unendlich zu komplizieren.
		-- Pierre Elliott Trudeau
%
Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.
		-- François Truffaut
%
Viele verwechseln einen schlechten Ruf mit Berühmtheit und fallen
lieber durch Untugenden und Torheiten auf als gar nicht.
		-- Harry S. Truman
%
Ich beobachte mit Erstaunen die große Anzahl meiner Zeitung lesenden
Mitmenschen, die in dem Glauben leben und sterben, sie hätten von der
Zeit in der sie lebten etwas gewußt.
		-- Harry S. Truman
%
Es ist erstaunlich, was man alles erreichen kann, wenn man sich nicht
darum kümmert, wer dafür die Anerkennung bekommt.
		-- Harry S. Truman
%
Eine Krise kann jeder Idiot haben.  Was uns richtig zu schaffen
macht ist der Alltag.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Freundin eines Mannes kann eine Frau nur werden, wenn sie zuerst seine
Bekannte, dann seine Geliebte war.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Wer die Einsamkeit fürchtet, sollte nicht heiraten.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Zum Teufel mit der aristokratischen Gesinnung, wenn sie verlogen ist.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Vorurteile und all die Gemeinheiten und Widrigkeiten des Alltags sind
notwendig; denn sie werden zu guter Letzt zu irgend etwas Brauchbarem
verarbeitet wie der Dünger zu fruchtbarem Humus.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Eine Kleinigkeit, einverstanden, aber an solchen Kleinigkeiten geht
die Welt zugrunde.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Hunderte von Wesrt öder, eintöniger Stepp können einen nicht so anöden
wie ein einziger Mensch.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Wenn du das Leben verstehen willst, hör auf zu glauben, was die Leute
sagen und schreiben. Beobachte lieber dich selbst, und mach dir deine
eigenen Gedanken.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Die Menge glaubt, alles zu wissen und alles zu begreifen. Je dümmer
sie ist, um so weiter ist der Horizont, den sie zu haben vorgibt.
		-- Anton Pawlowitsch Tschechow
%
Gut zurechtgemacht fürs Ausgehen ist eine Frau dann, wenn ihr
Begleiter lieber mit ihr Zuhause bliebe.
		-- Olga Tschechowa
%
Ernst Thälmann, einer Flasche Sekt verglichen:
  Was bessernd eingreift in die Welt,
  Das wird beizeiten kaltgestellt.
		-- Marco Tschirpke
%
Alte Leute gleichen Reisenden, die nach einem längst verjährten
Fahrplan reisen wollen.
		-- Charles Tschopp
%
Wenig und Viel sind wandelbar wie Geschenke, je nachdem sie der
Gebende oder der Empfangende betrachtet.
		-- Tschuang-tse (4. Jh. v. Chr.)
%
Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als der, der alle
Antworten weiß.
		-- Chuang Tsu
%
Von der Geburt bis zum 18. Geburtstag braucht eine Frau gute Eltern,
von 18-35 gutes Aussehen, von 35-55 Persönlichkeit und ab 55 Kohle.
		-- Sophie Tucker
%
Das Volk und nur das Volk ist die Kraft, die Weltgeschichte macht.
		-- Mao Tse Tung
%
Willst du friedlich leben? Verkehre mit den Menschen, lebe aber
allein, unternimm nichts und bedauere gar nichts.
		-- Iwan S. Turgenjew (Gedichte in Prosa)
%
Keine meiner Übertreibungen war so maßlos wie die Wirklichkeit
		-- Peter Turrini
%
Wir sind die informierteste und gleichzeitig ahnungsloseste
Gesellschaft, die je existiert hat.
		-- Peter Turrini
%
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und
wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die
Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir
hatten die Bibel und sie das Land.
		-- Desmond Tutu
%
Jemanden zu sagen Idiot - das ist keine Beleidigung, sondern Diagnose.
		-- Julian Tuwim
%
Das Gehirn ist ein Apparat, mit dessen Hilfe viele Menschen denken,
daß sie denken.
		-- Julian Tuwim
%
Wer Erfolg haben will, darf keine Angst haben, Fehler zu machen.
		-- Frank Tyger
%
Planst du für ein Jahr, so säe Korn, planst du für ein Jahrzehnt, so
pflanze Bäume, planst du fürs Leben, so bilde Menschen.
		-- Kuan Tzu
%
Heute wird oft behauptet, und nicht ohne Grund, daß die Zukunft unseres
Landes in Kilowattstunden gemessen werden kann und der Energie der
Wasserfälle abhängig ist.  Doch sollte man nicht vergessen, daß die
Wasserfälle des Landes Kostbarkeiten bewahren, die nicht in Gold und
Geld gemessen werden können, sondern in STunden der Freude und des Glücks.
		-- Sigurður Þórarinsson
%
Geldmangel ist ein Segen.
Niemand vermag zu sagen, wie viele politische Dummheiten durch Mangel
an Geld schon verhindert worden sind.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Man muß die Zukunft im Sinn haben und die Vergangenheit in den Akten.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der
Macht.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Deserteure müßte man gleichzeitig wegen Feigheit erschießen und
wegen Klugheit auszeichnen.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Wer eine Wahrheit verbergen will, braucht sie nur offen auszusprechen
- sie wird einem ja doch nicht geglaubt.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Wenn man die Redlichkeit eines Politikers allzu laut betont, zweifelt
man an seinen Fähigkeiten.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Wer lange genug gelebt hat, hat alles gesehen und auch das Gegenteil
von allem.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Die Sprache wurde dem Menschen gegeben, damit er seine Gedanken verhüllen
kann.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Geschichte ist nichts anderes als die Unfallchronik der Menschheit.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Opposition ist die Kunst, so geschickt dagegen zu sein, daß man später
dafür sein kann.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Sagt eine Dame 'Nein', so bedeutet das 'Vielleicht'; sagt sie
'Vielleicht', dann denkt sie dabei 'Ja', sagt sie 'Ja' - ist sie keine
Dame.
		-- Charles Maurice de Talleyrand
%
Mit der Liebelei ist es wie mit der Elektrizität: erst Starkstrom,
dann Schwachstrom, zuletzt Wechselstrom.
		-- Jaques Tati
%
Alle Wirtschaftsprobleme wären zu lösen, wenn man die
Selbstgefälligkeit steuerpflichtig machte.
		-- Jaques Tati
%
Antiquitäten sind der Kitsch von vorgestern zu den Preisen von heute.
		-- Jaques Tati
%
Wer sich zu wichtig für kleine Arbeiten hält, ist oft zu klein für
wichtige Arbeiten.
		-- Jaques Tati
%
Der größte Aberglaube der Gegenwart ist der Glaube an die Vorfahrt.
		-- Jaques Tati
%
Eine Kleinstadt ist eine Stadt, in der die wichtigsten
Lokalnachrichten nicht gedruckt, sondern gesprochen werden.
		-- Jaques Tati
%
Heutzutage schämt man sich beinahe, daß man sich immer noch für Dinge
schämt, für die man sich auch früher geschämt hat.
		-- Jaques Tati
%
Man soll an der Natur nicht verzweifeln: Vielleicht entwickelt sie aus
dem Känguruh noch den Fußgänger des einundzwanzigsten Jahrhunderts.
		-- Jaques Tati
%
Geld ist das einzige, was eine Frau manchmal für sich behalten kann.
		-- Jacques Tati
%
Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein,
um mit großen Aufgaben betraut zu werden.
		-- Jacques Tati
%
Das Militär ist eine Pflanze, die man sorgfältig pflegen muß, damit
sie keine Früchte trägt.
		-- Jacques Tati
%
Wenn ein Ehepaar den gleichen Geschmack hat, so heißt das in den
meisten Fällen, daß der Mann seinen verloren hat.
		-- Jacques Tati
%
Abtreibung ist Krieg gegen unschuldige, ungeborene Kinder.
		-- Mutter Teresa
%
Abtreibung tötet zwei: das Kind und das Gewissen der Mutter.
		-- Mutter Teresa
%
Das ist das Teuflischste, was eine menschliche Hand tun kann.
Darum zahlen wir mit den schrecklichen Dingen, die in der Welt
geschehen.
		-- Mutter Teresa
%
Frauen, die abgetrieben haben, brauchen dringend Vergebung.
		-- Mutter Teresa
%
Wir bekämpfen die Abtreibung mit Adoption.
		-- Mutter Teresa
%
Krieg ist das Ergebnis von Politik, und deswegen mische ich mich da
nicht ein, das ist alles.
		-- Mutter Teresa
%
Nur die Frau kann eine Familie schaffen. Aber eine Familie kann auch
an ihr zerbrechen.
		-- Mutter Teresa
%
Jedes Kind ist kostbar. Jedes ist ein Geschöpf Gottes.
		-- Mutter Teresa
%
Sich selbst geben ist besser als nur geben.
		-- Mutter Teresa
%
Gott hat die Armut nicht erschaffen. Er erschuf nur uns.
		-- Mutter Teresa
%
Man kann Gott nur auf eigene Kosten lieben.
		-- Mutter Teresa
%
Ein fröhliches Herz entsteht normalerweise nur aus einem Herzen, das
vor Liebe brennt.
		-- Mutter Teresa
%
Alle guten Dinge sind billig; alle schlechten sind teuer.
		-- Henry David Thoreau
%
Die Behauptung, jemand sei ein Freund, besagt in der Regel nicht mehr,
als daß er kein Feind ist.
		-- Henry David Thoreau
%
Es genügt nicht, nur fleißig zu sein - das sind die Ameisen. Die
Frage ist vielmehr: wofür sind wir fleißig?
		-- Henry David Thoreau
%
Jede Generation lacht über Moden, aber folgt den neuen treu.
		-- Henry David Thoreau
%
Hast Du Luftschlösser gebaut,
so braucht Deine Arbeit
nicht verloren zu sein.
Eben dort sollten sie sein.
Jetzt lege das Fundament darunter.
		-- Henry David Thoreau
%
Es werden zwei gebraucht, um die Wahrheit zu sprechen - einen der
spricht und einen anderen der hört.
		-- Henry David Thoreau
%
"Das Gesetz hat die Menschen nicht um ein Jota gerechter gemacht;
gerade durch ihren Respekt vor ihm werden auch die Wohlgesinnten
jeden Tag zu Handlangern des Unrechts."
		-- Henry David Thoreau
%
In einem Staat, der seine Bürger willkürlich einsperrt, ist es eine
Ehre für einen Mann, im Gefängnis zu sitzen."
		-- Henry David Thoreau
%
Könnte es nicht eine Regierung geben, in der nicht die Mehrheit über
Falsch und Richtig befindet, sondern das Gewissen? [...] Muss der Bürger
auch nur einen Augenblick, auch nur ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber
überlassen? Wozu hat denn jeder Mensch ein Gewissen? Ich finde wir sollten
erst Menschen sein, und danach Untertanen.
		-- Henry David Thoreau
%
Wenn ich einem Ertrinkenden das Holzbrett entrissen habe, mit dem er sich
über Wasser gehalten hat, dann muss ich es ihm zurückgeben, und wenn ich
dabei selbst ertrinke.
		-- Henry David Thoreau
%
Noch immer leben wir niedrig wie Ameisen, obgleich die Sage erzählt,
wir seien schon vor langer Zeit in Menschen verwandelt worden.
		-- Henry David Thoreau
%
Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit.
		-- Henry David Thoreau
%
Überflüssiger Reichtum kann nur Überflüssiges erkaufen.
		-- Henry David Thoreau
%
Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen, wird der Erfolg all unsere
Erwartungen übertreffen.
		-- Henry David Thoreau
%
Die Wege, auf denen man Geld gewinnen kann, führen fast ausnahmslos abwärts.
Wenn du etwas getan hast, wodurch du bloß Geld verdient hast, so bist du
wahrlich faul oder noch schlimmer gewesen.
		-- Henry David Thoreau
%
Unsere Feinde sind in unserer Mitte und überall um uns... denn unser Feind
ist die fast universelle Starrheit von Kopf und Herz, der Mangel an Vitalität
im Menschen.
		-- Henry David Thoreau
%
Als ob man die Zeit totschlagen könnte, ohne die Ewigkeit zu verletzen.
		-- Henry David Thoreau
%
Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Die Weisheit kennt kein Ende - je mehr der Mensch in ihr
fortschreitet, desto mehr bedarf er ihrer.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi
%
Wie viel Mühe kostet die Niederschlagung und Verhütung von Aufständen:
Geheimpolizei, andere Polizei, Spitzel, Gefängnisse, Verbannungen,
Militär. Und wie leicht sind die Ursachen für Aufstände zu beseitigen!
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Das Glück besteht nicht darin, daß du tun kannst, was du willst,
sondern darin, daß du auch immer willst, was du tust.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Kümmere dich nicht um den Beifall von Leuten, die du nicht kennst oder
die du verachtest.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Um einen Staat zu beurteilen, muß man seine Gefängnisse von innen
ansehen.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen, Eisen schmieden. Aber
mit Menschen kann man nicht ohne Liebe umgehen.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Unterhaltung ist gut, wenn sie nicht unsittlich, sondern anständig
ist, und wenn ihretwegen nicht andere leiden müssen.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Jeder Mensch hat die Keime aller menschlichen Eigenschaften in sich.
Manchmal kommen die einen zum Vorschein, manchmal die anderen.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi
%
Wenn die Vertreter der Kirche Christen sind, dann bin ich kein Christ;
und umgekehrt.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj
%
Je weiter ich im Alter voranschreite, und je mehr ich die Frage des
Krieges durchdenke, desto überzeugter bin ich, daß die einzige Lösung
der Frage die Weigerung der Bürger ist, Soldat zu werden.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoj (an Betha von Suttner, 28.August 1901)
%
In unserer Zeit herrscht ein schrecklicher Aberglaube, er besteht
darin, daß wir begeistert jede Erfindung aufgreifen, welche die Arbeit
erleichtert, und glauben, sie unbedingt nutzen zu müssen, ohne uns die
Frage vorzulegen, ob diese die Arbeit erleichternde Erfindung unser
Glück vermehrt oder vielleicht Schönheit zerstört.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1903)
%
Die meisten Menschen leben, als steuerten sie rückwärts einem Abgrund
zu. Sie wissen, hinter ihnen gähnt ein Abgrund, in den sie jeden
Augenblick stürzen können, aber sie richten ihre Blicke nicht auf ihn,
sondern erheitern sich an dem, was sie sehen.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1905)
%
Niemand zählt diese Morde der Ärzte, wie man vorzeiten die Morde der
Inquisition nicht zählte, weil man des Glaubens war, sie würden zum
Heil der Menschheit begangen.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Die Kreutzersonate)
%
Nur wenn alle Landarbeit leisten, kann es ein vernunftgemäßes,
sittliches Leben geben. Der Ackerbau weist uns, was am dringendsten
und was weniger notwendig ist. Er ist die Richtschnur für ein
vernunftgemäßes Leben. Wir müssen die Erde berühren.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1906)
%
Seinen Acker zu bestellen, ist nicht eine unter mehreren Lebensformen,
sondern die Lebensform schlechthin, das Leben selbst, die einzige
menschliche Lebensform, welche die Offenbarung aller höheren
Eigenschaften des Menschen ermöglicht.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1906)
%
Die europäischen Völker haben 133 Milliarden Schulden. Wer schuldet
wem? Die Armen, die arbeitenden Menschen den Reichen, welche die
Aktien besitzen.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1904)
%
Überall ist das Unheil der Alkohol.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1889)
%
Man kann nicht für sich allein leben. Das ist der Tod.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1889)
%
Schrecklich allein ist, wer nicht seine Einheit mit allen Einzelwesen
empfindet.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1901)
%
Kinder geben Armen bisweilen Brot, Zucker und Geld und sind mit sich
selbst zufrieden, über sich selbst gerührt und meinen, sie täten etwas
Gutes. Kinder wissen nicht und können nicht wissen, woher Geld und
Brot stammen. Erwachsene aber müßten wissen und begreifen, daß nichts
Gutes daran sein kann, dem einen etwas wegzunehmen und es dem andern
zu geben.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1891)
%
Seit ich alt bin, verwechsle ich die Menschen, beispielsweise meine
Kinder. Ich verwechlse auch fremde Menschen, die zum selben Typ
gehören oder in meinem Gehirn als Typ registriert sind.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1897)
%
Wenn ein Wasserstrahl gleichmäßig fließt, scheint es, er stehe
still. Genau so erscheint uns unser Leben und das Leben
allgemein. Aber daß der Strahl nicht still steht, sondern fließt,
merkt man, wenn er schwächer wird.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1901)
%
Wir schätzen die Zeit erst, wenn uns nicht mehr viel davon geblieben
ist.
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1852)
%
Wie geheimnisvoll ist alles für alte Menschen und wie klar alles
den Kindern!
		-- Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1907)
%
Der Sündenfall aller Parteien beginnt, wenn sie nur noch das Mögliche
wollen.
		-- Charles Tschopp
%
Eine Partei ist die Gesamtheit jener, die sich einbilden, derselben
Meinung zu sein.
		-- Charles Tschopp
%
Eine kühne Behauptung ist der Hecht im Karpfenteich unserer trägen
Gedanken und Meinungen.
		-- Charles Tschopp
%
Nicht um die Behauptung geht es in der Diskussion, sondern um die
Selbstbehauptung.
		-- Charles Tschopp
%
Der verständige Zuhörer ist der Geburtshelfer meiner Gedanken.
		-- Charles Tschopp
%
Zufälle sind die Mittel des Schicksals, durch die es seine wichtigsten
Pläne mit uns durchführt.
		-- Charles Tschopp
%
Zwei Monologe, die sich gegenseitig immer und immer wieder störend
unterbrechen, nennt man eine Diskussion.
		-- Charles Tschopp
%
Eine schlechte Sache erregt, eine gute verträgt viel Kritik.
		-- Charles Tschopp
%
Wer sich ständig von Vernunft leiten läßt, ist nicht vernünftig.
		-- Charles Tschopp
%
Die Reichen müßten sehr glücklich sein, wenn sie nur halb so glücklich
wären, wie die Armen glauben.
		-- Charles Tschopp
%
Man beleidigt öfter mit Wahrheiten als mit Lügen.
		-- Charles Tschopp
%
Mann kann die Menschen nur von ihren eigenen Meinungen überzeugen.
		-- Charles Tschopp
%
Strahlende Augen erblicken eine strahlende Welt.
		-- Charles Tschopp
%
Die Frauen haben es ja von Zeit zu Zeit auch nicht leicht. Wir Männer
aber müssen uns rasieren.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wer in einem blühenden Frauenkörper das Skelett zu sehen vermag, ist
ein Philosoph.
		-- Kurt Tucholsky
%
Nähme man den Zeitungen den Fettdruck - um wieviel stiller wäre es in
der Welt.
		-- Kurt Tucholsky
%
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich
anständig benehmen muß, oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn man einen Menschen richtig beurteilen will, so frage man sich
immer: Möchtest du den zum Vorgesetzten haben?
		-- Kurt Tucholsky
%
Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die
herrschen, und solche, die beherrscht werden.
		-- Kurt Tucholsky
%
Vaterland nennt sich dieser Staat immer dann,
wenn er sich anschickt, auf Menschenmord zu gehen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit und ihre
Brutalität Ignoranz.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der eigene Hund macht keinen Lärm - er bellt nur.
		-- Kurt Tucholsky
%
Es gibt vielerlei Lärm, aber es gibt nur eine Stille.
		-- Kurt Tucholsky
%
Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem
Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!
		-- Kurt Tucholsky
%
Deutschlands Schicksal:
Vor dem Schalter zu stehen.
Deutschlands Ideal:
Hinter dem Schalter zu sitzen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Das ärgerliche am Ärger ist, daß man sich schadet, ohne anderen zu
nützen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen - und von
dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.
		-- Kurt Tucholsky
%
Überschrift eines demokratischen Leitartikels: Jein! - !
		-- Kurt Tucholsky
%
Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine
Weltanschauung.
		-- Kurt Tucholsky
%
Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muß sie allein machen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre
schlecht machen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und
zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn ein Mensch ein Loch sieht, hat er das Bestreben, es auszufüllen.
Dabei fällt er meistens hinein.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut
geht und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letzte heißt Religion.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir
seinen gut.
		-- Kurt Tucholsky
%
Volkswirtschaft ist der Zeitpunkt, an dem die Leute anfangen, darüber
nachzudenken, warum sie so wenig Geld haben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die
Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten.
Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.
		-- Kurt Tucholsky
%
Schlange vor dem Schalter. Alles geht, wenn auch langsam, so doch
regelmäßig; du ruckst voran. Bis der Mann vor dir herankommt. Der Mann
vor dir macht stets ungeahnte Schwierigkeiten, er will Herrn Eisenbahn
persönlich sprechen und braucht für sich allein so viel Zeit, wie alle
anderen Vormänner zusammen. So ist das Leben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Kirche rollt durch die neue Zeit dahin wie ein rohes Ei. So etwas
von Empfindlichkeit war überhaupt noch nicht da. Ein scharfes Wort,
und ein ganzes Geheul bricht über unsereinen herein: Wir sind
verletzt! Wehe! Sakrileg! Unsere religiösen Empfindungen... Und die
unseren-? Halten Sie es für richtig, wenn fortgesetzt eine breite
Schicht des deutschen Volkes als "sittenlos", "lasterhaft",
"heidnisch" hingestellt und mit Vokabeln gebrandmarkt wird, die nur
deshalb nicht treffen, weil sie einer vergangenen Zeit entlehnt sind?
Nehmt ihr auf unsere Empfindungen Rücksicht? Ich zum Beispiel fühle
mich verletzt, wenn ich einen katholischen Geistlichen vor Soldaten
sehe, munter und frisch zum Mord hetzend, das Wort der Liebe in das
Wort des Staates umfälschend - ich mag es nicht hören. Wer nimmt
darauf Rücksicht?
		-- Kurt Tucholsky
%
Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse
als einen Sitzplatz in der dritten.
		-- Kurt Tucholsky
%
Kluge Leute können sich dumm stellen. Das Gegenteil ist schwieriger.
		-- Kurt Tucholsky
%
Und der Grund, aus dem der Kirche täglich mehr und mehr Leute
fortlaufen, was nur zu begrüßen it, liegt eben hierin: daß viele
Diener dieser Kirche nur noch viel zu reden, aber wenig zu sagen
haben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Alles ist richtig, auch das Gegenteil. Nur 'zwar - aber', das ist nie
richtig.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.
		-- Kurt Tucholsky
%
Man fällt nicht über seine Fehler. Man fällt immer über seine Feinde,
die diese Fehler ausnutzen
		-- Kurt Tucholsky
%
Ich bin froh, daß Du da bist und nicht hier.
		-- Kurt Tucholsky
%
Hering ist gut. Schlagsahne ist gut. Wie gut muß erst Hering mit
Schlagsahne sein.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Standesdünkel liegt in derselben Schublade wie der
Patriotismus. Vom Feuerwehrverein bis zum Vaterland sind nur wenige
Schritte. Und daher sieht bei uns der Skatverein wie ein Staat und der
Staat wie ein Skatverein aus.
		-- Kurt Tucholsky
%
Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja
keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich
strafrechtlich hat schützen lassen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze.
		-- Kurt Tucholsky (Requiem - Nachruf auf sich selbst)
%
Trudele durch die Welt. Sie ist so schön, gib dich ihr hin, und sie
wird sich dir geben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Hab erbarmen. Das Leben ist schwer genug.
		-- Kurt Tucholsky (Merkblatt für Geschworene)
%
Die Katholiken sitzen vor ihrer Hütte. Ein Heide geht vorbei und
pfeift sich eins. Die Katholiken tuscheln: 'Der wird sich schön
wundern, wenn er stirbt!' Sie klopfen sich auf den Bauch ihrer
Frömmigkeit, denn sie haben einen Fahrschein, der Heide aber hat
keinen, und er weiß es nicht einmal.
Wie hochmütig kann Demut sein!
		-- Kurt Tucholsky
%
Schade, daß man einen Wein nicht streicheln kann.
		-- Kurt Tucholsky
%
... ich höre nachts die Lokomotiven pfeifen, sehnsüchtig schreit die
Ferne, und ich drehe mich im Bett herum und denke: 'Reisen...'
		-- Kurt Tucholsky
%
Ich habe Erfolg, aber ich habe keinerlei Wirkung.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Katholiken Terrorisieren das Land mit einer Auffassung vom Wesen
der Ehe, die die ihre ist und die uns nichts angeht.
		-- Kurt Tucholsky
%
In neunundneunzig von hundert Fällen lohnt es sich nicht, ein Ding
aufzubewahren. Es nimmt nur Raum fort, belastet dich; hast du schon
gemerkt, daß du nicht die Sachen besitzt, sondern daß sie dich
besitzen?
		-- Kurt Tucholsky
%
Entwirf deinen Reiseplan im großen - und laß dich im einzelnen von der
bunten Stunde treiben. Die Größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist
die Welt - sieh sie dir an.
		-- Kurt Tucholsky
%
Was die Kirche nicht verbieten kann, das segnet sie.
		-- Kurt Tucholsky
%
Das Christentum ist eine gewaltige Macht. Daß zum Beispiel
protestantische Missionare aus Asien unbekehrt wieder nach Hause
kommen - das ist eine große Leistung.
		-- Kurt Tucholsky
%
Merk: Wer sich so mit dem Nebel des Mysteriums umgibt, wie alle diese,
die es mehr oder weniger begabt der katholischen Kirche nachmachen,
der zeigt, daß seine Position bei voller Klarheit viel zu fürchten
hat.
		-- Kurt Tucholsky
%
Inzwischen wimmelt das in den Slums aller Länder, die Knie der
glücklichen Mütter werden von Geschöpfen umspielt, die später in den
Kohlenbergwerken oder in den Ackergräben für den Profit der anderen
verrecken dürfen...aber: es ist nicht abgetrieben worden. Der Kranz,
der Kranz ist gerettet!
		-- Kurt Tucholsky
%
Gewehre rechts - Gewehre links - das Christkind in der Mitten ... Gibt
es einen greulicheren Anblick?
		-- Kurt Tucholsky
%
Eine Frömmigkeit, die nur dann, verstaubt und verrostet, aus der
Schublade geholt wird, wenn und weil der Träger im Dreck sitzt, ist
keine. Sage mir, zu wem du betest, wenn es dir gut geht, und ich will
dir sagen, wie fromm du bist. Not lehrt beten; aber das echte Gebet
ist das nicht.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn aber Christus, der gesagt hat: 'Du sollst nicht töten!'
an seinem Kreuz sehen muß, wie sich die Felder blutig röten;
wenn die Pfaffen Kanonen und Flugzeuge segnen
und in den Feldgottesdiensten beten, daß es Blut möge regnen;
und wenn die Vertreter Gottes auf Erden
Soldaten-Hämmel treiben, auf daß sie geschlachtet werden;
und wenn die Glocken läuten: 'Mord! und die Choräle hallen:
'Mord" Ihr sollt eure Feinde niederknallen!'
Und wenn jemand so verrät den Gottessohn-:
Das ist keine Schande.
Das ist Religion.
		-- Kurt Tucholsky
%
...die christliche Kirche treibt nicht nur die Gläubigen in die Gräben
und segnet die Maschinen, die zum Mord bestimmt sind - sie heilt auch
die Wunden, die der Mord geschlagen hat, und ist allemal dabei.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wir benehmen uns aus Gründen des Geschmacks in den Kirchen anständig -
man kann nicht sagen, daß sich die Katholiken in den Bezirken des
Geistes ebenso anständig benehmen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Das Christentum braucht nur ein Jahrtausend in seiner Geschichte
zurückzublättern: im Anfang war es wohl die Güte, die diese Religion
hat zu gebären helfen - zur Macht gebracht hat sie die Gewalt.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wer da schreit: 'Dem Volke muß die Religion erhalten bleiben', lügt;
gemeint ist: 'Das Volk muß der Religion erhalten bleiben'. Das Volk
ist ihr in großen Teilen weggelaufen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Und das Ding möchte ich einmal sehen, das die Kirche nicht segnete,
wenn sich das für sie lohnt.
		-- Kurt Tucholsky
%
Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der
Kirche aus.
		-- Kurt Tucholsky
%
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück ...
vorbei, verweht, nie wieder.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Seele jeder Ordnung ist ein großer Papierkorb.
		-- Kurt Tucholsky
%
Ein skeptischer Katholik ist mir lieber als ein gläubiger Atheist.
		-- Kurt Tucholsky
%
Finales gibt es ja doch nur in den Opern. Man steigt aus - und weiß
nicht, daß es das letztemal gewesen sein soll. Denn dann kam
vielleicht die Krankheit, die lange Bettlägerigkeit ... nie wieder ein
Automobil. Zum letztenmal in seinem Leben Sauerkraut gegessen. Zum
letztenmal telefoniert. Zum letztenmal geliebt. Zum letztenmal Goethe
gelesen. Vielleicht lange Jahre vor dem Tode. Und man weiß es nicht.
		-- Kurt Tucholsky (Nachher)
%
Gott erhalte uns die Freundschaft. Man möchte beinah glauben, man sei
nicht allein.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm
und weise; er verzichtet auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt
man innere Einkehr.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie
vergessen, daß sie alt sind, und Junge begreifen nie, daß sie alt
werden können.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Toleranz ist der Verdacht, daß der andere Recht hat.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Komische Junge sind viel seltener als komische Alte.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Gewohnheit bedeutet, einen bestimmten Platz für jede Sache zu haben,
und sie niemals dort aufzubewahren.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis übermorgen Zeit hat.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war.
Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt
manches.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Zuerst schuf Gott die Idioten; das war die Vorübung.  Dann schuf er die
Schule.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wir danken Gott für die Gnade, daß wir in unserem Land drei große
Vorzüge haben: Die Freiheit der Rede, die Freiheit des Denkens und
die Weisheit, von beidem keinen Gebrauch zu machen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Zuerst schuf der liebe Gott den Mann, dann schuf er die Frau.
Danach tat ihm der Mann leid, und er gab ihm Tabak.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Sollte man es glauben, daß dieser selbe gewissenlose Gott, dieser
moralische Kretin, zum Lehrer der Güte, der Sitten, der Milde, der
Rechtlichkeit, der Reinheit ernannt wurde? Es erscheint unmöglich und
verrückt...
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Es waren Typhusbazillen, Cholerabazillen, Starrkrampfbazillen,
Schwindsuchtbazillen, Pestbazillen und einige hundert weitere
Aristokraten, erlesene Schöpfungen, goldene Träger der Liebe Gottes zu
den Menschen, gesegnete Gaben des zärtlichen Vaters an seine Kinder -
alle mußten sie prächtig behaust und verpflegt werden.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger
zu wissen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Man kann nicht erwarten, daß ein rundlicher Mann gliech in ein
viereckiges Loch paßt. Man muß ihm Zeit geben, sich anzupassen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Ich muß eine erstaunliche Menge Geist haben; manchmal brauche ich
eine Woche, um mich zu entscheiden.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Tatsachen muß man kennen, bevor man sie verdrehen kann.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und
kritisieren nicht.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber
keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die,
die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen
sind, wollen nicht hinein.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wenige Dinge auf Erden sind lästiger als die stumme Mahnung, die von
einem guten Beispiel ausgeht.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die
Wahrheit die Schuhe anzieht.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Männer, die behaupten, sie seien die uneingeschränkten Herren im Haus,
lügen auch bei anderen Gelegenheiten.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Kein Breitengrad, der nicht dächte, er wäre Äquator geworden, wenn
alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wenn wir bedenken, daß wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie
verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben,
zu leben.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Versuchungen sind wie Vagabunden: Wenn man sie freundlich behandelt,
kommen sie wieder und bringen andere mit.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Die verborgene Quelle des Humors ist nicht Freude, sondern Kummer.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die
Sache durchgesetzt hat.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Was wären die Menschen ohne die Frauen? Rar, sehr rar.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu
besinnen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Zivilisation ist die unbegrenzte Vervielfachung unnötiger
Notwendigkeiten.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Als wir das Ziel völlig aus den Augen verloren hatten verdoppelten
wir unsere Anstrengungen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Mancher schreibt gleich zwei Bücher auf einmal: das erste und das
letzte.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Beim Lesen von Büchern über die Gesundheit ist Vorsicht geboten.
Sie könnten an einem Druckfehler sterben.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Tapferkeit ist ein Anfall, der bei den meisten Menschen schnell
vorübergeht.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Ein Kuß ist eine Sache, für die man beide Hände braucht.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wir haben viele Sündenböcke, aber der populärste ist die Vorsehung.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Jeder Mensch ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem
zeigt.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Es ist besser, Ehrungen zu verdienen und nicht geehrt zu sein, als
geehrt zu sein und es nicht zu verdienen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber
man vergißt niemals, wo das Beil liegt.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann
wird er dich nicht beißen. Das ist der Grundunterschied zwischen Hund
und Mensch.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Ein Dutzend verlogener Komplimente ist leichter zu ertragen als ein
einziger aufrichtiger Tadel.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist, als Freunde zu gewinnen:
sie wieder loszuwerden.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Bevor man anfängt, seine Feinde zu lieben, sollte man seine Freunde
besser behandeln.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Handle immer richtig. Das wird einige Leute zufriedenstellen und den
Rest in Erstaunen versetzen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wir lieben die Menschen, die frisch heraussagen, was sie denken -
falls sie das gleiche denken wie wir.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wenn wir uns bemühen, können wir auch Mißgeschick ertragen -- das andere
Menschen meine ich.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Gut sein ist edel, aber anderen zeigen, wie sie gut sein sollen, ist
edler und macht weniger Mühe.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wissenschaft hat etwas Faszinierendes an sich. So eine geringfügige
Investition an Fakten liefert so einen reichen Ertrag an Voraussagen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Was braucht man, um erfolgreich zu sein? Unwissenheit und Selbstvertrauen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Der Nachteil des Himmels besteht darin, daß man die gewohnte
Gesellschaft vermissen wird.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen
ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem
Glühwürmchen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
(The difference between the right word and the almost right word is the
 difference between a lightning and a lightning bug.)
%
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Für Börsenspekulationen ist der Februar einer der gefährlichsten
Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November,
Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die
Jugend.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Alle Verallgemeinerungen sind falsch, einschließlich dieser.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Ein Mensch, der den Gletschern Gesellschaft leistet,
erhält allmählich das Gefühl, daß er einigermaßen unbedeutend ist.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens), 1878
%
Der Mensch ist das einzige Tier, das errötet.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wenn Du die Wahrheit sagst, brauchst Du kein gutes Gedächnis.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Sage im Zweifelsfall die Wahrheit.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Wahrheit ist etwas so Kostbares, daß Politiker gar nicht anders
können, als damit sparsam umzugehen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Die Wahrheit ist das größte Gut was wir besitzen -- laßt uns
sparsam damit umgehen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Dichtung ist verpflichtet, sich nach den Möglichkeiten zu richten. Die
Wahrheit nicht.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Es dauert ca. drei Wochen um eine gute Stehgreifrede auszuarbeiten.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Ein Klassiker ist ein Buch, das jeder immer schon einmal lesen
wollte und doch niemand lesen will.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Der einzige Weg, seine Gesundheit zu erhalten ist, zu essen was nicht
schmeckt, zu trinken was man nicht möchte und zu tuen, was man lieber
unterließe.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Ein Bankier ist ein Kerl, der ihnen bei schönem Wetter einen
Regenschirm leiht und ihn zurückverlangt, sobald es regnet.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Eine Bank ist eine Einrichtung, von der Sie sich Geld leihen können -
vorausgesetzt, Sie können nachweisen, daß Sie es nicht brauchen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Leser, nimm an, Du seiest ein Idiot.  Und nimm an, Du seiest
ein Mitglied des Kongresses.  Doch ich widerhole mich.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
"Die Allgemeinheit" ist lediglich ein vervielfachtes "ich".
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Der Verstand ist das Gut, das am gerechtesten verteilt ist. Jeder denkt,
er hätte genug davon.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Es ist besser still zu sein und für einen Narren gehalten zu werden,
als zu sprechen und damit jeden Zweifel auszuräumen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Es ist ganz leicht, sich das Rauchen abzugewöhnen;
ich habe es schon hundert Mal geschafft.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Es gibt Leute, die den Schuljungen verlachen und ihn leichtfertig und
oberflächlich nennen. Dabei war es ein Schuljunge, der gesagt hat:
'Glaube ist, wenn man was glaubt und weiß, es ist nicht so.'
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Freude läßt sich nur ganz auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Alle reden über das Wetter, aber keiner tut etwas dagegen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Die Vorurteile von Professoren nennt man Theorien.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende - und beide
sollten möglichst dicht beieinander liegen.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Glauben heißt auf etwas zu vertrauen, von dem du weißt, daß es nicht
existiert.
		-- Mark Twain (eigl. Samuel Langhorne Clemens)
%
Laß mich den Aberglauben eines Volkes schaffen, und mir ist es gleich,
wer ihm seine Gesetze oder seine Lieder gibt.
		-- Mark Twain
%
Adam und Eva hatten viele Vorteile. Vor allem bekamen sie ihre Zähne
sofort und auf einmal.
		-- Mark Twain
%
Adam war ein Mensch; er wollte den Apfel nicht des Apfels wegen,
sondern nur, weil er verboten war.
		-- Mark Twain, Querkopf Wilsons Kalender
%
Wie muß Adam das Gefühl ausgekostet haben, Dinge zu sagen, die vor ihm
noch keiner gesagt hat!
		-- Mark Twain
%
Je weniger Ahnung jemand hat, desto mehr Spektakel macht er und ein
desto höheres Gehalt verlangt er.
		-- Mark Twain
%
Im Leben braucht man zwei Dinge: Ignoranz und Überheblichkeit - und
der Erfolg ist sicher.
		-- Mark Twain
%
Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im 
Winter zu kalt war.
		-- Mark Twain
%
Es ist besser, ein junger Maikäfer als ein alter Paradiesvogel zu
sein.
		-- Mark Twain, Querkopf Wilsons Kalender
%
Schlager sind Texte, die gesungen werden müssen, weil sie zu dumm
sind, um gesprochen zu werden.
		-- Gisela Uhlen
%
Ich habe den Kampf gegen die Falten aufgegeben, weil nichts so
viele Falten macht wie der Kampf gegen die Falten.
		-- Liv Ullmann
%
Wer sich darüber Sorgen macht, was seine Freunde von ihm denken,
wäre erstaunt, wenn er wüßte, wie selten sie es tun.
		-- Unbekannt
%
Manche Arbeiten muß man Dutzende Male verschieben, bevor man sie
endlich vergißt.
		-- Unbekannt
%
Wann wäre je ein Wahn einer vernünftigen Argumentation gewichen?
		-- Unbekannt (Götz Eisenberg / Max Horkheimer?)
%
Wir sind hier alle Opfer: Juden, Muslime, Drusen, Christen, Samariter,
Tscherkessen, Baha'i, Libanesen, Syrer, Israeli, Ägypter, Jordanier,
Beduinen. Opfer von Despoten, Tyrannen, Terroristen eines Gebiets mit
einer Mentalität, die 'die Anderen' verabscheut, die Generation über
Generation erzieht, 'die Anderen' zu hassen und zu beschimpfen, die lehrt,
daß 'die Anderen' alles Unglück verursachen, die Frauen kaum besser behandelt,
als Sachen und stolz und öffentlich abweichende Mütter, Töchter und
Schwestern schlachtet. Kriege, Hass und Blutvergießen werden hier bis zum
Ende aller Tage fortdauern. Frieden ist ein westliches Konzept, das in der
5.000jährigen Geschichte dieser Region unbekannt ist. Das ist die Realität
des Nahen Ostens. Entweder man akzeptiert das und arrangiert sich, oder man
wandert aus.
		-- Unbekannt "Jeanine", zum Konflikt Israel-Libanon Juli 2006
%
Ein Mann ist so alt, als er sich fühlt, eine Frau so alt, als sie
aussieht.
		-- Joseph Unger
%
Einen Rat zu befolgen heißt, die Verantwortung zu verschieben.
		-- Johannes Urzidil
%
Die Individualität ist die höchste Form der Kreativität.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Obwohl die meisten Menschen tun, was sie wollen, wollen die wenigsten,
was sie tun.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Unsere Leistungsgesellschaft ist nicht eine Gesellschaft, in der nur
Leistung gilt, sondern eine, welche bestimmt, was Leistung ist und wer
sie leisten darf.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Nicht die Aufgaben sollen einem über den Kopf wachsen, sondern der
Kopf über den Aufgaben wachsen.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Wer am Ruder ist, reißt selten das Steuer herum.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Die Dummen haben das Pulver nicht erfunden, aber sie schießen damit.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Wer andere in den Sattel hebt, muß sich nicht wundern, wenn sie
anschließend auf dem hohen Roß sitzen.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Man empfindet es oft als ungerecht, daß Menschen, die Stroh im Kopf
haben, auch noch Geld wie Heu besitzen.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell
keiner nach.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Einen Menschen kennen, das heißt ahnen, was er in Zukunft tun wird.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter
leider nicht von Gott vergeben.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Geld nennt man heute Knete, weil man jeden damit weich bekommt.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Wir sind ein Volk der Denker, denn wir denken immer nur daran, was
andere wohl von uns denken.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Seine Blöße bedeckt man - mit dem Partner.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Rache beendet die Ohnmacht der Wut.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Trinker nehmen den Mund zu voll.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Alkoholismus: Gift und Gegengift sind identisch.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Alkoholismus: Manche Liebe wird durch den Durst gelöscht.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Alltag wird nur erträglich durch das Nicht-Alltägliche.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Das beste Mittel gegen Alltagstrott: Traben.
		-- Gerhard Uhlenbruck
%
Jedes böse Erwachen setzt einen tiefen Schlaf voraus.
		-- unbekannt
%
Kinder sind der steinige Pfad zu Enkeln.
		-- unbekannt
%
1933 wollten viele aus Deutschland raus, heute wollen viele rein. Das
muß doch etwas bedeuten.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann.
Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu
lachen.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Um für eine Party fünfzig Menschen aufzutreiben muß man in New York
hundert Einladungen verschicken. In Hollywood genügen fünfundzwanzig.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Ein Jubiläum ist ein Datum, an dem eine Null für eine Null von
mehreren Nullen geehrt wird.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Die Kindheit ist jene herrliche Zeit, in der man dem Bruder zum
Geburtstag die Masern geschenkt hat.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Die beste Frage nützt nichts, wenn sie so lange dauert, daß keine
Zeit zum Antworten bleibt.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Wer auf der Stelle tritt, kann nur Sauerkraut fabrizieren.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Es gibt Leute in Amerika, die haben Wichtigeres zu tun, als Präsident
zu sein.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Fernsehen ist die Rache des Theaters an der Filmindustrie.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Die Kirche sagt, Du sollst Deinen Nachbarn lieben.
Ich bin überzeugt, daß sie meinen Nachbarn nicht kennt.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Wenn man schon der Gefangene seines eigenen Geistes ist, muß man ihn
sich doch wenigstens ordentlich einrichten.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Geld korrumpiert - vor allem jene, die es nicht haben.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Mut ist keine Vorbedingung für den Verlust des Lebens.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Was die Welt vorwärts treibt, ist nicht die Liebe, sondern der
Zweifel.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Gott schuf die Welt in sechs Tagen. Erst die Menschen erfanden die
Fünftagewoche.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die
Stimme eines Experten sein, der sagt: 'Das ist technisch unmöglich!'
		-- Sir Peter Ustinov
%
Jeder Mensch macht Fehler. Das Kunststück liegt darin, sie zu machen,
wenn keiner zuschaut.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Religion ist Gottes Werk, vom Teufel perfektioniert.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Religion ist Aberglaube. Das macht einem Menschen die Alternativen
bewußt.
		-- Sir Peter Ustinov (Geflügelte Worte)
%
Nur die Pausen sind von mir. Und die sind ja auch sehr wichtig.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Um Optimist zu sein, muß man wirklich wissen, wie traurig die Welt
sein kann.  Ein Pessimist ist jemand, der es jeden Tag neu
herausfindet.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Das Alibi ist wie der Kredit. Wenn man beide nicht braucht, dann hat
man sie.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Niemand sollte sich allein gewaltigen Herausforderungen stellen.
Selbst auf Noahs Arche gab es unter den Tieren weder Junggesellen noch
Jungfern.
		-- Peter Ustinov (Peter Ustinovs geflügelte Worte)
%
Es gibt nichts Älteres als einen jungen Franzosen. Sie alle sind
geistig vorzeitig gealtert.
		-- Peter Ustinov (Peter Ustinovs geflügelte Worte)
%
Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn
Jahren zurücksehnen werden.
		-- Sir Peter Ustinov
%
Pariserinnen sind wahrhaft elegant. Sie bekommen keinen Schreck,
wenn sie dreißig werden.
		-- Peter Ustinov (Peter Ustinovs geflügelte Worte)
%
Gott weiß alles und Kurt Biedenkopf alles besser.
		-- Kurt Vailant
%
Ein Chef ist ein Mensch, der anderer bedarf.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Die Größten haben es gewagt, auf das eigene Urteil zu bauen, und
ebenso die Dümmsten.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Ich bin nicht immer Deiner Meinung.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum
Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Ernste Menschen haben selten Ideen. Ideenreiche sind nie ernst.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Im Menschen sitzt ein Verräter, der 'Eitelkeit' heißt und die
Geheimnisse gegen Schmeichelei preisgibt.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Der Mensch macht von allem ein wenig; macht es im einzelnen weniger
gut als das hochspezialisierte Tier; aber beim Ganzen holt er auf.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Und wir sehen jetzt, dass der Abgrund der Geschichte Raum hat für alle.
		-- Paul Ambroise Valéry
%
Hast und rastlose Geschäftigkeit sind die Scheuklappen des modernen
Menschen gegenüber den Dingen, auf die es im Leben wirklich ankommt.
		-- Evelyn Vaugh
%
Die Geschichte der Strafe ist in sehr vielen Dingen für die Menschheit
nicht weniger beschämend als die Geschichte der Verbrechen.
		-- Giorgio del Vecchio
%
Ich lebe und das heißt ich tanze mit dem Tod
		-- Herman van Veen
%
Mit jedem Schritt setzt Du Dein Leben aufs Spiel.
		-- Herman van Veen
%
Kunst ist eine Art zwanghafter Akrobatik.
		-- Emilio Vendova (ART - Das Kunstmagazin 1985 / 7)
%
Autobahn - Deutschlands größte Psychiatrie
		-- Henning Venske
%
Der religiöse Mensch liebt es, für sein Brauchtum zu kämpfen, aber er
haßt es, nach dessen ursprünglichen Sinngehalt zu leben.
		-- Henning Venske
%
Alles nimmt uns das Alter, sogar den Verstand.
		-- Vergil (70-19 v. Chr.), Hirtengedichte
%
Natürliche Dinge sind nicht unanständig.
		-- Vergil (70-19 v. Chr.)
%
Für den Dichter ist die Perle eine Träne aus dem Meer, für den
Orientalen ein erstarrter Tautropfen, für die Damen ist sie ein
Schmuck, den sie an Finger, Hals oder Ohr tragen. Für den Chemiker
jedoch ist sie ein Gemisch aus Phosphat und Kalziumkarbonat mit etwas
Gelantine. Und für den Biologen ist sie einfach eine krankhafte
Sekretion des Organs, das in gewissen zweischaligen Muscheln Perlmutt
produziert.
		-- Jules Verne
%
Ich glaube, daß eines Tages Wasserstoff und Sauerstoff allein oder
zusammen verwendet, eine unerschöpfliche Quelle von Wärme und Licht
bilden werden.
		-- Jules Verne
%
Warum Ibrahim uns verließ?
Weil Kebab-Spieß ihm Licht ausblies.
		-- Erste Allgemeine Verunsicherung
%
Erst waren die Wälder, dann die Hütten, dann die Städte und zuletzt
die Akademien.
		-- Giambattista Vico (Neue Wissenschaft)
%
Aller Anhang ist schwer.
		-- Raimund Vidranyi
%
Für eine Frau gibt es wichtigere Dinge als einen Orgasmus, zum
Beispiel den Kauf von einem Paar auberginefarbenen Lackstiefelchen.
		-- Esther Vilar
%
In der Welt der Frauen zählen nur die anderen Frauen.
		-- Esther Vilar
%
Die Ehe ist eine obszöne Einrichtung zur Ausbeutung der Männer.
		-- Esther Vilar
%
Jede wahre Liebe ist auf Achtung begründet.
		-- George Villiers
%
Man spricht so lang, bis man sich widerspricht.
		-- Francois Villon
%
Wenn die Männer die Schönheit einer Frau mehr schätzen als ihre Intelligenz,
so hat das seinen Grund darin, daß es mehr Dummköpfe gibt als Blinde.
		-- Louise de Vilmorin
%
Das Rezept für Gelassenheit ist ganz einfach: Man darf sich nicht über
Dinge aufregen, die sich nicht zu ändern sind.
		-- Helen Vita (eigentl. Helene Reichel)
%
Früher brauchte man nur ein Taschentuch fallen zu lassen, und schon
stürzten die Männer herbei. Heute könnte man einen Büstenhalter
verlieren, und keiner rührt einen Finger.
		-- Helen Vita (eigentl. Helene Reichel)
%
Frauen sind wie Fluglotsen, wenn sie nicht mögen, kann keiner landen.
		-- Helen Vita
%
Jeder Dummkopf ist imstande, in irgendeinem Momente zum Helden zu
werden. Aber der echte große Mann ist im alltäglichen Leben noch groß.
		-- Swami Vivekananda
%
Wir irren uns empor.
		-- Gerhard Vollmer
%
Manchmal habe ich ein Dejavu und eine Gedächnislücke gleichzeitig.
Dann denke ich: Boa, das hast Du doch schonmal vergessen.
		-- Vicki Vomit (alias Jens Hellmann)
%
Auch in der Politik gilt, daß Salome auf ihrem Teller keinen
pensionierten Kopf wünscht. Interessiert ist sie nur an Köpfen von
Leuten in Amt und Würden.
		-- Franz Vranitzky
%
Was ökonomisch auf Dauer falsch ist, kann politisch auf Dauer nicht
richtig sein.
		-- Franz Vranitzky
%
Der Satiriker ist ein Mann, der seines Lebens nicht sicher ist, weil
er die Wahrheit zur Schau trägt.
		-- Christian August Vulpius
%
Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht.
		-- Karl Valentin
%
Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit.
		-- Karl Valentin
%
Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind.
		-- Karl Valentin
%
Wissen Sie schon, daß man ein weiches Ei nicht als Zahnstocher
benutzen soll?
		-- Karl Valentin
%
Die Zukunft war früher auch besser.
		-- Karl Valentin
%
Eine gute Köchin braucht kein Thermometer.
		-- Karl Valentin
%
Es ist schon alles gesagt, nur nicht von allen.
		-- Karl Valentin
%
Frauen leben nur deshalb länger als Männer, weil die Männer früher
sterben.
		-- Karl Valentin
%
Hoffentlich wird´s nicht so schlimm wie es ist.
		-- Karl Valentin
%
Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.
		-- Karl Valentin
%
Wer möchte sich über die Irrtümer der Antike verwundern, wenn er
bedenkt, daß heute, in dem philosophischsten aller Jahrhunderte, sehr viele und
sehr kluge Menschen nicht wagen würden, zu dreizehn zu speisen?
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Reflexionen und Maximen)
%
Unsere Handlungen sind nicht so lasterhaft wie unsere Absichten.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Reflexionen und Maximen)
%
Achtung nutzt sich ab wie Liebe.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Reflexionen und Maximen)
%
Es ist schwer, jemanden so zu achten, wie er geachtet werden will.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Reflexionen und Maximen)
%
Es kommt oft vor, daß man uns achtet in dem Maße, wie wir uns selbst
achten.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Nachgelassene Maximen)
%
Manche wären sehr erstaunt zu erfahren, worauf ihre Achtung vor den
Menschen beruht.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Nachgelassene Maximen)
%
Stets zu unterscheiden zwischen achtenswert und liebenswert ist ein
Kennzeichen von Beschränktheit: Die großen Seelen lieben von Natur aus
alles, was ihre Achtung verdient.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Reflexionen und Maximen)
%
Wir sind weniger beleidigt von der Verachtung der Dummköpfe als von
der nur mittelmäßigen Schätzung durch geistreiche Leute.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Wir verlangten nicht so ehrgeizig die Achtung der Menschen, wenn wir
sicherer wären, sie zu verdienen.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues (Nachgelassene Maximen)
%
Nichts ist für Menschne auf hohen Posten leichter, als sich das Wissen
andere anzueignen.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Die Schöngeister haben eine Platz in der guten Gesellschaft besetzt,
aber den letzten.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Das Geheimnis der kleinsten natürlichen Freude geht über die Vernunft
hinaus.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Beredte Menschen sprechen mit solcher Klarheit, daß die meisten
glauben, sie sprächen auch tief.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Auf den Rat vieler hin tut man selten etwas Rechtes.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Allzu großes Mißtrauen ist ebenso schädlich wie allzu großes
Vertrauen. Wer das Risiko, hintergangen zu werden, nicht auf sich
nehmen will, wird es im Leben nicht allzu weit bringen.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Wer Großes vollbringen will, muß leben, als ob er niemals sterben
würde.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Die Kunst zu gefallen, ist die Kunst zu täuschen.
		-- Luc de Clapiers Vauvenargues
%
Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft.
		-- Leonardo da Vinci (Philosophische Tagebücher)
%
Wer nicht kann, was er will, muß wollen, was er kann.
Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht.
		-- Leonardo da Vinci
%
Wer sich in einer Streitfrage auf die Autorität beruft, gebraucht
nicht die Vernunft, sondern eher das Gedächnis.
		-- Leonardo da Vinci
%
Wahrlich ist der Mensch der König aller Tiere, denn seine Grausamkeit
übertrifft die ihrige. Wir leben vom Tode anderer. Wir sind wandelnde
Grabstätten!
		-- Leonardo da Vinci
%
Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit
unglaublicher Gewalt daherfahren.
		-- Leonardo da Vinci
%
Die Mitteilungsmöglichkeit des Menschen ist gewaltig, doch das meiste,
was er sagt, ist hohl und falsch. Die Sprache der Tiere ist begrenzt,
aber was sie damit zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nützlich.
Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine große Lüge.
		-- Leonardo da Vinci
%
Es wird die Zeit kommen, da das Verbrechen am Tier genauso geahndet
wird, wie das Verbrechen am Menschen.
		-- Leonardo da Vinci
%
So wie das Eisen außer Gebrauch rostet und das stillstehende Wasser
verdirbt oder bei Kälte gefriert, so verkommt der Geist ohne Übung.
		-- Leonardo da Vinci
%
Wer ein Argument vorträgt und sich dabei auf seine Autorität beruft,
verwendet nicht seine Intelligenz; er setzt lediglich sein Gedächtnis
ein.
		-- Leonardo da Vinci
%
Die Ungleichheit ist die Ursache aller örtlichen Bewegungen.
		-- Leonardo da Vinci
%
Wer das Leben nicht schätzt, der verdient es nicht.
		-- Leonardo da Vinci
%
Wer die Mauer untergräbt, wird unter ihr begraben.
		-- Leonardo da Vinci
%
Der Fortschritt von Fluß zu Ozean ist weniger schnell als der von
Mensch zu Irrtum.
		-- François Marie Voltaire
%
Der erste Monat der Ehe ist der Monat des Honigs und der zweite der
Monat des Absinths.
		-- François Marie Voltaire
%
Es ist komisch, daß kein Mensch mit Esprit ein Glück möchte, das auf
Dummheit gegründet ist, und doch ist es klar, daß man dabei einen
guten Tausch machen würde.
		-- François Marie Voltaire
%
Wer dem Verbrechen Nachsicht übt, wird sein Komplize.
		-- François Marie Voltaire
%
Die Arroganz der Kleinen ist es, immer von sich, die der Großen nie
von sich zu reden.
		-- François Marie Voltaire
%
Die nützlichsten Bücher sind die, die den Leser anregen, sie zu
ergänzen.
		-- François Marie Voltaire
%
Die Industrie müßte gefördert werden, aber die blühende Industrie
müßte dann ihrerseits auch den Staat unterstützen.
		-- François Marie Voltaire
%
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür
einsetzen, daß du es sagen darfst.
		-- François Marie Voltaire
%
In der ersten Hälfte des Lebens opfert man seine Gesundheit,
um Geld zu verdienen.
In der zweiten Hälfte des Lebens opfert man sein Geld,
um die Gesundheit wiederzuerlangen.
		-- François Marie Voltaire
%
Die Päpste und ihre Helfershelfer waren so sehr davon überzeugt, daß
ihre Macht ausschließlich auf der Unwissenheit beruht, daß sie immer
wieder die Lektüre des einzigen Buches verboten haben, das ihre
Religion verkündet; sie sagten: Hier ist euer Gesetz, und wir
verbieten euch, es zu lesen; ihr erfahrt daraus nur, was wir euch zu
lehren geruhen. Diese absonderliche Tyrannei ist unbegreiflich, und
trotzdem gibt es sie. Jede Bibel in lebender Sprache ist verboten;
erlaubt ist sie nur in einer Sprache, die nicht mehr gesprochen wird.
		-- François Marie Voltaire
%
Überall sind es die Mönche, die die Menschen verdorben haben. Der
weise und gelehrte Leibniz hat es eindeutig nachgewiesen. Er hat
gezeigt, daß das 10. Jahrhundert, das man das Jahrhundert der Roheit
nennt, viel weniger barbarisch war als das 13. und die folgenden
Jahrhunderte, in denen diese Massen von Bettlern entstanden, die das
Gelübde ablegten, auf Kosten der Laien zu leben und diese zu
bedrücken.
		-- François Marie Voltaire
%
Wenn Sie einen Schweizer Bankier aus dem Fenster springen sehen,
springen Sie hinterher. Es gibt bestimmt was zu verdienen.
		-- François Marie Voltaire
%
Der Mensch wird ohne Grundsätze, aber mit der Fähigkeit geboren, sie
alle in sich aufzunehmen.
		-- François Marie Voltaire
%
Jeder Mensch kommt mit einer sehr großen Sehnsucht nach Herrschaft,
Reichtum und Vergnügen sowie einem starken Hang zum Nichtstun auf die
Welt.
		-- François Marie Voltaire
%
Alle Menschen sind gleich. Nicht die Geburt, nur die Tüchtigkeit macht
einen Unterschied.
		-- François Marie Voltaire
%
Auf hundert verschiedene Weise will ich wiederholen, daß man
niemals Gott etwas Gutes tut, wenn man den Menschen Böses tut.
		-- François Marie Voltaire
%
Zwei Dinge bedeuten mir Leben: die Freiheit und die Frau, die ich liebe.
		-- François Marie Voltaire
%
Die ersten Christen müssen schon ein ziemlich schlechtes Bild von sich
gegeben haben, wenn man sie der Menschenfresserei beschuldigte. Ich
meinerseits muß gestehen, mir wäre es lieber, wenn sie damals ein oder
zwei kleine Jungen gefressen hätten, statt so viele Unschuldige zu
verbrennen, die Massaker der Albigenser, der Einwohner von Mérindol
und Carbrières, der Bartholomäusnacht und so viele andere Greueltaten
zu begehen. Dieser Schandfleck ist unser besonderes Kennzeichen.
Unsere Religion muß schon sehr wahr sein, da niemals der Gedanke
aufgetaucht ist, daß man ihr vielleicht schaden könnte, wenn man sie
in dieser Weise predigte.
		-- François Marie Voltaire
%
Seine Meinung für den Willen Gottes auszugeben, seinen Glauben unter
Androhung der Todesstrafe und ewiger Seelenqualen anderen
aufzuzwingen, ist bei einigen Menschen zum höchsten Grad an
Geistesdespotismus geworden; umd diesen beiden Drohungen zu
widerstehen, wurde bei anderen zur letzten Anstrengung der natürlichen
Freiheit.
		-- François Marie Voltaire
%
Ich bin überzeugt, daß die christliche Religion seit Konstantin mehr
Menschen vernichtet hat als es heute Einwohner in Europa gibt.
		-- François Marie Voltaire
%
Das Geheimnis zu langweilen besteht darin, alles zu sagen, was man
weiß.
		-- François Marie Voltaire
%
Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den
Anschein der Klugheit.
		-- François Marie Voltaire
%
Gesellschaftlich ist kaum etwas so erfolgreich wie Dummheit mit guten
Manieren.
		-- François Marie Voltaire
%
Eine dumme, einfältige Frau ist ein Segen des Himmels.
		-- François Marie Voltaire
%
Arbeit ist häufig der Vater des Vergnügens.
		-- François Marie Voltaire
%
Arbeit bewahrt uns vor drei großen Übeln: der Langeweile, dem Laster
und der Not!
		-- François Marie Voltaire
%
Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.
		-- François Marie Voltaire
%
Lügen ist nur dann ein Laster, wenn es Böses stiftet, dagegen eine
sehr große Tugend, wenn dadurch Gutes bewirkt wird.
		-- François Marie Voltaire
%
Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.
		-- François Marie Voltaire
%
In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon wieder
ein Irrsinn für sich.
		-- François Marie Voltaire
%
Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist
alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.
		-- François Marie Voltaire
%
Die Ehrgeizigen und die Wollüstigen haben nur selten Zeit zu denken.
		-- François Marie Voltaire
%
Zweifel ist keine angenehme Voraussetzung, aber Gewißheit ist eine
absurde.
		-- François Marie Voltaire
%
Es hat Verzweiflung oft die Schlachten schon gewonnen.
		-- François Marie Voltaire
%
Wenn es keinen Gott gäbe, müßten wir ihn erfinden.
		-- François Marie Voltaire
%
Man kann von den Propheten nicht verlangen, daß sie immer irren.
		-- François Marie Voltaire
%
Der Friede ist noch mehr wert als die Wahrheit.
		-- François Marie Voltaire
%
Es gibt hier Arten, seine Zeit zu vertun: Nichts zu tun, es ungenau zu
tun, oder im falschen Augenblick zu tun.
		-- François Marie Voltaire
%
Wer nicht den Verstand seines Alters hat, der hat das ganze Unglück
seines Alters.
		-- François Marie Voltaire
%
Die Götter sind gut, die Priester grausam.
		-- François Marie Voltaire
%
Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das zu
ängstlich zum Lachen ist.
		-- François Marie Voltaire
%
Die Zwietracht war die Wiege der christlichen Religion, und sie wird
wahrscheinlich ihr Grab sein.
		-- François Marie Voltaire
%
Wird man es für möglich halten, daß es bei den Papisten Gerichtshöfe
gegeben hat, die so schwachsinnig, niederträchtig und barbarisch
waren, arme Bürger zum Tode zu verurteilen, die kein anderes
Verbrechen begangen hatten, als in der Fastenzeit Pferdefleisch
gegessen zu haben? Dieses Vorkommnis ist nur zu wahr: ich halte ein
solches Urteil in Händen...
		-- François Marie Voltaire
%
Jeder Fanatiker ist ein Schuft aus Gewissensgründen...
		-- François Marie Voltaire
%
Man warf Montezuma vor, daß er Gefangene seinen Göttern opfere: was
würde er wohl gesagt haben, wenn er die Vollstreckung eines Urteils
der Inquisition gesehen hätte?
		-- François Marie Voltaire
%
Das Bedauerliche ist, daß, kaum hatte die christliche Religion den
Sieg davongetragen, ihre Heiligkeit auch schon durch Christen entweiht
wurde, die sich ihrem Rachedurst hingaben, während ihr Triumph in
ihnen doch gerade den Geist des Friedens hätte wachrufen sollen.
		-- François Marie Voltaire
%
Dies ist der Gipfel des Monströsen und Lächerlichen, Gott als einen
kleinlichen, unsinnigen und barbarischen Despoten zu verkünden, der
einigen seiner Favoriten heimlich ein unverständliches Gesetz mitteilt
und die übrigen des Volkes umbringt, weil sie dieses Gesetz nicht
gekannt haben.
		-- François Marie Voltaire
%
Ich verabscheue, was Sie sagen: ich werde Ihr Recht, es zu sagen, bis
zum Tod verteidigen.
		-- François Marie Voltaire
%
Alle Kriege sind Raubzüge.
		-- François Marie Voltaire
%
Vermutlich hat Gott die Frau erschaffen, um den Mann kleinzukriegen.
		-- François Marie Voltaire
%
Man erstickt den Verstand der Kinder unter einem Ballast unnützer
Kenntnisse.
		-- François Marie Voltaire
%
Ehe: das einzige Abenteuer, in das sich auch die Feigen stürzen.
		-- François Marie Voltaire
%
Atheismus kann als das Laster der weniger intelligenten Menschen
gelten, der Aberglaube aber als das Laster der Toren.
		-- François Marie Voltaire
%
Der Fanatismus ist für den Aberglauben, was das Delirium für das
Fieber, was die Raserei für den Zorn.
		-- François Marie Voltaire
%
Ist es nicht so, daß die Menschen aus Gewohnheit abergläubisch
und aus Instinkt Schurken sind?
		-- François Marie Voltaire (Potpourri)
%
Je weniger Aberglaube, desto weniger Fanatismus, und je weniger
Fanatismus, desto weniger Unheil.
		-- François Marie Voltaire (Philosophisches Wörterbuch)
%
Wir achten die Toten mehr als die Lebenden. Man sollte aber beide
ehren.
		-- François Marie Voltaire
%
Wer seinem Lande treu dient, braucht keine Ahnen.
		-- François Marie Voltaire (Mérope)
%
Wir wollen uns dessen aber nicht rühmen, daß wir die Ältesten sind,
sondern darauf bedacht sein, stets die Gerechtesten zu sein.
		-- François Marie Voltaire (Die Briefe Amabeds)
%
Wenn du wissen willst, wer Macht über dich hat, dann überleg dir,
wen du nicht zu kritisieren wagst.
		-- François Marie Voltaire (Die Briefe Amabeds)
%
Denk Dir nur mal die Alpen weg.
Was da bleibt, ist mein Deich.
		-- Otto Waalkes
%
Während des Atom-Moratoriums sollen innerhalb von drei Monaten alle
Atomkraftwerke untersucht werden.  Die Standards, nach denen das
geschehen soll, sind mittlerweile 30 Jahre alt.  Versuchen Sie mal,
mit Hilfe der Bedienungsanleitung von Ihrem ersten Kassettenrekorder
Ihren iPod zu reparieren.
		-- Claus von Wagner
%
Das einzige Zeitgemäße am Bergsteigen ist der Abstieg. In einer Zeit,
die nach dem Lehrsatz lebt, daß maximaler Lustgewinn dadurch zu
erzielen ist, daß man sich ausruht, bevor man sich angestrengt hat, in
einer solchen Zeit muß man absteigen und nicht aufsteigen.
		-- Franz X. Wagner (Alpines Alphabet)
%
Auch in einem Königshaus lernt man wie die Affen: Indem man die Eltern
beobachtet.
		-- Charles, Prince of Wales
%
Die positiven ganzheitlichen Erfahrungen vieler Naturreligionen hat
das Christentum ausgemerzt. An die Stelle des Sanften,
Lebensbewahrenden ist das Harte, Zerstörerische getreten. Die weißen
Europäer, die als Konquistadoren, als Eroberer mit dem Schwert ihren
Glauben verbreiteten, haben den Völkern Amerikas und Afrikas nicht nur
die Lebensgrundlagen geraubt, sondern mit der Zerstörung der
Religionen auch die kulturelle Identität. Und sie haben überall hin
ihre unchristliche Philosophie mitgebracht: Besitz- und Profitsucht.
		-- Günter Wallraff
%
Der Mensch ist nicht frei, wenn er einen leeren Geldbeutel hat.
		-- Lech Walesa
%
Nicht nötig auf den Spiegel zu schelten, wenn die Fratze schief ist.
		-- Martin Walser
%
Wenn ein einziges Mal zwei Männer zusammenhülfen, würden sie einen
ungeheuren Sieg erringen.
		-- Martin Walser
%
Auch Kränkungen wollen gelernt sein. Je freundlicher, desto tiefer
trifft's.
		-- Martin Walser
%
Wer mit dem Kreuz auf einen 'Feind' eindringt, hat eine Waffe in der
Hand, kein Kreuz mehr.
		-- Martin Walser
%
Die schlimmste Wirkung des Kapitalismus ist, daß man glaubt, alles,
was man bezahlen kann, gehöre einem.
		-- Martin Walser
%
Siegen und Triumphieren mögen herrlich sein soviel sie wollen, immer
aber bleiben am Erfolg die Tränen von Enttäuschten und
Zugrundegerichteten kleben.
		-- Robert Walser
%
Jeder Abschied ist eine Mobilmachung für die Erinnerung.
		-- Hellmut Walters
%
Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag.
		-- Hellmut Walters
%
Der Festtag leistet sich Prinzipien, der Alltag lebt von
Kompromissen.
		-- Hellmut Walters
%
Der Säufer macht nur einen Schluck zuviel: den ersten.
		-- Hellmut Walters
%
Vorurteile sind Fertigteile. Damit kann man sich die Welt leicht und
schnell zusammenbauen.
		-- Hellmut Walters
%
Das gute Gedächtnis ist wie ein Sack, es behält alles. Das bessere
Gedächtnis ist wie ein Sieb, es behält nur, worauf es ankommt.
		-- Hellmut Walters
%
Jedes Ding hat zwei Seiten. Fanatiker sehen nur die eine.
		-- Hellmut Walters
%
Sobald eine Sache schiefgegangen ist, nennt man sie 'Experiment',
dieses Wort ist doch das Lieblingswort der Pechvögel.
		-- Robert Penn Warren
%
Freiheit - hat sie erst einmal Wurzeln geschlagen - ist eine Pflanze,
die sehr schnell wächst.
		-- George Washington
%
Regierung ist nicht Vernunft, nicht Beredsamkeit - sondern Gewalt.
		-- George Washington
%
C: Ich möchte nicht länger "Junge" genannt werden. Ich finde den Ausdruck
   demütigend und sexistisch.
H: Wie möchtest Du dann genannt werden?
C: Genetisch bevorzugter Jugendlicher.
		-- Bill Watterson (aus "Calvin and Hobbes")
%
Manchmal denke ich, der beste Beweis dafür, daß es anderswo im
Universum intelligentes Leben gibt, ist der, daß noch keiner versucht
hat, Kontakt mit uns aufzunehmen.
		-- Calvin alias Bill Watterson
%
Ich bin frei, denn ich bin einer Wirklichkeit nicht ausgeliefert, ich
kann sie gestalten.
		-- Paul Watzlawik
%
Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.
		-- Paul Watzlawik
%
Ebenso wie der ein schlechter Soldat ist, dessen einziges Ziel darin
besteht, der Gefangennahme zu entkommen, ist jener ein schlechter
Christ, dessen einziges Ziel ist, der Hölle zu entgehen.
		-- Evelyn Waugh
%
Heute sehen viele Mädchen aus wie Männer, die wie Mädchen aussehen.
		-- John Wayne
%
Welche Religion ist die Wahre? Für die Masse jede, für den denkenden
Menschen nur die, die er sich selbst aufbaut.
		-- A. O. Weber
%
Dienen muss der faltenreiche Kirchenmantel hundert Zwecken: Ehrsucht,
Habsucht, Machtgelüste muss er decken.
		-- Friedrich Wilhelm Weber (Dreizehnlinden)
%
Die Umwelt nimmt die Gestalt des Herzens an. Dem Mürrischen antwortet
die Welt mürrisch oder überhaupt nicht.
		-- Josef Magnus Weber
%
Wer Politik treibt, erstrebt Macht.
		-- Max Weber
%
Es gibt zwei Arten, aus der Politik einen Beruf zu machen: Entweder
man lebt für die Politik oder aber von der Politik.
		-- Max Weber
%
Glücklich kann kein Gott und König euch machen, wenn ihr es selbst
nicht könnt.
		-- Max Weber
%
Es ist durchaus richtig, und alle geschichtliche Erfahrung bestätigt
es, daß man das Mögliche nicht erreicht hätte, wenn nicht immer
wieder in der Welt nach dem Unmöglichen gegriffen worden wäre.
		-- Max Weber
%
Nur auf dem Boden harter Arbeit bereitet sich normalerweise der
Einfall vor.
		-- Max Weber
%
Das Auto ist für den Deutschen wie der Hintern vom Pavian.  Hast Du
den dicksten, bist Du der Größte.
		-- Philipp Weber
%
Der Neid ist meistens eine Nummer größer als der Fleiß.
		-- Peter Weck
%
Junggesellen wissen, daß man einer Frau nicht zu lange den Hof machen
darf, weil man ihn sonst kehren muß.
		-- Peter Weck
%
Immer noch werden Hexen verbrannt auf den Scheiten der Ideologie!
		-- Konstantin Wecker
%
Ein Zensor ist ein Beamter, der Dinge empfiehlt, indem er sie verbietet.
		-- Frank Wedekind, 1864-1918
%
Man soll die Männer so nehmen, wie sie sind und die Frauen, wie sie
sein möchten.
		-- Frank Wedekind
%
Das glänzendste Geschäft in dieser Welt ist die Moral.
		-- Frank Wedekind
%
Je älter man wird, desto eher findet man sich mit Dingen ab. Man wird
vielleicht so etwas wie weise.
		-- Bettina Wegner
%
Eine Pointe ist, was einem nicht einfällt, wenn man es am dringendsten
braucht.
		-- Peter Wehle
%
Politik ist die Kunst das Notwendige möglich zu machen.
		-- Herbert Wehner
%
Über Freiheit kann jeder reden, aber nur in der Freiheit.
		-- Herbert Wehner
%
Wer im Liebesrausch ist, dem steht der Verstand still.
		-- Herbert Wehner
%
Quartalsäufer versuchen immer wieder, Bruderschaft mit ihrem ärgsten
Feind zu trinken.
		-- Wolfram Weidner
%
Alkoholiker haben allen Grund, auf ihre Gesundheit zu trinken.
		-- Wolfram Weidner
%
Pension ist die begehrteste Alterserscheinung.
		-- Wolfram Weidner
%
Die flexible Altersgrenze hat eine Frau erfunden.
		-- Wolfram Weidner
%
Nach der Ausrufung der Republik wurde der Adel in Österreich
abgeschafft. An seine Stelle ist der Besitz eines Abonnements bei den
Konzerten der Wiener Philharmoniker getreten.
		-- Hans Weigel
%
Denken ist wie Googlen nur noch krasser.
		-- Carla Weiler
Aus Jan Weiler "Mein Leben als Mensch"
%
Das zweite Gesetz der Thermodummheit: In jeder geschlossenen Denkweise
bleibt die Ignoranz konstant oder nimmt zu.
		-- Richard Wein
%
Warum sollte man nicht auch in einer Gaststätte das Abendmahl
feiern? Jesus hat schließlich nichts anderes getan.
		-- Egino Weinert
%
Wenn es darauf ankommt, in den Augen einer Frau zu lesen, sind die
meisten Männer Analphabeten.
		-- Heidelinde Weis
%
Wo Menschen angebetet werden, ist es gut, sich zu entfernen.
		-- Günther Weisenborn
%
Für Männer gelten die Gesetze der Optik nicht. Wenn man sie unter die
Lupe nimmt, werden sie plötzlich ganz klein.
		-- Grethe Weiser
%
Wissen ohne Gewissen wird zur größten Gefahr für die Menschen.
		-- Victor Frederic Weisskopf
%
Funktion: Physiker, Arbeiten zur Kern- und Elementarteilchen-Physik
		-- Victor Frederic Weisskopf
%
Auch nach der Schulzeit gibt es kein Entrinnen vor den Bibelwerfern.
		-- Frank Welker
%
In der Bundeswehr wird man nun als Erwachsener vor die Alternative
gestellt Latrinen zu putzen oder den Gottesdienst zu besuchen.
		-- Frank Welker
%
Kein Problem ist unlösbar für denjenigen,
der das Problem nicht selbst lösen muß.
		-- A. H. Weller
%
Es kommt nicht daruf an, was für einen Hut man auf dem Kopf hat,
sondern was für einen Kopf unter dem Hut.
		-- Herbert George Wells
%
Moralische Entrüstung ist Eifersucht mit einem Heiligenschein.
		-- Herbert George Wells (Die Zeitmaschine)
%
Schmeicheleien sind wie Falschgeld; sie machen denjenigen ärmer, der
sie empfängt.
		-- Herbert George Wells
%
Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Gesprächspartner
voraus.
		-- Herbert George Wells
%
Erfahrungen sammeln heißt Fehler begehen.
		-- Herbert George Wells
%
Kompromiß ist, wenn alle unzufrieden sind.
		-- M. Wendel
%
In Hollywood gibt es keinen Taxifahrer, der nicht am Abend Drehbücher
schreibt.
		-- Wim Wenders
%
Der Wähler legalisiert die Handlungen, die später gegen ihn
unternommen werden.
		-- Herbert Wener
%
Die Jahre machen nicht alt. Das Altsein macht alt.
		-- Lisa Wenger
%
Was wir Aberglauben nennen, das ist oft nur das Zittern und
Wallen der erwärmten Luft um die aufrechte Flamme des Glaubens.
		-- Franz Werfel (Zwischen Oben und Unten)
%
Zwischen zu früh und zu spät liegt immer nur ein Augenblick.
		-- Franz Werfel
%
Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.
		-- Franz Werfel
%
Für diejenigen, die an Gott glauben, ist keine Erklärung notwendig,
für diejenigen, die nicht an Gott glauben, ist keine Erklärung möglich.
		-- Franz Werfel
%
Frauen sind so alt, wie sie sich fühlen; Männer sind alt, wenn sie
ihre Gefühle verlieren.
		-- Mae West
%
Die Ehe ist eine sehr gute Institution, aber ich bin nicht reif für
eine Institution.
		-- Mae West
%
Alles Schöne im Leben hat einen Haken: es ist unmoralisch, illegal
oder es macht dick.
		-- Mae West
%
Frauen mit Vergangenheit interessieren die Männer, weil die Männer
hoffen, daß sich die Vergangenheit wiederholt.
		-- Mae West
%
Ich war arm und ich war reich. Glaube mir, reich ist besser.
		-- Mae West
%
Wenn ich zwischen zwei Übeln wählen muß, so entscheide ich mich immer
für das, was ich bisher noch nicht kennengelernt habe.
		-- Mae West, "Klondike Annie"
%
Es ist mir nicht gelungen, den Feminismus zu definieren. Alles, was
ich weiß, ist dies: Ich werde von Leuten als Feministin bezeichnet,
wenn ich mich nicht mit einem Abtreter verwechseln lasse.
		-- Rebecca West
%
Hilfsbereitschaft innerhalb einer Gemeinschaft kann nicht durch
behördlich Erlasse hergestellt werden. Sie muß in den Herzen der
Menschen entstehen.
		-- Sigmund Widmer
%
Das Werk eines Meisters riecht nicht nach Schweiß, verrät keine
Anstrengung und ist von Anfang an fertig.
		-- James McNeill Whistler
%
Religion wird ihre alte Macht nicht wiedergewinnen, bis sie Änderungen
ebenso ins Gesicht sehen kann wie die Wissenschaft.
		-- Alfred North Whitehead
%
Von Ideen kann man nicht leben: man muß etwas mit ihnen anfangen.
		-- Alfred North Whitehead
%
Am Abend eines Lebens werden die großen und wichtigen Dinge klarer, so
wie in der Landschaft die Linien klarer werden. Unsere Waage wird
zuverlässiger und gerechter, und sie wird auch milder. Und milder wird
auch die Trauer um die große Erkenntnis, daß wir aufhören müssen,
Mensch zu sein, gerade in dem Augenblick, in dem wir begonnen haben,
es zu werden.
		-- Ernst Wiechert
%
Es ist die Aufgabe des Managements, den Mitarbeitern Visionen zu
geben; das ist die allerbeste Motivation.
		-- Wendelin Wiedeking (Porsche)
%
Zwischen Männern und Parfüms gibt es einen wichtigen Unterschied:
Parfüms verduften, wenn man eine Flasche aufmacht.
		-- Hanne Wieder
%
Daß die Frauen das letzte Wort haben, beruht hauptsächlich darauf, daß
den Männern nichts mehr einfällt.
		-- Hanne Wieder
%
Der allein ist weise, der im Sparen zu genießen, im Genuß zu sparen
weiß.
		-- Christoph Martin Wieland
%
Nur zu oft sind die Götter bloße Drahtpuppen ihrer Priester.
		-- Christoph Martin Wieland
%
Ich glaube nicht an die Kollektivschuld. Die Schuldigen sind schuldig,
aber die Kinder der Schuldigen sind Kinder.
		-- Elie Wiesel
%
Graue Haare und Falten im Gesicht sind keine Zeichen der Sorgen,
sondern die ersten Zeichen des Sterbens.
		-- Damaris Wieser
%
Die gute alte Zeit ist nichts anderes als eine rückwärts datierte
Utopie.
		-- Erich Wiesner
%
Der Alltag ein Metronom. Wir gehorchen dem Diktat seines Pendels.
		-- Heinrich Wiesner
%
Je mehr Licht man in die Kirchengeschichte bringt, desto dunkler
wird's.
		-- Heinrich Wiesner
%
Der donnernde Gott, der zürnende Gott, der rächende Gott. Was für ein
Choleriker.
		-- Heinrich Wiesner
%
Die Frauen bringen jedes Abenteuer um seinen Duft, indem sie dem
flüchtigen Erlebnis Dauer gewähren wollen.
		-- Billy Wilder
%
Amerikaner werden mißtrauisch, wenn man nicht einer von ihnen werden
will - im Gegensatz zu Franzosen, Engländern, Schweden und den meisten
anderen Völkern, die es gerade mißtrauisch macht, wenn man zu ihnen
gehören möchte.
		-- Billy Wilder
%
Manche Menschen drücken nur deshalb ein Auge zu, um besser zielen zu
können.
		-- Billy Wilder
%
Jede Dummheit findet einen, der sie macht.
		-- Tennessee Williams
%
Die Menschen von heute wünschen das Leben von übermorgen zu den
Preisen von vorgestern.
		-- Tennessee Williams
%
Die Menschen früherer Zeiten waren genauso schlecht wie wir. Sie
wußten es nur nicht so genau.
		-- Tennessee Williams
%
Frauen lieben die Besiegten, aber sie betrügen sie mit den Siegern.
		-- Tennessee Williams
%
An den Kritikern überrascht mich am meisten, wie man in so kurzer Zeit
eine Kritik schreiben kann über ein Stück, das so lange zu seiner
Entstehung braucht.
		-- Tennessee Williams
%
Der Mann braucht zum vollkommenen Glück einen zuverlässigen Freund,
die Frau eine zuverlässige Feindin.
		-- Tennessee Williams
%
Ein Prognostiker ist ein Mann, der in lichten Momenten düstere
Ahnungen hat.
		-- Tennessee Williams
%
Die Sterne, die wir am Himmel sehen, gibt es vielleicht gar nicht
mehr.
Genauso verhält es sich mit den Idealen früherer Generationen.
		-- Tennessee Williams
%
Bevor ich heiratete, hatte ich sechs Theorien über Kindererziehung.
Jetzt habe ich sechs Kinder und keine Theorie.
		-- John Wilmot, Earl of Rochester
%
Sommer und Winter lassen sich in England leicht unterscheiden: im
Sommer ist der Regen wärmer.
		-- Colin Wilson
%
Die eifrigsten Reformer haben lernen müssen, daß sie sich jeglicher
Macht berauben, wenn Sie den schwerfälligen Massen zu weit voraneilen.
		-- Thomas Woodrow Wilson
%
Der Krieg ist die großzügigste "Reinigungskrise zur Beseitigung der
Überinvestition", die es gibt. Er eröffnet gewaltige Möglichkeiten neuer
zusätzlicher Kapitalinvestitionen und sorgt für gründlichen Verbrauch
und Verschleiß der angesammelten Waren und Kapitalien. So ist der Krieg
das beste Mittel, um die endgültige Katastrophe des ganzen
kapitalistischen Wirtschaftssystems immer wieder hinauszuschieben.
		-- Ernst Winkler
		   (1952 "Theorie der natürlichen Wirtschaftsordnung")
%
Fühlst du dich mutlos, fass endlich Mut, los!
Fühlst du dich hilflos, geh raus und hilf, los!
Fühlst du dich machtlos, geh raus und mach, los!
Fühlst du dich haltlos, such Halt und lass los!
		-- Wir sind Helden
%
Reich zu sein heißt nicht, sich einen Ferrari kaufen zu können,
sondern einen zu verbrennen.
		-- Dietmar Wischmeyer
%
... es scheint, dass kein System Reichtum so zuverlässig sichern kann wie
die Demokratie.
		-- Roger Willemsen (Das Hohe Haus)
%
Man verkauft nicht die Erde, auf der die Menschen wandeln.
		-- Tashunka Witko
%
Ich bin ein Indianer und die Weißen halten mich für dumm - wohl deshalb
weil ich den Rat des weißen Mannes befolge.
		-- Tashunka Witko
%
Die Grenzen der Sprache sind die Grenzen der Welt.
		-- Ludwig Wittgenstein
%
Worüber mann nicht reden kann, darüber sollte man schweigen.
		-- Ludwig Wittgenstein (Tractatus logico philosophicus)
%
Die Bedeutung eines Menschen, die Kraft seiner geistigen Strahlung,
spürt man auch dann noch, wenn er sich im Alltag bewegt.
		-- Friedrich Witz
%
Ironie ist eine Beleidigung in Form eines Kompliments.
		-- Edwin Whipple
%
Was auch immer Frauen tun, sie müssen es doppelt so gut wie Männer
tun, um für halb so gut gehalten zu werden.  Glücklicherweise ist das
nicht schwer.
		-- Charlotte Whitton
%
Wo ein Messer einmal tief ins Fleisch geschnitten hat,
tut die Berührung mit einer Feder weh.
		-- Christa Wolf
%
Wahre Schätze liegen tief - besonders die menschlichen.
		-- Wolperin
%
Schönheit ist nicht nur das Aussehen, sondern alles, was wir an einem
Menschen als schön empfinden.
		-- Wolperin
%
Trennungen sind letztendlich immer eine Folge von zu wenig Vertrauen.
		-- Wolperin
%
Bildung ist das, was übrigbleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.
		-- Edward Frederick Lindley Wood
%
"The New Yourk Times" wird von denen gelesen, die das Land
regieren. "The Washington Post" wird von denen gelesen, die denken,
sie regierten das Land.  "The National Enquirer" wird von denen
gelesen, die denken, Elvis würde leben und regierte das land.
		-- Robert J Woodhead (trebor@biar.UUCP)
%
Kunst ist kein Abbild der realen Welt.
Eine ist, bei Gott, mehr als genug.
		-- Virginia Woolf
%
Wir konnten oft der US-Regierung helfen, schnell zu reagieren, wenn
eine solche Bestechung im Ausland geschehen ist oder geplant wird, was
den amerikanischen Unternehmen Vorteile in Höhe von Milliarden von
Dollar verschafft hat. Die meisten dieser Unternehmen erfahren
niemals, daß sie von uns unterstützt worden sind, und sie sagen oft
öffentlich, daß sie dies nicht benötigen.  Das ist das Wesen der
Geheimdienstarbeit.
		-- CIA-Direktor James Woolsey
%
Niveau wirkt nur von unten wie Aroganz.
		-- Timo Wopp
%
Wenn in 1000 Jahren künftige Generationen die Rest unserer Kultur
ausgraben - was werden sie finden?
Badewannen und Spülmaschinen.
		-- Frank Lloyd Wright
%
Nur selber rudern macht dicke Arme.
		-- Peter Wrzeciono
%
Wer am Boden liegt, wird erst recht getreten!
		-- Peter Wrzeciono
%
Die Kunst liegt in der Beschränkung auf das Wesentliche.
		-- Peter Wrzeciono
%
Das Genie entdeckt die Frage, das Talent beantwortet sie.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Schweigen ist ein köstlicher Genuß, aber um ihn ganz auszuschöpfen,
muß man einen Gefährten haben. Allein ist man nur stumm.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Ein guter Einfall ist wie der Hahn am Morgen. Gleich krähen andere
Hähne mit.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Es ist erstaunlich, wie vorurteilsfrei wir zu denken vermögen, wenn es
gilt, eine Dummheit vor uns selbst zu rechtfertigen.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Zu den herbsten Enttäuschungen des Lebens zählen oft die erfüllten
Wünsche.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Wer nichts Böses tut, hat damit noch nichts Gutes getan.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Der hauptsächliche Wert der gemeinen Religion besteht heutzutage
darin, dem Menschen die Erkenntnis seiner vollkommenen
Bedeutungslosigkeit zu ersparen.
		-- Karl Heinrich Waggerl (Aphorismen)
%
Man soll das Schicksal nicht mit Vorschlägen verärgern. Es legt zuviel
Wert auf seine eigenen Einfälle.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Heutzutage hat keiner genug, weil jeder zuviel hat.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Wie einfach wäre das Leben, wenn sich die unnötigen Sorgen von den
echten unterscheiden ließen!
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Nichts ist einfacher als sich schwierig auszudrücken, und nichts ist
schwieriger als sich einfach auszudrücken.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Eine halbe Wahrheit ist nie die Hälfte einer ganzen.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Es erfordert zuweilen mehr Mut, den Gegner zu fliehen, als ihn
anzugreifen.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Das Vorurteil ist die hochnäsige Empfangsdame im Vorzimmer der
Vernunft.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Die Herrschenden zimmern ihren Thron nicht mehr selber. Darum wissen
sie auch nicht, wo er brüchig ist.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Wir meinen die Natur zu beherrschen, aber wahrscheinlich hat sie sich
nur an uns gewöhnt.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Leute, die nichts von sich halten, sind auch schlechte Menschenkenner.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Ein Fremdwort ist wie ein unscharfes Photo.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Nichts erfordert mehr geist, als nichts zu tun zu haben und trotzdem
nichts zu tun.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Man nimmt dem Menschen das Beste, wenn man ihn von seinen Fehlern
trennen will.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Seine Fehler verzeihen wir dem Nächsten lieber als seine Vorzüge.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Was die Gesellschaft öffentliche Meinung nennt, heißt beim einzelnen
Menschen Vorurteil.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Wenn ich meinen Nächsten verurteile, kann ich mich irren, wenn ich ihm
verzeihe, nie.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Wer seinen Nächsten verurteilt, kann irren, wer ihm verzeiht, irrt nie.
		-- Karl Heinrich Waggerl
%
Die Abergläubischen, ein geheimer Orden.
		-- Heinrich Waggerl, Nachlaß
%
Jeder Abschied ist ein Abschied für immer. So sehr ist alles dem
Wechsel unterworfen.
		-- Heinrich Waggerl, Aphorismen
%
Ich gedenke oft solcher Politiker, wenn ich im Dorfe von einem Hund
angebellt werde, der zweite nachbellt, und alle bellen, und keiner
kann sagen warum.
		-- Karl Julius Weber
%
Was Richterstuhl und Polizei für den Bürger, muß die öffentliche
Meinung für Regenten und ihre Minister werden.
		-- Karl Julius Weber
%
Wir kümmern uns nicht, daß wir nicht dagewesen sind, ehe wir geboren
wurden. Warum uns kümmern, nicht mehr da zu sein, wenn wir gestorben
sind?
		-- Karl Julius Weber
%
Religion ist ein Prisma, von dessen sieben Farben jeder seine
Lieblingsfarbe wählen mag; alle aber rühren nur von einem
Sonnenstrahl.
		-- Karl Julius Weber (Demokritos)
%
Verschiedenheit der Religionsmeinungen findet sich nur bei
Alltagsmenschen. Leute von Geist haben nur eine Religion.
		-- Karl Julius Weber (Demokritos)
%
Gott braucht weder Weihrauch noch Myrrhen, weder Kerzen noch Gebet,
Gesang und Musik, weder Messen noch Predigten noch Tempel, und daher
bleibt das Wort Gottesdienst ein dummes Wort.
		-- Karl Julius Weber (Demokritos)
%
Petrus soll sogar Franklin, der ihm offen beichtete, daß er keine
andere Religion habe als das Naturgesetz und die Menschenliebe,
zugeflüstert haben: "Komm herein und nimm Platz, wo du willst!"
		-- Karl Julius Weber (Demokritos, Weitere
		Religionsbetrachtungen eines einfältigen Laien)
%
Religion ist reine Sache des Gemüts und der Phantasie wie der Poesie,
und man zerstört das Wesen beider, wenn man sie unter Vernunftsregeln
bringen will.
		-- Karl Julius Weber (Demokritos VII)
%
Bitte vermehre entweder meinen Kredit oder vermindere meinen Appetit!
Ich bitte dich um nichts als um das Notwendigste, ein bißchen
reichlich freilich! Ich bitte dich auch nicht um Gut und Geld, sondern
zeige mir nur, wo es ist!
		-- Karl Julius Weber (Demokritos, Gebet eines Gascogners)
%
Das Leben wird gegen Abend, wie die Träume gegen Morgen, immer klarer.
		-- Karl Julius Weber
%
In der Jugend sind wir in der Regel sanguinisch, in späteren Jahren
cholerisch, nach der Ernte der Erfahrungen mehr oder weniger
melancholisch und im hohen Alter stumpf wie das Phlegma.
		-- Karl Julius Weber
%
Wer den Lebensbecher bis auf den Grund ausleeren will, muß sich
vernünftigerweise auf die gewöhnliche Hefe gefaßt machen.
		-- Karl Julius Weber
%
Gott wird mich bewahren vor der Schwäche oder dem Stolz vieler
Alter, die jeden für einen Esel halten, der nicht grau ist.
		-- Karl Julius Weber
%
Unser Tod ist der letzte Service, den wir der Welt leisten können:
würden wir nicht aus dem Weg gehen, würden die uns folgenden
Generationen die menschliche Kultur nicht wieder frisch erstellen
müssen. Sie würde starr, unveränderlich werden, also sterben. Und mit
dem Tod der Kultur würde alles Menschliche auch untergehen.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Wenn man einen Hammer in die Hand nimmt,
sieht die ganze Welt wie ein Nagel aus.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Jeder ist immer erreichbar. Die ganze Welt beschleunigt sich, alles
ist dringend, und wo alles dringend ist, ist nichts mehr dringend,
und damit schlittern wir in eine Bedeutungslosigkeit hinein.
		-- Joseph Weizenbaum (SAP.INFO vom 5. Januar 2004)
%
Regelmäßigkeit ist die fürchterlichste Eigenschaft der Maschine.
		-- Joseph Weizenbaum (Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft)
%
Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch
kleine Schätze und Perlen finden kann.
		-- Joseph Weizenbaum (Hamburg, 2. Mai 2001)
%
Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben
könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder
nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem
Computer zuschreibt. Der Nichtfachmann hat überhaupt keine andere
Wahl, als dem Computer die Eigenschaften zuzuordnen, die durch die
Presse verstärkte Propaganda der Computergemeinschaft zu ihm
dringen. Daher hat der Informatiker die enorme Verantwortung, in
seinen Ansprüchen bescheiden zu sein.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Ich bin zweimal in 25 Jahren vom New Yorker zitiert worden, was manche
für wichtiger als den Nobelpreis halten. Das ist zwar nicht so häufig
wie Al Capone, aber ich war auch nicht so innovativ wie er.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte
Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Nur Wissen überlebt, nämlich indem es den denkenden Menschen
buchstäblich informiert, den Zustand (state) seines Gehirns, ändert.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Computer sind wie alle Instrumente nicht wertfrei, sondern erben ihre
Werte von der Gesellschaft, in der sie eingebettet sind. In einer
vernünftigen Gesellschaft erfüllen sie möglicherweise viele nützliche
Funktionen, doch bis dahin müssen sie kritisch betrachtet werden. In
einer hoch militarisierten Gesellschaft, wie es die USA jetzt sind,
sind sie Mordinstrumente.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Das Fernsehen ist die größte kulturelle Katastrophe,
die die Erde in der Zeit, an die wir uns erinnern können, erlebt hat.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Die so genannte Ohnmacht des einzelnen ist vielleicht die gefährlichste
Illusion, die ein Mensch überhaupt haben kann.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte,
hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann,
als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Der Glaube, daß Wissenschaft und Technologie die Erde vor den Folgen
des Klimawandels bewahren wird, ist irreführend. Nichts wird unsere
Kinder und Kindeskinder vor einer irdischen Hölle retten. Es sei denn:
Wir organisieren den Widerstand gegen die Gier des globalen
Kapitalismus.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Eine Gesellschaft, die sich auf eine Technik einläßt, braucht eine starke
innere Kraft, um von den Zielen nicht verführt, nicht zu gierig zu werden.
		-- Joseph Weizenbaum
%
Über der Veränderung liegt stets ein Hauch von Unbegreiflichkeit.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Daraus, daß die Sonne bisher jeden Tag aufgegangen ist, folgt logisch
nicht, daß sie es morgen wieder tun wird.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Die Physik erklärt die Geheimnisse der Natur nicht, sie führt sie auf
tieferliegende Geheimnisse zurück.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Der Politik ist eine bestimmte Form der Lüge zwangsläufig zugeordnet:
das Ausgeben des für eine Partei Nützlichen als das Gerechte.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Die Kirche hat nicht den Auftrag, die Welt zu verändern. Wenn sie aber
ihren Auftrag erfüllt, verändert sich die Welt.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Was man weiß, kann man korrigieren. Was verborgen bleibt, ist eine
glimmende Zeitbombe.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Überall dort, wo die Wissenschaft neue Erkenntnisse gewinnt, schafft
sie grundsätzlich auch neue Macht.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Das Ideal läßt sich am Besten an den Opfern messen, die es velangt.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Politik ist der stets neu zu schaffende Kompromiß von Macht und
Vernunft.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Freiheit ist ein Gut, daß durch Gebrauchen wächst, durch
Nichtgebrauch dahinschwindet.
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Der Deutsche: absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer
Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an
Zivilcourage!
		-- Carl Friedrich von Weizsäcker
%
Auch die Mehrheit kann sich irren.
		-- Richard von Weizsäcker
%
Man könnte froh sein, wenn die Luft so rein wäre wie das Bier.
		-- Richard von Weizsäcker
%
Von den Chinesen könnten wir derzeit viel lernen. Sie haben für Krise
und Chance dasselbe Schriftzeichen.
		-- Richard von Weizsäcker
%
Das beste Mittel gegen Verdrossenheit ist es, sich selbst zu
aktivieren.
		-- Richard von Weizsäcker
%
Das Wichtigste ist in erster Linie, daß man zu Selbertun und nicht
zur Passivität erzogen wird.
		-- Richard von Weizsäcker (Interview 1985)
%
Lassen sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere
Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen
Alternative oder Konservative, gegen schwarz oder weiß. Lernen sie
miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
		-- Richard von Weizsäcker (Rede 8. Mai 1985)
%
Wer seine Ohren und Augen aufmachte, wer sich informieren wollte, dem
konnte nicht entgehen, das Deportationszüge rollten.
		-- Richard von Weizsäcker (Rede 8. Mai 1985)
%
Beliebtheit sollte kein Maßstab füt die Wahl von Politikern sein.
Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets
längst im amerikanischen Senat.
		-- Orson Welles
%
Wozu weibliche Unvernunft imstande ist, hat sich schon an der Idee
erwiesen, sich von einer sprechenden Schlange Diätvorschriften geben
zu lassen.
		-- Orson Welles
%
Geld ist jener sechste Sinn, der den Genuß der anderen fünf erst
möglich macht.
		-- Orson Welles
%
Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
aber sie haben keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun.
		-- Orson Welles
%
Recht zu haben, ist nur halb so schön, wenn kein anderer Unrecht hat.
		-- Orson Welles
%
Liebe ist ein Zeitwort, ein Verhältniswort, ein Zahlwort oder ein
Umstandswort - je nachdem.
		-- Orson Welles
%
Fernsehen ist Kaugummi für die Augen.
		-- Orson Welles
%
Idioten sind eine weise Einrichtung der Natur, die es den Dummköpfen
erlaubt, sich für klug zu halten.
		-- Orson Welles
%
In Amerika regiert der Präsident für vier Jahre und der Journalismus
für immer und ewig.
		-- Oscar Wilde
%
Jeder Erfolg, den man erzielt, schafft uns einen Feind. Man muß
mittelmäßig sein, wenn man beliebt sein will.
		-- Oscar Wilde
%
Mäßigung ist eine verhängnisvolle Sache, denn nichts ist so
erfolgreich wie der Exzeß.
		-- Oscar Wilde
%
Wer nicht die Frauen hinter sich hat, bringt es in der Welt zu keinem
Erfolg.
		-- Oscar Wilde
%
Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg.
		-- Oscar Wilde
%
Jedermann kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühle aufbringen. Es
bedarf aber eines wirklich edlen Charakters, um sich über die Erfolge
eines Freundes zu freuen.
		-- Oscar Wilde
%
Es ist wichtiger, daß sich jemand über eine Rosenblüte freut, als
daß er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt.
		-- Oscar Wilde
%
Wir können im Leben höchstens eine große Erfahrung haben, und das
Geheimnis des Lebens ist, diese Erfahrung so oft wie möglich wieder zu
haben.
		-- Oscar Wilde
%
Das Leben ist eine Komödie für jene, die denken, eine Tragödie aber
für jene, die fühlen.
		-- Oscar Wilde
%
Eigenliebe ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.
		-- Oscar Wilde
%
Wir leben in einem Zeitalter der Überarbeitung und der Unterbildung,
in einem Zeitalter, in dem die Menschen so fleißig sind, daß sie
verdummen.
		-- Oscar Wilde
%
Leben - es gibt nichts Selteneres auf der Welt. Die meisten Menschen
existieren nur.
		-- Oscar Wilde
%
Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das wichtigste im Leben.
Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.
		-- Oscar Wilde
%
Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu
werden, wie man allein gewesen ist.
		-- Oscar Wilde
%
Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.
		-- Oscar Wilde
%
Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen.
		-- Oscar Wilde
%
Der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.
		-- Oscar Wilde
%
Das Publikum fühlt sich am wohlsten, wenn eine Mittelmäßigkeit zu ihm
redet.
		-- Oscar Wilde
%
Alle guten Vorsätze haben etwas Verhängnisvolles. Sie werden
unweigerlich zu früh gefaßt.
		-- Oskar Wilde
%
Die Frauen haben einen wunderbaren Instinkt für die Dinge. Sie
bemerken alles, mit Ausnahme des Selbstverständlichen.
		-- Oscar Wilde
%
Der Gebildete widerspricht den anderen, der wahre Weise sich selbst.
		-- Oscar Wilde
%
Ich wähle meine Freunde nach ihrem guten Aussehen, meine Bekannten
nach ihrem Charakter und meine Feinde nach ihrem Verstand.
		-- Oscar Wilde
%
Ich bin offen gesagt, kein Freund langer Verlöbnisse. Sie geben den
Brautleuten Gelegenheit, ihren Charakter schon vor der Hochzeit zu
entdecken, was wie ich meine, niemals ratsam ist.
		-- Oscar Wilde
%
Arbeit ist der Fluch der trinkenden Klassen.
		-- Oscar Wilde
%
Die Welt ist in zwei Klassen geteilt, in diejenigen, welche das
Unglaubliche glauben, und diejenigen, welche das Unwahrscheinliche
tun.
		-- Oscar Wilde
%
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
		-- Oscar Wilde
%
Es gibt nur eine Unannehmlichkeit, die peinlicher ist, als in aller
Munde zu sein: nicht in aller Munde zu sein.
		-- Oscar Wilde
%
Das ist die Kunst des Gesprächs: Alles zu berühren und sich in nichts
zu vertiefen.
		-- Oscar Wilde
%
Zuerst lieben die Kinder ihre Eltern; dann kritisieren sie sie.
Selten, wenn überhaupt, verzeihen sie ihnen.
		-- Oscar Wilde
%
Ein Mann kann mit jeder Frau glücklich werden, solange er sie nicht
liebt.
		-- Oscar Wilde
%
Die Männer heiraten, weil sie müde sind, die Frauen, weil sie
neugierig sind. Beide werden enttäuscht.
		-- Oscar Wilde
%
Bigamie: eine Frau zuviel.
Monogamie: dasselbe.
		-- Oscar Wilde
%
Man sollte nie einer Frau trauen, die einem ihr wirkliches Alter
verrät. Eine Frau, die einem das erzählt, würde einem auch alles
andere erzählen.
		-- Oscar Wilde
%
Männer können analysiert, Frauen nur angebetet werden.
		-- Oscar Wilde
%
Frauen sind Gemälde. Männer sind Probleme. Wenn Sie wissen wollen, was
eine Frau wirklich meint - was übrigens immer ein gefährliches
Unterfangen ist - sehen Sie sie an, und hören Sie ihr nicht zu.
		-- Oscar Wilde
%
Gegenüber sehr attraktiven Frauen ist der Mann der Schutzbedürftige.
		-- Oscar Wilde
%
In Prüfungen stellen Narren Fragen, die Weise nicht beantworten
können.
		-- Oscar Wilde
%
Nur Leute, die ihre Rechnungen bezahlen, brauchen Geld, und ich
bezahle meine nie.
		-- Oscar Wilde (Das Bildnis des Dorian Gray)
%
Fortschritt ist eine Verwirklichung von Utopien.
		-- Oscar Wilde
%
Nichts ist so gefährlich wie das Allzumodernsein. Man gerät in Gefahr,
plötzlich aus der Mode zu kommen.
		-- Oscar Wilde
%
Der einzige Unterschied zwischen einer Laune und der 'ewigen Liebe'
besteht darin, daß die Laune etwas länger dauert.
		-- Oscar Wilde
%
Der einzige Unterschied zwischen dem Heiligen und dem Sünder ist, daß
jeder Heilige eine Vergangenheit und jeder Sünder eine Zukunft hat.
		-- Oscar Wilde
%
Ich gebe Ratschläge immer weiter. Es ist das einzige, was man damit
anfangen kann.
		-- Oscar Wilde
%
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht.
		-- Oscar Wilde
%
Im Examen stellen Toren Fragen, auf die Weise nicht antworten können.
		-- Oscar Wilde
%
Ungehorsam ist für jeden, der die Geschichte kennt, die recht
eigentliche Tugend des Menschen.
		-- Oscar Wilde
%
Die Weltgeschichte ist die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
		-- Oscar Wilde
%
Vergib stets Deinen Feinden, nichts verdrießt sie so.
		-- Oscar Wilde
%
In der Wahl seiner Feinde kann der Mensch nicht vorsichtig genug sein.
		-- Oscar Wilde
%
Der Kultivierte bedauert nie einen Genuß. Der Unkultivierte weiß
überhaupt nicht, was ein Genuß ist.
		-- Oscar Wilde
%
Es gibt nur zwei Arten von Menschen, die wirklich fesseln: Leute, die
alles wissen und Leute, die überhaupt nichts wissen.
		-- Oscar Wilde
%
Die Wissenschaft ist außer Reichweite der Moral, denn ihre Augen sind
auf ewige Wahrheiten geheftet.
		-- Oscar Wilde
%
Moral ist die Haltung, die wir Leuten gegenüber einnehmen, gegen die
wir eine persönliche Abneigung haben.
		-- Oscar Wilde
%
Es gibt weder moralische noch unmoralische Bücher. Bücher sind gut
oder schlecht geschrieben, nichts sonst.
		-- Oscar Wilde
%
Die Moral ist immer die letzte Zuflucht der Leute, welche die
Schönheit nicht begreifen.
		-- Oscar Wilde
%
Die Bücher, die von der Welt unmoralisch genannt werden, sind Bücher,
die der Welt ihre eigene Schande zeigen.
		-- Oscar Wilde
%
Die Anzahl unserer Neider bestätigen unsere Fähigkeiten.
		-- Oscar Wilde
%
Mode: kurze Zeitspanne, in der das völlig verrückte als normal gilt.
		-- Oscar Wilde
%
Mode ist eine so unerträgliche Form der Häßlichkeit, daß wir sie
alle sechs Monate ändern müssen.
		-- Oscar Wilde
%
Witz ist Intellekt auf dem Bummel.
		-- Oscar Wilde
%
Die Religion? - Der beliebte Ersatz für den Glauben.
		-- Oscar Wilde
%
Wer liebt, denkt nicht. Und wer denkt, liebt nicht.
		-- Oscar Wilde
%
Es kommt für jeden der Augenblick der Wahl und der Entscheidung.
		-- Oscar Wilde
%
Macht ist die einzige Lust, deren man nicht müde wird.
		-- Oscar Wilde
%
Jedes Nachdenken über gutes oder schlechtes Benehmen zeugt von einem
Stillstand der geistigen Entwicklung.
		-- Oscar Wilde
%
Man umgebe mich mit Luxus. Auf das Notwendige kann ich verzichten.
		-- Oscar Wilde
%
Demokratie ist nichts anderes, als das Niederknüppeln des Volkes durch
das Volk für das Volk.
		-- Oscar Wilde
%
Ein Mord ist immer ein Fehler.  Man sollte niemals etwas tun, über
daß man nach dem Essen nicht mehr reden kann.
		-- Oscar Wilde, "The Picture of Dorian Gray"
%
Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Versager.
		-- Oscar Wilde
%
In der Stadt lebt man zu seiner Unterhaltung, auf dem Lande zur
Unterhaltung der anderen.
		-- Oscar Wilde
%
Junggesellen sollten hohe Steuern zahlen. Es ist nicht gerecht, daß
einige Männer glücklicher sein sollen als andere.
		-- Oscar Wilde
%
Das Wesen der Romantik ist die Ungewißheit.
		-- Oscar Wilde
%
Erfahrung ist der Name, den jeder seinen Irrtümern gibt.
		-- Oscar Wilde
%
Alle guten Triebe sind richtig.
		-- Oscar Wilde
%
Nur der Oberflächliche kennt sich selbst.
		-- Oscar Wilde
%
Jeder von uns ist sein eigener Teufel, und wir machen uns diese Welt
zur Hölle.
		-- Oscar Wilde
%
Vorsicht ist das, was wir bei anderen Feigheit nennen.
		-- Oscar Wilde
%
Arbeit ist der Fluch der trinkenden Schichten.
		-- Oscar Wilde
%
Heutzutage kennen die Leute vor allem den Preis und nicht den Wert.
		-- Oscar Wilde
%
Nichts nehmen die Menschen so übel, als wenn sie keine Einladung
bekommen.
		-- Oscar Wilde
%
Die Liebe beginnt damit, daß man sich selbst betrügt, und sie endet
damit, daß man andere betrügt.
		-- Oscar Wilde
%
Eine strenge und unumstößliche Regel, was man lesen sollte und was
nicht, ist albern. Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer
heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.
		-- Oscar Wilde
%
Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten
zufrieden.
		-- Oscar Wilde
%
Um manche Delikte zu begreifen, genügt es, die Opfer zu kennen.
		-- Oscar Wilde
%
Patriotismus ist die Tugend der Bosheit.
		-- Oscar Wilde
%
Es ist sehr gefährlich, zuzuhören. Hört man zu, kann man überzeugt
werden, und wer sich durch ein Argument überzeugen läßt, ist ein von
Grund auf unvernünftiger Mensch.
		-- Oscar Wilde
%
In früheren Zeiten bediente man sich der Folter. Heutzutage bedient
man sich der Presse.
		-- Oscar Wilde
%
Ich glaube nicht an den Fortschritt, sondern an die Beharrlichkeit der
menschlichen Dummheit.
		-- Oscar Wilde
%
Denken ist herrlich, aber noch herrlicher ist die Erregung des
Abenteuers.
		-- Oscar Wilde
%
Die Frauen bringen jedes Abenteuer um seinen Duft, indem sie dem
flüchtigen Erlebnis Dauer gewähren wollen.
		-- Oscar Wilde
%
Man sollte niemals einer Frau trauen, die einem ihr wirkliches
Alter verrät. Eine Frau, die einem das erzählt, würde einem auch alles
andere erzählen.
		-- Oscar Wilde
%
Eine Idee, die nicht gefährlich ist, ist nicht wert, eine Idee genannt
zu werden.
		-- Oscar Wilde
%
Die Revolution ist die erfolgreiche Anstrengung, eine schlechte Regierung
loszuwerden um eine schlechtere zu errichten.
		-- Oscar Wilde
%
Nichts macht die Frauen heutzutage so altern wie die
Anhänglichkeit ihrer Bewunderer.
		-- Oscar Wilde
%
Das ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke
zwischen ihnen ist die Liebe - das einzig Bleibende, der einzige
Sinn...
		-- Thornton Niven Wilder
%
Ein Übermaß an Hoffnung ist nicht ungefährlich. Es wirkt wie örtliche
Betäubung der Tatkraft.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Unseren Feinden haben wir viel zu verdanken. Sie verhindern, daß wir
uns auf die faule Haut legen.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Auch die beunruhigendste Gegenwart wird bald Vergangenheit sein. Das
ist immerhin tröstlich.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Viel Schlechtes entsteht, indem man Gutes übertreibt.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Ratschläge sind wie abgetragene Kleider: Man benutzt sie ungern, auch
wenn sie passen.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Wenn ein Mann keine Laster hat, besteht die Gefahr, daß er seine
Tugenden in Laster verwandelt.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Das Leben hat keinen Sinn, außer dem, den wir ihm geben. Es ermutigt
den Menschen nicht, noch demütigt es ihn.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Schlagwörter sind keine Argumente, sondern nur zur Faust geballte
Gedanken.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Es gibt keinen größeren Hochmut als den der Fachleute.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Es gibt nur ein Elend, und das ist Unwissenheit.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Wenn wir sicher zu Hause sitzen, wünschen wir uns, wir hätten ein
Abenteuer zu bestehen.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Geschichtsschreibung ist Planung für die Vergangenheit.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Wenn Krieg ist, denkt man über ein besseres Leben nach, wenn Frieden
ist, über ein bequemeres.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Leute, die selber Zwiebeln essen, können nicht gut beurteilen, ob
andere Zwiebeln gegessen haben oder nicht.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Wer eine Fremdsprache lernt, zieht den Hut vor einer anderen Nation.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Viele, die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwendeten, können uns
weniger über sie sagen, als ein Kind, das gestern seinen Hund verloren
hat.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Das Gedächtnis ist der Diener unserer Interessen.
		-- Thornton Niven Wilder
%
Einzig das Christentum hat das Folter- und Hinrichtungswerkzeug des
Kreuzes zu seinem Symbol erhoben, das Wohn-, Schul-, Kranken- und
Gerichtsräume "schmückt". ... Das Christentum zog dann auch von Anfang
an eine blutige Spur durch die Geschichte, wie keine andere Religion.
		-- Ernst von Xylander
%
Verschwendete Zeit ist Dasein; nutzbringend verbrachte Zeit ist Leben.
		-- Edward Young
%
Es gibt nichts Schöneres in dieser Welt als einen gesunden weisen
alten Mann.
		-- Lin Yutang
%
Die Deutschen sind sicherlich das einzige Volk auf Erden, das ein
schlechtes Gewissen mehr genießt als eine schöne Frau.
		-- Peter Zadek
%
Mit Religionen verhält es sich wie mit moderner Kunst.
Beide haben eine offene Flanke zur Spinnerei.
		-- Hans Conrad Zander
%
Amerika ist ein Land der Gesetze, schlecht geschrieben und
willkürlich in Kraft gesetzt.
		-- Frank Zappa
%
Ohne Abweichung von der Norm ist kein Fortschritt möglich.
		-- Frank Zappa
%
Mache dir keine Sorgen um dein Make-Up, Du solltest Dir lieber
um deinen Verstand Gedanken machen.
		-- Frank Zappa
%
Das wichtigste was Du in deinem Leben tun solltest,
ist Dich nicht in das Leben anderer einzumischen.
		-- Frank Zappa
%
Die reichesten Menschen der Welt sind nicht besonders schlau
oder glücklich.  Und die glücklichsten Menschen der Welt sind
nicht besonders schlau oder reich.
		-- Frank Zappa
%
Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie.
		-- Frank Zappa
%
Die Ehe ist ein Paradies.
Mit einem Stacheldraht drum herum.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Der Mensch hat Augen, die nicht alles sehen.
Der Mensch hat Ohren, die nicht alles hören.
Warum sollte er dann ein Gehirn haben, das alles versteht?
		-- Adnan Zelkanovic
%
Geld kann man nicht verdienen, sondern nur jemand anderem wegnehmen.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Des Menschen sensibelstes Organ ist sein Geldbeutel.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Nur wer Geld hat, ist ohne glücklich.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Gott hat uns nicht erschaffen, sondern wir Ihn.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Die gefährlichsten Menschen der Welt, sind Wissenschaftler mit
Geldsorgen.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Mode ist das was man kaufen soll.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Erwachsen werden bedeutet, zu vergessen, daß man als Kind noch die
Welt retten wollte.
		-- Adnan Zelkanovic
%
Jeder schließt von sich auf andere und berücksichtigt nicht, daß es
auch anständige Menschen gibt.
		-- Heinrich Zille
%
Ich kann in einem Tag tausend adeln und zu Rittern machen; aber so
mächtig bin ich nicht, daß ich in tausend Jahren einen Gelehrten
machen könnte.
		-- Julius Wilhelm Zincgref (Apophthegmata)
%
Wer die Welt sieht, wie sie ist, kann fröhlich neues schaffen.
		-- Jörg Zink
%
Da wir wissen, daß Gott nichts Böses tun kann, läßt sich leicht
erraten, woher die Frau kommt.
		-- Émile Zola
%
Die Wahrheit marschiert, und nichts kann sie aufhalten.
		-- Émile Zola
%
Ich bin nicht Optimist, ich möchte Optimist sein.
		-- Émile Zola
%
Das Internet - "Tummelplatz von Kriminellen der übelsten Sorte"
		-- Walter Zuber (SPD)
%
Das richtige Lachen ist der Beginn des richtigen Denkens und
Empfindens.
		-- Carl Zuckmayer
%
Die Welt wird nie gut, aber sie könnte besser werden.
		-- Carl Zuckmayer
%
Die eine Hälfte des Lebens ist Glück, die andere ist Disziplin - und
die ist entscheidend, denn ohne Disziplin könnte man mit seinem Glück
nichts anfangen.
		-- Carl Zuckmayer
%
Das Theater ist weder eine Schulstube noch ein Priesterseminar. Die
Leute sollen entweder lachen oder flennen. Oder beides.
		-- Carl Zuckmayer
%
Der Schlaf ist für manche Menschen der fruchtbarste Teil ihres
Daseins.
		-- Carl Zuckmayer
%
Ich bin der Schrecken aller Waschmaschinen
Und kann mit jeder Art von Flecken dienen.
		-- Rolf Zuckowski
%
Eine Religion, welche nicht oder nicht mehr fähig ist, sich auf die
Höhe der erworbenen Wissenschaft zu erheben, ist eine tote Religion.
		-- Leopold Zunz
%
Es ist vielleicht das einzige Stück Freiheit, das man sein ganzes
Leben ununterbrochen besitzt: Die Freiheit, das Leben wegzuwerfen.
		-- Stefan Zweig
%
Einer muß den Frieden beginnen wie den Krieg.
		-- Stefan Zweig
%
Wer einmal zu sich selbst gefunden hat, der kann nichts auf dieser
Welt mehr verlieren.
		-- Stefan Zweig
%
Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.
		-- Stefan Zweig
%
Klug sein hat noch nie einen Menschen an Dummheiten gehindert.
		-- Stefan Zweig
%
Nur wer früh seine Seele weit auszuspannen gelernt hat, vermag später
die ganze Welt in sich zu fassen.
		-- Stefan Zweig
%
